Nabelbruch

Steckbrief: Nabelbruch

  • Name(n): Nabelbruch; Nabelhernie
  • Art der Krankheit: Bruch bzw. Riss
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Um 1900
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: Schwäche der Bauchwand
  • Wieviele Erkrankte: 2 Prozent aller Neugeborenen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Kinderarzt bei Säuglingen
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017-K42.9

Nabelbruch und seine Ursachen

Was bei Säuglingen oft angeboren ist und sich innerhalb des ersten Lebensjahres von selbst heilt, ist bei Erwachsenen alles andere als ungefährlich: Der Nabelbruch. Zwar leiden überwiegend Babys daran, die allerdings haben die wenigstens Probleme damit. Oft ist nicht einmal eine Behandlung notwendig.

Erleidet ein Erwachsener einen Nabelbruch ist eine Operation meist die einzige Behandlungsmöglichkeit. Wer sich nicht behandeln lässt geht ein großes Risiko ein – eine Einklemmung der Organe und damit Lebensgefahr kann das Ergebnis eines nicht behandelten Nabelbruchs bei Erwachsenen sein. Aber wie entsteht der Nabelbruch bei Erwachsenen und welche Rolle spielt Übergewicht dabei?


Definition Nabelbruch

Ein Nabelbruch ist aus medizinischer Sicht viel eher ein Riss bzw. ein Loch als ein echter Bruch. Schon gar nicht ist er vergleichbar mit einem Knochenbruch. Er bezeichnet eine Öffnung der Bauchwand, die die Eingeweide wiederum nach außen deutlich sichtbar macht: der Nabel wölbt sich nach außen und steht in Form einer Beule hervor.

Überwiegend tritt der Nabelbruch bei Säuglingen auf und wird sofort nach der Geburt sichtbar, manchmal auch weniger deutlich. Dann gilt er auch ungefährlich und heilt ohne medizinisches Zutun. Aber auch Erwachsene können davon betroffen sein und müssen in den meisten Fälle sogar operiert werden.

Was ist ein Nabelbruch?

Von außen sieht ein Nabelbruch meist seltsam aus: Die Eingeweide werden nur noch von der Haut im Körperinneren in Position gehalten und treten optisch nach außen hervor. Es bildet sich eine Beule am Bauch. Der Grund dafür ist ein Nabelbruch. Der Nabel wölbt sich dann nach außen und unterscheidet sich sichtbar von einem „normal“ Bauchnabel. Die ausgewölbte Stelle wird auch als Bruchsack bezeichnet.

Am häufigsten sind Säuglinge von einem Nabelbruch betroffen. Die Erkrankung verursacht normalerweise keine Schmerzen und heilt bei Babys von selbst wieder ab. Das bedeutet aber nicht, dass kein Arzt aufgesucht werden muss. Der Kinderarzt sollte immer einen Blick auf einen Nabelbruch werfen, da es möglicherweise auch zu einer Einklemmung kommen kann. Dies würde man an einer blauen Verfärbung erkennen, die auf eine Einklemmung des Bruchsackinhalts deuten lässt. Da Säuglinge aber ohnehin sehr engmaschig auf ihre Gesundheit untersucht werden, wird der Nabelbruch meist auch sofort festgestellt. Es bedarf dann aber keiner besonderen Behandlung oder Pflege; der Nabel sollte aber beobachtet werden.

Sollte es sich um einen eingeklemmten Nabelbruch handeln, ist sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es handelt sich um eine Komplikation, die meist umgehend operiert werden muss. Spätestens dann wäre der Nabelbruch auch schmerzhaft. Dabei klemmen die inneren Organe an der Stelle des Risses ein und drohen nicht mehr ordnungsgemäß zu funktionieren. Das kann sogar lebensgefährlich werden, tritt aber nur selten ein. Bei Kindern ist diese Komplikation in der Regel nicht zu befürchten.


Welche Ursachen gibt es?

