Budesonid

Bei Budesonid handelt es sich um einen Stoff aus der Gruppe der so genannten synthetischen Glucocorticoide. Der Stoff wird vor allem dazu eingesetzt, verschiedene Beschwerden wie zum Beispiel Asthma, entzündliche Erkrankungen des Darms oder auch chronische Erkrankungen von dem Darm zu behandeln. Die Behandlung der Beschwerden durch das Budesonid erfolgt dabei örtlich.

BudesonidWas ist Budesonid?

Der Wirkstoff Budesonid ist ein Wirkstoff, der Bestandteil der Gruppe der so genannten synthetischen Glucocorticoide ist. Stoffe aus dieser Gruppe werden teilweise auch als Kortikoide oder als Kortison bezeichnet.

Das Budesonid wirkt auf den Körper sowohl antiallergisch als auch antientzündlich. Außerdem ist der Stoff dazu in der Lage, das Immunsystem des menschlichen Organismus zu unterdrücken.

Budesonid ist mit dem Stoff Cortisol verwandt. Bei Cortisol handelt es sich um einen Stoff, der vom Körper selbst hergestellt und umgangssprachlich auch als das „Stresshormon“ bezeichnet wird. Anders als das Cortisol wird das Budesonid nicht vom Körper selbst hergestellt.

Hauptsächlich verwendet wird der Wirkstoff, um verschiedene Erkrankungen der Atemwege zu behandeln. Dabei wird der Stoff vor allem in Form von Spray angewendet. Des weiteren gibt es zum Beispiel verschiedene Schäume oder auch Tabletten, die das Budesonid enthalten.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Der Wirkstoff Budesonid wird vor allem bei Patienten verwendet, die unter einer Erkrankung der Atemwege leiden. Allerdings dient der Stoff noch weiteren Zwecken. Die Einsatzgebiete sind:


Allgemeines

Allgemeines
NameBudesonid
Andere Namen16α,17-[(RS)-Butan-1,1-diyldioxy]-11β,21-dihydroxypregna-1,4-dien-3,20-dion (IUPAC)
SummenformelC25H34O6
Kurzbeschreibungweißes bis fast weißes, kristallines Pulver

Wirkungsweise

So wirkt Budesonid

Das Budesonid ist mit dem Stoff Cortisol verwandt. Die Wirkungsweise von den beiden Stoffen ist relativ ähnlich, beide wirken nämlich an bestimmten Andockstellen in den Zellen von unserem Körper.

Durch diese Wirkung werden unter anderem die Prozesse des Stoffwechsels in diesen Zellen verändert, was dabei helfen kann, Situationen mit einem hohen Level an Stress zu meistern.

Außerdem sorgt der Wirkstoff unserem Körper dafür, dass entzündliche Vorgänge unterdrückt werden, es steigert in der Leber die Produktion von Zucker, also von Glucose, und den Abbau von Fett. Dadurch wird dem Körper mehr Energie zur Verfügung gestellt.

Außerdem ist der Wirkstoff so entwickelt worden, dass er sofort inaktiviert wird, wenn er in die Blutbahnen von unserem Körper gelangt. Durch diese Inaktivierung können Nebenwirkung von Budesonid sehr minimal gehalten werden.

Allerdings ist es bei dem Budesonid aus dem selben Grund auch nicht möglich, dass der Wirkstoff über die Blutbahn zu dem Ort gelangen kann, an dem er wirken soll. Daher kann der Wirkstoff nur lokal angewendet werden.

Dies geschieht zum Beispiel, indem Nasenspray oder Nasentropfen mit Budesonid verkauft werden, dass Budesonid über Inhalation aufgenomen wird oder auch in Kapsel verarbeitet wird, die resistent gegen die Magensäfte sind.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Budesonid

Der Wirkstoff Budesonid gelangt immer durch eine lokale Anwendung in den Körper, zum Beispiel in Form von Spray oder Tropfen für die Nase oder auch als Rektalschaum.

Sobald der Wirkstoff im Körper dann in die Blutbahn gelangt wird er inaktiviert und dann in der Leber zu Abbauprodukten verstoffwechselt, die jeweils nur eine geringe Wirkung haben. Über den Stuhl wird die Hälfte des Wirkstoffes nach etwa drei bis vier Stunden dann ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Budesonid eingesetzt?

Das größte Anwendungsgebiet von dem Wirkstoff Budesonid ist die Anwendung bei verschiedenen Erkrankungen der Atemwege.

So wird der Stoff zum Beispiel dann eingesetzt, wenn bei einem Patienten Asthma vorliegt oder auch dann, wenn Patienten unter einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, oft einfach abgekürzt mit copd, leiden.

Auch bei Fließschnupfen oder bei allergischen Schnupfen wie zum Beispiel bei Heuschnupfen wird das Budesonid angewendet.

