Blasenkatheter

Ohne Blasenkatheter geht es nicht

Blasenkatheter

Katheter können lang- oder kurzzeitig eingesetzt werden pixabay/eliola

Der Blasenkatheter ist eine in der Medizin benötigte Vorrichtung, die in den unterschiedlichsten Fachbereichen unersetzlich ist.

Blasenkatheter sind nicht nur gängig in der Urologie, sondern werden in Abhängigkeit vom Zustand der Patienten ebenfalls in der Gynäkologie und in der Geburtshilfe, in der Chirurgie und in der Inneren Medizin angewendet.

Katheter werden als kurzfristige oder langfristige Maßnahme geplant. Neben den Blasenkathetern stehen den Medizinern praktische Zubehöre zur Verfügung. Diese begünstigen ein problemloses Einführen und ein keimfreies Arbeiten. Das ist sowohl für die Behandler als auch für die Patienten von Vorteil.

Was ist ein Blasenkatheter?

Spezielle medizinische Instrumente und Hilfsmittel sind unverzichtbar, um sowohl diagnostisch als auch therapeutisch tätig zu werden. Die Diagnostik beinhaltet Maßnahmen zur Erkennung von Krankheiten. Die Therapie umfasst Methoden und Vorgehensweisen zur Behandlung von Erkrankungen.

Traditionelle Medizinprodukte wie Katheter werden daher nicht nur in die Harnblase, sondern häufig auch in Venen und in das Herz eingelegt. Ohne diese Zusatzprodukte ist es nicht möglich, in natürliche Körperhöhlen oder Hohlorgane vorzudringen.

De Anwendungsbereiche des Blasenkatheters sind daher überaus vielfältig. Die wichtigste Funktion ist jedoch das Herausleiten von Harn aus der Blase, wenn Patienten selbst dazu nicht in der Lage sind. Bei einem Blasenkatheter handelt es sich um einen Schlauch, der in die über die Harnwege in die Harnblase eingeführt wird. Dort kann er eine je nach Indikation oder Heilanzeige und Verträglichkeit über eine kurze oder eine längere Zeitdauer verweilen.

Blasenkatheter anlegen

Das Legen eines Blasenkatheters erfordert eine umfangreiche Vorbereitung und intensive medizinische Kenntnisse. Insbesondere bei den Männern ist es oftmals komplizierter, einen Blasenkatheter so zu applizieren, dass die Beschwerden während dieses Prozesses möglichst gering sind.

Aus diesem Grund übernehmen meist sehr erfahrene Krankenschwestern oder Krankenpfleger oder sogar Fachärzte selbst diese Prozedur. Unter dieser Voraussetzung wird gewährleistet, dass Verletzungen der Harnwege ausgeschlossen werden können.

Wegen ihrer eigenwilligen Konstruktion und ihres Einsatzes werden einzelne Blasenkatheter den transurethralen Kathetern zugeordnet. Diese ebenfalls als Sonden deklarierten Utensilien weisen eine unterschiedliche Beschaffenheit auf. Sollen männliche Patienten mit einem Blasenkatheter versorgt werden, dann wählen die Fachleute etwas längere Ausführungen aus.

Abmessungen & Anatomie

Die Längenabmessungen betragen:

  • für Frauen maximal 20 Zentimeter
  • für Männer bis zu 40 Zentimeter

Die anatomische (Anatomie ist die Lehre vom Aufbau der Organe) Lage der Harnblasen bei weiblichen und männlichen Patienten macht eine differenzierte Länge der Blasenkatheter notwendig. Wäre eine Blasenkatheter zu kurz, könnte insbesondere bei den Herren sonst die Harnblase nicht erreicht werden. Bei Frauen sieht das anders aus, denn Frauen verfügen über kürzere Harnwege.

Abweichungen in der Form der Blasenkatheter ergeben sich ebenfalls. Für Patienten geeignete Blasenkatheter sind an deren Spitze mit einer leichten Biegung oder Krümmung versehen und verjüngen sich nach vorn hin. Diese Gestaltungsweise sowie gleitfähige Oberflächenbeschichtungen machen das Einführen des Blasenkatheters durch die empfindlichen Geschlechtsorgane für die Ausführenden leichter und sicherer und für die Betroffenen angenehmer.

