Präalbumin

Auch bekannt als:

PA, TTR
Bezeichnung: Transthyretin-Test, tryptophanreiches Präalbumin, Thyroxin-bindendes Präalbumin (TBPA)
Ähnliche Tests: Albumin/Globulin-Quotient


Auf einen Blick

Warum wird Präalbumin untersucht?

Um eine Mangelernährung mit stark eingeschränkter Energie- bzw. Proteinzufuhr zu diagnostizieren und zur Überwachung einer therapeutischen Ernährung.

Bei welchen Erkrankungen oder Symptomen sollte Präalbumin untersucht werden?
Bei Verdacht auf Mangelernährung mit Energie- bzw. Proteindefizienz bei z.B. geriatrischen oder Tumorpatienten. Außerdem als mögliche Voruntersuchung bei entsprechenden Mangelzeichen zur Klärung der Operationsfähigkeit. Schließlich bei therapeutischer enteraler (z.B. Magensonde) oder parenteraler Ernährung (z. B. als Infusionstherapie) zur Überwachung des Therapieerfolgs und zur Prognoseabschätzung bei Hämodialysepatienten.

Aus welchem Probenmaterial wird Präalbumin durchgeführt?
Aus einer venösen Blutprobe einer Armvene.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Bei diesem Test wird die Menge an Präalbumin im Blut festgestellt. Präalbumin hat eine Halbwertszeit von nur zwei Tagen, weshalb sich pathologischche Veränderungen im Stoffwechsels dieses Proteins relativ schnell auf die Konzentration im Blutplasma auswirken. Die Präalbumin-Konzentration reflektiert somit den aktuellen Ernährungszustand des Patienten.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Üblicherweise wird über eine Nadel Blut aus einer Armvene abgenommen
Bemerkung: Falls eine Untersuchung einem Patienten Angst macht, ihm peinlich ist oder schwierig durchzuführen, können folgende Artikel nützlich sein: Bewältigung von Schmerzen, Unbehagen und Angst bei Untersuchungen, Tipps für Blutentnahmen, Tipps dafür, wie man Kindern helfen kann, Untersuchungen gut zu überstehen und Tipps dafür, wie man alten Menschen helfen kann, Untersuchungen gut zu überstehen.

Ein anderer Artikel, Wie wird eine Probe verarbeitet??????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????, bietet eine kleinen Einblick darin, wie eine Blutprobe und eine Abstrich-Kultur gewonnen und aufbereitet werden.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Präalbumin wird dann angefordert, wenn der behandelnde Arzt den Verdacht auf eine mangelhafte Ernährungslage mit stark reduzierter Gesamtenergiezufuhr bzw. Proteinaufnahme bestätigen will. Eine schwerwiegende Mangelernährung kann bis zu 50% der stationär behandelten Patienten betreffen und kann in seinenr maximalen Ausprägung nicht nur zum Abbau von Körperfettreserven, sondern auch von strukturrelevanten Eiweißen (z.B. Muskelgewebe) führen. Aus diesem Krankheitsbild können sich schwerwiegende Komplikationen bis hin zum Tod entwickeln. Kinder mit diesem Krankheitsbild zeigen Gedeihstörungen oder sind in ihrer Entwicklung verlangsamt.

