Würmer

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Würmer sind wirbellose Organismen mit einem Verdauungstrakt

Egal wo der Mensch lebt und atmet, er ist mit einer Vielzahl an Krankheitserregern konfrontiert. Meist erkennt er sie nicht, weil die Krankheit zu diesen Erregern nicht ausbricht. Die körpereigenen Abwehrkräfte können gegen die Krankheit ankämpfen.

Wenn der Körper aber geschwächt ist, vermehren sich die Parasiten explosionsartig. Das Krankheitsbild bei einem Wurmbefall ist richtig zu diagnostizieren und es sind entsprechende Wege einzuleiten die Würmer unschädlich zu machen.

Welche Arten von Würmer es gibt, welche Krankheiten und Beschwerden sie auslösen können, wo sie vorkommen, wie sie sich verbreiten und alle weiteren wichtigen Informationen, finden Sie nachfolgend.

Was sind Würmer?

Was sind Würmer und was sind Parasiten?

Würmer ist ein nicht wissenschaftlicher Sammelbegriff für wirbellose Tiere mit einem eigenen Verdauungstrakt und der Möglichkeit

im Menschen zu leben
ihm zu schaden
ihm nicht zu schaden
sich in ihm zu vermehren

Als Würmer werden unter dem Mikroskop oder mit dem freien Auge sichtbare dünne, längliche Lebewesen verstanden. Bevor sie diagnostiziert werden, haben sie sich schon in einer Körperregion festgesetzt.


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Je nach Art können die Eier z. B. im Kot nachgewiesen werden

Dort produzieren sie Eier, die

  • im Stuhl gefunden werden
  • die ausgehustet werden
  • die über die Schleimhäute Verbreitung finden
  • die in oder unter der Haut leben
  • durch andere Körperflüssigkeiten übertragen werden.

Eine Selbst- oder Fremdinfektion erfolgt durch hygienische Missstände und Unkenntnis der Übertragungsmöglichkeiten.

Die gerade aktive Generation der Würmer kann

  • am Wirt verbleiben und weiter als Parasit in ihm leben oder
  • sie braucht eine oder mehrere Zwischenwirte, bevor eine spätere Generation wieder zum Menschen zurückfindet.

Die Stadien werden dabei als Eier, Larve (mehrere Stadien möglich) und als erwachsener Wurm (Adult) bezeichnet. Die einzelnen Wurmarten erzeugen eine eigene dem Wurm zuerkannte Krankheit.

In Europa befallen die meisten Wurm-Parasiten den Darm. Durch die weltweite Mobilität des Menschen kommen vermehrt Parasiten überall auf dem Planeten im Menschen vor und müssen überall von Ärzten entsprechend diagnostizierbar sein.

Parasiten sind Tiere und Pflanzen sowie Pilze, die sich ständig oder vorübergehend in einem fremden Organismus aufhalten und von ihm leben und

  • ihn dabei schädigen (Übertragung von Bakterien, Krankheiten, vergiften, seine Zellen zerstören)
  • ihn dabei nicht nachhaltig schädigen (meist unbemerkt).

Arten & Übertragung

Kriebelmücken und Stechmücken können Krankheiten übertragen, wenn sie zuvor an einem infizierten Menschen gesaugt haben oder sich auf infizierten Speisen aufgehalten haben. Ferner lassen sich Würmer in ihrem Eistadium oder als Larve im Speichel übertragen.

Im Kot von Tieren und Menschen, der als Dünger ausgebracht wird, können sich die Entwicklungsstadien der Würmer halten. Hygienische Missstände vergrößern das Risiko einer Infektion enorm. Das Waschen von Obst und Gemüse und der Hände nach dem Gang auf die Toilette ist immens wichtig.

In betroffenen Regionen ist vom Barfuß Gehen abzuraten, da sich die aggressiven Larven über die Haut bis zu den Blutgefäßen bohren und sich im Körper verteilen. Sie erreichen auf diesem Wege die Lunge, auch die Leber und Muskeln ganz allgemein, und besetzen die Hohlräume.

Schließlich werden sie ausgehustet und wieder verschluckt. Damit wandern sie in den Darm ein, in dem sie heranwachsen und geschlechtsreif werden. Die ausgeschiedenen Eier werden sichtbar, was erst Wochen nach einer Infektion erkennbar wird.