Keimfreiheit & Sterilisation

Der Harnblasenkatheter ist eigentlich ein Fremdkörper. Daher muss vor dem Eingriff eine gründliche Desinfektion der umliegenden Gewebe der äußeren Harn- und Geschlechtsteile vorgenommen werden. Früher wurden die mehrmals verwendbaren transurethralen Katheter sterilisiert und auf diese Weise komplett keimfrei gemacht. Heute geschieht das teilweise immer noch so.

In zunehmendem Umfang greifen die Urologen und andere Mediziner jedoch häufig auf sogenannte Einmalkatheter zurück. Diese werden gleich in steril verschweißten Verpackungen geliefert. In diesen Sets befinden sich ebenfalls sterile Einmalhandschuhe, Plastikspritzen und Gels.

Die Keimfreiheit ist oberstes Gebot beim Legen eines Blasenkatheters. Werden krankmachende Erreger in die Blase hinein gebracht, kann das zu enormen Entzündungen führen. Die Harnblase ist durch den Katheter gereizt, sodass sich die Bakterien besonders schnell ausbreiten können und die Harnblase erkrankt. In dieser Situation müsste ein Blasenkatheter sofort entfernt werden.

Notwendigkeit eines Katheters

Die Notwendigkeit eines Blasenkatheters muss gut überlegt sein. Nur dann, wenn keine andere Möglichkeit gegeben ist, nutzen die Ärzte dieses Mittel.

Die Blasenkatheter sind meist bei folgenden Erkrankungen sinnvoll:

Harninkontinenz Blasenschwäche Blasenkatheter

Ein Katheter ist z.B. bei einer Inkontinenz wichtig

  • Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) mit Einengung der Harnröhre
  • neurogene (durch das Nervensysteme hervorgerufen) Störung der Blasenentleerung
  • entzündliche Vorgänge in der Harnröhre oder in der Harnblase
  • Harnverhalt durch die Verabreichung von bestimmten Arzneimitteln
  • Bettlägerigkeit in Kombination mit Harninkontinenz (Inkontinenz ist das Unvermögen, Urin kontrolliert abzugeben)
  • massive Verletzungen der harnableitenden Organe
  • Palliativpatienten mit starker körperlicher Schwächung

Des Weiteren können Blasenkatheter zu diagnostischen Zwecken genutzt werden:

  • Einbringung von Kontrastmitteln in die Harnwege
  • Kontrolle der Ausscheidung von Restharn
  • Urodynamik oder Messung des Blasendrucks
  • Messung der Weite der Harnröhre

Im Laufe der Zeit haben sich in der Medizin sowohl die transurethralen als auch die suprapubischen Blasenkatheter etabliert.

Mögliche Komplikationen

Komplikationen im Zusammenhang mit einem Blasenkatheter

Verständlicherweise geht eine medizinische Versorgung mit einem Blasenkatheter mit einer Hemmung einher, sodass viele Patientinnen und Patienten diesem Eingriff mit großem Unbehagen entgegen sehen. Diese Ängste haben mehrere Gründe, innerhalb derer auch die Risiken eine Rolle spielen. Obwohl es sehr selten zu Komplikationen kommt, Ist bei der Katheterisierung mit höchster Sorgfalt vorzugehen. Da in der Praxis nicht immer gleichartige Blasenkatheter ausgewählt werden und jeder Patient und jede Patienten individuell verschieden sind, variieren auch die Risiken.

