Selen

Was ist Selen? Wozu braucht der Körper Selen?

selen nüsse

Selen, mit der Abkürzung SE ist ein Halbmetall, welches überwiegend in Böden und Gesteinen zu finden ist. Selen gehört zur Familie der Spurenelemente. Im Gegensatz zu Zink, Kupfer, Jod, Eisen & Co. ist es jedoch bei vielen von uns eher weniger bekannt.

Dennoch ist es an vielen verschiedenen Prozessen in unserem Körper beteiligt und daher essentiell und lebenswichtig. Unser Körper braucht nur winzige Spuren davon, daher nennt man es „Spuren“-Element.
Selen SE ist ein anorganisches Spurenelement, welches wir nicht direkt, sondern nur über Pflanzen oder Tiere aufnehmen können. Anorganisch nennt man es, weil lebende Organismen es nicht selbst herstellen können.

Pflanzen nehmen Selen aus dem Boden auf, Tiere entweder über die Fütterung mit Pflanzen oder als gesonderte Mineralmischung, die man dem Futter beimischen kann.

Leider sind unsere Böden teilweise so sehr verschmutzt und ausgelaugt, dass hier bereits das Problem beginnt. Es ist zu wenig Selen enthalten, welches aufgenommen werden kann. Zwar werden aufgrund dieser Tatsache seit vielen Jahren auf Anordnung der EU die Böden mit Selen angereichert, dennoch schwanken die Werte stark.

Man geht daher davon aus, dass in Europa circa 70 % der Bevölkerung einen Selenmangel bzw. eine Unterversorgung aufweisen. Wenn Sie Ihren Selenspiegel genau wissen möchten, kann Ihnen ein Bluttest weiterhelfen. Auch online Bluttests finden immer mehr Anklang.

Funktion, Bedeutung, Wirkung & Aufgaben

Selen kommt in unserem Körper in vielen verschiedenen Organen vor. Unter anderem in der Leber, Milz, Niere, dem Herz, der Bauchspeicheldrüse, dem Gehirn, den Augen, den Geschlechtsorganen, dem zentralen Nervensystem, dem Blut und auch den Blutblättchen.

Ganze 40 % des Selens speichert unser Körper alleine in der Skelettmuskulatur.

Kommt es an anderen Stellen zu einer Unterversorgung, verteilt unser Körper das Selen von dort aus zunächst an die wichtigsten Stellen (Organe). So zum Beispiel den Herzmuskel, die Niere oder an die Schilddrüse.

Selen ist ganz besonders für zwei Eigenschaften bekannt.
Es wirkt antioxidativ und bindet Schwermetalle an sich. Doch was bedeutet das genau?

Selen wehrt freie Radikale ab. Diese freien Radikale sind kleine Angreifer, die zunächst unsere Zellwände durchbohren und damit schädigen. Sind die freien Radikale erst einmal in die Zelle eingedrungen, dann kommt es zu weiteren Schädigungen innerhalb der Zelle, bis hin zur Schädigung des Zellkerns und damit der gesamten Zelle. Durch solche Prozesse entstehen zunächst Dysbalancen und im fortgeschrittenen Stadium Krankheiten. Demnach schützt Selen die Zelle vor diesen Schädigungen und uns vor Krankheiten, indem es freie Radikale gar nicht erst in die Zelle herein lässt.

Natürlich spielt nicht nur Selen eine Rolle, sondern es ist ein Zusammenspiel aus den vielen verschiedenen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Daher ist es so wichtig, eine ausgewogene Menge aller Stoffe zu sich zu nehmen. Nur so kann unsere körpereigene Schutzarmee gegen all die schädlichen Außeneinflüsse optimal reagieren. Das ist die anti-oxidative, zellschützende Wirkung des Selens. Doch woher kommen die Schwermetalle?

Schwermetalle gelangen über viele Wege in unseren Körper. Über die Nahrung, die Atemluft, aber auch über Deodorants, Cremes, Sonnencremes usw. Natürlich Sprechen wir hier von feinsten, kleinen Partikelchen, dennoch haben sie nichts in uns verloren.

Daher sollte man optimalerweise immer darauf achten, dass Produkte die wir kaufen frei von Aluminium und Co. sind.

Übrigens: verschiedenen Studien zufolge soll Selen nachgewiesenermaßen sogar vor Krebs schützen, bzw. während einer Krebstherapie dabei helfen das Immunsystem zu stärken. Auch für unseren Herzmuskel und die Schilddrüse spielt Selen eine große Rolle und soll vor Entzündungen schützen, bzw. bei einer Schilddrüsenüberfunktion regulierend wirken.

