ACE

Auch bekannt ALS

sACE (Serum Angiotensin Converting Enzym), ACE
Bezeichnung: Angiotensin Converting Enzyme
Ähnliche Tests: Laboruntersuchungen der LeberCalciumAFB CultureCBC


Auf einen Blick

Warum wird ACE untersucht?

Um eine Sarkoidose, eine systemische Erkrankung zu diagnostizieren und von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen zu unterscheiden und den Verlauf der Sarkoidose zu beobachten.

Bei welchen Erkrankungen sollte ACE untersucht werden?
Sarkoidose kann sehr veschieden Symptome verursachen. Z.B. Granulome (Ansammlungen von inflammatorischen Zellen), die kleine Beulen unter der Haut verursachen, anhaltenden Husten, rote tränende Augen und /oder andere Symptome. Treten diese Symptome auf, so wird und Ihr Arzt den Verdacht auf eine Sarkoidose hat, so wird er ACE anfordern.

Regelmäßig, wenn bei Ihnen eine aktive Sarkoidose diagnostiziert wurde, um deren Verlauf zu beobachten.

Aus welchem Probenmaterial wird die Bestimmung durchgeführt?
Eine Blutprobe wird aus einer Armvene entnommen.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Angiotensin Converting Enzyme (ACE) wird von Endothelzellen produziert, um den Blutdruck zu regulieren. Es katalysiert die Umwandlung von Angiotensin I (ein inaktives Protein) zu Angiotensin II. Angiotensin II wirkt als starker Vasopressor – es bringt Arterien dazu sich zu kontrahieren, macht sie somit vorübergehend enger und erhöht so den Blutdruck. ACE wird überall im Körper produziert, allerdings besonders konzentriert in der Lunge. Bei gesunden Personen unter 20 Jahren können hohe Werte dieses Enzyms bestimmt werden, die dann bei gesunden Erwachsenen auf relativ stabile niedrigere Werte abfallen.

Erhöhte ACE-Werte können manchmal auch von Zellen, v.a. Makrophagen, am Rande der Granulome sezerniert werden. Granulome sind kleine geschwulstartige Anhäufungen von Immun- und Inflammatorischen Zellen sowie faserigem Gewebe, die kleine Beulen unter der Haut und überall im Körper verursachen. Sie sind klassisches Merkmal der Sarkoidose, einer Systemerkrankung mit unbekannter Ursache die häufig die Lunge betrifft, aber auch andere Organe wie Augen, Haut, Nerven, Leber und Herz betreffen kann. Die ACE-Werte steigen oft an, wenn sich Granulome ausbilden. Etwa 50-80% der Patienten mit aktiver Sarkoidose haben erhöhte ACE-Werte, die mit der Krankheitsaktivität steigen und wieder sinken.
Granulome, Fibrosen und erhöhte ACE-Spiegel können auch bei infektiösen Erkrankungen wie Lepra und Tuberkulose beobachtet werden (hier bilden sich die Granulome um angreifende Mykobakterien aus), bei Reizstoffen wie Asbest, Beryllium und Silikon (wobei bei den geltenden Arbeitsschutzgesetzen diese Ursachen relativ selten geworden sind).

Aus welchem Probenmaterial wird die ACE-Bestimmung durchgeführt?
AP wir aus Serum oder Heparinplasma bestimmt. Dazu wird Blut aus einer Armvene abgenommen


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Die ACE Bestimmung wird primär angeordnet um bei der Diagnosefindung und der Verlaufsbeobachtung der Sarkoidose zu helfen. Sie wird daher bei einer Vielzahl von Symptomen, die der Sarkoidose zugeordnet werden könnten, bestimmt. ACE ist bei etwa 50-80% der Patienten mit aktiver Sarkoidose erhöht. Ist ACE anfänglich bei einem Patienten mit Sarkoidose erhöht, kann der Test in regelmäßigen Abständen angefordert werden, um den Krankheitsverlauf und die Effektivität einer Kortikosteroidbehandlung zu beobachten.

Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Die Bestimmung der ACE-Konzentration wird angefordert, wenn Zeichen oder Symptome einer Sarkoidose (oder einer anderen Erkrankung) wie Granulome, chronischer Husten oder Kurzatmigkeit, rote Tränende Augen und/ oder Gelenkschmerzen, festgestellt werden. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Patient zwischen 20 und 40 Jahren ALT ist, da hier die Sarkoidose am häufigsten auftritt. Die Bestimmung der ACE-Konzentration wird häufig zusammen mit anderen Tests, wie einen Abstrich bei Verdacht auf säurefeste Stäbchen oder eine Sputum-Kultur (dieser Test macht Infektionen durch Mykobakterien oder Pilze ausfindig) angeordnet, wenn zwischen Sarkoidose und anderen granulomatösen Erkrankungen differenziert werden muss.
Wurde eine Sarkoidose diagnostiziert und die anfänglichen ACE-Konzentrationen im Blut waren erhöht, wird diese Bestimmung in regelmäßigen Abständen wiederholt, um den Krankheitsverlauf zu überprüfen.

Was bedeutet das Testergebnis?
Anmerkung: Für diesen Test stehen keine Standardreferenzbereiche zur Verfügung. Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation beeinflusst werden, und darüber hinaus Methoden- bzw. Verfahrensabhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen den verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und ihre Bedeutung“ entnommen werden.

Bei Patienten unter 20 Jahren sind hohe ACE-Werte für gewöhnlich normal und nicht von Bedeutung. Für Patienten, die älter als 20 Jahre sind, sind die ACE-Konzentrationen im Blut ein unspezifischer Indikator. Sie geben keine Auskunft, warum der Wert erhöht ist, welche Organe und/ oder Organsysteme involviert sind oder zu welchem Grad. Die ACE-Konzentration verursacht auch keine Granulome, aber sie tritt häufig bei deren Anwesenheit auf.

Ist die ACE-Konzentration hoch, andere Erkrankungen wurden ausgeschlossen und die klinischen Befunde stimmen mit einer Sarkoidose überein, dann ist es sehr wahrscheinlich dass eine aktivierte Sarkoidose vorliegt. In 20-50% der Fälle kann die Sarkoidose jedoch auch ohne erhöhte ACE-Konzentrationen ausgebrochen sein. Ursachen dafür können sein, dass die Krankheit in einem inaktiven Stadium ist, die Werte aufgrund der frühen Diagnostik bisher noch nicht angestiegen sind, oder aber die Zellen einfach keine erhöhten Mengen von ACE sezernieren. Bei Patienten mit chronischer Sarkoidose ist es auch eher unwahrscheinlich, dass die ACE-Konzentration erhöht ist.
Wichtig zu beachten bei der Sarkoidose sind die initial hohen Werte von ACE, die dann abfallen und eine spontane oder therapiebedingte Remission bedeuten. Sinkende Konzentrationen bedeuten für gewöhnlich eine günstigere Prognose. Steigende ACE-Werte hingegen zeigen entweder den frühen Krankheitsverlauf oder ein Nichtansprechen auf die Therapie an.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Die Konversion von Angiotensin I zu Angiotensin II durch ACE ist ein normaler regulatorischer Prozess im Körper. Dieser Prozess wurde bei der Entwicklung von Medikamenten namens ACE-Hemmer, ins Visier genommen. Sie werden bei Bluthochdruck und der Behandlung von Diabetes verschrieben. Diese Medikamente hemmen den Umwandlungsprozess, halten die Blutgefäße weiter dilatiert und den Blutdruck niedriger. ACE-Hemmer sind bei der Therapie von Bluthochdruck sehr nützlich, werden allerdings nicht durch die Bestimmung der  ACE-Konzentration kontrolliert. Allerdings können sie die ACE-Bestimmung stören, wenn diese aus anderen Gründen angeordnet wurde.

