Ambulanter Pflegedienst

Ambulanter Pflegedienst – keine einfache Entscheidung

Das Altern ist ein natürlicher Prozess, der keinem Menschen erspart bleibt. Das heißt, dass sich bei den meisten Menschen irgendwann später einmal körperliche und geistige Defizite einstellen, die unausweichlich sind. Diese sind im fortgeschritten Lebensalter normal. Physische (Physis ist der Körper) und psychische (Psyche sind Geist und Seele) Einschränkungen werden oftmals durch diverse Erkrankungen ausgelöst.

Daraus resultiert ein Zustand einer gewissen Unfähigkeit, die im Fachjargon der Pflege– und Krankenkassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, der Pflegedienste, der Geriater und der Mediziner ALS Pflegebedürftigkeit bezeichnet wird. Für diese Situation steht den Betroffenen ein umfangreiches Netz an Pflegeeinrichtungen zur Verfügung.

Geriatrie Dieser Wissenszweig der Medizin beschäftigt sich mit der Vorbeugung (Prävention), der Erkennung (Diagnose), den Krankheitszeichen (Symptome), den Krankheitsverläufen sowie mit den rehabilitativen (Rehabilitation ist die Wiedereingliederung in das berufliche Leben nach einer Krankheit) und den sozialen Zusammenhängen von Krankheiten im Alter.

Worum geht es bei den ambulanten Pflegedienst?

Ganz nüchtern und sachlich dargestellt, sind ambulante Pflegedienste oder sogenannte Sozialstationen eigenständige (autark) Wirtschaftsinstitutionen.
Sie stellen examinierte (ausgebildete) Fachleute aus verschiedenen Branchen ein, die im Auftrag ihrer Klienten bestimmte Aufgaben übernehmen. „Übernehmen“ beinhaltet in diesem Sinn mehrere Stufen.
Richtig ist in diesem Zusammenhang die Form der Pflegehilfe.

Grundsätzlich wird im Sozialgesetzbuch XI verlangt, dass immer eine aktivierende Pflege erfolgen muss. Das heißt, dass die zu Pflegenden in die Pflegetätigkeiten mit eingebunden beziehungsweise dazu angehalten werden. Unter dieser Voraussetzung können sogenannte Ressourcen (Mittel oder Vorräte) wie noch vorhandene körperliche oder geistige Fähigkeiten ausgeschöpft, verbessert oder wiederhergestellt werden.

Die ambulanten Dienste erwirtschaften als kleine oder große Unternehmen Geld durch die pflegerische, häusliche und medizinische Versorgung von pflegebedürftigen Menschen. Das können sowohl Erwachsene im besten Alter als auch Senioren und Seniorinnen sein.
Die Angestellten der ambulanten Pflegedienste (mobile Pflegedienste) kommen in der Regel nach Hause zu den Pflegepersonen. Eine andere Variante ist das Integrieren ambulanter Pflegedienste in Pflegeheime. Dort wohnen die zu Pflegenden gemeinsam mit den stetig erreichbaren Pflegestationen.

Die ambulanten Pflegedienste sehen sich als Alternative zur stationären Pflege, bei der die Bewohner dauerhaft in einem Seniorenheim leben.

Die ambulanten Pflegedienste führen ihre Leistungen daher folgendermaßen durch:

– als vollständige Übernahme (zu pflegende Personen sind inaktiv oder passiv)
Die Pflegekraft übernimmt alle Handgriffe komplett.

– als teilweise Übernahme (die zu Pflegenden können einen Teil des Pflegeaufwandes selbst ausführen)Den anderen Part führt die Pflegekraft aus.

– als Unterstützung (zu pflegende Person kann fast alle Handlungen noch selbst erbringen und diese sogar zum Teil vorbereiten)
Es werden lediglich Anweisungen für die einzelnen Schritte durch die Pflegekraft benötigt.

– als Anleitung (die Pflegepersonen wird begrenzt selbst aktiv, bedarf jedoch einer Anregung für alle Tätigkeiten)
Die Pflegefachkraft übernimmt sowohl das Erklären als auch das Demonstrieren der Abläufe. Motivation, Überwachung, Kontrolle und Aufforderung sind weitere Zuständigkeiten der Pflegerin oder des Pflegers.

– als Beaufsichtigung (Pflegeperson ist selbstständig)
Der Pflegefachkraft obliegt eine Überwachung und eine Erledigungskontrolle.

Mit dieser differenzierten Unterteilung gelingt es den ambulanten Pflegediensten, den individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten jeder Pflegeperson weitgehend gerecht zu werden. Stellen sich Veränderungen der geistigen und/oder körperlichen verfassung ein, wird so reagiert, dass unter Umständen aus einer anleitenden Hilfe eine vollständige Übernahme wird (beispielsweise nach einem Schlaganfall oder Apoplex).

Nach dieser Aufstellung richten sich die ambulanten Pflegedienste, wenn es um die Abrechnung der Leistungen geht.
Grundsätzlich werden alle Arbeiten von den vor Ort tätigen Mitarbeitern und Mitarbeitern in einer Leistungserfassung und einer Dokumentation aufgezeichnet. Das geschieht unter Zuhilfenahme sogenannter Zeitkorridore oder Zeitfenster. Können Tätigkeiten an die zu Pflegenden übertragen werden, dann werden diese in den Zeitfenstern der ambulanten Pflegedienstfachleute nicht berücksichtigt.

Noch ein Wörtchen zur aktivierenden Pflege

Diese Vorgehensweise kostet manchmal mehr Zeit, als den Pflegepersonen alle Verrichtungen abzunehmen. Die Senioren und Seniorinnen sind oftmals wesentlich langsamer in ihren Bewegungen (Grob- und Feinmotorik), sodass die flinken Finger der Fachkräfte schneller vorankommen.
Im Alltag erscheint es manchen Altenpflegern sehr mühselig, erst alle Dinge zu erklären. Eine aktivierende Pflege ist nicht nur anstrengender, sondern auch kostenintensiver als eine passive Pflege. Um dem immensen Zeitdruck zu entfliehen, wird den Pflegepersonen daher häufig eine Vielzahl an Leistungen abgenommen.
Das kann dazu beitragen, die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen zu reduzieren, was der eigentlichen Zielstellung der Pflegedienste widerspricht. Sollten jedoch kaum noch Fähigkeiten und die Ressourcen eines Pflegebedürftigen vorhanden sein, dann ist eine vollständige Übernahme allerdings gerechtfertigt. Deshalb sind die geschulten Fachkräfte dazu angehalten, eine sorgfältige Beobachtung des Zustandes (Zunahme und Abnahme von Ressourcen beziehungsweise Mängeln) vorzunehmen.
Zu pflegende Menschen sollen vorwiegend gefördert und gefordert und nicht gehemmt und ihrer Selbstbestimmung beraubt werden (kompensatorische Pflege). Darauf sollten die Betroffenen selbst, die Angehörigen und die Betreuer achten.

Aktivierende Pflege

Aktivierende Pflege

ist das Gegenteil von übertriebenem Fürsorgeverhalten mit dem Ziel, die eigenständige Pflege wiederherzustellen und diese zu erhalten. Die Bezeichnung „aktivierende Pflege“ wurde vor etwa 40 Jahren von Monika Krohwinkel geprägt.

Damit ein ambulanter oder häuslicher Pflegedienst alle Maßnahmen in einer hohen Qualität gewährleisten kann, sind einerseits die Pflegedienstleiter oder die Pflegedienstleiterinnen und andererseits die examinierten Fachkräfte die richtigen Ansprechpartner.
Den ausgebildeten Pflegekräften sind die Pflegehelfer unterstellt. In einigen Häusern werden zusätzlich Stationsschwestern eingestellt. Darüber hinaus sind in der ambulanten Pflegestationen unterwegs.

Typische Berufsgruppen in der ambulanten Altenpflege sind:

  • examinierte Altenpfleger und Altenpflegerinnen
  • Gerontopsychiatrische Fachkräfte
  • Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen
  • Gesundheitspfleger und Gesundheitspflegerinnen

Unterstützt werden die Fachleute durch Disziplinen wie die Physiotherapie und die Ergotherapie sowie durch Haushaltshilfen und das medizinische Personal wie Ärzte und Arzthelferinnen.
Pflegedienstleitungen der ambulanten, häuslichen beziehungsweise mobilen Pflegedienste (alle drei Benennungen sind gleichwertig) befinden sich in der Hierarchie zwischen den Trägern der Einrichtung, der Stationsleitung und den Pflegefachkräften.
Pflegehilfskräfte stammen meist aus artverwandten oder nicht pflegerischen oder medizinischen Berufen. Diese Beschäftigten müssen aus Gründen der Sicherung der Qualität eines ambulanten Pflegedienstes eine Weiterbildung sowie gewisse menschliche Eignungen vorweisen.

Die Aufgaben des ambulanten Pflegedienstes

Die Leistungen der ambulanten Pflegedienste sind von den Pflegekassen in einem Leistungskatalog festgelegt worden.

Kündigt sich der Bedarf eines ambulanten Pflegedienstes an, haben die Angehörigen und Bekannten einer hilfebedürftigen älteren Person mit Sicherheit erfahrungsgemäß schon selbst einen mehr oder weniger hohen Pflege- und Betreuungsaufwand abgedeckt.

Im Laufe der Zeit zeichnet sich jedoch oftmals ab, dass der Umfang an Pflege und Betreuung zu hoch wird. Die Pflegenden stoßen dann meist an ihre körperlichen und seelischen Grenzen.

In vielen Fällen wird von den Pflegepersonen selbst ein Ambulanter Pflegedienst gewünscht, weil sie ihr eigenes Unvermögen erkennen. Das kann beispielsweise dann lohnenswert sein, wenn die Betroffenen allein stehend sind oder wenn die bisherigen Pflegepersonen den notwendigen Aufwand nicht erbringen können.

Die ambulanten Pflegedienstes sind eine durchaus sinnvolle Erfindung, für die die Senioren und Seniorinnen und deren Familien sehr dankbar sind. Gäbe es keine ambulanten Pflegedienste, würden viele hilfebedürftige Rentnerinnen und Rentner verwahrlosen, zum Sozialfall werden und keine medizinische Behandlung bekommen.

Zur Verantwortlichkeit der professionellen Pflegedienste gehören:

  • Pflege von Familien, Kranken und Senioren
  • hauswirtschaftliche Tätigkeiten
  • gerontopsychiatrische und psychiatrische Pflege
  • Umsetzung ärztlicher Therapien
  • beratende und anleitende Tätigkeiten zur Vorbeugung
  • Sterbebegleitung
  • Verringerung von Beschwerden und Wiederherstellung von Gesundheit und Selbstständigkeit
  • Unterstützung und Beratung der Angehörigen von Pflegefällen
  • Vermittlung von Beratungs-, Nachbarschafts-, Mahlzeiten-, Reinigungs- und Beerdigungsdiensten
  • Kontakte zu Fahrdiensten und Ärzten herstellen
  • Schulung der Angehörigen

Die ambulanten Pflegedienste stehen in engem Kontakt mit unterschiedlichen externen Kräften wie Selbsthilfegruppen, Apotheken und Seelsorgern, Anbieter von medizinischen Hilfsmitteln, Krankenhäusern und vielen weiteren Anlaufstellen. Darüber hinaus unterhalten die ambulanten Pflegedienste weitere Verbindungen zu weiteren Kooperationspartnern.

