Vegetatives Nervensystem

Das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem ist ein Teil des Nervensystems und zuständig für diverse regulierende Prozesse im menschlichen Körper. Dazu zählen unter anderem die Atmung, der Stoffwechsel und der Wasserhaushalt, welcher durch das vegetative Nervensystem reguliert wird. Grundlegend ist das vegetative Nervensystem für alle Körperprozesse zuständig, die nicht bewusst gesteuert werden können. In diesem Beitrag erfahren Sie, was das vegetative Nervensystem genau ist, und welche Funktionen es übernimmt. Außerdem Gehen wir hier auf mögliche Erkrankungen ein, welche das vegetative Nervensystem betreffen können.

Was ist das vegetative Nervensystem?

Übergeordnete Zentren im Gehirn und Hormone bilden das vegetative Nervensystem. Das vegetative Nervensystem besteht also aus dem Gehirn und einer Vielzahl an Nervenbahnen, welche entweder von Gehirn zu den Organen führen, oder umgekehrt. Dieses hat die Funktion, viele lebenswichtige Körperfunktionen zu steuern, welche in der Regel nicht bewusst beeinflusst werden können. Das vegetative Nervensystem bestimmt zum Beispiel, ob der Blutdruck steigt, der Speichel fließt oder sich die Gefäße weiten oder zusammenziehen. Da das vegetative Nervensystem weitestgehend für die Regulation von unwillkürlichen Körperfunktionen zuständig ist, wird es auch als das autonome Nervensystem bezeichnet.

Außerdem arbeitet das vegetative Nervensystem eng mit dem Hormonsystem zusammen und sorgt dafür, das die einzelnen Organe richtig funktionieren. Denn über Nervenimpulse kann die Funktion der Organe schnell an die aktuelle Situation angepasst werden. Dies geht deutlich schneller, als bei der Regulation durch Hormone, da diese erst über den Blutkreislauf in das jeweilige Organ gelangen müssen. Die Übertragung von Nervenimpulsen hingegen, erfolgt innerhalb kürzester Zeit.

Früh morgens beim Aufstehen, sendet das vegetative Nervensystem zum Beispiel ein Signal, um den Blutdruck zu erhöhen und dadurch ein Schwindelgefühl zu vermeiden. Bei zu hohen Außentemperaturen sorgt das vegetative Nervensystem dafür, dass die Schweißdrüsen aktiviert werden und die Haut deutlich besser durchblutet wird. Dadurch kann der Körper die Hitze besser nach außen abgeben, um sich selbst zu kühlen.

Je nach dem Verlauf der einzelnen Nervenbahnen und ihrer Funktion, kann das vegetative Nervensystem in drei verschiedene Anteile unterteilt werden:

  • Sympathikus
  • Parasympathikus
  • Enterisches Nervensystem(Eingeweisenervensystem)

Funktionen und Aufgaben des vegetativen Nervensystems

Die Hauptregelgebiete für alle Komponenten des vegetativen Nervensystems bestehen aus dem Hirnstamm und dessen Kerngebieten. Von hier aus werden Signale zu unterschiedlichen Organen gesendet, um deren Funktion zu regulieren und an die aktuelle Situation anzupassen. Zudem kann der Hirnstamm auch Signale Empfangen, und entsprechend darauf reagieren.

Die Körperfunktionen, welche über das vegetative Nervensystem reguliert werden, können in der Regel nicht bewusst beeinflusst werden. Denn hier geht es um die Regulation des Blutdrucks, des Pulses oder der Muskelspannung(Grundspannung). Die eben genannten Funktionen lassen sich zwar willkürlich beeinflusse, zum Beispiel durch körperliche Belastung, jedoch ist die eigentlich Regulation unwillkürlich und geschieht über das vegetative Nervensystem.

