Mikropenis

Steckbrief: Mikropenis

  • Name(n): Mikropenis; Mikrophallus
  • Art der Krankheit: Fehlbildung; penile Krankheit; Intersex-Syndrom
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: unbekannt
  • Behandelbar: Ja; bedingt behandelbar
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: unter 2 % der männlichen Weltbevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Androloge; Urologe
  • ICD-10 Code(s): Q55.6

Ungewöhnlich kleiner Penis

Der Mikropenis wird medizinisch ALS Mikrophallus genannt und bezeichnet eine angeborene Fehlbildung des männlichen Penis, die dazu führt, dass dieser ungewöhnlich klein ausgebildet ist. Der Mikropenis weist zum einen verschiedene Ursachen auf, kann jedoch auch zum anderen ohne bekannte Ursache bzw. als Symptom diverser Syndrome auftreten. Die meisten bekannten Fälle sind letzterem zuzuordnen.

Die betroffenen Personen wurden früher als Intersexuelle bezeichnet. Dies gilt heute als diskriminierend, weshalb die Krankheit besser als „Störung der Geschlechtsentwicklung“ bezeichnet werden sollte. Gerade im Kindesalter werden Betroffene häufig diffamiert, weshalb schwere psychische Folgen auftreten können. Doch was sind die Ursachen des Mikropenis und wie kann er behandelt werden?

Definition Mikropenis

Die äußeren Geschlechtsorgane sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen in ihrer Größe vor allem genetisch bedingt. Bei einer erwachsenen Person liegt erst ein Mikropenis vor, wenn dieser im erigierten Zustand kleiner als 7 cm ist. Für den Penis im schlaffen Zustand weniger als 2,5 cm bzw. weniger als 3,8 cm Länge als Zeichen für das Vorliegen eines Mikropenis angesehen. Es müssen jedoch auch ethnische Besonderheiten und Unterscheide beachtet werden.

Die durchschnittliche Penislänge beträgt in Deutschland beispielsweise circa 15 cm, in Südkorea dagegen circa 9,7 cm. Bei Kindern und Jugendlichen ist eine Längenfeststellung etwas schwieriger, weshalb die Beurteilung der Länge mit Hilfe von Diagrammen altersabhängig erfolgt. Dies liegt vor allem daran, dass der Penis während der Pubertät wächst und eine funktionale Reifung erfährt. Es gibt keine fest definierte Länge, sondern es werden sog. Standardabweichungen des Mittelwertes herangezogen. So geht man bei Kindern und Jugendlichen von einem Mikropenis aus, wenn dieser 2,5 Standardabweichungen unter dem jeweiligen Alters-Mittelwert liegt. Gemessen wird die Länge dabei am Penisrücken, also von der Schambeinfuge bis zur Penisspitze.

Was ist ein Mikropenis?

Der Mikropenis stellt eine Form von Hypogenitalismus (Unterentwicklung der Geschlechtsorgane) dar und muss vom Pseudo-Mikropenis unterschieden werden. Es kann vorkommen, dass rein optisch eine Form des Mikropenis vorliegt, die tatsächliche Länge jedoch eine Normalgröße aufweist. Der Penis ist dann anatomisch gesehen nicht zu klein. Zu den Pseudo-Penissen gehören der buried Penis (vergrabener Penis), der embedded Penis (eingeschlossener Penis), der concealed Penis (verborgener Penis), der wrapped Penis (eingepackter Penis) und der trapped Penis (gefangener Penis). Gerade bei adipösen Kindern kommt es schnell zu einer Verwechslung zwischen Mikropenis und einem buried Penis, da der Penis bei letzterem im Fettgewebe versteckt ist.


Welche Ursachen gibt es?

Es existieren viele unterschiedliche Ursachen für einen Mikropenis. Wenn eine Ursachenermittlung nicht möglich ist, wird von einem idiopathischen Mikropenis gesprochen. Dies ist jedoch in den seltensten Fällen der Fall. Daneben gibt es häufiger verkommende Ursachen, die in drei Gruppen unterteilt werden können:

  • hypogonadotroper Hypogonadismus: Im Körper werden nicht genügend Hormone für die Hodenstimulation produziert. Verantwortlich für diese Produktion sind die Hirnhangdrüse und der Hypothalamus. Die Hoden wiederum sind für die Produktion des Hormons Testosteron verantwortlich. Die Wachstumshormone, wie beispielsweise Somatotropin, sind für die Stimulation der Testosteron-Produktion mit verantwortlich. Ein dadurch entstehender Mangel an Testosteron führt häufig zu einem Mikropenis
  • hypergonadotroper Hypogonadismus: Durch eine direkte falsche Funktion der Hoden kommt es ebenso zu einer Unterproduktion des Hormons Testosteron
  • partielle Androgenresistenz des Zielorgans: Das Hormon Testosteron wird zwar vom Körper ausgeschüttet und liegt in ausreichender Menge vor, wirkt jedoch nicht am Zielort respektive dem Penis. Für die Wirkungslosigkeit kann beispielsweise ein genetischer Defekt in Form eines Rezeptordefektes der Zielzellen verantwortlich sein. Das Testosteron wird zu den Androgenen gezählt.

