Farbtherapie

Die Wirkung von Farben

Behandlung Farbtherapie

Farben können unsere Stimmung beeinflussen und dezente körperliche wie emotionale Reaktionen hervorrufen.

Verfahren, die auf dieser Wirkung von Farben beruhen, zählen zu einem breiten Spektrum verschiedener Behandlungsformen, die Farbtherapien genannt werden.

Wissenschaftliche Belege für die Heilung körperlicher oder psychischer Erkrankungen durch die Einwirkung von Farben gibt es allerdings nicht.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Farbtherapie.

Was ist eine Farbtherapie ?

Es gibt viele verschiedene Behandlungsmethoden, die als Farbtherapie bezeichnet werden können. Was ihnen allen zugrunde liegt, ist die Annahme, dass die Einwirkung von Farben körperliche oder psychische Beschwerden lindern oder gar heilen kann.

Wissenschaftlich bestätigt, ist dass Farben allgemein ihre Wirkung in unserer Wahrnehmung entfalten. Diese Erkenntnis findet auch Verwendung in der Werbebranche, im Wellnessbereich, in der Wohnpsychologie oder sogar in der Innengestaltung von Krankenhäusern. Aber auch im Feng Shui werden Licht und Farbe im Wohnbereich bewusst eingesetzt.

Manche Farbtherapien gehen jedoch weiter. Ihre Anwender vermuten, dass durch Farben sogar Krankheiten geheilt werden können. Dies ist jedoch nicht bestätigt. Teilweise begründete Vermutungen legen jedoch nahe, dass Farben nicht nur psychosomatische Wirkungen über die visuelle Wahrnehmung entfalten, sondern auch einen Einfluss auf Haut und Gewebe haben.

Die Bestrahlung mit Infrarot-Lampen zählt jedoch nicht zur Farbtherapie, da hier nicht die Farbe die Wirkung erzielt, sondern die Erwärmung des Gewebes.

Aber auch unter Verfechtern der heilenden Wirkung von Farben besteht nicht immer Einigkeit über den spezifischen Effekt der einzelnen Farben. Manche nehmen an, dass die erzeugte Stimmung von Farben sehr individuell ist und aufgrund unterschiedlicher Biographien nicht jeder die gleichen Assoziationen bei ein und der selben Farbe hat.

Ein paar Grundassoziationen dürften bei den meisten Menschen jedoch ziemlich ähnlich sein. Der Himmel ist blau, die Natur ist grün, rot ist das Blut und gelb ist die Sonne. Vermutlich aufgrund dieser weit verbreiteten mentalen Verknüpfungen, gibt es auch wissenschaftlich erforschte und bestätigte körperliche und psychische Wirkungen bei verschiedenen Farben.

Ursprung & Entwicklung:

In fast allen Kulturen des Altertums wurden Farben zur Heilung verwendet. In China etwa wurden Patienten mit Darmbeschwerden mit gelber Farbe bestrichen, während Epileptiker auf violette Teppiche gesetzt und Menschen mit Scharlach in rote Tücher gewickelt wurden.

In Ägypten soll es Tempel gegeben haben mit sieben Räumen, jeder von ihnen in einer anderen Farbe gestrichen und gestaltet. Je nach Symptomen wurde den Patienten ein Farbbad in einem entsprechenden Raum verordnet.

Im Ayurveda, der traditionellen Medizin aus Indien, wird Wasser in einem gefärbten Glas durch die Sonne beschienen, um seine heilende Wirkung zu stärken. Auch im antiken Griechenland soll es entsprechende Heilverfahren gegeben haben, die auf der Wirkung von Farben beruhten.

In Rom beschäftigte sich Plinius Secundus in seinen Schriften mit der heilenden Auswirkung von Farben. Im Mittelalter sollen Patienten, die unter Pocken litten, in einem ganz mit roten Tüchern und Vorhängen verhängtem Raum in Rot gehüllt worden sein.

In der Neuzeit gehört Johann Wolfgang von Goethe mit seiner 1810 erschienen Farbenlehre zu den ersten, die sich ausführlich mit dem Zusammenhang von Farben und dem Gefühlsleben befassten. Dieses Werk fand er selbst noch viel wichtiger als seine Literatur, für die er eigentlich bekannt ist.

