Dekubitus

Steckbrief: Dekubitus

  • Name(n): Dekubitus; Wundliegen
  • Art der Krankheit: Geschwür
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Zu langes Liegen
  • Wieviele Erkrankte: Nicht feststellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Hautarzt
  • ICD-10 Code(s): L89

Dekubitus – Vom Liegen wund

Dekubitus

Unter einem Dekubitus versteht man eine Geschwürbildung aufgrund von Druckbelastung. Die Stärke eines Druckgeschwürs lässt sich in vier Stadien unterteilen, wobei das Endstadium tödlich verlaufen kann. Betroffen sind Menschen, deren Bewegungsfähigkeit so weit eingeschränkt ist, dass keine bewusste oder unbewusste Druckverlagerung mehr möglich ist. Zur Risikogruppe gehören folglich bettlägrige Personen, Menschen, die im Rollstuhl Sitzen, Komapatienten und neurologische eingeschränkte Personen.

Darum ist es von äußerster Wichtigkeit, dass Personen, die einer der gerade genannten Risikogruppen angehören, in regelmäßigen Abständen gedreht und gewendet werden. Diese ständige Neupositionierung läuft der Entstehung eines Dekubitus zuwider und sorgt somit dafür, dass es erst gar nicht zur Entstehung eines solchen Leidens kommt.

Definition Dekubitus

Der Dekubitus ist eine Erkrankung, mit der sich viele Menschen glücklicherweise niemals auseinandersetzen müssen. Zumindest jene nicht, die nicht selbst bettlägerig sind oder Personen pflegen, die nicht mehr aufstehen können.

Es handelt sich bei diesem Leiden um das im Volksmund bekannte „Wundliegen“. Eine Sache, die sich zunächst nicht so tragisch anhört, wie sie sich tatsächlich darstellen kann. Es handelt sich bei den Wunden, die einen Dekubitus ausmachen nicht um solche, die ein Mensch allzu leicht wegstecken kann. Darüber hinaus sollte man auch stets im Hinterkopfe behalten, dass das vorliegende Leiden in verschiedenen Schweregraden auftauchen kann. Diese sind zumeist von der Tatsache abhängig, wie lange eine Person bettlägerig ist und wie oft sie gewendet wird. Auch die allgemeine Qualität der Pflege spielt eine entscheidende Rolle dabei, wenn es darum geht gravierende Formen des Dekubitus zu vermeiden.

Dennoch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass selbst eine sehr gute Pflege einen Dekubitus nicht immer komplett verhindern kann. Sicherlich lässt sich durch eine optimale Pflege das allgemeine Risiko einschränken, dass es zu besonders schweren Ausprägungen des vorliegenden Leidens kommt, dass es aber überhaupt auftritt kann nicht komplett ausgeschlossen werden. Darum sollten sich Personen, die beispielsweise einer häuslichen Pflege nachgehen keine allzu großen Vorwürfe machen, wenn es wider Erwarten doch zu einem Dekubitus kommt.

Der Dekubitus selbst tritt in verschiedenen Schweregraden auf. Allgemein hin unterscheidet man zwischen 4 klar voneinander distinkten Graden. Erkennt man einen Dekubitus bereits sehr früh, so ist dem Betroffenen in aller Regel noch recht zu helfen und er läuft keine allzu hohe Gefahr, eine schwerwiegendere Form dieser Erkrankung zu entwickeln. Sollte jedoch eine unzureichende Pflege stattfinden oder man das Leiden im Anfangsstadium übersehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich das Leiden im Laufe der Zeit verschlimmert.

In diesem Zusammenhang ist abermals die Ausgangslage zu erwähnen, die notwendig ist, damit sich ein Dekubitus überhaupt erst einstellt. Es handelt sich, wie bereits schon erwähnt, um ein Phänomen, dass ausschließlich Menschen befällt, die den Großteil ihrer Zeit entweder liegend oder sitzend verbringen. Sicherlich muss man sich nun nicht fürchten, dass man sich beispielsweise ALS Büroangestellter einen Dekubitus ersitzt, dennoch sollte man darauf achten, einen guten Ausgleich zwischen Sitzen und Bewegung zu finden. Aber wie dem auch sei – der Tatsache halber, dass dieses Leiden nur Menschen betrifft, die ihr Leben liegend oder sitzend bestreiten, trifft es in aller Regel ältere bettlägerige Personen oder solche, die an einen Rollstuhl gebunden sind. Gleichwohl letztere Gruppe vergleichsweise selten betroffen ist. Zumindest dann, wenn der Rollstuhlnutzer nicht Tag und Nacht in seinem Rollstuhl verbringt, sondern öfter einmal Stellung und Position wechselt.

Menschen, die aufgrund allzu hohen Alters oder aufgrund anderer Faktoren dauerhaft ans Bett gebundene sind, bedürfen daher einer ganz besonders ausgeprägten Pflege. Es ist ist notwendig, diese Personen so oft es geht zu wenden, zu drehen und neu zu positionieren. Allerdings ist dies nicht nur bisweilen unmöglich, sondern auch wenig erfolgversprechend. Besonders Patienten, die künstlich ernährt werden müssen oder an Atemmaschinen angeschlossen sind, können nicht auf auf den Bauch gedreht werden. Überhaupt empfinden es viele Personen als sehr unangenehm, bäuchlings auf einem Bett zu liegen. Dadurch sind Rücken, Gesäß und Beine dauerhaft belastet. Dies wiederum befördert die Entstehung eines Dekubitus. Nicht zuletzt deswegen ist es von ausschlaggebender Wichtigkeit, die richtigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und damit dazu beizutragen, dass es erst gar nicht zu einem Ausbruch des vorliegenden Leidens kommt.

Hierzu dienen in aller Regel meist besondere Luftkissen oder andere spezielle Unterlagen, die gewisse Körperregionen temporär entlasten und also zur Folge haben, dass die Entstehung entweder ganz verhindert wird oder es zumindest zu keiner Verschlechterung des Leidens kommt. An dieser Stelle sind insbesondere Pflegekräfte dazu aufgerufen sicherzustellen, dass der Patient regelmäßig mit diesen Luftkissen versorgt wird. Es handelt sich hierbei zwar um eine schwere Aufgabe, da es notwendig ist, den Patienten auf das Kissen zu wuchten, aber nichtsdestominder ist es enorm wichtig, dies nicht zu vernachlässigen.