Vorteile eines ambulanten Pflegedienstes

 

  • einmal oder mehrmals täglich Besuche durch Pflegedienstmitarbeiter
  • vielfältige Leistungen
  • Rundumbetreuung auch in der Nacht
  • Verbleib im gewohnten häuslichen Umfeld
  • bleibende Ansprechpartner
  • bessere Genesung bei akuten (plötzlich, unvorhergesehen) Erkrankungen im eigenen Heim
  • kompetente medizinische Versorgung

Immer mehr pflegebedürftige Menschen nutzen diese positiven Gesichtspunkte eines ambulanten Pflegedienstes solange es geht. Die Gestaltung des Tagesablaufes nach den persönlichen Bedürfnissen und eine gewisse Eigenständigkeit sowie Eigenverantwortlichkeit bleiben erhalten.
Darüber hinaus freuen sich gerade allein lebende Senioren und Seniorinnen über den regelmäßigen Kontakt zu den Pflegekräften. Sie fühlen sich zudem sicher und geborgen in ihrem Heim. Das stellt für Tausende eine gute Lebensqualität dar.

Demenz und ambulante Pflegedienste

Unter Demenz oder unter einem dementiellen Syndrom verstehen die Mediziner eine Behinderung des geistigen Vermögens durch Hirnschädigungen, die in der Regel erworben sind.
Eine Demenz führt zu einer zunehmenden Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit des Gehirns. Die Betroffenen können im fortschreitenden Verlauf nicht mehr denken und verlieren ihr Gedächtnis. Das bezieht sich nicht nur auf Erinnerungen, sondern auch auf einmal erworbene Fertigkeiten wie den Umgang mit Besteck, die Erkennung von Angehörigen und den Verlust der zeitlichen und örtlichen Orientierung.
Bisher bekannte Demenzerkrankungen sind die AlzheimerErkrankung beziehungsweise Morbus Alzheimer oder Alzheimer Demenz und die Lewy-Körperchen-Demenz. Demenzen können ebenso durch Alkoholismus, Drogensucht oder Schilddrüsenerkrankungen ausgelöst werden.

Dementiell veränderte Menschen zu pflegen, ist eine Aufgabe, die Extremes verlangt. Die Hilfe durch einen häuslichen Pflegedienst ist unter bestimmten Bedingungen unverzichtbar. Die Mitarbeiter der Pflegedienste entlasten die Angehörigen vor allen Dingen in der fortgeschrittenen Phase einer Demenz. Sie widmen sich mit mehr Zeit den Betroffenen und stimmen die Pflege genau auf die individuellen Anforderungen ab.

Nicht alle ambulanten Pflegediensten bieten ein dementsprechendes Leistungspaket mit einer möglichst hohen Qualität an. Informationen darüber finden die Interessen bei der Alzheimer Gesellschaft, bei behandelnden Ärzten und in Selbsthilfegruppen.

Unter Umständen kann es für demenzkranke Menschen schon zu spät sein, einen ambulanten Pflegedienste mit der Pflege zu betrauen, denn auch diese Einrichtungen können keinen unbegrenzten Pflegeansatz gewährleisten. Eine stationäre Pflege wäre dann möglicherweise die bessere Alternative.

Leistungsspektrum des ambulanten Pflegedienstes

Die ambulanten Pflegedienste sind wegen ihrer wirtschaftlich ausgerichteten Struktur in der Lage, eine Fülle adäquater Dienste zu erbringen.

Das sind im Einzelnen:

  • Grundpflege als Pflegesachleistung unabhängig vom Alter und von der Schwere einer Krankheit
  • Behandlungspflege nach ärztlichen Verordnungen
  • Hauspflege und Familienpflege
  • Verhinderungspflege nach Sozialgesetzbuch XI § 39
  • medizinische Versorgung nach operativen Eingriffen
  • hauswirtschaftliche Arbeiten als Pflegesachleistung
  • Betreuung als Pflegesachleistung
  • soziale und pflegerische Beratung (Angehörigenarbeit)
  • seelsorgerische Betreeung
  • Tages- und Nachtpflege
  • Bereitschaftsdienst oder Rufbereitschaft über Notrufknopf

Die Verhinderungspflege beinhaltet die Bereitstellung einer pflegerischen Versorgung durch den ambulanten Pflegedienst, wenn andere, sonst pflegende Personen verhindert (Urlaub, Krankheit) sind. Die Verhinderungspflege wird für höchstens einen Monat im Jahr bewilligt.