Die Farbtherapie begründete allerdings jemand anderes. Es war der aus den USA stammende Arzt Edwin D. Babbit, der 1878  „Die Prinzipien von Licht und Farbe“ veröffentlichte. Darin erläuterte er konkrete Möglichkeiten, wie Farben therapeutisch eingesetzt werden können.

Etwas später wurde auch aus der Anthroposophie eine Farbtherapie entwickelt durch Rudolf Steiner und dem Neurologen Felix Peipers im Jahre 1908. In der heutigen anthroposophischen Maltherapie stehen immer noch nicht nur der kreative Prozess des Malens im Mittelpunkt, sondern auch die Wirkung der Farben.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts erlebte die Farbtherapie unter verschiedenen Namen immer wieder neuen Bekanntheitsgrad, zum Beispiel als Chromotherapie, Eichotherm- oder Bioinformationstherapie. Ein Beispiel ist die „Colortherapie“ des deutschen Heilpraktikers Heinz Schiegl, der 1979 ein gleichnamiges Buch veröffentlichte und der Farbtherapie zu Bekanntheit und Beliebtheit verhalf.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

In der Farbtherapie werden die sieben Farben des Lichtspektrums mit besonderen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Je nach Art der Leiden, werden jene Farben eingesetzt, deren heilende Wirkung am besten zum Fall passt.

Die Farben können auf verschiedene Weisen heilend angewandt werden. Entweder wird die betreffende Person mit Licht der entsprechenden Farbe am ganzen Körper beleuchtet. In bestimmten Richtungen der Kunsttherapie wird mit den entsprechenden Farben beim Malen gearbeitet. Oder die Farblichtanwendung findet nur punktuell statt.

Die folgende Darstellung dient nur der beispielhaften Anschauung. Folgende Wirkungen sind weder eindeutig belegt, noch besteht Einigkeit unter den Farbtherapeuten über die Zuordnung von Farben und Eigenschaften.

Rot

wirkt anregend: Lebenskraft, Durchsetzungsvermögen, Leistungsfähigkeit, Leidenschaft; Aggression, Zorn, Unruhe; macht gesprächiger und extrovertierter;hilft bei Antriebslosigkeit; fördert die Durchblutung;

Orange

stimmt positiv: Heiterkeit, Kreativität, Selbstvertrauen, Zuversicht, hilft bei Antriebslosigkeit, depressiver Stimmung und negativem Denken; soziale Farbe, fördert Gemeinschaft; regt den Appetit an

Gelb

aktiviert den Geist: gilt als Farbe des Intellekts; hilft bei Müdigkeit und negativer Grundstimmung; macht gelassen,  extrovertiert; hilft beim Lernen und Auffassungsgabe.
Grün

wirkt entspannend: innere Harmonie, Wachstum, Regeneration, Gesundheit; fördert Erholung; lindert Gewebsschwellungen; ausgleichende Farbe, da sie weder warm noch kalt ist; fördert daher die innere Balance.

Blau

wirkt beruhigend: Ruhe, Frieden, Treue, Glauben, Entspannung; vermittelt Gefühl von Unendlichkeit; einsetzbar bei Angst, Schlafproblemen, Herzrasen; als kalte Farbe ist es gut bei Fieber und Entzündungen; hilft bei Schlafproblemen, beruhigt aggressive Stimmungen.

Violett
fördert die innere Reife: gilt als Farbe der Emotion; Liebe für sich und andere; Spiritualität; Erneuerung; hilft bei der Klärung von Problemen; unterstützt die Konzentration; wird bei der Sterbebegleitung eingesetzt; kann ein Gefühl innerer Befreiung und Beruhigung auslösen.

 

Zusammengefasst:

  • Rot: Wirkt anregend
  • Orange: Freude und Kreativität
  • Gelb: aktiviert den Geist
  • Grün: Erholung und Entspannung
  • Blau: Ruhe und Frieden
  • Violett: Sensibilität und Liebe

Durchführung & Wirkungsweise:

Behandlung FarbtherapieJeder kann die Anwendung problemlos auch allein durchführen. Benötigt wird lediglich eine Farblampe. Optional kann dazu ein Aromaöl verwendet und beruhigende Musik angemacht werden. Bei der sogenannten Farbbestrahlung liegt der Klient direkt unter der Lichtquelle.

Eine andere Möglichkeit sind Farbbäder mit eingefärbten Badezusätze und ätherischen Ölen. Andere wiederum lassen auch ihre Lebensmittel und Getränke mit farbigen Licht bestrahlen.

