Aderlass

Ursprung und Entwicklung des Aderlasses:

Behandlung AderlassDas „zur Ader lassen“ ist ein Begriff, der für ein althergebrachtes Heilverfahren steht.
Der Aderlass wird von den meisten Menschen in das Mittelalter eingeordnet.

Daher kommt auch der etwas mystisch anmutende Beigeschmack.

Allerdings wurde die Phlebotomie bereits in der Antike angewandt, um die unterschiedlichsten Leiden zu behandeln.

Die Geschichte des Aderlasses reicht bis zur Existenz des Hyppokrates um 460 bis 370 vor Christus zurück. Es wurde angenommen, dass zwischen der Phlebotomie und den der Konstellation der Planeten eine enge Beziehung bestand.

Niedergeschrieben wurde die entsprechenden Erkenntnisse im sogenannten Regimen sanitatis, der Gesundheitslehre der Frühen Neuzeit und des Mittelalters. Trotz des extrem weit zurück liegenden Ursprungs des Aderlasses ist diese Vorgehensweise in der alternativen Heilkunde sogar heute noch populär.

Insbesondere der 1165 in Salerno tätige und in der Schule von Salerno in Italien lehrende und forschende Mediziner Archimatheus hielt zahlreiche theoretische Grundlagen des Aderlasses in Schriftform fest.

Auch von Hildegard von Bingen wurde der Aderlass aufgegriffen. Sie empfahl diese Methode, um Krankheiten auszuleiten und um eine regelmäßige Entgiftung zu gewährleisten. Neben einigen wenigen anderen Heilmethoden gilt der Aderlass als eine der ältesten Therapiearten.

Diese Behandlung hatte sich als Allerheilmittel etabliert und wurde gegen alle möglichen Beschwerden eingesetzt. Gegenwärtig ist der Aderlass sowohl in der alternativen Heilkunde als auch in der Schulmedizin angesehen.

Die schulmedizinisch arbeiten Ärzte nutzen die Phlebotomie zur Therapie ganz spezieller Erkrankungen. Unter diesen Umständen gilt der Aderlass längst nicht als überholt oder bedeutungslos.

 

Durchführung und Wirkungsweise des Aderlasses:

Um den Körper zu reinigen, erfolgt beim Aderlass ein Ablassen des Blutes. Blut wurde einst als Saft bezeichnet, der als verdorbenes oder fehlerhaft gemischte Körperflüssigkeit in Verdacht stand, Krankheiten zu verursachen. Deshalb musste das Blut entfernt oder erneut durchmischt werden.

Die Prozedur des Aderlasses ging oftmals sogar so weit, dass Patienten sogar regelrecht verbluteten und daran verstarben. Der Effekt dieses Vorgangs ist darin zu suchen, dass die natürliche Blutbildung angeregt wird.

Des Weiteren können durch das Ausbluten alle schlechten „Säfte“, Krankheitskeime und sonstige die Gesundheit beeinträchtigenden Faktoren ausgeschwemmt werden. Diese Gesichtspunkte kommen einer Entschlackung und einer Entgiftung gleich.

Der Aderlass unterliegt genau deklarierten Zeitpunkten. Diese richten sich hauptsächlich nach den einzelnen Mondphasen. Die besten Resultate sind erzielbar, wenn die Phlebotomie am ersten Tag erfolgen soll, wenn des Mond abnimmt. Die eigentliche Entnahme des Blutes unterliegt genauen Richtlinien.

Darüber hinaus müssen die Behandler Aspekte wie das Alter, das Geschlecht und das Körpergewicht kennen. Bevor der Aderlass vorgenommen wird, müssen die Patienten außerdem spezielle Bedingungen erfüllen.

Verwendet wird ein geeignetes Aderlassbesteck. Das sind medizinische Instrumente, die eine möglichst einfache Punktierung beziehungsweise ein gezieltes Anstechen der Blutgefäße gewährleisten.

Unterschieden werden beim Aderlass die Derivation oder die Ableitung und die Revulsion oder die Umwälzung des Blutes. Bei der Derivation wird für Aderlass eine Stelle am Körper ausgesucht, die dem eigentlichen Krankheitsherd am nahsten ist.

