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Ackerschachtelhalm

by Danaae

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Sie war bereits in der Antike als blutstillendes Mittel und Heilpflanze für Harnwegsbeschwerden bekannt; Anwendungsgebiete, welche heute als medizinisch anerkannt gelten. Das Zinnkraut findet dabei sowohl innerlich als auch äußerlich Verwendung, etwa in Form von Extrakten, Umschlägen und Tinkturen oder als Tee.

Ackerschachtelhalm (Zinnkraut)

  • Systematik: Farne
  • Klasse: Equisetopsida
  • Ordnung: Schachtelhalmartige (Equisetales)
  • Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
  • Gattung: Schachtelhalme (Equisetum)
  • Art: Acker-Schachtelhalm
  • Wissenschaftlicher Name: Equisetum arvense L.
  • Synonyme: Zinnkraut; Acker-Zinnkraut; Zinngras; Katzenwedel; Katzenschwanz; Pferdeschwanz; Schaftheu; Pfannebutzer; Scheuerkraut

Heilwirkung von Zinnkraut

Acker-Schachtelhalm oder Zinnkraut (Equisetum arvense)

Der Ackerschachtelhalm, unter anderem auch Zinnkraut genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Schachtelhalmgewächse, welche bereits in der Antike als Heilpflanze Verwendung fand. So empfahl ihn etwa der griechische Arzt Dioskurides als harntreibendes, blutstillendes und hustenlinderndes Mittel.

Zwischenzeitlich geriet die Heilwirkung der Pflanze jedoch in Vergessenheit; sie wurde stattdessen hauptsächlich als Putzmittel für Gegenstände aus Zinn verwendet – weshalb sie auch heute noch unter anderem als Zinnkraut oder Zinngras bezeichnet wird.

Der bayrische Priester und Naturheilkunder Sebastian Kneipp erkannte das medizinische Potential vom Acker-Schachtelhalm allerdings erneut und verlieh der Pflanze nochmals Bekanntheit. Er nutzte das Kraut beispielsweise äußerlich bei Geschwüren und innerlich bei Harnverhalt und Steinleiden.

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Das Zinnkraut kann zum Beispiel innerlich in Form von Tee zur Durchspülung der Harnwege eingenommen oder äußerlich als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt werden.

Derzeit gibt es zwar keine klinischen Studien zur Wirksamkeit oder den potentiellen Risiken der Pflanze, allerdings gilt die Wirkung aufgrund der langjährigen Erfahrung und der enthaltenen Wirkstoffe als durchaus plausibel. Auch ernste Nebenwirkungen sind aus genannten Gründen eher unwahrscheinlich.

Trotz seiner vielen positiven Wirkungen ist das Zinnkraut für Gärtner häufig ein unliebsames Unkraut. Die Pflanze besitzt nämlich tief reichende Wurzeln und lässt sich daher nur schwer bekämpfen.

Allerdings eignet sie sich auch als Stärkungs- und Schutzmittel für Pflanzen. Aus dem Kraut können beispielsweise Auszüge oder Jauchen hergestellt werden, mit denen Schädlinge wie z.B. Blattläuse bekämpft werden können.


Lebende Fossilien

Letzte Nachfahren der Millionen alten Urpflanzen

Neben seiner Verwendung als Heilkraut ist das Zinnkraut auch historisch bedeutsam. Die Pflanzenfamilie der Schachtelhalme (Equisetaceae) stellt nämlich den Nachfahren und letzten Überlebenden einer Urpflanze dar, welche vor etwa 375 Mio. Jahren im Paläozoikum auftraten.

Die Schachtelhalme waren damals bis zu 30 Meter hoch und bildeten einen essenziellen Teil der Wälder, aus denen über Millionen Jahre hinweg letztendlich die Steinkohle entstand. Aus diesem Grund lassen die Schachtelhalme als „lebende Fossilien“ bezeichnen.

Die heutigen Ackerschachtelhalme haben jedoch nur eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 50 Zentimetern. Sie sind weit verbreitet und beispielsweise an feuchten und lehmigen Wiesenrändern vorzufinden.