Haken- & Plattwürmer

Was als Würmer bezeichnet wird, lässt sich in einigen Untergruppen zusammenfassen:

Hakenwürmer: Sie durchlaufen drei Entwicklungsstadien außerhalb des Wirtes und finden anschließend zu ihm zurück. Während die reifen, adulten Würmer und ihre Produkte, die Eier, im Darm leben, entwickeln sich drei Larvenstadien außerhalb ohne Wirt. Anschließend bohren sie sich über die Sohlen in den Menschen.

Der Verzehr von rohem oder nicht durchgegartem Fleisch birgt die Gefahr sich mit einem Wurm zu infizieren, der im neuen Wirt weiter gedeiht. Nachdem der Wurm über die Lunge in den Darm gelangte, saugt er sich an der Darmwand fest und beginnt Blut zu saugen.

Plattwürmer werden lateinisch als Plathelminthes bezeichnet. Zu ihnen zählen Saugwürmer (Trematoden) und Bandwürmer, deren bekannteste Vertreter einerseits die Bilharziose und andererseits der Rinderbandwurm sind.

Die Plattwürmer sind flach und besitzen sowohl am Mund als auch am Bauch je einen Saugnapf, mit dem sie sich an der Darmwand des Wirtes festsaugen. Über den Kot werden die Eier ausgeschieden und gelangen auf den Boden. Schnecken nehmen den Kot auf und der Wurm kann sich daraufhin weiter entwickeln.

Im Larvenstadium der Zerkarie verlässt der Wurm die Schnecke und sucht sich Fische oder Krebse im Wasser, die ihrerseits vom neuen Endwirt gefischt und verspeist werden (Vögel, Säugetiere, Mensch). Eine Nebenentwicklung kann auch auf Gräsern im Wasser stattfinden, die ihrerseits von Tieren abgefressen werden.


Befallsrate & Vorbeugung

Mit 1% der Befallsrate in Europa zählen die Saugwürmer zu den weniger gefährlichen Parasiten, wenngleich die Bilharziose eine gefürchtete Krankheit darstellt.

Mit 9% der Befallsrate stellen die Bandwürmer jene Gruppe der Wurmparasiten dar, die im Darm des Menschen leben. Fisch-, Rinder- und Schweinebandwurm sind die wichtigsten Vertreter neben dem auch tödlich wirkenden Fuchsbandwurm, während der Hundebandwurm vergleichsweise leicht und unkompliziert zu bekämpfen ist.

Die Gefahr der Bandwürmer besteht in ihrer Fähigkeit nicht nur die Lunge zu passieren, sondern sich in ihr festzusetzen. Dieses Festsetzen gelingt dem Wurm mithilfe der Saugnäpfe und einem Hakenkranz/Zahnkranz am Kopf, mit dem er sich in der Darmwand verkeilt und Blut saugt.

Vorbeugung & Prävention

  • An Obst, Gemüse und Salaten, die vorher nicht gewaschen wurden,
  • in allen Speisen, die nicht erhitzt wurden,
  • durch Kontamination von Spielzeug und Toilettenarmaturen und -türen,
  • durch Schmierinfektion an sonstigen Griffen

können die Eier, Larven (Finnen genannt) und Adultformen in den Dünndarm einwandern und sich dort vermehren.


Symptome &  Befall je Art

Je nach Art des Wurms, kann es zu unterschiedlichen Symptomen und Krankheiten kommen. Auch die Übertragungswege können sich unterscheiden. Zu den häufigsten pathogenen (krankheitserregenden) Würmer gehören folgende:

Zwergfadenwürmer

Zwergfadenwürmer gelangen durch nackte Sohlen, durch die Hauptpenetration, dem Barfuß Laufen, in den Körper. Aus der Lunge ausgehustet und geschluckt entwickeln sich die adulten Tiere an bestimmten Darmabschnitten, die sich entzünden. Eier oder bereits fertige Larve werden im Kot ausgeschieden.

Die Larven allerdings bohren sich im Bereich des Anus gleich wieder in den Wirtskörper. Als typisches Symptom gilt demnach heftiger Juckreiz in jenem Bereich. Ihren Namen verdanken die Fadenwürmer ihrer runden, walzenförmigen Körperform.

Fadenwürmer

Fadenwürmer werden synonym als Nematoden, Trichinen und Peitschenwürmer bezeichnet. Sie gelangen über Fleisch und über unsaubere Nahrungsmittel in den Körper, sind in rohem Fleisch und auf mit Fäkalien verunreinigte Speisen zu finden. Die Würmer sind getrenntgeschlechtlich angelegt, haben eine runde Körperform, längs verlaufende Muskeln und können sich deshalb schlängelnd vorwärts bewegen. Filarien sind eine besonders dünne Form der Würmer. Sie werden 2-50 cm lang.