Es wird deutlich, dass außer bei der idiopathischen Ursache ein Mangel des Hormons Testosteron zu einem Mikropenis führt. Etwa die Hälfte der Fälle ist auf den hypogonadotropen Hypogonadismus zurückzuführen. In 25 % ist der hypergonadotrope Hypogonadismus und in 15 % die Androgenresistenz ursächlich. Eine weitere mögliche Ursache ist ein Mangel an Wachstumshormonen. Hierbei ist nicht nur der Penis, sondern auch die Körpergröße betroffen. Bei der Geburt weisen die Jungen eine normale Penisgröße auf. Erst mit im Laufe der Zeit entwickelt sich ein Mikropenis. Bei einer Wachstumshormon-Resistenz dagegen weise die Jungen bereits bei der Geburt einen Mikropenis sowie eine geringe Körpergröße auf.

Neben den genannten Ursachen existieren circa 20 verschiedene Krankheiten, bei denen der Mikropenis lediglich eines neben vielen weiteren Symptomen ist. Der Mikropenis ist somit nicht die einzige Konsequenz der jeweiligen Erkrankung. Die Krankheiten beeinflussen die Testosteronproduktion des Körpers mittel- oder unmittelbar. Zu den Krankheiten gehören:

  • Partielle Androgenresistenz: Eine Androgenresitenz ist eine Erbkrankheit und wird in drei verschiedene Grade eingeteilt: minimale (Mais), partielle (PAIS) und komplette (CAIS) Androgenresistenz. Die minimale Androgenresistenz geht einerseits mit einem normalen männlichen aussehen einher, bringt andererseits eine verminderte Bart- und Körperbehaarung mit sich. Die partielle Androgenresistenz, welche auch auch Reifenstein-Syndrom genannt wird, verursacht unter anderem einen Mikropenis. Bei der kompletten Androgenresistenz kommt es nicht zur Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale und die Betroffen wachsen als Mädchen auf.
  • Robinow-Syndrom: Dabei handelt es sich um ein vererbbares Fehlbildungssyndrom, bei dem mehrere angeborene Fehlbildungen mehrere verschiedene Organe betreffen. Der Minropenis gehört zu einer dieser Fwhlbildungen.
  • Prader-Willi-Syndrom: Auf dem Chromosom 15 führt eine Mikrodeletion (Variante Genmutstion, bei der es zum Verlust genetischen Materials kommt) oder eine uniparentale Disomie (beide Chromosomen stammen von einem Elternteil) zu einem Prader-Willi-Syndrom. Dadurch werden Hormone im Hypothalamus nicht freigesetzt und bei Jungen kommt es unter anderem zur Unterentwicklung der Geschlechtsorgane (Hypogenitalismus), wie beispielsweise einem Mikropenis.
  • Börjeson-Forssman-Lehmann-Syndrom: Dieses Syndrom ist eine vererbbare Krankheit, deren Ursache Mutationen auf einem Gen des X-Chromosoms ist. Eines der Symptome dieser Krankheit ist ein Mikropenis.
  • MORM-Syndrom: Das MORM-Syndrom (mental retardation, truncal obesity, retinal dystrophy and micropenis) ist eine sehr seltene Erbkrankheit und hat einen Mikropenis als Syndrom. Weiterhin weisen Betroffene eine Minderbegabung, Stammfettsucht und Netzhautdystrophie auf.
  • Laurence-Moon-Biedl-Bardet-Syndrom: Hierbei handelt es sich um eine Erbkrankheit, dessen mögliches Symptom unter anderem ein Mikropenis sein kann. Circa die Hälfte der betroffenen Kinder stammt aus Inzest geprägten Beziehungen.
  • Smith-Lemli-Opitz-Syndrom: Hierbei handelt es sich um ein angeborenes und vererbbares Syndrom mit Fehlbildungen, zu denen unter Umständen die Entstehung eines Mikropenis gehört.
  • Kallmann-Syndrom: Das Kallmann-Syndrom ist eine Art des Hypogonadismus, bei der die Keimdrüsen nicht richtig funktionieren. Die Ursachen sind diverse Mutationen auf den Chromosomen 3, 8, 20 und X. Alle führen zu einer verminderten Produktion von Gonadotropinen zur Folge haben. Dadurch entsteht ein hypogonadotroper Hypogonadismus und das in den Hoden produzierte Testosteron ist entsprechend reduziert und es kann zu einem Mikropenis kommen.
  • Anorchie: Eine Anorchie ist eine Anomalie, bei der von Geburt an beide Hoden fehlen oder vollständig funktionsunfähig sind. Das Fehlen beider Hoden geht mit einem Mangel an Testosteron einher, wodurch sich unter anderem ein Mikropenis entwickelt.
  • SMMCI: Ausgeschrieben bedeutet SMMCI „Syndrom des einzelnen maxillären mittleren Schneidezahnes“. Bei circa 10 % der betroffenen Jungen tritt das Symptom eines Mikropenis auf. Die Ursache dieses Syndroms ist nicht bekannt. Man vermutet einen Zusammenhang mit Mutationen auf Chromosom 7.
  • CHARGE-Syndrom: Das CHARGE-Syndrom entsteht durch eine Mikrodeletion auf dem Chromosom 8.Die Symptome sind oft unterschiedlich und bei Jungen wird häufig ein Mikropenis sowie nicht richtig entwickelte Hoden beobachtet.
  • Klinefelter-Syndrom: Das Klinefelter-Syndrom beschreibt eine zahlenmäßige Veränderungen der Geschlechtschromosomen, die nur bei männlichen Personen verschiedenen Alters auftritt. Bei einigen Betroffenen wird ein Mikropenis auf Grund des Mangels an androgenen Hormonen gebildet.
  • Mikrozephalie – Mikropenis – zerebrale Krämpfe: Dies ist eine äußerst seltene Krankheit, von der erst vier Fälle weltweit bekannt geworden sind. Es handelt sich dabei um eine vererbbare Erkrankung, bei der unter anderem ein Mikropenis auftritt.
  • Hypopituitarismus-Mikropenis-Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: Dies ist ebenfalls eine extrem seltene Erkrankung, die durch eine spontane Mutation gekennzeichnet ist und unter anderem die Bildung eines Mikropenis verursacht.
  • Leydig-Zell-Hypoplasie: In den Hoden befinden sich die Leydig-Zellen, die für die Testosteronproduktion zuständig sind. Beginnend mit der 8. Schwangerschaftswoche und bis zum 5. Schwangerschaftsmonat wird von ihnen Testosteron hergestellt. Dies führt zur Entstehung der Genitalwege und zur Ausbildung des Penis. Anschließend ruhen Sie im Körper und werden erst mit dem Eintritt in die Pubertät reaktiviert. Bei der äußerst selten auftretenden Leydig-Zell-Hypoplasie ist die Herstellung von Testosteron im Hoden gestört. Die Ursache ist eine Mutation auf Chromosom 2.
  • 5α-Reduktase: Das Enzym 5α-Reduktase wandelt das Testosteron in Dihydrotestosteron um, welches Bonn körper besser verwertet werden kann. Bei vielen intersexuellen Krankheiten geht die Menge dieses Enzyms direkt mit der Penislänge einher. Allerdings spielt es bei der Ursache des Mikropenis nur eine kleine Rolle.

