Aprikose

Eine wahre Vitaminbombe

Man sagt, dass die Hunzas, ein Volk in Pakistan, im Durchschnitt zehn Jahre länger leben. Der Grund dafür sollen die vielen Aprikosen sein, die sie verzehren. An der Behauptung ist wohl was Wahres dran, denn die Aprikose ist eine absolute Vitaminbombe. Ihre Bandbreite an Nährstoffen ist enorm, aber in erster Linie steckt in ihnen viel von dem antioxidativem Beta-Carotin. Getrocknet erhöhen sich ihre Nährstoffe fast fünffach, sodass bereits eine Handvoll einen wichtigen Beitrag zur Abdeckung des Tagesbedarfs einiger Nährstoffe leistet.

Wissenswertes über die Aprikose

Aprikosen –in Österreich auch Marillen genannt- gehören zur Familie der Rosengewächse. Ihre Herkunft ist nicht eindeutig. Klar ist, dass es sich um eine Obstsorte, die eine lange Geschichte vorweisen kann, handelt. Bereits seit der Steinzeit existiert die Aprikose. Eine Quelle aus dem 18. Jahrhundert besagt, ihre Herkunft sei in Armenien. Nicht ohne Grund hat die Aprikose von den Römern den Namen praecoces (frühes Früchten) malus armeniaca (armenischer Apfel) bekommen. Frühes Früchtchen wird sie deshalb genannt, weil sie bereits ab Ende März ihre rötlich-samtigen Blüten zum Vorschein bringt. Die These, dass die Aprikose aus Armenien stammt, wird durch Funde von Aprikosenkernen aus der Kupfersteinzeit untermauert.
Laut Vermutungen von Genetikern soll sie jedoch aus China stammen. Auch Indien ist als Herkunftsland erwähnt worden.
Unter osmanischer Herrschaft wurden in der ungarischen Tiefebene riesige Aprikosenplantagen angelegt, die jedoch nach Ende der Besatzungszeit verödeten. Im 19. Jahrhundert begann man erneut mit dem Anbau in der Tiefebene. Heute gilt die Türkei als größtes Anbaugebiet. 95 Prozent aller getrockneten Aprikosen auf dem europäischen Markt stammen aus dem türkischen Malataya. Der Uran, Usbeskistan und Italien stehen an zweiter Stelle der größten Anbaugebiete. Inzwischen weisen die Aprikosen eine große Sortenvielfalt auf, sodass bereits ab Ende Mai die ersten Exemplare erhältlich sind.
Die Erntezeit reicht bis in den September hinein. Leider können Aprikosen nicht gelagert werden. Dennoch müssen Aprikosen-Liebhaber in den restlichen Monaten nicht auf das geliebte Obst verzichten. Getrocknete Aprikosen stellen eine gute Alternative dar. Außerdem sind sie bis zu einem Jahr haltbar.

Bedeutung für die Gesundheit

Mit ihrer samtigen, rosigen Haut sehen sie nicht nur schön aus, sie schmecken auch gut und sind gesund. Der Aprikose können folgende positive Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben werden:
– Sie helfen bei geistiger Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.
– Aprikosen wirken sich positiv auf den Zustand der Haut, der Haare und Nägel aus. Ihnen kann ein „verjüngender“ Effekt nachgesagt werden.
– Sie harmonisieren unsere Stimmungslage und wirken sich positiv auf die Gefühlslage aus.
– Sie hemmen das Wachstum bestimmter Tumorzellen.
– Aprikosen lindern Asthmabeschwerden, da sie die Lungenschleimhäute schützen.
– Sie unterstützen die Blutbildung und das Zellwachstum.
– Aprikosen mit ihren Inhaltsstoffen sind in der Lage, den Kreislauf anzukurbeln.
– Durch den Verzehr von Aprikosen werden Keime in den Verdauungsorganen abgetötet.
– Sie enthalten einen Inhaltsstoff, der Kopfschmerzen und Migräne lindern soll.
– Durch die antimikrobielle und antioxidative Wirkung wird das Immunsystem unterstützt.

Es ist wichtig zu wissen, dass getrocknete Aprikosen etwa fünfmal so viel Nährstoffe vorweisen können. Durch den Entzug des Wassers erhöht sich jedoch nicht nur die Nährstoffkonzentration. Auch der Zuckergehalt wird entsprechend vervielfacht.