Im Gegensatz dazu beruht der Aderlass bei der Revulsion auf der Ausleitung des Blutes möglichst in großem Abstand zum erkrankten Bereich. Insofern konnte sowohl eine Ableitung als auch eine erneute Durchmischung erzielt werden. Heute werden dafür Fachbegriffe wie isovolämische Hämodilution oder Infusion verwendet.

Das Ausfließen des Blutes basiert fast ausschließlich auf den Venen. Daher stammt auch die Bezeichnung Phlebotomie. Nur in einigen Fällen kam es zum Aufschneiden der Arterien oder der Arteriotomie. Entnommen werden Blutvolumen zwischen 50 und 500 Milliliter.

Behandlung AderlassNunmehr liegt die Blutmenge beim Aderlass um die 100 bis 150 Milliliter.

Üblich sind eine oder zwei Termine in der Woche.

Entschieden wird über das Abnahmevolumen anhand der körperliche Konstitution, dem Alter und einem Laborwert, dem Hämatokrit.

Heute werden die Gefäße mit einer Spritze, einer Verweilnadel oder Verweilkatheter oder einer Lanzette eröffnet.

Der Aderlass ist daher eine beabsichtigte Eröffnung einer Vene, die vorwiegend in der Armbeuge gesucht wird.

Die Patienten sollen bis zur Blutentziehung nüchtern bleiben. Nach der Behandlung können die Patienten einen Dinkelzwieback essen und einen Dinkelkaffee trinken, um den Körper zu stärken. Ruhe und eine spezielle Diät können die Wirkung des Aderlasses optimieren.

 

Aderlass hilft gegen:

 

Die Blutentziehung verringert die gesamte Blutmenge und befreit der Organismus von giftigen Stoffwechselendprodukten sowie von Krankheitserregern. Der Aderlass wird in der Medizin als präventive oder vorbeugende und heilende Therapie angesehen.

 

Aderlass fördert und stärkt:

 

  • Selbstheilungskräfte und Wohlbefinden
  • Neubildung von Blutzellen
  • Erhöhung der Sauerstoffaufnahme im Blut
  • Fließverhalten des Blutes oder Rheologie
  • Entgiftung und Entschlackung
  • Entlastung des Herzens und der Leber
  • Reduzierung von Schmerzen

Risiken und Nebenwirkungen des Aderlasses:

 

Bei einem Aderlass kann auch in der Gegenwart nicht ausgeschlossen werden, dass das Risiko lebensbedrohlich sein kann. In diesem Zusammenhang kann zu einem schweren allergischen Schock kommen, wenn das abgegebene Blut durch Blutplasma ersetzt wird.

Die Patienten werden an eine Infusion angeschlossen, in die Blutplasma in die Gefäße geleitet wird. Blutplasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes.

Menschen, die bereits vor dem Aderlass unter einem niedrigen Blutdruck leiden, können unter Umständen ohnmächtig werden, wenn die Blutmenge recht hoch ist. Aus dieser Problematik heraus sind die Mediziner schon seit vielen Jahren davon abgegangen, ein unnötig großes Blutvolumen abzunehmen.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen beim Aderlass:

 

Bei einer Anämie kann dennoch der sogenannte kleine Aderlass mit einer maximalen Blutmenge von 50 Millilitern geeignet sein, um die Blutneubildung anzuregen.

Dabei ist es wichtig, dass der Hämoglobingehalt sowie der Hämatokrit sowie die Zahl der Erythrozyten oder roten Blutkörperchen labortechnisch kontrolliert wird. Bei Kindern, Jugendlichen und Patienten in einem hohen Alter sollte kein Aderlass durchgeführt werden.

 

Wer behandelt mit Aderlass?

 

Diese Fachleute verfügen über das notwendige Wissen und die Erfahrung, um einen Aderlass auszuführen.

 

Unser Fazit:

 

Mit Sicherheit kann der Aderlass zu einer Verbesserung von Wohlbefinden und Gesundheit beitragen. Beim Aderlass nach Hilgedard von Bingen entweichen Schlacken aus dem Organismus. Auf dem Fundament der Phlebotomie kann eine weiterführende Entgiftungskur eingeplant werden.

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