Ambroxol

Schnupfen, Husten und auch Schleim – das sind Anzeichen von zahlreichen Erkältungserkrankungen. Jährlich sind Millionen Menschen von diesen Erkrankungen betroffen. Bei einer solchen Erkrankung ideal ist die Anwendung von einem Hustenlöser. Der Wirkstoff Ambroxol ist in einer ganzen Reihe von solchen Präparate enthalten. Durch diese Präparate erfahren die Betroffenen Linderung.

AmbroxolWas ist Ambroxol?

Bei Ambroxol handelt es sich um einen Arzneistoff, der pharmakologisch zu den Hustenlösern gehört. Die Anwendung von diesem Arzneistoff kommt in Form von Ambroxolhydrochlorid zur Anwendung.

Es gibt den Arzneistoff in verschiedenen Darreichungsformen, und zwar als Tropfen, als Tabletten, als Saft, als Retardkapseln und in Form von Brausetabletten sowie als Inhalationskonzentrat. Darüber hinaus sind auch Lutschtabletten erhältlich. Das Ambroxol ist der wirksame Metabolit von Bromhexin. Der Wirkstoff gilt als gut verträglich.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Ambroxol kann zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Denn der Wirkstoff

  • das Abhusten von Schleim erleichtern
  • kann Schleim bei Erkältungskrankheiten lösen
  • Halsschmerzen durch eine örtliche Betäubung lindern

Allgemeines

Allgemeines
NameAmbroxol
Andere Namentrans-4-[(2,4-Dibromanilin-6-yl)-methylamino]-cyclohexanol
SummenformelC13H18Br2N2O
Kurzbeschreibungweißes bis gelbliches, kristallines Pulver (Hydrochlorid)

Wirkungsweise

So wirkt Ambroxol

Auch wenn der Wirkstoff schon einige Jahre auf dem Markt ist, ist sein kompletter Wirkmechanismus noch nicht vollständig erforscht. Allerdings sind die wesentlichen Wirkmechanismen weitreichend bekannt, so dass der Wirkstoff in vielen Mitteln bei Erwachsenen und auch bei Kindern zum Einsatz kommen kann.

Der Wirkstoff wirkt sowohl betäubend bei Halsschmerzen, wie auch schleimlösend bei Erkältungskrankheiten. Gleichzeitig erleichtert der Wirkstoff das Abhusten des Schleimst. Wirksam ist Ambroxol bei einer Erkrankung der Atemwege, welche durch Bakterien oder durch Viren ausgelöst worden ist. Vor allem erleichtert der Wirkstoff das Abhusten von zähem Schleim.

Da der Wirkmechanismus noch nicht ausreichend geklärt ist, wird vermutet, dass der Wirkstoff den Schleim verflüssigt und die Aktivierung der Flimmerhärchen steigert. Ebenso bewirkt das Ambroxol den Abtransport des Schleims in Richtung der Luftröhre. Dank der betäubenden Wirkung von diesem Wirkstoff kommt es zu einer Schmerzlinderung, die ebenfalls bei einer Erkältung vorhanden ist.

Herbeigeführt wird die Betäubung durch die Darreichung von diesem Wirkstoff in Form von Lutschtabletten. Die schleimlösende und die schmerzlindernde Wirkung setzt binnen von kurzer Zeit. Bei starken Halsschmerzen kann die Einnahme von einem Medikament mit diesem Wirkstoff daher schnelle Linderung bringen.

Auch wenn über die Wirkweise von diesem Wirkstoff sehr viele Erkenntnisse vorliegen, so ist bisher noch immer nicht zu 100 Prozent klar, ob der Wirkstoff auch in die Bronchien gelangt. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge ist auch das Inhalieren der Tropfen kein Garant dafür, dass der Wirkstoff wirklich bis zu den Bronchien gelangt.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Ambroxol

Aufgenommen wird der Wirkstoff über den Mund, also oral. Die Aufnahme erfolgt sehr rasch und zu ca. 70 Prozent danach aus dem Darm direkt ins Blut. Die maximale Wirkung tritt zwei bis vier Stunden nach der Einnahme ein. Abgebaut wird der Wirkstoff über die Leber. Dabei werden die Abbauprodukte mit dem Urin über die Niere ausgeschieden.

Die Halbwertszeit des Wirkstoffes liegt bei sieben bis zwölf Stunden. Bis sich die Konzentration der Metaboliten halbiert hat können allerdings insgesamt ca. 22 Stunden vergehen.


Anwendungsgebiete

Wann wird Ambroxol eingesetzt?

Präparate mit diesem Wirkstoff werden erst dann eingenommen in Form von einem Hustenlöser in den verschiedenen Darreichungsformen, wenn die Erkrankung der Atemwege schon mit anderen Medikamenten erfolglos bzw. weniger erfolgreich behandelt worden sind.

Oftmals ist ein Präparat mit diesem Wirkstoff allerdings das Mittel der ersten Wahl. Das bedeutet, ein Ambroxol-Präparat wird gleich zu Beginn der Behandlung verwendet. Medikamente mit diesem Wirkstoff können auch als Zusatztherapie eingesetzt werden. Dies ist der Fall, wenn bei Neu- oder Frühgeborenen das Atemnotssyndrom vorliegt.

Akute Halsschmerzen können mit einem Mittel mit diesem Wirkstoff ebenfalls behandelt werden im Rahmen einer Monotherapie. Vor allem kommt der Wirkstoff bei Erkrankungen der unteren Atemwege zum Einsatz. Hierbei handelt es sich vor allem um akute und chronische bronchopulmonale Erkrankungen, wie Asthma oder copd.

Eingesetzt werden kann der Wirkstoff auch bei Bronchiektasien, bei asthmoide Bronchitiden. Dieser Wirkstoff kann zudem auch bei Mukoviszidose eingesetzt werden aufgrund seiner hervorragenden Wirkmechanismen. Der Wirkstoff ist so gut verträglich, dass er nicht nur bei Erwachsenen angewandt werden kann, sondern auch bei Kindern ab zwölf Jahren.


Richtige Anwendung

So wird Ambroxol angewendet

Dieser Wirkstoff kann sowohl oral, wie auch in Form von Hustensaft und als Tropfen eingenommen werden. Tabletten und Kapseln gehören dabei zu den bevorzugten Darreichungsformen. Es ist auch möglich, dass der Wirkstoff direkt in den Blutkreislauf gespritzt werden kann, und zwar in Form von Ampullen.

Bei Kindern ab zwölf Jahren beträgt die Tagesdosis 75 Milligramm. Die gleiche Menge ist auch für Erwachsene gedacht. Eine sehr viel geringere Dosis kann auch Neugeborenen und Kleinkindern und Kindern unter zwölf Jahren verabreicht werden. Die Tabletten, die Kapseln und der Hustensaft können direkt nach dem Essen eingenommen werden. Wichtig ist, dass ein Medikament mit diesem Wirkstoff nicht länger als vier bzw. fünf Tage eingenommen wird.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Ambroxol?

Ambroxol ist unter anderem in folgenden Medikamenten enthalten:

  • Ambril Saft
  • Ambril Tabletten
  • Ambril Tropfen
  • Ambril SR Retardkapseln
  • Ambrobeta 30
  • Ambroxol 60 Heumann Brausetabletten
  • Ambrobeta Saft
  • Ambrobeta 75 retard
  • AmbroHEXAL S Hustensaft 30 mg/5 ml
  • Ambroxol 30 Heumann

Handelsnamen

Der Wirkstoff wird von mehreren Handelsmarken als Inhaltsstoff verwendet. Es gibt Monopräparate, wie auch Kombinationspräparate.

Monopräparate

Zu den Monopräparaten gehören Ambrobeta, Ambrobene und AmbroHexal, aber auch Ambrolan. Weitere Handelsnamen für Monopräparate mit diesem Wirkstoff sind Ambroxol-Ratiopharm, Expit, Frenopect und Larylin Husten-Löser sowie Lindoxyl. Zudem gibt es noch Präparate wie Lysopain, Mucabrox, Mucoangin und Mucosan. Es gibt zudem Mucosolvan, Paediamuc und eine Reihe von Generika.

Kombinationspräparate

Kombinationspräparate, die diesen Wirkstoff enthalten sind Ambrodoxy, Ambroxol comp und Broncho-Euphyllin sowie Doxy comp, Doxy plus, Mucospas und Spasmo-Mucosolvan.


Indikationen

Dank der schleimlösenden und schmerzlindernden Wirkung kann der Wirkstoff bei vielen Erkältungskrankheiten und auch bei chronischen Erkrankungen eingesetzt werden. Besonders häufig angewandt wird der Arzneistoff in Form von einem Hustenlöser.


Gegenanzeigen

Wann darf Ambroxol nicht verwendet werden?

Nicht angewandt werden darf Ambroxol wenn eine Überempfindlichkeit gegen diesen Arzneistoff vorliegt bzw. bekannt ist. Ebenfalls nicht angewandt werden darf ein Medikament mit diesem Wirkstoff, wenn bekannt ist, dass sich beim Patienten die Muskulatur der Bronchien zu leicht verengt kann.

Ebenfalls nicht angewandt werden darf der Wirkstoff, wenn die Lungen des Patienten nicht einwandfrei arbeiten bzw. eine sehr große Menge an Schleim produzieren. Die gleichzeitige Gabe von hustendämpfenden Mitteln sollte ebenfalls vermieden werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich bei gleichzeitiger Gabe des Wirkstoffs Ambroxol sehr viel Sekret in der Lunge anstaut.

Ebenfalls von der Gabe von einem Medikament mit diesem Wirkstoff Abstand zu nehmen ist, wenn eine bekannte eingeschränkte Nierenfunktion vorliegt oder eine schwere Lebererkrankung bereits diagnostiziert wurde. Unter ärztlicher Aufsicht darf in diesen beiden Fällen der Wirkstoff verabreicht werden, wenn die Einnahme von nur einer verminderten Menge vorgesehen ist.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Wenn eine Schwangerschaft vorliegt und auch während der Stillzeit sollte ein Medikament mit diesem Wirkstoff möglichst nur nach intensiver Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. In Tierversuchen wurde festgestellt, dass der Wirkstoff durch den Mutterkuchen auf das Ungeborene übergehen kann.

Missbildungen beim Embryo wurden im Rahmen der Tierversuche allerdings nicht festgestellt. Der Wirkstoff kann auch in die Muttermilch gelangen. In der Stillzeit sollte daher mit dem Arzt auch ein Nutzen-Risiko besprochen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei geringerer Dosierung kann ein Medikament mit diesem Wirkstoff auch Kindern unter zwei Jahren schon verabreicht werden. Bis zum Alter von zwölf Jahren sollten Kinder den Wirkstoff in Form von Tropfen oder Saft einnehmen. Der Wirkstoffgehalt in Tabletten und in Kapseln ist für Kinder zu hoch.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Ambroxol?

Bei der Verwendung von Präparaten mit diesem Wirkstoff können verschiedene Nebenwirkungen auftreten, die nicht in die Rubriken häufig, gelegentlich oder selten eingeordnet werden können.

Hierzu gehören anaphylaktische Reaktionen und auch möglicherweise ein anaphylaktischer Schock, ein Angioödem und Juckreiz. Auftreten kann auch Erythema multiforme und das Stevens-Johnson-Syndrom sowie eine toxische epidermale Nekrolyse und eine akute generalisierte exanthemische Pustulose. Auftreten kann auch eine Atemnot.

  • Häufige Nebenwirkungen
    Zu den Nebenwirkungen, die häufig auftreten, können bei der Verwendung von einem Präparat mit dem Wirkstoff Ambroxol gehören Übelkeit und Geschmacksstörungen sowie ein Taubheitsgefühl im Mund oder im Rachen.
  • Gelegentliche Nebenwirkungen
    Zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, die auftreten können sind Bauchschmerzen und Erbrechen. Auftreten kann auch Durchfall und Dyspepsie sowie Fieber und Mundtrockenheit. Auftreten können auch Schleimhautreaktionen.
  • Seltene Nebenwirkungen
    Eher seltene Nebenwirkungen, die auftreten können sind Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag. Es kann aber auch zu Hautausschlag und zu Nesselsucht kommen. Eine Trockenheit im Hals tritt auch nur selten auf. Sehr selten ist Sialorrhoe als Nebenwirkung.

Für den Fall, dass häufiger Hautrötungen auftreten bzw. die Hautrötung nicht mehr verschwindet über einen längeren Zeitraum, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. In der Regel kommt es in der Folge von dieser Hautreizung zu einem Abbruch der Behandlung mit diesem Wirkstoff.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Ambroxol?

Bei der Anwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff, der schleimlösend und schmerzstillend zugleich ist, können Wechselwirkungen auftreten. Hierzu gehört vor allem die gleichzeitige Anwendung von einem Hustenstiller. Dieser unterdrückt nämlich den Hustenreflex, was zu einem gefährlichen Sekretstau führen kann.

Aus diesem Grund muss eine genaue Diagnose erfolgen, ob es nun ein Hustenlöser oder ein Hustenstiller sein muss, der angewandt werden muss. Das Ambroxol in den Präparaten hat schließlich die Aufgabe das Sekret aus den Bronchien zu lösen.

Der Wirkstoff Ambroxol kann aber auch eine positive Wirkung auf andere Medikamente haben. Dies trifft vor allem auf Antibiotika zu. Denn durch die schmerzstillende und die schleimlösende Wirkung von diesem Arzneistoff ist es möglich, dass die Antibiotika besser in das Lungengewebe übertreten können.

Dieser Wirkstoff sollte allerdings nicht mit 5%igen-Glucoselösungen gemischt werden. Grund dafür ist, dass dadurch das Abbauprodukt N-A 873 CL entstehen kann. Mit Alkohol sollte der Wirkstoff nicht eingenommen werden bzw. während der Einnahmezeit sollte auf den Konsum von Alkohol verzichtet werden.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Ambroxol zu beachten?

Ambroxol hat auf die Verkehrstüchtigkeit und auch die Fähigkeit zum Bedienen von schweren Maschinen keinen negativen Einfluss. Bei der Dosierung ist dem Rat des Arztes zu folgen bzw. die Packungsbeilage zu beachten. Tabletten und Kapseln enthalten mehr von dem Wirkstoff als die übrigen Darreichungsformen.

Vor allem Hustensaft und Hustentropfen sind leicht dosierbar und leicht einzunehmen. Angewandt werden dürfen diese beiden Darreichungsformen auch bei Kindern. Die Lutschtabletten sind ideal für unterwegs. Kinder unter zwei Jahren sollten nicht mehr als 15 Milligramm des Wirkstoffs einnehmen.

Am besten sollte diese Tagesdosis in zwei Einzeldosen eingeteilt werden. Kinder von zwei bis fünf Jahren können 22,5 Milligramm am Tag verabreicht werden. Auch diese Gesamtdosis sollte auf zwei Dosen aufteilt werden.

Die Dosierung für Kinder ab zwölf Jahren und für Erwachsene ist gleich hoch und liegen bei 90 Milligramm am Tag. Eingeteilt werden sollte diese Gesamtdosis auf drei Einzeldosen am Tag. Bei Patienten, die eine Leber– oder eine Nierenfunktionsstörung haben sollte eine geringere Dosis des Wirkstoffs am Tag einnehmen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Ambroxol

Die Präparate, die Ambroxol enthalten, sind apothekenpflichtig. Allerdings sind die Präparate nicht verschreibungspflichtig, sondern freiverkäuflich.


Geschichte

Seit wann ist Ambroxol bekannt?

Als Metabolit von Bromhexin begann die Geschichte von Ambroxol schon in den 1960er Jahren. Bromhexin ist schon seit 1965 ein Wirkstoff, der im Rahmen der Therapie Anwendung findet. Ambroxol wird seit 1979 auf dem deutschen Markt als Wirkstoff in verschiedenen Medikamenten angeboten.

Inzwischen hat Ambroxol das Bromhexin fast vollständig verdrängt. Seit den 1980er Jahren wurden inzwischen schon viele Studien mit diesem Wirkstoff durchgeführt. Diese haben immer wieder die hohe Wirksamkeit von diesem Wirkstoff belegt.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Der Wirkstoff kann unter Umständen eine allergische Reaktion auslösen. Ein sicheres Zeichen für eine solche allergische Reaktion sind Hautrötungen. In diesem Fall muss sofort der Arzt informiert werden. Der Hinweis auf eine Überempfindlichkeit auf diesen Wirkstoff kann Nasenbluten sein.

Wer allergisch auf Parabene reagiert, der sollte zudem wissen, dass einige der Mittel mit diesem Wirkstoff auch dieses Konservierungsmittel enthalten können. Wer auf diese allergisch reagiert, der sollte das Mittel nicht anwenden.


Quellen

  • Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 10. Auflage, 2013
  • Herdegen, T.: Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2010
  • Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin: www.embryotox.de (Abruf: 27.04.2014)
  • Joos, L: Pharmakologie aktiv, Govi-Verlag, 1. Auflage, 2009
  • Lennecke, K. et al.: Selbstmedikation für die Kitteltasche, Deutscher Apotheker Verlag, 5. Auflage, 2012

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