Inhaltsstoffe und Nährwerte der Aprikose

In 100 g Aprikose sind folgende Nährwerte enthalten:
Kalorien = 43 g
Fett = 0,01 g
Kohlenhydrate = 8 g

Vitamine
Beta-Carotin = 1.570 Mikrogramm
Vitamin B2 = 0,05 mg
Vitamin E = 0,5 mg
Vitamin B1 = 0,04 mg
Vitamin C = 9 mg
Vitamin B6 = 0,07 mg
Folsäure = 4 Mikorgramm

Mineralstoffe
Kalium = 280 mg
Phosphat = 20 mg
Calcium = 15 mg
Magnesium = 9 mg
Natrium = 2 mg
Eisen = 0,7 mg
Zink = 0,1 mg

Der Nährstoffgehalt getrockneter Aprikosen ist fast fünfmal so hoch wie der von frischen Aprikosen. Eine Handvoll (ca. 40 g) der getrockneten Früchte liefert etwa 20 Prozent der täglich benötigten Menge an Kalium und deckt ungefähr 10 Prozent des Eisenbedarfs von Frauen. Um die Eisenabsorption zu erleichtern, sollten die getrockneten Aprikosen am besten mit einem Glas frisch gepresstem Orangensaft (wegen dem Vitamin C) genossen werden. Sie erhalten zwar selbst viel Vitamin C, doch der Effekt wird damit verstärkt. Getrocknete Aprikosen verfügen außerdem über einen hohen Gehalt an Vitamin A, sodass bereits drei Stück die Hälfte des Tagesbedarfs decken. Der hohe Gehalt an Folsäure in frischen sowie in getrockneten Aprikosen ist wichtig für die Zellteilung. Aus diesem Grund sind Aprikosen für Schwangere und Frauen in den Wechseljahren besonders empfehlenswert.
Aprikosen enthalten eine Menge Salicylsäure und viel von dem antioxidativen Flavonoid Quercetin. Die beiden Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass Krankheitskeime abgetötet werden.

Der hohe Kaliumgehalt dient der Regulierung des Elektrolythaushalts und sorgt dafür, dass die Nervenreize reibungslos weitergeleitet werden. Auch ernährungsbedingter Bluthochdruck wird durch das Mineral gesenkt.
Getrocknete Aprikosen enthalten lösliche Ballaststoffe, die durch ein langsames Durchlaufen des Verdauungstraktes Blutzucker- und Energiepegel sowie den Cholesterinspiegel ausgleichen.

Unverträglichkeiten und Allergien

In manchen Fällen kann nach dem Verzehr von Aprikosen eine systematische Nahrungsmittelallergie auftreten. Dann entstehen Symptome wie Atemprobleme, Kreislaufschwäche und/oder Hautreaktionen mit Bläschenbildung. Auch Niesen, Schwellungen und Verdauungsprobleme können auftreten. Die gefährlichste Reaktion ist der anaphylaktische Schock.
Kreuzallergien zu Birke und Latex sind ebenfalls möglich.
Die Diagnose erfolgt durch einen Prick- bzw. Scratchtest. Dabei wird das Allergen auf die Haut geträufelt und die Reaktion getestet. Auch eine orale Provokation ist möglich. Bei einer Allergie handelt es sich um eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen das an sich völlig harmlose Allergen. Infolgedessen reagiert der Körper mit den beschriebenen Symptomen. Bei einer Intoleranz hingegen wie z. B. der Fruktoseintoleranz liegt eine Störung im Fruchtzuckerstoffwechsel aufgrund eines Enzymmangels vor. Als Symptome treten dann oft Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Völlegefühl auf.
Geschwefelte Aprikosen lösen ebenfalls manchmal eine Allergie durch das enthaltene Schwefeldioxid aus. Bei empfindlichen Menschen können nach dem Verzehr Übelkeit, Magenprobleme sowie Kopfschmerzen auftreten.