Kurz zusammengefasst können diese Fakten folgendermaßen dargestellt werden:

  • Verletzungen von Blutgefäßen oder Gewebe
  • Einschwemmen von Krankheitserregern (Harnwegsinfektionen)
  • allergische Reaktionen auf die Materialien der Blasenkatheter sowie auf Desinfektionsmittel,Handschuhe und Gleitgels
  • Blasenkrämpfe
  • unklare Blutungen
  • Verstopfung der Katheter
  • narbige Einengungen der Harnwege durch vorausgegangene verheilte Verletzungen
  • Schmerzen, Fieber, Rötungen

Der Blasenkatheter muss daher nach dem Legen ständig gepflegt und kontrolliert werden. Nicht in jedem Fall sind die Patienten selbst in der Lage, sich zu äußern und Beschwerden anzuzeigen. Die Ausfuhrkontrolle und die Begutachtung des Harns sowie die Beobachtung der Patienten ist daher enorm bedeutsam.

Gibt es auch Katheter für Kinder?

Kinder können ebenfalls eine Harnblasenkatheterisierung erhalten, wenn es das Krankheitsbild erforderlich macht. Die Größen der Katheter überschreiten die 22 Zentimeter Länge und die Dicke von 6 bis zehn Charriére nicht. Werden Babys und Kleinstkinder katheterisiert, werden sehr dünne Versionen ausgewählt. Kinder bekommen einen Blasenkatheter meist nur für diagnostische Untersuchungen.

Sonderfälle sind beispielsweise Kinder mit Schwerstbehinderungen sowie kleine Patienten, die eine lange Operation über sich ergehen  lassen müssen. Sinnvoll ist bei Kindern eine künstliche Harnableitung ebenfalls nur dann, wenn die oberen Harnorgane (über der Harnblase) frei sind.

Erwachsene werden meist mit einem Blasenkatheter mit einem Durchschnitt zwischen 14 und 18 Charriére für Männer und zwischen 12 und 14 Charriére bei Frauen versorgt. Für eine schnelle Suche und als vorteilhaftes Unterscheidungsmerkmal der Katheter werden diese farblich markiert.

Formen, Arten und Typen

Die Blasenkatheterisierung von Patienten wird mit den herkömmlichen Blasenkathetern und den Dauer- oder Verweilkathetern realisiert. Weitere medizinische Formulierung bezüglich der Blasenkatheter sind die transurethralen und die suprapubischen Versionen. Einmalkatheter sind intermittierende Katheter.

Transurethrale Blasenkatheter enden in der Harnblase. Im Gegensatz zu den suprapubischen Erzeugnissen werden diese direkt durch die Harnröhre geschoben. Suprapubische Medizinprodukte erreichen die Harnblase durch eine künstlich erzeugte Öffnung (Fistel). Dabei wird die Bauchdecke durchstoßen. Deshalb heißen diese Katheter auch Bauchdeckenkatheter. Damit der Bauchdeckenkatheter bei Körperbewegungen nicht herausrutschen kann, wird von der Unterseite der Bauchdecke her als Gegenstück ein Ballon angelegt, der als Befestigung dient.

Einmalkatheter oder transurethrale Blasenkatheter verbleiben nur wenige Tage in der Harnblase, wohingegen die suprapubischen Varianten auf eine relativ lange Verweildauer (mehr als eine Woche) zugeschnitten sind. Die Blasenkatheter werden in spezielle Gruppen unterteilt. Je nach Krankheit werden für auch die sogenannten Bougies eingesetzt, um eine Weitung oder ein Dehnen von Harnröhren mit Verengungen zu erzielen.

Übliche Blasenkatheter

Die üblichsten Blasenkatheter sind:

  • Tiermannkatheter: für die männliche Harnblase, verdicktes, konisches, gebogenes Ende mit Öffnung
  • Nelaton-Katheter: zylinderartige, gerade, hohle Spitze ohne Öffnung, geeignet für Frauen und Männer
  • Stöhrer-Katheter: bewegliches, konisches Ende, Spitze kugelförmig erweitert
  • Mercier-Katheter: zwei versetzte Löcher am Ende, gekrümmte hohle Spitze, zweckmäßig für urologische Eingriffe und spezielle Untersuchungsverfahren

Weitere Modelle an Harnblasenkathetern sind die mehr oder weniger verbreiteten Frohmüller-, Dufour-, Foley-, Casper-, Malecot- und Couvelair-Katheter. Die Größenbestimmung der Katheter basiert auf einer spezifischen Maßeinheit, dem Charriére. Das Charriére steht für den Durchmesser oder die Dicke eines Blasenkatheters.

