Aldosteron

Der Aufbau des Aldosterons

Das Aldosteron gehört der Gruppe der Steroidhormone an und übernimmt den Wasser– und Mineralhaushalt im menschlichen Körper. Seine Hauptaufgabe besteht in der Zurückhaltung von Wasser– und Natrium-Ionen im Organismus jedes Menschen, während gleichzeitig Wasser-Stoff-Ionen bzw. Protonen sowie Kalium-Ionen ausgeschieden werden. Im Körper kann sowohl ein Aldosteronüberschuss wie Aldosteronmangel auftreten, wobei beide Erkrankungen schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Betroffenen verursachen. Der nachfolgende Artikel erläutert zunächst, was das Aldosteron ist und welche Aufgaben sowie Funktionen es übernimmt. Zudem werden der Aufbau und die Anatomie des Aldosterons erklärt und auf typische und häufige Krankheiten, Symptome und Beschwerden im Bezug auf das Aldosteron eingegangen.

Was ist das Aldosteron?

Das Aldosteron ist ein Hormon, welches der Gruppe der Steroidhormone angehört. Es wird von den Nebennieren erzeugt und trägt die Nebenbezeichnung Durst– bzw. Salzhormon. Seine maßgebliche Aufgabe besteht in der Steuerung des körperlichen Wasser- und Salzhaushalts. Das Aldosteron ist ein Mineralkortikoid und zählt zu den Kortikoidsteroiden. Gleich wie Cortisol und die Sexualhormone sowie anderer Steroidhormone wird das Aldosteron immer in den Nebennieren produziert.

Abseits der Steuerung des Wasser- und Salzhaushalts reguliert das Aldosteron den Blutdruck jedes Menschen. Veränderungen im Blutdruck haben zugleich Veränderungen bei der Ausschüttung des Aldosterons gemein. Sinkt beispielsweise der Blutdruck, schüttet der Köper verstärkt Aldosteron aus. Hingegen sinkt bei steigendem Blutdruck das Aldosteron. Der Körper reagiert mittels eines bestimmten Regelmechanismus automatisch auf die Veränderungen. Dieser Regelmechanismus wird über ein System, welches unter dem Namen Renin-Angiotensin-Aldosteron-System bekannt ist, ermöglicht, welches seinerseits wiederum den körperlichen Mineral– und Wasserhaushalt reguliert. Die Regulation des Wasser- und Mineralhaushalts wird hier von äußeren Einflüssen beeinflusst.

Durch die Regulation des Wasser- und Mineralhaushalts durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System treten beispielsweise Salzhunger und ein Durstgefühl auf. Tritt ein großer Wasser- sowie Salzverlust auf, kommt es zu einer verringerten Ausscheidung von Urin, welcher durch die Nieren gesteuert wird. Gleichzeitig tritt ein Salzhunger und Durstgefühl auf. Das Auftreten dieser Symptome beruht auf der Tatsache, dass der Körper bemüht ist, das zuvor da gewesene Gleichgewicht wiederherzustellen.

Bei einem gesunden Menschen besteht kein Grund, den körpereigenen Aldosteron-Wert zu bestimmen. Um allerdings Genauigkeit bezüglich zu hohem Blutdruck bzw. Hypertonus, einer Störung des NatriumKalium-Haushalts oder bei Verdacht auf Hyperaldosteronismus zum Zweck der Differenzdiagnose zu erhalten, wird häufig die Aldosteron-Konzentration bestimmt. Um den Aldosteron-Wert zu bestimmt, wird 24-Stunden-Sammelurin sowie Serum benötigt. Bei Erwachsenen und Kindern unterscheidet sich der Wert.

Ergibt die Bestimmung des Aldosteron-Werts eine zu geringe Konzentration, kann dies durch mehrere Faktoren herbeigeführt worden sein. Zu diesen zählen eine primäre Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypopituitarismus, Diabetes mellitus, das Adregonitale Syndrom oder ein übermäßiger Konsum von Lakritze pro Tag. Auch sogenannte ß-Blocker, Antazida, zentrale alpha-Blocker oder Kortikosteroide können eine zu geringe Aldostern-Konzentration verursachen.