Sollte es wider Erwarten dennoch zu einem Dekubitus gekommen sein, stehen die Angehörigen oftmals einer eher ausweglosen Lage gegenüber. Dies liegt insbesondere daran, dass zumeist ältere Menschen zu den Opfern dieses Leidens gehören und Wunden bei diesen generell nur sehr langsam, wenn überhaupt ausheilen. Dasselbe gilt natürlich auch in Bezug auf einen Dekubitus.

Darum entwickeln Forscher immer neue Methoden, die dabei helfen sollen, einen Dekubitus erst gar nicht entstehen zu lassen. Ein aus Australien stammendes sieht hierfür die Verwendung von Lammfellen vor. Diese werden kurzgeschoren und anschließend unter die Patienten gelegt. Lammfelle leiten nicht nur einen Großteil der natürlich entstehenden Feuchtigkeit vom Körper ab, sondern sorgen auch dafür, dass der Patient einen erhöhten Liegekomfort hat, der wiederum dazu beiträgt, dass sich das vorliegende Leiden erst gar nicht einstellt. Darüber hinaus sind Lammfelle kochbar. Hierdurch lässt sich eine hygienische Wiederverwendung garantieren. In Deutschland findet diese Methode bis dato nur sehr selten Anwendung. Dies dürfte sich aber bald schon ändern. Da dieses System nicht sehr große Erfolge erzielen konnte, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht große Vorteile mit sich bringt und also die Kosten stark senkt.

Nichtsdestoweniger sollte man den Umstand nicht außer Acht lassen, dass es zwecks einer Prophylaxe am besten wäre, wenn die potentiellen Patienten bedeutend weniger Zeit in ihren Betten verbrächten. Dies ist aber leider leichter gesagt als getan. Das Pflegepersonal in deutschen Altenheimen ist ohnehin schon chronisch überbelastet und hat oftmals keine Zeit, die Insassen individuell zu betreuen. Dies führt im Umkehrschluss dazu, dass Krankheiten, wie eben dem Dekubitus, der Weg geebnet wird.

Alles in allem lässt sich also zusammenfassend erwähnen, dass es sich beim Dekubitus nicht um ein grundsätzlich vermeidbares Übel handelt, man allerdings viel zu unternehmen imstande ist, um dafür zu sorgen, dass es erst gar nicht zu einem Ausbruch kommt. Hier sind aber nicht nur die Pflegekräfte in den deutschen Heimen gefragt, sondern auch, die Patienten selbst, insofern diese noch dazu geistig in der Lage sind. Manche Menschen geben sich einfach auf und nehmen einen Dekubitus damit mehr oder weniger in Kauf, gleichwohl sie diesem aus eigener physischer Anstrengung entgegenzuwirken imstande wären.

Wie dem auch sei, bei dem vorliegenden Leiden, handelt es sich um eine ernstzunehmende Bedrohung, die insbesondere in Hinsicht auf dem demographischen Wandel in Zukunft eine wohl sehr viel prominentere Rolle spielen wird, als sie es kurrent tut. Gerade darum ist es sehr sinnig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und sich zu informieren. Hierdurch kann man nicht nur etwaig betroffenen Angehörigen helfen, sondern schaff auch für sich selbst im Alter eine Grundlage, die einem dabei helfen kann, den Dekubitus gezielt zu vermeiden.


Was ist Dekubitus?

ALS Dekubitus bezeichnet man ein schmerzhaftes Druckgeschwür der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Bereiche, bei denen die Knochen mehr hervortreten, wie Hüfte, Gelenke oder das Gesäß sind am häufigsten betroffen. Wie bereits die Bezeichnung dieser Krankheit erahnen lässt, entwickelt sich der Dekubitus aus einen permanenten, lang andauernden Druck auf einen bestimmten Körpersektor. Im normalen Alltagsleben kommt dies nicht vor, da der Mensch sich gewöhnlich bewegt und die Belastung von einem Körperteil (auch beim langen Sitzen oder Liegen) in regelmäßigen Abständen auf ein anderes verlagert. Anders verhält es sich hingegen bei Menschen, die in ihrer Bewegung durch Krankheit, Bettlägerigkeit oder eine Behinderung stark eingeschränkt sind oder, wie im hohen Alter, eine sehr dünne Haut haben. Sie sind auf die Hilfe anderer angewiesen, da eine selbstständige Druckverlagerung nicht möglich ist. Daher ist diese Form des Ulcus eng mit mangelner Pflege verbunden.

Welche Ursachen gibt es?

Wie bereits angesprochen, ist der Dekubitus auf eine mangelnde Mobilität eines Menschen zurückzuführen. Ist es dem Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg nicht möglich den Druck auf eine bestimmte Körperregion zu entlasten, mündet dies zunächst in eine Weichgewebeatrophie (Weichgewebeschwund). Muskeln und Fettgewebe, die einen Knochen schützend umgeben, werden ergo immer mehr abgebaut. Spastiken und Gelenkversteifung treten schließlich in Folge auf. Körperteile stehen so unter einer erhöhten Spannung und verhärten sich. Dadurch wird noch mehr Druck aufgebaut und es bildet sich ein Geschwür, zunächst der Haut, später auch des darunterliegenden Gewebes.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die, in Kombination mit der Bewegungsunfähigkeit eines Patienten, zu einem Dekubitus führen können. Zum einen ist dabei ein vermindertes Schmerzempfinden zu nennen. Ist diese Wahrnehmung durch Medikamente oder Nervenschäden blockiert, bleibt ein Druckgefühl unbemerkt und eine nötige Entlastung des Gewebes findet nicht statt. Eine Unterernährung, die bei schweren Erkrankungen und Bettlägerigkeit häufig vorkommt, ist ein weiteres ulcusförderndes Kriterium. Adipositas wiederum wirkt sich durch den noch größeren Druck ebenso negativ aus. Überdies spielt der Zustand der Haut eine Rolle. Besonders ältere Menschen sind von Hautatrophie (Dünnerwerden der Hautschichten) betroffen. Hierdurch mangelt es der Haut an Spannkraft, sie reißt und bildet einen Nährboden für Bakterien und Keime. Ähnliches ist auch die Folge einer stark aufgeweichten Haut. Nässende Fisteln, starkes Schwitzen in Hautfalten oder Inkontinenz können diese bedingen. Verbrennungen und andere Wunden sind ebenfalls anfällig für die Entstehung eines Dekubitus.

Abgesehen vom körperlichen Zustand eines Patienten, vermögen auch äußere Einflüsse Druckgeschwüre zu fördern. Diese ergeben sich oftmals aus mangelnder oder fehlender Pflege. Verschmutzte Unterwäsche oder Bettlaken reizen beispielsweise die Haut zusätzlich.


