Augenentzündung

Steckbrief: Augenentzündung

  • Name(n): Konjunktivitis; Hordeolum; Skleritis; Chalazion; Kornea; Blepharitis
  • Art der Krankheit: Augenerkrankung
  • Verbreitung: Häufig
  • Erste Erwähnung der Krankheit: In der Antike durch Hippokrates
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Infektionen durch Bakterien oder Viren
  • Wieviele Erkrankte: In Deutschland im Mittel fünf Betroffene je 100.000 Einwohner
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Augenarzt
  • ICD-10 Code(s): H10.; H40.; H57.

Vielfältige Infektionen

Entzündungen am Auge sind eine der geläufigsten Diagnosen beim Augenarzt. Fast jeder Deutsche ist im Laufe seines Lebens mindestens einmal davon betroffen.

Die Entzündungen entstehen hauptsächlich durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren und sind oft schmerzhaft.

Die Rötung der Augen oder deren Verklebung sind sichere Anzeichen für eine Entzündung der Augen. Glücklicherweise hat die Medizin Augenentzündungen sehr gut im Griff, sodass Erkrankungen in der Regel ohne Folgeschäden bleiben.

Was man bei einer Augenentzündung tun kann, um sie zu lindern und wie man einer Entzündung der Augen am besten vorbeugt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Definition Augenentzündungen

Die Augenentzündung ist eine volatile Reaktion eines Auges oder des Augenpaars auf eine Infektion mit Bakterien oder Viren.

Je nach Erkrankung können unterschiedliche Bereiche des Augapfels von der Entzündung befallen sein. Die häufigste Variante ist die Entzündung der Bindehaut.

Betroffen sein können aber auch der Lidrand, die Liddrüsen oder die Hornhaut. Auch im Inneren des Auges sind Infektionen wie etwa der Regenbogenhaut oder der Netzhaut möglich.

Letztere sind meistens besonders schmerzhaft und bedürfen einer frühzeitigen Behandlung durch den Augenarzt, damit keine Schädigungen am Auge zurückbleiben.


Was ist eine Augenentzündung?

Die Augen sind eines der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen. Sie sind sehr komplex aufgebaut und haben verschiedene Schutzmechanismen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Menschen von einer Augenentzündung heim gesucht werden. Eine Augenentzündung basiert überwiegend auf einer Infektion eines Bestandteils des Auges durch Viren oder Bakterien. Je nach Ursache und Region am Auge kann es sich dabei um eine kurze oder längerfristige Infektion handeln. Die geläufigsten Augenentzündungen sind:

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Die Bindehautentzündung ist die wohl bekannteste Augenentzündung. Sie entsteht durch den Befall der über der Hornhaut gelegenen Bindehaut z.B. durch Pneumokokken oder Adenoviren. Eine Bindehautentzündung kann aber auch durch eine Allergie oder sogar durch das Tragen von Kontaktlinsen entstehen. Sie äußert sich meist durch Tränenfluss und Verklebungen des Auges.

Hornhautentzündung (Keratitis)

Eine Hornhautentzündung wird vom Patienten durch starke Augenschmerzen, Lichtempfindlichkeit und Beeinträchtigungen der Sehschärfe wahrgenommen. Ursachen sind zum einen mechanische und chemische Reizungen durch Fremdkörper oder Stoffe, aber auch durch Viren und Bakterien oder Pilzbefall.

Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis)

Vor allem Herpesviren, bakterielle Infektionen und auch die durch Zecken übertragene Borreliose sind Auslöser für die Entzündung der mittleren Augenhaut. Sie besteht aus der Aderhaut (Choroidea), dem Strahlenkörper (Corpus ciliare) und der Regenbogenhaut (Iris). Eine Uveitis ist oft auch eine Begleiterscheinung chronischer Erkrankungen wie etwa Rheuma, Morbus Crohn und Morbus Bechterew. Hält die Entzündung über einen längeren Zeitraum an, besteht die Gefahr des Verlustes der Sehkraft.

Entzündung der Augenlider (Blepharitis)

Die Entzündung der Augenlider kann sowohl durch eine Allergie (z.B. auf Inhaltsstoffe von Kosmetika) ALS auch durch Viren und Bakterien verursacht werden. Häufig ist sie eine Begleiterscheinung einer Bindehautentzündung. Bei der Augenlidentzündung schwellen die Augenlider enorm an und senden einen extremen Juckreiz. Eine Variante ist das Gerstenkorn, bei dem die Talgdrüsen im Bereich des Augenlids durch eine Infektion mit Staphylokokken geschwollen sind. Es kommt zu einer Eiteransammlung.


Welche Ursachen gibt es?

Kommt es zu einer Augenentzündung, liegt die Ursache in den allermeisten Fällen an einem Befall des Auges mit Bakterien oder Viren. Eine Vielzahl von Erregern schwirren in der Luft herum und können sich am Auge einnisten. Zu ihnen gehören:

Bakterielle Augenentzündungen

Pneumokokken: Sie siedeln auf der Haut oder auf Schleimhäuten. Kommen sie mit dem Auge in Berührung, können sie vor allem eine Bindehautentzündung auslösen. Pneumokokken sind für eitrige Entzündungen verantwortlich.

Staphylokokken: Sie sind für Bindehautentzündungen aber auch für Entzündungen im Bereich des Augenlids zuständig. Staphylokokken fördern die Produktion von Schleim am Auge.

Gonokokken: Sie sind Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Auch Augenentzündungen bei Säuglingen sind häufig von Gonokokken verursacht, weil die Mutter diese Bakterien bei der Geburt auf das Kind überträgt.

Chlamydien: Auch Chlamydien sind beim Geschlechtsverkehr übertragbar können aber auch im Schwimmbad durch infektiöses Badewasser übertragen werden. Auch sie sind meist der Auslöser für eine Entzündung der Bindehaut.

Virale Augenentzündungen

Adenoviren: Diese Viren sind hochgradig ansteckend. Eine Augenentzündung durch Adenoviren verursacht äußert sich durch ein wässriges Sekret, das aus den Augen läuft. Zudem sind häufig die Lymphknoten geschwollen.

Herpesviren: Herpesviren sind weniger akut. Ein Befall des Auges mit dieser Virenart ist lästig, kann aber als harmlos eingestuft werden.

Masern, Windpocken, Röteln: Auch die Viren, die sich für diese Krankheiten verantwortlich zeichnen, können im Verlauf der Krankheit zusätzlich eine Augenentzündung hervorrufen.

Allergien

Menschen die unter Allergien leiden sind ebenfalls anfällig für eine Augenentzündung. Durch die Überreizung des Körpers mit dem Allergiestoff kommt es sehr häufig zu Lidschwellungen, Juckreiz, Augenbrennen und im Extremfall auch zu Verklebungen des Auges.

Parasiten

Auch Parasiten können der Grund für eine Augenentzündung sein. Würmer oder Fliegenlarven die das Auge Befallen rufen dann eine parasitäre Augenentzündung hervor. Diese Art der Augenentzündung ist in Europa allerdings eher selten. Parasitäre Augenentzündungen sind vor allem dort ein Problem, wo es mangelnde Hygiene gibt. Zum Beispiel in Entwicklungsländern.

Pilzbefall

Auch eine Infektion durch Pilzsporen kann beim Menschen zu einer Entzündung der Augen führen.

Andere Ursachen

Eine Augenentzündung muss nicht zwangsläufig immer eine bakterielle oder virale Ursache haben. Manchmal sind auch andere Umstände der Grund für eine Entzündung der Augen.

Austrocknung der Augen: Vor allem ältere Menschen und Kontaktlinsenträger leiden sehr oft unter Flüssigkeitsmangel am Auge. Die Tränenflüssigkeit reinigt das Auge und hält es in der Regel frei von Bakterien und Viren. Durch die Austrocknung wird das Auge jedoch gereizt und ist anfällig für alle Arten von Entzündungen.

Unverträglichkeit von Kosmetika: Ein bisschen Kajal auf den Wimpern und etwas Lidschatten reichen, um eine Augenentzündung zu begünstigen. Berührt ein Partikel der Kosmetika das Auge, kann es zu einer Entzündung kommen.

Zugluft und Rauch: Vor allem Autofahrer sind anfällig für eine Entzündung der Augen durch Zugluft. Wer vor allem im Sommer im Auto unterwegs ist, sollte stets darauf achten das Gebläse nicht direkt auf den Bereich des Kopfes zu richten. Die direkte Einwirkung von Luft, in der sich auch im Auto häufig Bakterien oder Viren befinden, reicht aus um sich eine Augenentzündung einzufangen.

Auch Raucher und Menschen die sich in der Nähe von Rauchern aufhalten können eine Augenentzündung erleiden. Der Nikotindampf verursacht beim Kontakt mit dem Auge unter Umständen ebenfalls eine Entzündung.

Chronische Erkrankungen: Auch chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn, Morbus Bechterew oder Rheumatische Erkrankungen begünstigen eine Augenentzündung als Begleiterscheinung des Krankheitsbildes.

Fremdkörper: Nicht nur das übermäßige Tragen von Kontaktlinsen kann eine Ursache für Augenentzündungen sein. Auch externe Partikel wie zum Beispiel Pollen, Rückstände von Kosmetika, Augentropfen aber auch der Kontakt mit einer Mücke, die einem versehentlich ins Auge fliegt ,oder die intensive Einstrahlung von UV-Licht können Auslöser von Augenentzündungen sein.


Symptome & Anzeichen

Die Symptome einer Augenentzündung sind vielfältig. Ein sicheres Anzeichen für die Entzündung ist eine Rötung des Augapfels. Hinzu kommt ein in seiner Intensität unterschiedlich stark ausgeprägter Juckreiz, der temporär auch in einen Schmerz übergehen kann.

Desweiteren ist das Auge oder das Augenlid bei einer Augenentzündung sehr häufig geschwollen. Es kommt zum vermehrten Ausfluss von Tränenflüssigkeit. Manche Entzündungen fördern zudem die Bildung von zähflüssigen Sekreten oder Eiter. Dadurch kann es zur Verklebung des Auges kommen, was wiederum die Sehfähigkeit stark beeinträchtigt, weil der betroffene Patient Mühe hat, sein Auge zu öffnen.

Das Augenlid ist bei einer Entzündung ebenfalls sehr häufig betroffen. Es schwillt in der Regel massiv an. Manchmal bildet sich auch ein Gerstenkorn am Augenlid. Die ist dann der Fall, wenn die Talgdrüsen am Lidrand verstopft sind. Auch die Empfindlichkeit gegenüber Licht ist ein Warnsignal für eine Augenentzündung.

Manchmal kann eine Entzündung auch zum Ausfallen der Wimpern am Auge führen. Auch ein Trockenheitsgefühl am Auge ist während einer Entzündung am Auge kein Einzelfall.

Bei einer Sehnerventzündung nimmt der Patient die Welt durch einen grauen Schleier wahr. Häufig wird auch die Farbe rot nicht mehr eindeutig erkannt. Im weiteren Verlauf kommt es schnell zur Einschränkung des Sehvermögens. Bei Hitze verschlimmern sich die Beschwerden. Dann kommt es zur Sichtung von »Lichtblitzen« und zum weiteren Verlust der Sehfähigkeit.

