Shiatsu

Die besonders sanfte Anwendung

Behandlung Shiatsu

Heil- und Entspannungsmethoden aus der Traditionellen chinesischen Medizin werden auch hierzulande in zunehmendem Umfang angeboten.

Im Vordergrund steht dabei Shiatsu.

In Deutschland gibt es sogar eine Gesellschaft für Shiatsu, die sich unter anderem mit der Ausbildung von qualifizierten Mitarbeitern einsetzt.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Shiatsu. 

 

Was ist Shiatsu?

 

Shiatsu ist im Laufe der Zeit zu einem festen Bestandteil von Wellness-, Therapie- und Rehabilitationsprogrammen in zahlreichen Einrichtungen geworden. Seine Wurzeln hat Shiatsu in der asiatischen Heil- und Lebenskunde sowie in der Philosophie.

Die Körpertherapie stellt eine Kombination aus dem sogenannten chinesischen Meridiansystem und der Traditionellen Chinesischen Medizin dar. Ein großer Vorteil ist darin zu sehen, dass die ausgeführten Griffe und Vorgehensweisen genau auf die Bedürfnisse der zu Behandelnden abgestimmt werden können.

Bei jeder einzelnen Anwendung wird laut den Regeln des Shiatsu der Strom des Lebens in einem Menschen angeregt und unterstützt. Die Grundlage der Heilkunst stellen verschiedene manuelle Grifftechniken und Berührungen dar, die vom Praktizierenden auf den zu Behandelnden ausgeübt werden.

 

  • Mit der Körpertherapie können mehrere Effekte gleichzeitig erreicht werden:
  • Entspannung und Anregung der Lebensenergie beziehungsweise des „Chi“
  • Abbau von Alltagsstress
  • Hilfe bei der Krisen- und Problembewältigung in unterschiedlichen Bereichen
  • Stärkung der Selbstheilungskräfte
  • Linderung bei mannigfaltigen Symptomen und Erkrankungen

Shiatsu kann auch ALS Körperbehandlung oder -therapie bezeichnet werden. Diese Methode umfasst Inhalte aus der chinesischen Massagetechnik Tuina, einer eigenständigen chinesischen Massageart. Dabei kommt es insbesondere auf die Ausübung von mehr oder minder starkem, teilweise sanftem aber dennoch tiefem Druck in Einheit mit Bewegungen der Hände an.

Durch diese Wirkung wird das Gleichgewicht des Energiehaushaltes hergestellt. Das heißt, dass eine Harmonisierung von Körper, Seele und Geist entsteht, die der Gesundung und der Gesunderhaltung dient. Außerdem kann Shiatsu helfen, Vitalität und Kraft zu schöpfen.

 

Ursprung und Entwicklung des Shiatsu

 

Shiatsu oder „Fingerdruck“ ist eine ausschließlich manuelle Behandlung, bei der der Daumen, die Finger, die Handballen und die Handflächen genutzt werden. Je nachdem, welche Technik als sinnvoll erscheint, können auch die Knie, die Hüfte und die Ellenbogen zu Hilfe genommen werden.

Bis zum 20. Jahrhundert wurde Shiatsu noch nicht dieser Form eingesetzt, wie das heute der Fall ist. Die Grundsteine für diese Körpertherapie wurden bereits über mehrere Jahrtausende hinweg gesetzt, indem die Traditionelle Chinesische Medizin immer mehr wertvolle Behandlungsansätze bewahrt und vervollkommnet hat.

Dank zweier japanischer Therapeuten, die sich stark für die moderne westliche Beschreibung der Anatomie und Physiologie des menschlichen Organismus interessierten, konnte aus der Massagetechnik Tuina Anmo das Shiatsu werden.

Die Tuina Anmo enthält in großem Umfang ältere, sehr ernsthafte Aspekte. Deshalb wurde eine Abgrenzung zu einer eher lockeren Druckpunktbehandlung angestrebt, die heute als reine Entspannungstherapie Shiatsu bekannt ist. Seit 1964 ist die Fingerdruckmassage in Japan anerkannt worden. Eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Shiatsu ist das Zen-Shiatsu.

 

Funktion, Wirkung und Ziele des Shiatsu

 

Shiatsu ist eine Kompressionsmassage, bei der mehrere physikalische Komponenten (Kraft beziehungsweise Druck, Berührung, Reibung, Wärme) gleichzeitig ausgenutzt werden. Dieses Prinzip kann mit einer Lymphdrainage verglichen werden.

Die Bewegungen, die der Therapeut ausübt, sind kreisförmig, wobei immer ein geringer Druck ausgeübt wird. Die behandelten Körperzonen werden durch die dabei verursachten Rotationen und Dehnungen angeregt. An bestimmten Körperpunkten erhöht der Therapeut den Druck und bearbeitet diese etwas intensiver. Das sind Punkte, die auf den entsprechenden Energiemeridianen liegen.