In all diesen Fällen ist der Selenspiegel meist zu niedrig, weshalb eine individuell dosierte, mit einem Arzt abgesprochene, Selenzugabe zur Verbesserung des allgemeinen Befindens beitragen kann.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte (Vorbeugung gegen Mangel)

Selen finden wir in vielen Nahrungsmitteln.

Ganz besonders hoch ist das Vorkommen in:

  • Kokosöl
  • Kokosmilch
  • Hülsenfrüchten
  • Vollkornprodukte
  • Knoblauch
  • Paranüssen
  • Seefisch
  • Leber
  • Sesam
  • Milch
  • Eiern
  • Nüsse

Es wird im biochemischen Prozess an Eiweiß gebunden und so von unserem Körper aufgenommen und verwertet.

Man sagt, dass bei dem Verzehr von entweder einer Paranuss, circa. 200 Gramm Fisch oder 350 Gramm Fleisch circa 5 bis 7 Gramm (50 -70 Mikrogramm) Selen aufgenommen werden.

Der Tagesbedarf eines gesunden, erwachsenen Menschen liegt laut DGE (deutsche Gesellschaft für Ernährung) bei Frauen bei circa 60 µg, bei Männern circa 70 µg und bei Kindern ab dem 13. Lebensjahr bei circa 30 µg.

Bei kranken Menschen und Rauchern ist der Bedarf entsprechend höher.

Mangelerscheinungen, Krankheiten & Störungen

Man selbst kann einen Selenmangel schwer feststellen, da es immer differenzierte Symptome gibt, die in der Regel auf einen Mangel verschiedener Vitamine und Mineralien zurückzuführen sind. Am Besten lassen Sie bei Verdacht auf einen Selenmangel Ihre Blutwerte gezielt daraufhin untersuchen.

Besonders gefährdet sind Menschen, die ihre Nahrung aus überwiegend selenarmen Böden beziehen, Veganer und Menschen die sich allgemein unausgewogen ernähren.

Mangelerscheinungen können unter anderem sein:

  • brüchige Haare
  • Veränderungen der Nägel
  • Abgeschlagenheit & erhöhte Müdigkeit
  • Konzentrationsmangel
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte
  • Muskelschwächen
  • Leistungsabfall
  • Bei Männern kann es zu einer Verschlechterung der Spermienproduktion beitragen

Spezifische Erkrankungen, die gezielt mit einem Selenmangel in Verbindung gebracht werden, sind unter anderem die Herzmuskel Erkrankung bekannt als Keshan-Krankheit, und die Kashin-Beck Krankheit, eine Gelenkknorpeldegeneration.

Wer braucht wie viel pro Tag?

Geschätzte Empfehlungen für die optimale Selenzufuhr sind:

Kleinkinder ab dem 7. Lebensmonat bis zum 14 Lebensjahr benötigen circa 15-55 µg Selen pro Tag.

Dem Alter angepasst werden das:

  • Säuglinge von 0 – 4 Monaten = 10 µg pro Tag
  • Säuglinge von 4 Monaten bis zu einem Alter von 4 Jahren = 15 µg pro Tag
  • Kinder von 4 – 7 Jahren = 20 µg pro Tag
  • Kinder von 7 – 14 Jahren = 20 – 45 µg pro Tag (an das Alter und Gewicht angepasst)
  • Ab 14 Jahren = 60 µg pro Tag
  • erwachsene Frauen = 60 µg pro Tag
  • erwachsene Männer = 70 µg pro Tag
  • schwangere Frauen = 60 µg pro Tag
  • stillende Frauen = 75 µg pro Tag

Bei einseitiger Ernährung, Krankheit oder auch bei Rauchern erhöht sich der Tagesbedarf.

Nebenwirkungen bei Überdosierung

Die durchschnittlichen Empfehlungen einer Tagesdosis liegen insgesamt bei Frauen bei 60, bei Männern bei 75 Mikrogramm.

Man hat jedoch in Studien herausfinden können, dass der Körper je nach Ausgangswert bis zu 200 bzw. maximal 300 Mikrogramm gut verarbeiten kann. Allerdings sind diese Dosen nur kontrolliert und nach Absprache mit einem Arzt einzunehmen. Gesunde Menschen richten sich bitte nach den Empfehlungen der DGE.

Werden die empfohlenen Werte über einen längeren Zeitraum massiv überschritten, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

Im Extremfall kann es zu schlimmeren Folgen, wie Herzversagen, führen. Daher nehmen Sie Selen in hoher Dosis bitte niemals ohne vorherigen Bluttest und in Absprache mit Ihrem Arzt ein, sondern halten sich an die empfohlenen Mengen.

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