Der Aldosteron-Wert ist hingegen zu hoch bei Hyperaldosteronismus, renaler Hypertonie, Phäochomozytom, einer Schwangerschaft, beim Bartter-Syndrom, Hyperthyreose, Anorexia nervosa sowie bei akutem Wassermangel bzw. Dehydration. Gleichfalls sorgen Diuretika, Ovulationshemmer, Abführmittel sowie Sympathikotonika für eine erhöhte Aldosteron-Konzentration.

Funktionen und Aufgaben des Aldosterons

Die Hauptaufgabe des Aldosterons besteht in der Regulierung des Wasser- und Mineralhaushalts im menschlichen Körper. Durch das Aldosteron kann das physiologische Verhältnis, welches zwischen den Natrium– und Kalium-Ionen im Blut besteht, eingehalten werden. Generell verfügt der Körper über zahlreiche Natriumkanäle (ENaC). Mittels des Aldosterons können diese vermehrt in die Plasmamembran, welche sich in den Epithelzellen von Grimmdarm, Niere und Lunge befindet, eingebaut werden. Dasselbe gilt für einen vermehrten Einbau von Natriumtransportern in dieselbe Plasmamembran. Die Natriumkanäle besitzen den Vorteil, dass sie für die Natrium-Ionen durchlässig sind. Das Natrium setzt sich nicht in ihnen ab, sondern kann von dem Darmlumen bzw. dem Primärharn zurückabsorbiert werden.

Während die Natrium-Ionen wiederabsorbiert werden, steigt gleichzeitig die Ausscheidung von Protonen und Kalium- sowie Ammonium-Ionen. Werden die Protonen, Kalium- sowie Ammonium-Ionen ausgeschieden, steigt gleichzeitig das Extrazellulärvolumen an. Ebenfalls verringern sich die Kaliumkonzentration im Körper und der pH-Wert im Blut erhöht sich. Somit stellt Aldosteron ein Hormon dar, welches seine Wirksamkeit letztendlich nicht durch sich allein, sondern durch die dementsprechenden Rezeptoren, welche sich in der Zellmembran befinden, entfaltet.

Die Wirksamkeit von Aldosteron ist dennoch nicht ständig gegeben. Bestimmte Aldosteron-Antagonisten wie beispielsweise Eplerenon und Spironalacton sind in der Lage, die Aldosteron-Wirkung zu hemmen. Hierbei blockieren die Antagonisten die Rezeptoren.

Eine ähnliche Wirkung wie Aldosteron besitzt Kortisol, da es an den Mineralkortikoidrezeptor bindet. Kortisol kann deshalb in den Nieren, im Darm sowie gewissen anderen Geweben zu Cortison oxidieren. Ist das Kortisol oxidiert, ist es nicht mehr in der Lage, sich an den Rezeptor zu binden und verliert seine antidiuretische Wirksamkeit. Dennoch kann das Kortisol weiterhin seiner Aufgabe als Stresshormon nachgehen. Giftige Substanzen können zugleich mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden werden.

Aldosteron reguliert sich nicht von allein. Die Regulation findet über das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System statt. Das System reagiert schlagartig auf die Veränderungen im Blut. Fällt der Blutdruck ab oder tritt ein Wasser- oder Natriumverlust ein, schüttet das System zunächst das Enzym Renin aus. Die Ausschüttung erfolgt hierbei aus bestimmten Anteilen des Nierengewebes.

Mittels Renin kann gleichzeitig Angiotensin II gebildet werden. Die Bildung erfolgt über die Zwischenstufe Angiotensin I. Durch das Angiotensin II kann der Blutdruck steigen, indem die feinen Blutgefäße verengt werden. Zugleich wird die Aldosteron-Produktion angeregt, sodass Natrium und Wasser zurückresorbiert werden können.

