Trennkost Diät

trennkost ernährungskreisUnter Trennkost versteht man eine bereits im frühen 20. Jahrhundert entwickelte Form der Diät, bei der das Hauptaugenmerk darauf liegt, die Kombination gewisser Lebensmittel während eines Mahles zu unterlassen. So sind laut dieser Ideologie eiweißhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig zu konsumieren.

Dies soll dazu dienen der Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken und neben einem Gewichtsverlust auch eine allgemeine Steigerung des Wohlbefindens zu bewirken.
Heutzutage wird diese Diät jedoch oftmals kritisch betrachtet.

Was ist Trennkost?

Bei der Trennkost handelt es sich, wie bereits eingehend erwähnt, um einen vergleichsweise alten Diätansatz. Erstmals postuliert wurde dieser von einem New Yorker Arzt um das Jahr 1907 herum und stieß zunächst auf offene Arme.

Ursprünglich sollte mit der Trennkost einer Übersäuerung des Körpers vorgebeugt werden, indem man darauf verzichten sollten eiweißhaltige und kohlenhydratreiche Lebensmittel gleichzeitig einzunehmen. Dies sollte zudem eine schnelle Entleerung des Darms bewirken und vor sog. „Zivilisationskrankheiten“ schützen.
Im Laufe der Zeit jedoch wurde immer mehr Kritik an dieser Diät laut, da viele der Annahmen, auf denen sie beruhte, wissenschaftlich widerlegt werden konnten.

Vorallem der Nutzen einer Trennung von Kohlenhydraten und Eiweiß ist hochgradig zweifelhaft. Es gibt keinerlei Indikatoren dafür, dass dieses Vorgehen dem Diäthaltenden in irgendeiner Form nutzen könnte oder wenn dann nur in sehr geringem Umfang.

Man behauptet inzwischen sogar eher das Gegenteil und schiebt die Trennkost eher in die Ecke potentiell gefährlicher Diätformen.

So funktioniert die Trennkost-Diät!

Gleich vorne weg: Man darf beinahe alles essen – außer Hülsenfrüchte.
Das Verbot Hülsenfrüchte zu essen kommt daher, dass diese Eiweiß sowohl ALS Kohlenhydrate beinhalten und es bei der Trennkost essentiell ist, diese nicht zu kombinieren.

Es gibt endlose Listen von Lebensmitteln, die in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Kohlenhydrate
  • Neutrale Lebensmittel
  • Eiweiß

Hierbei erklären sich Kohlenhydrate und Eiweiß von alleine. Die sog. „neutralen Lebensmittel“ sind möglich Beilagen, die jeweils zu den beiden anderen Kategorien gegessen werden dürfen.
Hier einmal die jeweils gängigsten Lebensmittel der jeweiligen Kategorien:

  • Kohlenhydrate
  • Neutrale Lebensmittel:
    • Diverse Gemüsesorten (Blumenkohl, Brokkoli, Knoblauch, Kohlrabi, Weißkohl, Zwiebel uvm.)
    • Rohes Fleisch und rohe Wurstwaren
    • Geräuchertes Fleisch und Räucherwurst
    • Räucherfisch
    • Tofu und Soja
    • Diverse Milchprodukte (Butter, Schmand, Joghurt, Kefir uvm.)
    • Beerenobst und Melonen
    • Nüsse (außer Erdnüsse)
  • Eiweiß:
    • Brühwurst und gekochtes / gebratenes Fleisch
    • Gebratener Fisch
    • Muscheln und Schalentiere
    • Milch und Käse
    • Diverse Obstsorten (Steinobst, Erdbeeren, Kernobst, Citrusfrüchte uvm.)
    • Fruchtsäfte und trockene Weine
    • Rohe oder gekochte Eier

    Werden nun die Lebensmittel der Kategorien Kohlenhydrate und Eiweiß nicht gleichzeitig verzehrt, steht einer erfolgreichen Trennkost-Diät nicht mehr viel im Wege.
    Die konsumierten Mengen spielen dabei nur eine nebensächliche Rolle.

