Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)Vitiligo ist eine genetisch bedingte Hauterkrankung an der schätzungsweise zwischen 0,5-2% der Weltbevölkerung leiden.

Sie ist gekennzeichnet durch das Fehlen von Hautpigmenten an charakteristischen Flecken/ Stellen, die überall am Körper vorkommen können.

Daher wird Vitiligo auch die Weißfleckenkrankheit genannt oder auch Scheckhaut.

In unserem Ratgeber zur Krankheit Vitiligo wollen wir Sie nun umfassend informieren und aufklären.


Was ist Vitiligo?

Vitiligo ist eine Hauterkrankung, bei der an charakteristischen Stellen am Körper die Hautpigmente völlig fehlen und die Haut an eben diesen Stellen weiß ist. Die Krankheit ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem die Melanozyten in der Haut angreift, weil es sie fälschlicherweise für einen „Feind“ hält, und diese zerstört. So kann an diesen Stellen kein Melanin mehr gebildet werden. Das ist der Stoff, der die Haut eines Menschen dunkel färbt und ihn vor der Sonneneinstrahlung schützt.

Vitiligo kann in jedem Alter ausbrechen, auch in Familien die diesbezüglich nicht erblich vorbelastet sind.

Es fängt meist an einer Stelle des Körpers an und kann sich dann weiter ausbreiten.

Typische pigmentfreie Stellen sind dann :

  • Hände
  • Ellbogen
  • Armbeuge
  • Leisten
  • Kniekehlen
  • Knie
  • Genitalbereich
  • Wadeninnenseiten
  • Fußrücken.

Doch dies sind nur die typischen Stellen am Körper. Die Flecken können an jeder anderen Stelle des Körpers auftreten. Sogar an den Schleimhäuten oder den Haaren.

Ursachen von Vitiligo

Obwohl es noch nicht zu 100 % bewiesen ist, gehen Forscher heute davon aus, dass Vitiligo genetisch bedingt ist. In einigen Studien wurden im Blut von Vitiligo Patienten Antikörper gegen die eigenen Melanozyten nachzuweisen. Daher nimmt man an, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Das eigene Immunsystem bekämpft und zerstört die pigmentbildenden Melanoyzten und zerstört diese.

Auch eine erbliche Vorbelastung ist möglich. Jeder dritte Vitiligo Patient hat Vorfahren die selbst an Vitiligo erkrankt waren.

Der Ausbruch von Autoimmunerkrankungen geht oft mit extremen Stressbelastungen oder schweren Traumata einher. Doch auch eine Nervo cutane Entkopplung (Nerven die nicht mehr zusammenspielen/ zusammenhalten) und oxidativer Stress, sowie eine traumatische Schädigung der Haut (nach einem Sonnenbrand) werden als Auslöser angenommen.


Symptome und Anzeichen von Vitiligo

Wer Stellen an sich entdeckt, die plötzlich schneeweiß sind, könnte an der Weißfleckenkrankheit leiden. Dabei sind nicht kleine Stecknadelkopfgroße Veränderungen gemeint, sondern größere. Oftmals sind es an beiden Körperseiten symmetrisch auftretende Flecken, die ganz sich klar und scharf zur übrigen Haut abgrenzen. Beide Hände oder beide Kniekehlen oder auch die Oberschenkelinnenseiten. Die Hautstruktur bleibt dabei unverändert, lediglich ihre Farbe ändert sich.

Es kann sein das die Vitiligo auf beiden Körperseiten, also überall am Körper auftritt. Man spricht dann von der generalisierten Vitiligo, noch spezifischer von der generalisierten Vitiligo vulgaris. Kommen die Flecken an beiden Körperseiten aber nur im Gesicht, an den Händen und Füßen vor, dann spricht man von der Vitiligo akrofazialis.

In seltenen Fällen werden auch die Schleimhäute oder die Haare an den pigmentlosen Stellen weiß (Poliosis circumscripta).

Diagnose und Krankheitsverlauf von Vitiligo

Diagnose

Wem merkwürdige und depigmentierte Stellen an seinem Körper auffallen, der sollte zu aller erst einmal einen Hautarzt aufsuchen.