Des Weiteren vermuten einige Wissenschaftler, dass auch äußere (exogene) Ursachen existieren, die einen Mikropenis verursachen. In einigen Ländern gibt es Studien, die das immer größer werdende Aufkommen des Mikropenis belegen. Einige Autoren sehen die Ursache darin bei exogenen Wirkstoffen, sog. endokrine Disruptoren. Diese werden auch hormonaktive Substanzen oder Umwelthormone genannt und bezeichnen Stoffe, die die Gesundheit durch Veränderung des Hormonsystems schädigen können, wenn sie in einer wirksamen Dosis von außerhalb in den Körper gelangen.

Zu diesen endokrinen Disruptoren gehören beispielsweise Weichmacher und Additive, das bekannte Bisphenol-A, einige Pestizide, Arzneimittel und Kosmetika, Dioxine und andere Chemikalien wie z. B. Arsen, Blei oder Parabene.
Nicht alle stehen im direkten Verdacht einen Mikropenis herbeizuführen, allerdings kann es auch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Beispielsweise wurde bereits in den 1970er Jahren das synthetisch hergestellte Östrogen Dieethylstiloestrol bei Anwendung in der Schwangerschaft unter anderem für die Entstehung eines Mikropenis verantwortlich gemacht.


Symptome & Anzeichen

Das Hauptsymptom eines Mikropenis ist das Vorliegen eines sehr kleinen Gliedes bei Jungen und Männern. Die Funktion ist grundsätzlich nicht beeinträchtigt. Mikropenisse sind zur Erektion und Ejakulation fähig und das Zeugen von Kindern ist ebenfalls möglich. Weitere Symptome existieren nicht, wenn der Mikropenis als Primärdiagonse festgestellt wurde. Lediglich, wenn der Mikropenis als Symptom einer anderen Krankheit diagnostiziert wurde, treten weitere für die jeweilige Haupterkrankung typische Symptome auf. Ein medizinisch diagnostizierte Mikropenis weist folgende Längen auf:

