Niesen

Viele unterdrücken es in der Umgebung von anderen Menschen, aber wohl jeder hat es schon getan und kennt es nur allzu gut: Den plötzliche Luftausstoß durch die Nase, kurz genannt Niesen.

Das Niesen geschieht unwillkürlich und explosionsartig und meist nicht nur durch die Nase allein, sondern zugleich auch durch den Mund. Ein Niesreiz entsteht für gewöhnlich ganz einfach durch Fremdkörper in der Nase und das Niesen dient dazu, sie wieder frei zu machen. Es kann aber auch völlig andere Gründe haben.

Was ist Niesen?

Niesen ist ein Schutzreflex des Körpers, bei dem ruckartig eine größere Menge Luft durch die Nase und den Mund zuerst eingeatmet und anschließend wieder ausgestoßen wird. Durch das Niesen werden Nasensekret, Staub und andere Fremdkörper wie beispielsweise Pollen, Erreger oder Insekten aus der Nase entfernt.

Vor dem eigentlichen Prozess des Niesens gibt es einen normalerweise deutlich bemerkbaren, oft als Jucken wahrgenommenen Niesreiz. Die wohl häufigste Ursache für Niesen ist eine Reizung der Nasenschleimhaut, aber ein Niesreiz kann unter anderem auch durch helles Licht oder sexuelle Erregung entstehen.

Beim Niesen werden durch Bakterien und Krankheitserreger in der Luft verteilt, diese werden durch Tröpfcheninfektion zur Ansteckungsgefahr, daher sollten vor allem schwer kranke Menschen beim Niesen in Gegenwart von anderen Personen möglichst vorsichtig sein, um diese nicht anzustecken. Vor allem aber sollte man immer in ein Taschentuch oder notfalls in den Hemdärmel, allerdings nicht wie viele es tun einfach in die Hand niesen, denn wer sich danach nicht gründlich die Hände wäscht, kann Erreger auch durch Berührung übertragen und Mitmenschen schon mit einem kurzen Handschlag anstecken.

Das Niesen selbst lässt sich in drei Phasen unterteilen: In der ersten Phase wird tief Luft geholt, die Brustmuskulatur wird angespannt und man schließt die Augen, was deren Schutz dient. In der nächsten Phase wird der Atem für einen kurzen Moment angehalten. Anschließend werden die Ausatmungsmuskeln vom Bauch und der Brust stark zusammengepresst, so wird die eingeatmete Luft wieder ausgestoßen. Beim Menschen entstehen dabei teilweise sogar beeindruckende Geschwindigkeiten von bis zu über 160km/h und es werden bis zu 40000 Partikel in der Luft verteilt.

Auslöser

Niesen ist oft das erste Anzeichen für eine wohl jedem bekannte Erkältung. Durch die niedrige Temperatur können die Nasenhärchen ihre Funktion nicht mehr einwandfrei ausführen und es bleibt mehr Nasensekret in der Nase, welches zum Niesreiz führt. Es gibt aber auch weit kuriosere Auslöser dafür, für die man nicht einmal annähernd Krank sein muss.
Ein recht typischer Auslöser sind Allergien, wie Tierhaarallergien. Nicht die Haare selbst gelangen in die Nase und verursachen so den Niesreiz, sondern Pollen und Sekret reizen die Schleimhaut und dadurch findet eine entzündliche Reaktion statt.

Der Drillingsnerv

Auch das Zupfen von Augenbrauen oder das Bürsten der Haare können einen Niesreiz auslösen. Verantwortlich dafür ist der Trigeminus-Nerv, umgangssprachlich auch als Drillingsnerv bezeichnet. Dies ist der fünfte Hirnnerv, er verzweigt sich über sehr große Teile des Gesichts. Dieser Nerv ist sehr sensibel und kann beim Ziehen an den Augenbrauen mitreizen, sodass ein Niesreiz, als Fehlreaktion dieses überempfindlichen Nervs, entsteht. Diese Fehlreaktion ist gesundheitlich aber völlig unbedenklich und schadet dem Menschen nicht, es kann höchstens ein störender Faktor sein.

