Schröpfen

Ein alternatives Therapieverfahren

Behandlung SchröpfenSchröpfen stammt aus dem Altertum, seit Anbeginn der Geschichte findet es Weltweit in unterschiedlichen Formen Ausdruck.

Die Wirkungen des Schröpfens sind wissenschaftlich nicht zu Beweisen, aus naturheilkundlicher Sicht wirkt es jedoch gegen sehr viele verschiedene Krankheiten und nicht nur gegen Myalgien.

Schröpfen gehört zu den beliebtesten Heilmethoden der alternativen Medizin.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Schröpfen. 

 

Was ist Schröpfen ?

Beim Schröpfen wird, früher durch das Aufsetzen eines Bambusrohrs, später dann mit einem Glas, den sogenannten Schröpfgläsern, bzw. Schröpfköpfen, beim Aufsetzten auf der Haut Unterdruck erzeugt. Dies führt zur Bildung von kurzanhaltenden Hämatomen, im schlimmsten Fall bilden sich kleine Bläschen.

Der Unterdruck wird durch verschiedene Verfahren erzeugt, entweder mit Hitze oder durch trockenes Festsaugen. Letzteres geschieht in modernen Zeiten immer öfter mit Vakuumpumpen, andernfalls sind die Schröpfgläser mit Gummibällen versehen, die das maschinelle Pumpen durch manuelles ersetzen.

Die Gläser sind entweder wirklich aus Glas oder aus Silikon. Silikon hat sich gerade für die Schröpfmassage als sehr viel besser geeignet herausgestellt, da die Schröpfgläser leicht zerbrechlich sind, besonders wenn das Vakuum jäh und plötzlich gelöst wird, ohne das dies die Absicht des Heilpraktikers gewesen wäre.

Die Heilmethodik kann man in 3 Varianten Unterteilen, die in sich wiederum unterschiedlich angewandt werden. Die älteste Variante ist das nasse Schröpfen, älter sogar als der „normale“ Aderlass. Beim Schröpfen geht man von Gelosen aus, von roten und weißen Gelosen.

Die Nassvariante kommt bei roten Gelosen zum Einsatz. Die anderen beiden sind für die weißen Gelosen gedacht. Gelose sind ertastbare Veränderungen in den Muskeln, die Aufschlüsse über tieferliegende Erkrankungen geben. Rote Gelose zeigen akute Erkrankungen an und weiße Gelose chronische Erkrankungen, statt rote oder weiße Gelose kann man auch heiße oder kalte Gelose sagen.

Ursprung und Entwicklung:

Der Ursprung ist Mesopotamien. Dort wo Euphrat und Tigris aufeinander treffen, kannten die Menschen bereits eine Methode rote Gelose aufzuschneiden und erst mit dem Mund, dann mit einem Kuhhorn und später mit einem Schröpfglas das Blut auszusaugen.

Bei den Griechen und ähnlich in der chinesischen Medizin ging man von Körpersäften aus, die für verschiedene Krankheiten ursächlich waren, auch hier kam das Schröpfen zum Einsatz, die Griechen kannten sogar einen Gott des Schröpfens, Telesphorus. Nach der Antike in Verruf geraten, führt das Schröpfen seit dem 16. Jahrhundert ein zweites Leben.

Wirkung, Behandlungen und Therapien

Schröpfen soll bei vielen Leiden helfen. Die Schröpfmassage regt den Kreislauf stärker an, als der klassische Typus und wirkt daher besser gegen Rückenschmerzen. Tatsächlich ist diese Therapieform sehr an Muskelverspannungen und Schmerzen gebunden.

Das bedeutet aber nicht, dass sie nur für das Lösen von roten oder weißen Verspannungen gedacht ist, wie bereits angedeutet wurde, gehen Heilpraktiker davon aus, dass das außenliegende, obere Gewebematerial mit verschiedenen Krankheiten in Zusammenhang steht.

In heutiger Zeit beruft man sich auf die Head-Zone, benannt nach dem englischen Neurologen Sir Henry Head, so geht man im Grunde davon aus, dass diese äußeren Nervenzonen mit den inneren Organen verbunden sind.

  • Schröpfen ist eine Reiztherapie, die am Rücken Anwendung findet
  • dadurch, dass die außenliegenden Druckpunkte mit den Organen Verbunden sind, ermöglicht dies durch Schröpfen eine Vielzahl von Krankheiten zu behandeln
  • unterscheiden kann man zwischen akuten und chronischen Erkrankungstypen

Durchführung und Wirkungsweise:

Zuerst wird beim nassen Schröpfen die Haut desinfiziert, anschließend wird sie angestochen oder angeritzt, an der entsprechenden Stelle und schließlich wird der Schröpfkopf aufgesetzt. Die Haut wird dafür an mehreren Stellen gleichzeitig angeritzt.