Die Grundlegende Funktion des vegetativen Nervensystemes ist es, die Organfunktionen den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. So kann es Vegetatives Nervensystem, bei sehr niedrigen Temperaturen dafür sorgen, dass sich die Muskelspannung erhöht und die Muskulatur anfängt zu Zittern. Dadurch entsteht Wärme und der Organismus kommt besser mit den kühlen Temperaturen zurecht. Außerdem sorgt das vegetative Nervensystem in diesem Fall dafür, dass so viel Blut wie möglich in die inneren Organe geleitet wird. Dadurch kann nicht so viel Wärme über die Haut verloren gehen, da hier nicht mehr so viel Blut vorhanden ist.

In Situationen die der Körper als Gefahr wahrnimmt, sorgt dass vegetative Nervensystem dafür, dass der Herzschlag, der Blutdruck und die Atmung angeregt werden. Dadurch kann der Mensch innerhalb von kürzester Zeit seine gesamte Leistung abrufen und ist optimal vorbereitet, um entweder vor der gefährlichen Situation zu flüchten oder sich zu wehren. Das vegetative Nervensystem, speziell der Sympathikus, ist also dafür zuständig, den Organismus in lebensgefährlichen Situationen mit ausreichend Energie zu versorgen. Im Ernstfall kann das vegetative Nervensystem also sogar Leben retten.

  • leitet Signale vom Hirnstamm zu den Organen
  • Empfängt Informationen über den Körper und das externe Umfeld
  • Reguliert lebenswichtige Körperfunktionen
  • Reguliert unwillkürliche Körperfunktionen
  • Organfunktion an aktuelle Gegebenheiten anpassen

Sympathikus und Parasympathikus

Wie bereits erwähnt, wird das vegetative Nervensystem in mehrere Anteile aufgeteilt. Hier können wir den Sympathikus, den Parasympathikus und das Eingeweidenervensystem unterscheiden. Dabei spielen alle drei Anteile eine tragende Rolle und können nur im Verbund funktionieren. Würde einer der drei Anteile ausfallen, wäre die Funktion der übrig gebliebenen Anteile nutzlos.

Über dem Sympathikus werden weitestgehend leistungsfördernde Signale gesendet. Dabei sorgt er zum Beispiel dafür, dass sich die Atemwege erweitern können, das Herz kräftiger und schneller schlägt oder die Darmtätigkeit gehemmt wird. Der Sympathikus bereitet dem Organismus also auf eine schwere, körperliche Belastung vor. Wie schon erwähnt, spielt der Sympathikus besonders in gefährlichen Situationen eine wichtige Rolle. Denn in diesem Fall, kann der Körper, durch die Reaktion des Sympathikus, innerhalb von kürzester Zeit seine gesamte Energie abrufen.

Dass erklärt auch, warum man in gefährlichen Situationen mehr Kraft aufbringen kann. Grundsätzlich sagt man, dass ein untrainierter mensch etwa 60% seiner vorhandenen Kraft abrufen kann. Dieser Wert lässt sich durch Training auch etwa 90% steigern. Die restlichen 10% lassen sich erst dann abrufen, wenn man sich in einer lebensgefährlichen Situation befindet

Der Parasympathikus sendet vor allem erhohlungsfördernde Signale aus. Er kümmerst sich also um alle Körperfunktionen, welche in Ruhe stattfinden. Dabei ist er in hohem Maße für die Regeneration und den Aufbau körpereigener Substanzen zuständig. Außerdem aktiviert der Parasympathikus der Verdauung und sorgt dafür, dass der Organismus sich entspannen kann. Der Parasympathikus ist unter anderem auch dafür verantwortlich, dass man direkt nach einer Mahlzeit oft der Müdigkeit verfällt und sehr träge wird. Dass liegt daran, dass die Anregung des Verdauungssystems auch immer mit einer starken Durchblutungsförderung des Magens einher geht. Dadurch fehlt das Blut natürlich in anderen Bereichen des Körpers und man wird schnell müde.

Das Eingeweidenervensystem ist dafür zuständig, bestimmte Reize an den Hirnstamm zu senden. Zum Beispiel Informationen über die Füllung der Blase oder des Darmes werden über parasympathische Nervenbahnen an den Hirnstamm weitergeleitet. In vielen Organen liegen also Rezeptoren, welche über die Parasympathischen Leitbahnen mit dem Hinstamm verbunden sind. Das Eingeweidenervensystem ist also dafür zuständig, gewisse Informationen von den Organen zum Gehirn zu leiten. Zum Beispiel signalisiert das Eingeweidenervensystem dem Hirnstamm die Füllung des Magens. Dieser wiederum, reagiert darauf mit einer parasympathischen Reaktion und sorgt dafür, dass die Verdauung angeregt wird.

