Dekubitus

Definition Dekubitus

Dekubitus

Unter einem Dekubitus versteht man eine Geschwürbildung aufgrund von Druckbelastung. Die Stärke eines Druckgeschwürs lässt sich in vier Stadien unterteilen, wobei das Endstadium tödlich verlaufen kann. Betroffen sind Menschen, deren Bewegungsfähigkeit so weit eingeschränkt ist, dass keine bewusste oder unbewusste Druckverlagerung mehr möglich ist. Zur Risikogruppe gehören folglich bettlägrige Personen, Menschen, die im Rollstuhl Sitzen, Komapatienten und neurologische eingeschränkte Personen.

Darum ist es von äußerster Wichtigkeit, dass Personen, die einer der gerade genannten Risikogruppen angehören, in regelmäßigen Abständen gedreht und gewendet werden. Diese ständige Neupositionierung läuft der Entstehung eines Dekubitus zuwider und sorgt somit dafür, dass es erst gar nicht zur Entstehung eines solchen Leidens kommt.


Steckbrief: Dekubitus

  • Name(n): Dekubitus; Wundliegegeschwür; Druckulkus; Dekubitalgeschwür
  • Art der Krankheit: Ulcus
  • Verbreitung: 4 Prozent der Bevölkerung
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike (z. B. bei Hippokrates von Kos)
  • Behandelbar: abhängig vom Schweregrad
  • Art des Auslösers: Langanhaltender Druck auf eine Körperstelle
  • Wieviele Erkrankte: 4 Prozent der Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; plastischer Chirurg; Pflegepersonal
  • ICD-10 Code: L89

Was ist Dekubitus?

ALS Dekubitus bezeichnet man ein schmerzhaftes Druckgeschwür der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Bereiche, bei denen die Knochen mehr hervortreten, wie Hüfte, Gelenke oder das Gesäß sind am häufigsten betroffen. Wie bereits die Bezeichnung dieser Krankheit erahnen lässt, entwickelt sich der Dekubitus aus einen permanenten, lang andauernden Druck auf einen bestimmten Körpersektor. Im normalen Alltagsleben kommt dies nicht vor, da der Mensch sich gewöhnlich bewegt und die Belastung von einem Körperteil (auch beim langen Sitzen oder Liegen) in regelmäßigen Abständen auf ein anderes verlagert. Anders verhält es sich hingegen bei Menschen, die in ihrer Bewegung durch Krankheit, Bettlägerigkeit oder eine Behinderung stark eingeschränkt sind oder, wie im hohen Alter, eine sehr dünne Haut haben. Sie sind auf die Hilfe anderer angewiesen, da eine selbstständige Druckverlagerung nicht möglich ist. Daher ist diese Form des Ulcus eng mit mangelner Pflege verbunden.

Welche Ursachen führen zu Dekubitus?

Wie bereits angesprochen, ist der Dekubitus auf eine mangelnde Mobilität eines Menschen zurückzuführen. Ist es dem Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg nicht möglich den Druck auf eine bestimmte Körperregion zu entlasten, mündet dies zunächst in eine Weichgewebeatrophie (Weichgewebeschwund). Muskeln und Fettgewebe, die einen Knochen schützend umgeben, werden ergo immer mehr abgebaut. Spastiken und Gelenkversteifung treten schließlich in Folge auf. Körperteile stehen so unter einer erhöhten Spannung und verhärten sich. Dadurch wird noch mehr Druck aufgebaut und es bildet sich ein Geschwür, zunächst der Haut, später auch des darunterliegenden Gewebes.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die, in Kombination mit der Bewegungsunfähigkeit eines Patienten, zu einem Dekubitus führen können. Zum einen ist dabei ein vermindertes Schmerzempfinden zu nennen. Ist diese Wahrnehmung durch Medikamente oder Nervenschäden blockiert, bleibt ein Druckgefühl unbemerkt und eine nötige Entlastung des Gewebes findet nicht statt. Eine Unterernährung, die bei schweren Erkrankungen und Bettlägerigkeit häufig vorkommt, ist ein weiteres ulcusförderndes Kriterium. Adipositas wiederum wirkt sich durch den noch größeren Druck ebenso negativ aus. Überdies spielt der Zustand der Haut eine Rolle. Besonders ältere Menschen sind von Hautatrophie (Dünnerwerden der Hautschichten) betroffen. Hierdurch mangelt es der Haut an Spannkraft, sie reißt und bildet einen Nährboden für Bakterien und Keime. Ähnliches ist auch die Folge einer stark aufgeweichten Haut. Nässende Fisteln, starkes Schwitzen in Hautfalten oder Inkontinenz können diese bedingen. Verbrennungen und andere Wunden sind ebenfalls anfällig für die Entstehung eines Dekubitus.

Abgesehen vom körperlichen Zustand eines Patienten, vermögen auch äußere Einflüsse Druckgeschwüre zu fördern. Diese ergeben sich oftmals aus mangelnder oder fehlender Pflege. Verschmutzte Unterwäsche oder Bettlaken reizen beispielsweise die Haut zusätzlich.

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