Sehr oft nehmen die Patienten auch einen Druckschmerz im Auge wahr. Bei einigen Erkrankungen fühlt es sich zudem an, als befände sich ein Fremdkörper im Auge. Auch eine Schwellung des Auges ist ein sicheres Anzeichen eine Entzündung des Augapfels.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Diagnosestellung

Eine Augenentzündung sollte stets von einem Facharzt für Augenheilkunde diagnostiziert werden. Denn nur der Augenarzt kann zuverlässig erkennen um welche Art der Augenentzündung es sich beim Patienten handelt. Hierzu stehen dem Augenarzt eine Reihe von Untersuchungsmethoden zur Verfügung.

Zunächst wird der Arzt mit der Spaltlampenmikroskopie die vorderen, mittleren und hinteren Augenabschnitte erkunden. Durch die Spaltlampe sieht er sehr gut wie die einzelnen Bereiche des Auges aussehen. Oft wird auch noch mit dem Ophthalmoskop eine Spiegelung des Augenhintergrundes vorgenommen. Für die genaue Diagnose genügen diese Untersuchungen im Zusammenhang mit der Beschreibung der Symptome des Patienten schon.

Sind speziellere Bereiche des Auges betroffen, kann der Augenarzt durch weitere Untersuchungsmethoden die Diagnose differenzieren. Dazu gehört beispielsweise die Untersuchung des Auflösungsvermögens der Netzhaut mit einem Retinometer. Aber auch die Begutachtung der Topografie der Hornhaut durch einen Keratografen und die Tonometrie, bei der der Augeninnendruck gemessen wird.

Bakterielle oder virale Infektionen können durch einen Abstrich im Labor untersucht und so eindeutig bestimmt werden. Bei der Entzündung des Sehnervs muss ein MRT (Magnetresonanztomografie) durchgeführt werden, um die Diagnose sicher zu bestimmen.

Unter bestimmten Umständen kann es auch sinnvoll sein, einen Allergietest durchzuführen. Dieser wird dann allerdings von einem Dermatologen vorgenommen.

Krankheitsverlauf

Eine Entzündung der Augen ist leider keine kurzfristige Angelegenheit. Je nach Schweregrad und Ursache muss der Patient mit einer Heilungsdauer von zwei bis vier Wochen rechnen. Bei rechtzeitiger Behandlung durch einen Arzt nehmen die Beschwerden im Laufe der Zeit ab, sodass sich sowohl die Schmerzen als auch die Ausscheidung von Sekreten wie Schleim oder Eiter im Laufe der Zeit reduzieren.

Es ist auf jeden Fall maßgeblich die Augenentzündung vollständig zu kurieren. Andernfalls besteht die Gefahr von Sehschwäche oder gar Erblindung. Auch eine Blutvergiftung kann bei einigen Spielarten der Augenentzündung nicht ausgeschlossen werden. Darum ist es wichtig, sich während der Erkrankung ausreichend Zeit und Ruhe zu gönnen und unter möglichst hygienischen Bedingungen zu leben.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Entzündung der Augen ist eine weit verbreitete Krankheitsart. Sie betrifft Männer und Frauen aller Altersstufen gleichermaßen. Das Risiko an einer Augenentzündung zu erkranken steigt jedoch mit dem Alter signifikant an. Während bei Menschen in der Altersgruppe von 15 bis 45 Jahren in Deutschland nur zwei je 100.000 Einwohner an einer Augenentzündung erkranken, sind es in der Altersgruppe zwischen 45 und 65 Jahren schon fünf Menschen je 100.000 Einwohner.

Bei Senioren ab 65 Jahren steigt die Bedrohung einer Augenentzündung noch einmal stark an. Jeder achte Mensch je 100.000 Einwohner ist in dieser Altersgruppe gefährdet. Ein Grund hierfür liegt in der häufig auftretenden Augentrockenheit bei älteren Menschen. Weil ihre Augen nicht mehr so gut mit Tränenflüssigkeit versorgt werden, sind bei Senioren die Belastungen durch Viren und Bakterien am Auge wesentlich höher.

Gelegentlich kommt es in Deutschland zu Augengrippe Epidemien. Hierbei handelt es sich um eine hochansteckende Variante der Bindehautentzündung. Der für die Augengrippe verantwortliche Adenovirus wird dabei durch die Hand übertragen. Stellen Ärzte eine Epidemie fest, warnen die Gesundheitsämter durch die Medien vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko.

Vorsicht bei Reisen in fremde Länder! Wer seinen Urlaub in einer Gegend verbringt, die nicht den hygienischen Standards genügt, sollte eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Gerade dort wo man mit vielen Menschen in Berührung kommt, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an der Kasse beim Bezahlen, besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Viren und Bakterien. Es empfiehlt sich deshalb bei Reisen, gerade in tropische Länder, immer Desinfektionstücher im HandgepäCK mit sich zu führen.


Komplikationen bei der Krankheit

Normalerweise kommt es bei einer Entzündung des Auges zu keinerlei Komplikationen. Sofern sich der Patient umgehend in ärztliche Behandlung begibt kann eine Verschlimmerung der Krankheit in der Regel abgewendet werden.

Die medikamentöse Betreuung lindert die Krankheit und sorgt für einen positiven Heilungsverlauf. Dennoch gibt es natürlich Umstände, die zu einem schlechteren Heilungsergebnis führen können. Deswegen ist es extrem wichtig, sich bei einer Augenerkrankung immer in die Hände eines Facharztes für Augenheilkunde zu begeben.

Was aber kann im schlimmsten Fall passieren?

