Mais

Wie Forscher festgestellt haben, stammt der Mais ursprünglich aus Mexiko (Nordamerika) und wurde dort bereits vor mehr ALS 9.000 Jahren angepflanzt. Anschließend verbreitete sich der Mais in Panama und in Südamerika, bevor ihn Christoph Columbus auf der Karibik entdeckte und mit nach Europa überführte. In Spanien wurde der Mais dann auch bereits ab 1525 angebaut. Auf Grund klimatischer Bedingungen konnte in Deutschland lange Zeit kein Mais angepflanzt werden; es war für die Maispflanzen einfach zu kalt. Erst in den 1960 er Jahren, als neue Maiszüchtungen, (die weniger kälteempfindlich reagierten) entstanden, wurde Mais auch in Deutschland landwirtschaftlich angebaut. Mittlerweile werden fast 20 % der Ackerflächen für den Anbau mit Mais genutzt.


Das sollten Sie über Mais wissen

Mais ist eine einjährige Getreidepflanze und gehört als eine der ältesten Kulturpflanzen zur Familie der Süßgräser. Gesät werden die einzelnen Saatkörner in der Zeit zwischen April und Mai. Hierbei liegt der Säabstand zirka 15 cm und der Reihenabstand ungefähr bei 75 cm. Die Maispflanze erreicht eine Höhe von 1 m bis 3 m, die Maiskolben besitzen eine Größe zwischen 7 cm bis 25 cm.

Zucker- und Gemüsemais erntet man im Stadium der Milchreife, das bedeutet, wenn weißlicher Saft aus dem Maiskorn austritt ist der Mais für die Ernte bereit. Je nach Sorte, Witterung und Standort werden die Maiskolben in der Zeit zwischen Mitte September bis Anfang Oktober geerntet.

In vielen Teilen der Welt wie z. B. in Ost- und Südafrika sowie in den Andenregionen dient Mais als Hauptnahrungsmittel. Man schätzt, dass für mehr als 900 Millionen Menschen Mais als Grundnahrungsmittel dient. In Deutschland wird Mais außer zum direkten Verzehr auch noch zu Maisstärke, Maiskeimöl, Popcorn, Tortillas, Maisgries und Glukosesirup verarbeitet.

Bedeutung für die Gesundheit

Mais zählt nicht umsonst bei vielen Völkern als wichtigstes Nahrungsmittel. Die im Mais enthaltene Stärke ist sehr nahrhaft und besonders sättigend. Der Gehalt an B-Vitaminen ist im Verhältnis zu vielen anderen Lebensmitteln beim Mais enorm hoch und sorgt im menschlichen Körper für Energie und Vitalität.

Des Weiteren besitzt Mais einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Bei den Ballaststoffen handelt es sich um unverdauliche Nahrungsbestandteile, die im Darm aufquellen und für eine gute Verdauung sorgen. Durch regelmäßigen Verzehr von Lebensmitteln mit Ballaststoffen wie z. B. dem Mais, können Verdauungsprobleme vorgebeugt werden.

Auch verfügt Mais über essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren, wie Leucin, Valin, Phenylalanin, Isoleucin und Threonin, die im Körper viele wichtige Aufgaben erfüllen.

Zudem gehört Mais zu den Getreidesorten, die frei von Gluten (Klebereiweiß) sind. Menschen, die an Zöliakie erkrankt sind, reagieren nach dem Verzehr von Gluten mit starken Entzündungen an der Dünndarmschleimhaut und müssen deshalb glutenhaltige Lebensmittel meiden. Für sie bietet Mais eine wichtige Alternative zu den anderen Getreidearten wie Weizen, Dinkel, Gerste oder Roggen an, die im Gegensatz zum Mais Klebereiweiß enthalten.