Die meisten Nabelbrüche treten bei Säuglingen auf und sind bereits ab dem Moment der Geburt erkennbar und somit angeboren. Die Schwäche der Bauchwand ist oft genetisch bedingt. Wenn die Schwäche nicht schon im Mutterleib einen Nabelbruch ausgelöst hat, kann es im Laufe des Lebens zu einer Entstehung kommen.

Die Ursache ist fast immer ein Druck, wie z.B. ein Pressen, dem die Bauchwand ab einem gewissen Punkt nicht mehr Stand halten kann und schließlich „bricht“. Die Bezeichnung ist medizinisch allerdings nicht begründet, denn die Wand bricht nicht in sich zusammen, sondern weist lediglich ein Loch oder einen Riss auf. Sie wird im Prinzip undicht und ist geschwächt und die inneren Organe können dann nicht mehr gehalten werden. Sie treten hervor und sind von außen sichtbar.

Durch diesen Riss treten dann die Eingeweide hervor und zeichnen sich nach außen hin ab. Die Ursachen für den Nabelbruch bei Babys sind vielfältig:

  • Durch die ansässige Nabelschnur ist der Bereich ohnehin geschwächt,
  • im Mutterleib kann Druck erzeugt werden, wenn die Mutter schwer hebt oder starkes Übergewicht hat,
  • eine genetische Veranlagung, die den Nabelbruch ohne äußere Einwirkung erzeugt,
  • die Tatsache, dass die Bauchwand nach der Geburt gar nicht erst richtig zusammen wächst oder
  • vermehrtes Schreien in den ersten Lebenswochen, dem die Bauchwand nicht Stand halten kann

Eltern müssen nicht besorgt sein, wenn ihnen nach der Geburt mitgeteilt wird, dass ihr Baby einen Nabelbruch erlitten hat. Es ist möglich, dass dieser Sachverhalt erst einige Wochen nach der Geburt auffällt, wenn der Nabel des Babys hervor tritt oder sich leicht blau verfärbt. Schreit ein Baby sehr viel kann es auch erst nach einigen Wochen ein Nabelbruch entstehen. Durch das Schreien entsteht ein großer Druck im Bauchraum, der den Körper schwächt.

Nabelbrüche kommen außerdem bei erwachsenen Männern und Frauen vor. Frauen erleiden ihn relativ häufig während der Schwangerschaft. Außerdem ist starkes Übergewicht neben Verstopfung (ausgelöst durch starkes Pressen) der häufigste Auslöser eines Nabelbruchs. Auch Rauchen soll das Risiko erhöhen, denn es schwächt die Haut. Sie wird spröde und dünner und auch die Bauchwand leidet darunter.


Symptome & Anzeichen

Der Nabelbruch tritt immer zuerst optisch in Erscheinung. Weil er keinerlei Beschwerden verursacht und daher nicht bemerkt wird, sind die äußeren Anzeichen alles, was auf einen Nabelbruch hindeuten kann. Betroffene, die bemerken, dass ihr Bauchnabel sich nach außen wölbt oder gar blau verfärbt, sollten dringend einen Arzt aufsuchen. Da es im schlimmstne Fall zu einer Einklemmung der inneren Organe kommen kann, sollte am Wochenende und in der Nacht der Notdienst aufgesucht werden.

Wölbt sich der Nabel nach vorne spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Säugling oder eine erwachsene Person handelt: Es muss ein Arzt aufgesucht werden. Eltern erkennen dies bei ihrem Säugling trotzdem meist nicht von selbst. Die Kinderarztpraxis wird dies feststellen und die Eltern darüber aufklären, aber keine weiteren Maßnahmen veranlassen.