Wissenswerte Informationen

Wissenswerte Informationen zu transurethralen Blasenkathetern

Angewendet werden Blasenkatheter zum Einführen über die Harnröhre oftmals für die einmalige Entnahme von Harn.

  • Das sind die 1-Wege-Katheter. Ist eine längere Drainage geplant, sind die 2-Wege-Blasenkatheter ideal. Die Vorteile der transurethralen Blasenkatheter liegen in deren einfacher Legbarkeit, die bei Bedarf von autorisiertem nicht ärztlichem Fachpersonal übernommen werden kann. Bei den transurethralen Blasenkathetern gibt es nur ganz wenige Kontraindikationen (Gegenanzeigen). Für eine Spülung der Harnblase sind transurethrale Blasenkatheter mit besonders großen Querschnitt (Lumen) erhältlich.
  • Als nachteilig erweist sich bei den transurethralen Blasenkathetern, dass die oftmals mit Komplikationen (Verletzungen der Harnröhre, Strikturen oder Stenosen beziehungsweise Einengungen der Harnröhre, Irritationen der Schleimhaut sowie Infektionen) verbunden sind. Viele Patienten vertragen die Materialien der transurethralen Blasenkatheter nicht. Versuche, eine Entleerung der Blase (Miktion) trotzt Katheterisierung zu gewährleisten, gelingen mit einem transurethralen Katheter nicht.
  • Transurethrale 2-Wege-Blasenkatheter werden in der Gegenwart fast ausnahmslos als Ballonkatheter verwendet. Der Ballon, eine elastische Ausstülpung im zweiten Katheterschlauch kann mit einer mit Luft gefüllten Plastikspritze so ausgedehnt werden, dass der Katheter nicht aus der Harnblase entwichen kann. Werden die Ballons zu stark aufgebläht, verspüren die Patienten einen störenden Druck in der Harnblase.

Suprapubische Katheter

Suprapubische Blasenkatheter – kleine Aufklärungsrunde

Die suprapubischen Blasenkatheter oder Dauerkatheter eignen sich für eine längerfristige Harnableitung, die sich über eine oder zwei Wochen hinauszieht. Vor allem für Männer sind suprapubische Katheter in dieser Situation eine echte Entlastung. Die Katheter können sowohl mit einem Miktionstraining als auch mit einer Restharngewinnung kombiniert werden.

Die positiven Aspekte eines suprapubischen Dauerkatheters sind:

  • keine Komplikationen wie beim transurethralen Dauerkatheter
  • Reduzierung der Infektionsgefährdung
  • optimale Verträglichkeit
  • Bewegungsmöglichkeiten und Optik sind nicht beeinträchtigt

Als nachteilig erweist sich:

  • chirurgischer Eingriff muss vorausgehen
  • Störungen der Wundheilung sind einzukalkulieren
  • Wechsel und Legen nur von kompetenten Ärzten
  • viele Gegenanzeigen, die gegen einen suprapubischen Katheter Sprechen
  • keine Spülung der Harnblase möglich
  • schwerwiegende Risiken wie Verletzungen des Darms
  • Verlegung der über der Harnblase liegenden Harnwege durch Tumoren oder Harnsteine

Ein suprapubischer Katheter kann nicht gelegt werden, wenn die die Harnblase nicht mindestens 200 Milliliter Urin enthält und wenn Tumoren in der Harnblase vorliegen. Tumoren im Unterbauch mit Verdrängungstendenz der Harnblase, Hautkrankheiten im Operationsareal und eine Gerinnungsstörungen sind weitere Kontraindikationen. Eine Einschränkungen für einen suprapubischen Blasenkatheter sind eine Schwangerschaft, eine Adipositas per magna (extreme Fettleibigkeit) und ein Ileus (Verschluss des Darmes).