Neben der klassischen Anwendung der Farbtherapie gibt es auch spezielle Formen, wie die Farbmeridiantherapie und die Farbpunktur, die jedoch beide nicht klinisch bestätigt sind.

Laut der Erfinderin der Farbmeridiantherapie Christel Heidemann, können durch diese Methode Blockaden in den Meridianen gelöst und Schmerzen gelindert werden. Um diese zu finden, wird der Rücken abgetastet. Behandelt werden die entsprechenden Stellen unter anderem mit eingefärbten Pflastern.

Peter Mandel brachte die Farbtherapie mit der Akupunktur zusammen. Dabei sollen Akupunkturpunkte statt durch Nadeln, über farbiges fokussiertes Licht stimuliert werden. Zu diesem Zweck gibt es spezielle stiftförmige Farblampen. Wie bei der klassischen Akupunktur, soll auch auf diese Weise, die Energie wieder in Fluss kommen.

Der Heilpraktiker Schiegl entwickelte Farbstrahlgeräte zur professionellen Anwendung, wie etwa das Colortron I. Dabei handelt es sich um ein Gerät mit sechs Glühbirnen, vor die jeweils Filter in verschiedenen Farben vorgeschoben werden können. Dies wird zur Ganzkörperbestrahlung zur Behandlung körperlicher Erkrankungen eingesetzt. Es können damit aber auch einzelne Körperbereiche oder Akupunkturpunkte bestrahlt werden mithilfe konzentrierter Lichtkegel.

Jede farbtherapeutische Sitzung mit dem Colortron I beginnt  mit grünem Licht. Nach dieser einheitlichen Einführung geht es weiter mit der entsprechenden Farbe, die individuell auf die Beschwerden des Klienten zugeschnitten ist. Sei etwa der Verdauungstrakt gestört, würde Gelb eingesetzt werden, zur Behandlung von Tumoren dagegen Rosa. Bei neurologischen Beschwerden sei Blau die zugeordnete Farbe und bei Stoffwechselstörungen Rot.

Die Wirksamkeit des Colortron I konnte allerdings bis heute nicht nachgewiesen werden. Ein anderes Gerät ist der „Promed Light Therapist“. Eine Sammlung an Leuchtdioden erzeugt hier das gewünschte farbige Licht. Ein weiterer verwendeter Lichtstrahler ist der Bioptron Compact III, dem auch verschiedenfarbige Filter vorgesetzt werden können.

Hilft gegen:

Wer antriebslos ist, kann sich mit rot eingefärbtem Licht bestrahlen lassen. Ein angespannter, angestrengter Mensch wäre eher mit grün gut beraten. Wer in einer traurigen Stimmung ist, dem könnte mit orange geholfen sein. Bei Depressionen soll eine Kombination aus rotem und grünem Licht helfen.

Fördert & stärkt:

  • Ruhe
  • Entspannung
  • Selbstvertrauen
  • Wohlbefinden
  • Lebenskraft
  • Motivation
  • positive Stimmung
  • Wundheilung

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Sich mit farblich eingefärbtem Licht bestrahlen lass, kann im Grunde jeder, der das möchte. Vor allem empfohlen wird dies, um Entspannung, Ruhe und Erholung zu fördern. Es gibt beispielsweise Altersheime mit Spezialisierung auf Demenz, die seit Jahren erfolgreich Farbtherapie einsetzen zur Steigerung des Wohlbefindens, für eine angenehme Stimmung und guten Schlaf der Senioren. Manchmal lässt sich dadurch sogar die Fixierung eines Patienten vermeiden.

Der Zusammenhang von Farblicht und Schlafqualität wird bereits erforscht. Aktuellen Studien zufolge stören die blauen Wellenlängen des Lichts, die etwa bei Bildschirmen jedoch als weißlich wahrgenommen werden, den Schlaf, da sie wach machen. Daher sollten ungefähr eine Stunde vor der Nachtruhe elektronische Geräte nicht mehr verwendet werden.

Während universelle Heilkräfte von Farben bisher klinisch nicht nachgewiesen werden konnten, gibt es also bereits Studien zu psychosomatischen Wirkungen von Farben.