Wie lange dauert die Trennkost-Diät?

Es gibt keine Vorgaben für die Dauer des Einhaltens der Trennkost. Der Entwickler dieses Form der Diät verstand sein geistiges Kind eher als permanente Umstellung der Essgewohnheiten, da er weniger den Gewichtsverlust der Partizipanten im Sinn hatte, als deren Entsäuerung und allgemeines Wohlbefinden.

Einige Personen jedoch schlagen etwaige Längen von einem Monat bis zu einem Jahr vor. Man sieht, dass die Dauer nicht scharf umrissen ist, da es sich, wie gerade erwähnt, eher um eine permanente Lösung als eine Diät handelt.

Was bringt Trennkost und wieviel kann man damit Abnehmen?

Der Nutzen einer Trennkost-Diät ist eher fragwürdig. Sowohl eine potentielle Reduktion des Gewichtes als auch allgemeine gesundheitliche Verbesserungen der Teilnehmenden sind weder garantiert, noch wahrscheinlich.
Hält man sich an die erlaubten Kombinationen hat das zunächst keinen messbaren Effekt auf das Gewicht, da es keine genauen Angaben über einzunehmende Menge gibt.

Ist man jedoch auch ohne Anleitung dazu imstande seine Nahrungsaufnahme zu regulieren, während man sich an die Vorgaben zur Trennung hält, kann es durchaus zu Gewichtsverlust kommen. Dieser resultiert aber ausschließlich aus der Reduktion der Nahrung und nicht aus der Trennung von sich angeblich abstoßenden Lebensmitteln.

Alles in allem könnte man beinahe behaupten, dass selbst eine permanente Umstellung auf Trennkost keine positiven Effekte bewirkt – weder auf lange noch auf kurze Sicht.

Das Thema ist sehr heikel und viel diskutiert. Nicht zuletzt deswegen, weil die Trennkost in der Bevölkerung aufgrund ihrer langen Tradition als etwas gutes verstanden wird, während neueste wissenschaftliche Erkenntnisse dieses jedoch ganz klar und eindeutig negieren.

Ein Diätplan in Kürze

Ein Diätplan für Trennkost ist schwer zu erstellen, weil sie als permanente Umstellung konzipiert wurde und nicht etwa als schnelles Mittel zur Gewichtsreduktion.

Man könnte jedoch einige Punkte als grundsätzliche Regeln festlegen:

  • Was tun, um eine Übersäuerung zu vermeiden?
    • Keine Kohlenhydrate und Eiweiße kombinieren
    • Keinen Verzehr von Lebensmitteln, in denen sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß naürtlich gleichzeitig vorkommen (bspw. Hülsenfrüchte: Bohnen, Erdnüsse usw.)
  • Mengen sind egal oder?
    • Per Definition des Erfinders dieser Diät sind die konsumierten Mengen nicht ausschlaggebend für einen Erfolg der Trennkost, insofern man sich nur strikt an die erlaubten Kombinationsmöglichkeiten der Nahrungsmittel hält
    • Auch Süßgebäcke, wie Kuchen, Torten und sonstiges Nasch- und Zuckerwerk zählen originär zu dieser Regel
  • Die Dauer ist für immer
    • Die Trennkost ist als permanente Lösung konzipiert und deswegen nicht auf bestimmte Zeiträume festgelegt
    • Laut Entwickler sollte man seine gesamte Ernährung lebenslang auf Trennkost ausrichten, um gut und gesund leben zu können

Risiken

Die Risiken sind abzusehen, aber unangenehm. Wer zu lange der recht einseitigen Ernährung der Trennkost nachgeht kann ggf. leichte Mangelerscheinungen verspüren. Dafür bedarf es aber einer jahrelangen strikten Befolgung des Diätplans.