Aufbau, Funktion und Wirkung

Aufbau, Funktion und Wirkungsweise eines Blasenkatheters

Ein Blasenkatheter kann als röhren- oder schlauchförmiges Hilfsmittel beschrieben werden, dass in seinem Inneren hohl ist.

Seit der Erfindung der Blasenkatheters haben sich die unterschiedlichsten Materialien bewährt, aus denen diese Medizinprodukte hergestellt werden. Auf diese Weise ist es möglich, fast für jeden Patienten und für jede Patientin den für sie passenden Blasenkatheter zu finden. Außerdem kann allergischen Reaktionen auf bestimmte Werkstoffe vorgebeugt werden.

Die einzelnen Materialien weisen zudem diverse Eigenschaften auf, die sich in diesem oder jenem Fall als günstig herausstellen. In diesem Bezug kann es beispielsweise um die Gleitfähigkeit, eine gute Sterilisierbarkeit und einen Ausschluss von Verstopfungen Gehen.

Gängige Materialien

Gängige Materialien für Blasenkatheter sind:

  • Latex oder Gummi
  • Silikon
  • Kunststoffe wie Polyurethan und Polyvinylchlorid
  • ​​​​​​​​​​​​​​einige körperverträgliche Metalle

Besonderheiten unter den Blasenkathetern stellen Artikel dar, die mit einer zusätzlichen Beschichtung aus einem Diamantkohlenstoff ausgestattet sind. Diese Hightech-Innovationen beugen einer Keimbesiedlung vor.

Wirkungsweise

Die Wirkung eines Blasenkatheters basiert auf dem Ausleiten von Harn durch das physikalische Gesetz der Schwerkraft der Erde. Das Entleerungsgefäß, das bei Kurzzeit- und bei Dauerkathetern als Katheterbeutel bekannt ist, muss immer tiefer liegen als die Harnblase.

Befindet sich der mit einer Messskala ausgerüstete Katheterbeutel oberhalb der Harnblase, kann der Harn nicht abfließen. Die Harnblase ist voll, was sich nach einem Tasten (Palpation) dieses Körperbereichs zeigt. Es liegen eine Überdehnung, eine Druckempfindlichkeit und eine leichte Schwellung vor.

Generationen & Arten

Damit das Einführen der transurethralen Blasenkatheter ohne Irritationen vor sich geht, bieten die Hersteller schon Sortimente an, die sich durch eine hydrophile Beschichtung auszeichnen. Solche Katheter werden als fortschrittliche neue Generationen für die Harnblasenkatheterisierung deklariert. Sie gleiten besonders gut und reizen die harnableitenden Wege nicht.

In Abhängigkeit von der Art des Blasenkatheters lassen sich mehrere diagnostische und therapeutische Vorhaben umsetzen.

Das sind:

  • Entleeren der Harnblase
  • Spülen der Harnblase um Keime und pathologische (krankhafte) Ablagerungen zu entnehmen
  • Harnproben zu gewinnen
  • Sondieren
  • ​​​​​​​Füllen der Harnblase

1, 2 und 3-Wege-Katheter

Warum heißen Blasenkatheter 1, 2 und 3-Wege-Katheter?

Die jeweilige Benennung ergibt sich aus dem Aufbau der Blasenkatheter.

  • Ein 1-Wege-Katheter verfügt nur über einen Schlauch, über den lediglich Harn abfließen kann.
  • Ein 2-Wege-Katheter ist in der Regel ein Ballonkatheter für die transurethrale Katheterisierung. Dieses Objekt hat eine doppelte Öffnung, sodass ein Ableiten und ein Spülen möglich ist. Die Ballonkatheter sind selbsthaltend.
  • Die 3-Wege Blasenkatheter enthalten eine dritte Öffnung. Diese dient zum sanften Einspritzen einer Spüllösung. Diese wäscht beispielsweise Krankheitserreger und Reste von Blut nach einem speziellen Eingriff heraus. Befindet sich Blut in der Harnblase, das nicht ablaufen kann, kommt es zu einem normalen Gerinnungseffekt, der allerdings nicht erwünscht ist. Universelle 3-Wege-Katheter werden zum Spülen, zum Ausscheiden und zum Sondieren ausgesucht.