Hämolyse (zerstörte rote Blutzellen) und Hyperlipidämie (zu hohe Fettwerte) in der Blutprobe können den ACE-Wert falsch erhöhen. Verminderte ACE-Konzentrationen können außerdem bei folgenden Erkrankungen beobachtet werden:

ACE wurde auch in mäßig erhöhten Konzentrationen bei verschiedensten Krankheiten und Funktionsstörungen gefunden, z.B.:

Die Bestimmung der ACE-Konzentration im Blut wird nicht routinemäßig verwendet, um diese Erkrankungen zu beobachten (es hat sich klinisch nicht als relevant erwiesen).


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Bei Raumtemperatur ist die Heparinplasma- oder Serumprobe für 1 Tag, bei 4°C für 7 Tage stabil, während dieser Zeit kann es zu einer geringen, diagnostisch nicht relevanten Abnahme der Aktiviät kommen. Bei Lagerung bei  -20°C ist die Probe für 1 Jahr stabil.

Referenzbereich
Es gibt keine Standardisierung der Referenzbereiche. Sie sind testabhängig und müssen im Laborbefund angegeben werden.

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
ACE wir bevorzugt aus Serum oder Heparinplasma bestimmt. Citrat- oder EDTA-Plasma kann nicht verwendet werden.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle

Die Methode ist nicht nach IFCC normiert und standardisiert. Für die Bestimmung von ACE besteht entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) keine Ringversuchspflicht (Teilnahme an externen Ringversuchen). Interne Kontrollen sowie die Bestimmung der Richtigkeit und Präzision müssen selbstverständlich regelmäßig durchgeführt werden.


Häufige Fragen

1. Welche anderen Tests gibt es, um die Sarkoidose zu diagnostizieren?

Eine Vielzahl von Tests kann angeordnet werden, sowohl um bei der Diagnose der Sarkoidose zu helfen, als auch um den Grad der Organbeteiligung festzulegen. Labortests können umfassen: Leberwerte, HämatokritHämoglobin und Kalzium (aus Blut und Urin – sie sind meist erhöht). Andere Tests umfassen: klinische Untersuchung (vorrangig auf Hautläsionen, Lungenfunktionstest (in etwa 90% der Fälle ist die Lunge bei der Sarkoidose beteiligt), eine Bronchoskopie (mit einem flexiblen Bronchoskop mit dem man die Luftwege untersuchen und Gewebebiopsien entnehmen kann), eine Röntgenaufnahme des Thorax und ein CT (höhere Sensitivität als das Röntgen). Biopsien von Haut, Lunge, Lymphknoten und manchmal auch der Leber können genauso benötigt werden.

2. Was verursacht Sarkoidose?
Die Ursache ist noch nicht geklärt. Die Sarkoidose ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung und eine Beteiligung Immunsystem ist typisch für die Sarkoidose. Sie scheint eine genetische Komponente wie auch äußere Einflüsse zu haben. Es gibt Berichte über Verwandte und nichtverwandte Patienten aus demselben Gebiet. In den USA sind etwa 10-40/100.000 betroffen, die Mehrheit von Ihnen zwischen 20 und 40 Jahren alt. In den USA und der Karibik scheint die Sarkoidose in der schwarzen Bevölkerung vermehrt vorzuliegen, doch weltweit sind etwa 80% der Patienten mit Sarkoidose weiß. Sie tritt gehäuft in Skandinavien und Nordirland auf, seltener in China, Japan und Afrika. Aus bisher ungeklärtem Grund sind Personen, die von einem Teil der Welt, wo die Prävalenz der Sarkoidose niedrig ist, in einen anderen mit hoher Prävalenz umziehen, mit genauso hohem Risiko betroffen, wie ihre Umgebung.

3. Wie sieht die Langzeitprognose der Sarkoidose aus?
Die Mehrheit der an Sarkoidose erkrankten erholt sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten bis hin zu einigen Jahren, einige wenige erleiden jedoch eine bleibende Fibrosierung der Lunge. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser scheint die Krankheit zu behandeln zu sein, auch wenn in vielen Fällen eine Spontanheilung eintritt.

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