Der Drillingsnerv soll auch Auslöser für den sogenannten photischen Niesreflexes sein. Dabei löst ein starker Lichtreiz, wie beispielsweise wenn man plötzlich direkt in die Sonne schaut, das Niesen aus. Schätzungen zufolge ist jeder Vierte davon betroffen. Konkrete Erklärungen für den photischen Niesreflex gibt es zwar noch nicht, die naheliegendste Erklärung ist jedoch folgende: Bei Menschen, die einen photischen Niesreflex besitzen, verläuft vermutlich der Drillingsnerv sehr nah am Sehnerv, wodurch er bei spontan, sehr hohem Lichteinfall ins Auge auch mitgereizt werden kann. Hat man sich erst einmal an den übermäßigen Lichteinfall gewöhnt, vergeht der Niesreiz jedoch sehr schnell wieder. Grund zur Vorsicht gibt es aber dennoch. Speziell im Verkehr sollten davon betroffene Kandidaten viel Acht geben, um keine Schwierigkeiten zu bekommen oder zu verursachen.

Es kommt aber noch skurriler: Manche berichten, dass sie auch bei sexueller Erregung oder dem Erleben eines Orgasmus einen Niesreiz wahrnehmen können. Dazu gibt es bisher leider kaum Untersuchungen und Erklärungen, manche Forscher glauben jedoch, dass eine eigenwillige Polung im zentralen Nervensystem schuld daran sein könnte.

Es gibt also viele Auslöser für einen Niesreiz, wobei die meisten durch eine Fehlreaktion des Drillingsnervs begründet sind. Hier sind noch einmal alle Gründe für einen Überblick aufgelistet:

Funktion und Aufgabe

Ob beim gemütlichen Fernsehen zuhause auf der Couch, bei der Arbeit im Büro oder während dem Sport in freier Wildbahn, zu einem schnellen Nieser kann es immer und überall kommen und es dient dem Körper in erster Linie als Schutzreflex. Dabei sollen verschiedenste Fremdkörper wie alltäglicher Staub, störende Bakterien und Viren, aber auch Insekten oder andere winzige Organismen aus der Nase entfernt werden. Aber auch das eigene Nasensekret ist oftmals verantwortlich für einen Niesreiz und wird beim Niesen aus der Nase gestoßen. Jegliche Stoffe, welche die Nasenschleimhaut in irgendeiner Weise reizen, lösen damit einen Niesreiz aus.
Staub ist hierbei mitunter einer der häufigsten Gründe, in sehr staubigen Räumen muss man normalerweise oft niesen, da dieser leicht aufwirbelt und in die Nase gelangt, alleine schon deshalb sollte man immer alles weitestgehend sauber halten.

Laut einigen Wissenschaftlern hat der Mensch im verlängerten Rückenmark ein Nieszentrum, in dem Signale aus der Nasenschleimhaut verarbeitet werden. Eine Begründung dafür ist, dass der Niesreiz nicht mehr auftritt, sollte das Gehirn an bestimmten Stellen geschädigt sein.

Die meisten Menschen müssen vor allem in den kälteren Monaten, verursacht durch Schnupfen, öfter Niesen, hierbei handelt es sich meist um eine Vorwarnung einer Erkältung. Kühlt die Nasenschleimhaut zum Beispiel im Herbst, Winter oder durch Klimaanlagen ab, wird die Beweglichkeit der Flimmerhärchen beeinträchtigt. Dadurch werden Nasensekret und verschiedene Krankheitserreger nur mehr erschwert aus der Nase abtransportiert. So kommt es weit leichter zu einer Infektion der Nasenschleimhaut und damit verbunden zu häufigerem Niesen.

Wie bereits erwähnt muss man um zu niesen aber keinesfalls krank sein oder werden. Es gibt viele andere Auslöser dafür, daher sollte man nicht immer gleich das Schlimmste befürchten.