Zusammenfassung der Funktionen und Aufgaben des Aldosterons

 

  • Hauptaufgabe Regulierung des körpereigenen Wasser- und Mineralhaushalts
  • sorgt dafür, dass das Verhältnis von Natrium- und Kalium-Ionen im Blut eingehalten wird
  • durch Aldosteron vermehrter Einbau von Natriumkanälen und Natriumtransportern in der Plasmamembran der Epithelzellen von Lunge, Grimmdarm und Nieren
  • Natrium-Ionen von Darmlumen und Primärharn zurückabsorbiert – gleichzeitig Ausscheidung von Protonen, Kalium- und Ammonium-Ionen
  • Wirksamkeit von Aldosteron durch Rezeptoren in der Zellmembran gegeben
  • Aldosteron-Antagonisten hemmen Wirksamkeit jedoch
  • Regulierung des Aldosterons durch Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
  • System reagiert auf Veränderungen im Blut – vermehrte Ausschüttung von Renin

Anatomie und Aufbau des Aldosterons

Aldosteron als Angehöriger der Steroidhormone besitzt dasselbe chemische Grundgerüst wie Cholesterin. Infolgedessen bildet Cholesterin das Ausgangsmolekül, welches die Steroidhormone inklusive Aldosteron produziert. Hierbei wird Aldosteron allerdings nicht direkt aus Cholesterin gebildet, sondern muss in der Herstellung Zwischenstufen passieren, um zu entstehen.

Die erste Zwischenstufe für die Entstehung von Aldosteron ist Pregnenolon. Hier wird das Cholesterin einer Oxidation unterzogen, sodass sich Pregesteron bildet. Danach unterfolgen weitere Hydroxlierungen des Pregesterons sowie Oxidationen der Hydroxyl-Gruppen. Nach diesem Prozess kann letztendlich Aldosteron gebildet werden.

Aldosteron wird immer in der Zona glomerulosa, der äußersten bzw. obersten Schicht der Nebennierenrinde, erzeugt. Die Entstehung von Aldosteron benötigt einen bestimmten Auslöser, die Verminderung des Blutvolumens bzw. Auftreten von Bluthochdruck. Auch eine zu hohe Kaliumkonzentration, die sogenannte Hyperkaliämie, löst die Entstehung von Aldosteron aus. Die Synthese des Aldosterons wird durch Angiotensin II vermittelt. Dieses wiederum entsteht durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System.

Steigt die im Blut enthaltende Natrium-Konzentration, wird gleichzeitig die Biosynthese des Aldosterons gehemmt. Geschieht die Hemmung des Aldosterons, steigt die Konzentration des sogenannten atrialen natriuretischen Peptids bzw. ANP. Dadurch wird das Natrium durch den Harn ausgeschwemmt und die Harnausscheidung erhöht. Das Hormon acth hingegen besitzt eine regulierende Wirkung, sodass mehr Aldosteron produziert wird.

Steroidhormone

Die Steroidhormone leiten sich allesamt von Cholesterin ab und sind ein Steorid-Grundgerüst. Dieses Grundgerüst besteht aus einem C5-Rind sowie drei C6-Ringen. Zudem verfügt das Steroid-Grundgerüst über eine Seitenkette. Die Steroidhormone zählen zu den Lipidhormonen, sodass sie einfach durch die Zellmembranen permeieren können. Dadurch sind die Steroidhormone in der Lage, die intrazellulären Steroidrezeptoren zu besetzen. Manche Steroidhormone besitzen zugleich G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, welche sich auf der Zellmembran befinden.

Die Bildung von Steroidhormonen geschieht beim Menschen in drei Bereichen. Diese sind die Nebennierenrinde, das ZNS sowie die Keimdrüsen. Generell sind die Steroidhormone schlecht wasserlöslich. Aus diesem Grund werden sie nicht frei im Blut transportiert, sondern an Plasmaeiweiße gebunden.

Sämtliche Steroidhormone werden aus Cholesterin erstellt, wobei das Cholesterin wiederum aus verschiedenen Quellen stammen kann. Die Hauptquelle bildet hierbei die Lipoproteine des Blutplasmas. Auch aus der Hydrolyse von Cholesterinestern sowie der de-novo-Synthese, welche von aktivierter Essigsäure bzw. Acetyl-CoA ausgeht. Ebenfalls kann Cholesterin aus dem sogenannten „freien Cholesterin“ entstehen.