Aus Mais wird ebenfalls Maiskeimöl hergestellt. Um einen Liter Maiskeimöl zu fertigen, werden etwa 100 Kilogramm Mais benötigt. Maiskeimöl ist reich an Vitamin E und besitzt zu 51 % mehrfach ungesättigte sowie 34 % einfach ungesättigte Fettsäuren. Jedoch sollte Maiskeimöl besonders für kalte Gerichte wie z. B. Salate eingesetzt werden, da die wertvollen ungesättigten Fettsäuren beim Kochen, Frittieren, Grillen oder Backen zerstört würden. Da weder im Mais noch im Maiskeimöl Cholesterin enthalten ist, eignen sich diese Produkte auch zum Verzehr für Menschen, die auf cholesterinarme Kost achten müssen.

Mais dient ebenfalls als Stärke- bzw. Bindemittel für Tabletten in der Medizin. Maisstärke sorgt für den Zusammenhalt der Tabletten für die Freisetzung der Wirkstoffe und unterstützt jedoch ebenfalls den Zerfall der Medikamente bei Feuchtigkeit.

Ebenfalls gewinnt man aus den Maiskolben Xylit, einem Zuckeraustauschstoff für Diabetiker Auch werden mit Xylit zahnfreundliche Kaugummis hergestellt.


Inhaltsstoffe & Nährwerte

Mais besteht zu 12,27 % aus Wasser, zu 8,54 % aus Eiweiß, zu 3,8 % aus Fett, zu 9,2 % aus Ballaststoffen und der Energiewert beträgt 331 kcal (1385 kJ) je 100 g Mais.
Besonders erwähnenswert sind die hohen Anteile an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Bei 100 g Mais wird der Tagesbedarf an Vitamin K bereits zu 57,14 % gedeckt. Das Vitamin A versorgt unseren Körper bei dieser Menge an Mais bereits mit 23,12 %, das Vitamin B1 (Thiamin) mit 25,71%, das Vitamin B6 mit 20 % sowie das Vitamin E mit 16,78 % des täglichen Bedarfs.
An Mineralstoffen treten u. a. besonders Kalium, Phosphor und Magnesium mit einem hohen Anteil in den Vordergrund, bei den Spurenelementen sind vor allem Kupfer, Zink und Fluor herausragend vertreten.

Vitamine

– Vitamin A: 185 µg
– Beta-Carotin: 923 µg
– Vitamin B1 (Thiamin) : 360 µg
– Vitamin B2 (Riboflavin): 200 µg
– Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure): 1.500 µg
– Vitamin B5 (Pantothensäure): 650 µg
– Folsäure: 26 µg
– Vitamin E 2014 µg
– Vitamin K: 40 µg

Bei einer empfohlenen Tagesmenge von 70 µg an Vitamin K liefern 100 g Mais mit 40 µg einen beachtlichen Beitrag der Vitaminversorgung. Das Vitamin K ist sowohl für die Blutgerinnung, als auch für den Transport von Calcium in Zähnen und Knochen verantwortlich. Bei einem Vitamin K Mangel kann das Calcium nicht in den Zähnen oder Knochen eingelagert werden. Das Calcium bleibt in den Blutgefäßen hängen und verstopft diese, so dass ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt besteht.

100 g Mais liefert zudem reichlich B-Vitamine. Das im Mais enthaltene Vitamin B1 (Thiamin) hat einen hohen Einfluss auf das menschliche Nervensystem und das psychische Wohlbefinden. Es wird auch als Vitamin für die Nerven bezeichnet. Vitamin B1 sorgt für das Wachstum der Nervenfasern sowie die Erneuerung von geschädigten Nerven und hat ebenfalls eine schmerzlindernde Wirkung.

Das im Mais enthaltene Vitamins B 2 (Riboflavin sorgt dafür, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße aufzuspalten, so dass unser Körper aus diesen Nährstoffen Energie gewinnen kann. Ebenfalls sorgt das Vitamin B 2 dafür, dass andere Vitamine, wie z. B. das Vitamin B 3 und das Vitamin B 6 in Kombination mit Riboflavin besser genutzt werden können.