Niesen in verschiedenen Kulturen

Im deutschen Sprachraum ist es üblich, jemandem „Gesundheit“ zu wünschen, wenn dieser niesen muss und das tut man einfach, indem man es ihm zuruft oder -sagt. Im englischen verwendet man dafür „God bless you“, was wörtlich übersetzt „Gott segne dich“ bedeutet. Im Amerika jedoch wurde teilweise das deutsche „Gesundheit“ eins zu eins übernommen. In Lateinamerika wünscht man erst Gesundheit, dann Geld und anschließend Liebe, abhängig von der Anzahl der Nieser. In Spanien dagegen gibt es den Aberglauben, dass die Seele durch beim Niesen den Körper verlassen kann, so sagt man „Jesús“, um das zu verhindern. In Regionen Frankreichs kann es auch vorkommen, dass erwartet wird, dass der Niesende selbst sich für seine Störung entschuldigt.

Fest steht jedenfalls, dass mit dem Niesen ganz verschieden umgegangen wird, früher gab es auch viele Mythen dazu, einige haben sich bis heute gehalten, die meisten sind mittlerweile Vergessen.

Krankheiten und Beschwerden

Ein Mythos, an den noch immer einige Menschen glauben, ist der, dass während dem Niesen alle möglichen Körperfunktionen einfach stoppen würden. Man hört auch von Personen, die glauben, beim Niesen mit offenen Augen könnten diese einem einfach herausfallen. Das sind aber wirklich nur Schauergeschichten und Märchen, solchen Dingen sollte man keinen Glauben schenken. Das Niesen ist ein natürlicher Vorgang des menschlichen Körpers und schadet diesem nicht.

Es stimmt allerdings, dass Niesen für das Herz und auch den natürlichen Kreislauf einen kurzen Moment lang sehr anstrengend sein kann, im Normalfall sollten sich Puls und Blutdruck jedoch schnell wieder normalisieren. Ist das nicht der Fall, kann es in seltenen Fällen auch zur Ohnmacht kommen, passiert das, sollte man auf jeden Fall nicht zögern, es mit einem Arzt abzuklären. Sicher ist aber, dass so etwas nicht der Normalfall sein sollte und einem gesunden Menschen nicht passieren wird.

Neben dem Husten ist Niesen durch die Übertragung von Krankheitserregern mittels Tröpfcheninfektion eine Hauptansteckungsquelle für Erkältungen und grippalen Effekten. Auch daher wünscht man einem Niesenden gerne „Gesundheit“, die Krankheit soll sich schließlich nicht noch weiter ausbreiten. Meist sind sowohl Husten als auch Niesen ungefährlich, sollte es dabei aber zu Schmerzen kommen ist das ein Warnsignal.

Behandlung

Die Behandlung des Niesens kann völlig unterschiedlich sein, je nachdem, wodurch es ausgelöst wird. Hier zu unterscheiden sind Allergien und Erkältungen. Bei Erkältungen ist Niesen nur eines von mehreren Symptomen. Andere Symptome können unter anderem Husten, Halsschmerzen, schwere Atmung, etc. sein. Dann muss die gesamte Erkältung behandelt werden.

Für Allergien gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten das Niesen zu verhindern: Entweder man meidet das Allergen oder man nimmt ein Antihistaminikum ein. Das Antihistaminikum hilft aber nur, bis der Patient wieder mit dem Allergie auslösenden Stoff in Kontakt kommt, es bietet keine direkte Abwehr dagegen. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung. Dem Patienten werden hierbei regelmäßig immer größere werdende Dosen seines Allergens mit einer Spritze verabreicht. Dadurch bilden sich Antikörper, die den Körper davor schützen. Mit der Zeit reagiert der Körper so nicht mehr oder zumindest verringert allergisch auf diesen Stoff. Eine solche Behandlung erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren.

Da viele Menschen das Niesen gerne aus verschiedensten Gründen unterdrücken, kennt man mittlerweile auch mehrere Möglichkeiten es erfolgreich zu vermeiden. Es soll beispielsweise helfen, die Zunge fest an den Gaumen zu drücken. Auch ein leichter Druck auf die Nasenwurzel, ausgeübt durch die Finger, soll funktionieren können. Man muss aber auch schnell genug reagieren, damit diese Methoden funktionieren müssen sie schon beim ersten kribbeln in der Nase angewandt werden. Zu empfehlen ist das aber auch eher nicht. Das Niesen zu unterdrücken ist mit Gefahren verbunden und hindert den Körper daran, sich zu reinigen.