 

Die dabei anvisierten Ziele umfassen:

 

  • Die Stimulation der selbstregulierenden Prozesse im Organismus
  • Das Beheben von Blockaden und Verspannungen
  • Die Unterstützung des ungehinderten Flusses der Lebensenergie
  • Das Ausgleichen des gesamten energetischen Systems = Körper, Geist und Seele
  • Die Förderung der Eigenverantwortung und der Selbstwahrnehmung des Patienten

Behandlungsgründe für Shiatsu

 

Die gesundheitlichen Beschwerden, die Patienten zu dieser Behandlung treiben, sind recht unterschiedlich. Sie betreffen entweder seelische und geistige oder körperliche Leiden. Oftmals kommen sogar komplette Symptomkomplexe zusammen. Auch in dieser Hinsicht kann Shiatsu behutsam Abhilfe oder Linderung schaffen.

 

Durchführung und Wirkungsweise

 

Shiatsu hat wegen seiner Vielseitigkeit und seiner Behutsamkeit bei der Ausführung einen großen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad erlangt. Infolge dessen wird diese Körpertherapie nicht nur in Gesundheits- und Rehabilitationseinrichtungen, sondern ebenso in Schulen, Betrieben, Krankenhäusern und in sozialen Institutionen durchgeführt.

Der Mensch unterliegt im Laufe des Lebens einer Fülle an äußeren und inneren Einflüssen, die ein Ungleichgewicht im Energiefluss bedingen können. Diese ungünstigen Faktoren sind zum Beispiel Stress und persönliche Lebenskrisen und Belastungen, Unausgeglichenheit, Mangel an Bewegung und eine ungesunde Ernährung.

Daraus entspringen wiederum Erkrankungen und ein eingeschränktes Wohlbefinden. Diese energetischen Verschiebungen können durch Shiatsu wieder in ein harmonischen Gleichgewicht gebracht und gezielt ausbalanciert werden.

Behandlung ShiatsuDieses Vorhaben kann gelingen, indem der Therapeut die als Meridianpunkte benannten Zonen anspricht.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielen Energieleitbahnen oder Meridiane eine zentrale Rolle.

In diesen Bahnen wird die Lebensenergie, die jedes einzelne Organ durchdringt, durch den Körper geleitet. Dabei passiert die Energie spezielle Körperpunkte. 

Kommt es zu einem Stau von Energie an einer Stelle, kann diese Einschränkung durch das Bearbeiten der nahe gelegenen Körperpunkte beseitigt werden.

Solche Körperpunkte sind ebenfalls das Fundament anderer fernöstlich geprägter Heilverfahren wie der Thai-Massage, der Akupressur oder der Akupunktur.

Beim Shiatsu arbeitet der Therapeut nur mit seinen Händen. Er massiert die Körperpunkte, die entlang der Meridiane verteilt sind. Jeder Körperpunkt steht dafür für eine andere gesundheitliche Problematik.

Durch dieses Einwirkungen unter Druck, Reibung und angenehmer Wärme kommt es zu:

 

  • Einer Anregung der Durchblutung im Bindegewebe und in der Haut
  • Einer leichten Erwärmung der massierten Bereiche
  • Einem Lösen von Blockaden
  • Einer Dehnung der Muskeln, Sehnen und Bänder
  • Einer Verbesserung der Beweglichkeit der Gelenke
  • Einer Mobilisierung des Bewegungsapparates
  • Eine Stimulation des autonomen Nebensystems (Teile des Nervensystems, die nicht willkürlich gesteuert werden können)

Shiatsu sollte nicht mit den gewohnten klassischen schulmedizinischen Massagevarianten verglichen werden. Um die Lebensenergie Chi anzusprechen, arbeiten die Therapeuten ausschließlich nach der in China begründeten Lehre von dem Meridianen. Shiatsu hat somit einer eher vorbeugenden Charakter.

Während der Therapie wird eine verbale Kommunikation vermieden. Die Dauer einer Sitzung beträgt etwa eine bis anderthalbe Stunde.

 

Zusammenzufassend kann gesagt werden, dass Shiatsu ein „Heilen mit den Fingern beziehungsweise den Händen“ ist. Der Patient kann dabei auf einer speziellen Matte Sitzen oder liegen. Die Behandlung erfolgt in Abhängigkeit von den notwendigen Techniken entweder in der Rücken- oder in der Bauchlage oder kniend.

Sonderformen des Shiatsu sind die Massage nach Namikoshi, die Iokai-Massage und das Wasser-Shiatsu. Bei der Iokai-Massage werden die Hände lediglich aufgelegt.

