Kieselsäure

Was ist Kieselsäure?

Immer öfter ist die Rede von Kieselsäure. Vor allem im Zusammenhang mit der Kosmetikindustrie, aber auch im Bereich der Naturheilkunde findet die Anwendung von Kieselsäure immer mehr Bedeutung. Aber was genau ist Kieselsäure? Um nicht allzu tief in die ewigen Weiten der Chemie eintauchen zu müssen, kann man vereinfacht sagen, dass es sich bei Kieselsäure umgangssprachlich um eine Sauerstoffverbindung mit dem lebensnotwendigen Spurenelement Silizium handelt.

Bei Silizium selbst handelt es sich um ein chemisches Element mit dem Formelzeichen Si. Man geht davon aus, dass im menschlichen Körper etwa 1 bis 2 Gramm ALS Spurenelement davon enthalten sind. Somit steht es mengenmäßig an dritter Stelle, nach Eisen und Zink.

Nach Sauerstoff findet man es als das zweithäufigste Element auf der Erde, da sich etwa 26 % in der Erdkruste befinden. Es ist also nicht nur im menschlichen Körper vorhanden, sondern ebenfalls im Boden, in Gesteinen, Quarz oder in einigen Edelsteinen. In der Industrie wird es bei der Herstellung von Porzellan oder Glas eingesetzt.

Oft ist auch die Rede von der „Kieselerde“. Dabei handelt es sich um fossile Gesteine, die einen hohen Siliziumgehalt aufweisen. Hier ist Kieselsäure mit etwa 80 % der Hauptbestandteil.

Die Zellhülle der Kieselalge besteht komplett aus Kieselsäure. Bei der Kieselalge handelt es sich um einen einzelligen Meeresbewohner, der bereits vor Millionen von Jahren auf der Erde lebte. Da sich die Meere zurückbildeten, entstanden große Ablagerungen der abgestorbenen Kieselalgen, sogenannte „Halden“. Diese Halden werden innerhalb Deutschlands hauptsächlich in Bayern oder der Lüneburger Heide abgebaut.

Wie wirkt Kieselsäure im Körper?

Kieselsäure erfüllt eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben im Körper. Die Wirkung auf den Organismus ist bisher aber noch nicht abschließend erforscht. Wissenschaftlich gesichert und unumstritten ist jedoch, dass es sich bei dem in Kieselsäure enthaltenen Silizium um ein unverzichtbares Spurenelement handelt. Leider ist heutzutage ein Mangel aber nicht unüblich.

Kieselsäure ist maßgeblich am Knochenaufbau, an der Knorpelbildung und am Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln beteiligt. Sie wird deshalb auch oft auch als „Schönheits-Vitamin“ bezeichnet, da brüchige Haare oder Nägel, aber auch Cellulite meist ein Indikator für einen Mangel sein können. Dank seiner Fähigkeit Wasser zu speichern, bewahrt es die Feuchtigkeit der Haut und verleiht ihr somit Spannkraft, was wiederum einer schlaffen Haut vorbeugt. Es profitiert also nicht nur das Immunsystem von Kieselsäure.

Da es entscheidend am Zellwachstum beteiligt ist, kann sich ein Mangel in Juckreiz oder verzögerter Wundheilung äußern.

Ein massiver Mangel, der vermehrt im Alter auftritt, kann sich sogar negativ auf das Herz oder die Blutgefäße auswirken, da diese ihre Elastizität verlieren und genauso wie Haare spröde werden können.

Besonders auf eine ausreichende Zufuhr sollten Schwangere achten, da es an der Zellneubildung beteiligt ist. Gleichzeitig unterstützt es aber auch das Bindegewebe und kann Dehnungsstreifen oder Risse verhindern oder zumindest verringern.

Eine Überdosierung an Silizium konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Bei Personen jedoch, die mit dem Abbau oder der Verarbeitung von mineralischem Gestein betraut sind, tritt immer häufiger die sogenannte „Silikose“ auf. Dabei handelt es sich um eine Lungenkrankheit, bei der es durch das Einatmen von Mineral– und siliziumhaltigen Staub zu Ablagerungen in der Lunge kommt. Sie ist daher oft bei Bergleuten zu beobachten und mittlerweile in der Textilproduktion zur Berufskrankheit geworden. Bei der Herstellung der „Bleached Jeans“ wird nämlich mit Sandstrahlgeräten gearbeitet.

Worin ist Kieselsäure enthalten?