Eine gewisse Gefahr zur Einbüßung von Sehkraft besteht immer. Das Auge ist ein sehr empfindliches und sehr komplexes Sinnesorgan, das mit wenig Antikörpern arbeitet. Soll heißen: Das Auge ist von Natur aus empfänglich für alle Sorten von Krankheitserregern. Denn jeder Heilungsprozess am Auge kann die Sehfähigkeit verschlechtern. Das gilt vor allem für Einwirkungen auf die Hornhaut. Kommt es dort zur Narbenbildung, führt dies sehr häufig zu Kontrastverlusten. Betroffene Patienten berichten, dass sie Farben nicht mehr so gut erkennen könnten wie früher.

Im Extremfall kann es natürlich auch zur vollständigen Erblindung kommen. Dies ist vor allem der Fall, wenn der Sehnerv selbst von der Entzündung betroffen ist. Die Neuritis nervi optici führt während des Krankheitsverlaufs fast immer zur Beeinträchtigung des Sehvermögens und zu einer Verzerrung der Farbwahrnehmung, vor allem der Farbe rot.

Bei einer Entzündung mit Bakterien oder Viren besteht zudem immer die Gefahr einer Superinfektion. Das bedeutet, dass sich weitere Viren oder Bakterien im Auge ansiedeln. Weil das Auge durch die ursprüngliche Infektion bereits geschwächt ist, können weitere Erreger anderer Sorten das Auge befallen.

In so einem Fall besteht die Komplikation darin, dass Antibiotika nur über einen gewissen Zeitraum in einer bestimmten Dosis vom Patienten eingenommen werden sollten. Steigt die Infektion verlängert sich zunächst einmal der Zeitraum des Krankheitsverlaufs. Die Heilung verzögert sich und es besteht ebenfalls ein gewisses Risiko zur dauerhaften Schädigung des Sehvermögens.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Augenentzündung sollte niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Es existiert eine Vielzahl von Ursachen für eine Augenentzündung und nicht alle sind schwerwiegend. Damit dies aber genau festgestellt werden kann, sollte der betroffene Patient umgehend einen Augenarzt aufsuchen, sofern die Beschwerden nicht innerhalb kürzester Zeit wieder abklingen.

Mediziner raten von einer Selbstmedikation bei einer Augenentzündung dringend ab, da eben genau analysiert werden muss, um welche Art von Entzündung es sich am Auge handelt. Auch Heilkräuter und Kamille-Kompressen oder die Verwendung eines rezeptfreien Medikamentes sollte man am Auge niemals ohne Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt für Augenheilkunde anwenden. Das Auge ist zu empfindlich und gleichzeitig zu wertvoll, um leichtsinnig daran herumzudoktern. Ein Arztbesuch ist bei einer Augenentzündung also in jedem Fall Pflicht.


Behandlungsmethoden & Therapie

Je nach Ursache der Entzündung wir der Arzt unterschiedliche Therapieansätze verfolgen. Ist der Auslöser physischer Natur, muss dieser zuerst einmal aus dem Auge entfernt werden. Wenn es sich also um eine Polle, den Teil eines Insekts oder um Partikel von Kosmetika handelt, sollte das Auge zunächst vorsichtig mit klarem kalten Wasser ausgespült werden. Hierbei ist es extrem wichtig, gewaschene Hände zu haben. Damit nicht aus Versehen ein Krankheitserreger ins Auge kommt. Anschließend kann das Auge mit Augentropfen oder einer Salbe versorgt werden.

Wurde die Entzündung hingegen von einem Bakterium verursacht, muss der Patient mit einem Antibiotikum behandelt werden. Dazu verschreibt der Augenarzt normalerweise eine Salbe mit integriertem Antibiotikum. Bei schlimmeren Infektionen kann das Antibiotikum auch oral eingenommen werden. Die Dauer der Einnahme muss immer mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden, um die maximale Wirkung des Antibiotikums zu entfalten.

Handelt es sich um eine virale Augeninfektion bleibt ein Antibiotikum leider wirkungslos. In diesem Fall kann kaum medikamentös behandelt werden. Augentropfen zur Unterstützung der Feuchtigkeit des Auges und eine Salbe zur Linderung der äußeren Symptome sind dann alle Mittel, die der Arzt in diesem Fall verschreiben kann. Bei einer viralen Infektion gilt wie beim Erkältungsvirus auch: Abwarten und Tee trinken. Kalte Kompressen können die Heilung unterstützen.

Beim Herpesvirus kann eine Salbe mit dem Wirkstoff Aciclovir vom Arzt verschrieben werden.

Ist der Auslöser der Augenentzündung eine Allergie sollte der Patient zunächst einmal den Allergie auslösenden Stoff meiden. Unterstützt werden kann die Heilung durch kalte Kompressen auf dem Auge und die Verwendung von künstlichen Tränen. Das sind Augentropfen, die die Tränenflüssigkeit unterstützen. Allerdings sollte der Patient künstliche Tränen ohne Konservierungsstoffe kaufen. Sie laufen sonst Gefahr einer Kreuzallergie.

Vom Arzt kann der Patient eine kortisonhaltige Salbe verschrieben bekommen, die den Heilungsverlauf der Augenentzündung nach einer Allergie ebenfalls positiv unterstützt. Langfristig sollte aber ein Allergietest gemacht werden, um genau zu identifizieren, welche Stoffe die Entzündung begünstigen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Um einer Augenentzündung vorzubeugen gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die man ergreifen kann. Viele davon haben mit der Einhaltung gewisser Hygienestandards zu tun.

Man sollte seine Hände mehrmals am Tag gründlich reinigen, indem man zum Waschen der Hände eine Seife benutzt. Noch besser ist die Verwendung eines Desinfektionsmittels, wie es in Arztpraxen und Krankenhäusern Standard ist.

