Mangan

Was ist Mangan? Wozu braucht der Körper Mangan?

Mangan hat die Ordnungszahl 25 und ist ein Übergangsmetall. Es gehört zu den essentiellen Spurenelementen und ist eines von dreien, das in hohen Mengen giftig ist.

mangan sojaSowohl ein Mangel als auch eine zu hohe Konzentration von Mangan führen gesundheitliche Risiken mit sich. Als Verbindungen finden wir Mangan vor allem in den Feststoffen in unseren Böden sowie im Wasser. In der Luft fallen Sie als Staubverbindungen an, die sich aber innerhalb weniger Tage auf den Boden absetzen.

Durch die menschliche Hand gelangt Mangan dann in das Grund- und Abwasser sowie in das Oberflächenwasser. Werden manganhaltige Pestizide eingesetzt, dann nehmen wir diese über die Nahrung ebenfalls auf. In den Böden wird Mangan von Pflanzen aufgenommen und in die Blätter transportiert.

Ein Manganmangel findet sich bei Pflanzen die in PH-niedrigen Böden wachsen. Braune Flecken auf den Blättern deuten auf einen Manganmangel und eine dadurch gestörte Photosynthese hin. Auch die zu hohe Manganaufnahme äußert sich in braunen Flecken auf den Blättern, die dann verdorren, weil die Zellwände angeschwollen sind. Pflanzen reagieren im Allgemeinen sehr empfindlich auf eine unpassende Manganversorgung und haben nur einen geringen Toleranzbereich.

Auch Tiere unterliegen einem sehr kleinen Toleranzbereich und vor allem ein Mangel an Mangan führt zu Sterbefällen. Symptome sind abnormales Wachstum, Fortpflanzungsstörungen und eine Deformation der Knochen.

Bei einer Vergiftung sind es eher Entwicklungsstörungen bei Föten, Niedriger Blutdruck und Lungen-, Leber– und GefäßErkrankungen.

Funktion, Bedeutung, Wirkung & Aufgaben

Mangan befindet sich vor allem in der kontinentalen Erdkruste und ist ähnlich häufig zu finden wie Phosphor oder Fluor. Es ist in reiner Form silbergrau, sehr hart und ein schlechter Strom- und Wärmeleiter. Das wasserlösliche Metall findet sich vor allem in 5000 Metern Tiefe am Meeresboden im Pazifik.

Über die Aufnahme aus Lebensmitteln gelangt das Mangan in den menschlichen Organismus und wird vor allem für den Knochenaufbau benötigt. Der Mangananteil des menschlichen Skeletts liegt bei 40%. Aber auch in den Haarpigmenten, den Muskeln, der Niere und der Leber sowie der Bauchspeicheldrüse finden wir Mangan. In verschiedenen chemischen Reaktionen ist das Mangan als Bestandteil vieler wichtiger Enzyme ebenfalls beteiligt und kann diese beschleunigen oder auslösen.

Vitamin B1 kann nur mit Hilfe der Antioxidantien verwertet werden und Mangan unterstützt dies mit der Aktivierung der beteiligten Enzyme. Auch beim Abbau von Aminosäure finden wir Mangan. Dazu hilft es das Bindegewebe aufzubauen und bei der Produktion von körpereigenen Fettsäuren.

Manganreiche Lebensmittel sind:

Das aufgenommene Mangan wird über den MagenDarm-Trakt und über das Blut in die Leber und die Nieren transportiert und weiter bis zu den endokrinen Drüsen, wie die Zirbeldrüse, die Schilddrüse, die Pankreas, die Hoden und die Nebenniere. Diese Drüsen geben Ihre Stoffe direkt ins Blut ab.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte, (Vorbeugung gegen Mangel)

1774 hat der schwedische Forscher Johan Gottlieb Gahn durch die Reduktion von Braunstein mit Kohlenstoff Mangan entdeckt. Davor war der Braunstein aber schon in der Verwendung für das Färben von Glas in ein intensives braun-violett. Die in dem Braunstein vorkommenden Manganoxide waren aber schon bei 17 000 Jahre alten Höhlenmalereien als schwarze Pigmente im Einsatz. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekam Mangan eine große Rolle in der Stahlproduktion, da man erkannte, dass es Eisen formbarer machen kann.

Unter das abbauwürdige Manganerz fallen drei geologische Gruppen:

  • Rhodochrosit-Braunit-Erze
  • Sedimentgestein aus dem Proterozoikum
  • Mangan-Schiefer-Erze

In der Kalahari Wüste in Südafrika liegen etwa 75% der bekannten Mangan Ressourcen, aber auch in Australien, Indien, Brasilien, der Ukraine und China gibt es größere Vorkommen. In besonders hoher Konzentration kommt Mangan in den sogenannten Manganknollen vor. Da diese aber bis zu 5000 Meter am Meeresgrund lagern, ist der Abbau trotz intensiver Versuche, bisher an hohen technischen Anforderungen und zu hohen Abbaukosten gescheitert. Die hochwertigsten Manganknollen sind im Pazifik, südlich von Hawaii und im Indischen Ozean zu finden.

Mangelerscheinungen, Krankheiten & Störungen

Der Mensch nimmt Mangan vor allem über den Dünndarm auf. Da es in ausreichenden Mengen vorkommt und die Versorgung mit der empfohlenen Tagesdosis leicht über die Lebensmittel möglich ist, kommt es nur sehr selten zu einer Mangelerscheinung. Jedoch führt Stress und Alkoholkonsum zu einem erhöhten Manganbedarf, der dann unter Umständen nicht gedeckt wird. Auch bei einer einseitigen Ernährung, einem hohen Konsum an Fertigprodukten und viel Weißmehl Produkte, kann ein Mangel durch einen erhöhten Bedarf auftreten.

Typische Symptome sind Schädigungen von Knorpel- und Knochengewebe sowie ein zu geringer Blutzuckerspiegel. Der Cholesterinwert kann beeinträchtigt, in dem Fall zu niedrig, sein und ein Tinnitus oder gar der komplette Hörverlust treten unter einem Manganmangel auf. Auch eine Fettleber sowie die Intoleranz von Glukose werden von medizinischen Studien als Folge der Mangelerscheinung beschrieben. Eine Antwort über den tatsächlichen Manganbedarf kann dann nur eine Blutuntersuchung geben.

Wer braucht wie viel pro Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt für einen Erwachsenen und Kinder ab 7 Jahren eine durchschnittliche Aufnahme von 2 bis 5 mg Mangan am Tag. Normalerweise kann dieser Bedarf mit einer ausgewogenen Ernährung vollkommen abgedeckt werden. Schon mit 100 Gramm Haferflocken am Tag können Sie den Bedarf decken.

Nebenwirkungen bei Überdosierung

Wenn ein Arbeiter im Bergbau hohe Konzentrationen von Mangan über die Atemluft aufnimmt, dann kann es zu einer Überdosierung bzw. Vergiftung mit Mangan kommen. Eine zu hohe Aufnahme über die Nahrung stellt jedoch in der Regel kein Problem dar, selbst wenn dies über einen längeren Zeitraum stattfindet. Als Folge der schweren Vergiftung bei den betroffenen Berufsgruppen sind Lungenentzündung, Parkinsonähnliches Zittern, Muskelsteifheit sowie Konzentrationsprobleme aufgetreten. In besonders schweren Fällen führt die Manganvergiftung sogar zum Tod.

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