Verwendung & Nutzen

Was kann man mit Ackerschachtelhalm machen?

Der Ackerschachtelhalm wird vielfältig eingesetzt, unter anderem als Putzmittel und Heilpflanze aber auch als Pflegeprodukt in der Kosmetik oder zur Schädlingsbekämpfung bei Pflanzen. In Japan wird das Zinnkraut darüber hinaus auch als Gemüse verwendet.

Verwendungen vom Ackerschachtelhalm sind:

  • Heilpflanze
  • Putzmittel
  • Pflanzenschutzmittel
  • Gemüse

Putzmittel & Pflanzenschutz

Der Ackerschachtelhalm im Haushalt – Putz- und Scheuermittel

Zinnkraut enthält bis zu 10 Prozent Kieselsäure und kann daher als sogenanntes natürliches Schmirgelpapier oder Scheuermittel verwendet werden. Es wurde vor allem früher gerne zum Polieren von Töpfen und anderen, meist aus Zinn gefertigten Gefäßen, genutzt. Dies ist auch der Ursprung für Bezeichnungen wie Zinn-, Kannen- oder Scheuerkraut.

Diese Verwendung ist heutzutage zwar nicht mehr sehr verbreitet, wird jedoch weiterhin beispielsweise von Musikern zur Nachbearbeitung der Blätter von Saxophonen oder Klarinetten geschätzt.

Zinnkraut zur Stärkung und Schädlingsbekämpfung bei Pflanzen

Der Ackerschachtelhalm gilt unter Gärtnern zwar oftmals als schwer zu bekämpfendes Unkraut, allerdings kann er auch zur Stärkung und Schädlingsbekämpfung verwendet werden:

  • Kaltwasser-Auszüge oder Jauchen aus Zinnkraut eignen sich als Sträkungsmittel für Pflanzen und lassen sich vorbeugend zur Bekämpfung von Schädlingen wie etwa Blattläusen verwenden.
  • Zinnkraut-Tee kann zur Besrpühung von Tomatensträuchern und Obstgehölzen genutzt werden, um diese vor Rost und Mehltau zu schützen.
  • Acker-Schachtelhalm-Extrakte werden darüber hinaus auch zum Beizen von Saatgut eingesetzt.

Um Acker-Schachtelhalm-Tee zur Besprühung der Pflanzen herzustellen, muss das Kraut etwa 20 bis 30 Minuten lang in Wasser aufgekocht werden. Auf diese Weise löst sich nämlich die Kieselsäure, welche für die Wirkung verantwortlich ist.

Untersuchungen zur Wirksamkeit des Ackerschachtelhalms als Pflanzenstärkungs- und Schutzmittel kommen allerdings zu widersprüchlichen Ergebnissen. Das Beizen des Saatguts erzielt jedoch beachtliche Ergebnisse, welche aber trotzdem nicht an die konventionellen Mittel herankommen.


Als pflanzliches Medikament

Ackerschachtelhalm in der Medizin

Auch zu Heilzwecken wird der Acker-Schachtelhalm vielseitig verwendet. Er kommt hierbei jedoch in erster Linie innerlich zur Behandlung von Harnwegsbeschwerden zum Einsatz.

Als pflanzliches Arzneimittel wird das Kraut der Pflanze genutzt:

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Ackerschachtelhalm-Kraut
Rillke, Equiseti herba 178088, CC BY-SA 3.0 DE

  • Ackerschachtelhalm-Kraut (Equiseti herba oder Herba Equiseti) – auch Scheuerkraut, Kannenkraut, Tannenkraut oder Pferdeschwanzkraut
    Die grünen, getrockneten und sterilen Sprossen der Pflanze

Das Kraut kann direkt verwendet werden, etwa als Tee bzw. Aufguss. Es ist in vielen Teemischungen enthalten, etwa in sogenannten Blasentees, Nierentees, Entschlackungstees oder Rheuma-Tees.

