Reizdarm

Reizdarm

Reizdarm Manuka Honig
Der Reizdarm bildet gemeinsam mit dem Reizmagen das sogenannte Reizdarmsyndrom. Es handelt sich dabei um eine chronische Störung des Magen-Darm-Traktes, die im Wesentlichen die Peristaltik der Verdauungsorgane Darm und Magen beeinträchtigt: Durchfall, Verstopfung und Sodbrennen sind die Folge. Die Auslöser eines gereizten Darms können bisher nur vermutet werden. Als wahrscheinlichste Ursache gilt jedoch jede Form von Stress.

Somit ist Betroffenen stets dazu zu raten, sich pedantisch an die Anordnungen des behandelnden Arztes zu halten. Jedwedes andere Verhalten wäre hochgradig verantwortungslos und behinderte zudem den ohnehin schon sehr schwierigen und komplizierten Heilungsprozess. Patienten sollten also tunlichst darauf aus sein, einen hohen Wert auf ihre Darmgesundheit zu legen, um das Leiden als solches nicht durch fahrlässiges Verhalten noch zu verstärken.

Steckbrief: Reizdarm

  • Namen: Reizdarmsyndrom (RDS); Reizkolon; Irritables Darmsyndrom; nervöser Darm
  • Art der Krankheit: funktionelle gastrointestinale Störung
  • Verbreitung: weltweit; überwiegend in Industrienationen
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1892 von William Osler
  • Behandelbar: verschiedene Möglichkeiten der Symptomlinderung
  • Art des Auslösers: u.a. psychischer Stress
  • Wieviele Erkrankte: ca. 15 %
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Gastroenterologe; Facharzt für innere Medizin; Ernährungstherapeut
  • ICD-10 Codes: K58.-; K58.0; K58.9

Was ist ein Reizdarm?

Unter dem Begriff Reizdarm werden eine Reihe chronischer gastrointestinaler Störungen (den Magen-Darm-Trakt betreffende Störungen) zusammengefasst, die sich nicht auf eine andere Erkrankung zurückführen lassen. Im Wesentlichen handelt es sich um eine gesteigerte Sensitivität der Darmregion, die den normalen Verdauungsvorgang stört und unterschiedliche Symptome hervorrufen kann. Unterteilt wird der Reizdarm in vier verschiedene Typen:

  • Reizdarm mit überwiegend Verstopfung
  • Reizdarm mit überwiegend Durchfall
  • gemischter Typ mit Durchfall und Verstopfung im Wechsel
  • Reizdarm mit Schmerzen im Unterbauch normalem Stuhlgang

Die die Krankheit definierenden Symptome können über einen kurzen oder langen Zeitraum auftreten. Hierbei sind einige Jahre lang dauernde Krankheiten durchaus keine Seltenheit. Zusätzlich zu den ohnehin schon sehr stark die Lebensqualität einschränkenden Symptomen dieses Leidens, kommen auch noch andere Auswirkungen dazu, die dafür sorgen können, dass dem Betroffenen das Leben ungleich schwerer wird, als nicht-betroffenen Personen. Aufgrund der vorliegenden Erkrankung kommt es nämlich nicht selten vor, dass man nicht mehr dazu in der Lage ist, die Schule oder den Arbeitsplatz regelmäßig zu besuchen. Häufige Fehlzeiten sind einzurechnen, die sich wiederum negativ auf das allgemeine Leistungsprofil auswirken dürften.

Im Rahmen dieser negativen Entwickelungen kann es darüber hinaus auch dazu kommen, dass soziale Ängste oder Phobien entstehen, die wiederum in einer Depression oder einer anderen seelischen Missstimmung münden. Somit lässt sich klar bemerken, dass das vorliegende Leiden nicht nur den Darm angreift, sondern oftmals auch die Psyche.