Das Vitamin E ist dafür zuständig, das im Körper freie Radikale neutralisiert werden. Freie Radikale schädigen die Struktur der Zellen, die Eiweiße und auch die DNA. Das Vitamin E schützt somit die Zellen, verlangsamt den Alterungsprozess und beugt Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Mineralstoffe

– Calcium: 15 mg
– Chlor: 12 mg
– Kalium: 330 mg
– Magnesium: 120 mg
– Natrium: 6 mg
– Phosphor: 256 mg
– Schwefel: 80 mg

Der Mais zählt mit 330 mg Kalium pro 100 g als sehr guter Kaliumlieferant. Das im Mais vorhandene Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Nervenimpulsen und der damit verbundenen Übertragung an die Muskelfasern und an das Herz.
Auch sorgt das Kalium für den Transport des Insulins in die Zellen und ist beim Wachstum der Zellmasse beteiligt. Bei einer chronischen Erkrankung wie z. B. Bluthochdruck hilft bereits eine Dosierung von 2000 mg an Kalium pro Tag, um diesen längerfristig zu senken.

Sehr viel Magnesium ist ebenfalls im Mais enthalten. Viele Menschen haben trotz großer Nahrungsvielfalt einen Mangel an dem lebenswichtigen Mineralstoff. Unser Körper braucht etwa täglich 300 bis 400 mg Magnesium und insbesondere während der Stillzeit, der Schwangerschaft und in der Wachstumsphase ist es unverzichtbar. Ein Mangel gefährdet das Herz, kann Depressionen und Angstzustände sowie Wadenkrämpfe auslösen und die Nervenfunktionen beeinträchtigen.

Phosphor sorgt für den Aufbau der Zellwände, ist Bestandteil der Nukleinsäuren in der DNA und mitverantwortlich für dessen Struktur und sorgt für die Stabilisierung des ph-Wertes im Blut. Der Mensch benötigt etwa 700 mg Phosphor täglich. Das in 100 g Mais enthaltene Phosphor deckt mit 256 mg bereits in etwa zu 36 % des benötigten Bedarfs ab.

Spurenelemente

– Eisen: 1,50 mg
– Fluor: 62 µg
– Jod: 2 µg
– Kupfer: 200 µg
– Mangan: 480 µg
– Zink: 2,5 mg

Das Spurenelement Kupfer schützt die Zellmembranen vor Schäden durch freie Radikale und trägt zur Energiegewinnung durch den Transport der Elektronen bei. Ebenfalls wird Kupfer für die Blutbildung, vor allem für die Entstehung von Hämoglobin, benötigt. Es trägt zur Synthese von Epinephrin im Nervensystem bei und wird ebenfalls für die Bildung von Melanin in der Haut benötigt.

Zink aktiviert die Enzyme, die unseren Körper mit Sauerstoff versorgen. Ebenfalls wird Zink zur geistigen Leistungsfähigkeit sowie für die Konzentration benötigt. Unser Körper benötigt eine Menge zwischen 10 bis 12 mg täglich. Bei Sportlern ist eine höhere Dosis erforderlich, da durch die sportliche Belastung der Stoffwechsel angeregt und durch das Schwitzen vermehrt Zink ausgeschieden wird.


Unverträglichkeiten & Allergien

Unverträglichkeiten gegen Mais kommen sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Kindern vor. Meist werden bei einer Maisallergie vom Körper Antikörper gegen die Mais-Proteine erzeugt. Unmittelbar nach dem Verzehr von Mais oder Maisprodukten reagiert der Körper allergisch. Wie intensiv der Körper reagiert, hängt vor allem von der verzehrten Menge sowie von dem zu sich genommenen Produkt ab. Die Symptome sind hier ganz unterschiedlich. Es können Erbrechungserscheinungen, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit, juckende Haut, Fieber, Schwellung der Zunge, Bauchschmerzen und Blähungen auftreten.