  • weniger als 7 cm im erigierten Zustand
  • weniger als 2,5 cm bzw. weniger als 3,8 cm im nicht erigierten Zustand
  • bei Kindern und Jugendlichen weniger als 2,5 Standardabweichungen von Alters-Mittelwert

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine rechtzeitige Diagnose ist sehr wichtig für eine erfolgreiche Behandlung. In den meisten Fällen erfolgt eine Diagnose vor (pränatal) oder nach (postnatal) der Geburt. Pränatal ist eine Diagnose mit Hilfe der Sonographie möglich. Allerdings wird ein Mikropenis häufig erst nach Geburt festgestellt. Steht der Verdacht auf einen Mikropenis im Raum, werden zur Stellung der Diagnose häufig Genetiker und Endokrinologen herangezogen, da geklärt werden muss, ob lediglich ein Mikropenis vorliegt oder ob das Vorliegen ein Symptom einer anderen Krankheit ist. In seltenen Fällen kann ein Mikropenis auch als Megaloklitoris fehldiagnostiziert werden.

Dementsprechend ginge man von einem weiblichen Geschlecht aus, tatsächlich liegt das männliche Geschlecht mit einem Mikropenis vor. Gerade dann kann die Diagnose erst viel später gestellt werden, wodurch keine effektive Behandlung mehr möglich ist. Des Weiteren ist das tatsächliche Vorliegen eines Mikropenis von den oben genannten Pseudo-Mikropenissen zu unterscheiden. Gerade bei adipösen Jungen kann eine Verwechslung mit einem Kurier Penis vorkommen. Die Krankheit wird meist mittels Differentialdiagnose ermittelt, um andere Krankheiten auszugrenzen und um sicherzustellen, dass es sich nicht um ein Symptom einer anderen Krankheit handelt.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es liegen nur sehr wenige statistische Daten vor, da kaum lokale Studien zu dieser Erkrankung existieren. Man geht jedoch davon aus, dass weniger als zwei Prozent der Männer einen medizinisch korrekt diagnostizierten Mikropenis aufweisen. In der jüngeren Vergangenheit soll ein Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen gewesen sein. Einerseits führen die Autoren der entsprechenden Studien dies auf übergewichtige Patienten zurüCK, bei denen fälschlicherweise ein buried Penis diagnostiziert wurde. Andererseits sehen einige anhand der steigenden Zahlen bei Neugeborenen einen Zusammenhang mit exogenen Stoffen, wie beispielsweise Östrogen-Mimetika.


Komplikationen bei der Krankheit

Ein Mikropenis unterscheidet sich lediglich in der Größe von einem normalgroßen Penis. Es existieren keine Funktionseinschränkungen in Bezug auf Erektion, Ejakulation und das Urinieren. Allerdings Gehen mit einem Mikropenis meist extreme psychische Belastungen (siehe unten) für die betroffenen Personen einher. Auch das Gefühl beim klassischen Geschlechtsverkehr kann für die Partnerin, aber auch dem Betroffenen, beeinträchtigt sein. So ist der Mikropenis meist zu klein, um eine ausreichende Penetration der Vagina zu erreichen. Des Weiteren können bei der Behandlung des Mikropenis mehrere Komplikationen auftreten.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Verdacht auf einen Mikropenis sollten Sie schnellstmöglich einen Facharzt aufsuchen. Zwar ist eine Diagnose bereits während der Schwangerschaft möglich, der Mikropenis wird meist jedoch erst nach der Geburt festgestellt. Sollte der Mikropenis erst im Kindes- oder Jugendalter festgestellt werden, ist es ratsam, dass Sie unmittelbar einen Facharzt aufsuchen. Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto eher kann mit einer Behandlung begonnen werden. Gerade im Kindesalter ist eine Therapie vielversprechend, da eine Hormonbehandlung gute Erfolge erzielen kann. Im Erwachsenenalter ist es für eine Hormonbehandlung zu spät und meist bleibt den betroffenen Personen lediglich der chirurgische Eingriff zur Behandlung.


Behandlungsmethoden & Therapie

Heutzutage sind Hormontherapien die erste Wahl bei der Behandlung des Mikropenis. Die Behandlung der Krankehit war in den 1950er Jahren noch weitaus barbarischer als heute. Man kann es sich kaum mehr vorstellen, aber damals war es üblich, dass der Mikropenis bei Längen von 1,5 cm bis 2,5 cm als Mutation angesehen und entfernt oder auf eine Klitoris zurückgeschnitten wurde. Den Eltern wurde schließlich geraten, diese als Mädchen großzuziehen. Es wurde in vielen Fällen empfohlen, betroffene Kinder dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen, da man davon ausging, dass diese kein erfülltes Sexualeben führen würden und man außerdem so etwaigen Hänseleien vorbeugen würde. Dadurch kam es zu Penisamputationen, Entfernung der Hoden, Anlage einer Neovagina und der Verabreichung weiblicher Hormone (Östrogen) in der Pubertät.