Während eines Krankenhausaufenthaltes ernähren sich viele Patienten unzureichend, speziell nach Operationen. Studien konnten zeigen, dass eine gute Ernährungslage vor einem operativen Eingriff prognostisch günstig ist und vor Komplikationen wie Lungenentzündung und anderen Infektionen schützt. Deshalb ist die Bestimmung des Präalbumins vor einer Operation wichtig, da sie eine Mangelernährung erkennen lässt, welche sich dann noch rechtzeitig vor dem Eingriff durch geeignete Maßnahmen korrigieren lässt. Anstatt oder ergänzend zum Präalbumin kann der Albumin-Spiegel im Blut zur Beurteilung einer Mangelernährung herangezogen werden.
Der Test ist auch bei Patienten unter einer künstlichen enteralen Ernährung (z.B. per Magensonde) oder unter einer parenteralen Ernährung (Ernährung unter Umgehung der natürlichen Nahrungsaufnahme, z. B. durch Infusionen) sinnvoll, um die Therapie optimal einzustellen. Bei Patienten unter einer Hämodialyse-Therapie (Nierenersatztherapie, durch welche Giftstoffe aus dem Blut filtriert werden) ist die Präalbumin-Bestimmung ebenfalls zur Überwachung des Ernährungsstatus sinnvoll.

Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Abgesehen von speziellen Indikationen bei bestimmten Patientengruppen (s. unten) ist eine Bestimmung der Präalbumin-Konzentration im Blutplasma bei Symptomen einer Mangelernährung generell sinnvoll. Zeichen einer Unterernährung sind u.a. starker Gewichtsverlust, Kümmerwuchs (bei Kindern), schlechte Abwehrlage gegenüber Infektionen oder verlangsamte Denkprozesse. Die Haare können brüchig werden oder sogar ausfallen, die Haut wird trocken und bekommt eine gelbliche Farbe, es zeigt sich eine Muskelschwäche und es kann zu Ohnmachtsanfällen kommen. Bei jungen Frauen kann die Menstruation ausbleiben.

Ohne Symptome sollte der Präalbuminspiegel im Serum bei Patienten mit Risikofaktoren, die zu einer Mangelernährung führen können, bestimmt werden. Hierzu zählen z.B. ältere bzw. demente Patienten, Tumorpatienten und Patienten mit anderen, schwerwiegenden chronischen Erkrankungen. Zudem wird die Blutkonzentration von Präalbumin oder Albumin häufig vor größeren, operativen Eingriffen oder bei Patienten vor Hämodialyse bestimmt. Hat ein Patient niedrige Präalbumin-Werte, kann der behandelnde Arzt regelmäßige Bestimmungen zur Verlaufskontrolle oder eine Ernährungstherapie anordnen.

Was bedeutet das Testergebnis?
Der Präalbumin-Wert im Blut spiegelt den allgemeinen Ernährungszustand der betroffenen Person wider, insbesondere die Energie- und Proteinzufuhr.

Niedrige Präalbumin-Werte Sprechen für eine Mangelernährung, welche in vielen Fällen medizinischer Behandlung bedarf. Niedrige Präalbumin-Werte kommen vor allem bei Patienten vor mit

  • geriatrischen Patienten
  • Demenzpatienten
  • schweren chronischen Erkrankungen wie z. B. Tumorerkrankungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Lebererkrankungen
  • schweren Infekten
  • Störungen im Proteinverdauung oder der Proteinaufnahme im MagenDarm-Trakt.

Bei entzündlichen Erkrankungen kann das Messergebnis falsch-niedrig ausfallen. Daher muß ein erniedrigter Präalbuminwert bei Patienten mit einer entzündlichen Erkrankung sehr sorgfältig beurteilt werden. Liegen eine Entzündung und eine Unterernährung gemeinsam vor, kann der Präalbumin-Wert sehr schnell und sehr stark abfallen.

Erhöhte Präalbumin-Werte kommen bei Patienten vor mit

  • einer hochdosierten Kortikosteroid-Therapie
  • Nebennierenüberfunktion
  • einer hochdosierten Medikation mit nicht-steroidalen Antiphlogistika
  • M. Hodgkin.

Leidet ein Patient an einem akuten oder chronischen Nierenversagen, können die im Blut bestimmten Präalbumin-Werte fälschlicherweise höher sein als sie wirklich sind.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Medikamente beeinflussen den Präalbumin-Spiegel im Blut. Einige Medikamente wie z. B. Amiodaron und Östrogene führen zu niedrigen Konzentrationen.