Bei einer Maisallergie sollte dringend darauf geachtet werden, dass die Betroffenen keine Lebensmittel zu sich nehmen, in denen Mais enthalten ist. Alle Nahrungsmittel sind auf ihren Inhalt hin zu kontrollieren um allergische Reaktionen zu vermeiden. Im nachfolgenden werden Lebensmittel aufgeführt, in denen Mais enthalten ist:
Maissirup, Maismehl, Popcorn, Gries, Mais-Chips, Tortillas, Tacos, Margarine Maiskeimöln Maisstärke, Kaugummi, die meisten frittierte Speisen, Dosensuppen.

Einkaufs- & Küchentipps

Am gesündesten und am schmackhaftesten ist natürlich der frisch geerntete Mais, den es in Supermärkten und auf Wochenmärkten in den Monaten August, September und Oktober zu kaufen gibt.
Der Zucker- bzw. Gemüsemais hält sich aber auch ungefähr eine Woche im Gemüsefach des Kühlschrankes. Die frischen Maiskolben sollten jedoch möglichst schnell verzehrt werden, da sich bei längerer Lagerung der im Mais enthaltene Zucker in Stärke umwandelt. Der Mais schmeckt dann nicht mehr süß und saftig sondern bekommt einen mehligen Geschmack.

Das Einfrieren von Mais (Körner aber auch ganze Kolben) ist ebenfalls möglich. Hierzu muss der Mais jedoch vorher für drei Minuten im kochenden Wasser blanchiert werden, bevor er dann für mehrere Wochen ins Eisfach gelegt werden kann.

Außerhalb der Saison, gibt es die Möglichkeit Mais in Konservendosen bzw. den Tiefkühlmais zu kaufen , wobei letzterem den Vorzug zu geben ist, da hier die Vitamine und Mineralstoffe noch weitgehend erhalten sind.

Zubereitungstipps

Mais sollte, bevor er verzehrt wird, gekocht, gegrillt oder im Backofen zubereitet werden.

Mais kochen:

Zuerst wird der Mais gewaschen, anschließend wird ein großer Topf mit reichlich viel Wasser und einer Prise Zucker zum Kochen gebracht. Die Maiskolben ins kochende Wasser geben und je nach Größe 3 bis 10 Minuten garen lassen. Die Maiskörner sollten knackig und nicht weich sein.

Mais Grillen

Beim Grillen bzw. beim Braten sollten die Maiskolben mit ein wenig Kräuterbutter oder Öl eingerieben werden. Die Kolben werden während des Grillens einige Male gedreht, damit sie gleichmäßig gar werden und nicht anbrennen. Die Grillzeit hängt ebenfalls von der Größe der Maiskolben ab und beträgt etwa 6 bis 12 Minuten.

Häufige Fragen und Antworten

Wann wird Mais geerntet?

Je nach Sorte, Standort und Witterung wird der Mais in der Zeit zwischen Mitte September bis Anfang Oktober geerntet.

Kann Mais eingefroren werden?

Mais kann eingefroren werden, wenn er zuvor blanchiert wurde. Beim Blanchieren wird der Mais 3 Minuten in kochendes Wasser gegeben und anschließend in eiskaltem Wasser abgeschreckt.

Ist in Mais Gluten enthalten?

Mais gehört zu den wenigen Getreidesorten, die frei von Gluten sind.

Unser Fazit

Mais ist auf Grund seines enormen Nährwertes vor allem im Hinblick auf die B-Vitamine, der Vitamine K, A und E als auch an den vorhandenen Mineralstoffen Kalium, Magnesium und Phosphor eines der wichtigsten Lebensmittel. Mais ist vor allem sehr vielfältig in seiner Zubereitung. Abgesehen von dem frischen Verzehr des Getreides, wird Mais zu Maisstärke, Maismehl, zu Tortillas, Popcorn, Maiskeimöl u. v. m. verarbeitet. Außerdem gehört Mais zu den wenigen Getreidesorten, die kein Gluten (Klebereiweiß) enthalten, so dass Mais sowie andere Maisprodukte bedenkenlos von Menschen, die an Zöliakie erkrankt sind, verzehrt werden können.

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