Weißkohl

Egal in welcher Form von Sauerkraut zu verschiedenen Eintöpfen bis hin zum Salat der Weißkohl ist ein typischer und vor allem gesunder Alleskönner. Gerade in Deutschland eines der beliebtesten Nahrungsmittel, gerade in den kühlen Herbst- und Wintermonaten. Die Deutschen machen aus Kraut traditionell Kohlrouladen, Sauerkraut oder Eintöpfe. Gibt es etwas, dass man unbedingt über Kohl wissen muss? Welche Nährstoffe er enthält und wie er sich auf die Gesundheit auswirkt erfahren Sie in unserem folgenden Ratgeber.

Das sollten Sie über Weißkohl wissen

Der Weißkohl gehört zur Familie der Kohlköpfe und ist ein besonderes Gemüse, welches im Herbst und Winter Hochsaison feiert. Dies liegt vor allem daran, dass daraus häufig deftige und warme Gerichte gekocht werden. Er besitzt einen besonders hohen Vitamin C Gehalt und ist damit ein gesundes Gericht.

Traditionell ist Kohl ein großer runder Ball mit hell- bis dunkelgrünen Blättern, die fest um den Kohl geschlungen sind. Je weiter man in den Kohl vordringt desto heller werden in der Regel auch die Blätter. Grund hierfür ist, dass während des wachsen maximal die äußerste Blätterschicht von der Sonne bestrahlt wird und sich nur dort Chlorophyll bilden kann.

Im Europäischen Großraum werden jährlich mehr als 300.000 Tonnen davon angebaut. Man sollte allerdings nicht annehmen dass nur die Europäer den Kohl kennen und lieben – Nein. Der Weißkohl ist auf der ganzen Welt eine beliebte Speise. Dabei bleibt festzuhalten, dass circa 90 % des in Deutschland verzehrten Weißkohls auch hier angebaut und geerntet wurde. Beliebte Importländer sind Polen, Asien, England und Russland.

Der Kohl selbst hatte eine lange Lebenszeit und kann unter den richtigen Bedingungen mehrere Monate lang gelagert werden. Da die Ernte bereits im Sommer stattfindet und erst im Herbst der richtige Konsumdrang beginnt werden die Kohlköpfe bei niedrigen Temperaturen in kühlen Metallboxen gelagert. Bis zu sechs Monate lässt er sich auf diese Weise haltbar machen.

Weißkohl kommt in verschiedenen Varianten vor. Zum einen gibt es den Spitzkohl, der wie der Name schon vermuten lässt eine spitz zulaufende Form hat und nicht direkt rund ist. Der Jaroma-Kohl ähnelt dem klassischen Kohl ist von der Form her zwar auch rund aber auch sehr flach. Geschmacklich ist dieser Kohl etwas milder und hat keinen starken Eigengeschmack. Daher eignet sich diese Sorte nicht unbedingt für Eintöpfe.
Hier eine kleine Auflistung der gängigsten Kohlsorten die in Deutschland konsumiert werden:
Grünkohl: Hat einen hohen Eisen– und Proteingehalt und wurde früher als Fleischersatz genutzt.
• Weißkohl: Der typische, hier im Text beschriebene Kohl mit besonders viel Vitamin C. Er besitzt den klassischen deftigen Kohlgeschmack, eignet sich besonders gut für Eintöpfe.
• Spitzkohl: Spitz geformter Kohl, leicht nussig im Geschmack und daher auch leicht verdaulich.
Wirsing: Enthält sehr viel Eisen, Magnesium und Eiweiß. Sehr angenehm im Geschmack und besitzt eher große gespreizte dunkel-grüne Blätter.
Rosenkohl: Kleine Mini-Kohlköpfe die einen starken Eigengeschmack haben aber Unmengen an Vitamin C liefern.
Blumenkohl: Enthält vergleichsweise wenig Vitamin C, dafür auch für Suppen und Salate einsetzbar.
Rotkohl: Milder Geschmack, sticht durch seine knallige Farbe hervor.
• Brokkoli: Geschmacklich erinnert er eher an Spargel. Aus wissenschaftlicher Sicht wird dieser Kohlart eine große Rolle bei der Krebsbekämpfung zugeschrieben. Besonders viel Vitamin C enthalten.

Bedeutung für die Gesundheit

Alle Kohlsorten sind generell kalorienarm und besitzen so gut wie kein Fett. Sie sind frei von Cholesterin und besitzen einen extrem hohen Vitamin C Gehalt, sowie Kalzium, Ballaststoffe und Beta-Carotin. Die vielen Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Darmflora. Kohl wird häufig auch für Diäten eingesetzt, da es den Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Sauerkraut wird mit Hilfe von Milchsäure vergoren und kann dann nach dem Verzehr positiv auf Verdauungsbeschwerden wirken. Wer generell Probleme mit seinem Magen oder dem Darm hat, der sollte häufiger Kohl zu sich nehmen, sogar Magengeschwüre lassen sich damit behandeln. Nicht nur Brokkoli, auch der Weißkohl beinhaltet Glucosionalte die krebserregende Substanzen abwehren können. Das enthaltene Kalium wirkt sich dabei positiv auf das Herz aus und unterstützt die im Körper ablaufenden Prozesse.