Die Steroidsynthese wird durch die Cholesterinumwandlung in Pregnenolon begonnen, wobei dieser Schritt geschwindigkeitsbestimmend ist. Generell ist Pregnenolon ein schwach wirksames Gestagen und besitzt eine Progesteron-ähnliche Wirkung. Mittels mehrerer Zwischenschritte ist das Pregnenolon in der Lage, sich in unterschiedliche Steroidhormone umzuwandeln. Die Steroidsynthese geschieht in den Hoden bzw. Testes, den Eierstöcken bzw. Ovarien sowie der Nebenniere. Die Steuerung dafür erfolgt über die Hypothalamus– und Hypophysenhormone.

Das Aldosteron ist nur eines der zahlreichen Steroidhormone. Zu diesen zählen unter anderem Cortisol, die Geschlechtshormone, DHEA und dheas, Androstendion, Corticosteron, Progesteron, Testosteron sowie Oestriol. Zugleich existiert eine Gruppe steroidähnlicher Hormone. Diese umfassen Cholecalciferol sowie 1,25-Dihydroxycholecalciferol.

Krankheiten, Beschwerden und Symptome des Aldosterons

Krankheiten bezüglich Aldosteron zeigen sich in einem Überschuss und Mangel an Aldosteron. Beide Symptome können erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen. Leidet eine Person unter einem Aldosteron-Mangel, erhöht sich die Ausscheidung von Wasser und Natrium im Körper. Typische Symptome für einen Aldosteron-Mangel sind ein Niedriger Blutdruck, Verwirrtheitszustände, Durchfall, Müdigkeit, Erbrechen sowie Herzrhythmusstörungen. Ebenfalls ist der Kaliumgehalt im Blut bei einem Aldosteron-Mangel zu hoch.

Ein Aldosteron-Mangel kann in jeder Altersstufe eintreten, sodass auch Neugeborene unter ihm leiden können. Besitzt ein Neugeborenes einen Aldosteron-Mangel, besitzt diese Erkrankung den Spitznamen Salzverlustsyndrom. Typische Symptome für einen Aldosteron-Mangel bei Neugeborenen in den ersten Lebenstagen ist eine Trinkschwäche sowie Nahrungsverweigerung, Austrocknung, Durchfall, Erbrechen sowie eine zunehmende Teilnahmslosigkeit. Der Aldosteron-Mangel mitsamt seiner Symptome stellt einen lebensgefährlichen Zustand für den Säugling dar, sodass er unmittelbar behandelt werden muss.

Generell existiert ein primärer sowie sekundärer Aldosteron-Mangel. Ein primärer Aldosteron-Mangel entsteht als Folge einer Nebennierenerkrankung. Herrscht ein Extremfall vor, ist der sogenannte Morbus Addison in der Lage, einen Totalausfall der Nebennierenrinde zu verursachen. Tritt ein Morbus Addison auf, fehlt dem Körper nicht nur Aldosteron, sondern ebenfalls andere Steroidhormone. Bei einem sekundären Aldosteron-Mangel hingegen weißt das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System Fehler in seinem Regulationsmechanismus auf.

Ein Aldosteron-Mangel ist jedoch keine unheilbare Krankheit. Die Behandlung erfolgt mittels Hormon-Substitution. Gleich wird die Krankheit, welche den Mangel letztendlich ausgelöst hat, behandelt. Die jeweilige Behandlung kann aber einige Zeit dauern, da sie abhängig von der auslösenden Krankheit ist.

Neben einem Aldosteron-Mangel können Betroffene gleichfalls unter einer Überproduktion von Aldosteron leiden. Diese kann ebenfalls primäre sowie sekundäre Ursachen besitzen. Eine primäre Aldosteron-Überproduktion wird meist durch gutartige Tumore, welche im Bereich der Nebennieren liegen, hervorgerufen. Seltener hingegen sind bösartige Tumore an derselben Stelle die Ursache. Die primäre Überproduktion von Aldosteron trägt den Beinnamen Conn-Syndrom. Typische Symptome sind Muskelschwäche, Durst, Häufiges Wasserlassen sowie Kopfschmerzen.