Bei diesen Anzeichen sollte ein Nabelbruch untersucht werden:

  • Gewölbte Haus im Bereich des Nabels,
  • hervorstheende Bereiche um den Nabel herum (muss nicht direkt am Nabel selbst sein,
  • Schmerzen an betroffenen Stelle selbst,
  • spannende, juckende Haut und
  • eine bläuliche Verfärbung des Nabels

Die Betroffenen fühlen sich nur selten unwohl. Schmerzen entsteht allerdings im Falle einer Komplikation, z.B. wenn die inneren Organe eingeklemmt sind. Dann allerdings ist schnelles Handeln erforderlich. Auch die äußeren Bereiche können weh tun und die Haut könnte durch die Ausdehnung spannen und jucken.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Nabelbruch tritt in etwa 10 Prozent aller Brüche der Bauchwand auf. Am häufigsten sind Säuglinge betroffen, die meist unter der angeborenen Variante des Nabelbruchs leiden.

Der Nabelbereich von Säuglinge sind meist als eine Art Schwachstelle zu sehen, die zunächst nach dem abfallen der Nabelschnur noch zusammen wachsen muss. Das was wir als Bauchnabel kennen ist eigentlich vernarbtes Gewebe.

Bei Erwachsenen ist ein Nabelbruch deutlich seltener. Ein Arzt wird immer einen Ultraschall durchführen, um einen Nabelbruch eindeutig diagnostizieren zu können. Nur so kann er auch sehn, ob die Eingeweide noch ihre ursprüngliche Position haben oder sich bereits verschoben haben. Ausgehend vom Ergebnis des Ultraschalls werden dann weitere Maßnahmen zur Behandlung eingeleitet.

Je nach Ergebnis ist es möglich, dass der Patient sofort operiert werden muss. Wenn die inneren Organe aus der Bauchhöhle gerutscht sind, kann zunächst auch von außen versucht werden, sie durch leichten Druck wieder zurück zu schieben. Das sollte aber vorsichtig und immer auch nur mit Unterstützung eines Ultraschalls gemacht werden. Auf diese Weise wird außerdem das Loch nicht wieder verschlossen und die Eingeweide können einfach wieder heraus rutschen.

Der Riss in der Bauchwand muss immer geschlossen werden. Das wird fast immer durch ein Netz aus Kunststoff gemacht, das der Körper gut verträgt. Die Gestaltung der Operation ist individuell je nach Patient festzulegen. Eventuell ist ein anderes Material zu wählen, wenn eine Allergie den Einsatz von Kunststoff nicht möglich macht. Das Netz schließt das Loch bzw. den Riss und erzeugt die Heilung damit umgehend. Die OP-Narbe hingegen muss heilen, was in einigen Fällen einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Bis dahin muss der Körper geschont werden.


Diagnosedaten & Häufigkeit

Häufig tritt der Nabelbruch bei Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Sie machen die zweite Risikogruppe aus. Am häufigsten allerdings sind Säuglinge betroffen. Etwa bei 10 Prozent aller Neugeborenen liegt dieser Erkrankung vor. Meist bedarf sie keiner weiteren Behandlung, sollte aber beobachtet werden.

Frauen gelten grundsätzlich als vorbelastet, wenn sie bereits eine oder mehrere Schwangerschaften hinter sich haben, da ihre Bauchwand als geschwächt gilt. Kommt zusätzlich Übergewicht ins Spiel ist das Risiko einen Nabelbruch zu erleiden, signifikant erhöht. Aber auch Männer sind betroffen.

Der Auslöser kann auch manchmal nur ein scheinbar harmloser Husten sein. Sobald bei einem Menschen die Bauchwand geschwächt ist – ob angeborene oder nicht – kann jeder Druck und jedes Pressen zu einem Risiko werden.

Ist der Nabelbruch bei Säuglingen und Kleinkindern vorhanden, verheilt er in über 80 Prozent der Fälle von selbst unkompliziert wieder ab. Ein Ultraschall sollte dennoch immer gemacht werden, um die Position und Unversehrtheit der Eingeweide beurteilen zu können.