Die Gefahren beim Unterdrücken vom Niesen

Niesen ist für den Körper vor allem bei der Selbstreinigung eine wichtige Hilfe und für gesunde Menschen völlig ungefährlich. Aber sowohl für kranke wie auch für gesunde Menschen gilt: Man sollte das Niesen niemals bewusst unterdrücken und auch nicht falsch – also mit zugehaltener Nase – niesen. Das könnte nämlich schwerwiegende Folgen für den eigenen Körper haben.

Hält man sich beim Niesen die Nasenlöcher bewusst zu und hat dabei den Mund zugleich leicht geöffnet, entsteht ein hoher Druck im Körper. Der Druck kann ähnliche Werte erreichen, wie bei Bluthochdruckdruckpatienten im Herzen, wenn der Herzmuskel sich soweit er kann zusammenzieht. Dieser Druck kann das Mittelohr und auch das Trommelfell verletzen und schädigen, das verursacht nicht nur Schmerzen auf die man gerne verzichtet, sondern führt womöglich zu Schwerhörigkeit oder in Extremfällen sogar zu völliger Taubheit, wie einige Berichte der medizinischen Fachliteratur beweisen. Auch Fälle von Rissen in der Hauptschlagader, Blutgerinnseln im Gehirn oder Fehlgeburten werden in manchen Fachartikeln belegt. Bei einigen Patienten gelangte außerdem durch unterdrückte Nieser Luft in die Schädelhöhle.

Fest steht also, dass man sich selbst einen Gefallen tut, wenn man den Nieser einfach raus lässt. Und zwar ohne die Nase zuzuhalten. Das ist weit sicherer und auch gesünder, denn Niesen erfüllt ja doch nur seinen Zweck, die Nase gründlich zu reinigen.

Übersicht der Gefahren:

  • Schädigung von Mittelohr und Trommelfell
  • Risse in der Hauptschlagader
  • Blutgerinnsel im Gehirn
  • Fehlgeburten
  • Luft in der Schädelhöhle

Fragen und Antworten zum Niesen

 

Welche Hausmittel kann ich gegen das Niesen verwenden?

Sollte das Niesen allergiebedingt sein, hilft nur das Fernhalten vom allergieauslösenden Stoff. Bei einer Erkältung kann man Symptome wie auch das Niesen zum Beispiel mit einem Kamillen-Dampfbad bekämpfen. Auch eine Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung ist zu empfehlen. Auch trockene Luft kann zu wiederholtem Niesen führen, daher sollte man Luftbefeuchter verwenden.

Ich habe Schmerzen beim Niesen, was kann ich dagegen tun?

Schmerzen sind auf jeden Fall ein wichtiges Warnsignal. Schmerzen im Hals können eine Mandelentzündung oder Schleimhautreizungen als Grund haben. Schmerzen im Stirn- und Kieferbereich haben meist mit den Nasennebenhöhlen zu tun. Vor allem aufpassen, wenn sich hier Eiter bildet. Auch Schmerzen in anderen Bereichen sind ernst zu nehmen, Schmerzen beim Niesen sollten immer von einem Arzt untersucht werden.

Wieso muss ich nach dem Essen niesen?

Sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine Lebensmittelallergie. Man kann auch auf sehr alltägliche Produkte allergisch reagieren, diese Allergie muss dennoch nicht seit Geburt voll ausgeprägt sein. Zu empfehlen wäre eine Bioresonanztherapie um Klarheit zu schaffen.

Unser Fazit zum Niesen

Niesen ist eine Funktion, die für den menschlichen Körper wichtig ist. Man sollte das Niesen nie Unterdrücken und auf keinen Fall die Nase dabei zuhalten, so schadet man dem Körper zu sehr. Oft wird Niesen sofort als Warnsignal interpretiert, aber meist bedeutet es gar nichts Schlimmes. Tritt es jedoch vermehrt oder zusammen mit weiteren Symptomen auf, sollte man sich bald untersuchen lassen, um Risiken zu vermeiden.

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