Symptome & Anzeichen

Ein Dekubitus kann in verschiedenen Stadien vorliegen. Je nachdem welche Phase sich das Ulcus befindet, können sich unterschiedliche Symptome ergeben. In abgestufter Reihenfolge gehören dazu folgende Veränderungen einer disponierten Körperregion:

  • Haut, die zu weich oder zu hart erscheint
  • dunkle Hautverfärbungen, die sich bei Berührung nicht aufhellen
  • Schmerzen im betroffenen Bereich
  • offene Haut
  • Eiter in der Wunde oder an den Wundrändern
  • Infektionen der Wunde

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose eines Dekubitus ist schwieriger, ALS es auf den ersten Blick erscheinen mag. Besonders im Anfangsstadium bereitet eine klare Abgrenzung beispielsweise von IAD (inkontinenzassoziierte Dermatitis) Probleme. In späteren Phasen ähnelt das Erscheinungsbild de Druckgeschwürs zum Teil schweren Läsionen. Da diese Erkrankungen ebenfalls mit Bettlägerigkeit oder Bewegungsunfähigkeit einhergehen und sich zum Teil überschneiden, muss die betroffene Hautregion eingehend untersucht und längerfristig beobachtet werden. Falls die Haut bereits geöffnet ist, können Tiefe und Größe der Wunde Aufschluss über das Vorliegen eines Dekubitus geben. Just das Ausmaß der Nekrose sichert eine Diagnose. Zudem kann austretende Flüssigkeit im Labor untersucht werden, um eine Krebserkrankung auszuschließen. Hierfür eignet sich auch eine Gewebe- und Knochenbiopsie.
Krankheitsverlauf
Ein Druckulcus durchläuft in der Regel verschiedene Stadien. Zu Beginn ist die Haut noch vergleichsweise intakt. Jedoch zeigt sich an der betroffenen Stelle je nach Hautton eine dunkle rote, blau oder violette Verfärbung. Im anschließenden Stadium ist die Haut bereits geöffnet und es zeigen sich erste Anzeichen einer Nekrose (Gewebetod). Die Wundränder sind hier noch frisch und das unterliegende Gewebe ist noch nicht stark in Mittleidenschaft gezogen. Im weiteren Verlauf extendiert diese Wunde zunehmend und bildet eine eitrige, kraterähnliche Öffnung, die tief in die unteren Hautschichten sowie das Fettgewebe hineinreicht. Die Wundränder sind nun schon deutlich nekrotisiert. Im vierten und letzten Stadium sind alle Hautschichten sowie das Fettgewebe aufgelöst und haben den Knochen freigelegt. Alle angrenzenden Gewebeschichten, Muskeln, Knorpel und Knochen sind zudem von einer Nekrose betroffen.

Die offene Wunde einer Ulzeration ist ein idealer Nährboden für Bakterien und Keime, die sich über die Blutlaufbahn im Körper ausbreiten können. Besonders im Stadium 4 der Erkrankung besteht daher die Gefahr einer Blutvergiftung oder Lungenembolie, die zum Tod führen kann.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Bei etwa 4 Prozent der Bevölkerung wurde Dekubitus diagnostiziert. Bei vollkommen gesunden Personen tritt ein Dekubitalgeschwür nicht auf. Betroffen sind in der Regel Menschen, die an einer weiteren Erkrankung leiden und aus diesem Grund in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen untergebracht sind. Einer Studie zufolge müssten Wundliegegeschwüre beinahe komplett zu vermeiden sein. Dennoch sind in den vergangenen Jahren die Fallzahlen gestiegen. Ebenso lässt sich eine Zunahme der späten Stadien beobachten. Da vor überwiegend ältere Menschen von Dekubitus betroffen sind, könnte das auf einen demografischen Zusammenhang verweisen. Allerdings häufen sich die Fälle auch bei jüngeren Patienten. Zudem zeigte sich kein vergleichbarer Anstieg der Anzahl stationärer Patienten und Pflegebedürftiger.


Komplikationen bei der Krankheit

Besonders im fortgeschrittenen Stadium der Ulzeration treten häufig Komplikationen auf. Besonders wenn Druckgeschwüre in der Nähe der Wirbelsäule entstehen, führen sie oft einer Querschnittslähmung. ALS weitere schwerwiegende Komplikation gilt das Marjolinulcus, auch Narbenkarzinom genannt, welches allerdings nur in wenigen Fällen auftritt. Es handelt sich dabei um eine bösartige Veränderung des dekubitalen Gewebes. Prekär ist diese Form des Hautkrebses zusätzlich aufgrund seiner Neigung zur Metastasenbildung. Überdies lässt die meist schlechte Verfassung des Patienten kaum eine gängige Krebsbehandlung zu.

Liegen ulcusbedingte Lähmungsschäden vor, steigt auch das Risiko einer vegetativen Dysreflexie (Dehnung eines Hohlorgans wie Blase oder Galle). Patienten leiden dann an einem erhöhten Blutdruck bei niedriger Pulsfrequenz, wodurch Kreislaufprobleme entstehen.

Im Spätstadium des Dekubitus werden neben dem Weichgewebe auch die Knochen in Mitleidenschaft gezogen. Folgende Erkrankungen können dadurch entstehen:

  • Osteitis (Knochenentzündung)
  • Osteomyelitis (Knochenmarksentzündung)
  • Pyarthros (Ansammlung von Eiter in den Gelenken)

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die betreffenden Patienten sind häufig bereits in einer medizinischen Einrichtung oder Pflegeanstalt untergebracht. Zum Teil können sie sich nicht mitteilen oder bemerken das Ulcus nicht (beispielsweise Komapatienten oder Menschen mit Lähmungen). Es ist folglich Aufgabe der zuständigen Pflegekraft oder des behandelnden Arztes erste Anzeichen eines Druckgeschwürs zu erkennen. Prinzipiell sollte jede Art der Hautveränderung abgeklärt werden, vor allem wenn sie sich auf ein Gebiet erstreckt, dass besonders zur Ulzeration neigt (beispielsweise Becken und Gesäß). Dies gilt natürlich ebenso für jene Menschen, die zur Risikogruppe gehören, aber für sich selbst sorgen können (z. B.: Menschen, die im Rollstuhl Sitzen).