Die sekundäre Überproduktion von Aldosteron zeigt nahezu identische Symptome wie die primäre Überproduktion. Der sekundäre Aldosteron-Mangel tritt infolge einer Fehlregulation des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems auf.

Aldosteron-Mangel

Der Aldosteron-Mangel, ebenfalls bekannt unter Mineralokortikoidmangel, Mineralokortikoidunterproduktion oder Hypoaldosteronismus, ist eine Erkrankung, bei welcher zu wenig Aldosteron im Blut ist. Er existiert in einer primären wie sekundären Form. Bei der primären Form ist die Nebennierenrinde nicht mehr in der Lage, genügend Aldosteron zu produzieren. Bei der sekundären Form hingegen unterliegen die Nieren einer Störung, infolgedessen ein Aldosteron-Mangel eintritt.

Die Symptome der Krankheit sind teilweise altersabhängig. Typisch für einen sekundären Mangel sind Müdigkeit, Erbrechen, Verwirrtheitszustände, Durchfall, Herzrhythmusstörungen oder ein Herzstillstand. Um die Diagnose eines Aldosteron-Mangels zu erhalten, muss der Betroffene sich einem Gespräch, einer körperlichen Untersuchung sowie Messungen im Blut unterziehen. Der Mangel kann allerdings nicht rückgängig gemacht werden, sodass die Patienten ihr restliches Leben lang Tabletten einnehmen müssen, um das fehlende Aldosteron zu ersetzen.

Der primäre Aldosteron-Mangel wird durch einen Fehler in der Produktionskette von Aldosteron in der Nebennierenrinde verursacht. Durch diesen Fehler kann die Nebenniere kein Aldosteron mehr produzieren. Beim sekundären Aldosteron-Mangel hingegen weißt das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System einen Fehler auf. Das System fällt aufgrund der Störung aus, sodass die Nebennierenrinde nicht mehr ausreichend Aldosteron erzeugen kann.

Beide Formen des Aldosteron-Mangels weißen zu wenig Aldosteron im Blut auf. Gleichzeitig wird über den Urin zu viel Natrium und Wasser ausgeschieden. Ebenfalls verbleibt zu viel Kalium im Körper. Bei einem sekundären Mangel leiden Betroffene unter einer zu großen Menge Kalium im Blut.

Halten die typischen Beschwerden beider Mangelformen an, muss zunächst ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann eine genaue Diagnose stellen und bei Bedarf eine passende Behandlung veranlassen. Zunächst erfolgt ein ausführliches Gespräch, in welchem unter anderem die Beschwerden genau geschildert werden und somit ein Hinweis auf einen bestehenden Aldosteron-Mangel gegeben werden kann. Ebenfalls müssen anhaltende Erkrankungen sowie Therapien angegeben werden. Danach erfolgt eine Ganzkörperuntersuchung. Mittels einer Blutuntersuchung kann der Arzt die erhöhte Menge Kalium sowie die verminderte Menge Aldosteron im Blut nachweisen.

Wurde ein primärer bzw. sekundärer Aldosteron-Mangel festgestellt, leiden die Betroffenen lebenslänger unter der Krankheit, da sie nicht rückgängig gemacht werden kann. Dennoch erfolgt eine Therapie, in welcher die Symptome der Krankheit eingedämmt werden. Die Betroffenen müssen lebenslang Mineralokortikoiden einnehmen. Dies geschieht in Form von Tabletten. Diese Therapieform ist typisch für einen primären Mangel. Bei einem sekundären Aldosteron-Mangel hingegen muss außerdem die Erkrankung behandelt werden, welche den Mangel verursacht. Da die Krankheit sowohl durch eine Nierenschädigung sowie eine Störung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems hervorgerufen werden kann, muss hierbei eine genaue Diagnose erfolgen, bevor erste Behandlungsschritte umgesetzt werden.