Dieser wird die betroffenen Hautareale untersuchen, indem er sie sich ansieht. Eine Krankheitsgeschichte wird erfragt, vielleicht hatte schon einmal jemand in der Familie Vitiligo. Damit wäre die Wahrscheinlichkeit für Vitiligo höher.

Für den Arzt ist es auch wichtig zu wissen wie die Flecken entstanden sind? Gab es ein Jucken? Eine Verletzung oder einen Sonnenbrand oder waren sie auf einmal einfach da?

Es kann eine Untersuchung mit einer sogenannten Wood-Lampe folgen. Dies ist eine Lampe mit einer bestimmten Wellenlänge ultravioletten Lichts. Weißflecken leuchten weiß bis gelb unter diesem Licht.

Auch eine Gewebebiopsie kann vorgenommen werden. Dabei wird ein kleiner Teil der haut entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Bei Vitiligo Patienten fehlt schon in den ersten Hautschichten das Melanin oder die Melanozyten fehlen ganz.

Mit einer Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob es bestimmte Antikörper im Blut gibt, die bei der Weißfleckenkrankheit typisch wären. Doch auch zur Abklärung/ zum Ausschluss weiterer Begleiterkrankungen ist eine Blutuntersuchung wichtig.

Auch die Augen können untersucht werden, da Vitiligo in seltenen Fällen auch die Augen angreift.
Mittels dieser Diagnostik kann der Dermatologe (Hautarzt) feststellen, ob man an Vitiligo erkrankt ist.

Krankheitsverlauf

Je nachdem ob die weißen Flecken nur auf einer oder auf beiden Körperseiten auftreten, ist das Voranschreiten der Vitiligo unterschiedlich.

Wenn sich die Vitiligo auf eine Körperseite (lokale Vitiligo) beschränkt, schreitet die weitere Depigmentierung nicht so stark voran.

Bei der generalisierten Vitiligo schreitet die weitere Depigmentierung von Hautarealen stärker voran und betrifft größere Flächen.

Generell beginnt es mit Flecken an einer Stelle des Körpers. Diese können dann immer größer werden und es können immer weitere Stellen hinzukommen. Bei manchen Menschen stoppt die weitere Ausbreitung, die sehr langsam abläuft, irgendwann ganz. Bei manchen stoppt es nur zeitweise und schreitet später im Leben weiter voran.

Die Krankheit beginnt typischerweise zwischen dem zehnten und dem 30 Lebensjahr. Doch Ausnahmen außerhalb dieser Zeitspanne kommen ebenfalls immer wieder vor.

Vitiligo Betroffene haben große Probleme mit Sonne. Denn dort wo die Haut kein Melanin mehr hat um sich vor der Sonne zu schützen, ist die Haut und das Gewebe darunter bedingungslos der Strahlung ausgesetzt. Ein erhöhtes Hautkrebsrisiko ist daher stets gegeben. Betroffene müssen die fleckigen Stellen vor der Sonne schützen, eincremen und besser noch sie immer mit Kleidung bedeckt halten. Viele Patienten sprechen auch von einem Jucken und Brennen der Haut bei Kontakt mit der Sonnenstrahlung.

Durch die Andersartigkeit der Haut leiden Betroffene oft an einem geminderten Selbstwertgefühl bis hin zu dadurch bedingten Depressionen.

Behandlung und Therapie von Vitiligo

Die Weißfleckenkrankheit Vitiligo ist nach dem heutigen Stand der Medizin nicht heilbar!
Sie kann jedoch an der Ausbreitung gehindert werden. Bei manchen Menschen ließen sich kleine Hautareale wieder repigmentieren. Doch das sind Ausnahmen. Die Behandlung orientiert sich am Umfang der betroffenen Hautstellen.

Sind weniger als zehn Prozent der haut betroffen wird oft mit speziellen Cremes gearbeitet. Diese, so genannte fokale Therapie, setzt auf Cortisol/ Cortison um das Immunsystem zu bremsen und das weitere Zerstören der Melanozyten zu stoppen oder es sogar umzukehren. Dabei muss man mit einer monatelangen und sehr hochdosierten Anwendung rechnen. Der Nachteil ist das dünner werden der Haut durch den starken Wasserverlust durch das Cortison (Pergamenthaut).