Das zweite große Anwendungsgebiet, in welchem der Stoff genutzt wird, ist die Behandlung von Erkrankungen des Darms. Der Wirkstoff wird sowohl dann angewendet, wenn entzündliche Erkrankungen des Darms vorliegen, als auch dann, wenn chronische Erkrankung des Darms vorliegen. Beispiele für solche Erkrankungen sind zum Beispiel Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Das Budesonid wird als „soft drug“ eingestuft, das bedeutet, dass der Stoff sehr schnell metabolisiert und dann wieder inaktiviert wird. Die Inaktivierung geschieht bei dem Budesonid in den Blutbahnen, daher muss das Budesonid lokal angewendet werden, um die jeweiligen Beschwerden bekämpfen zu können.


Richtige Anwendung

So wird Budesonid angewendet

Um Erkrankungen in den Atemwegen zu behandeln wird das Budesonid in Form von Spray ein- oder zweimal am Tag als Inhalation angewendet.

Dabei muss allerdings beachtet werden, dass die volle Wirkung von dem Stoff erst dann eintritt, wenn er bereits eine Woche lang konsequent angewendet worden ist. Aus diesem Grund ist das Spray auch nicht dafür geeignet, akute durch Asthma hervorgerufene Beschwerden direkt zu lindern.

Nachdem das Spray inhaliert wurde sollte immer etwas getrunken oder gegessen werden, da ansonsten das Risiko für die Entwicklung von Pilzinfektionen im Mund deutlich höher ist. Das ist deshalb der Fall, weil das Immunsystem im Mund durch das Budesonid lokal unterdrückt wird.

Wird das Budesonid als Nasenspray genutzt, um allergischen Schnupfen zu behandeln, muss dieses Spray vor der Anwendung unbedingt geschüttet werden. Im Normalfall beträgt die Dosis von diesem Spray jeweils zweimal am Tag ein Sprühstoß in jedes Nasenloch.

Wenn Erkrankungen des Darms bekämpft werden sollen werden häufig Kapseln oder Granulate eingesetzt, die das Budesonid enthalten und gleichzeitig resistent gegen die Magensäfte sind.

Diese Resistenz ist deshalb sehr wichtig, weil der Wirkstoff durch die Magensäfte zersetzt werden würde. Wenn der absteigende Teil von dem Dickdarm betroffen ist wird teilweise auch Rektalschaum mit Budesonid genutzt, um die Beschwerden zu behandeln.

In der Regel erfolgen die Anwendungen dabei jeweils einmal am Tag. Die Behandlung wird dabei meist über mehrere Wochen fortgeführt.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Budesonid?

Folgende Medikamente enthalten unter anderem den Wirkstoff Budesonid:

  • Budenobronch® 0,5 mg/2 ml Suspension für einen Vernebler
  • Budenofalk 3mg ACA magensaftres. Kaps.
  • Budenofalk® 3mg magensaftresistente Hartkaps.
  • Symbicort Turbohale:
    • 80/4,5µg Orifarm 120ED
    • 160/4,5µg Beragena
    • 160/4,5µg Eurim 60 ED
    • 160/4,5 Mikrogramm/Dosis Aaha Pulver zur Inhalation
    • Emra 160/4,5µg 120ED

Handelsnamen

Monopräperate

Das Budesonid wird sowohl in Form von Mono- als auch in Form von Kombinationspräperaten angeboten. In der folgenden Auflistung geben wir Ihnen eine Überblick darüber, welche Monopräperate es von dem Wirkstoff Budesonid gibt:

  • Aquacort
  • Budapp
  • Miflonide
  • Novolizer Budesonid
  • Novopulmon
  • Pulmax
  • Rhinocort

Kombinationspräperate

Häufig werden Kombinationspräperate genutzt, die sowohl Budesonid als auch ein langsam wirkendes Beta-Sympathomimetikum wie zum Beispiel Formoterol enthalten.

Durch diese Kombination werden asthmatische Beschwerden gelindert, indem die Bronchien weit gestellt werden, was zu einem besseren Austausch von dem Gas in der Lunge führt.

Kombinationspräparate mit dem Budesonid und Formoterol sind zum Beispiel:

  • Symbicort
  • Vannair

Indikationen

Das Budesonid wird bei verschiedenen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. So wird der Stoff bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz copd, angewendet, bei einer Asthma bronchiale oder bei allergischem Schnupfen.

Auch Darmerkrankungen, sowohl entzündlicher als auch chronischer Art, sind ein Anwendungsgebiet. Da das Budesonid außerdem einen hohen First-Pass-Effekt hat wird der Stoff zudem bei der Therapie von Autoimmunhepatitis genutzt.


Gegenanzeigen

Wann darf Budesonid nicht verwendet werden?

Wenn bei einem Patienten eine Infektion oder eine Mykose in den Atemwegen vorliegt darf das Budesonid nicht alleine, sondern nur in Kombination mit einem Antibiotikum oder mit einem Antimykotika angewendet werden.