Auch mit gereinigten Händen sollte man es sich abgewöhnen, mit bloßen Händen die Augen oder das Gesicht zu berühren. Beim Reiben der Augen verwendet man besser ein sauberes Taschentuch. Zusätzlich gilt: auch bei der Gesichtsreinigung den direkten Kontakt mit den Augen vermeiden.

Wer Kosmetika verwendet und bereits eine Augenentzündung hat, sollte die verwendeten Produkte entsorgen, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.

In Schwimmbädern sollte man zu seinem eigenen Schutz stets eine Schwimmbrille tragen. Sie verhindert den direkten Kontakt des Auges mit dem Wasser. Wer bereits infiziert ist und unter einer Augenentzündung leidet, für den ist das Schwimmbad einen Monat lang erst mal tabu. Nur so wird eine Ansteckung verhindert.

Dasselbe gilt auch für die Bereiche Zuhause. Wer mit anderen zusammenlebt, sollte dafür sorgen, dass sämtliche Bereiche die häufig von allen Familienmitgliedern frequentiert werden, während der Erkrankung regelmäßig desinfiziert werden. Handtücher, Geschirrtücher und Ähnliche bitte täglich wechseln.

Wer Kontaktlinsen trägt sollte diese öfters mal raus nehmen. Denn die dauerhafte Anwendung von Kontaktlinsen fördert das Austrocknen des Auges und damit die Anfälligkeit für Krankheitserreger.

Menschen, die häufig Zugluft ausgesetzt sind, oder von starken Rauchern umgeben sind können über eine Schutzbrille nachdenken, die den unmittelbaren Kontakt der Augen mit der Zugluft oder dem Nikotindampf verhindert.


Prognose zur Heilung

Eine Entzündung des Auges ist unangenehm. Sie nimmt für gewöhnlich jedoch einen positiven Verlauf. Die Heilungschancen stehen also sehr gut, wenn man sich sofort nach Auftreten der Entzündung in ärztliche Behandlung begibt. Mit dem passenden Medikament bzw. der korrekten Behandlungsmethode für die Augenentzündung liegt der Zeitraum der Heilung üblicherweise bei 14 bis 30 Tagen.

In einigen Fällen kann sich die Heilung jedoch verzögern. Dies gilt vor allem dann, wenn man die Ursache der Erkrankung nicht vom Arzt diagnostizieren lässt und auf gut Glück zum Hausmittel greift.

Es gilt in jedem Fall Schäden am Auge zu verhindern. Dazu zählt vorrangig die Vernarbung der dem Auge vorgelagerten Hornhaut. Sie ist sehr sensibel und darf keinesfalls durch Eiter, Schleim oder Krankheitserregern verletzt werden. Die Folge wäre eine Vernarbung. Schon minimalste Vernarbungen auf der Hornhaut können zu irreversiblen Schäden und damit zu Beeinträchtigungen des Sehens führen.

Sind Areale wie der Sehnerv oder die Netzhaut betroffen ist das Risiko unter Folgeschäden zu leiden etwas höher. Im schlimmsten Fall führt die Entzündung dann zur Einschränkung oder gar Verlust der Sehkraft. Eine Erblindung wäre dann die Folge. Soweit muss es aber nicht kommen, wenn man brav die Anweisungen des Augenarztes befolgt.


Alternative Behandlungsmethoden

Die Medizin kennt auch bei Augenentzündungen einige wirksame Alternativen zu Medikamenten, die dem Patienten eine Abschwächung der Krankheitssymptome verschaffen können. Jedoch sei darauf hingewiesen, dass diese alternativen Behandlungsmethoden den Arztbesuch niemals ersetzen sollten. Die sind Augen zu wertvoll, als das man leichtsinnig daran herumdoktern sollte.

Wie oben beschrieben kann eine Augenentzündung eine Vielzahl von Ursachen haben. Es ist deswegen unbedingt notwendig, bei einer Augenentzündung einen Arzt aufzusuchen. In Abstimmung mit dem behandelnden Augenarzt können dann je nach Krankheitsverlauf die folgenden alternativen Behandlungen am Auge durchgeführt werden:

Akupunktur

Augenentzündungen, die durch eine Allergie hervorgerufen werden, können mit Akupunktur gelindert werden. Die allergische Konjunctivitis lässt sich durch einen gezielten Nadelstich behandeln, verhindert so Juckreiz, übermäßigen Tränenfluss und die Rötung des Auges.

TCMTraditionelle Chinesische Medizin

In der traditionellen chinesischen Medizin hat sich die Verwendung von Maulbeerblättern gegen Augenentzündungen bewährt. Innerlich kommen die Maulbeerblätter als Tee zur Anwendung. Äußerlich können die Maulbeerblätter auf das entzündete Auge gelegt werden. Auch Waschungen mit von Maulbeerblättern getränktem Wasser sind möglich. Sie sollten aber mit Vorsicht und nur nach Rücksprache mit einem Arzt ausgeführt werden.

Auch die Blüten der Chrysantheme lindert die Beschwerden von Augenentzündungen. Gerade rot geschwollene und tränende Augen beruhigen sich nach der Behandlung mit Chrysantheme.

Massagen

Bei manchen Formen der Augenentzündung ist der Tränenkanal durch die Entzündung verstopft. Hierbei kann es hilfreich sein die Augen gezielt zu massieren, um die Verstopfung zu lösen. Massagen allein ersetzen bei Entzündungen an den Augen jedoch niemals eine ärztliche Behandlung, sondern sind mitunter eine sinnvolle Zusatzmethode in Kombination mit der Wirkung von Medikamenten.