Kosten eines ambulanten Pflegedienstes für die zu Pflegenden

Bevor die zu Pflegenden und deren Angehörige einen ambulanten Pflegedienst unter Vertrag nehmen, ist es wichtig, sich über die Kosten zu informieren. In der Gegenwart ist es so, dass die bundesweiten Pflegekassen nicht alle Leistungen, die durch die häuslichen Pflegedienste erbracht wurden, ohne Weiteres übernehmen. Dabei gibt es Ausnahmen, die unter Umständen richtig viel Geld verschlingen können.
Seit Beginn 2017 wurden einschneidende Veränderungen an den Rahmenbedingungen der Pflegeversicherung vorgenommen. Für jeden Einzelnen ergeben sich daraus wiederum beachtenswerte Aspekte. Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass die ambulanten Pflegekosten von mehreren Gesichtspunkten beeinflusst werden. Untereinander Vergleiche anzustellen, hat daher wenig Sinn, denn jede Situation ist individuell verschieden.

Nennenswerte Kriterien sind beispielsweise:

  • jeweiliges Modell der ambulanten Pflege
  • Aufwand an betreuenden Maßnahmen
  • Umfang an hauswirtschaftlicher Versorgung
  • zusätzliche Wünsche der Pflegepersonen
  • Zeitrahmen

Der sogenannte Zeitrahmen gilt nur dann, wenn der ambulante Pflegedienst bei den Pflegebedürftigen vor Ort ist. Die Zeiten dazwischen, in denen die Klienten sich selbst versorgen, zählen nicht in das Zeitkontingent hinein.

Abrechnungsprozedur beim ambulanten Pflegedienst

Die Abrechnung der monatlich aufgezeichneten hauswirtschaftlichen, medizinischen und/oder pflegerischen Leistungen und der dadurch angefallenen finanziellen Aufwendungen für die ambulanten Pflegedienste erfolgt ebenfalls monatlich.
Ein fixer Kostenbetrag wird von den Pflegediensten auf der Basis vertraglicher Vereinbarungen und gesetzlicher Richtlinien unmittelbar mit den zuständigen Pflegekassen abgerechnet. Dabei setzen die Pflegekassen spezielle Höchstbeträge an, die als Pflegesachleistungen deklariert sind. Alle Leistungen, die darüber hinaus Gehen, tragen die Pflegekassen nicht.

Die Höchstbeträge für die Pflegesachleistungen sind nach einzelnen Pflegestufen einschließlich Zusatzleistungen für demenzkranke Pflegebedürftige aufgeschlüsselt.

Folgende Aufstellung ist derzeit verbindlich:

  • Pflegestufe 0: 104 Euro (208 Euro bei Demenzkranken)
  • Pflegestufe 1: 486 Euro (689 Euro bei Demenzkranken)
  • Pflegestufe 2: 1.144 Euro (1.298 Euro bei Demenzkranken)
  • Pflegestufe 3: 1.612 Euro

Diese Zahlungen erfolgen monatlich. Als urkundlicher rechtsverbindlicher Nachweis gilt der oder die von der Pflegeperson sorgfältig geprüfte und gegengezeichnete Leistungserfassungbogen.