Medikamente, welche die Präalbumin-Werte im Blut erhöhen, sind Anabolika, Androgene (männliche Hormone) und Prednisolon.

Neueste Forschungen haben ergeben, dass die Präalbumin-Werte im Blut von dialysepflichtigen Patienten den Verlauf der Erkrankung vorhersagen können. Ein geringer Präalbumin-Wert zu Beginn der Behandlung erhöht für den Patienten die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen unter der Therapie, und stetige Abfälle der Präalbumin-Spiegel im Blut während einer Therapie sind mit einer geringen Überlebensrate verbunden.

Der Parameter ist nicht zur Diagnose einer chronisch-adaptiven Mangelernährung wie z.B. der Anorexia nervosa geeignet.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport:

Die Präalbuminkonzentration im Serum bzw. Blutplasma ist relativ stabil.

Referenzbereiche (Erwachsene)
– Gesamtproteinkonzentration im Serum: Erwachsene 220-450 mg/l

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Systemisch-entzündliche Erkrankungen führen typischerweise zu niedrigen Präalbuminkonzentrationen (Anti-Akut-Phase-Protein). Daher sollte in der Frage nach einer Mangelernährung immer auch ein Akut-Phase-Protein (am ehesten C-reaktives Protein) zum Ausschluß einer entzündlichen Erkrankung mitgeführt werden. Ausgeprägter Alkoholgenuß mit Leberzellschädigung wie auch bestimmte Medikimante (z.B. Kortisontherapie) können zu hohen Präalbuminkonzentrationen im Serum führen und eine Mangelernährung kaschieren. Andere Medikamente wie z.B. Östrogene führen zu falsch-niedrigen Präalbuminwerten.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle:
Der Parameter Präalbumin / Transthyretin im Serum/ Plasma ist nach der Richtlinie „Labor“ der Bundesärztekammer vom 24.08.2001 (letzte Änderung 14.11.2003) nicht ringversuchspflichtig. Eine interne Qualitätskontrolle sollte jedoch durchgeführt werden.


Häufige Fragen

Welche Umstände führen zu einer Unterernährung?

Eine Reihe von Erkrankungen führt zu einer Protein-Mangelernährung. Häufige Ursachen hierfür sind

  • Tumorerkrankungen
  • Schwerwiegende, chronische Erkrankung
  • Protein-Verlust über den MagenDarm-Trakt
  • Anorexia und andere Essstörungen
  • Erkrankungen der Leber
  • Multiple Verletzungen
  • Fettleibigkeit
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Verbrennungen von 30% der Körperoberfläche oder mehr.

Was ist der Unterschied zwischen der Bestimmung von Präalbumin, Albumin und Mikroalbumin?

Beim Präalbumin-Test wird das gleichnamige Protein im Blut bestimmt, um vor therapeutischen Interventionen oder bei Patienten mit Symptomen einer Mangelernährung Aussagen über die Energiezufuhr treffen zu können. Albumin wird in erster Linie zur Beurteilung von Leber– oder Nierenerkrankungen herangezogen, oder um zu erkennen, ob der Körper ausreichend Aminosäuren aufnimmt. Außerdem kann Albumin auch zur Überwachung des Ernährungszustandes eingesetzt werden. Da sich aber Präalbumin Veränderungen der Ernährung schneller anpasst, ist dessen Bestimmung zur Durchführung von kurzen Untersuchungsintervallen besser geeignet als Albumin. Beim Mikroalbumin-Test werden sehr kleine Menge Albumin im Urin gemessen, um das Risiko der Entstehung einer Nierenerkrankung abschätzen zu können.


Weiterführende Links zum Thema

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An anderer Stelle im Internet
AWMF Leitlinie Nephrologie/ Enterale Ernährung
https://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/073-009.htm

AWMF Leitlinie Überwachung der parenteralen Ernährung
https://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/073-018_18.htm

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