Ob die Wirkung von Farben sich auf die visuelle Wahrnehmung beschränkt oder auch über die Haut von statten geht, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch vereinzelt empirische Befunde dazu, wie etwa, dass Blau die Wundheilung fördert und schmerzlindernd wirkt, weshalb einige Zahnärzte den Mundraum des Patienten vor der Behandlung mit blauem Licht bestrahlen. Vereinzelt gibt es in der Literatur auch Hinweise darauf, dass eine Farbtherapie sogar Rheuma-Schmerzen lindern kann.

Beim Anblick von roter Farbe steigt jedoch nachgewiesener Maßen der Adrenalinspiegel, der Blutdruck und die Herz- sowie Atemfrequenz, regt den Kreislauf, den Stoffwechsel und das Immunsystem an. Bei Blau hingegen passiert das Gegenteil: Das Herz und Atem werden langsamer, der Blutdruck und der Adrenalinspiegel sinken. Außerdem entspannen sich hier die Muskeln.

In Experimenten verschieden gestrichenen Räumen, konnte beobachtet werden, dass viele Menschen in einer gleben Umgebungin der Regel kommunikativer und extrovertierter, während orange gestrichene Wände das Reaktionsvermögen von Senioren steigern können.

  • Rot: Körper wird aktiviert
  • Blau: Körper „fährt runter“
  • Gelb: Fördert Gesprächigkeit und Entspannung
  • Orange: Fördert geistige Aktivität
  • zartes Grün: Kreativität und Einfallsreichtum

Risiken & Nebenwirkungen:

  • keine Nebenwirkungen
  • keine anerkannte Therapieform
  • lediglich als Begleitmaßnahme

Das Bestrahlen des Körpers mit farbigen Licht hat keine Nebenwirkungen. Daher ist es prinzipiell für jeden Menschen geeignet. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine wissenschaftlich fundierte Therapieform.

Als Entspannung, zur Steigerung des Wohlbefindens oder als Begleitmaßnahme für das eigentliche Behandlungsverfahren kann die Farbtherapie ohne Bedenken angewendet werden.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

  • Wechselwirkungen gibt es keine
  • sollte nicht als alleinige Therapieform genutzt werden
  • bei Erkrankungen: Arzt aufsuchen!

Bei der Einwirkung von farbigen Licht sind bisher keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Stoffen bekannt. Es sollte sich jedoch niemand zur Heilung von Krankheiten lediglich auf die Farbtherapie stützen, sondern sich von einem Arzt beraten lassen. Als begleitende Maßnahme kann das jedoch eine gefahrlose und risikofreie Möglichkeit sein, um das Wohlbefinden des Patienten zu steigern, eventuelle zusätzliche Symptome zu lindern und die eigentliche Therapie zu unterstützen.

Wer behandelt?

  • Heilpraktiker
  • Anwender im Wellnessbereich
  • Der Patient selbst

Behandeln kann praktisch jeder. Sogar die Selbstanwendung ist nicht ausgeschlossen. Während Heilpraktiker Farbtherapie eventuell in Kombination mit anderen Verfahren, wie Bachblüten, Aromatherapie, Klangtherapie und Klangschalen, anwenden, gibt es in manchen Thermen Liegebereiche mit Farblampen. Außerdem kann sich jeder auch zu Hause entsprechende Beleuchtungsvorrichtungen einrichten.

Unser Fazit:

Sich mit der individuellen Wirkung von Farben zu beschäftigen und sich diese im eigenen Wohnraum und Leben allgemein zu Nutze zu machen, kann nicht schaden. Dass der Anblick von Farben bestimmte körperliche Reaktionen hervorruft und somit auch unseren emotionalen Zustand beeinflussen, konnte wiederholt und vermehrt in unzähligen Studien und Forschungsergebnissen nachgewiesen werden.

Nur der therapeutische, heilende Effekt ist noch nicht eindeutig. Bei schwerwiegenden Krankheiten und Beschwerden, die über temporäre Erschöpfung und Anspannung hinausgehen, sollte daher unbedingt ein Arzt oder Therapeut aufgesucht werden. Eine Farbtherapie ersetzt keine ärztliche oder psychologische Behandlung, sondern kann diese lediglich begleiten.

Wenn jedoch nicht davon ausgegangen wird, dass eine Krankheit durch Farbbestrahlung geheilt werden kann, sondern die Lebensqualität verbessert werden und eventuell begleitende Symptome von Krankheiten etwas reduziert und gelindert werden sollen, dann ist Farbtherapie eine gefahrlose Möglichkeit und Ergänzung zu anderen Behandlungsformen.

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