Grüner Star

Was ist der Grüne Star?

Unter der Krankheitsbezeichnung Grüner Star (Glaukom) sind mehrere Erkrankungen der Augen eingereiht, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sind. Vom Grünen Star betroffen sind stets die Nervenfasern im Auge. Im schlimmsten Fall kann Grüner Star durch den erhöhten Druck im inneren des Auges zur vollständigen Erblindung führen. Durch den hohen Druck kommt es mit der Zeit zu einer Zersetzung der Nervenfasern. Abgestorbene Nerven können den Seheindruck nicht mehr zum Gehirn senden und es entstehen Gesichtsfeldausfälle.

Diese Ausfälle werden vom Patienten leider erst im späten Krankheitsstadium wahrgenommen. Die Bezeichnung Glaukom wurde durch den griechischen Philosophen Aristoteles geprägt und bedeutet so viel wie hell, glänzend und leuchtend. Aristoteles hat dabei die Farbe des Meeres mit der durch Entzündungen im Auge verursachten blau grau verfärbten Iris in Zusammenhang gebracht. Im deutschsprachigen Raum wurde der Krankheitsname Grüner Star erst im 20. Jahrhundert gebräuchlich. Bei den Patienten wirkt sich Glaukom dadurch aus, das sie äußerst empfindlich auf Schwankungen im Blutdruck reagieren. Das bringt wiederum die Notwendigkeit mit sich, dass sich der behandelnde Augenarzt mit einem Internisten bezüglich der Therapie abstimmen muss.

Grüner Star – eine gefährliche Augenerkrankung

Von den Krankheitsbildern her gesehen wird bei dieser Krankheit zwischen primärem Glaukom, erworbenem Glaukom und angeborenen Glaukom unterschieden. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist Grüner Star weltweit der häufigste Auslöser für Erblindungen. Von den ca. 500.000 in Deutschland betroffenen Menschen sind zehn Prozent von einem Verlust des Augenlichtes bedroht. Auch wenn sich der Augeninnendruck als normal darstellt, kann trotzdem ein Glaukom vorhanden sein. Das erklärt auch die in Deutschland angenommene Dunkelziffer von rund einer Million betroffenen Menschen. In Bezug auf die Häufigkeit ist aber eine Besserung erkennbar. Durch eine frühe Erkennung und modernen Therapiemethoden ist die Erblindungsgefahr durch einen Grüner Star zwischen 1980 und 2000 auf die Hälfte gesunken. Grüner Star darf nicht mit Grauen Star verwechselt werden, da es sich um eine Trübung der Linsen handelt.

Symptome – wie Grüner Star erkannt wird

Grüner StarIm Durchschnitt erkranken rund vier Prozent aller Menschen während ihres Lebens an einem Grünen Star, wobei die ersten Symptome ab dem 40. Lebensjahr auftreten. In der Regel verläuft diese Erkrankung ohne erkennbare Schmerzen. Wenn man die ersten Symptome selbst erkennt, ist meistens schon ein großer und irreparabler Schaden entstanden. Der sich schleichend entwickelnde und heimtückische Grüne Star ist in der Anfangsphase durch kleine und fleckenartige Sehausfälle am Rand vom Sichtfeld zu erkennen. In der Folge treten diese Ausfälle immer öfter auf, ohne vom Menschen registriert zu werden. Grundsätzlich hängen die Symptome von der Art des Grünen Star ab. Ein primär chronischer Grüner Star wird z. B. dadurch aufgedeckt, dass sich die im Kammerwinkel befindliche Abflusszone durch eine degenerative Veränderung blockiert wird. Dasselbe Symptom tritt bei einem angeborenen Grünen Star auf.

Hier entwickelt sich die Krankheit bereits im Embryo. Nach der Geburt sind die Anzeichen bei einer entsprechenden Untersuchung aber schnell erkennbar und können somit auch umgehend behandelt werden. Eine Form von sekundärem Grünen Star ist das sogenannte PEX-Glaukom, bei dem auf der Linse und im Kammerwinkel feine Ablagerungen ausgemacht werden können. Ein typisches Symptom nennt sich „Gesichtsfeldausfall“, der den Seheindruck durch fehlende Informationen in gewissen Bereichen des Auges beeinträchtigt. Solche „Fehlstellen“ werden durch Sehinformationen aus anderen Augenbereichen ausgeglichen. Somit entsteht wieder ein scheinbar lückenloses Bild, das in Wirklichkeit aber keines ist. Eine spezielle aber seltene Form von Grünem Star kennzeichnet sich durch einen engen Kammerwinkel aus. Erkennbar ist dieser Grüne Star durch einen „Glaukomanfall“.

Beim Erkrankten äußert sich dieser Anfall durch starke Schmerzen, eine rapide Sehverschlechterung und durch erkennbare Farbringe, die um Lichtquellen erscheinen. Im fortgeschrittenen Stadium sind an den Austrittstellen der Sehnerven Aushöhlungen (Exkavationen) bzw. eine Atrophie und blasse Veränderungen am Sehnervenkopf festzustellen. Ein Anzeichen von Grünen Star auch dann vor, wenn im Zentrum des Blickfeldes liegende Dinge nicht wahrgenommen werden.