Darüber hinaus lassen sich aus dem Acker-Schachtelhalm-Kraut u. a. auch Extrakte, Elixiere oder Pulver herstellen. Standardisierte Extrakte sind beispielsweise in Fertigarzneimitteln wie Kapseln, Dragees oder Hustentropfen enthalten.

Darreichungsformen von und Medikamente mit Zinnkraut sind z. B.:

  • Getrocknetes Kraut (z.B. als Tee bzw. in Teemischungen)
  • Extrakte: Wässrige sowie ethanolische Flüssig- und Trockenextrakte
  • Kapseln, Tropfen und Dragees (bspw. Nieron® E 185 mg Hartkapseln, Salus® Zinnkraut-Tropfen, Nephroselect® M Flüssigkeit und Solidagoren® Liquid)
  • Hustenmittel (Expektorans) – z.B. in Kombination mit anderen Heilpflanzen: Imupret® N Dragees und Tropfen
  • Außerdem: Tinkturen, Schachtelhalm-Presssaft, Cremes, Salben und andere Kosmetik-Produkte

Darüber hinaus ist das Zinnkraut auch in der Homöopathie vertreten. Die Globuli werden hier zur Behandlung von Nieren- und Harnwegsinfektionen sowie zur Linderung von chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, Arthrose und Gicht eingesetzt.

Homöopathika mit Ackerschachtelhalm sind z.B.:

  • Equisetum arvense (z.B. D6 bei Harnwegs- und Nierenerkrankungen)
  • Lymphomyosot® N (bei Drüsenschwellungen, Infektanfälligkeit und chronischer Tonsillitis)

Die homöopathischen Präparate enthalten teilweise Winterschachtelhalm, eine immergrüne Art, welche nur in der Homöopathie Verwendung findet. Die Wirkung von homöopathischen Präparaten ist wissenschaftlich nicht belegt.


Anwendung & Wirkung

Für was ist Ackerschachtelhalm gut?

Zinnkraut hat eine leicht harntreibende (diruteische) Wirkung und soll aufgrund seines hohen Gehalts an Kieselsäure zudem blutstillende, stoffwechselanregende und durchblutungsfördernde Eigenschaften besitzen.

Medizinisch anerkannte Anwendungen vom Ackerschachtelhalm sind:

  • Durchspülung der Harnwege (zur Erhöhung der Urinmenge)
    • Entzündungen der ableitenden Harnwege
    • Bakterielle Harnwegsinfektionen
    • Nierengrieß (Ansammlung vieler kleiner Nierensteine)
  • Hautverletzungen und Wunden (zur Wundheilung und als blutstillendes Mittel)
  • Ödeme (Wasseransammlungen) – statische und posttraumatische

Der HMPC (Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel) stuft das Zinnkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten Harnwegsbeschwerden ein. Basierend auf langjähriger Erfahrung eignet sich der Ackerschachtelhalm zur Erhöhung der Urinmenge und somit zur Durchspülung der ableitenden Harnwege.

Nierenbeckenentzündung, NierenschmerzenAuch die Kommission E (Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel) und die ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) äußern sich auf ähnliche Weise. Die ESCOP ergänzt noch die äußerliche Verwendung als blutstillendes Mittel zur Wundheilung.

Die Kommission E nennt außerdem statische und posttraumatische Ödeme bzw. Wasseransammlungen, welche nicht auf eine eingeschränkte Nieren- oder Herzfunktion zurückzuführen sind.

Für was ist Zinnkraut Tee gut?

Zinnkraut Tee eignet sich bei entzündlichen und bakteriellen Erkrankungen der Harnwege und Nieren. Die Wirkstoffe des Tees erhöhen die Menge an Urin und können daher zur Durchspülung verwendet werden, etwa um Nierengrieß auszuspülen.

Der Tee eignet sich darüber hinaus auch zur Ausschwemmung von Ödemen sowie zur Behandlung von chronischem Husten.

Weitere Anwendungsgebiete

Ackerschachtelhalm-Konzentrate bzw. Elixiere werden erfolgreich bei der Behandlung von chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Rheuma eingesetzt.