Vor- und Nachteile

  • Pro +
    • Man muss auf wenig verzichten
    • Mengen sind frei einteilbar
  • Contra –
    • Hochgradig fragwürdiger Nutzen
    • Zugrunde liegenden These vollkommen überholt
    • Eher nutzlos

Etwaige Fragen

Ist es schwer durchzuhalten?

– Nein, ist es nicht. Man muss auf wenig verzichten und sich auch nicht vermehrt bewegen.

Welche Beschwerden könnten auftauchen?
– Wohl eher keiner. Auf lange Sicht sind eventuell Mangelerscheinungen möglich.

Welche kosten erwarten einen?
– Keine Mehrausgaben zu erwarten, da die konsumierten Lebensmittel gleich bleiben.

Kann die Trennkost Diät in den Alltag integriert werden?

Ja, die Trennkost Diät kann ganz gut in den Alltag integriert werden, auch wenn es anfangs schwierig ist. Mit ein wenig Übung ist dies aber kein Problem. Wichtig dabei ist, auf die verschiedenen Gruppen der Trennkosttabelle zu achten. Es gibt drei Gruppen. Man unterscheidet unter der Eiweißgruppe, der neutralen Gruppe und der Kohlenhydrategruppe. Lebensmittel aus der Eiweißgruppe dürfen hier nur mit Lebensmitteln aus der neutralen Gruppe kombiniert werden.

Das Gleiche gilt für jegliche Produkte aus der Gruppe der Kohlenhydrate. Beide Gruppen dürfen also jeweils mit der neutralen Gruppe kombiniert werden. Jedoch sollte man es vermeiden, Lebensmittel aus der Eiweiß- und Kohlenhydrate- Gruppe miteinander zu verbinden. Durch die Einfachheit und Flexibilität der Lebensmittel- Zusammenstellungen, kann das Essen überall mit hin genommen und gegessen werden.

Abnehemen ohne Hungern? Und gibt es dann einen Jo-Jo-Effekt?

Diese Diät funktioniert auf jeden Fall ohne zu hungern. Hierbei ist alles erlaubt, solange richtig kombiniert wird. Ganz besonders wichtig ist auch, dass zwischen einer Eiweiß-Mahlzeit und einer Kohlenhydrate-Mahlzeit mindestens drei Stunden liegen. Gerne kann zwischendurch auch ausreichend Obst und Gemüse gegessen werden. Der Vorteil einer Trennkost Diät ist, dass überflüssiges Gewicht verloren wird, da die Verdauung meist aktiver wird. Das Gewicht wird verloren, da der Körper die Nahrung, durch die Trennung besser aufnehmen und anschließend verwerten kann.

Durch die Trennkost Diät werden HeißHunger, Schwindel und andere Diätnebenwirkungen vermieden. Das liegt daran, dass die Ernährung nicht großartig umgestellt oder eingeschränkt wird, daher gibt es auch keine oder zumindest kaum Mangelerscheinungen. Man kann hier Essen, bis man satt ist und muss also nicht hungern.

Auch der Jo-Jo-Effekt wird hier nicht eintreten, solange man sich diszipliniert an die Regeln hält. Da man die Trennkost Diät nicht direkt als solche ansehen kann, sondern diese eher eine Nahrungsumstellung ist. Sie führt dazu, dass der Körper nach einiger Zeit durch die anderen Essgewohnheiten Gewicht verliert. Das erreichte Gewicht kann man dann halten, wenn man Umstellung weiter konstant durchführt. So kann es am Ende zu keinem Jo-Jo-Effekt kommen.

Fazit

Alles in allem ist von einer Trennkost-Diät eher abzuraten. Ihr Nutzen ist fragwürdig und die ihr zugrunde liegenden Theorie konnte durch die wissenschaftliche Forschung als reiner Humbug entlarvt werden.
Es gibt bessere Diätformen.

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