Komplikationen bei der Krankheit

Normalerweise heilt ein Nabelbruch bei einem Baby von selbst wieder ab und verursacht keine Komplikationen. Der Kinderarzt wird den Nabel beobachten und zum Abwarten raten. Kleine Verfärbungen um den Nabel herum können auftreten und blau sein, dann wäre ein Ultraschall empfehlenswert.

Innerhalb des ersten Lebensjahres verschwindet der Nabelbruch bei bis zu 90 Prozent der Kinder wieder von selbst. In einzelnen Fällen kann die Bauchwand etwas länger brauchen bis sie wieder zusammen gewachsen ist. Allerdings ist bei gesteigerter körperlicher Aktivität Vorsicht geboten: Spätestens bis zum Eintritt in den Sportverein oder die Schule sollte ein nicht ausgeheilter Nabelbruch operiert werden. Die gerissene Bauchwand droht sonst weiter einzureißen sobald das Kind sich körperlich mehr bewegt.

Bei Erwachsenen kommt es häufiger zu Komplikationen. Ihr Nabelbruch hat meist eine Ursache wie Übergewicht oder starker innerer Druck und die Bauchwand eines Erwachsenen wächst nicht so unkompliziert wieder zusammen. Fast immer ist eine Operation nötig.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) beim Kinderarzt, wird dieser einen Nabelbruch erkennen. Untersucht wird das Baby erstmals in der Entbindungsklinik bzw. direkt nach der Geburt und auch danach erfolgen engmaschige Kontrollen beim Kinderarzt vor Ort.

Die Kontrolle des Nabels ist ein Bestandteil bei jeder Untersuchung. Sobald hier eine Wölbung auffällt, kann man von einem Nabelbruch ausgehen. Wirklich behandelt wird dieser allerdings nicht, sondern es wird abgewartet. Eine Verschlimmerung, z.B. wenn die Verfärbung immer dunkler und großflächiger wird, sollte allerdings direkt abgeklärt werden.

Erwachsene sollten zum Arzt gehen, wenn sie eine hervor stehende Fläche an ihrem Bauch entdecken oder gar eine dunkle Verfärbung um ihren Nabel herum. Ein Ultraschall wird dann nötig sein, um einen Nabelbruch diagnostizieren zu können. Häufig wird dann eine Operation geplant. Sobald Schmerzen eintreten sollte der Arztbesuch keinesfalls in die Zukunft geschoben werden. Komplikationen kommen vor und müssen direkt behandelt werden.


Behandlungsmethoden & Therapie

Bei Säuglingen sind die Behandlungsmethoden völlig anders als bei Erwachsenen, da ihr Nabelbruch fast immer von selbst innerhalb eines Jahres abheilt. Empfohlen wird für Neugeborene:

  • die Beobachtung des Nabels,
  • engmaschigere Kontrollen, um ggf. blaue Verfärbungen frühzeitig zu erkennen
  • im Allgemeinen: Abwarten

Bei Erwachsenen hingegen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Bauchwand von selbst wieder zusammen wächst. Risse und Löcher bleiben weiterhin vorhanden und drohen sogar noch größer zu werden, weshalb schnelles Handeln nötig sein kann. Der behandelnde Arzt wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Operation für nötig halten. Diese allerdings gilt als recht unkompliziert und heilt in der Regel schnell ab.

Operiert wird unter Vollnarkose. Es gibt verschiedene Techniken zur Durchführung. Ob eine offene oder eine geschlossene Operation gewählt wird, hängt vor allem davon ab, ob die betroffene Person übergewichtig ist und wie groß der Nabelbruch ist. Bei der geschlossenen Variante (auch Schlüssellochtechnik genannt) ist nur ein minimaler Zugang durch die Bauchdecke erforderlich. Von dort aus wird ein Kunststoffnetz über den „Bruch“ gelegt.