Damit der ambulante Pflegedienst nach Hause kommt, muss man nicht unbedingt eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit vorweisen können. In der Praxis werden auch schwangere Frauen oder vorübergehend erkrankte Menschen durch ambulante Pflegedienste umsorgt.
Inwieweit letztendlich die von einer Pflegebedürftigkeit betroffene Person finanziell gefordert ist, hängt von der Pflegestufe ab.
Diese wird nach Festlegung des Pflegegrades nach eingehender Begutachtung durch den MDK gewährt. Je höher die Pflegestufe ist, desto größer fällt die Kostenübernahme durch die Pflegeversicherung aus. Wenn es möglich ist, sollten die Pflegeleistungen daher am besten nach Bewilligung einer Pflegestufe abgestimmt werden.

Die Pflegestufe kann sich durchaus verändern, wenn der Pflegeaufwand zugenommen hat. Dann sollte eine erneute oder aktuelle Beurteilung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) erfolgen. Die ambulanten Pflegedienste und die im nahen Umfeld der Pflegeperson stehenden Menschen sollten gut auf derartige Anzeichen achten, um rechtzeitig eine Pflegestufe neu zu beantragen.
Kommt es zu einer Abnahme des Pflegeaufwandes beziehungsweise der von den ambulanten Pflegediensten geleisteten Diensten, ist das zwar für den zu Pflegenden günstig, kann jedoch unter Umständen zu einer Herabsetzung der Pflegestufe führen.

Ambulante Pflegedienste können nur dann eine Kostenübernahme der Pflegeleistungen an pflegebedürftigen Menschen erhalten. Gesetzlich in der Pflegeversicherung Versicherte haben nur dann einen Rechtsanspruch auf einen ambulanten Dienst, wenn eine Pflegebedürftigkeit nachgewiesen ist. Interessant für die häuslichen Pflegedienste sind jedoch nur die Pflegesachleistungen.

Natürlich können sich die Angehörigen oder eine sonstige befugte pflegende Person die Pflegeleistungen teilen. Dann liegt eine Kombination aus Pflegesachleistung dür professionelle Fachkräfte und Pflegegeld vor. Das Pflegegeld wird an die Pflegeperson gezahlt. Die ambulanten Pflegedienste, die Pflegenden und die zu pflegenden Menschen profitieren von einem überaus profunden Komplex an Leistungen der Pflegeversicherung. Der Beratungsbedarf ist daher äußerst groß.

Die Formulierung Pflegesachleistung ist im Sozialgesetzbuch XI § 36 definiert.

Als klassische Pflegesachleistungen gelten:

  • Grundpflege
  • hauswirtschaftlicher Aufwand

Der Pflegeversicherung wird nur bis zu einer bestimmten Höhe an die ambulanten Pflegedienste gezahlt. Wird dieses Limit überschritten, müssen die Pflegebedürftigen einen entsprechenden Betrag selbst entrichten. Vorherige Kostenvoranschläge und Absprachen mit den häuslichen Pflegediensten sind daher sinnvoll, um unschönen Überraschungen aus dem Weg zu gehen.
Die Grundpflege bezieht sich auf:

  • Körperpflege ( Aus- und Ankleiden, Haarwäsche, duschen, baden, Zahnpflege, morgendliches und abendliches Waschen)
  • Ernährung (Speisen und Getränke vorbereiten und anreichen)
  • Mobilität oder Fortbewegung
  • prophylaktische oder vorbeugende Maßnahmen
  • Eigenständigkeit fördern
  • Kommunikation und soziale Kontakte stärken
  • Ausscheidungen ( Katheterpflege, Toilettengänge, Anlegen von Inkontinenzmaterial)

Die Grundpflege ist neben der hauswirtschaftlichen Versorgung und der Behandlungspflege nach dem Sozialgesetzbuch V das dritte Sachgebiet in der häuslichen Krankenpflege nach

In der Behandlungspflege (Leistungen medizinischer Art) sind nach Sozialgesetzbuch V Tätigkeiten wie:

  • Sicherungspflege (Anlegen von Infusionen, Injektionen beziehungsweise Spritzen)
  • Versorgung einer Magensonde
  • Stellen und Verabreichen von Medikamenten

enthalten.