Aufbau des vegetativen Nervensystems

Wie schon erwähnt, wird das vegetative Nervensystem in den Sympathikus, den Parasympathikus und das Eingeweidenervensystem unterteilt. Die Nervenfasern des Sympathikus entspringen dem Seitenhörnern des Rückenmarks und verlaufen in der Region des Kopfes, des Halses und der Brust über den Spinalnerv zum rechten oder linken Gernzstrang. Dieser besteht aus einer Ganglienkette und liegt in der Nähe der Wirbelkörper.

Vom besagten Gernzstrang aus, verlaufen die Nervenbahnen des Sympathikus einzeln der zusammen mit Spinalnerven zu den jeweiligen Organen. So versorgt der Sympathikus alle inneren Organe und außerdem die glatte Muskulatur, die Gefäße und die Tränen-, Speichel- und Schweißdrüsen.

Die Nervenfasern des Parasympathikus hingegen, entspringen aus dem Hirnstamm und den Rückenmarkssegmenten zwischen S1-S5. Von hier aus führen sie, gemeinsam mit den Spinal- und Hirnnerven, zu den parasympathischen Ganglien. Diese liegen entweder direkt innerhalb oder zumindest in der Nähe der jeweiligen Erfolgsorgane. Parasympathische Nervengeflächte sind zum Beispiel im Darm, im Magen oder in der Blase zu finden.

Das Eingeweidenervensystem besteht hauptsächlich aus zwei Nervengeflächten: Dem Plexus myentericus und dem Plexus submucosus. Diese befinden sich in der Darmmuskulatur und sind für dessen Aktivierung und die Funktion des Darmes zuständig. Hier werden bestimmte Signale erfasst und über die parasympathischen Leitbahnen zum Hirnstamm geleitet, welcher entsprechend darauf reagieren kann.

Das vegetative Nervensystem ist also ein in sich geschlossenes System. Denn das vegetative Nervensystem bekommt wichtige Informationen vom Eingeweidenervensystem und reagiert entsprechend mit hemmenden(Parasympathikus) oder anregenden Signalen(Sympathikus). Der Aufbau des vegetativen Nervensystems ist recht einfach zu verstehen. Denn es besteht lediglich aus dem Hirnstamm und den dazugehörigen sympathischen oder parasympathischen Leitbahnen, welche sich durch den gesamten Körper ziehen.

Störungen des vegetativen Nervensystems

Erkrankungen, welche Primär das vegetative Nervensystem betreffen, kommen nur sehr selten vor. Jedoch können zum Beispiel durch verschiedene Traumata Schädigungen am Hypothallamus entstehen. Dies wirkt sich natürlich auch auf das vegetative Nervensystem aus und führt zu Störungen der Regulation der Körpertemperatur und des Wasserhaushalts. Zudem können auch weitläufige andere Symptome auftreten.

Ein sehr bekanntes Krankheitsbild des vegetativen Nervensystems ist das Horner Syndrom. Hierbei kommt es zum Ausfall des Halssympathikus und dadurch zu einer Reihe von spezifischen Symptomen. Zum Beispiel fällt der Musculus dilatator pupillae aus. Denn dieser wird durch den Sympathikus gesteuert. Dadurch kommt es zu einer typschen Verengung der Pupille. Zudem ist auch der Musculus trasalis beeinträchtigt, wodurch es zum Hängen des Augenlides kommt. Als letztes wird der Musculus orbitalis beeinträchtigt, was dazu führt, dass der Augapfel etwas tiefer hängt, als es normal wäre.