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung eines Dekubitus richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Je nach Schweregrad kann Bewegungstherapie, Medikation oder Operationen zum Einsatz kommen. In jedem Fall ist die erste Maßnahme, die betroffene Körperregion zu entlasten.

In Stufe 1 und 2 liegt das Augenmerk zunächst auf einer genügenden Wundversorgung. Hierfür können unter anderem Antibiotika angeraten sein. Zudem muss die Wunde sauber gehalten werden. Ist die Haut bereits geöffnet und das Ulcus nässend, sollte mit Kochsalzlösung gespült werden. In den späten Verlaufsstadien kann eine Nekrose operative Eingriffe unabdingbar machen. Da sich abgestorbenes Gewebe ausbreitet und zudem eine Epithelisierung (Teil der Wundheilung) verhindert , muss es schnellstmöglich entfernt werden. In den Fällen, in denen große Gewebeteile bis auf den Knochen abgebaut wurden, greift die Plastische Chirurgie ein. Mithilfe einer Lappenplastik werden Gewebeteile von anderen Körperteilen entnommen und zum Verschließen des Ulcus verwendet. Hin und wieder ist auch eine Amputation unumgänglich.

Abhängig von der Behandlung wird der Dekubitus anschließend mit einem speziellen Verband umschlossen. Liegen lediglich oberflächliche Verletzungen vor, reicht ein normaler Verband. Reicht die Wunde jedoch tief ins Gewebe, muss die Öffnung mit speziellen Wundfüllern aufgefüllt werden. Bei einem nässenden Ulcus wird ein Schaumstoffverband verwendet, der austretende Flüssigkeiten auffängt.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Gehört ein Patient aufgrund seiner Erkrankung zur Risikogruppe, ist die regelmäßige Druckentlastung natürlich punctum saliens. Es gibt darüber hinaus eine Reihe weiterer Maßnahmen, die dem Dekubitus vorbeugen können. Die Wichtigsten sind hier aufgezählt:

  • regelmäßige Kontrolle der Haut
  • Pflege und Flexibilitätserhaltung der Haut
  • ausreichend Flüssigkeitszufuhr
  • Schmerzkontrolle
  • Sauberhalten von Kleidung und Bettwäsche
  • regelmäßige Reinigung des Körper
  • Erhaltung der Beweglichkeit durch z. B. Physiotherapie
  • Vermeiden von Unter- oder Übergewicht

Generell kann mit einer aufmerksamen Pflege das Risiko eines Druckulcus erheblich minimiert werden. Immer wieder werden in den Medien jedoch Berichte über „chronischen Pflegemangel“ laut. Viele Pflegeeinrichtungen und Kliniken sind von einem Stellenabbau betroffen. Das verbleibende Personal ist in solchen Fällen schlicht nicht mehr in der Lage alle Patienten so umfassend zu betreuen wie eigentlich nötig. Ein Indiz hierfür ist die steigende Fallanzahl. Angehörige des Patienten sollten folglich in Erwägung ziehen, den Betroffenen bei der Verlagerung des Drucks zu unterstützend und falls dies angebracht ist, selbst regelmäßige Kontrollen durchführen.


Prognose zur Heilung

Der Dekubitus verhält sich bei Behandlung im Prinzip wie jede andere Hautverletzung: Die Wundränder wachsen zusammen und vernarben schließlich. Bei circa 70 bis 80 Prozent der Betroffenen des 1. und 2. Stadiums erfolgt dies komplikationslos. Schwieriger gestaltet sich die Situation für Patienten, die an einem fortgeschrittenen Wundgeschwür leiden. Das Ulcus führt per se nur in 7 bis 8 Prozent der Fälle zum Tod. Allerdings erhöht er die Mor­ta­li­tätsrate um etwa 50 Prozent. Dies beruht besonders auf den Begleiterscheinungen wie Infektionen und Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Bei gleicher Vorerkrankung ist das Sterberisiko von Betroffenen mit Ulcus um das vierfache höher ALS von Patienten ohne Druckgeschwür.

Auch bei einer erfolgreichen Behandlung des Dekubitus muss mit einer relativ langen Rekonvaleszenz (Genesungszeit) gerechnet werden. Zudem besteht die Möglichkeit erneut einen Ulcus zu bilden, wenn die Rahmenbedingungen gleichbleibend sind. Beispielsweise wird die sich die altersbedingt verdünnte Haut eines bettlägerigen Patienten nicht revitalisieren und ulcusanfällig bleiben.


Verwandte Krankheiten

Ein Dekubitus kommt selten allein. Oftmals hängen diesem Leiden eine ganze Reiher anderer Leiden an. Diese befallen allerdings nicht nur die Haut, sondern können nin nicht wenigen Fällen auch die Organe oder andere Teile des Körpers angreifen. Dazu im Folgenden eine kurze Zusammenfassung:

  • Hämorrhoiden: Es gilt zunächst zwischen äußeren und inneren Hämorrhoiden zu unterscheiden. Dabei sind äußere Hämorrhoiden nicht unbedingt immer gefährlich. Sollte sich in denselben noch keine Thrombose eingestellt haben, kann man durchaus davon ausgehen, dass die Symptome sich in Grenzen halten werden. Kritisch wird die ganze erst dann, wenn sich Thrombosen einstellen. Zumeist ist in diesen Fällen davon auszugehen, dass es zu einer immensen Entwicklung von Schmerz kommt. Dieser verschwindet zwar in aller Regel nach ein bis drei Tagen wieder, ist aber für die Zeit des Bestehens kaum ohne Schmerzmittel zu ertragen. Hinzu kommt noch der unglückliche Umstand, dass das Defäkieren während dieser Zeit stark erschwert ist. Sicherlich sind die meisten Betroffenen zwar immer noch in der Lage, Stuhl abzuscheiden, dennoch stellt sich dieser Vorgang nicht selten als ein absonderliches Martyrium dar. Der Erkrankte ist ist oftmals nur unter Schreien dazu imstande, Kot auszulassen.

    Darüber hinaus sollte man auch die im Rahmen der eben genannten Ausprägung der Krankheit entstehenden kosmetischen Faktoren nicht unterschätzen. Zwar geht der imminente Schmerz bereits nach einigen wenigen Tagen, wie bereits erwähnt, zurüCK, nicht so aber die Schwellung, sprich die also solche wahrgenommene äußere Hämorrhoide. Diese kann bis zu vier oder mehr Wochen in ihrer Form verbleiben und somit zu gewissen Einschränkungen führen. Besagte Einschränkungen betreffen in erster Linie die Analhygiene des Betroffenen. Diese ist aufgrund der Umstände nur noch schwer zu gewährleisten. Darum kann es notwendig sein, sich nicht mehr nur mit Toilettenpapier zu reinigen, sondern auch andere Mittel zu gebrauchen. Beispielsweise Sitzbäder oder fließendes Wasser.