Typische und häufige Krankheiten des Aldosterons

 

  • Mangel und Überschuss an Aldosteron
  • beide Formen typische Symptome
  • Mangel zeigt sich durch niedrigen Blutdruck, Durchfall, Verwirrtheitszustände, Müdigkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, erhöhten Kaliumgehalt im Blut
  • Salzverlustsyndrom bei Neugeborenen
  • primäre und sekundäre Form von Aldosteron-Mangel – verursacht durch Nebennierenerkrankung oder Störung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems
  • primärer Mangel – Morbus Addison
  • Überproduktion von Aldosteron – meist durch gutartige Tumore, selten durch bösartige Tumore in der Nebennierengegend ausgelöst
  • typische Symptome für Überproduktion – Muskelschwäche, Durst, Kopfschmerzen, häufiges Wasserlassen
  • primäre Überproduktion – Conn-Syndrom

Fragen und Antworten zum Aldosteron

 

Wie erkenne ich einen primären Aldosteron-Mangel bei Neugeborenen?

Das Salzverlustsyndrom, der primäre Aldosteron-Mangel bei Neugeborenen, zeigt sich zunächst durch eine verminderte Flüssigkeitsmenge im Körper, einem Kaliumüberschuss im Blut sowie einem Natriummangel. Typische Symptome für das Salzverlustsyndrom in den ersten Lebenstagen bis Lebenswochen sind eine Trinkschwäche sowie Nahrungsverweigerung, Austrocknung, Erbrechen, Durchfall sowie eine zunehmende Teilnahmelosigkeit. Werden die Symptome zu spät erkannt oder nicht behandelt, kann dies den Tod des Säuglings zur Folge haben.

Wie behandle ich einen Aldosteron-Mangel?

Die Behandlung eines nachgewiesenen Aldosteron-Mangels unterscheidet sich je danach, ob es sich um einen primären oder sekundären Mangel handelt. Liegt ein primärer Aldosteron-Mangel vor, müssen Betroffene ein Leben lang Mineralokortikoide und Natriumchlorid einnehmen. Ebenfalls wird häufig Fludrocortison verschrieben. Um zu kontrollieren, ob die Therapie erfolgreich ist, erfolgt eine Messung der Plasmareninwerte. Werden die Tabletten in richtiger Dosis verschrieben und eingenommen, normalisieren sich die Werte. Bei einem sekundären Aldosteron-Mangel leiden die Betroffenen zusätzlich unter Herzinsuffizienz oder an Bluthochdruck. Meist wird ein kaliuretisches Diuretikum wie Chlorthalidon oder Hydrochlorothiazide verordnet. Ebenfalls kann eine Kombination mit Minrealokortikoiden angewandt werden. Bei einem sekundären Aldosteron-Mangel sollten zugleich renin- und aldosteronsenkende Medikamente wie Beta-Blocker, NSAR, ace-Hemmer sowie Kalziumantagonisten vermieden werden.

Wie behandle ich einen Aldosteron-Überschuss?

Bei einem Aldosteron-Überschuss bzw. einer Überproduktion muss zunächst festgestellt werden, um nur eine oder tatsächlich beide Nebennieren erkrankt sind. Bei einer erkrankten Nebenniere erfolgt häufig eine Operation, bei beiden kranken Nebennieren eine medikamentöse Behandlung, um den Überschuss zu regulieren. Leidet lediglich eine Nebenniere unter einer Erkrankung, erfolgt meist eine Operation, in welcher die betroffene Nebenniere entfernt wird. Diese Operation erfolgt nahezu immer als „Schlüsselloch-Operation“. Sobald die erkrankte Nebenniere entfernt wurde, regulieren sich der Blutdruck und der Kaliumgehalt wieder. Gleichzeitig kann die verbleibende Nebenniere die Aufgabe beider Nebennieren übernehmen und ausreichend Nebennierenhormone für den Körper erzeugen. Sind beide Nebennieren erkrankt, kann die Erkrankung nicht mittels Operation geheilt werden, sodass nur eine medikamentöse Therapie verbleibt. Die Medikamente hemmen hierbei die übermäßige Bildung von Aldosteron. In der Regel sind allerdings nicht nur die sogenannten Aldosteronantagonisten in der Lage, den Patienten zu heilen. Um den erhöhten Blutdruck zu senken, müssen zusätzliche Medikamente eingenommen werden.

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