Laktoseintoleranz (Milchzuckerunvertröglichkeit)

Laktoseintoleranz

LaktoseintoleranzVon einer Laktoseintoleranz – diese wird umgangssprachlich auch als Milchzuckerunverträglichkeit bezeichnet – ist der vor allem der Dickdarm betroffen.

Normalerweise wird in diesem die in der Milch befindliche Laktose durch das im Körper befindliche Enzym Laktase aufgespalten. Während bei Säuglingen Laktose problemlos aufgespalten werden kann, verlieren circa zehn Prozent der Erwachsenen das Enzym Laktase, was dann in einer Laktoseunverträglichkeit resümiert.

Steckbrief: Laktoseintoleranz

  • Name(n): Laktoseintoleranz; Milchzuckerunverträglichkeit
  • Art der Krankheit: Erbliche Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit (hauptsächlich Asien)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Symptomal
  • Art des Auslösers: Genetische Faktoren
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 65% der Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – E00-E90 – E70-E90 – E73

Was ist Laktoseintoleranz?

Personen, die unter einer Laktoseintoleranz leiden, sind außer Stande, den in der Milch und in Milchprodukten vorkommenden natürlichen Milchzucker (Laktose) vollends zu verdauen. Somit stellen sich bei ihnen, nach dem Genuss von Milch oder Milchprodukten, teil heftige körperliche Abwehrreaktionen ein. Diese sind unter anderem Durchfälle, heftige Flatulenz und / oder ein Völlegefühl. Dabei ist die Erkrankung, die man hin und an auch als Milchzuckerunverträglichkeit bezeichnet, alles in allem eher harmlos. Dies ändert jedoch nichts an dem Umstand, dass die etwaig eintretenden Symptome und Nebeneffekte dieses Leidens teils sehr unangenehm für den Erkrankten sein können.

Die Intoleranz gegenüber Milchzucker resultiert zumeist daraus, dass der daran Leidende ein Defizit an der sog. „Lactase“ aufweist. Hierbei handelt es sich um ein Enzym, dass im Dünndarm gebildet wird und dessen Aufgabe es ist, den aufgenommenen Milchzucker, sprich die Laktose, zu spalten und abzubauen, bzw. zu verwerten. Nichtsdestominder gibt es durchaus einige Personen, die zwar nur über ein sehr geringfügiges natürliches Niveau an Lactase verfügen, aber dennoch problemlos dazu in der Lage sind, Milchprodukte zu konsumieren. Es ist notwendig, dass ein Betroffener über extrem wenig oder beinahe keine natürliche Produktion von Lactase verfügt, damit es zu einer tatsächlichen Laktoseintoleranz kommt. Ist dies der Fall, so lassen sich die gerade angeführten Nebeneffekte und Symptome nach der Aufnahme von Milch oder Molkereiwaren nicht vermeiden.

Dennoch sollte man sich nicht allzu viele Gedanken machen, wenn man an dem vorliegenden Gebrechen leidet. Mithilfe moderner Medikamente ist es möglich, die Laktoseintoleranz sehr gut handzuhaben. Es ist sogar nicht einmal nötig, dass man komplett auf Lebensmittel, die Laktose enthalten, verzichtet. Man sollte sich in deren Konsum zwar etwas einschränken und zurückhalten, ein vollkommener Verzicht erübrigt sich aber, wenn man die einem verschriebenen Tabletten regelmäßig und wie empfohlen einnimmt. Alles in allem also handelt es sich bei der Laktoseintoleranz um kein allzu schwerwiegendes Leiden und es ist relativ leicht behandelbar.

Welche Ursachen führen zur Laktoseintoleranz?

Wie bereits erwähnt, stellt sich eine Laktose ein, wenn im Dünndarm nicht genug des Enzyms Lactase entsteht, das weiterdings dazu notwendig ist, um durch die Nahrung aufgenommenen Milchzucker zu spalten. Die genaue Aufgabe der Lactase besteht darin, die Laktose in zwei einfache Zucker aufzuspalten, diese sind Glucose und Galactose. Die beiden letzteren werden daraufhin durch die Wand des Darms in den Blutlauf aufgenommenen und dort den Organen und Strukturen zugeführt, die dieser Stoffe bedürfen.

Liegt jedoch eine allgemeine Unverträglichkeit gegenüber Laktose vor, ist der Körper minderversorgt, was das Enzym Lactase angeht. Darum ist der Organismus des an der vorliegenden Krankheit leidenden Menschen nicht dazu in der Lage, die Laktose sinnig zu verwerten. Selbige wandert ungenutzt in den Enddarm weiter. Dort interagieren die normalen Darmbakterien mit diesem Stoff und lösen, da er sich eigentlich nicht dort aufhalten sollte, die oben bereits kurz angerissenen Symptome aus.