Diese Vorgehensweise trifft heutzutage zurecht eher auf Ablehnung, als auf Zusage. Zwei Therapieformen werden aktuell zur Behandlung angesetzt:

  • Hormontherapie
  • Chirurgischer Eingriff

Die Hormontherapie ist mittlerweile die am häufigsten gefragte und beste Methode zur Behandlung des Mikropenis als Primärdiagnose (nicht als Symptom einer anderen Krankheit). Allerdings ist sie nur für betroffene Personen im Kindes- und Jugendalter geeignet. Genauer gesagt, solange das Körperwachstum noch nicht beendet ist. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, wirken Hormonbehandlungen nicht mehr bei einem Erwachsenen. Somit sollte am besten so früh wie möglich mit einer Behandlung begonnen werden, spätestens jedoch vor der Pubertät, da das Peniswachstum mit Beendigung der Pubertät abgeschlossen ist. Eine Hormonbehandlung erhöht die Wahrscheinlichkeit einer normalen Entwicklung des Penis, jedoch wird eine normale Größe fast nie erreicht.

Bei einer Hormonbehandlung wird beispielsweise im Kindesalter begonnen das Hormon Testosteron zu verabreichen. Wie bereits eingangs erwähnt, entsteht ein Mikropenis häufig aufgrund des Mangels an Testosteron. In einigen Studien konnte festgestellt werden, dass die Gabe von Testosteron oder Cortison dazu führte, dass sich die Betroffenen weitestgehend normal aufwuchsen und eine männliche Geschlechtsidentität entwickelten. Die Penislängen waren ausreichend, sie hatten regelmäßigen Sexualverkehr und Orgasmen. Die Therapie wurde somit erfolgreich eingesetzt. Es existieren aus klinischer, psychologischer oder physiologischer Sicht keine Gründe betroffene Jungen in Mädchen umzuoperieren. Eine medikamentöse Behandlung wird vor allem bei ideopathischer Ursache bevorzugt.

Der chirurgische Eingriff ist zur Behandlung des Mikropenis im Erwachsenenalter geeignet, da es für eine hormonelle Behandlung bereits zu spät ist. Bei der chirurgischen Variante muss zwischen der Verlängerung und der Verdickung des Penis unterschieden werden.

Beispielsweise ist mit Hilfe der Phalloplastie möglich, bei Erwachsenen den Mikropenis zu vergrößern. Dafür wird dem Patienten Gewebe aus dem Unterarm entnommen und dieses zu einem Penis mit etwa 10 cm länge geformt. Im Anschluss daran wird der Penis des Mannes in diese Plastik gebettet. Dadurch bleibt das erregbare Gewebe erhalten. Des Weiteren erhält der Penis einen künstlichen Harnleiter und einen künstlichen Schwellkörperm, der Erektionen ermöglicht. Trotz aller Vorteile, die mit einer solchen Operation einhergehen, muss erwähnt werden, dass das Risiko dieses Eingriffs sehr hoch ist. In der Literatur existieren noch weitere chirurgische Verfahren zur Operation.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Eine Vorbeugung mit gezielten Maßnahmen ist nicht möglich, da es sich beim Mikropenis eine komplexe Entwicklungsstörung des männlichen Geschlechtsorgans handelt. Die besten Behandlungsmöglichkeiten liegen vor, wenn er direkt nach der Geburt richtig diagnostiziert wird, sodass rechtzeitig mit der Therapie begonnen werden kann. Ansonsten empfiehlt es sich bereits im Kleinkindalter einen Facharzt aufzusuchen. Lediglich vor und während der Schwangerschaft könnte die Frau präventiv tätig werden, wenn man in Betracht zieht, dass die Entstehung eines Mikropenis exogene Ursachen hat (siehe dazu Alternative Behandlungsmethoden).


Prognose zur Heilung

Wird die Diagnose frühzeitig gestellt und entsprechend früh mit der Behandlung begonnen, stehen die Chancen auf Heilung relativ gut. Zwar werden die betroffenen Personen nicht die durchschnittliche Penislänge erreichen oder gar überschreiten, allerdings wird ihnen ermöglicht, ein normales Leben mit einem normalen Sexualleben zu führen sowie eine entsprechende Geschlechtsidentität zu entwickeln. Das heißt vor allem, dass betroffene Personen sich im Erwachsenenalter als Mann fühlen und das entsprechendes psychosexuale Verhalten zeigen.


Psychische Folgen

Die psychischen Folgen eines Mikropenis für den Betroffenen dürfen nicht unterschätzt werden!