Honor-Syndorm:

  • Verengung der Pupille
  • Hängendes Augenlid
  • Augapfel hängt tiefer als normal

Die meisten Störungen des vegetativen Nervensystem enstehen allerdings über äußerliche, physische Einwirkungen. So kann ein Unfall oder ein Sturz auf den Kopf zu einer Schädigung des Hypothallamus führen. Grundsätzlich kann ein gestörtes vegetatives Nervensystem eine Vielzahl an Symptomen und Störungen hervorrufen:

  • Blutschwankungen
  • Hyperventilation und Atemnot
  • Störungen der Gefäßregulation
  • Reizdarm oder Reizmagen
  • Reizblase
  • Störungen der Thermoregulation(Schwitzen, Frieren)
  • Störungen der Blutzuckerregulation
  • Störungen der Innenohrfunktion((Schwindel, Tinitus)
  • Störungen der Pupillenmotorik
  • Störungen der Schmerzregulation
  • Störungen des Immunsystems
  • Erhöhte Sensitivität

Typische Störungen des vegetativen Nervensystems

Typische Reaktionen des vegetativen Nervensystems

Nicht alle Funktionen des menschlichen Körpers lassen sich bewusst steuern und beeinflussen. Die Funktionen, bei denen dies nicht der Fall ist, werden durch das vegetative Nervensystem gesteuert und reguliert. Dazu zählen zum Beispiel der Lidschluss-Reflex, das Gähnen oder auch die Rötung im Gesicht, welche häufig in unangenehmen Situationen auftritt..

Eine der bekanntesten Reaktionen des menschlichen Körpers, für die das vegetative Nervensystem verantwortlich ist, ist die sogenannte Verdauungsmüdigkeit. Denn direkt nach einer Mahlzeit, bekommt der Hirnstamm vom Magen dass Signal, dass er gefüllt ist. Nun sendet der Hirnstamm über die parasympathischen Nervenbahnen ein Signal, um den Magen mit möglichst viel Blut zu versorgen, welches er für die Verdauung benötigt. Dadurch befindet sich natürlich weniger Blut im Gehirn und in den Extremitäten, wodurch es wiederum zu der typischen Müdigkeit und Trägheit nach einer großen Mahlzeit kommt.

Eine typische Reaktion des Sympathikus, ist das „rot werden“ in peinlichen Situationen. Wer kennt es nicht? Wenn einem etwas peinlich ist, läuft man schnell rot an und ein heiß-kalter Schauer läuft einem über den Rücken. Denn wenn der Hirnstamm das Signal bekommt, dass Gefahr besteht, gibt er über die sympathischen Nervenbahnen dass Signal zur Anregung von Herzschlag, Atmung und Blutdruck. Dadurch kommt es auch zur Rötung des Gesichtes, auch wenn eine peiniche Situation in der Regel nicht gefährlich ist.

Häufige Fragen zum vegetativen Nervensystem

Wo befindet sich die Steuerungszentrale des vegetativen Nervensystems?

Die Steuerungszentrale des vegetativen Nervensystems ist der sogenannte Hypathallamus(Hirmstamm), welcher ein Abschnitt des Zwischenhirns ist. Dieser ist dafür zuständig, Informationen vom Eingeweidenervensystem zu erhalten und über die sympathischen- oder parasympathischen Nervenbahnen entsprechend darauf zu reagieren.

Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus?

Der Sympathikus sorgt dafür, dass der Organismus während einer Belastung genügend Energie zur Verfügung hat. Der Parasympathikus hingegen, ist dafür zuständig, die Regeneration des Körpers anschließend in Gang zu bringen.

Auf welche Körperfunktionen wirkt der Sympathikus anregend?

Der Sympathikus regt die Funktion der Longe, des Herzens und der Schweißdrüsen an, damit der Körper während einer Belastung optimal funktioniert. Zudem wir die Funktion des Verdauungssystems reduziert.

Welche Körperfunktionen werden vom Parasympathikus gehemmt?

Der Parasympathikus arbeitet genau entgegengesetzt zum Sympathikus. Denn der Parasympathikus hemmt die Funktion der Lunge, des Herzens und der Schweißdrüsen, regt aber gleichzeitig der Funktion des Verdauungssystems an.

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