Antimikrobiell beschichtet

Was sind antimikrobiell beschichtete Blasenkatheter?

Derartige Entwicklung tragen dazu bei, dass sich die Belastung der Harnblase mit bakteriellen Erregern und die daraus resultierende Infektionsgefährdung massiv verringern lässt. Als äußerst wirkungsvoll gelten in dieser Hinsicht Blasenkatheter jeglicher Art, die mit einer Antibiotikabeschichtung oder mit einer Silberlegierung versehen werden.

Als Antibiotikum (Medikamente, die Bakterien abtöten beziehungsweise deren Wachstum hemmen) kommt vor allen Dingen Nitrofugal in Betracht. Ein Nachteil der mit Antibiotika behandelten Blasenkatheter besteht darin, dass diese eine Widerstandsfähigkeit (Antibiotikaresistenz) gegenüber Bakterien fördern können. Diesen Produkten werden daher die mit einem Silberfilm überzogen Blasenkatheter vorgezogen.

Genau gesagt, beruht die Beschichtung mit Silber auf einer Matrix aus einem Wasserähnlichen Gel (Hydrogel), das mit Silber versetzt ist. Andere mikrobielle Blasenkatheter mit einem diamantähnlichen Kohlenstoffüberzug werden auch als diamond-like carbon oder DLC-Katheter definiert.


Medizinischer Nutzen

Medizinischer und gesundheitlicher Nutzen des Blasenkatheters

Ohne einen Blasenkatheter wären viele Untersuchungen und Behandlungen gar nicht zu praktizieren.

Durch das permanente Ausleiten des Harns verbleibt keine Flüssigkeit in der Blase. Wäre das der Fall, dann würden sich massive Entzündungen einstellen, weil der Urin reich an Bakterien ist. Für viele Patienten mit einer Inkontinenz oder einer demenziellen (Demenz ist das Nachlassen des geistigen Vermögens) ist ein vorübergehender Blasenkatheter eine sinnvolle Lösung.

Darüber hinaus profitieren gerade bettlägerige Menschen, die durch die Kombination Immobilität und Inkontinenz ständig zu Dekubiti (Wundliegen) neigen von einem Blasenkatheter.

Achtung! An dieser Stelle soll jedoch darauf hingeweisen werden, dass bei Harninkontinenz nur kurzzeitig ein Blasenkatheter in Frage kommt, bis ein eventuell vorhandener Dekubitus wieder abgeheilt ist. Anderenfalls muss ein Blasentraining, ein regelmäßiges Versorgen mit Inkontinenzmaterial und ein Lagern durch die Pflegekräfte erfolgen.

Natürlich sind die Begründungen für einen Dauer- beziehungsweise einen Verweilkatheter noch wesentlich vielschichtiger. Gedacht sei an Patienten mit großen operativen Eingriffen, die wegen der Schmerzen und einer körperlichen Schwäche noch nicht auf die Toilette gehen können. Dann ist eine kontrollierte Ausleitung des Harns eine optimale Methode.

Um das Harn bildende und das Harn ableitende System bei Erkrankungen wie schweren Nierenbeckentzündungen (Pyelonephritis) oder Harnleiterentzündungen vorübergehend zu entlasten, entscheiden sich die Mediziner oft für einen Verweilkatheter.