Ein Mikropenis kann für viele betroffene neben den physischen Folgen, die ein Mikropenis mit sich bringt, auch fatale psychische Folgen haben und gar zu schweren psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen führen.
Bereits im Kindesalter sind betroffene Jungen oftmals Hänseleien durch Mitschüler ausgesetzt. So entsteht bereits in jungen Jahren, dass Gefühl, anders zu sein und anders auszusehen. Sie empfinden dadurch Scham und isolieren sich von Gleichaltrigen. Es kann dann leichter dazu kommen, dass betroffene Jungen ausgegrenzt werden oder sich selbst ausgrenzen und sich schließlich zurückziehen. Die Angst vor Ablehnung und das Gefühl, nicht dazuzugehören, sorgen nicht nur im Kindes-, sondern gerade auch im Erwachsenenalter zu einer verringerten Lebensqualität. Beim Erwachsenwerden kann sich dies noch einmal verstärken, wenn das Thema Geschlechtsverkehr aufkommt. Aber auch normale Alltagssituationen sind für die betroffenen Personen eine Qual. So kommt es vor, dass sie beispielsweise bewusst bestimmte Situationen, in denen die körperliche Fehlbildung anderen Menschen auffallen könnte, meiden. Dadurch verschließen sich vielen Lebensbereichen vollständig.

Die Sexualität und der Geschlechtsverkehr sind die bedeutendsten Aspekte in Bezug auf einen Mikropenis, da der Penis für viele Männer eine wesentliche Rolle im Hinblick auf die gefühlte Männlichkeit und das Selbstwertgefühl spielt. Nicht wenige Männer definieren sich, egal, ob bewusst oder unbewusst, über die Länge, das Aussehen, den Umfang und die Leistungsfähigkeit ihres Geschlechtsorgans. Gerade die sexuellen Nachteile sind dem Mikropenis aufgrund seiner Größe immanent, denn die Penetration der Vagina ist mit einem Mikropenis nur bedingt möglich. Durch das geringe Volumen des Mikropenis ist das Gefühl der Partnerin beeinträchtigt. Dies gilt auch für Frauen mit einer anatomisch vergleichsweißen engen Vagina. Hinzu kommt, dass der zu kleine Penis häufig als eine als unattraktiv empfundene körperliche Eigenschaft angesehen wird und somit dem Geschlechtsverkehr abträglich ist.

Es muss jedoch auch angemerkt werden, dass ein erfüllendes (Sexual-)Leben auch mit einem Mikropenis für beide Partner möglich ist. Dafür muss lediglich etwas experimentiert werden, um eine passende Stellung bzw. die passende Methode zu finden.


Alternative Behandlungsmethoden

Für viele Krankheiten existieren zahlreiche alternative Behandlungsmethoden, die eine Besserung herbeiführen können, ohne dabei aggressiv zu wirken, und natürlichen Ursprungs sind. Beim Mikropenis handelt es sich allerdings um eine komplexe Entwicklungsstörung des männlichen Geschlechtsorganes sowie um eine Fehlentwicklung. Zwar existieren beispielsweise einige Pflanzen, die den Penis vergrößern sollen, allerdings stellen sie keine Lösung oder Behandlung des Mikropenis an sich dar.

Eine weitere Alternative Behandlung ist der Einsatz eines sog. Penis Extenders. Dabei wird beispielsweise durch mechanische Traktion ein permanenter Zug am Penis erzeugt, um diesen dadurch zu verlängern. Weitere Methoden sind die Erzeugung von Unterdruck sowie der Einsatz eines Glockenwerks (eine Kobination aus Zug und Druck). Diese Art der Anwendung sollten Sie unbedingt mit einem Facharzt absprechen, da bei falscher Anwendung fatale Folgen entstehen können. Wenn man den Penis Extender falsch einsetzt, indem man den Penis zu schnell dehnt oder so stark fixiert, dass er nicht mehr richtig durchblutet werden kann, können Potenzstörungen und sogar schwere Verletzungen entstehen.

Welche Hausmittel können helfen?

Es sind leider keine Hausmittel bekannt, die helfen könnten. Zwar ist beispielsweise in Wassermelonen die Aminosäure Citrullin enthalten, die im Körper in Arginin umgewandelt wird und zur Erweiterung der Blutgefäße und somit zu einer Vergrößerung des Penis führt, jedoch ist dies keine dauerhafte Lösung. Dass selbst bei normalgroßen Penissen eine Vergrößerung eintritt, ist umstritten. Studien mit Bezug zum Mikropenis sind nicht vorhanden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Es existieren mehrere Kräuter, die den Blutfluss am Penis stimulieren und ihn vorübergehend unterstützen sollen, sodass er sich voll aufrichtet. Dazu gehören:

  • Maca
  • Ginseng
  • Ginko Biloba

Allerdings existieren keine Studien im Zusammenhang mit einem Mikropenis. Im Allgemeinen ist die Wirkung umstritten.

Ätherische Öle

Es existieren keine ätherischen Öle, die in Zusammenhang mit einem Mikropenis eingesetzt werden könnten.