Behandlung SchröpfenMit dem Schröpfglas wird das Blut aufgefangen, es wird erst abgenommen, wenn kein Blut mehr hinzukommt.

In der chinesischen Variante, wird anschließend ein neues Glas aufgesetzt, und zwar ohne erneutes Anritzen der Haut.

Dies verhindert eine spätere Vernarbung der Stellen. Es wird auf rote Gelose angewendet.

Das unblutige, also trockene, Schröpfen wird so verwendet. Die Gläser werden mittels Vakuumpumpe angesaugt oder mit Gummiball oder mit Hitze. Letzteres funktioniert besonders gut und kann anschließend für blaue Flecken sorgen.

Das Festsaugen mittels Hitze geschieht, indem Watte in Alkohol getränkt wird und an einer länglichen Zange oder Schere gehalten, angezündet wird. Die Flamme muss nur kurz in das Glas hineingehalten werden, die Hitze ist dann bereits ausreichend.

Für die Massage wird der Rücken mit Massageöl eingesalbt, ein Schröpfglas angelegt und mit diesem wird dann die Massage durchgeführt. Das Schröpfglas ist durch das Öl über den ganzen Rücken hinweg beweglich.

Alle 3 Arten des Schröpfens haben gemein, dass sie die Durchblutung anregen, somit auch den Stoffwechsel und schmerzlindernd wirken. Besonders für das Nassschröpfen gilt, Hygiene ist wichtig. Die Ritzungen führen sonst zu Entzündungen. Bei dieser Anwendung werden auch die Gläser desinfiziert.

Hilft gegen:

Die Schulmedizin sieht im Schröpfen keinen Nutzen, schließlich, wie bei jeder alternativmedizinischen Anwendung, wurden keine wirklichen Linderungen von Krankheiten durch das Schröpfen nachgewiesen. Andersherum meint die Alternativmedizin viele Krankheiten mit dem Schröpfen Lindern oder Heilen zu können.

Fördert und stärkt:

  • den Kreislauf
  • löst Verspannungen und Schmerzen
  • steht in Wechselwirkung zwischen Muskelschmerzen und verschiedenen Krankheiten

Diagnose und Untersuchungsmethoden

Die Diagnose erfolgt über die roten und weißen Gelose. Dort wo diese Verhärtungen an der Muskulatur auftreten, werden die Schröpfgläser aufgesetzt. Die Untersuchungsmethoden wurden bereits erläutert. Welche von diesen für die eigenen Beschwerden die Beste ist, muss vor Ort der Therapeut entscheiden. Schröpfen wird meistens zusammen mit anderen naturheilkundlichen Mitteln eingesetzt:

Risiken und Nebenwirkungen:

  • Schwangere sollten von einer Schröpfbehandlung absehen
  • für Kinder ist sie erst ab dem Schulalter geeignet
  • auf Hautausschlag, Sonnenbrand und Entzündungen sollte nicht behandelt werden

Nebenwirkungen treten normalerweise keine auf. Höchsten bilden sich kleine Pusteln, die aber harmlos sind und wieder weggehen. Nach dem Schröpfen bleiben manchmal noch blaue Flecken oder Hämatome zurück, die auch nicht schwerwiegend sind. Bei falscher Anwendung des Schröpfens mit Hitze, kann es unter Umständen zu leichten Verbrennungen kommen.

Nutzen der Anwendung:

  • sie ist schonend
  • sie muss jedoch aus eigener Tasche gezahlt werden
  • bei vielen naturheilkundlichen Anwendung spielt der Placeboeffekt eine Rolle
  • in jedem Fall wird der Kreislauf angeregt

Der Streit um den Nutzen von alternativen Heilmethoden ist so alt wie die Schulmedizin. Im Mittelalter war das Schröpfen wegen der Steinschneider in Verruf, später dann durch die Wissenschaft in Verruf geraten, bleibt heute jedem selbst überlassen ob er aus dem heilkundlichen Schröpfen einen Nutzen für Körper und Seele ziehen kann.

Wer behandelt?

  • Heilpraktiker
  • Physiotherapeut

Das Schröpfen ist ein Naturheilkundliches Verfahren. Früher wurde es auch in Badehäusern vollzogen. Heute sucht man einen Heilpraktiker auf, wenn man sich von der Schulmedizin im Stich gelassen fühlt oder offen für alle Möglichkeiten der Behandlung ist.

Unser Fazit:

Das Verfahren verspricht die Linderung vieler Krankheiten. Es ist schonend, jedoch kostenaufwändig. Das Verfahren ist alt und dient seit jeher der Linderung von Schmerzen und der Entspannung. Direkt Schaden kann es nicht und so kann diese Therapieform Ergänzung oder Alternative zu herkömmlichen medizinischen Behandlungsweisen sein.

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