Einkaufs- und Küchentipps

Die Farbe der Aprikose kann je nach Sorte variieren und trifft somit keine Aussagen über den Zustand sowie die Reife des Obstes. Davon sollten Sie sich beim Einkauf nicht beeinflussen lassen. Entscheidende Merkmale über die Qualität geben Haut und Aroma. Eine schön glatte und weiche Schale ist ein Zeichen für Frische. Ist sie jedoch verschrumpelt, handelt es sich garantiert um älteres Obst. Reife Aprikosen entfalten einen ausgeprägten fruchtigen Duft. Bei reifen Aprikosen gibt die Haut außerdem auf sanften Druck leicht nach. Des Weiteren sollten die Aprikosen beim Kauf immer reif sein, denn es gibt kein Nachreifen zu früh geernteter Früchte. Das Obst sollte so schnell wie möglich verzehrt werden, da die Haltbarkeit nur ein paar Tage beträgt. Am besten werden die Aprikosen in einer Papiertüte im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt. Regionales Obst enthält aufgrund kürzerer Wege mehr Nährstoffe und ist frischer als Importware. Sollten Sie beim Einkauf einmal mehlige Aprikosen erwischen, können Sie diese auch anderweitig verarbeiten. Zubereitungsmöglichkeiten für das Obst gibt es viele.

Zubereitungstipps

In der iranischen Küche gehören Aprikosen zu herzhaften Gerichten wie Menüs mit Lamm- oder Hähnchenfleisch einfach dazu. Bei uns werden sie oft zu Kompott oder Marmelade verarbeitet. Lecker sind auch selbst hergestellte Grillsaucen mit Aprikose und Curry.
Sie lassen sich gut einfrieren. Dazu müssen sie halbiert, entkernt und mit der Schnittfläche auf ein Brett gelegt werden. Die Früchte müssen zunächst so angefroren und können dann in einen Gefrierbeutel gegeben werden. Ein Zusammenkleben des Obstes wird damit verhindert.
Getrocknete Aprikosen eignen sich hervorragend für Eintöpfe und Schmorgerichte. Werden sie einige Stunden vorher in angewärmten WeißWein eingelegt, gibt ihnen das ein mildes Aroma.
Rohe Aprikosen machen sich gut im Joghurt, Müsli oder Obstsalat. Im Allgemeinen können viele Nachspeisen aus Aprikosen gezaubert werden. Auch gedünstete Aprikosen sind sehr lecker. Dazu werden sie einfach mit etwas Wasser oder Weißwein ca. 10 bis 15 Minuten gedünstet und anschließend nach Geschmack gewürzt. Schwarzer Pfeffer, Koriander, Honig oder Agavensirup geben den gedünsteten Aprikosen eine besondere Note.Als Belag für Obstkuchen, als Aprikosenkarpfen, Aprikosencrumble oder Marillenknödel schmecken sie ebenfalls gut.
In flüssiger Form kennen wir die Aprikose als Marillenlikör, Aprikosennektar oder gar in Buttermilch.

Oft gestellte Fragen zum Thema Aprikosen

Wie werden getrocknete Aprikosen hergestellt?

Die reifen Früchte werden nach der Ernte entweder in speziellen Trockenöfen oder an der Sonne möglichst schonend getrocknet. Nach der Trocknung werden die Aprikosen maschinell gereinigt, sortiert und verkaufsfertig verpackt.

Warum werden die Früchte geschwefelt?

In erster Linie werden Trockenfrüchte geschwefelt, damit das Wachstum von Pilzen gehemmt wird und keine Enzyme gebildet werden, die die Früchte schneller verderben lassen. Der zweite Grund ist ästhetischer Natur: Durch den Vorgang des Schwefelns sollen die Aprikosen ihre Farbe behalten. Leider zerstört das Schwefeln wertvolles Vitamin b1.

Sind ungeschwefelte Aprikosen gesünder?

Auf jeden Fall! Schon alleine deshalb, weil sie noch mehr Vitamine haben. Manche Menschen vertragen größere Mengen geschwefelter nicht so gut. Sie reagieren mit Kopfschmerzen und Übelkeit.

Was hat es mit dem Verzehr der Aprikosenkerne auf sich?

Es gibt zwei Arten von Aprikosenkernen: die bitteren und die süßen Kerne.
Die süßen können ohne Bedenken gegessen werden. Sie weisen jede Menge Nährstoffe auf. Die bitteren Kerne werden mit der Wirkung einer Chemotherapie verglichen. Ihre Inhaltsstoffe können Krebszellen vernichten. Doch es ist umstritten, ob ein regelmäßiger Verzehr durch die vorhandene Blausäure nicht doch gefährliche Nebenwirkungen hervorruft.

Unser Fazit

Aprikosen -ob frisch oder getrocknet- sind absolut gesund, da ihre Inhaltsstoffe viele positive Effekte auf die Gesundheit erzielen. Die getrocknete Variante liefert etwa fünfmal so viele Nährstoffe und eignet sich für zwischendurch. Aprikosen sollten auf jedem Speiseplan stehen.

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