    Intern auftretende Hämorrhoiden treten dagegen in aller Regel eher schmerzfrei auf. Sie äußern sich allein dadurch, dass sie während oder nach dem Stuhlgang einiges an Blut absondern. Dieses Blut kann daraufhin entweder im Stuhl selbst oder anderweitig nachgewiesen werden. So zum Beispiels als rote Flecken auf den Toilettenpapier, als Flecken in der Unterwäsche oder durch Heraustropfen aus dem Anus. Man sollte dies zwar als ein deutliches Warnsignal verstehen, sich aber dennoch nicht allzu viele Sorgen machen. Schließlich und endlich handelt es sich hierbei um keine allzu gravierenden Erscheinungen. Man könnte das Abscheiden von Blut während oder nach dem Stuhlgang im Rahmen der vorliegenden Erkrankung durchaus als normal ansehen. Dennoch sollte man auch dieses Symptom nicht auf die leichte Schulter nehmen und im Bedarfsfall einen Mediziner konsultieren. Alles andere wäre sich selbst gegenüber grob fahrlässig. Nichts zuletzt deswegen, weil man als neuerlich erkrankter Patient auch andere, potentiell ansteckende Krankheiten als Ursache nicht ausschließen kann.

    Ansonsten äußern sich die innen liegenden Hämorrhoiden zumeist, wie bereits erwähnt, nicht oder nur kaum schmerzvoll. Nichtsdestotrotz kann es vorkommen, dass sich dieser Zustand ändert. Dies ist immer dann der Fall, wenn die inneren Hämorrhoiden Thrombosen und / oder Nekrosen entwickeln. Hierbei sind insbesondere nekrotisierende Hämorrhoiden immens gefährlich und sollten sofort und ohne zu zögern behandelt werden. Zugegebenermaßen ist es eher unwahrscheinlich, daran zu sterben, aber es gibt durchaus Todesfälle, die direkt auf eine solche Diagnose zurückzuführen waren. Darüber hinaus sollte man auch sich ggf. auch auf weitere Symptome einstellen. Diese können unter anderem chronische Durchfälle sowie chronische Verstopfungen umfassen. Seltener kommt es zudem auch zu einer Inkontinenz. Dieses Phänomen tritt allerdings vergleichsweise selten auf. Ist dies jedoch der Fall, sollte man das als roten Alarm verstehen und so schnell als irgend möglich bei einem Arzt vorstellig werden. Inkontinenz ist keine Bagatelle und kann nicht nur auf gesundheitlicher Ebene zu starken Einbußen führen. Auch auf sozialer Ebene ist ein solches Gebrechen mit teils immensen Einschränkungen verbunden. Dabei lassen sich die meisten Fälle dieses Leidens relativ gut behandeln. Alles in allem wären sie also durchaus vermeidbar.

  • Hautkrebs: Unter dem Begriff “Hautkrebs” werden eine Reihe maligner (bösartiger) Veränderungen des Hautgewebes verstanden. Sie werden sich in erster Linie in den schwarzen und den weißen Krebs unterteilt.

    Am bekanntesten ist dabei der schwarze Hautkrebs, das sogenannte Melanom. Es entwickelt sich aus den Pigmentzellen der Haut (Melanozyten), wobei sich in vielen Fällen eine Veränderung bereits zuvor auffälliger Hautauffälligkeiten zeigt. Der weiße Hautkrebs wiederum kann in zwei Typen unterteilt werden. Zum einen kann es in der typischen Ausprägung des Spinalioms als schuppiges, erhabenes Karzinom vorliegen. Zum anderen tritt es als Basalzellkarzinom auf und manifestiert sich mittels deutlich sichtbarer, heraustretender Äderchen.

    Oftmals fällt es schwer einen Hautkrebs von anderen auftretenden Hautmutationen abzugrenzen. Hierfür wurde das sogenannte ABCDE-Markerverfahren entwickelt, mittels dessen die Hauptmerkmale eines Hautkrebses leichter ermittelt werden können. Demnach ist ein Karzinom durch folgende Marker gekennzeichnet: Asymmetrie, ein unscharfer Rand, eine unregelmäßige und unnormale Färbung, ein überdurchschnittlicher Durchmesser sowie eine Erhabenheit, die mit beispielsweise Warzen vergleichbar ist. Darüber hinaus, ist ein Hautkrebs nicht schmerzhaft und kann deswegen leicht übersehen werden. Einer Selbstdiagnose ist aus diesem Grund nicht angeraten. Vielmehr sollte in Hautarzt alle Auffälligkeiten regelmäßig abklären.

    Über die Ursachen eines Hautkrebses gibt es noch keine abschließenden Erkenntnisse. Bisweilen ist jedoch klar, dass Sonnenstrahlung zu seiner Entstehung beitragen kann. Aus diesem Grund ist Schutz vor übermäßiger Bestrahlung der Haut eine gängige Präventivmaßnahme, die stets beachtet werden sollte.

  • Aneurysma: Aneurysmen gehören zu jenen Erkrankungen, die die Menschen seit Anbeginn der Zeit beschäftigen. Bereits im Papyrus Ebers (circa 1550 v. u. Z.) finden sich detallierte Schilderungen dieses Leidens. Es handelt sich dabei um eine Schädigung der Gefäßwand von Arterien, insbesondere den großen Schlagadern. Durch diese Beschädigung, sei sie nun mechanisch oder aufgrund einer Erkrankung beziehungsweise angeborenen Gewebsschwäche entstanden, bildet sich eine kleine Tasche. In dieser sammelt sich mehr und mehr Blut. Hernach schwillt nicht nur die Tasche oder Aussackung an, sondern das Gewebe wird zusätzlich immer mehr beschädigt. Hinzu kommt, dass die Wand der Arterie durch das zusätzlich einströmende Blut immer stärker gedehnt wird. Unter ungünstigen Umständen kann schließlich die Gefäßwand nachgeben und einreißen. Dies bezeichnen Mediziner als Gefäßruptur. Wenn sie eintritt, stellt das für den Menschen einen lebensbedrohlichen Zustand dar, da Blut nicht an die entsprechenden Organe weiter geliefert wird, sondern unkontrolliert in das umliegende Gewebe ausströmt. Es kommt so unter anderem zu Blutungen in den Subachachnoidalraum (Hirnblutung), Einblutungen in das Becken oder den Brustkorb.