Die offene Operation erfolgt, wie der Name schon andeutet, über die offene Bauchdecke. Die Naht ist anschließend deutlich sichtbar und kann eventuell zu späteren Komplikationen führen, wenn jemand unter einer grundsätzlich schlechten Wundheilung leidet.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Gegen den Nabelbruch bei Säuglingen können Eltern keine Vorbeugung treffen. Wenn einer geschwächte Bauchwand angeboren ist, dann lässt sich genetisch keinen Einfluss darauf nehmen. Erwachsene hingegen können einiges dafür tun, damit sie keinen Nabelbruch erleiden.

Als Hauptursache bei Erwachsenen gilt Übergewicht. Es schwächt die Bauchwand und erzeugt in Inneren einen Druck. Wenn dann durch das Rauchen die Haut insgesamt noch von sehr schlechter Beschaffenheit ist, dünn und schlaff wird, ist die Gefahr für einen Nabelbruch sehr groß.

Übergewicht erhöht also nicht nur die bekannten Risiken wie Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Probleme mit den Gelenken, sondern kann auch zu einem Nabelbruch führen.

Eine Impfung gegen eine geschwächte Bauchwand gibt es allerdings nicht. Ebenso sind Frauen im Laufe der Schwangerschaft eher hilflos, wenn es darum geht, das Risiko für einen Nabelbruch zu minimieren. Die Bauchwand wird automatisch geschwächt und kann dem entstehenden Druck eventuell nicht bis zur Geburt Stand halten.


Prognose zur Heilung

Die Prognose zur Heilung bei Säuglingen ist sehr gut. Rund 90 Prozent aller Nabelbrüche bei Säuglingen heilen ohne Komplikationen innerhalb des ersten Lebensjahres ab. Eventuell kann es aber auch bis zum 3. Lebensjahr dauern, bis die Bauchwand vollständig verschlossen ist. Hier sollten Eltern lediglich etwas Geduld haben. Solange keine Schmerzen vorliegen oder ein Ultraschall Komplikationen aufweist, sollte abgewartet werden. Hier kann auf die Selbstheilung vertraut werden.

Bei Erwachsene hingegen kommt es nahezu nie zu einer Selbstheilung. Ist der Mensch ausgewaschen, wird auch seine Bauchwand nicht mehr einfach so zusammen wachsen und von selbst Risse und Löcher verschließen. Natürlich kann dennoch etwas abgewartet werden, aber Erfahrungen der Mediziner haben ergeben, dass im besten Fall direkt operiert wird.

Bei der Operation wird ein Kunststoffnetz über den Riss gelegt und die Heilung so gesichert. Nur selten kommt es danach zu Komplikationen. Wie riskant die Operation aber ist, hängt davon ab, ob sie geschlossen oder offen vollzogen wird. Manche Patienten haben nachträglich Probleme mit der Narbenbildung.

Eventuelle Beschwerden können von außen nicht gelindert werden. Cremes bewirken hier nichts. Es wird aber empfohlen, die körperliche Aktivität so lange einzuschränken wie ein Nabelbruch bei einem Erwachsenen noch nicht behandelt ist. Der Riss kann sonst größer werden und die kommende Operation um ein vielfaches komplizierter.


Nabelbruch während der Geburt

Manche Frauen leiden von Geburt an bereits unter einer geschwächten Bauchwand und wissen davon gar nichts. Wenn es nie Probleme damit gab, ist es auch eher unwahrscheinlich, dass dieser Sachverhalt im Laufe des Lebens aufgedeckt ist. Es ist außerdem ungefährlich.

Durch starken Druck kann es aber zu einem Nabelbruch kommen. Während der Geburt, insbesondere während der Presswehen, wird massiver Druck auf die Bauchwand ausgeübt. Ähnlich wie auch im Falle von Verstopfung wird sehr stark gedrückt.Je länger die Presswehen dauern, desto größer ist das Risiko für einen Nabelbruch.

