Das Zentrale Nervensystem

Ein lebenswichtiges System des Menschen

Im Folgendem Artikel erfahren Sie alles wichtige über das Zentrale Nervensystem, kurz ZNS genannt. Beschrieben werden wird die Funktion und die Aufgaben des Systems. Außerdem wird der Aufbau des ZNS beschrieben und die häufigsten Krankheiten und Störungen benannt und erklärt.

Was ist das ZNS?

Das Zentrale Nervensystem beschreibt einen Teil des Nervensystems im menschlichen Körper. Das Nervensystem lässt sich in zwei Teile einteilen. Neben dem Zentralen Nervensystem befindet sich das Periphere Nervensystem im Körper.
Gebildet wird das ZNS aus den Nervenstrukturen von Gehirn und Rückenmark. Hautaufgabe des Nervensystems ist die sogenannte Reizverarbeitung. Es steuert also unsere Haltung und Bewegung. Auch für das Denken, die Sprache und das Lernen wird das Zentrale Nervensystem benötigt. Das ZNS besteht aus Nervengewebe, welches sich aus Nervenzellen und Stützzellen zusammensetzt. Die Nervenzellen sind miteinander verbunden und leiten durch chemische und elektrische Impulse Informationen weiter.
Das Zentrale Nervensystem ist lebenswichtig, deswegen können Krankheiten schwere Folgen haben. Aufgrund der Komplexität des Systems gibt es viele Erkrankungen des ZNS, welche noch nicht heilbar sind und lediglich die Verschlechterung des Zustandes des Betroffenen durch Therapien hinausgezögert werden kann.
Auch durch Einflüsse wie Drogen- und Alkoholkonsum kann das Zentrale Nervensystem in seiner Funktion eingeschränkt sein. Dadurch können unter Umständen Schäden entstehen, welche nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Funktionen und Aufgaben

Eine einheitliche Definition des Zentralen Nervensystems gibt es bislang nicht, allerdings beschreibt der häufigste Ansatz, dass das ZNS die Aufgabe hat, ein Individuum mit seiner inneren und äußeren Umwelt zu kontaktieren. Außerdem soll das Zentrale Nervensystem es dem Individuum ermöglichen, auf die sich ständig verändernde Umwelt zu reagieren.
Um diese Aussage verständlicher zu machen, sind im Folgenden die Hauptaufgaben des Zentralen Nervensystems ausgelistet.

  • Kontrolle der Motorik
  • Kontrolle des Zusammenspiels aller wichtigen Systeme
  • Verabreitung der Informationen aus der inneren und äußeren Umwelt
  • Verantwortlichkeit aller kognitiven Funtkionen
  • Verantwortlichkeit unserer Triebe und Gefühle

Das Zentrale Nervensystem ist also ein lebensnotweniges System. Ohne das ZNS sind wir nicht in der Lage überhaupt zu Denken, weder bewusst, noch unbewusst. Auch das Bewusstsein und die Sprache haben ihren Sitz in diesem System. Das Gedächtnis und alle dazugehörigen Leistungen sind ohne das ZNS nicht möglich. Des Weiteren kontrolliert das Zentrale Nervensystem das Zusammenspiel lebenswichtiger Systeme im Körper. Dazu gehören unter anderem das Organsystem, die Hormonregulierung, die Atmung, der Blutkreislauf und die Sinnesorgane und Muskeln.