    Die Krux dieser Erkrankung besteht vor allen Dingen darin, dass Betroffene nichts von der Existenz eines Aneurysmas spüren, unabhängig davon, ob es sich um ein Mikroaneurysma mit einer Größe von einem Millimeter oder eine riesige, zehn Zentimeter umfassende Aterienerweiterung handelt. Im schlimmsten Falle wird die Existenz dieses Gefäßwandschadens erst durch eine Ruptur deutlich, wobei dann unter Umständen jede Hilfe zu spät kommt.

    Die Medizin kennt drei verschiedene Arten von Aneurysmen: das echte (A. Verum) Aneurysma, das Pseudoaneurysma sowie die durch Wanddissektion hervorgerufene Erweiterung (Aneurysma dessecans). Der Unterschied dieser drei Typen liegt darin, welche Bereiche einer Arterie betroffen sind. Eine normale Schlagader ist ein Hohlorgan, dessen Wand aus drei Schichten besteht, nämlich der innen liegenden Tunica intima, der Tunica media sowie der Tunica externa, also der Außenhaut der Arterie. Beim echten Aneurysma sind alle drei Schichten gleichermaßen betroffen und ausgeweitet. Dadurch ist eine relativ gleichmäßige Aussackung zu erkennen. Beim Pseudoaneurysma hingegen wurden die beiden innen liegenden Hautschichten zerstört, dadurch sammelt sich Blut zwischen der Tunica media und der Tunica externa, welche wiederum ähnlich einem Ballon mit zunehmendem Bluteinfluss immer mehr aufgeblasen wird. Das Aneurysma dessecans hingegen stellt eine Schwäche des äußeren Gewebes dar. Hier ist also lediglich die Außenhaut des Gefäßes verdickt.

    Zu den besonders häufig auftretenden gehören das Aortenaneurysma (Aneurysma der Hauptschlagader) sowie das zerebrale Aneurysma. Letzteres ist stellt die Medizin vor eine besondere Herausforderung, da unter Umständen Bereiche des Hirns betroffen sind, die operativ nicht zugänglich sind. Darüber hinaus sind hier, abhängig von der Größe der Gefäßausdehnung, unterschiedlichste Symptome möglich, da auf die empfindlichen Hirnnerven leicht Druck ausgeübt werden kann. Kleinste Wölbungen können also bereits gravierende Folgen haben.

  • Depressionen: Bei einer Depression handelt es sich um ein psychologisches Leiden. Die genauen Ursachen hierfür können vielerlei Natur sein und sind kaum zu verallgemeinern. Es lässt sich jedoch mit relativer Sicherheit behaupten, dass Depressionen, gleichwohl auch dies nicht gänzlich auszuschließen ist, nur äußerst selten vollkommen unabhängig von einem fassbaren Grund auftreten. Zumeist liegen diesem Leiden schwerwiegende traumatische Erfahrungen zugrunde. Aber auch weniger starke negative Geschehnisse können eine Depression verursachen. Hier kommt es sehr stark auf die jeweilige allgemeine seelische Verfassung und Härte des Individuums an. Manche Personen stecken selbst immens traumatische Erfahrung spielend weg, wohingegen andere bereits an nichtigen Geringfügigkeiten zerbrechen.

    Überhaupt und generell handelt es sich bei der vorliegenden Erkrankung um ein sehr fallspezifisches Leiden, dass sich nur sehr schwer bis gar nicht in vorgegebene Muster zwängen lässt. Darum sollte man dies am besten auch erst gar nicht versuchen und Allgemeinplätze und hohle Phrasen vermeiden – insbesondere im direkten Umgang mit Betroffenen. Diese kennen derlei Phrasen bereits und reagieren nicht selten ablehnend oder gar ungehalten darauf. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie gut gemeint sind oder nicht.

    Auch ist es wichtig, sich bereits in der Frühphase der Erkrankung um einen Therapieplatz zu bemühen. Eine psychotherapeutische Langzeitbetreuung ist oftmals der einzige probate Weg, mit dem vorliegenden Leiden umgehen zu lernen. Die Kombination aus Gesprächstherapie und stimmungsaufhellenden Medikamenten ist die am häufigsten zum Einsatz kommende Art der Behandlung in Bezug auf eine Depression. Aber auch ohne die Gabe von Antidepressiva, die teil schwere Nebenwirkungen haben können, ist es möglich, therapeutische Erfolge zu erzielen.

    Alles in allem ist es also aufgrund der doch sehr individuellen Ausprägungen dieses Leidens kaum möglich, es in allgemeiner Form zu definieren. Man kann grundsätzlich von einer seelischen Missstimmung sprechen, die verschiedenste Formen und Ausprägungen annehmen kann. Sie kann sehr moderat verlaufen, aber auch extrem. Ein Freitod als finale Konsequenz ist nicht auszuschließen. Auch aus der Depression hervorgehende organische Leiden können entstehen, wenn diese nicht korrekt und zeitnahe behandelt wird.

  • Röteln: Röteln gehören, genauso wie Mumps, Masern oder Windpocken, zu den Kinderkrankheiten. Dieser Begriff wird in der Medizin genau dann verwendet, wenn eine hohe Rate der Durchseuchung ob einer enormen Infektiosität gegeben ist. Hierdurch wird die Mehrheit der Menschen bereits im Kindesalter mit dem Rötelnerreger infiziert. Anschließend besteht eine lebenslange Immunität.

    Röteln werden im Volksmund gemeinsam mit Masern und Scharlach unter dem Begriff Rubeola zusammengefasst. Grund hierfür ist der rote, punktförmige Hautausschlag, der bei allen drei Erkrankungen deutlich hervortritt, obgleich ein jeweils eigenständiger Virus ursächlich ist.

  • Gürtelrose: Die Gürtelrose ist ein Leiden, das beinahe so ALT ist wie die Menschheit selbst oder zumindest so alt wie die ersten sesshaften Kulturen. Dieser Umstand lässt sich anhand recht eindeutiger schriftlicher Dokumente aus dieser zeit nachweisen, die klar das Vorhandensein von Gürtelrose beschreiben. Darum handelt es sich bei diesem Gebrechen um eine der ältesten bekannten Krankheiten. Dennoch ist es bislang noch nicht gelungen, die Gürtelrose vollends vom Angesicht der Erde zu fegen. Man sollte aber auch nicht unzufrieden mit den bereits erzielten Fortschritten sein. Dies haben letzten Endes dazu geführt, dass das Leiden als solches wesentlich seltener vorkommt und wenn doch, dass sich zumindest die Behandlung einfacher und simpler gestaltet als noch vor einigen wenigen Jahrzehnten.

