Hefepilz

Hefen sind einzellige Pilze, die sich durch Teilung oder Sprossung vermehren.

Sie sind Eukaryoten und größer als die meisten Bakterien.

Mehr als 700 Hefearten mit über 5.000 Stämmen sind heute bekannt. Ein Großteil der Hefen arbeitet anaerob, können bei Verfügbarkeit von Sauerstoff auch einen oxidativen Energiestoffwechsel nutzen.

Was sind Hefepilze

Die meisten Hefepilze zählen zu den Schlauchpilzen (Ascomycota). Verschiedene Entwicklungsstadien anderer Pilze werden ebenso als Hefe bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Formen der Pilzinfektionen (Mykosen). Grundsätzlich unterscheidet man drei Erregergruppen: die Schimmelpilze, Fadenpilze und Hefepilze. Der häufigste Hefepilz ist Candida albicans. Auch beim gesunden Menschen findet sich dieser Pilz auf der Haut und Schleimhaut.

Hefen gehören zu den bedeutsamsten Mikroorganismen mit kommerzieller Bedeutung. Bereits in den frühen Hochkulturen wurden Brot und alkoholische Getränke wie Bier und Wein mit Hilfe von Hefen hergestellt. Bei normaler Ernährungsweise lässt es sich kaum vermeiden, Hefepilze aufzunehmen. Besonders pflanzliche Bestandteile sind mit den Pilzen belastet.

Vorkommen, Verbreitung und Eigenschaften

Auf den Schalen von Kernobst findet sich oft der Hefepilz Geotrichum candidum. Neben Beerenobst sind häufig frische Rohkostsalate belastet. Laut den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) dürfen Salate angeboten werden, die bis zu 5.000000 koloniebildende Einheiten pro Gramm enthalten.

Der Hefepilz weist eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Magensäure auf.

Verdauungsenzyme, die für die Abtötung verschiedenster Schadstoffe im Darmtrakt sorgen, greifen bei einem Großteil der Pilze nicht. Bei einem gesunden Immunsystem kommt es zu keiner Ansiedelung der Pilze. Hefe- als auch Schimmelpilze passieren den Darmtrakt, ohne dauerhafte Bewohner zu bleiben.

Hefen vermehren sich durch Teilung oder Asexuell durch Sprossung. Als Eukaryoten sind Hefen wesentlich größer als die meisten Bakterien. Sie besitzen Chromosomen, eine komplexe Membranstruktur und eine Vielzahl von Organellen. Mitochondrien und Endoplasmatisches Retikulum sind Strukturen, die bei Prokaryoten, wie Bakterien, nicht vorhanden sind.

Als Probiotika kommen Hefen seit einigen Jahren als Form hoch verfügbarer Proteinquelle in der Tierernährung zum Einsatz. 1965 stellte der britische Brauwissenschaftler James Hough die sauerstoffzehrende Aktivität von Hefen fest. 15 Jahre später nutzte der irische Brauingenieur Pearse Lyons diese Beobachtung, um den anaeroben Zustand im Pansen von Kühen zu stabilisieren. Heute sind Hefen fester Bestandteil in der Tierernährung.

Krankheiten und Beschwerden

Hefepilze gehören zu den obligaten Krankheitserregern und führen daher nicht zwingend zu einer Erkrankung. Bei einer Immunschwäche, in der Schwangerschaft oder bei Diabetes mellitus kann es zu einer massiven Vermehrung der Pilze kommen. Es entsteht eine Entzündung (Candidose).

Liegt eine lokale Infektion vor, die nur auf bestimme Organe oder Areale beschränkt ist, bezeichnet man eine Infektion als Organmykose. Als Systemmykose wird eine Verbreitung über die Blutbahn bezeichnet. Die meisten Pilzinfektionen findet sich im Darm. Mittels Stuhluntersuchung wird eine Diagnose getroffen. Häufige Hefepilze sind Candida albicans, Candida glabrata, Candida krusei und Crandida tropicalis. Der häufigste Hefepilz ist Candida albicans, der auch beim gesunden Menschen auf der Haut und Schleimhaut zu finden ist.

Hefen sind äußerst anpassungsfähig und ändern ihr Erscheinungsbild je nach Sauerstoffgehalt, Nährstoffangebot und pH-Wert. Durch diese Variabilität entgehen sie häufig der Immunabwehr des Körpers. Bei einer Umwandlung in eine fadenförmige Form haften sie besonders gut an der Darmwand und können unter Umständen in die Schleimhaut hineinwachsen.

Bevorzugt siedelt sich der Pilz in feuchtwarmen Körperregionen an. Besonders der Intimbereich ist dabei betroffen. Am häufigsten sind Pilzinfektionen an der Eichel, Scheide und bei älteren oder übergewichtigen Personen in Körperfalten. Bei einem geschwächten Immunsystem können Mund– und Rachenraum betroffen sein. Dabei entsteht die Gefahr einer vollständigen Ausbreitung im Körper. Über das Blut gelangen die Keime in weitere Körperregionen. Unter anderem gelangen diese in die Nieren, Gehirn, Lunge oder das Endokard.

Eine Infektion der Scheide wird als vaginale Mykose bezeichnet. In den meisten Fällen gilt Candida albicans als Verursacher der Erkrankung. Ein Scheidenpilz äußerst sich durch Juckreiz und einem weißen Ausfluss. Weiße, nicht abwischbare Beläge werden auf der Vaginalschleimhaut sichtbar. Diese Hautveränderungen können sich auf die Oberschenkel ausdehnen und einen starken Juckreiz verursachen.
Eine Pilzinfektion der Haut äußert sich durch Rötung, Entzündung und Juckreiz auf der betroffenen Stelle. Schuppung und Nässe machen sich bemerkbar. Ist dies der Fall, sollte man einen Fachmann aufsuchen.

Regelmäßige Körperhygiene beugt einer Infektion vor. Besonders der Intimbereich soll verstärkt gereinigt und anschließend gut abgetrocknet werden. Das Tragen vom Baumwoll- oder Mikrofaser- Kleidung transportiert die Feuchtigkeit besser ab und ermöglicht ein Atmen der Haut. Die Kleidung soll regelmäßig gewechselt werden und immer trocken sein.

Nährstoff- und vitaminreiche Ernährung bei gleichzeitigem Verzicht auf Weißbrot und Süßigkeiten, da Zucker als Nährstoff für die Pilze sorgt, beugen einer Infektion vor. Regelmäßiger Sport und die Vermeidung von unnötigem Stress stärken das Immunsystem.

Gegen Hefepilzerkrankungen gibt es diverse Cremes und Salben. Substanzen mit den Wirkstoffen Nystatin, Naftifin, Clotrimazol, Miconazol oder Terbinafin töten Hefepilze ab. Wichtig dabei ist, die Pilzinfektion ausreichend lang zu behandeln, da ein hohes Rückfallrisiko besteht. Nur durch eine Behandlung über einen längeren Zeitraum wird sichergestellt, dass kein Pilzgeflecht mehr vorhanden ist. Nach dem Auftragen von Salben und Cremes sollten die Hände gründlich gewaschen werden, um eine Ausbreitung des Pilzes zu verhindern.

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