Anatomie und Aufbau

Das Zentrale Nervensystem wird von Gehirn und Rückenmark gebildet. Es besteht aus der grauen und der weißen Substanz. Die Graue Substanz befindet sich in Nervenzellkörpern und stellt meist den Kern der Zelle dar. Sie enthält im Gegensatz zu der weißen Substanz wenig myelinisierte Axone. Die graue Substanz ist im lebenden Körper rosafarben, in Präparaten wirkt sie allerdings grau. Daher kommt auch der Begriff „graue Zellen“. Die weiße Substanz hingegen sind in Nervenfortsätzen vorhanden und bestehen vorwiegend aus Leitungsbahnen und Nervenfasern. Diese Substanz ist auch im lebenden Körpern weiß. Die graue Substanz liegt zentral im Rückenmark und ist ein schmetterlingsförmiges Gebilde. Sie ist im Rückenmark vollständig von der weißen Substanz umhüllt. Umgekehrt ist es im Gehirn, dort wird die weiße Substanz von der grauen Substanz umhüllt. Sie befinden sich am Rand des Hirns. Wird die graue Substanz von der weißen umhüllt, nennt man dies Kerne ; ist die graue Substanz außen, dann heißen diese Bereiche Rinde .
Damit das ZNS optimal geschützt ist, liegt das Gehirn unterhalb des robusten Schädelknochens. Das Rückenmark ist von der Wirbelsäule umgeben. Außerdem schützen das Gehirn und das Rückenmark drei Häute, welche diese umgeben. Der Raum zwischen diesen Häuten ist mit Flüssigkeit gefüllt, dem sogenannten Liquor .

Wie „kommunizieren“ die Nervenzellen?

Das Zentrale Nervensystem besteht aus Nervenzellen. Diese enthalten einen Zellkern und besitzen sogenannte Axone. Axone sind schlauchartige Nervenfortsätze, welche mit anderen Zellen in Verbindung stehen. Auch besitzen Zellen sogenannte Dendrite. Diese dienen der Zelle, die Informationen, welche über die Axone weitergeleitet wurden, zu empfangen. Ist die Nachricht, welche in der Nervenzelle (Neuron) ankommt, stark genug, dann „feuern“ sie diese Information an die nächste Nervenzelle weiter.
Diese Signale, die innerhalb Nervenzellen weitergeleitet wird, sind elektrische Impulse. Die Ladung in den Nervenzellen ist negativer als die der Umgebung. Die Zellen nutzen diese unterschiedliche Ladung um die Impulse weiterzuleiten.
Um Informationen von einer Nervenzelle zur anderen zu leiten, besitzt der Körper Synapsen. Diese Synapsen „übersetzen“ die elektronischen Signale in chemische. Dazu setzen die Synapsen Botenstoffe frei, sogenannte Transmitter oder auch Neurotransmitter. Beispiele für diese Transmitter sind unter anderem Dopamin, Glutamat, Gaba und Serotonin.

Krankheiten, Beschwerden und Störungen

Das Zentrale Nervensystem kann von vielen Erkrankungen betroffen sein. Einige der Krankheiten sind nicht heilbar. Im Folgenden sind die bekanntesten Erkrankungen des ZNS beschrieben.

Multiple Sklerose

Besonders junge Erwachsene sind von dieser Krankheit betroffen. Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Krankheit des Nervensystems. Die Ursache der Krankheit ist autoimmun, das heißt, dass der Körper sie selbst auslöst. Die Nervenfasern im Körper sind von einer Hüllschicht umgeben. Das Abwehrsystem erkennt diese fälschlicher Weise als gefährlich für den Organismus an. Das hat zur Folge, dass diese Hüllschicht abgebaut wird und die Nervenzellen direkt angegriffen werden. Durch diese Störung können Nervenimpulse nicht mehr funktionsgerecht weitergegeben werden.
Da Multiple Sklerose viele Bereiche des ZNS befallen kann, äußern sich die Symptome meist sehr unterschiedlich. Es können Sehstörungen, Spastik und Muskelstörungen bis hin zur Lähmung auftreten.
Heilbar ist Multiple Sklerose bislang nicht, allerdings ist es durch Therapien möglich, die Lebensqualität der Betroffenen so gut wie möglich zu erhalten.

Epilepsie

Epilepsie zählt zu den Häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Die elektrischen Impulse, die über die Nervenbahnen durch den Körper geleitet werden, entladen sich bei einem Epileptischen Anfall gleichzeitig und reizen bestimmte Regionen im Gehirn. Das Gehirn ist diese Art von Impulsen nicht gewohnt und reagiert mit einem Epileptischen Anfall. Dieser kann sich unterschiedlich äußern. Manchmal zucken fast unmerklich einige Muskel. Bei schwereren Anfällen ist der Betroffene minutenlang verkrampft und nicht ansprechbar. Anfälle lassen sich nicht aufhalten. Behandeln lässt sich die Epilepsie durch Medikamente, seltener durch chirurgische Eingriffe.
Ein Epileptischer Anfall bedeutet allerdings nicht gleich, dass eine Epilepsie vorliegt. Ein Anfall kann durch Schlafmangel, Alkoholentzug oder auch durch eine Schwangerschaft ausgelöst werden.