Homöopathie & Globuli

Lediglich als Frau und werdende Mutter könnten Sie homöopathische Mittel einsetzen, die einem Mikropenis des Kindes vorbeugen könnten. Es existieren jedoch keine Möglichkeiten einen diagnostizierten Mikropenis homöopathisch zu behandeln. Einem Mikropenis vorzubeugen, ist jedoch nur bei exogener Ursache möglich, da die anderen Ursachen genetisch bedingt sind. In der Annahme, dass endokrine Disruptoren für die Verursachung verantwortlich sind, kann eine homöopathische Behandlung hilfreich sein.

Zur Basistherapie einer Toxikologischen Belastung des menschlichen Regulationssystems gehören beispielweise die Schwermetallausleitung, die Korrektur des Säure- Basenhaushaltes, eine Immuntherapie mit Thymuspräparationen, eine spezielle Entgiftungsdiät oder entgiftend wirkende Infusionen mit Vitamin C, Glutathion, Alpha- Liponsäure, Selen und speziellen Aminosäuren sowie eine homöopathische Behandlung zur Korrektur von hormonellen und immunologischen Fehlsteuerungen.

Schüssler-Salze

Es existiert kein Hinweis darauf, dass Schüssler-Salze bei einem Mikropenis Heilung versprechen könnten.

Diät & Ernährung

Generell wird einem geraten, wenn man einen zu kleinen Penis hat, Sport zu machen, nicht mehr zu Rauchen und vor allem Bauchfett zu verlieren. Dies hat alles seine Richtigkeit, wenn die Ursachen für einen zu kleinen Penis darin liegen. So liegt beispielsweise die Ursache für einen buried Penis, der häufig mit einem Mikropenis verwechselt wird, darin, dass eine dicke Fettschicht im Unterbauch den Penis quasi versteckt. Dadurch sieht er von außen wie ein Mikropenis aus, ist tatsächlich jedoch normalgroß. Hier wären nun gezielte Beckenbodenübungen bzw. der Verlust von Bauchfett hilfreich. Bei einem Mikropenis ist der Penis allerdings tatsächlich und nicht nur optisch zu klein, sodass Sport und gezielte Übungen bzw. der Verlust von Bauchfett für die Größe keine Rolle spielen.


FAQ – Fragen & Antworten

Wie kann ich erkennen, ob ich wirklich einen Mikropenis habe?

Hier muss erst einmal angemerkt werden, dass nicht jeder unterdurchschnittlich große Penis auch unter die medizinische Diagnose Mikropenis fällt. Medizinisch betrachtet, wird von einem Mikropenis gesprochen, wenn dieser im erigierten Zustand kleiner als 7 cm ist. Im schlaffen, also nicht erigierten Zustand wird eine Länge von weniger als 2,5 cm bzw. weniger als 3,8 cm als Zeichen für das Vorliegen eines Mikropenis angesehen. Um die Länge ermitteln zu können, wird der Penis am besten im erigierten Zustand gemessen. Dazu können Sie beispielsweise ein Lineal, Zollstock oder ähnliches verwenden. Sie messen ihren Penis am Penisrücken, also an der Rückseite Ihres Penis. Das Messgerät wird dabei an der Schambeinfuge (Symphysis pubica) angelegt und bis zur Penisspitze gemessen. Die Schambeinfuge ist die Stelle, an der die rechte und linke Beckenhälfte, genauer gesagt die Schambeine beider Seiten, vorne miteinander verbunden sind.

Verständlicherweise können Männer, deren Penis nun eine Länge von mehr als 7 cm im erigierten Zustand und weniger als die bekannte durchschnittliche Größe aufweist, ihren Penis als zu klein empfinden. Es liegt allerdings kein Mikropenis im medizinischen Sinne und somit kein pathologischer Zustand vor, da der Penis lediglich optisch als zu klein erscheint. Außerdem müssen ethnische Besonderheiten in Bezug auf die Größe beachtet werden. Sollte Sie beim Messen feststellen, dass Sie einen Mikropenis haben, sollten sie in jedem Fall einen Facharzt konsultieren.

Ich denke, dass mein Sohn einen Mikropenis hat, er ist aber auch sehr kräftig. Was soll ich machen?
Offensichtlich empfinden Sie den Penis Ihres Sohnes als zu klein. In jedem Falle sollten Sie mit ihrem Kinderarzt Sprechen und mit diesem abklären, ob tatsächlich ein Mikropenis vorliegt oder die Ursache eine andere ist. Gerade bei kräftigen Jungen kann es auch unter Umständen sein, dass ein sog. buried Penis bzw. ein vergrabener Penis vorliegt. Ein vergrabener Penis ist im präpubischen Fett eingegraben und dieser Umstand kann durch einen chirurgischen Eingriff behoben werden.

