Nephrologie

Nieren und ihre Erkrankungen

Behandlung Nephrologie

In der Nephrologie geht es um sämtliche Diagnosen, Erkrankungen, Therapien, Präventions- und Heilmethoden, die sich mit den Nieren beschäftigen.

Das Fachgebiet Nephrologie gehört zur inneren Medizin. Auch sämtliche Blutreinigungsmethoden (wie Dialyse, Immunadsorption und Apherese) fallen unter die Nephrologie.

Die Nephrologie hat viele Verbindungen zu anderen medizinischen Disziplinen, wie der Kardiologie, der Urologie, der Diabetologie, der Rheumatologie, der GefäßChirurgie oder der Intensivmedizin.

Was ist die Nephrologie?

Die Nephrologie ist eine noch relativ junge Disziplin, Dialysebehandlungen werden z. B. seit den 50ger Jahren von den Krankenhäusern angeboten. Dieses Fachgebiet konzentriert sich auf das Innere der Nieren des Patienten.

Nieren sind für die Entgiftung des menschlichen Körpers zuständig. Sie filtern Reste von Stoffwechsel- und Verbrennungsprozessen aus dem Blut und diese werden über das Urin ausgeschieden.

Ein Nephrologe beschäftigt sich mit Erkrankungen der Nieren, aber auch mit den Beschwerden, die eine Funktionsstörung der Nieren auslösen kann. Hierbei konzentriert man sich auf nicht-operative Behandlungsmethoden. Wichtig für einen Nephrologen sind die Diagnose, die Behandlung und die Beratung des Patienten.

Auch Patienten mit Hochdruckerkrankungen werden behandelt. Man kümmert sich ebenfalls um die Regulation des Nierenhaushalts und um Folgeerkrankungen, wie Nierenersatzverfahren, die Reinigung des Blutes oder Veränderungen im Wasser- und Blutsalzhaushalt.

Ein wichtiges Teilgebiet ist die Hypertensiologie, d. h. die Behandlung von Bluthochdruckpatienten. Typische Erkrankungen in der Nephrologie sind Systemerkrankungen mit Nierenbeteiligung und Bluthochdruck, Nierenschwäche, Nierensteinleiden, Nierenzellkarzinome (Nierenkrebs), akutes oder chronisches Nierenversagen oder eventuelle Stoffwechselstörungen. Auch eine Nierentransplantation fällt in das Gebiet der Nephrologie.

Behandlungen und Therapie

In der Nephrologie gibt es viele verschiedene Behandlungsarten und Therapien. Eine Möglichkeit der Therapien sind Operationen, wenn z.B. ein Dialyseshunt oder ein Dialysekatheder gelegt werden muss. Eine sehr häufig genutzte Behandlungsart ist die Dialyse.

Hier findet eine künstliche Blutwäsche statt, wenn Menschen einen schweren Nierenschaden haben. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: das Blut lässt sich innerhalb des Körpers reinigen, oder auch mit externen Geräten.

Hat eine Patient Nierensteine, versucht man zunächst, die Erkrankung mit konservativen Methoden zu behandeln: man versucht es mit intensiver Schmerzbekämpfung, lokaler Wärme, körperlicher Bewegung und mehr Aufnahme von Flüssigkeit. Wenn eine Nierenkolik auftritt, muss der Nierenstein allerdings aktiv entfernt werden.

Bei Bluthochdruckpatienten wird versucht, den Blutdruck wieder auf ein niedrigeres Level zu bringen. Es werden auch Medikamente verschrieben, wie ACE-Hemmer, Diuretika (Harntreibende Mittel), Betablocker oder Kalziumkanalblocker.

Leidet ein Patient an Nierenkrebs, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: Entfernung des Tumors durch eine Operation, Verschluss der Nierenarterie, Chemo- oder Strahlentherapie, Immuntherapie oder die Verschreibung von Medikamenten.

Eine andere Behandlungsmöglichkeit ist eine Nierentransplantation. Hier braucht man eine sehr professionelle Vorbereitung für den Eingriff und eine psychologisch fundierte Nachbehandlung und Betreuung des Patienten.

Die Methoden der Nephrologie werden auch für Krankheiten aus anderen Fachbereichen mit verwendet. Bei der Erkrankung Morbus Crohn kommt die Nephrologie zum Einsatz, und auch, wenn ein Patient einen Tinnitus oder einen Hörsturz erleidet. Auch bei schweren Erscheinungen einer Herzinsuffizienz oder bei plötzlichen Vergiftungen nutzt man Methoden aus der Nephrologie.

Diagnose und Untersuchungsmethoden

In der Nephrologie ist die Labordiagnostik sehr wichtig. Hier erhält der Arzt die Werte von Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Calcium, Natrium, Phosphat, Kalium, Chlorid und Glomäruläre Filtationsrate (GFR), und bekommt so Informationen über den Säure-Basen-Haushalt und die Nierenfunktion des Patienten. Desweiteren sollte ein regelmäßiges Blutbild erstellt und eine Blutgasanalyse durchgeführt werden.

Sehr wichtig für die Diagnose bei Nierenerkrankungen ist das Testen des Urins. Man untersucht den Urin mit Hilfe von Teststreifen auf Erythrozyten, Eiweiß, pH-Wert, Leukozyten, Nitrit, Glucose und Ketonkörper.

Der Arzt kann bestimmte Krankheiten mit Hilfe des Urins bestimmen: falls z. B. Zystennieren vorliegen, betrachtet er das Eiweiß und die roten Blutkörperchen im Urin, der Urin ist dann weniger konzentriert ALS normalerweise. Er kann auch eine Ultraschalluntersuchung anordnen, und so die Zysten in den Nieren entdecken.

Behandlung NephrologieFür die Untersuchung der Nieren kann man ebenfalls eine Computertomographie oder eine Röntgenuntersuchung verwenden.
Falls Blut im Urin vorhanden ist, sollte der Arzt abklären, ob das Blut von den Nieren stammen kann.

Bei einer Sammelurinuntersuchung wird während 24 Stunden Urin gesammelt, und dieses kann dann genauer untersucht werden.

Falls der Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung besteht, kann auch eine Blasenspiegelung sinnvoll sein. Wenn bei dem Patienten ein Nierenversagen vorliegt, muss der Arzt abklären, ob das Nierenversagen akut oder chronisch ist. Der Arzt muss herausfinden, ob der Patient bestimmte Medikamente genommen hat, oder ob es andere Ursachen für das Versagen der Nieren gibt.

Bei einem chronischen Nierenversagen muss der Arzt die Symptome des Patienten begutachten, die auf eine langsame Verschlechterung der Leistung der Nieren hindeuten. Er erkennt dies an der Hautfarbe, möglichen blauen Flecken, Schwellungen an den Knöcheln oder den Augenlidern, oder eine rötlich-blaue Verfärbung der Haut.

Anschließend untersucht der Arzt das Blut und den Urin des Patienten. Bei dieser Erkrankung ist es möglich, eine Nierenbiopsie durchzuführen (Entnahme von Gewebeprobe aus den Nieren).So kann der Arzt eine genaue Diagnose erstellen.

Sehr wichtig ist es für den Arzt auch zu wissen, ob schon Erkrankungen an den Nieren innerhalb der Familie aufgetreten sind. Falls schon andere Familienmitglieder betroffen sind, kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung stark erhöhen. Wenn der Arzt zu einer Diagnose gekommen ist, wird ein genauer Therapieplan für den Patient erstellt.

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