als (Amyotrophe Lateralsklerose)

Stephen Hawking ist wohl einer der bekanntesten Betroffenen von als. Die progressive neurodegenerative Erkrankung beginnt fokal und befällt im Laufe der Zeit die gesamte Muskulatur ein. Bei dieser Erkrankung ist der Teil des Nervensystems betroffen, der für die Steuerung der Skelettmuskulatur verantwortlich ist. Die vorhanden Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark werden so geschädigt, dass Muskelschwäche– und Schwund sowie eine Versteifung der Muskeln auftreten. Im weiteren Verlauf befällt die Krankheit auch die Atemmuskulatur und die Funktion des Sprechens ist beeinträchtigt. Heilbar ist diese Krankheit nicht. Es ist allerdings möglich, die Symptome durch Medikamenteneinnahme zu lindern.

Alzheimer

Alzheimer betrifft selten Menschen, die unter 60 Jahre alt sind. Je älter die Person, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken. Die Erkrankung äußert sich durch Abbau von emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten sowie dem Gedächtnisverlust. Auch die Interpretationsfähigkeit nimmt ab und Sprechstörungen treten auf. Bei dieser Krankheit sterben Nervenzellen im Gehirn ab. Die genaue Ursache von Alzheimer ist momentan noch nicht bekannt.

Parkinson

Neben der Alzheimerkrankheit ist Parkinson eine der häufigsten Nervenerkrankungen, die mit fortschreitendem Alter auftritt. Grund der Krankheit ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin . Auch das Absterben der Nervenzellen im Hirn ist Schuld an der Erkrankung. Im Körper herrscht ein empfindliches Gleichgewicht der Botenstoffe, welches durch einen Mangel an Dopamin verändert wird. Symptome von Parkinson sind beispielsweise Zittern, Bewegungsarmut- und Starre und eine instabile Körperhaltung. Parkinson ist nicht heilbar, allerdings gibt es bestimmt Therapieformen, um den Verlauf der Krankheit hinauszuzögern.

Hirnhautentzündung (Meningitis)

Auslöser für eine Hirnhautentzündung sind hauptsächlich Viren. Eine durch Bakterien ausgelöste Hirnhautentzündung ist seltener, aber dafür gefährlicher. Die Hirnhaut ist ein Bindegewebe, welches direkt am Gehirn anliegt. Durch die Blutbahnen können Krankheitserreger direkt in die Hirnhaut gelangen und die Infektion auslösen. Symptome einer Entzündung sind Kopfschmerzen, Fieber und ein steifer Nacken.
Ist die Infektion durch Bakterien ausgelöst, muss sofort Antibiotikum verabreicht werden. Sind Viren die Auslöser einer Hirnhautentzündung können lediglich die Symptome gelindert werden. Durch einige Impfungen lässt sich eine Hirnhautentzündung vorbeugen.

Typische und häufige Erkrankungen

 

Der sogenannte „Nervenzusammenbruch“

Unter einem Nervenzusammenbruch, auch akute Belastungsreaktion genannt, versteht man eine Form einer psychischen Erkrankung. Ausgelöst wird ein Nervenzusammenbruch meist durch traumatische Erlebnisse, wie beispielsweise ein Unfall oder ein Todesfall. Aber auch täglicher Stress am Arbeitsplatz kann zu einem Nervenzusammenbruch führen. Das Zentrale Nervensystem ist hierbei nicht in physischer Form erkrankt. Allerdings führt eine akute Belastungsreaktion zu Wahrnehmungsstörungen, Desorientierung und Bewusstseinseinengung. Typische Symptome eines Nervenzusammenbruchs sind Übelkeit, Schwitzen und Herzrasen. Der Betroffene wechselt seine Gefühlslage häufig. Aggression, Trauer und Teilnahmslosigkeit sind Anzeichen einer akuten Belastungsstörung.

