Neurologische Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen

Was sind Neurologische Erkrankungen? Unter dem Begriff „neurologische Erkrankungen“ werden sehr unterschiedliche organische Erkrankungen des Nervensystems zusammengefasst, wie Fehlfunktionen von ZNS, Sinnesorganen, dem peripheren Nervensystem und der Muskulatur.

Auch für psychisch bedingte Krankheitsbilder, wie Lähmungen oder Schmerzen ohne erkennbare organische Ursache, ist ein Neurologe zuständig.

 

Einteilung & Ursachen

Neurologie umfasst eine Vielfalt von Krankheitsbildern unterschiedlicher Ursache. Man kann neurologische Erkrankungen einteilen in

  • Entzündliche Erkrankungen, wie Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder Gehirnhautentzündung (Meningitis), die meist durch Viren oder Bakterien verursacht werden,
  • Degenerative Erkrankungen, wie Demenzen,
  • Gefäßerkrankungen, z.B. Schlaganfall
  • Anfallsleiden, z.B. Epilepsie
  • Neoplasien, z.B. Hirntumor, Rückenmarkstumor,
  • Bandscheibenerkrankungen,
  • Verletzungsfolgen, z.B. Querschnittslähmung
  • Kopf– und Gesichtsschmerzen, z.B. Migräne, Trigeminusneuralgie
  • Basalganglienerkrankungen, z.B. ParkinsonKrankheit
  • Muskelerkrankungen, wie Myositis, Muskeldystrophien und
  • Bewusstseinsstörungen wie Amnesien.

Jedes dieser neurologischen Krankheitsbilder kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Beispielsweise treten Demenzen meist erst im Alter auf; es gibt jedoch auch eine Demenz bei Kindern, das Heller-Syndrom , das durch Stoffwechselstörungen (Phenylketonurie) oder Infektionen (progressive Rötelnpanenzephalitis) hervorgerufen werden kann.

In jedem Alter können Demenzen durch chronische Intoxikation oder als Folge anderer Erkrankungen (hiv, Parkinson, ms, Creuzfeldt-Jakob-Krankheit) entstehen. Für einige neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall oder Facialis-Lähmung besteht ein höheres Erkrankungsrisiko während der Schwangerschaft.

Symptome

Die Symptome sind abhängig von der Art der neurologischen Erkrankung. Hinweise auf eine neurologische Erkrankung können Schwindel, Sensibilitätsstörungen, Bewegungsstörungen, Schmerzen, Sehstörungen, Nackensteifigkeit, Lähmungen, Gedächtnis– und Konzentrationsstörungen sein. Beschwerden dieser Art sollten von einem Neurologen abgeklärt werden.

Diagnose

In der Anamnese fragt der Arzt gezielt nach neurologischen Symptomen wie Schwindel, Kribbeln oder Sehstörungen. Bei der körperlichen Untersuchung achtet er auf eine eventuelle Nackensteifigkeit, die Hinweis auf eine Meningitis sein kann. Bei der neurologischen Untersuchung werden die Hirnnerven untersucht, z.B. in dem man den Patienten lächeln oder die Stirn runzeln lässt. Mit dem FingerNase-Versuch wird die Koordinationsfähigkeit getestet, die Auslösung der Reflexe wird überprüft, durch Streichen über die Haut wird nach Sensibilitätsstörungen gesucht und Muskelkraft und Muskeltonus werden getestet.

Je nach Ergebnis der neurologischen Untersuchung können weitere Diagnoseverfahren eingesetzt werden, z.B. ein EEG (Elektroenzephalographie) zur Messung der Gehirnströme, eine Elektromyographie (EMG) oder eine ENG (Elektroneurographie) zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit). Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) oder Angiographie werden zur Darstellung von Gehirn und Rückenmark eingesetzt. Durch Analyse von Blut, Liquor (Gehirn– und Rückenmarksflüssigkeit) und biopsierten Gewebeproben können viele neurologische Krankheiten diagnostiziert werden.

Therapie

Gehirn

Je nach Erkrankung werden verschiedene Therapieansätze angewandt: Ergotherapie, Physiotherapie, Soziotherapie, physikalische Therapie, Psychotherapie, Entspannungsverfahren, Patientenschulung und Medikamentöse Behandlung.

Die medizinische Forschung entwickelt laufend verbesserte Medikamente für Erkrankungen wie Parkinson. Stroke Units bieten spezielle Therapien für Schlaganfallpatienten an; die weitere Rehabilitation wird in Reha-Klinken durchgeführt.

Das Risiko an einer neurologischen Krankheit zu erkranken, ist erhöht bei Rauchern, Übergewichtigen, Diabetikern und Personen mit erhöhten Cholesterinwerten oder Bluthochdruck. Durch Behandlung einer Grunderkrankung, Ernährungsumstellung, Gewichtsverlust, Sport und Nikotinverzicht kann eine vorbeugende Wirkung erzielt werden. Manchen Erkrankungen wie Demenz kann man durch Gedächtnistraining, hohen Dosen der B-Vitamine sowie Ginkgo– und Ginseng-Präparate vorbeugen.

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