Kohl eignet sich aus gesundheitlicher Sicht nicht nur zum Essen auch als Auflage bei Geschwüren, Wunden und sogar bei Furunkeln können die Blätter leicht zerdrückt aufgetragen werden. Bereits im alten Rom und auch die Griechen kannten diese Wirkung und stellten aus der Asche von verbranntem Kohl und Fett eine Salbe her, die sie für die Desinfizierung von Wunden nutzten.

Die enthaltenen Substanzen im Kohl aktivieren die körpereigenen Abwehrkräfte, stärken das Immunsystem und können Entzündungen im und am Körper schneller abbauen. Besonders effektiv ist hier die Einnahme von Kohl in Saftform. Dieser ist besonders gesund für die Bauchspeicheldrüse, säubert den Magen und lindert Schmerzen. Auch Menschen die unter Gicht und Rheuma leiden sollten diesen Saft hin und wieder zu sich nehmen.
Dank des nicht vorhandenen Cholesterins ist der Kohl eine gesunde Alternative zu fettigen Speisen und kann den Blutzuckerspiegel senken. Generell wird dem Kohl eine reinigende Wirkung auf den Körper zugesprochen. Er soll entschlackend, antibakteriell und entzündungshemmend wirken und ist damit ein echter Alleskönner.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 25 Fettgehalt 0,1 g
Cholesterin 0 mg Natrium 18 mg
Kalium 170 mg Kohlenhydrate 6 g
Eiweiß 1,3 g Vitamin C 36,6 mg

Wie bereits erwähnt besitzen 100 Gramm Weißkohl eine große Menge an Vitamin C (36,6 mg) und Wasser. Des Weiteren enthält er die Vitamine b1, b2, K und das Proviatmin A. Dazu kommen noch Eiweiß, Phosphor, Kalzium, Kalium und Natrium. Kalorien, Cholesterin und Kohlenhydrate sind mehr oder wenig nur in sehr geringen Mengen im Kohl enthalten, weshalb er besonders gesund ist und häufig in Gerichten zur Gewichtsreduktion gefunden wird. Die enthaltenen Kohlenhydrate sind derart komplexer Natur, dass sich eine schnelle Sättigung nach dem Verzehr einstellt. Zudem kurbelt der recht hohe Anteil an Ballaststoffen die Verdauung an und spült dann überschüssige Nährstoffe und unverdauliches aus dem Magen.

Aufgrund gewisser anderer Enzyme wie Bioflavonoide und Chlorophyll und den Inhaltsstoffen Indole und Phenole sagt man dem Kohl auch die Gabe des Jungbrunnens nach. Er soll bei regelmäßigem Verzehr den Alterungsprozess bremsen und so ewig jung halten.

• Weißkohl ist reich an Antioxidantien
Einer der Hauptgründe warum Kohl eine derart positive Wirkung auf Krebs nachgesagt wird sind die großen Mengen enthaltenen Polyphenole. Diese blockieren freie Radikale und oxidativen Stress und schützen den Organismus so vor der bösartigen Veränderung der menschlichen Zellen.

• Weißkohl ist reich an Glucosinolaten
Antioxidativ, entzündungshemmend, krebsfreundliche Wirkung, Unterstützung der körpereigenen Entgiftungsfähigkeiten und noch viele andere positive Eigenschaften bringt der Weißkohl mit sich. Auch die enthaltenen Glucosinolate sind zu einem Großteil für die krebshemmende Wirkung verantwortlich.

Unverträglichkeiten & Allergien

Wer einen empfindlichen Magen hat und nicht gut auf scharfes Essen, Medikamenteneinnahme oder deftiges Essen reagiert, kann seinen Magen durch den Verzehr von Kohl zum einen zwar „Säubern“ muss dann aber auch mit Blähungen und Bauchschmerzen rechnen. Die Säuberung erfolgt dann eben nicht gerade reibungslos. Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion sollten vom Verzehr von Kohl eher die Finger lassen, da Kohlgerichte Stoffe beinhalten, die die Aufnahme von Jod in den Körper verhindern können. Da bei einer Schilddrüsenunterfunktion gerade das wichtige Jod nicht in den Körper aufgenommen werden kann, sollte dieser Prozess nicht weiter unterstützt werden. Dies gilt auch für Kleinkinder und schwangere oder stillende Frauen.

Sonstige Allergien in Verbindung mit Kohl sind eher unwahrscheinlich, bisher gab es keinerlei Befunde oder Krankheitsbilder die auf eine Allergie hindeuten. Eine Lebensmittelunverträglichkeit kann natürlich nicht ausgeschlossen werden. Diese äußert sich dann meist nur darin, dass es zu starken Blähungen und Durchfall kommen kann und tritt wenn nur nach dem Verzehr von Chinakohl oder Blumenkohl auf. In diesem Fall sollten Sie den Verzehr von Kohl reduzieren oder ganz sein lassen. Die Symptome sind dann leicht einzugrenzen und führen zu juckenden Hautstellen, Nesselsucht oder Hauptproblemen – abgesehen von den Problemen die im Darmbereich auftreten können.