Das ZNS hat Einfluss auf den Sport

Forscher haben inzwischen herausgefunden, dass die sportliche Leistung eng mit dem Zentralen Nervensystem verknüpft ist. Wer einen optimalen Trainingsplan erstellen möchte, der muss sich mit dem ZNS gut auskennen. Wichtig sind im Bezug auf die sportliche Leistung zwei Teile im Gehirn. Das Kleinhirn koordiniert die Muskeln, die an der Körperhaltung beteiligt sind. Das Zwischenhirn besteht aus dem Thalamus und dem Hypothalamus. Der Thalamus sorgt dafür, dass das Hirn darüber informiert wird, was außerhalb des Körpers passiert. Der Hypothalamus sorgt für lebenswichtige Regulierungen im Körper, wie beispielsweise die Körpertemperatur.
Durch Sport wird der Muskelaufbau gefördert. Die Muskeln leiten Informationen an das Zentrale Nervensystem weiter, welche dort ausgewertet werden. Nur so kann der Körper auf Reize reagieren.

Veränderte Funktionen des ZNS durch Drogen

Drogen greifen in die Funktion des ZNS und können auch Schäden verursachen. Durch den Konsum von Drogen, wie beispielsweise Cannabis, LSD und Speed, wird das Bewusstsein von Menschen beeinflusst. Die in den Drogen enthalten Substanzen docken an Rezeptoren im Gehirn an. Durch diesen Kontakt werden bestimmt Reaktionen im Gehirn ausgelöst. Beispielsweise werden Hormone, wie Dopamin, ausgeschüttet, da das ZNS eng mit dem Hormonsystem verbunden ist. Der Konsum von spezifischen Drogen kann eine Hirnschädigung zur Folge haben. Auch das Hormonsystem kann geschädigt werden. Einige Folgen des Drogenkonsums sind heilbar, andere hingegen bleiben ein

Auswirkung des Alkoholkonsums

Durch den Konsum von Alkohol werde die oben genannten Transmittersysteme im Körper beeinflusst, welche für die Weiterleitung von Informationen nötig sind. Bei dem Genuss von wenig Alkohol sind die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin aktiv, welche als sogenannte Glückshormone zählen.
Wird aber zu viel Alkohol konsumiert dann wird das Gleichgewicht der Transmitter Gaba und Glutamat durcheinandergebracht. Glutamat ist für die Gehirnaktivität zuständig und Gaba dämpft diese Aktivität. Durch den Alkohol wird der Transmitter Glutamat gedämpft und Gaba aktiviert. Dies führt also zu der Dämpfung der Gehrinaktivität. Folgen sind Sprechstörungen, eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit und Gleichgewichtsstörungen. Alkohol kann in großen Mengen auch zur Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod durch eine Alkoholvergiftung führen.

Fragen und Antworten

Wie kann ich Nervenkrankheiten vorbeugen?

Um Nervenkranken so gut wie möglich vorzubeugen, steht eine gesunde Ernährung im Vordergrund. Weniger tierische, dafür mehr pflanzliche Produkte sollten auf dem Speiseplan stehen. Auch ausreichende Bewegung kann einer Nervenkrankheit vorbeugen. Auch Alkohol und Nikotin sollten nur in Maßen konsumiert werden.

Was genau unterscheidet das Zentrale vom Peripheren Nervensystem?

Das Zentrale Nervensystem wird von Gehirn und Rückenmark gebildet. Aus dem Rückenmark gehe weitere Nervenzellen hervor, welche durch den Rest des Körpers, also auch in die Gliedmaßen verlaufen. Ab dem Punkt, aus dem die Nervenzellen aus dem Rückenmark austreten, spricht man von Peripheren Nervensystem.

Sind alle Nervenzellen im Körper gleich?

Das Zentrale Nervensystem besteht aus zwei Arten von Zellen. Einerseits aus den Nervenzellen, auch Neurone genannt, andererseits aus sogenannten Stützzellen. Die Nervenzelle ist natürlich die wichtigere der neiden Zellarten. Je nach Einsatzgebiet weist eine Nervenzelle bestimmte Spezialisierung auf.

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