Die Behandlungs- oder die medizinische Pflege wird häufig auch als spezifische Pflege bezeichnet. Diese Leistungen sind ausschließlich durch professionelle Pflegekräfte realisierbar. Derartige Aufgaben müssen außerdem zuvor durch einen Arzt verordnet oder angeordnet werden.
Ist das nicht erfolgt, lehnen die Pflegekassen die Kostenübernahme ab. Ärzte tragen zudem die Entscheidungsbefugnis darüber, welche therapeutische Maßnahme in welchem Umfang indiziert (begründet, angebracht) ist. Nicht selten dient eine ambulante Behandlungspflege dazu, einen drohenden stationären Aufenthalt in einer Klinik zu vermeiden.

Die gängigsten Punkte der Behandlungspflege im ambulanten Pflegebereich sind:

  • Bedienen und Überwachen von Beatmungsgeräten und Pflege bei Tracheostoma
  • Messung des Blutdrucks und des Pulses
  • Feststellung des Körpergewichts
  • Führen von Flüssigkeits- und Ausfuhrbilanzierungen auf Anweisung des Arztes
  • Messung des Blutzuckers
  • Drainagen versorgen
  • Sondenernährung, Pflege einer Magensonde
  • Einläufe, Klismen, Klistiere
  • Behandlung von Wunden
  • Wechseln und Erneuern von Infusionen
  • Anlegen und Überwachen von subkutanen Infusionen
  • Blutzuckerinjektionen
  • Katheterversorgung und -pflege
  • Injektionen vorbereiten und vornehmen
  • Versorgung von Pflegepersonen mit PEG-Sonde
  • Behandlung von Anus preater
  • Versorgung von Venenkathetern

Diese Aufstellung ist nur ein begrenzter Auszug aus den mannigfaltigen Behandlungspflegetätigkeiten, die ambulante Pflegedienste heutzutage erbringen können.

Stoma = operativ geschaffene Durchführung in der Bauchwand, in der ein Teil des Darmes nach außen hin befestigt wird.

Anus praeter = künstlicher Ausgang des Darmes bei chirurgischem Verschluss des natürlichen Anus

Trachealkanüle oder Tracheostoma = Luftröhrenöffnung durch die Weichteile des Halses

Infusion = Einleitung von Flüssigkeiten in ein Blutgefäß

subkutan = unter die Haut

Injektion = Einspritzen flüssiger Stoffe in Körpergewebe oder in ein Blutgefäß

PEG = perkutane endoskopische Gastrostomie bedeutet künstlicher Magenzugang

Fragen und Antworten zum ambulanten Pflegedienst

Welche Problemstellungen können mit einem ambulanten Pflegedienst verbunden sein?

Es ist sollte vermutet werden, dass die Zusammenarbeit mit den häuslichen Pflegediensten immer reibungslos vonstatten geht. Dass das in einigen Ausnahmefällen (tatsächlich nur Ausnahmefälle) nicht so ist, stellt die Betroffenen, deren Familien und Bekannte vor enorme Probleme. Diese sind äußerst vielfältig.
Damit alle Beteiligten zufrieden sind, was vor allen Dingen der pflegebedürftigen Person zugute kommt, sollte die endgültige Entscheidung für den häuslichen Pflegedienst nicht allzu voreilig gefällt werden.

Einige dieser Stichpunkte können diesbezüglich unter Garantie hilfreich sein:

  1. Pflegekassen und Pflegeberatungsstellen aufsuchen und nach Hilfe fragen
  2. Pflegeverträge niemals mündlich abschließen
  3. Schwierigkeiten sofort bei den Verantwortlichen anzeigen
  4. Probleme ansprechen
  5. bei Ungereimtheiten der Abrechnungen Pflegekassen um Prüfung bitten
  6. keine Blankoabrechnungen unterzeichnen

Nach einer kurzen Eingewöhnung gibt es in der Regel keine nennenswerten Konflikte zu bestreiten.
Fast alle deutschlandweit ansässigen ambulanten Pflegedienste arbeiten geradezu vorbildlich und sehr kundenorientiert. Dennoch müssen alle Wünsche der Pflegepersonen berücksichtigt werden. Das erfordert meist einen erstaunlichen organisatorischen Aufwand unter Einbeziehung der oft schwierigen personellen Gegebenheiten.