Ayurveda-Kuren

Ayurveda-Mediziner nutzen das Augen-Basti, um Augenkrankheiten zu behandeln. Dabei werden die Augen zwanzig Minuten lang komplett mit Öl bedeckt. Dies soll die Krankheit lindern und auch die Sehkraft der Augen verbessern. Ob Ayurveda jedoch bei jeder Form von Augenentzündungen geeignet ist, wird bezweifelt. Bei schlimmeren Beschwerden am Auge ist ein Schulmediziner einem Ayurveda-Arzt in jedem Fall vorzuziehen!

Klima- und Lichttherapie

Mediziner haben bei einer Uveitis (Entzündung der Regenbogenhaut) festgestellt, dass nach einer vierwöchigen Klimatherapie am Toten Meer in Israel die Entzündungsschübe hochgradig zurück gingen. Auch die Dosis der Medikamente konnte stark reduziert werden. Bei Kortison sogar um 50 Prozent.
Ebenfalls zeigte eine UVA-1-Ganzkörperbestrahlung bei der Erkrankung an Uveitis eine ähnliche Wirkung. Auch hier konnte der Bedarf an Medikamenten stark reduziert werden. Das Sehvermögen der Patienten nahm zu. Ebenso das persönliche Wohlbefinden.

Eigen-Urin Therapie

Leichtere Formen von Augenentzündungen können auch mit dem eigenen Urin behandelt werden. Jedoch muss der Morgenurin mit Augentrost-Tee oder abgekochtem Wasser verdünnt werden, weil er ansonsten zu viel Salz enthält. Mittels einer in der Apotheke erhältlichen Augenbadewanne kann das Auge dann mit dem Urin ausgespült werden. Vor allem bei Juckreiz und Augenbrennen soll diese alternative Heilmethode Wirkung zeigen.

Welche Hausmittel können helfen?

Als sofortige Maßnahme zur Linderung von Beschwerden wie Juckreiz oder Rötung der Augen bei einer Augenentzündung sind diese Hausmittel gut geeignet. Dennoch ersetzen auch sie keinen Arztbesuch, da unbedingt die Ursache der Augenentzündung diagnostiziert werden muss.

Warme oder kalte Umschläge (Kompressen)

Als Sofortmaßnahme immer geeignet sind warme oder kalte Kompressen. Dazu nimmt man ein sauberes (Taschen-)Tuch und durchtränkt es mit lauwarmen oder kaltem Wasser. Anschließend wird das Tuch als Kompresse auf das geschlossene entzündete Auge gelegt. Am besten solange wie es sich angenehm anfühlt. Eine Kompresse hilft stets, das Auge zu entspannen. Eine Infektion lässt sich damit jedoch nicht wirksam bekämpfen.

AugenspüLungen

Ebenfalls gut geeignet sind Augenspülungen. Vor allem bei Entzündungen aufgrund von Allergien oder Fremdkörpern kann eine Augenspülung helfen. Auch Eiter lässt sich auf diese Weise aus dem Auge waschen. Um eine Augenspülung durchzuführen gibt es verschiedene Methoden. Hartgesottene führen dies direkt unter dem Wasserhahn durch. Man muss jedoch darauf achten, dass die Hände und Finger auf jeden Fall sauber sind, da ansonsten die Gefahr einer Superinfektion besteht.

Eine weitere Methode zur Augenspülung ist die Benutzung einer Spritze (ohne Kanüle), in die man lauwarmes Wasser eingesogen hat. Jedoch sollte das Wasser langsam ins Auge geträufelt werden und nicht mit zu viel Druck, da sonst die Gefahr eine Schädigung der Hornhaut besteht.

Eine dritte Variante der Augenspülung ist die Zuhilfenahme einer Augenbadewanne. Diese ist, genau wie die Spritze, in der Apotheke erhältlich.

Auflagen mit Kamillentee

Kamille ist bei einigen Formen der Augenentzündungen ein beliebtes Mittel zur Reduzierung der Symptome. Dazu kocht man zunächst heißes Wasser, um es anschließend mit einem Beutel Kamille fünf bis zehn Minuten in einer Tasse ziehen zu lassen. Wichtig ist dabei, dass man keinen Kamillentee aus dem Supermarkt kauft, sondern echte Kamille aus der Apotheke oder dem Reformhaus nutzt. Die Tasse deckt man während dieser Zeit am besten mit einer Untertasse ab. So bleibt das Aroma verstärkt in der Tasse.

Anschließend nutzt man ein sauberes Tuch, um es mit dem lauwarmen oder kalten Kamillen-Extrakt zu durchwirken. Das feuchte Tuch wird dann auf die Augen gelegt. Die Kamillen-Kompresse entfaltet wohltuende Wirkung.

Allergiker aufgepasst: Kamille kann allergische Reaktionen auslösen. Deswegen ist dieses Mittel nur geeignet, wenn beim Patienten keine Allergien vorliegen. Ist das der Fall, sollte man stattdessen lieber zur Ringelblume greifen.

Quarkauflage

Die Quarkauflage ist eine gutes Mittel gegen Entzündungen und Schwellungen. Sie hat sich auch am Auge bewährt. Wichtig ist, dass der Quark vor der Behandlung gekühlt wurde. Man nehme dann ein sauberes Tuch, z. B. ein Geschirrtuch. Gebe etwa 100 Gramm Quark hinein und wickle das Tuch zu einer Art Beutel zusammen.