In einzelnen Fällen kann eine Frau unter der Geburt einen Nabelbruch erleiden. Überwiegend bemerkt sie davon aber nichts und er wird erst nachträglich festgestellt. Außerdem kann es zwar während der Geburt zu einem Nabelbruch kommen, dieser aber wird erst Wochen später bemerkt, wenn der Nabel sich nach vorne wölbt, weil ein kleiner Riss in der Bauchwand größer geworden ist. Erst einmal kann der betreuende Gynäkologe aufgesucht werden, wenn die frisch gebackene Mutter Bedenken hat, ob sie einen Nabelbruch erlitten hat oder nicht.


Alternative Heilmethoden

Ein Nabelbruch, der angeborene ist und bei einem Säugling von Geburt an vorhanden ist, kann natürlich nicht behandelt werden. Er wird von selbst ausheilen. Dennoch kann auch ein Baby und seine haut gepflegt werden, wenn die Haut um den gewölbten Nabel herum trocken ist und spannt.

Leichte Massagen
Keinesfalls darf auf den Bauch des Babys zu starker Druck ausgeübt werden, erst recht dann nicht, wenn ein Nabelbruch vorliegt. Leichte Massagen, z.B. kreisende, sanfte Bewegungen, sind dennoch möglich. Sie dienen auch der Beruhigung und können bei Bauchschmerzen helfen, die die Neugeborenen in ihren ersten Lebenswochen häufig haben.

Bandagieren zur schnelleren Heilung
Es besteht die Möglichkeit, den Oberkörper eines Menschen mit einer Bandage dauerhaft etwas enger zu „schnüren“, sodass die Bauchwand es leichter hat wieder zusammen zu wachsen. Dieser Vorgang sollte aber immer ärztlich angeordnet werden und es muss vorab geprüft werden, für wen diese Behandlung geeignet ist. Kinder müssen die Bandage akzeptieren und könnten sie als störend empfinden. Dennoch ist es eine Alternative zu einer womöglich anstehenden Operation.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Den Körper kann man von innen leider nicht dabei unterstützen, eine stärkere Bauchwand zu bekommen. Ist die Schwäche genetisch bedingt, so gibt es kaum Behandlungsmöglichkeiten zur Heikräuter und – pflanzen. Da aber gerade in der Schwangerschaft unter körperlicher Anstrengung ein Nabelbruch droht, kann man sich trotzdem etwas Gutes tun.

Ingwer
Die Bauchwand wird schwächer, wenn eine Schwangere stark belastet ist. Das kann auch passieren, wenn sie sich ständig übergeben muss, weil sie unter Schwangerschaftsübelkeit leidet. Dann kann Ingwer Abhilfe schaffen. Wer kaum etwas riechen und schon gar nichts essen kann, sollte es langsam mit etwas Ingwertee probieren. Er vertreibt Übelkeit.

Brennessel
Gegen Wassereinlagerungen kann der Genuss von Brennesseltee helfen. Schwangere werden auch so eine weitere Last loswerden oder wenigstens etwas lindern können. Auch Wassereinlagerungen können zu einem Nabelbruch führen – Allerdings spricht man dann eher von Wassereinlagerungen im Bauchraum (Aszites) und nicht in den Gliedern. Schaden kann der Brennesseltee trotzdem nicht.

Ätherische Öle

Säuglinge und Kleinkinder sollten von ätherischen Ölen grundsätzlich fern gehalten werden. Sie reagieren mitunter sehr empfindsam auf neue Gerüche und sehnen sich am meisten nach vertrauten Gerüchen wie z.B. dem der Mutter oder des Vaters. Ihre Sinne sollen nicht überreizt werden. Erwachsene können sich mit ätherischen Ölen etwas Gutes tun.

Einem Nabelbruch kann damit allerdings nicht vorgebeugt werden. Wer unter Übergewicht leidet und einen Nabelbruch befürchtet, kann allerdings mit Pfefferminz-Öl sein Glück versuchen.