Eine weitere Möglichkeit mit einer Creme zu behandeln sind Präparate die Calcineurin-Inhibitoren beinhalten. Wirkstoffe wie Tacrolimus (FK506) und Pimecrolimus dämpfen ebenfalls die Überaktivität des Immunsystems, allerdings ohne die starken Nebenwirkungen die man bei Cortison zu erwarten hat.

Offiziell sind Calcineurin- Inhibitoren nur für die Behandlung von Neurodermitis zugelassen, doch unter Umständen kann ein Arzt sie auch für die Behandlung von Vitiligo einsetzten.

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Bestrahlung mit Excimerlampen (Phototherapie). Die Haut wird mit einer bestimmten Wellenlänge des Lichts, über Monate bestrahlt.

Durch die Bestrahlung werden noch bestehende Melanozyten zur Teilung und Vermehrung angeregt und die Haut repigmentiert.

Sind mehr als nur zehn Prozent des Körpers von der Vitiligo betroffen, dann kommt nur noch eine Schmalband-UV-Bestrahlung infrage. Das ist eine Ganzkörperbestrahlung. Zu einer Breitbandbestrahlung wurden einige Zeit Medikamente verschrieben, welche die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Doch da die Ergebnisse nicht zufriedenstellend waren, wird das heute kaum noch gemacht.

Vitiligo wird ausschließlich von Dermatologen, also Hautärzten behandelt.

Doch auch Homöopathen und Heilpraktiker können für alternative Behandlungen aufgesucht werden. Oft wird mit der Einnahme von Schüsslersalzen und dem Auftragen spezieller Schüssler Cremes gearbeitet.

Hausmittel bei Vitiligo

Da Vitiligo eine Autoimmun-Dermatose (autoimmunbedingte Hauterkrankung) ist, die nicht heilbar ist, ist ein guter und permanenter Sonnenschutz sehr wichtig. Dieser führt jedoch oft zu einem gravierenden Vitamin D Mangel. Dieser kann über Supplemente oder die richtige Ernährung ausgeglichen werden. Lebensmittel wie Avocados, fetter Seefisch oder Hühnereigelb sind eine gute Quelle.

Auch ist es wichtig das Immunsystem zu stärken damit es gut und richtig funktioniert.
Lebensmittel wie Ingwer, Kurkuma, grüner Tee, Nüsse eine vitaminreiche Kost und ungesättigte Fettsäuren, sollten regelmäßig gegessen werden.

Vorbeugung von Vitiligo

Der Weißfleckenkrankheit kann generell nicht vorgebeugt werden, doch es gibt Faktoren die den Ausbruch begünstigen. Dazu gehören Stress (körperlich wie emotional) und starke Sonnenbrände. Es ist daher ratsam Stressbewältigungstechniken wie Yoga, Tai Chi, autogenes Training, Meditation oder progressive Muskelentspannung nach Jacobsen zu praktizieren. Das regelmäßige Abschalten ist eine sehr gute Immunkur und verbessert das Empfinden nachhaltig.

Sonnenschutz, regelmäßig, ausreichend und hautverträglich ist ebenfalls stets zu empfehlen.
Auch eine ausgewogene, vollwertige und vitaminreiche Ernährung können helfen das Immunsystem gesund zu halten.

Fragen & Antworten zu Vitiligo

Wo bekommt man Hilfe bei Vitiligo?

Erste Anlaufstelle sollte immer der Hautarzt sein. Dieser kann einen aufklären und beraten. Wer weitere Hilfen in Anspruch nehmen möchte der kann im Internet nach einer lokalen Selbsthilfegruppe für Vitiligo Patienten schauen. Die meisten größeren Städte haben diese. Doch auch Internetseiten wie der vitiligo-verein.de bieten Hilfe und Antworten auf viele Fragen.

Wie lange dauert die Vitiligo Erkrankung?

Vitiligo hat man ein Leben lang. Da Vitiligo heute als nicht heilbar gilt, verbringt man den Rest seines Lebens mit einer veränderten Haut. Doch inzwischen gibt es viele Mittel und Lösungen wie man gut mit dieser Veränderung umgehen und leben kann. Es bleibt ein Vorteil das man bis auf das andere Aussehen keine weiteren Symptome (bis auf die Sonnenunverträglichkeit), wie Schmerzen oder schlimmeres, zu erwarten hat. Man sieht einfach ein wenig anders aus.

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