Hoher medizinischer Nutzeffekt

Ein hoher medizinischer Nutzeffekt durch einen Blasenkatheter ergibt sich bei folgenden Krankheiten (therapeutischer Katheterismus):

Operation Blasenkatheter

Bei Operationen ist das Setzen eines Katheters manchmal essenziell

  • Entleerungsprobleme der Blase
  • Verzögerung der Wundheilung
  • Bewusstlosigkeit
  • rückenmarksnaher Betäubung (Anästhesie)
  • Ausräumung einer Blasentamponade
  • große Operationen
  • Bilanzierung der Flüssigkeitsmenge
  • nach gynäkologischen Operationen (Amputation des Rektums, Operationen an Blase und Harnröhre, Dammriss)
  • ​​​​​​​Makrohämaturie (vermehrte Ausscheidung von roten Blutkörperchen oder Erythrozyten im Urin)
  • ​​​​​​​nach Verbrennungen des Unterleibs
  • Teilentfernung der Harnblase
  • ​​​​​​​Komplettentnahme der Harnblase

Damit die Heilung oder die Krankheitserkennung durch einen Blasenkatheter gefördert werden kann, muss der Umgang mit diesem Hilfsmittel fachlich richtig geschehen.

Darunter verstehen die Fachleute:

  • Einhaltung der Sterilität beim Katheterlegen
  • regelmäßiges Wechseln des Blasenkatheters
  • Reinigung der Genitalien bei transurethralen Kathetern mit schleimhautneutralen Desinfektionslösungen
  • Beobachtung und Versorgung der Einstichstelle für einen suprapubischen Blasenkatheters

Unter diesen Voraussetzungen kommen zu den Grunderkrankungen, unter denen die mit einem Blasenkatheter ausgestatteten Patienten leiden, keine weiteren Folgeschäden durch eine Blasenkatheterisierung hinzu. Eine sachgemäßer Umgang mit einem Blasenkatheter ist daher einer gewissen Vorbeugung gleichzusetzen.


Fragen und Antworten

Suprapubische Blasenfistel

Was ist eine suprapubische Blasenfistel?

Eine suprapubische Blasenfistel entsteht dann, wenn der Facharzt die Bauchdecke mit einer sogenannten Hohlnadel durchsticht. Dieser Vorgang heißt Punktion. Daraus resultiert ein künstlich perkutan (durch die Haut) angelegter Gang, durch der Katheterschlauch zur Harnblase geleitet wird.

Eine alternative Variante, um einen Harnblasenkatheter anzulegen, kann die Sectio Alta sein. Dabei geht der Arzt über die Schaffung einer Öffnung mittels hohem Bauschnitt unmittelbar in die Harnblase hinein. Beide Methoden sind chirurgische Eingriffe.

Was beachten?

Was sollten Patienten mit einem Blasenkatheter beachten?

Patienten und Patientinnen mit einem Harnblasenkatheter sollten auf eine ausreichende Trinkmenge schauen. Wenn es die Erkrankung erlaubt, sind täglich zwei bis drei Liter an Flüssigkeit erlaubt. Um bakterielle Infektionen zu vermeiden, können die vom Arzt verschriebenen Antibiotika eingenommen werden. Zusätzlich dazu kann empfohlen werden, den pH-Wert des Urins durch die Zufuhr von säurehaltigen Nahrungsmitteln im sauren Bereich zu halten.

Urin & Harn Unterschied

Blut im Urin Blasenkatheter

Harn & Urin sind Synonyme

Was ist der Unterschied zwischen Urin und Harn?

Harn ist nur ein anderer Begriff für Urin. Unterschiede zwischen beiden Flüssigkeiten gibt es nicht. Ganz präzise ausgedrückt, lässt sich Urin auch mit Restharn beschreiben. Weder in der Zusammensetzung noch in der Herkunft gibt es Abweichungen. Es handelt sich um ein- und dieselbe Flüssigkeit.


Unser Fazit zum Blasenkatheter

Ein Blasenkatheter ist zwar keine allzu erfreuliche Sache. Er kann jedoch durchaus eine Heilung von Krankheiten beschleunigen. Das medizinische Personal ist in jedem Fall dazu angehalten einen Blasenkatheter nur so lange wie nötig im Körper zu belassen.

Bessert sich der gesundheitliche Zustand, sollte der Blasenkatheter so bald wie möglich gezogen werden. Mit den modernen Medizinprodukten ist ein Blasenkatheter außerdem etwas erträglicher und weniger strapaziös. Diesen Gesichtspunkt werden unter Garantie die Männer zu schätzen wissen

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