Tropenkrankheiten

Unter Tropenkrankheiten versteht man Infektionskrankheiten, deren Erreger in tropischen Klimazonen vorkommen und die meist durch einen Vektor, wie blutsaugende Insekten, übertragen werden. Einige Erkrankungen treten gehäuft in bestimmten Jahreszeiten auf, z.B. in der Regenzeit, da die übertragenden Insekten sich zu dieser Jahreszeit stark vermehren. Das Erkrankungsrisiko ist in ländlichen Gebieten generell höher als in Städten.

Manche Krankheiten treten nur in bestimmter geographischer Höhe über dem Meeresspiegel auf, da das Klima dieser Gegenden den Vektoren der Krankheitserreger günstige Lebensbedingungen bietet.

Einteilung & Ursachen

Tropenkrankheiten kann man nach dem Übertragungsweg einteilen. Häufig erfolgt die Infektion durch blutsaugende Insekten, wie Malaria, Gelbfieber und die Schlafkrankheit. Auch Würmer können als Wirt auftreten; der Erreger der Bilharziose wird durch Wurmlarven übertragen, die sich in tropischen Gewässern aufhalten und bei Kontakt die menschliche Haut durchstechen.

Direkte Übertragung von Mensch zu Mensch dagegen tritt als Kontakt- und Schmierinfektion z.B. beim Ebola-Virus auf. Auch verunreinigtes Wasser und Lebensmittel führen häufig zu einer Infektion, meist handelt es sich um harmlose Darminfektionen, doch auch Hepatitis A und E, Typhus und die Bakterienruhr können fäkal-oral übertragen werden.

Symptome

Der Verlauf einer Tropenkrankheit hängt vom Erreger ab. Viele Tropenkrankheiten zeigen einen charakteristischen Fieberverlauf. Gelbfieber wird durch das Gelbfiebervirus (Flavivirus) verursacht und durch Steckmücken übertragen. Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen beginnt die Erkrankung mit Symptomen eines grippalen Infekts, wie Fieber, Übelkeit, Kopfschmerz.

Nach drei bis vier Tagen Krankheitsdauer tritt eine scheinbare Erholung auf, doch kommt es kurze Zeit später zu erneutem Fieberanstieg, Leberschwellung, Bluterbrechen und Hämaturie. Die Letalität beträgt zehn Prozent. Malaria ist gekennzeichnet durch in regelmäßigen Intervallen auftretende Fieberanfälle, und wird durch Plasmodien (Protozoen) verursacht. Die Erreger befallen Erythrozyten (rote Blutkörperchen), in denen sie sich vermehren.

Bei Freisetzung der Plasmodien aus den dabei zerstörten Erythrozyten tritt ein Fieberschub auf. Dieser Vorgang wiederholt sich in regelmäßigen Abständen von drei bis vier Tagen. Weitere MalariaSymptome sind Leber– und Milzschwellung sowie Organschäden von Nieren und Gehirn. EbolaFieber wird durch das Ebola-Virus hervorgerufen und beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Wegen Blutungen in Lunge, Milz und Verdauungstrakt verläuft die Erkrankung in 50 bis 90 Prozent der Erkrankungsfälle tödlich.

Diagnose

Der Patient berichtet in der Anamnese von einer Tropenreise. Symptomatik und körperliche Untersuchung führen zur Verdachtsdiagnose einer Tropenkrankheit. Die Diagnose wird durch Nachweis der Erreger gesichert. Der Erregernachweis kann direkt aus Blut, Urin oder Speichel erfolgen, z.B. für das Ebola-Virus. Auch der Malariaerreger kann direkt im Blutausstrich nachgewiesen werden.

Therapie

Für einige der gefährlichen Tropenkrankheiten, wie Ebola-Fieber, kennt die Medizin keine Behandlungsmethode. Daher ist eine wirksame Prophylaxe unverzichtbar. In vielen tropischen Staaten werden die Krankheitsüberträger, z.B. durch Insektizide, bekämpft. Reisende sollten Mückenstiche vermeiden, z.B. durch Einsatz von Moskitonetzen und Repellent. Wasser sollte abgekocht oder entkeimt werden, z.B. mit Silberpräparaten.

Gegen Malaria kann eine Prophylaxe mit Chloroquin durchgeführt werden, zur Behandlung stehen weitere Malariamittel wie Mefloquin zur Verfügung. In seltenen Fällen kann eine Bluttransfusion erforderlich sein. Gegen Gelbfieber existiert eine Schutzimpfung, die mindestens 10 Tage vor der Einreise in ein Gelbfiebergebiet erfolgen sollte.

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