Äußerlich findet Zinnkraut darüber hinaus zur Behandlung von schlechte heilenden Wunden Anwendung.

Der Acker-Schachtelhalm soll weiterhin das Bindegewebe und das Verdauungssystem stärken, das Immunsystem stimulieren und den Stoffwechsel sowie die Durchblutung fördern.

In Untersuchungen konnten folgende Wirkungen vom Zinnkraut beobachtet werden:

  • antimikrobiell
  • sedativ (beruhigend)
  • hepatoprotektiv (leberschützend)
  • entzündungshemmend

Haut, Haare & Knochen

Zinnkraut in der Kosmetik – Zur Stärkung von Haaren, Nägel und Knochen

Der Ackerschachtelhalm wird auch in der Kosmetik verwendet. Er ist unter anderem in Pflegeprodukten für die Haare, Haut und Nägel vorzufinden. Zinnkraut enthält nämlich Kieselsäure, also sogenannte Sauerstoffsäuren von Silizium, welche oftmals auch als „organisches Silizium“ beworben wird.

Der Stoff wird in der Naturheilkunde zur Stärkung von Haut, Haaren, Nägeln, Knochen und Bindegewebe genutzt und zunehmend auch von Sportlern verwendet, da der hohe Mineralgehalt der Pflanze die Sehnen, das Bindegewebe und die Bänder stärken und so die Leistungsfähigkeit erhöhen soll.

Allerdings gibt es derzeit keine wissenschaftlichen Nachweise zur Wirksamkeit der Kieselsäure für die Gesundheit.

Die Produkte werben meist damit, einem „Silicium-Mangel“ entgegenzuwirken. Allerdings ist ein solcher Mangel nach derzeitigem Wissensstand überhaupt nicht bekannt. Viel mehr noch ist bisher unklar, ob Silizium überhaupt eine Rolle im menschlichen Organismus spielt.

In Studien wurden unter anderem folgende Anwendungsgebiete untersucht:

  • Erhöhung der Knochendichte (Osteoporose)
  • Behandlung von Gelenksabnützungen wie Knie-Arthrose
  • Straffung der Haut
  • Festigung von Nägeln und Haaren
  • Vorbeugung von Alzheimer

Teilweise konnten zwar positive Ergebnisse erzielt werden, allerdings wurden entsprechende Studien kritisiert, da sie beispielsweise von den Herstellern der Nahrungsergänzungsmittel finanziert wurden, zu klein waren oder Fehler und Mängel aufwiesen.

Wissenschaftlich anerkannte klinische Studien konnten hingegen keine Wirksamkeit feststellen.


Einnahme & Dosierung

Wie kann ich Zinnkraut einnehmen?

Die Einnahme und Dosierung von Zinnkraut variieren abhängig von Faktoren wie dem Alter des Betroffenen, dem Grund für die Verwendung und dem gewählten Präparat.

Zinnkraut Tee zur Durchspülung der Harnwege

Bei Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen zur Durchspülung hat sich die Einnahme vom Ackerschachtelhalm als Tee bewährt:

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  • 2 bis 4 Gramm Acker-Schachtelhalm (1 TL = ca. 1 g)
  • mit 150 ml (1 Tasse) kochendem Wasser übergießen
  • 10 bis 15 Minuten zusammen kochen
    • Alternativ kann das Zinnkraut auch für 10 bis 12 Stunden in kaltes Wasser gegeben werden
  • Kräuter abseihen und mehrmals täglich zwischen den Mahlzeiten eine Tasse trinken
  • zusätzlich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (am besten Wasser)
  • Mittlere Tagesdosis: 6 Gramm getrocknetes Zinnkraut

Wie lange darf man Acker-Schachtelhalm-Tee trinken?

Das Trinken von Zinnkraut-Tee ist an sich nicht zeitlich begrenzt. Dauern Ihre Beschwerden jedoch trotz der Einnahme des Ackerschachtelhalm-Tees länger als 1 Woche an oder sind diese wiederkehrend, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen.