Dies gilt auch bei vielen Erkrankungen im Bereich des Darms. Wenn eine Leberzirrhose vorliegt sollte auf die Anwendung komplett verzichtet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Das Budesonid ist plazentagängig und kann außerdem in die Muttermilch übergehen. Aus diesem Grund sollten Frauen, die schwanger sind oder ihr Kind stillen den Stoff nicht zu sich nehmen, um zu vermeiden, dass sich Nebenwirkung bei den ungeborenen Kindern oder bei den Babys entwickeln.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei den aktuellen Arzneimitteln mit Budesonid, die auf dem Markt erhältlich sind, dürfen nur die Nasensprays oder die Inhalatoren mit dem Wirkstoff von Kindern ab einem Alter von sechs Jahren benutzt werden.

Andere Mittel mit Budesonid wie zum Beispiel die, die entzündliche Darmerkrankungen heilen, sind nur für Menschen ab 18 Jahren zugelassen.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Budesonid?

Budesonid gehört zu den so genannten „soft drugs“. Das bedeutet unter anderem, dass der Wirkstoff so entwickelt wurde, dass er sofort dann inaktiviert wird, wenn er in die Blutbahnen gelangt.

Diese Eigenschaft von dem Budesonid hat den Vorteil, dass die Anzahl an auftretenden Nebenwirkungen bei dem Wirkstoff relativ gering gehalten werden können.

Bei den Nebenwirkungen, die durch das Budesonid dennoch hervorgerufen werden können, muss immer zwischen den jeweiligen Arten der Anwendung unterschieden werden.

Wird der Wirkstoff in Sprays oder in Inhalationen eingesetzt, um die Erkrankungen in den Atemwegen zu behandeln, treten häufig, das heißt bei jedem zehnten bis jedem 100. Behandelten mit dem Wirkstoff:

  • Pilzinfektionen im Mund oder im Rachen,
  • starker und anhaltender Husten,
  • Heiserkeit,
  • ständiges blutende Nase
  • oder auch Reizungen der Schleimhaut im Rachen und im Mund

als Nebenwirkung auf.

Wird die Wirkstoff hingegen genutzt, um verschiedene Erkrankungen im Bereich des Darms zu behandeln sind:

als häufige Nebenwirkungen auf.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Budesonid?

Wird das Budesonid zusammen mit Herzglykosiden eingenommen kann die Wirkung von dem Glykosid durch einen hypokaliämischen Effekt verstärkt werden.

Wird gleichzeitig mit dem Wirkstoff Saluretika eingesetzt wird unter Umständen das Risiko für eine erhöhte Ausscheidung von Kalium verstärkt.

Außerdem kann sich der Stoff auf sehr unterschiedliche Arten auf die Enzyme in der Leber auswirken.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass Sie vor dem Start der Anwendung des Budesonids mit einem Arzt sprechen, falls Sie Mittel einnehmen, die sich entweder in ihrer Haupt- oder auch in irgendeiner Nebenwirkung auf die Nieren auswirken.

Ihr Arzt kann dann unter Umständen die Dosis der Mittel erhöhen, falls das Budesonid die Wirkung hemmt, oder die Dosis absenken, wenn durch das Budesonid die ursprüngliche Dosis erhöht wird. So wird erreicht, dass Ihre Leber trotz der Anwendung von Budesonid einwandfrei funktioniert.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Budesonid zu beachten?

Bei Patienten, die unter einer schwerwiegenden Erkrankung der Leber leiden kann es sein, dass der Abbau von dem Stoff Budesonid gehemmt ist. Daher muss die Dosis von dem Wirkstoff unter Umständen etwas verringert werden.

Diese Verringerung der Dosis sollten Sie allerdings nie auf eigene Faust selbst übernehmen sondern immer zusammen mit einem Arzt durchführen.

Außerdem muss es unbedingt vermieden werden, dass während der Zeit, in der das Budesonid eingenommen wird, eine Erkrankung an Windpocken auftritt. Normalerweise verläuft diese Erkrankung relativ leicht ab.

Wird allerdings Budesonid eingenommen kann eine solche Infektion lebensbedrohliche Folgen haben. Daher sollten Patienten, die das Budesonid einnehmen und noch nie an Windpocken erkrankt sind, auf jeden Fall darauf achten, sich von Menschen mit der Erkrankung fern zu halten, um diese schwerwiegenden Folgen zu vermeiden.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Budesonid

Budesonid ist verschreibungspflichtig und kann nur mit einem Rezept erworben werden.


Geschichte

Seit wann ist Budesonid bekannt?

Der Wirkstoff wurde 1948 erstmals in einem Labor synthetisch hergestellt. Bei diesem Prozess wurde dem Budesonid eine Sollbruchstelle ganz gezielt hinzugefügt. Dadurch konnte erreicht werden, dass der Wirkstoff inaktiv wird, wenn er seinen ursprünglichen Einsatzort verlässt.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Durch das Budesonid wird das Immunsystem teilweise unterdrückt. Aus diesem Grund ist der Körper deutlich anfälliger für Infektionen und Krankheiten.

Außerdem können Krankheiten, die eigentlich harmlos verlaufen, deutlich schwerer ausfallen als gewohnt. Aus diesem Grund sollten sich Patienten, die den Wirkstoff anwenden, unbedingt vor jeglichen Infektionen schützen.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH)
  • Europäisches Arzneibuch PhEur

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