Trigeminusneuralgie

Definition Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie ist ein atypischer Gesichtsschmerz in Folge einer Beschädigung des Nervus trigeminus. Es kann sich hierbei sowohl um eine selbstständige Erkrankung als auch um ein Symptom übergeordneter Krankheiten handeln. Die Spezifik dieses Schmerzes liegt im blitzartigen Einschießen und der absoluten Schmerzfreiheit zwischen den Anfällen. Betroffen ist in der Regel nur eine Region der linken oder rechten Gesichtshälfte.

Viele nicht-betroffene Menschen denken jedoch, dass es sich bei diesem Leiden nicht um eine reelle Krankheit handelt und angebliche daran Erkrankte nur simulieren, bzw. ihrer Umwelt etwas vorspielen. Diese Einschätzung ist aber grundlegend falsch. Es handelt sich tatsächlich um eine reale Erkrankung.

Eine Behandlung derselben ist auf verschiedene Arten und Weisen möglich, sodass eine Linderung der Symptome durchaus im Rahmen des Möglichen ist.

Steckbrief: Trigeminusneuralgie

  • Name(n): Trigeminusneuralgie; Tic douloureux
  • Art der Krankheit: Gesichtsschmerz; Nervenschädigung
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike (beispielsweise durch Galenos von Pergamon)
  • Behandelbar: Schmerztherapie möglich
  • Art des Auslösers: Verletzung des Trigeminus
  • Wieviele Erkrankte: circa 0;04 Prozent
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Neurologe; Zahnarzt
  • ICD-10 Code:G50.0


Was ist Trigeminusneuralgie?

Unter Trigeminusneuralgie versteht man eine spezielle Form des Gesichtsschmerzes. Sie zählt neben dem sogenannten anhaltenden idiopathischen Gesichtsschmerz zu den häufigsten Gesichtsneuralgien. Im Wesentlichen beschränkt sie sich auf den Nervus trigeminus (Drillingsnerv). Dieser Nerv entspringt dem Kleinhirn und zieht sich jeweils an der rechten und linken Gesichtsseite entlang. Knapp über dem Ohr teilt er sich in drei Äste: Einer endet im Bereich der Augen ((Nervus ophthalmicus)), einer am Oberkiefer (Nervus maxillaris) und einer am Unterkiefer (Nervus mandibularis). Diese Nerven sind primär für die Sensibilität und Motorik des Gesichts verantwortlich. In der Regel sind immer nur eine Seite und ein Strang von dieser Art der Neuralgie betroffen.

Die Eigenheit der Trigeminusneuralgie liegt in dem nur Sekunden anhaltenden blitzartig einschießenden Schmerz, dem eine sofortige Erholung der betroffenen Region folgt. Patienten beschreiben das Gefühl oft als „stromschlagartig“ und sehr heftig. Auf einer Schmerzskala werden zum Teil Höchstwerte erreicht. Problematisch ist dabei auch, dass der Schmerz überraschend einsetzt. Zunächst können Monate zwischen den einzelnen Anfällen liegen. In einem späteren Stadium ist aber auch ein stunden- oder minutenweises Einsetzen des Schmerzes möglich.

Die Medizin unterteilt diese Erkrankung in die idiopathische und symptomatische Trigeminusneuralgie. Die idiopathische Form betrifft vor allem den Nervus maxillaris oder Nervus mandibularis, ohne dass eine spezifische Krankheit als Auslöser identifiziert werden kann. Menschen ab dem 40. Lebensjahr sind am häufigsten von dieser Ausprägung der Krankheit betroffen. Als symptomatisch wird die Neuralgie dann bezeichnet, wenn eine klare Ätiologie zu verzeichnen ist. Hier sind vermehrt Patienten unter 40 betroffen, die ein Schmerzempfinden im Nervus ophtalmicus beklagen.

Welche Ursachen führen zu Trigeminusneuralgie?

Die Ursachen einer Trigeminusneuralgie können ganz unterschiedlich sein. Grundlegend besteht aber ein Zusammenhang mit einer Verletzung oder Blockierung des Nervs im Hirn oder den jeweiligen Ästen. Da die idiopathische Form nicht durch eine bestimmte Krankheit ausgelöst wird, gilt sie als unabhängige, eigenständige Erkrankung. In den meisten Fällen lässt sie sich auf Druckschäden im Kleinhirn zurückführen. Da der Nerv dort besonders dicht an den Arterien verläuft, kann eine solche bei Verdickung oder Verlagerung zur Blockade werden. Der andauernde Druck bedingt schließlich eine Verletzung des Trigeminus, die wiederum zu Kurzschlüssen im Nerv führen. Solche druckbedingten Schäden können aber auch in den Ästen des Ober- und Unterkiefers durch Entzündungen der Zahnwurzeln oder des Felsenbeins (Knochen, der zum Schläfenbein gehört) entstehen.

Die idiopathische Verlaufsform der Krankheit ist oftmals mit bestimmten Triggern verbunden, die einen Schmerzanfall auslösen. Kaltes Wasser, Mundbewegungen beim Essen, Sprechen oder Kauen und sogar kalte Luft können solche Auslöser sein. Da dieser Gesichtsschmerz extrem sein kann, vermeiden die Betroffenen mögliche Triggersituationen zum Teil gänzlich.

Die symptomatische Trigeminusneuralgie ist stets das Symptom einer übergeordneten Krankheit, die eine Nervenschädigung verursacht. Zu den Häufigsten gehören:

  • Multiple Sklerose
  • Post-Zoster-Neuralgie (hervorgerufen durch Herpesviren)
  • Gehirntumor
  • Schlaganfall
  • Aneurysma

Die Trigeminusneuralgie kann sich bei dieser Form auch atypisch verhalten. Schmerzen können über einen längeren Zeitraum anhalten, ohne dass eine Erholungsphase eintritt. In seltenen Fällen sind dann auch beide Seiten betroffen.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (51 Stimmen, Durchschnitt: 4,57 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise