Oralchirurgie

Die Oralchirurgie ist hoch spezialisiert

 

Behandlung Oralchirurgie Das Wort „oral“ bedeutet so viel wie den Mund betreffend, durch den Mund.

Oral werden beispielsweise Medikament eingenommen. Erkrankungen des Mundes sind oral lokalisiert.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Oralchirurgie.

 

Was ist die Oralchirurgie?

 

Die Oralchirurgie ist ein medizinischer Zweig, der eigentlich zur Zahnmedizin gehört.

Der Mund ist eine komplizierte und äußerst komplexe anatomische (Bau) Struktur, die bei einer eingeschränkte Physiologie (Funktion) zu teilweise massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Da sich die Zahnheilkunde ausschließlich mit allen Zähnen, den Kiefern und dem Zahnfleisch beschäftigt, können sich Patienten und Patientinnen mit Beschwerden im Mund an einen Oralchirurgen wenden.

An sich arbeiten alle Teilbereiche jedoch fachübergreifend. Stark spezialisiert auf Krankheiten des Mundes sind jedoch die Fachärzte für Oralchirurgie.

 

Ursprung und Entwicklung der Oralchirurgie

 

Die Oralchirurgie existiert noch nicht so lange wie die Zahnmedizin.

Im Laufe der Jahrzehnte unterlag die Zahnmedizin einer ständigen Vervollkommnung und Entwicklung, die sich vor allen Dingen auch durch die Spezifikation und die Teilung in verschiedene Disziplinen ausdrückte. Viele operative Methoden wurden aus der Zahnmedizin und die Kieferchirurgie entnommen und zusehends verfeinert.

Die Zahnärzte waren zudem mit den üblichen Behandlungen so überlastet, dass es sich als vorteilhaft erwies, eine Abtrennung zwischen Zahn- Kiefer-, Gesichts- und Oralchirurgie vorzunehmen. Die Verbindung zur Zahnmedizin blieb jedoch immer erhalten.

Die Ansprüche an die Zahnheilkunde wurden immer größer. Insbesondere komplizierte neue Eingriffe ließen sich von den hoch spezialisierten Oralchirurgen besser umsetzen, als von den Zahnärzten. Aus diesem Grund hat die Oralchirurgie ohne Weiteres ihre Berechtigung.

 

Funktion, Wirkung und Ziele der Oralchirurgie

 

Die Zielstellungen der Oralchirurgen umfassen die Umsetzung zahnmedizinischer Leistungen und Therapien, die Beratung der Patienten und die adäquate schmerzfreie Versorgung unterschiedlichster Beeinträchtigungen. Darüber hinaus gewährleisten die Oralchirurgen die Erstellung von Prothesen beziehungsweise Zahnersatz, die fachlich versierte Ausführung operativer Eingriffe und eine gezielte Diagnostik. Ergänzt werden diese Bemühungen durch die Vor- und die Nachsorge.

Die Oralchirurgie hilft bei:

Die Oral- oder Mundchirurgie trägt dazu bei, dass eine Heilung von:

 

  • Verrenkungen oder Luxationen
  • Frakturen oder Brüchen
  • Erkrankungen der Zahnwurzeln
  • Zahnimplantaten
  • Krankheiten der Speicheldrüsen und der Mundschleimhaut
  • Infektionen oder Entzündungen der Kieferhöhlen
  • Kieferfehlstellungen

herbeigeführt werden kann.

Schmerzen wie chronisch verlaufende, anhaltende und immer wiederkehrende Kopf- und Gesichtsschmerzen können einen Konsultation des Oralchirurgen bedingen. Krankheiten, die sich wie eine Migräne anfühlen, können ihre Ursachen in einer Unverträglichkeit gegenüber Amalgam haben.

Akute Zahn- und Zahnfleisch- und Kieferentzündungen sind fast immer mit Schwellungen, einer Überwärmung angrenzender Gewebe und Schmerzen verbunden. Dann sind nicht nur medikamentöse, sondern sogar lokale chirurgische Verfahren begründet.

 

Oralchirurgen kümmern sich ebenso um ästhetische Belange. Ist das Zahnfleisch zurückgegangen und zeigen sich unschöne lange Zahnhälse, dann können schmerzlose mikrochirurgische Operationstechniken diese Anomalien reduzieren. Danach leiden die Patientinnen und Patienten auch nicht mehr unter Berührungs- und Empfindungsschmerzen bei Kälte und Hitze.

 

Nach traumatischen Einwirkungen oder Unfällen kann es zu Beschädigungen von Zähnen und Kiefern kommen. In Abhängigkeit von den oralchirurgischen Voraussetzungen können rekonstruktive Behandlungen vom Oralchirurgen vorgenommen werden.​​​​​

 

 

Diagnose & Untersuchungsmethoden

 

Oralchirurgen sind mit verschiedenen technischen Mitteln und ihren Kenntnissen in der Lage, vor jeder Operation eine intensive Diagnostik zu betreiben.

Behandlung Oralchirurgie Diese ergibt sich einerseits aus der Befragung der Patienten einschließliche der Anamnese und der Krankengeschichte.
Diese stützt sich auf Aussagen der Patienten zu Vorerkrankungen und zur Medikamenteneinnahme. Andererseits nutzen die Oralchirurgen ihr Wissen bei der Begutachtung und der Untersuchung des Mundes und der Zähne.

Liegen dennoch Unklarheiten vor, dann kann ein bildgebendes Verfahren wie das digitale Röntgen mit einem modernen Panorama-Röntgengerät eindeutige Aussagen ermöglichen.
Eine weitere Variante der oralchirurgischen Diagnostik ist die strahlenarme Schnittbilderstellung mit einer dreidimensionalen Computertomografie.

 

In der Implantatchirurgie kommt es den Fachärzten für Oralchirurgen auf weitere diagnostische Vorrichtungen an:

 

  • Orthopantomogramm
  • Computertomograph
  • Dentale Volumentomigraphie
  • Ultraschall
  • Digitale Projektionsradiographie
  • ​​​​​Magnetresonanztomographie

Außerdem führen die Oralchirurgen eine ausgiebige Funktionsdiagnostik beispielsweise an den Kiefergelenken durch.

 

Behandlungen in der Oralchirurgie

 

Innerhalb des großen Spektrums an medizinischen Maßnahmen kann die Oralchirurgie eine Fülle an Dienstleistungen und Therapien erbringen. Diese reichen von anstrengenden invasiven bis hin zu schonenden minimal-invasiven Eingriffen, Beratungen und vorbeugenden Methoden.

 

Patienten können sich mit folgenden Interventionen ambulant oder stationär oralchirurgisch behandeln lassen:

 

  • einer chirurgischen Entfernung der Weisheitszähne
  • einer Entnahme von verlagerten Schneide-, Eck- und Backenzähnen
  • einer Transplantation (Übertragung) und einer Reimplantation (Wiederanpflanzung) von Zähnen
  • einer chirurgischen Endodontie (beispielsweise Wurzelbehandlung, Wurzelspitzenresektion beziehungsweise Wurzelspitzenentfernung
  • einer operativen Behandlung von Parodontitis (Entzündung des Zahnfleischs)
  • einer Freilegung von Zähnen
  • einer Korrektur des Lippen- und Zungenbändchens
  • einer Hemisektion (Durchtrennung eines Backenzahnes mit teilweiser Entfernung einer Zahnwurzel)
  • einer Prämolarisierung (Teilung eines Backenzahns)
  • einer Zystektomie (operative Entfernung einer Blase)
  • einer Zystostomie (Eröffnung einer Blase von außen durch den Kieferknochen)
  • tumorchirurgischen Eingriffen (operative Entnahme von Tumoren)
  • Implantationen (Einsetzen von künstlichen Zähnen)
  • einer Therapie dentogener Erkrankungen der Kieferhöhlen (Erkrankungen, die sich von den Zähnen ausgehend in die Kieferhöhlen ausbreiten)

Die Therapiemethoden der Fachärzte für Oralchirurgie stützen sich auf moderne Verfahren, die nur durch komplizierte technische Vorrichtungen gewährleistet werden können, sowie auf das Können und die Erfahrung des Behandlers.

 

Oralchirurgie und deren Leistungsspektrum

 

Oralchirurgie und Implantologie hängen ganz eng zusammen. Die Implantologie ist daher eines der vorrangigen Arbeitsfelder der Fachärzte für Oralchirurgie.

Bei Zahnimplantaten handelt es sich um künstlich hergestellte Zähne, die in leichten chirurgischen Eingriffen eingesetzt werden.Implantate zeichnen sich durch zahlreiche Vorteile aus. Sie wirken einem Rückgang der Kieferknochen entgegen und erübrigen das unangenehme Nachschleifen benachbarter Zähne.Die Leistungsinhalte der Oralchirurgen im Zusammenhang mit der Implantologie basieren auf der Beratung, der Erarbeiitung der individuellen Behandlungsstrategie und der persönlichen Nachsorge.

Störungen der Funktionsfähigkeit der Kiefergelenke können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens auslösen. Oralchirurgen beschäftigen sich daher ebenfalls mit den sogenannten craniomadibuären Dysfunktionen, die häufig durch Operationen behoben werden können.

Eine Wurzelspitzenresektion ist eine operative Methode, um entzündliche Vorgänge in der Spitze einer Zahnwurzel endgültig zu beenden. Eine Entzündung ist in diesem Bereich oftmals eine Folgeerscheinung einer Wurzelkanalbehandlung. Dabei kann es vorkommen, dass der Knochen nicht heilt. Das verursacht massive Schmerzen.

Eine Wurzelspitzenresektion erfordert viel Fingerspitzengefühl, weil es sich tatsächlich um einen äußerst präzisen Eingriff handelt. Die Oralchirurgen statten sich dafür mit einer Lupenbrille und einem Mikroskop aus, um wenige Millimeter kleine, abgestorbene Wurzelkanalreste und bakterielle Keime zu entnehmen. Gearbeitet wird zudem mit feinen Ultraschallspitzen.

Das Ziehen beziehungsweise das Extrahieren von Zähnen ist für die Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit großen Ängsten verbunden. Vor allen Dingen bei der Entfernung von Weisheitszähnen empfinden die meisten Menschen eine enorme Unsicherheit.

Das Problem bei Weisheitszähnen ist, dass diese wegen der Form des Kieferknochens und des Mundes fast immer schräg eingewachsen sind. Daraus resultieren Verletzungen der Wangenschleimhaut, Schmerzen durch einen Engstand und eine erschwerte Pflege. Patienten, denen es bei der Vorstellung des Weisheitszahnziehens „mulmig wird“, kann durch eine Vollnarkose eine Entlastung angeboten werden.

Komplizierte Zahnextrahierungen werden von den Fachärzten für Oralchirurgie durch eine dreidimensionale Bildtechnik erleichtert.

Operationen der Kieferhöhlen lassen sich mit minimal invasivem Vorgehen umsetzen. Dazu verwendet die Oralchirurgen beispielsweise Endoskope, mit denen sie die Kieferhöhle betrachten und chirurgische Behandlungen vornehmen können. Nicht in jedem Fall ist der Facharzt für Oralchirurgie für die Kieferhöhlenbehandlung zuständig. Nur dann, wenn die Erkrankungen in diesem Gebiet von den Zähnen oder der Nase ausgehen, werden die Patienten zum Oralchirurgen überwiesen.

Eine spezielle Problemstellung, auf die die Oralchirurgen mit höchster Sorgfalt eingehen, ist die Behandlung von Parodontitis. Die chronisch verlaufende Entzündung des Zahnhaltesystems verursacht einen Verlust der Zähne. Ausgelöst wird dieser Vorgang durch die Rückbildung des Zahnfleisches und eventuell auch des Kieferknochens.

Durch eine professionelle Parodontitistherapie kann dieser fortschreitende Prozess gestoppt werden. Neben einer intensiven Zahnreinigung, dem Ausräumen der Zahnfleischtaschen und regelmäßigen labortechnischen Messungen in Hinsicht auf die Art und die Menge bakterieller Keime gewährleisten die Oralchirurgen eine Linderung der Beschwerden.

Risiken und Nebenwirkungen der Oralchirurgie

 

  • Narkoserisiko
  • Infektionen
  • massive Blutungen bei Vorliegen von Gerinnungsstörungen
  • Entzündungen und Störungen der Wundheilung
  • Kreislaufbeschwerden
  • Schmerzen
  • Übelkeit, Brechreiz
  • allergische Reaktionen auf Narkose- und Desinfektionsmittel
  • Verletzung nicht operierter Areale im Mund

Innerhalb der Oralchirurgie werden hauptsächlich operative Verfahren angewandt. Ausgeführt werden diese Prozesse in Abhängigkeit vom Krankheitsbild entweder mit örtlicher Betäubung oder unter Lokalanästhesie oder in Vollnarkose. Daraus ergeben sich natürlich Risiken, die allein schon in der jeweiligen Maßnahme zu finden sind.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen in der Oralchirurgie

 

Bei einer Wurzelspitzenresektion:

 

  • lokale oder örtliche Schmerzen an Zähnen oder Zahnfleisch
  • ausstrahlende schmerzhafte Beschwerden
  • Fistel
  • Klopf- oder Aufbissemfindlichkeit beziehungsweise Perkussionsdolenz

Bei Implantatversorgung:

 

  • Kinder und Jugendliche im Wachstum und in der Zahnentwicklung
  • Störungen der Wundheilung beispielsweise bei Diabetes mellitus oder Zuckerkrankheit
  • reduziertes Allgemeinbefinden
  • Schwächung des Immunsystems beispielsweise nach einer Chemotherapie
  • zu wenig Kieferknochen
  • Infekt mit Fieber

Oralchirugen setzen Behandlungen aus, wenn folgende Gegenanzeigen vorliegen:

 

  • schwere Beeinträchtigungen der Blutgerinnung
  • Autoimmunerkrankungen
  • schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
  • Knochentumoren
  • Erkrankungen der Knochenstrukturen
  • Morbus Paget mit Knochenverformungen
  • Nikotinabusus beziehungsweise Nikotinmissbrauch
  • Alkohol und Drogen
  • Biosphonate (Arzneistoffe bei Osteoporose, Brustkrebs oder Knochenschwund)

Oralchirurgen arbeiten zusammen mit 

 

  • Zahnärzten
  • Fachärzten der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Schmerztherapeuten
  • Fachärzten der Nervenheilkunde
  • Heilpraktikern
  • Kiefer- und Gesichtschirurgen
  • Kieferorthopäden
  • Zahntechnikern
  • Anästhesisten
  • Fachärzten für Radiologie

Fachzahnärzte sind Oralchirurgen, wenn nach der Zahnarztausbildung eine mehrjährige Weiterbildung absolviert wurde. Die Oralchirurgie selbst ist ein eigenständiger Studiengang. Die Lehrinhalte sind unter anderem Behandlungen nach Unfällen, Betäubungstechniken und Weichgewebebehandlungen.

 

Unser Fazit zur Oralchirurgie

 

Patienten und Patientinnen profitieren in mehrfacher Hinsicht von den Behandlungen, die die Oralchirurgie erbringen kann. Obwohl die Zahnärzte eine Fülle an Leistungen ausführen, sind die Fachärzte doch die Experten für dieses oder jenes Behandlungsgebiet. Sie garantieren gleichfalls eine fachlich korrekte, bedürfnisgerechte und patientenfreundliche Therapie auch in problematischen Konstellationen.

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