Um den Kohl leichter verdaulich zuzubereiten können Sie Magen- und Darm-beruhigende Stoffe wie Anis, Kümmel oder Fenchel hinzufügen. Diese beruhigen den Magen und dadurch wird der Kohl besser verdaut. Auch geriebener Ingwer hat diese Wirkung, wobei nicht jedem die enthaltene Schärfe schmeckt.

Einkaufs- & Küchentipps

Im Supermarkt angekommen sieht jeder Kohl erstmal gleich aus. Achten Sie aber darauf, dass der Kohl fest, knackig und einheitlich ist. Die Blätter sollten eng am Kohl anliegen und keine braunen oder matschigen Stellen aufweisen.

Der Kohl selbst sollte an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden, hier kann er nicht verderben und hält sich bis zwei Monaten. Allerdings gilt dies nicht für den Spitzkohl, dieser hält gerade einmal zehn Tage durch. Kleingeschnitten oder bereits in der Mahlzeit verarbeitet lässt sich Kohleintopf auch mehrere Monate im Kühlfach halten.

Verzehren sollten Sie den Kohl nachdem Sie ihn bereits angeschnitten haben innerhalb weniger Tage, da er in der Zwischenzeit wichtige Vitamine und Nährstoffe verliert.
Bei der Vorbereitung zum Kochen entfernen Sie zunächst die ein bis zwei Blätter, sowie die die nicht mehr frisch aussehen. Sie können Ihn dann halbieren und den Stunk abtrennen oder gleich zu Beginn den Stunk herausschneiden und die einzelnen Blätter dann ganz leicht abziehen. Wie Sie den Kohl dann letztlich zuschneiden ist Ihrem Gericht überlassen – Hier gibt es kein richtig oder falsch.

Zubereitungstipps

Kohl bietet eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten.

• Roher Genuss: In kleinen Streifen eignet sich dieser besonders gut für Salate mit Essig/Öl-Dressing
• Gebraten: Kartoffeln, Karotten, Sellerie, Kohl und ein paar Zwiebeln in die Pfanne und schön goldbraun anbraten, hier entfaltet der Kohl seinen einzigartigen Geschmack
• Gekocht: Im Eintopf oder als Kohlroulade eignet sich besonders gut der Weißkohl. Dieser hat einen intensiveren Eigengeschmack. Hackfleisch und Zwiebeln anbraten und Kohl in ganzen Stücken dazu geben, aufkochen und mit Reis oder Kartoffeln servieren – Bon Appetit.
• Als Sauerkraut: Circa 75 % des geernteten Kohls wird zu Sauerkraut weiterverarbeitet. Dieses können Sie in bereits fertiger Form in jedem Supermarkt kaufen.

Auch in vielen Asiatischen Gerichten findet sich Kohl in geschnittener Form wieder. Zu viel kochen und schmoren ist allerdings eher schlecht bei der Zubereitung da hier viele Vitamine verloren Gehen können. Wer mit Kohl kocht der weiß dass man den Geruch wahrnehmen wird. Kochen Sie daher mit offenem Fenster – es sei denn Sie lieben den Kohlgeruch im Rest des Hauses.

Häufige Fragen und Antworten

Ist Kohl gesund?
Kohl ist dank seines enormen Wasseranteils, den vielen enthaltenen Vitaminen und Ballaststoffen sowie den geringen Fett- und Kohlehydratwerten eine sehr gesunde Gemüsesorte und sollte in jedem Haushalt regelmäßig auf den Teller kommen.

Wie bereitet man Kohl am besten zu?
Je nach dem wie Sie Ihren Kohl am liebsten essen, sollten Sie ihn auch zubereiten. Es gibt nicht „die eine richtige“ Variante. Wichtig ist nicht zu lange und zu heiß zu kochen weil sonst viele Vitamine verloren gehen.

Kann Kohl wirklich Krebs heilen?
Heilen kann Kohl den Krebs wohl nicht aber die positive Wirkungen im Kampf gegen Krebszellen ist wissenschaftlich bewiesen und wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen. Besonders effektiv ist hier der Verzehr von Brokkoli.

Unser Fazit

Kohl eignet sich besonders gut für Diäten, ist gesund, regt die Verdauung an, kann in zahlreichen Gerichten und Variationen zubereitet werden und besitzt sogar die Eigenschaft das Wachstum von Krebszellen einzudämmen. Er ist aus der deutschen Küche heute nicht mehr wegzudenken und damit zu einem richtigen Alleskönner mutiert. Könnte man Sterne vergeben würde der Kohl mit Sicherheit fünf von fünf Sternen für seine Eigenschaften und den einzigartigen Geschmack erhalten.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (27 Stimmen, Durchschnitt: 4,82 von 5)
Loading...
Top