Spulwürmer

Ihre Eier werden mit kothältigem Staub inhaliert oder Sitzen auf kontaminiertem Essen, das verspeist wird. Die Larve bohrt sich aus dem Darm in den Blutkreislauf und erreicht die Lunge. Sie wird ausgehustet, wieder verschluckt und erreicht gezielt den Dünndarm, von wo aus der Kreislauf erneut beginnt.

Krankheiten Madenwürmer

Madenwürmer sind sehr verbreitet

Madenwürmer

90 % der Befallsrate muss auf die Madenwürmer Würmer zurückgeführt werden. Der starke Juckreiz am After, der vor allem in der Nacht unbewusst zum Kratzen führt, begünstigt die Verteilung und den Wiederbefall.

Unter den Fingernägeln bleiben die Eier gut hängen und werden gerade bei Kindern über das Finger kauen und Daumen lutschen wieder der Mundschleimhaut zugeführt.

Der Kontakt mit kontaminierter Kleidung und kontaminiertem Spielzeug ist zu vermeiden. In Dünn- und Dickdarm können mehrere Hundert der Würmer leben.


Gefahr & Behandlung

Nach ICD-10 werden die Klassen der Gefährdung durch Parasiten und damit der Würmer ausgewiesen. Mit der Endung B sind Würmer im Allgemeinen bedacht und mit den Schlussziffern 8 und 3 werden die Helminthen, mit 6 und 6 die Trematoden und mit 8 und 2 die Platt- und Fadenwürmer näher bezeichnet.

Auf dem Markt gibt es zum Teil spezifische Präparate gegen spezielle Wurmarten, doch ein allgemein wirkendes Wurmpräparat tötet die meisten Würmer ab. Eier und Larven sind dabei nicht so leicht erreichbar, weil sie je nach Entwicklungszyklus in der Blutbahn oder in der Lunge sitzen. Deshalb sind zwei bis mehrere Behandlungen innerhalb einiger Wochen zu empfehlen.


Vorkommen & Eigenschaften

Die meisten Würmer sind in den Tropen bis Subtropen beheimatet. Im Wasser, am Strand, durch Schnecken, Kot, Staub, ungewaschenes Obst und Gemüse und durch rohes Fleisch gelangen Würmer in den menschlichen Organismus. Als Saugmünder heften sie sich mit Saugnäpfen und Hakenkränzen fest an die Darmwand. In exotischen Urlaubsländern bohren sich die Larven aktiv in die Haut oder sie warten passiv auf Speisen sitzend, dass sie aufgenommen werden.

Ihr Darm endet meist blind, sodass sie außer dem Blut andere Nährstoffe über die Körperoberfläche aufnehmen müssen.
Neben den getrenntgeschlechtlichen Formen können sich Zwitter gegenseitig oder selber befruchten und erhöhen damit ihre Vermehrungsrate. Außerdem bestehen die Würmer aus einem schlauchartigen Körper, der keine bis wenige Körpersegmente aufweist.

Am Fuchsbandwurm sei hier eine Entwicklung über einen Zwischenwirt beschrieben:

Der Fuchs kotet und ein Waldbewohner, etwa eine Maus, frisst Teile des Kotes oder der kontaminierten Umgebung (Früchte, Beeren, Pilz). Der Fuchs wiederum frisst gelegentlich eine infizierte Maus, in der sich ein anderes Entwicklungsstadium des Wurmes befindet. Damit gelangt das ursprüngliche Stadium in nächster Generation in den Fuchs zurück. Nimmt nun ein Mensch den Kot des Fuchses unbeabsichtigt durch Pilze oder Beeren auf, infiziert er sich selbst.

Krankheiten & Beschwerden

Neben Afterjucken kommt es auch zu Völlegefühl, Blähung, Durchfall und Gallenkolik. Weitere Symptome können asthmatische Zustände, Husten, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen sein. Im und am Stuhl kann Blut zu erkennen sein, der Urin ist verfärbt, so auch die Haut.

Es kann zu Muskelschmerzen, Zuckungen und Gelbsucht kommen.  Bei Kindern fällt ein Befall mit Madenwürmern auf, wenn sie blass im Gesicht werden, schlechten Appetit haben und über Bauchschmerzen klagen.

In extremen Fällen kann es bei Wurmbefall zu Wassersucht, Geschwüren, Gallengängenwucherungen und Speiseröhrenblutungen kommen.

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