Da der Körper es nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung zugeführt werden. Man geht bisher davon aus, dass der Tagesbedarf zwischen 20 und 40 mg liegt. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich gesichert. Leider ist Kieselsäure nur in wenigen Lebensmitteln enthalten. Generell sollte man aber versuchen, häufig zu folgenden Lebensmitteln zu greifen:

  • kieselsäurereiche Heilwässer
  • Naturreis
  • Hirse
  • Bananen
  • Kartoffeln
  • Rote Bete
  • Hafer
  • Topinambur

Oft kann Kieselsäure in Nahrungsmitteln aber nicht besonders gut vom Darm resorbiert werden. Bei Kieselsäurepräparaten ist die Resorption im Darm aber noch geringer.

Kräuter, wie Petersilie oder Borretsch etwa enthalten ebenfalls reichlich Kieselsäure. Borretsch sollte jedoch nicht zu oft verzehrt werden, da er sonst gesundheitsschädliche Auswirkungen haben kann.

Kieselsäure in Heilkräutern

Kieselsäure ist auch in verschiedenen Heilkräuter und Heilpflanzen enthalten. So enthalten beispielsweise sowohl das Brennesselkraut als auch das Schachtelhalmkraut durchaus nennenswerte Mengen an Kieselsäure. Während beide Kräuter harntreibend wirken und bei Problemen beim Wasserlassen angewendet werden können, kann das Kieselsäure-haltige Schachtelhalmkraut darüber hinaus auch als Badezusatz bei diversen Hautproblemen verwendet werden.

Zur inneren Anwendung ist die Kieselsäure daher zum Beispiel ein elementarer Bestandteil diverser Pflege Produkte für Knochen, Zähne, Haare, Nägel und Haut.

Enorm viel Kieselsäure steckt im Ackerschachtelhalm, auch bekannt unter dem Namen Zinnkraut. Daher ist die Ergänzung der Nahrung mit Extrakten aus Ackerschachtelhalm sinnvoll. Hierfür sollten die Pflanzenteile allerdings gut aufgeschlossen werden, um die Extrakte herauslösen zu können. Dies wird erzielt, wenn der Tee etwa 30 Minuten geköchelt hat und der Sud idealerweise über Nacht durchziehen konnte.

Eine weitere, wahrhafte Wunderpflanze ist die Brennnessel. Sie enthält neben anderen Mineralien wie Eisen, Zink, Kalium und Calcium auch eine Menge Kieselsäure. Sie kann ebenfalls als Tee verwendet werden, macht sich aber auch wunderbar in einem Green Smoothie.

Innerliche und äußerliche Anwendung

Kieselsäure kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden. Die Wirkung ist in beiden Fällen dieselbe. Kieselsäurepräparate werden als Kapseln, Gele, Tabletten oder in Pulverform im Handel angeboten.

Als Pulver ist es zum Einnehmen jedoch nicht besonders beliebt, da es einen gewissen Eigengeschmack hat. Um diesen jedoch zu überdecken, kann es beispielsweise einem Smoothie, Jogurt oder Müsli beigemengt werden.

Als Gel wird es gerne zur äußerlichen Anwendung genutzt, wie z. B. bei Ekzemen, Verletzungen, entzündlichen Hautunreinheiten, Herpes oder Cellulite. Innerlich angewandt kann Gel mit Wasser verdünnt eingenommen werden. Es bindet Krankheitserreger im Magen-Darm-Trakt und wirkt so gegen Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
Als Balsam kann es bei leichtem Juckreiz auf der Haut eingesetzt werden.

Kieselsäure und Schüßlersalze

Das Schüßlersalz Nr. 11 mit dem Namen „Silica“ wird als das „Kosmetikum der Biochemie“ bezeichnet. Es wird gerne eingesetzt bei Leiden wie

Ist Kieselsäure gefährlich?

Kieselsäure, die in Form von Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird, sollte nur im Rahmen einer zeitlich begrenzten Kur eingenommen werden. Es liegen zwar keine konkreten Studien vor, jedoch Gehen Kritiker davon aus, dass eine langfristige Einnahme zu Nierenproblemen führen kann. Bei Proben von Präparaten verschiedener Hersteller fand man heraus, das diesen das gesundheitsschädliche Cristobalit und Quarz zugefügt wurde, welches Nieren– oder Harnsteine verursachen kann. Um dieses Risiko zu umgehen, sollte das Hauptaugenmerk auf einer gesunden Ernährung liegen, die keine Ergänzungsmittel benötigt.

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