Pfefferminz-Öl
Es gilt als heimliches Schlankmacher-Öl: Das Pfefferminz-Öl kann den Heißhunger eines Menschen stoppen und damit sogar das Hungergefühl unterdrücken. Wer Lust auf Süßes oder herzhaftes kann, kann das Öl einfach einatmen, z.B. nachdem es auf ein Tuch geträufelt wurde. So lassen sich Gelüste drosseln und die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas Gewicht verliert, steigt. Somit wird auch das Risiko eines Nabelbruchs verkleinert.

Homöopathie & Globuli

Auch für die Homöopathie gilt: Heilen kann man einen Nabelbruch damit nicht. Dennoch lässt sich damit vorbeugen, indem man sich Ursachen zu bekämpfen versucht.

Fucus versiculosus
Fucus vesiculosus wird aus Blasentang hergestellt. Es soll den Stoffwechsel stimulieren und kann so krankhaftem Übergewicht vorbeugen. Wer gerade ohnehin eine Diät plant, kann diese auf diese Weise unterstützen.

Capsicum annuum
Wer an Übergewicht leidet, hat nicht nur körperliche Beschwerden. die meisten Betroffenen fürchten sich auch vor Krankheiten und sind insgesamt sehr empfindsam. Die Emotionalität kann auf diese Weise gestärkt werden. Die Gewichtsreduktion wird durch eine positive Einstellung beeinflusst.

Natrium sulfuricum
Trägt zum Wohlbefinden bei. Die meisten Menschen berichten über eine angenehme Wärme. Die wohl-warmes Gefühl kann auch die Lebenseinstellung positiv beeinflussen und zu neuem Antrieb verhelfen.

Schüssler-Salze

Auch für Schüssler-Salze gilt: ist der Nabelbruch bereits eingetreten, können sie nichts mehr retten. Für Kinder sind sie ohnehin tabu. Und die Genetik können sie auch nicht beeinflussen. aber die Ursachen und die Auslöser für Nabelbrüche können gelindert werden. Ist der Nabelbruch nicht bereits angeboren und entsteht erst im Erwachsenenalter, so ist die Ursache häufig starkes Übergewicht und/oder Nikotinkonsum. Schüssler-Salze können helfen, schlechte Angewohnheiten zu ändern.

Schüssler-Salze bietet eine so genannte Abnehm-Kur an, die die Einnahme der Mittel am Morgen, Mittag und Abend vorsehen:

Schüssler-Salz Nr.4 – Kalium Chloratum (morgens):
Es soll Übergewicht abbauen und sogar die Giftstoffe im Körper schneller abbauen. Einige menschen berichten sogar darüber, dass ihr Heißhunger reduziert wurde und endlich kontrollierbar war. Das sind die besten Voraussetzungen im Kampf gegen Übergewicht.

Schüssler-Salz Nr.9 – Natrium Phosphoricum (mittags:)
Vor allem bei der Verdauung soll es unterstützen. Es verleiht auf Dauer dem Körper eine gewisse Leichtigkeit, durch die auch der Bewegungsdrang gesteigert werden kann. auch der Harnddrang wird erhöht.

Schüssler-Salze Nr. 10Natrium Sulfuricum (abends):
Soll auf optisch bei Übergewicht helfen: Cellulite und Wassereinlagerungen werden reduziert. Und zum Abend hin wird auch wieder der Heißhunger im Zaum gehalten.

Diät & Ernährung

Diät und Ernährung spielen eine große Rolle zur Vorbeugung gegen Nabelbrüche. Das liegt einfach daran, dass inzwischen klar ist, dass die Ursache für eine Erkrankung im Erwachsenenalter fast immer mit Übergewicht einher geht. Außerdem schädigt das Rauchen unsere haut, so dass diese immer weniger elastisch und dünner wird. Häufig entsteht ein Nabelbruch auch in Folge einer Verstopfung durch das starke Presse auf der Toilette.