    Ansonsten handelt es sich bei der Gürtelrose um ein Leiden, dass sich dieselben grundsätzlichen Erreger mit einer anderen sehr bekannten Krankheit teil: Windpocken. Beide werden von sog. Varizellen ausgelöst. Hierbei handelt es sich um eine Virenfamilie. Diesen Viren ist es eigen, auf ewig im Körper des Befallenen zu verbleiben – selbst dann noch, wenn die Krankheit als solche schon auskuriert ist. Diese Viren verfallen die meiste Zeit jedoch in einen dormanten Status, sprich in eine Art Schlaf. Aus diesem erwachen sie nur, wenn das Immunsystem des Wirts so stark geschwächt ist, dass es für die Varizellen wahrscheinlich wird, eine Krankheit auslösen zu können. Ist dies der Fall entsteht eine Gürtelrose.

    Damit ist die Gürtelrose sozusagen das Windpockenäquivalent für Erwachsene. Gleichwohl diese Aussage natürlich hochgradig übersimplifiziert ist. Im Großen und Ganzen aber, kann man sich darauf stützen, dass es sich ähnlich verhält. Nichtsdestotrotz können auch Kinder an Gürtelrose und Erwachsene an Windpocken erkranken! Diesen Umstand sollte man nicht vergessen und nicht vernachlässigen. Gleichwohl die Chancen für das Eintreten dieser Fälle zumeist sehr gering liegen und man sich also dahingehend keine allzu großen Gedanken machen sollte.

  • Nagelpilz: Bei dem Nagelpilz, der im medizinischen Fachjargon auch unter dem Ausdruck „Onychomykose“ (gr. ὄνυξ (ónux) Nagel + μύκης (múkēs) Pilz(-erkrankung) + -ωσις (-ōsis) Krankheit) bekannt ist, handelt es sich um eine recht verbreitete Krankheit, die zumeist in Form eines kleinen gelben oder weißen Punkten an der Spitze des Fingernagels oder Fußnagels beginnt. Je weiter und je tiefer sich die Infektion nun in das Nagelbett und in den Nagel selbst hineinfrisst, desto stärkere Symptome treten auf. Hierbei sind Veränderungen der Farbe des Nagels oder die Verdickung desselben genauso häufig, wie der Fall, dass er an der Spitze oder an den Seiten „ausfranst“ bzw. brüchig wird. Es ist darüber hinaus keine Seltenheit, dass mehrere Nägel auf einmal betroffen sind. Selten jedoch sind alle Nägel gleichzeitig infiziert.

    Die Frage nach der Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung ist sehr stark fallabhängig. Zwar ist grundsätzlich zu einer Untersuchung, zumindest pro forma, zu raten, nichtsdestoweniger ergibt sich aus einer solchen nicht immer auch akuter Handlungsbedarf. Bisweilen reichen Hausmittel oder genügend Zeit zur Heilung vollkommen aus. Ist dies der Fall, sollte man auch auf eine medikamentöse Behandlung verzichten. Zwar beschleunigt eine solche in aller Regel den Prozess der Heilung, dennoch stellen Medikamente immer eine Mehrbelastung für den menschlichen Organismus dar und sind deshalb ausschließlich im absoluten Bedarfsfall anzuwenden.

    Darüber hinaus sollte man sich stets im Klaren darüber sein, dass eine erfolgreiche Behandlung, sei sie nun mithilfe von Medikamenten, Hausmitteln oder dem Faktor Zeit zustande gekommen, nicht zwangsläufig dafür spricht, dass man Zeit seines Lebens frei von diesem Leiden ist. Nagelpilze kommen sehr häufig in sporadischen Abständen zurück und brechen dann immer wieder aus – ganz ähnlich dem Lippenherpes.

    Zudem sollte man Nagelpilz nicht mit Fußpilz verwechseln. Es handelt sich hierbei um zwei unterschiedliche und klar von einander unterscheidbare Erkrankungen.


Alternative Behandlungsmethoden

Für alternative Behandlungsansätze gilt das Gleiche wie für den Einsatz von Hausmitteln: Die Absprache mit dem behandelnden Arzt ist unabdingbar. In schweren Verlaufsformen ist eine Operation sogar die einzige erfolgsversprechende Maßnahme. Lediglich im Bereich der Prävention oder ALS Unterstützung zur schulmedizinischen Behandlung kann die Alternativmedizin, wenn vom Facharzt empfohlen, angewendet werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf bewegungsorientierten Ansätzen. Therapien, die einer Versteifung der Muskeln und Gelenke entgegenwirken oder Gelenke entlasten, können durchaus einen positiven Effekt erzielen. Wenn Bewegungen bei Patienten aufgrund ihrer Erkrankung mit Schmerzen einhergehen, kann beispielsweise Wassertherapie in Erwägung gezogen werden.

Welche Hausmittel können helfen?

In der entsprechenden Literatur finden sich zum Teil zweifelhafte Behandlungsvorschläge wie beispielsweise Apfelessigwickel. An dieser Stelle muss dringlichst von solchen Verfahren und generell einer möglichen Selbstmedikation abgeraten werden. Druckgeschwüre können schwerwiegende Folgen haben wie Lähmung oder sogar Tod. Aus diesem Grund muss immer ein Arzt zurate gezogen werden. Darüber hinaus kann eine nicht vom Facharzt abgesegnete Behandlung mit Salben oder Umschlägen bei offener Ulzeration zu Blutvergiftungen führen. Denn für Laien sind Nekrosen und Entzündungsherde zum Teil nicht erkennbar. Ein Druckgeschwür ist in dem Sinne nicht mit anderen Hautverletzungen vergleichbar.

Zur Prävention kann ein bettlägiger Patient auf ein Wasserbett verlegt werden. Wasserbetten wurden um 1850 explizit für die Krankenpflege entwickelt und schließlich auch zur Behandlung von Druckgeschwüren eingesetzt. Heute gibt es Wasserbetten, die speziell zur Verhütung eines Druckulcus gedacht sind. Grundlage bietet die weiche, nicht starre, sondern bewegliche Oberfläche. Diese minimiert einerseits den Druck auf gefährdete Hautregionen und erleichtert andererseits eine Verlagerung des Patienten.