Eine vertrauensvolles Miteinander ist hier von allen Seiten gefragt. Gute Absprachen, Offenheit und positive Kritik nehmen mit Sicherheit alle häuslichen Pflegedienste an, denn es sind echte Profis.
Was spricht gegen einen ambulanten Pflegedienst?
Die objektive Notwendigkeit eines ambulanten Pflegedienstes ist nicht unablässig gegeben. Das kann beispielsweise dann vorkommen, wenn die Pflegebedürftigkeit schon ein so hohes Maß angenommen hat, dass ein häuslicher Pflegedienst diese Ansprüche nicht mehr abdecken kann.
Zu erwähnen ist ebenfalls, dass gerade allein lebende Pflegebedürftige mit hohem Sicherheitsrisiko für sich selbst und für andere Menschen einer kompletten vollstationären Pflege bedürfen.

Andere Argumente, die gegen einen ambulanten Pflegedienst Sprechen, sind:

  • keine ausreichende Pflegeversicherung (keine Vollversorgung)
  • Mitarbeiter werden im Haus nicht geduldet
  • Ablehnung von Pflegediensten wegen Annahme der Inkompetenz

Wenn Pflegebedürftige die Notwendigkeit eines häuslichen Pflegedienstes nicht einsehen, dann helfen einfühlsame Gespräche und eine verständnisvolle Überredungskunst. Bewährt hat sich außerdem, die Pflege einschleichen zu lassen. Unter Inkontinenz leidende Pflegebedürftige sprechen eher mit einer Pflegerin oder einem Pfleger über diese Auffälligkeit.
Welche Ratschläge zum ambulanten Pflegedienst können unerfahrenen Laien mitgegeben werden?

  • Überlastung der bisher Pflegenden
  • Pflegedienst hat Fachkenntnis und einen hohen Qualitätsanspruch
  • Pflegepersonen nehmen gern von Fremden Hilfe an
  • Pflegepersonen schämen sich manchmal vor eigenen Angehörigen ihrer Pflegebedürftigkeit
  • Pflegedienste sorgen für Freiräume
  • Pflegedienste erkennen Mängel und empfehlen Hilfsmittel
  • Pflegedienste sind flexibel kompetent
  • Pflegedienste führen eine vertrauliche Dokumentation
  • Pflegedienste sind eine Unterstützung für die ganze Familie

Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen die Pflege nicht in den eigenen vier Wänden beginnt. Obwohl sich alle Angehörigen nach Kräften bemühen, ein ambulanter Pflegedienst ist dennoch willkommen.

Wann man um einen häuslichen Pflegedienst nicht verzichten kann, ist anhand der nachfolgenden Daten abschätzbar:

Mit einem häuslichen Pflegedienst schaffen sich sowohl die Pflegepersonen als auch deren familiären Umkreis einen entspannten Alltag. Immer wieder weisen die Kunden der ambulanten Dienste darauf hin, dass sie sich sicherer fühlen und die Pflegedienste als echte Stütze und Entlastung empfinden. Ambulante Pflegedienste erbringen somit einen echten Mehrwert für alle.

Unser Fazit zum Thema Ambulanter Pflegedienst

Die Chancen auf ein lebenswertes Altern in Würde und unter professioneller Begleitung sind durch die Bestrebungen der Pflegeversicherung sehr groß. Diese Möglichkeit sollte nicht vertan werden. „Eigener Herd ist Goldes wert.“ – so sagen die Alten. Deshalb ist es schön, so lange wie möglich zu Hause ALT werden zu können. Leistungsstarke häusliche Pflegedienste mit zuverlässigen, netten Angestellten sind die beste Voraussetzung dafür.

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