Nach dem derzeitigen Stande der Schulmedizin gibt es noch keine Kur für diese Erkrankung. Die behandelnden Ärzte richten ihre Therapie hauptsächlich darauf aus, die entstehenden Symptome zu lindern. Die Ursachen selbst können im Rahmen einer solchen Behandlung jedoch nicht effektiv bekämpft werden. Dies ist unter anderem einer zahlreichen Gründe, die zu einer recht langen durchschnittlichen Dauer dieses Leidens führen.

Alles in allem sollten sich Betroffene also darauf einstellen, dass sie im Laufe dieses Leidens viele Probleme entwickeln, die nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Psyche angreifen.

Welche Ursachen führen zum Reizdarm?

Die Ursachen für die Beschwerden des Reizdarms sind bislang nicht vollumfänglich ergründet. Da kein physisch erkennbarer Auslöser für die Fehlfunktionen im Darm gefunden werden kann, galten die Beschwerden lange als rein psychosomatisch. Sie wurden zum Teil gar als reine Einbildung missachtet.

Diese Einstellung änderte sich jedoch mit der Entdeckung des sogenannten „Bauchhirns“ (enterisches Nervensystem). Der Begriff wird in Bezug auf das dichte Geflecht an Nervensträngen verwendet, welches den gesamten Magen-Darm-Bereich durchzieht und mehr als über 100 Millionen Nervenzellen umfasst. Offensichtlich ist dieses Nervensystem in der Lage, unabhängig von unserem Gehirn Informationen und Sinneseindrücke wahrzunehmen, zu verarbeiten und an das Gehirn weiterzureichen. Ist das „Bauchhirn“ gestört, meldet es bereits bei einem normalen Speisentransport und Füllzustand eine Überdehnung und damit Schmerzen an das Gehirn. Dieser Vorgang erklärt durchaus eine Reihe der typischen Reizdarmsymptome.

Eine generelle gesteigerte Schmerzempfindlichkeit kann für den Reizdarm verantwortlich sein. In diesen Fällen werden schon bei geringer Belastung des Darms Schmerzimpulse vom enterischen Nervensystem ausgesendet. Daneben gelten auch entzündliche Erkrankungen des Darms wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa oder Nahrungsmittelallergien als Auslöser. Inwiefern diese Krankheiten das Bauchhirn nachhaltig beeinträchtigen, ist bislang noch nicht erforscht. Ärzte gehen jedoch davon aus, dass eine Kombination aus physischen Gesundheitsproblemen und gleichzeitigem emotionalen Stress ursächlich hierfür ist.

Da Frauen besonders während der Menstruation unter einem Reizdarm leiden, liegt ebenso der Verdacht nahe, die Ätiologie in einer gestörten oder veränderten Körperchemie zu suchen. Dieser Theorie nach könnten Neurotransmitter durch Hormone beeinflusst sein, wodurch gestörte Impulse vom Darm an das Gehirn gesendet werden.

Stress als Ursache des Reizdarms

Eine übergeordnete Stellung bei der Entstehung des Reizdarms nimmt psychischer Stress ein. Die Bausteine des Bauchhirns sind im Wesentlichen mit jenen des Gehirns identisch. Informationen über emotionale Störungen gelangen folglich durch Neurotransmitter auch an Magen wie Darm und machen sich dort als Reizdarm und Reizmagen bemerkbar. Da die Erkrankung an sich wiederum zu Stress führt, bildet sich hier eine negative Kausalkette, die nur schwer zu durchbrechen ist.

Beispielsweise wird aufgrund von Zeitstress der Stuhlgang unterdrückt, wodurch Verstopfungen entstehen. Dies wiederum kann den Betroffenen stark belasten und zum einen zusätzlich die Entleerung des Darms erschweren und zum anderen bei Entspannung Durchfall zur Folge haben. Personen die generell empfindlich auf Stress reagieren oder beruflich unter permanentem Druck stehen, sind demzufolge besonders anfällig für die Manifestation eines Reizdarms.

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