Als präventive Maßnahme können folgende Behandlungen zum Einsatz kommen:

  • Chirotherapie
  • Wassertherapie
  • Schlingentisch-Therapie
  • Watsu

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Kamille
  • Ringelblume
  • Salbei
  • Spitzwegerich
  • Bärlappsporen
  • Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen, müssen aber mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

    Ätherische Öle

    • Simmondsia chinensis
    • Lavandula angustifolia
    • Cistus ladaniferus
    • Leptospermum scoparium
    • Mentha piperita
    • Ocimum Basilicum

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen, müssen aber mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

    Homöopathie & Globuli

    • Secale cornutum C5
    • Carbo vegetabilis
    • Hepar sulfuris
    • Acidum hydrofluoricum

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen, müssen aber mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

    Schüssler-Salze

    Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen, müssen aber mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

    Diät & Ernährung

    Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist in jedem Falle eine Präventionsmaßnahme. Das gilt ebenso für ausreichendes Trinken von Wasser. Liegt bereits ein Dekubitus vor, sollte die tägliche Kalorienzufuhr möglichst erhöht werden, da der Körper, durch die Bekämpfung von Infektionen und die Wundheilung, einen höheren Energiebedarf als normal aufweist. Pflanzliche Fette und Vitamine (z. B.: Vitamin A, Vitamin K, Vitamin C) tragen ebenfalls zu Erleichterung der Wundheilung bei. Es sollte unbedingt auf Alkohol und Tabak verzichtet werden.

    Da es sich beim Dekubitus um eine Erkrankung handelt, die stark mit einem Geschwür verwandt ist, sollte man verstärkt auf seine Ernährung achten. Dabei gibt es jedoch keine vorgefertigten Ernährungspläne. Eine allgemein gute und gesunde Ernährung, die darüber hinaus die Vermeidung von Auslösern für beispielsweise starkes Schwitzen miteinbezieht, kann allerdings für eine erhebliche Verbesserung des allgemeinen Krankheitsbildes sorgen und dem Patienten somit viel Leid ersparen.

    Eine Stärkung des Immunsystems und der allgemeinen Abwehrkräfte sind hierbei zu begrüßende Nebeneffekte. Dennoch ist jeder gut damit beraten, die Aufnahme von raffiniertem Zucker deutlich zurückzufahren. Hierdurch erhöht nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern auch die der Haut im Speziellen. Nichtsdestotrotz kann eine allgemeine gesunde Ernährung diesbezüglich sehr förderlich sein und überdies noch vorbeugend wirken.
    Allgemeine Tipps sind daher:
    Bedenkenlos konsumieren kann man:

    • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
    • Meeresfrüchte
    • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
    • Hülsenfrüchte
    • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
    • Vollkornprodukte

    Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

    • Rotes Fleisch
    • Tabakwaren
    • Raffinierter Zucker
    • Stark fetthaltige Speisen
    • Fertiggerichte
    • Alkoholika
    • Weißes Mehl
    • Fast Food

    Man sollte außerdem stets im Hinterkopfe behalten, dass Übergewicht eine immense Belastung für den Organismus darstellt. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser durch genetische Faktoren vorbelastet ist oder nicht. Darum ist es wichtig darauf zu achten, stets ein angemessenes Gewicht zu halten, um seinen Körper keinen überflüssigen Strapazen auszusetzen. Wer sich zudem an eine solche Ernährung hält, kann nicht nur sein Immunsystem dadurch stärken, sondern wirkt auch noch prophylaktisch auf eine ganze Reihe potentieller Krankheiten ein, die aufgrund der gesunden Ernährung erst gar nicht ausbrechen.

    Ein Diätologe oder ein Ernährungswissenschaftler können einem zusätzlich dabei helfen, einen perfekten und individuell maßgeschneiderten Ernährungsplan für einen zu erstellen. Es lohnt sich daher immer, einen solchen zu konsultieren, wenn man dauerhaft etwas an seiner Ernährung verändern will.


    FAQ – Fragen & Antworten

    Nein, vermutlich nicht. Es sei denn, dass man tatsächlich beinahe 100% seiner Zeit sitzend verbringt und niemals von seinem Stuhl oder Sessel aufsteht. Nichtsdestominder sollte man bedenken, dass Personen, die sehr viel Sitzen, damit rechnen müssen, dass gewisse Partien ihres Körpers davon irreparable Schäden nehmen. Nichts zuletzt deswegen ist es von größter Wichtigkeit, dass man sich einen sportlichen Ausgleiche zu seiner sitzenden Tätigkeit sucht. Insbesondere Sportarten, deren Ziel es ist, die Ausdauer zu stärken, sind hierbei vornehmlich zu empfehlen. Sprich Fahrradfahren, Joggen und / oder Schwimmen. Sollte dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein, ist es dennoch empfehlenswert, dass man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegt. Selbst wenn dies nur bedeutet, dass man mit den Fingern oder den Zehen wackelt. Alles ist besser ALS nichts.

    Darüber hinaus sollte man aber den Umstand nicht aus den Augen lassen, dass man durch einfaches Sitzen wohl eher keinen Dekubitus erwarten muss. Hierzu bedarf es einiger Anstrengung.
    Wie kann ich Dekubitus bei der häuslichen Pflege vermeiden?
    Viele Personen, die Angehörige oder andere Personen privat zu hause pflegen, haben sich zwangsweise schon mit dem Problem Dekubitus auseinandergesetzt. Selbst wenn man sich sehr bemüht, kann es bisweilen vorkommen, dass sich das Wundliegen nicht vermeiden lässt. In diesen Fällen kann es notwendig sein, dass man einen Arzt oder geschultes Pflegepersonal ins Haus holt, um die offenen Wunden entsprechend behandeln zu können. Des Weiteren ist es sehr zu empfehlen, dass man die bettlägerige Person in regelmäßigen Abständen dreht und wendet. Zudem ist es notwendig, dass man den Pflegebedürftigen sehr sauber hält und die Windeln regelmäßige wechselt. Dies hilft oftmals schon sehr dabei, einen Dekubitus zu vermeiden.

    Auch sollte man bedenken, dass die warmen Temperaturen des Sommers besonders häufig dazu führen, dass sich durch zu vieles Liegen offene Wunden bilden. Darum kann es überdies hilfreich sein, das Pflegezimmer immer gut zu temperieren, um ggf. Schwitzen und somit Verunreinigungen zu vermeiden.

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