Umschläge bei schlecht heilenden Wunden

Zur unterstützenden Behandlung von Wunden und Hautverletzungen können Umschläge mit Ackerschachtelhalm verwendet werden:

  • 10 g Zinnkraut
  • für ca. 10 Minuten mit 1 L Wasser aufkochen
  • ein Tuch oder Lappen im Absud tränken
  • den Umschlag für ca. 20 Minuten auf die betroffene Stelle legen

Die blutstillende und wundheilende Wirkung des Acker-Schachtelhalms beruht vermutlich auf den enthaltenen Flavonoiden und der Kieselsäure. In der Volksmedizin werden Auflagen und Umschläge unter anderem auch für Ekzeme und Prellungen genutzt.


Inhaltsstoffe & Wirkstoffe

Wirkstoffe und Inhaltsstoffe von Zinnkraut

Die Angaben zu den im Ackerschachtelhalm enthaltenen Wirkstoffen variieren in der Literatur. Unter anderem konnten jedoch folgende Inhaltsstoffe im Zinnkraut nachgewiesen werden:

  • Anorganische Verbindungen
    • bis zu 7,7 % Kieselsäure (davon ca. 10% in wasserlöslicher Form)
    • Aluminiumchlorid
    • Kaliumchlorid
  • Flavonoide
    • Kämpferolglykoside
    • Quercetinglykoside
    • Luteolinglykoside
    • Apigeninglykoside
  • Kaffeesäure-Derivate
    • Dicaffeoylmeso-Weinsäure
    • Caffeoylshikmimisäure
  • Alkaloide
    • Nicotin
    • 3-Methoxypyridin
    • Palustrin

Als medizinisch relevant gelten dabei vor allem die Flavonoide, die Kaffeesäure-Derivate und der hohe Gehalt an Kalium. Flavonoide zeigten in Studien eine harntreibende Wirkung und fördern zusammen mit der Kieselsäure die Wundheilung.

Alkaloide wie Nicotin wurden nur in geringen Mengen nachgewiesen. Palustrin konnte nur manchmal in Spuren gefunden werden. Erst in der neueren Literatur werden neben den Flavonoiden auch Kaffeesäure-Derivate genannt. Früher wurden außerdem Saponine vermutet, dies wurde mittlerweile jedoch verneint.


Risiken & Nebenwirkungen

Risiken und Nebenwirkungen von Zinnkraut – Ist Ackerschachtelhalm giftig?

Da es derzeit noch keine klinischen Studien zum Ackerschachtelhalm gibt, sind gegenwärtig auch keine Nebenwirkungen bekannt. Aufgrund der jahrtausendelangen, sicheren Nutzung sind ernste Risiken jedoch recht unwahrscheinlich.

Mögliche Gegenanzeigen (Kontraindikationen) und Wechselwirkungen

schwanger , frau , frauen , schwangerschaft , fetalen , kinder , baby , babys , kleinkind , kleinkinder , mutter , weiblich , mädchen , erwachsene , menschliche , dame , gebärmutter , glücklich , geburt , natal, muttermund, zervix, gebärmutterhalsAufgrund der fehlenden Forschung wird in folgenden Fällen sicherheitshalber von einer Verwendung des Zinnkrauts abgeraten bzw. sollte die Einnahme hierbei nur nach ärztlichem Rat erfolgen:

  • Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Einnahme von Diuretika („Wassertabletten“)
  • Herzschwäche
  • eingeschränkte Nierenfunktion
  • Säuglinge, Babys und Kleinkinder

Verwechslungsgefahr und Vitamin B1-Mangel

Außerdem wird davon abgeraten, Ackerschachtelhalm selbst zu sammeln, insofern nicht genaue Kenntnisse über die Pflanze vorliegen. Es besteht nämlich Verwechslungsgefahr mit dem Sumpf-Schachtelhalm.

Dieser enthält das Enzym Thiaminase, welches Vitamin B1 zerstört und somit bei einer regelmäßigen Einnahme zu einem entsprechendem Mangel führen kann. Allerdings werden die Enzyme durch Kochen zerstört.


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