Anschließend legt man den Quarkbeutel auf das geschwollene und entzündete Auge. Man kann den Quark solange auf dem Auge liegen lassen, bis er getrocknet ist oder keine kühlende Wirkung mehr entfaltet. Die im Quark enthaltenen Stoffe haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Zerriebene rohe Kartoffeln

Manche Menschen schwören auf zerriebene rohe Kartoffeln (in Form eines Breis) vor allem bei einer Bindehautentzündung. Diese Anwendung am Auge ist jedoch mit besonderer Vorsicht zu genießen, da der Kartoffelsaft bei Allergikern Kreuzallergien auslösen kann und die bestehenden Symptome somit noch verschlimmern würde.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Wie bei fast allen Krankheiten weiß die Medizin auch bei Augenentzündungen Rat aus dem Kräutergarten. Eine Reihe von Heilpflanzen zeigen Wirkung bei der Verminderung von Beschwerden aufgrund von Entzündungen der Augen. Die folgenden Pflanzen sind für ihre Wirkung bekannt:

Augentrost (Euphrasia)

Die Pflanze trägt ihren Namen, weil sie schon seit vielen Jahrhunderten dafür bekannt ist, Leiden an den Augen zu lindern. Vor allem bei Entzündungen der Bindehaut, Gerstenkorn und Rötungen der Augen aufgrund von Allergien hat sich der Augentrost bewährt. Man kann die Pflanze sowohl als Tee zu sich nehmen, oder als Kompresse äußerlich auf dem Auge anwenden. Dosierung: Auf einen Teelöffel Augentrost kommt ein viertel Liter kochendes Wasser.

Ringelblume (Calendula officinalis)

Calendula ist eine entzündungshemmende Pflanze. Sie kann ebenfalls als Tee zubereitet und mit einem sauberen Tuch als Kompresse auf dem Auge genutzt werden. Auch hier kommt auf einen Teelöffel ein viertel Liter kochendes Wasser. Anschließend sollte die Mischung rund 15 Minuten ziehen, bevor sie zur Anwendung kommt. Die Ringelblume löst keinerlei Allergien aus. Sie ist deswegen besonders für Allergiker geeignet.

Kamille (Matricaria chamomilla)

Kamille kann ebenfalls als Kompresse verwendet werden, um Beschwerden durch Augenentzündungen zu lindern. Mediziner raten jedoch von der Anwendung von Kamille ab, da sie häufiger allergische Reaktionen hervorruft. Die Kamille soll ebenfalls als Tee zubereitet werden und wird anschließend in ein sauberes Tuch gegeben, um sie als Kompresse auf das Auge zu legen. Manche Patienten geben zur Kamille auch noch einen Teelöffel Fenchel hinzu.

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Das Schöllkraut kann bei Bindehautentzündungen ein wirksames Mittel zur Reduzierung der Krankheitssymptome sein. Vor allem wenn die Entzündung durch zu Trockene Augen ausgelöst wurde. Das Schöllkraut wird wie die anderen Heilpflanzen auch als Tee zubereitet und nach einer Ziehzeit von einigen Minuten mit einem vom Schöllkraut-Tee durchtränkten sauberen Tuch auf das zu behandelnde Auge aufgelegt.

Ätherische Öle

Die Aromatherapie empfiehlt bei Augenentzündungen die folgenden Wirkstoffe:

  • Geranium
  • Kamille
  • Rose

Das Geranium-Öl wirkt antibakteriell und wundheilend. Es hat zudem eine stimmungsaufhellende Wirkung. Das Öl der Kamille ist schmerzlindernd und antiseptisch. Auch das Rosen-Öl ist entzündungshemmend. Alle drei Öle können in der Duftlampe oder in Dampfbädern eingesetzt werden. Ein direkter Kontakt mit dem Auge (z.B. durch Einreiben oder hinein tröpfeln) ist unbedingt zu vermeiden, da es zu irreparablen Schädigungen am Auge kommen kann.

Ätherische Öle ersetzen bei einer Augenentzündung zudem niemals den Arztbesuch! Sie sind in Form der Aromatherapie lediglich unterstützend anzuwenden. Eine Aromatherapie allein ist bei einer Entzündung der Augen jedoch keine Erfolg versprechende Behandlung.

Homöopathie & Globuli

Die Homöopathie empfiehlt einige Heilmittel, die bei Augenentzündungen verwendet werden können. Für die genaue Art der Anwendung sowie die Dosierung wendet man sich vor Beginn der Behandlung am besten an einen Heilpraktiker oder Apotheker. Von Heilpraktikern empfohlene Wirkstoffe bei Augenentzündungen sind:

  • Aconitum napellus
  • Arsenicum album
  • Dulcamara
  • Hepar sulfuris calcareum
  • Euphrasia
  • Belladonna
  • Aconitum
  • Graphites
  • Ruta
  • Staphisagria
  • Apis
  • Silicea
  • Allium cepa
  • Argentum nitricum

Die hier aufgelisteten Wirkstoffe sind meistens in homöopathischen Augentropfen enthalten. Homöopathische Mittel können ausschließlich in Apotheken bezogen werden. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass eine konkrete Diagnose bei Augenentzündungen unerlässlich ist.

Verzichten Sie deshalb auf den Einkauf und die Anwendung von homöopathischen Mitteln, ohne sich vorher konkreten Rat von einem Fachmann auf dem Gebiet der Homöopathie zu holen. Geeignete Ansprechpartner sind staatlich anerkannte Heilpraktiker oder Fachärzte für Augenheilkunde mit einer Neigung zur Naturheilkunde.

Schüssler-Salze

Bei Augenentzündungen empfehlen mit Schüssler-Salzen arbeitende Heilpraktiker folgende Salze. Man beachte jedoch, dass diese Dosierungsanleitungen in keinem Fall einen Arztbesuch ersetzen. Bevor Sie Schüssler-Salze zur Kurierung Ihrer entzündeten Augen einsetzen, konsultieren Sie zunächst einen Arzt oder Heilpraktiker und stimmen Sie die Behandlung mit diesem ab.