Der Mikropenis kann ebenfalls behandelt werden und gerade im Kindesalter stehen die Chancen auf Heilung relativ gut. Die Hormonbehandlung ist heute das effektivste Mittel zur Behandlung eines Mikropenis. In den meisten Fällen ist nämlich eine Unterversorgung des Geschlechtsorgans mit Testosteron die Ursache. Durch Zugabe von Hormonen kann das Wachstum angeregt werden. Allerdings ist diese Art der Behandlung nur bis zur Pubertät möglich, denn mit Abschluss der Pubertät ist auch das Peniswachstum abgeschlossen. Eine Hormonbehandlung im Erwachsenenalter ist nicht mehr möglich. Daher sollten Sie in jedem Fall und so schnell wie möglich einen Kinderarzt konsultieren und ihre Bedenken teilen. Dieser wird gegebenenfalls weitere Schritte einleiten.

Kann ich auch mit einem Mikropenis Sex haben?
Prinzipiell ist es möglich, mit einem Mikropenis Sex zu haben. Der pathologische Zustand spiegelt sich lediglich in der zu geringen Größe wieder. Alle anderen Funktionen des Penis sind normalerweise nicht eingeschränkt. Ein Mikropenis ist in Bezug zum Geschlechtsverkehr zur Erektion und Ejakulation befähigt. Des Weiteren ist das Zeugen von Kindern ebenfalls möglich. Allerdings unterscheidet sich der Geschlechtsverkehr von dem mit einem normalgroßen Penis. Dies begründet sich in der Anatomie.

Die Penetration der Vagina ist mit einem Mikropenis nur bedingt möglich, selbst bei einer vergleichsweißen engen Vagina. Dies liegt in erster Linie am geringen Volumen, wodurch das Gefühl der Partnerin beeinträchtigt ist. Ein erfüllendes Sexualleben ist auch mit einem Mikropenis für beide Partner möglich ist. Dafür sollten Sie etwas experimentieren, um eine passende Stellung bzw. die passende Methode zu finden. Sollte die Partnerin noch nichts von Ihrem Mikropenis wissen, sollten Sie unbedingt ein klärendes Gespräch führen, um die Partnerin fairerweise darauf vorzubereiten. Die Partnerin hingegen sollte sich verständnisvoll verhalten, alles andere wäre kontraproduktiv.

Ich habe einen Mikropenis und möchte nun Kinder zeugen. Ist es möglich den Mikropenis zu vererben?
Um diese Frage zu klären, ist es wichtig die Ursache des Mikropenis zu kennen, da die Entstehung vielseitig ist. Es liegen bisher keine Informationen darüber vor, dass ein idiopathischer Mikropenis vererbbar ist. Die Ursache ist in diesem Fall unbekannt, sodass man keine Rückschlüsse auf eine mögliche Vererbarkeit ziehen kann. Ist ein Mangel aus Testosteron die Ursache (wie beim hyper- oder hypogonadotroper Hypogonadismus) ist bisher nicht bekannt, ob dies vererbt werden kann.

Die partielle Androgenresistenz ist eine Erbkrankheit, daher ist der Mikropenis, wenn dies die Ursache ist, vererbbar. Einige weitere Krankheiten, bei denen der Mikropenis ein Symptom von vielen darstellt, sind ebenfalls vererbbar und somit ist es auch der Mikropenis. Dazu zählen z. B. das Börjeson-Forssman-Lehmann-Syndrom, das Robinow-Syndrom und das Smith-Lemli-Opitz-Syndrom. Sollten Sie Nachwuchs planen, sprechen Sie dies in jedem Fall mit einem Facharzt ab. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt bzw. beim Heranwachsen sollten Sie sicherheitshalber auf den Penis bzw. dessen Wachstum achten, um mögliche Fehlbildungen rechtzeitig erkennen zu können.

Ist eine Hormontherapie auch bei Erwachsenen anwendbar?
Hier lautet die Antwort leider ganz klar nein. Wie bereits erwähnt, ist das Wachstum des Penis mit Beendigung der Pubertät abgeschlossen. Ist der Mikropenis auf den Mangel an Testosteron zurückzuführen, wäre eine Hormonbehandlung bis zur Pubertät möglich gewesen. Nun haben Sie die Möglichkeit einen chirurgischen Eingriff vornehmen zu lassen.

Eine andere, jedoch umstrittene Möglichkeit wäre der Einsatz eines sog. Penis Extenders. Hierbei wird der Penis beispielsweise durch Traktion verlängert und so sollen circa 2-5 cm an Länge herausgeholt werden können. Allerdings können beim Einsatz eines Penis Extenders erhebliche körperliche Beschädigungen eintreten. Wenn man den Penis Extender falsch einsetzt, indem man den Penis z. B. zu schnell dehnt oder so stark fixiert, dass er nicht mehr richtig durchblutet werden kann, können Potenzstörungen und sogar schwere Verletzungen entstehen.
Daher sollte Sie unbedingt einen Facharzt konsultieren, wenn und vor allem bevor Sie ein solches Gerät anwenden.

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