Eine ausgewogene Ernährung muss immer viel Gemüse enthalten, auch Fleisch und Milchprodukte sollten nicht fehlen. Wurst hingegen ist ein reiner Dickmacher. Kohlenhydrate sollten im Allgemeinen nicht verteufelt werden. Wer am Abend eine große Portion Reis mit Fisch und etwas Gemüse isst, tut sich ganz sicher nichts Schlechtes damit.

Nicht zu verachten ist außerdem die Zubereitung der Speisen. Gemüse wird am besten gegart (z.B. im Dampfgarer) und sollte nicht in einer massiven Menge Öl angebraten werden. Selbes gilt auch für Fisch. Allgemein sollten Übergewichtige so viel wie nur möglich selbst kochen. Nur auf diese Weise erkennt man, was sich wirklich in den Speisen befindet und lernt viel mehr über die eigene Ernährung als beim Konsum von fertiger Nahrung.

Auf das Rauchen sollte vollständig verzichtet werden. Ein sofortiger und kalter Entzug ist das einzige, was gegen die Sucht hilft. Langsames Reduzieren führt hingegen nur sehr selten zum Erfolg und gleicht eher einem Selbstbetrug. Automatisch kann dann auch die Belastung wieder erhöht werden, man fühlt sich besser und bewegt sich lieber.

FAQ – Fragen & Antworten

Müssen Kinder bei einem Nabelbruch operiert werden?
Fast nie. Säuglinge mit angeborenem Nabelbruch erfahren in 90 Prozent der Fälle eine Selbstheilung. Der Bruch heilt im Laufe des ersten Lebensjahres. Grundsätzlich kann man bis zum 3. Lebensjahr abwarten, ob der Nabelbruch sich von selbst zurück bildet und eventuell mit einer Bandage die Heilung beschleunigen. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, wenn der Nabelbruch noch über der 3. Lebensjahr besteht.

Muss man bei einem Nabelbruch immer zum Arzt?
Ja! Säuglinge werden automatisch im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen abgetastet und kontrolliert. Erwachsene sollten immer zügig einen Arzt aufsuchen, wenn sie eine Wölbung und/oder eine bläuliche Verfärbung an ihrem Bauchnabel feststellen. Zwar kommt es nicht sehr häufig zu Komplikationen, aber es ist dennoch möglich, dass die inneren Organe eingeklemmt werden. Ein Ultraschall ist immer nötig.

Ist ein Nabelbruch von außen sichtbar?
Das hängt davon ab, wie schlank ein Mensch ist. Bei einem Säugling fällt es optisch eher weniger auf. Bei einem Erwachsenen ist es aber meist recht eindeutig, dass sich der Nabel heraus wölbt, weil eine deutlich sichtbare Beule ensteht. Bei schlanken Menschen mit dünnem Bauch ist das von außen aber auch nicht so schnell sichtbar. Durch weite Kleidung dürfte es kaum auffallen.

Wie lange fällt man nach einer Operation aus?
Das hängt davon ab, wie kompliziert die Operation ist. Das kann oft erst währenddessen beurteilt werden. Die geschlossene Operation ist dabei wesentlich einfacher als die über die geöffnete Bauchdecke, denn die Narbenbildung ist ein großer Teil des Heilungsprozesses. Es ist durchaus möglich, dass man mehrere Wochen danach noch nicht arbeiten kann. Körperlicher Aktivität oder Sport können sogar über mehrere Monate erst einmal nicht ausgeführt werden. Das ist allerdings individuell zu entscheiden und hängt auch von den körperlichen Voraussetzungen des Patienten ab.

Kann man als Erwachsener eine Operation ablehnen?
Natürlich. Niemand wird zu einer Operation gezwungen. Aber bei Erwachsenen hat sich ein operativer Eingriff bewährt, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Nabelbruch von selbst wieder heilt. Was bei Kindern meist reibungslos funktioniert, tritt bei Erwachsenen nicht ein. Ein Nabelbruch muss aber behandelt werden, da er ansonsten sehr gefährlich werden kann.

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