Schüssler-Salz Nr. 3: Ferrum phosphoricum D12

Ferrum phosphoricum hilf bei einer Vielzahl von Augenentzündungen als akute Maßnahme. Die Tabletten können zum Beispiel bei einer Bindehautentzündung oder einem Gerstenkorn halbstündlich eingenommen werden. Zusätzlich kann man einige Tablette in Wasser auflösen und mit einem Tuch als Kompresse auf das entzündete Auge legen.

Schüssler Nr.4 Kalium chloratum D6

Kalium chloratum eignet sich für die Linderung von Entzündungen, die sich nicht mehr im akuten Stadium befinden. Bitte verwenden Sie auch bei Schüssler Nr. 4 nur die Tablettenform zur inneren Anwendung. Die Schüssler-Salben sind bei Erkrankungen der Augen nicht zur äußeren Anwendung geeignet, da der direkte Kontakt der Salbe mit dem entzündeten Auge eventuell zur Verschlechterung der Krankheit führen kann.

Diät & Ernährung

Eine gesunde ausgewogene Ernährungsweise beugt generell Krankheiten vor. Eine Entzündung der Augen kann durch eine spezielle Diät zwar nicht verhindert werden, dennoch gibt es einige Empfehlungen von Ernährungsberatern worauf man als Patient verzichten sollte, wenn man an einer Augenentzündung erkrankt ist.

Verzichten Sie bei einer Entzündung der Augen auf folgende Lebensmittel:

  • Weißbrot
  • Kaffee und Tee
  • zuckerhaltige Getränke und Nahrungsmittel
  • fettreiches Fleisch (vor allem Schweinefleisch)

Stattdessen empfehlen die Ernährungsberater, sich mit Gemüsesäften zu versorgen. Ein frisch gepresster Smoothie aus Grünkohl, Spinat, Rucola, Weißkohl oder Karotte kann die heilende Kraft des Körpers bei einer Augenentzündung unterstützen.

Auch Zitrusfrüchte und Fisch sind eine gute Wahl bei der Ernährung während einer Augenentzündung. Vor allem die im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind ein wertvoller Wirkstoff Entzündungen. Sie helfen zudem die Augen vor Erkrankungen und Sehschwäche zu schützen. Wer Fisch nicht mag, kann zu Fischöl-Kapseln aus der Drogerie oder Apotheke greifen, um seinen täglichen Bedarf an Omega3-Fettsäuren zu sichern.


FAQ – Fragen & Antworten

Warum sollte man eine Augenentzündung nicht auf die leichte Schulter nehmen?

Die Augen sind besonders sensible Organe. Erkrankungen am Auge darf man deshalb niemals verharmlosen. Auch bei den kleinsten Beschwerden wie zum Beispiel einem Juckreiz, einem Brennen oder Rötungen des Auges sollte man auf jeden Fall immer zum Arzt gehen. Da die Ursachen einer Entzündung am Auge vielfältig sein können, steigt die Heilungschance stark an, wenn man die Ursache der Augenentzündung rechtzeitig von einem Arzt diagnostizieren lässt.

Ist eine Augenentzündung ansteckend?

Nicht jede Augenentzündung ist ansteckend. Eine Infektion mit Adenoviren ist es aber auf jeden Fall. Darum gilt auch bei einer Augenentzündung, dass man sich grundsätzlich an ein paar hygienische Regeln hält. Hierzu gehört das regelmäßige Händewaschen sowie die Vermeidung von direktem Kontakt mit anderen Personen. Auch der Besuch im Schwimmbad und in der Sauna ist während der Zeit einer Augenentzündung tabu.

Wie hoch ist die Gefahr von Folgeschäden bei einer Augenentzündung?

Eine Entzündung am Auge ist zwar meistens schmerzhaft und mit einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen auch sehr langwierig. Sie führt in der Regel aber nicht zu bleibenden Schäden. Das Risiko dazu steigt jedoch, wenn man sich nicht in die Betreuung durch einen Facharzt für Augenheilkunde begibt. Schädigungen der Hornhaut müssen unbedingt vermieden werden.

Darum sollte der Patient Medikamente, die zur äußeren Anwendung gedacht sind, wie zum Beispiel Cremes, Salben oder Augentropfen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verwenden. Schon kleinste Narben an der Hornhaut können zu dauerhaften Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen.

Wie behandele ich eine Augenentzündung beim Baby?

Auf keinen Fall sollte man eine Augenentzündung beim Baby oder Kleinkind selbst behandeln. Besonders Kompressen mit Kamille können beim Baby starke allergische Reaktionen hervorrufen und die Erkrankung nur verschlimmern. Stattdessen sollte man umgehend den Rat eines Kinderarztes in Anspruch nehmen.

Ist es besser keine Kontaktlinsen zu tragen, um einer Entzündung am Auge vorzubeugen?

Grundsätzlich ja! Das Tragen von Kontaktlinsen fördert die Austrocknung des Auges. Verzichten muss man auf Kontaktlinsen aber keineswegs. Wer regelmäßig Kontaktlinsen trägt, sollte einfach darauf achten, sie nicht dauerhaft über einen längeren Zeitraum im Auge zu belassen. Stattdessen öfter einfach mal rausnehmen und auch tageweise pausieren. Auch eine künstliche Tränenflüssigkeit in Form von Augentropfen kann das Auge vor Austrocknung schützen. In der Apotheke kann man sich diesbezüglich Rat holen, welche Tränenmittel sinnvoll sind.

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