Darüber hinaus gilt es, zwischen drei grundsätzlichen Typen der Laktoseintoleranz zu unterscheiden. Diese sind:

Primäre Laktoseintoleranz

Hierbei handelt es sich um die wohl am weitesten verbreitete Form dieses Leidens. Personen, die im laufe ihres Lebens eine primäre Laktoseintoleranz entwickeln, beginnen ihr Dasein meist mit einem normalen Niveau an Lactase. Alles andere wäre auch für die Entwicklung sehr abträglich. Insbesondere wenn man bedenkt, dass ein Säugling mit zu wenig Lactase nur schwerlich oder gar nicht dazu in der Lage ist, Milch oder Milchprodukte zu sich zu nehmen. Da seine hauptsächliche Ernährung aber aus Milch besteht, wäre eine Unfähigkeit diese verdauen zu können tatsächlich nicht sonderlich förderlich.

Nachdem man ein Kind abstillt und sich die Muttermilch als hauptsächliche Nahrungsquelle nach und nach durch andere feste Lebensmittel ersetzt, vermindert sich normalerweise auch das Niveau der gebildeten Lactase im Körper. Dies ändert aber nichts daran, dass die meisten Menschen immer noch über genügende Reserven dieses Enzyms verfügen, um dazu imstande zu sein, Molkereiprodukte bedenkenlos zu sich zu nehmen.

Leidet eine Person jedoch an einer Laktoseintoleranz, sprich an einem Lactasedefizit, so fällt die Produktion dieses Enzyms nach dem Abstellen weitaus rapider und stärker ab, als bei nicht betroffenen Menschen. Hieraus ergibt sich eine allgemeine Unfähigkeit, Milch und Molkereiprodukte korrekt und effizient verdauen zu können.

Es handelt sich bei der primären Form der Laktoseintoleranz weiterhin um ein vererbbares Leiden. Dieses tritt zumeist in sehr großen Häufungen innerhalb ganzer ethnischer Rassen und Volksgruppen auf. Insbesondere Personen afrikanischer, asiatischer und iberoamerikanischer Abstammung erblicken oftmals mit einer Prädisposition für eine Lactaseinsuffizienz das Licht der Welt. Aber auch die Bewohner des Mittelmeerraums sind oftmals von diesem Leiden betroffen. Wenngleich weitaus weniger als beispielsweise Asiaten.

Sekundäre Laktoseintoleranz

Die sekundären Ausprägung der vorliegenden Erkrankung tritt auf, wenn die Produktion von Lactase im Dünndarm mehr oder minder plötzlich scharf abfällt. Dies kann mehrere Gründe haben. Zumeist liegen einer solchen spontan verminderten Produktion Krankheiten, Verletzungen oder chirurgische Eingriffe zugrunde, die die Fähigkeit, das gebrauchte Enzym zu produzieren, stark einschränken können. Besonders häufig zu nennende Erkrankungen, die zu einem solchen Abfall des Spiegels an Lactase führen gehören unter anderem:

  • Abdominale Erkrankungen
  • Zu starke und krankhafte Vermehrung der natürlichen Bakterien im Darm
  • Morbus Crohn
  • Mercurius solubilis Hahnemanni

Eine Behandlung der für die sich neuerlich einstellende Laktoseintoleranz kann ursächlich erfolgen und im Endeffekt durchaus dazu führen, dass sich die Lacatselevel wieder regenerieren. Nichtsdestotrotz sollte man hierbei einiges an Zeit mit einplanen. Es kann teilweise sehr lange dauern, bis der menschliche Körper wieder in der Lage ist, genügend Lactase zu produzieren, um eine problemlose Aufnahme von Milch und ähnlichem zu gewährleisten.

Angeborene Laktoseintoleranz

Wie bereits erwähnt, kann es vorkommen, obschon es nur sehr selten der Fall ist, dass Kinder mit einer angeborenen Form der vorliegenden Erkrankung das Licht der Welt erblicken. Ist dies der Fall, so zeichnet sich das Krankheitsbild vorallem dadurch aus, dass ein komplettes Fehlen von Lactase vorliegt. Es handelt sich hierbei um eine erbliche Krankheit, die autosomal rezessiv von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das bedeutet kurzum, dass man zwar Träger des auslösendes Gendefekts sein kann, die Krankheit aber nur dann ausbricht, wenn man sowohl von der Mutter als auch vom Vater das korrespondierende defekte Gen geerbt hat.

Des Weiteren ist es nicht selten zu beobachten, dass vorallem zu früh geborene Kinder an einer Laktoseintoleranz leiden. Dies muss jedoch nicht immer von einem defekten Gen abhängen. Zumeist liegt dies daran, dass der Organismus schlicht noch nicht genug Zeit dazu hatte, ausreichende Mengen von Lactase zu bilden. Bei einer jedoch erfolgreich voranschreitenden Entwicklung des betroffenen Frühchens ist es zumeist der Fall, dass sich genügend große Lactaselevel einstellen.

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