 

Shiatsu hilft gegen

 

  • Einschränkungen der Beweglichkeit
  • Beschwerden in den Knien, den Hüften, der Schulter und im Rücken
  • Störungen der Sensibilität oder des Empfindens (Kribbeln, Taubheit, Brennen)
  • Erschöpfungszustände und Schlaflosigkeit
  • Energielosigkeit und Antriebsarmut
  • Psychosomatische oder durch seelische Belastungen ausgelöste Beschwerden
  • Nervosität, Grübelneigung, gereizte Stimmung, Freudlosigkeit, Missmut
  • Depression
  • Leichte Schmerzen wie Kopf-, Zahn- und Regelschmerzen
  • Verspannungen
  • Migräne, Wechseljahresbeschwerden
  • Sogenannte Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Wetterfühligkeit und Abgeschlagenheit

Im Zusammenhang mit einer positiven Beeinflussung der Genesungsphase nach überstandenen Erkrankungen (Rekonvaleszenz) sowie nach Unfällen ist Shiatsu empfehlenswert. Darüber hinaus trägt die Heilmethode zur schnellen Erholung und der Regeneration verschiedenartigster Minderungen bei.

 

Shiatsu fördert und stärkt

 

Durch Shiatsu, einem wichtigen Part in der Prophylaxe oder der Vorbeugung von Erkrankung sowie in der Förderung der Gesundheit, können sich Menschen besser entwickeln und mehr Achtsamkeit für sich entwickeln. Die Körpertherapie verbessert das Allgemeinbefinden und reduziert die Anfälligkeit für Krankheiten.

 

  • Stressabbau und Stressvorbeugung
  • Aktivierung der Selbstheilung
  • Stimulierung der körperlichen Regulationsprozesse
  • Vitalität und Lebensfreude
  • Ausgeglichenheit
  • Entspannung und gesunden Schlaf
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Kreativität, Wahrnehmungsfähigkeit und Lebensfreude
  • Entwicklungs-, Gesundheits- und Wachstumsvorgänge

Risiken und Nebenwirkungen

 

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass Shiatsu keine Nebenwirkungen oder Komplikationen hervorruft. Komplikationen können vorwiegend dann auftreten, wenn die Therapeuten eine zu starke Kraft ausüben und die Druckintensität nicht angemessen ist.

Nicht ausgeschlossen können Nebenwirkungen und Komplikationen werden, wenn trotzt vorliegender starker Beschwerden nicht auf die Massage verzichtet wird. Bei Unsicherheiten ist es daher immer richtig, zuvor den behandelnden Arzt zu Rate zu ziehen.

Die Therapeuten weisen vor Beginn der Behandlung meist darauf hin, dass Shiatsu nicht immer frei von Nebenwirkungen oder Nachwirkungen ist. Manche Menschen reagieren sogar äußerst emotional auf diese Behandlung. Oftmals verstärken sich bereits vorliegende Symptome. Diese vergehen jedoch nach einigen Tagen. Diese Effekte können häufig auch bei einer gängigen physiotherapeutische Behandlung beobachtet werden.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen des Shiatsu

 

Shiatsu ist nicht ratsam, wenn schwere Erkrankungen vorliegen. Lediglich zur Linderung der damit verbundenen Symptome oder Krankheitszeichen kann die Heilmethode sinnvoll sein.

 

Wer behandelt?

 

  • Fachtherapeuten für Shiatsu oder Therapeuten
  • Physiotherapeuten mit entsprechenden Kenntnissen
  • Heilpraktiker mit einer entsprechenden Ausbildung
  • Fachärzte mit einer entsprechenden Weiterbildung

Interessenten, die sich zum Shiatsu-Therapeuten ausbilden lassen möchten, durchlaufen eine mindestens 500 Stunden umfassende, dreijährige Ausbildung. Danach wird eine Weiterbildung von mehr als 100 Zeitstunden absolviert.

 

Unser Fazit zum Shiatsu

 

Erstaunlicherweise fühlen die Patientinnen und Patienten schon nach der ersten Sitzung, dass der Körper relaxt und einzelne belastende Beschwerden zurückgehen. Die Patienten profitieren außerdem in mehreren Richtungen von der Stärkung der eigenen innewohnenden Potenziale. Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen wegen der nicht vorhandenen wissenschaftlichen Nachweise über die Wirksamkeit der Anwendung die Kosten nicht.


Shiatsu

Shiatsu ist das japanische Wort für Fingerdruck (Shi=Finger, Atsu=Druck). Shiatsu ist eine Form der Akupressur und ist Bestandteil der 2000 jährigen Traditionell Chinesichen Medizin.

In der Shiatsu Behandlung wird mit Daumen, Handflächen, Ellenbogen, Unterarmen und Knien entlang der Energieleitbahnen (Meridiane) des Behandelnden sanft und tief gedrückt. Dieser Duck ist leicht aber nachhaltig. Außerdem wird mit Dehnungen und Gelenkrotationen in verschiedenen Positionen gearbeitet. Dadurch lösen sich Blockaden auf den Energieleitbahnen und die Selbstheilungskräfte werden angeregt.


Weitere Informationen zu Shiatsu:

Freie Enzyklopädie Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Shiatsu
Shiatsu Schule Berlin Kreuzberg: https://www.shiatsu-schule.de

Fachverbände:
Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland (GSD): https://www.shiatsu-gsd.de

Ausbildungszeiten:
(diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Form und Ort der Ausbildung und Vorwissen variieren):
ca 500. Vollzeitstunden, ca. 3 Jahre

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