Der Grüne Star und seine Ursachen

Die Ursachen für einen Grünen Star hängen von der jeweiligen Form ab. Trotzdem ist ein hoher Druck im Augeninneren (> 22 mmHg) für den Großteil an Grünem Star verantwortlich. Wird einen Augeninnendruck von mehr als 35 mmHg, ist das Risiko fünf Mal größer als bei einem Normaldruck. Dieser Umstand stellt zwar ein großes Risiko dar, muss aber nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit einem Grünen Star stehen. Wenn durch den erhöhten Augeninnendruck der Sehnerv nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird dies in der Medizin als okuläre Hypertension (Augen-Hochdruck) bezeichnet. Ungeachtet davon, sind Schädigungen am Sehnerv auch bei normalen Druckwerten (Normaldruckglaukom) aufgrund einer eingeschränkten Durchblutung möglich. Auf Durchblutungsstörungen weisen unter anderem kalte Füße/Hände, ein Tinnitus, lange Einschlafzeiten und eine arterielle Hypotonie hin. Alte Menschen leiden meistens unter einem primären Grünen Star.

Der Auslöser bei dieser Art ist eine Behinderung des Abflusses des Kammerwassers. Diese Hemmung fördert die Entwicklung von einem Offenwinkelglaukom (Glaucoma Simples) bzw. von einem Engwinkel- oder Winkelblockglaukom, sofern der Grüne Star angeboren ist.  Zusätzliche Auslöser sind ein hoher Blutdruck, fortgeschrittenes Alter und Erkrankungen des Immunsystems. Neueste Forschungsergebnisse lassen zudem vermuten, dass auch das Gehirnwasser einen starken Einfluss auf die Entstehung von Grünem Star hat. Bei zuckerkranken Menschen besteht die Gefahr dann, wenn durch diese Krankheit ausgelöste Änderungen im Auge wahrzunehmen sind. Als Risikopatienten gelten auch Menschen, wo bereits bei Verwandten (1. Grad) ein Grüner Star diagnostiziert wurde.

Tatsache ist auch, dass Nikotin den Fortschritt von Grünem Star beschleunigt. Gefährdet sind hier Raucher, sofern sie schon an einem Grünen Star erkrankt sind. Kurioserweise haben schwarzhäutige Menschen ein höheres Risiko, als weiße. Des Weiteren kann die Ursache für einen Grünen Star auch durch eine Kurz-/Weitsichtigkeit, oftmalig auftretende Migräne und durch eine dünne Hornhaut begründet werden. Nach dem aktuellen Stand der Augenheilkunde sind in den Auswirkungen aus Beruf, den Lebensgewohnheiten und der Ernährung keine Risikofaktoren für einen Grünen Star enthalten.

Grüner Star – Diagnose und Behandlungsmethoden

Zur Feststellung eines Grünen Star wird ein für den Patienten schmerzloses Glaukomscreenig durchgeführt. Bei dieser Untersuchung werden die Sehschärfe und der Augeninnendruck bestimmt bzw. das Gesichtsfeld getestet. Etwaige Ursachen für einen Grünen Star können im vorderen Abschnitt des Auges mit Hilfe einer Spaltlampe ermittelt werden. Um die Dicke der Nervenfasern feststellen zu können, wird ergänzend eine Vermessung des Sehnervs durchgeführt. Damit kann sich der Augenarzt versichern, ob der Verdacht auf einen Grünen Star begründet ist. Mit dem heutigen Stand der Augenheilkunde sind mehre Behandlungsmethoden verfügbar. Damit ist aber keine Heilung möglich, aber zumindest kann eine weitere Verschlechterung im Gesichtsfeld bzw. in der Sehkraft gestoppt werden. Bei der Behandlung von Grünem Star wird als erstes Ziel versucht den Augeninnendruck zu verringern.

Damit sollen sowohl der Sehnerv geschont, als auch das Gesichtsfeld erhalten bleiben. Dadurch wird auch der Krankheitsfortschritt weitestgehend eingedämmt. Nachdem der Augeninnendruck wieder auf den Normalwert gesunken ist, werden ergänzend zur Therapie meistens auch Augentropfen  und andere Medikamente zur lebenslangen Anwendung verordnet. Sollten sich diese als nicht wirksam oder als unverträglich erweisen, führt in der Regel kein Weg um eine Operation herum. Gängige Operationsmethoden sind dabei zur Verbesserung des Abflusses die Lasertechnik und chirurgische Eingriffe, um neue Abflusskanäle zu legen. Eingriffe mit Laser erzielen aber oft nur zu einer vorübergehende Minderung des Augeninnendrucks. Allerdings können vorhandene Sehnerv-, Nervenfaser- und Netzhautschäden auch durch Operationen nicht mehr korrigiert werden.

Leider gibt es auch keine wirklichen Maßnahmen, wie man dem Grünen Star vorbeugen kann. Umso wichtiger sind somit die einer Früherkennung dienenden regelmäßigen Untersuchungen, die ab 40 Lebensjahren, auch wenn man nicht zu einer der Risikogruppen zählt, zu empfehlen sind. Im wahrsten Sinn des Wortes muss man sich auch vor Augen halten, dass ein nicht behandelter Grüner Star spätestens nach 15 Jahren eine vollkommene Erblindung nach sich zieht.

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