Rachenentzündung

Steckbrief: Rachenentzündung

  • Name(n): Rachenentzündung; Halsentzündung; Pharyngitis
  • Art der Krankheit: Virale/bakterielle Infektion bzw. chronische Entzündung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: In der Antike
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Viren/Bakterien bzw. zahlreiche Umweltfaktoren
  • Wieviele Erkrankte: 200 von 1.000 Patienten verstärkt in Wintermonaten
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO)
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017> J00-J99 > J00-J06 > J02. bzw. ICD-10-GM-2017 > J00-J99 > J30-J39 > J31

Akute und chronische Pharyngitis

Die Rachenentzündung, bei welcher die den Rachen auskleidende Schleimhaut entzündet ist, zählt zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen im Halsbereich. In der medizinischen Terminologie wird die Rachen- bzw. Halsentzündung ALS Pharyngitis bezeichnet, wobei zwischen einer akuten und einer chronischen Form zu unterscheiden ist.

Doch welche Faktoren können eine akute sowie eine chronische Pharyngitis verursachen? Welche Symptome treten bei der Rachenentzündung auf und wie hoch sind die Chancen, sie erfolgreich zu heilen? Gibt es außerdem Möglichkeiten, einer solchen Pharyngitis vorzubeugen? Diese Fragen müssen unbedingt beantwortet werden, denn eine Rachenentzündung ist nicht nur unangenehm und schmerzhaft, sondern auch eine ernstzunehmende Erkrankung.

 


Definition Rachenentzündung

Der Begriff der Rachenentzündung steht genau genommen für eine Rachenschleimhautentzündung. Hierbei ist also die Schleimhaut im Rachenbereich entzündet. Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwei Erkrankungsformen, die akute sowie die chronische Pharyngitis:

Während ein plötzlich entzündeter Rachen (akute Rachenentzündung) in aller Regel viral oder auch bakteriell bedingt und eine Begleiterscheinung einer Erkältung oder eines grippalen Infekts ist, stellt die chronische Pharyngitis eine längerfristige (länger als drei Monate) Schleimhautirritation im Halsbereich dar. Sie ist dabei nicht Folge einer Virusinfektion, sondern sie wird insbesondere von schleimhautreizenden Faktoren, wie etwa Umweltschadstoffen oder Zigarettenrauch verursacht.

Im Gegensatz zur chronischen Rachenentzündung ist die akute Pharyngitis im Regelfall sehr ansteckend. Zudem treten neben Entzündungen der Rachenschleimhaut auch solche der Nasen- und Kehlkopfschleimhäute auf.

 


Was ist eine Rachenentzündung?

Im menschlichen Körper spielen die Schleimhäute eine sehr wichtige Rolle. Diese kleiden verschiedene Körperhöhlen und Hohlorgane im Organismus aus und dienen prinzipiell der Abgrenzung zur Oberfläche der entsprechenden Organe. Zudem erfüllen Schleimhäute eine zentrale Funktion innerhalb des gesamten Immunsystems.

Neben dem Magen, dem Darm sowie zahlreichen anderen Organen wird auch der Mund- und Nasen- und Halsbereich von einer Schleimhaut ausgekleidet. In aller Regel weisen Schleimhäute einen Eigenschutz – die sogenannte Schleimhautimmunität – auf. Diese Schleimhautimmunität kann allerdings durch verschiedenste umweltbedingte Belastungen reduziert werden. Wirken sich solche Belastungen verstärkt auf die Rachenschleimhaut aus, kommt es zu einer chronischen Rachenentzündung.

In der Medizin werden mehrere Unterarten der chronischen Pharyngitis unterschieden. Zum einen ergeben sich zunächst drei Unterformen anhand der Symptome. So ist eine Pharyngitis chronica simplex in aller Regel dadurch gekennzeichnet, dass die Rachenschleimhaut normal bis gereizt aussieht. Bei der Pharyngitis chronica hyperplastica hingegen zeigt sich insbesondere die Schleimhaut im hinteren Rachenbereich aufgrund der vergrößerten Lymphknötchen verdickt. Zudem ist das Gaumenzäpfchen häufig geschwollen sowie das Gaumensegel erschlafft. Die Pharyngitis chronica sicca geht zudem mit einer dünnen, trockenen, glatten und glänzenden Rachenschleimhaut einher. Zuweilen wird sie von einer klümpchenartigen Schleimschicht überzogen.

Die chronische Rachenentzündung kann zudem durch ihre Entstehungsmechanismen unterteilt werden. Eine respiratorische Halsentzündung entsteht in Folge einer verstärkten Mundatmung, einer trockenen sowie staubhaltigen Luft und von Tabakrauch, Umweltgiften etc. Alkohol und zu heißes bzw. zu scharfes Essen verursachen eine digestive Rachenentzündung. Die Pharyngitis chronica allergica wird durch allergische Erkrankungen hervorgerufen und der chronica metabolica liegen Hormonhaushaltsveränderungen oder Stoffwechselstörungen zugrunde.

Natürlich können ebenso wie im Magen-Darm-Trakt auch im Rachenbereich Viren, Pilze oder Bakterien für eine Reizung der Rachenschleimhaut sorgen und eine akute Pharyngitis hervorrufen. Vor allem dann, wenn das Immunsystem ohnehin schon geschwächt ist, können Viren und Bakterien besonders effizient angreifen. Aus diesem Grund werden Erkältungen oder grippale Infekte sehr häufig von einer Rachenentzündung begleitet.

 


Welche Ursachen gibt es?

Akute Rachenentzündung

Die akute Pharyngitis wird in der Regel von Viren ausgelöst, welche auch die typischen Atemwegserkrankungen verursachen. Hierzu gehören neben den Rhinoviren die Adeno-Viren, die Influenza– sowie die Parainfluenza-Viren. Auch solche viralen Auslöser, die für Erkrankungen des gesamten Körpers verantwortlich sind, können zusätzlich zu einer Rachenentzündung führen. Hier sind zum Beispiel Röteln– und Masern-Viren, Zytomegalieviren und Epstein-Barr-Viren zu nennen. An einer akuten Pharyngitis sind andere Erreger wie etwa das Herpes-simplex-Virus eher selten schuld.

Die Virusinfektion, die eine akute Halsentzündung hervorruft, kann das Immunsystem des Körpers so stark schwächen, dass die ohnehin schon entzündete Rachenschleimhaut zudem noch von Bakterien (besonders Streptokokken) besiedelt wird. In der Medizin heißt ein solches Phänomen bakterielle Superinfektion. Äußerst selten tritt hingegen eine rein bakterielle Pharyngitis auf. Da die akute Rachenentzündung durch Krankheitserreger ausgelöst wird, ist diese ansteckend.

Chronische Rachenentzündung
Die chronische Pharyngitis ist nicht infektiös, weil sie nicht von viralen oder bakteriellen Erregern verursacht wird. Vielmehr liegt ihr eine anhaltende Reizung der Rachenschleimhaut zugrunde. Eine langfristige Schleimhautreizung kann eine Vielzahl verschiedener Ursachen haben:

  • übermäßiger Alkohol- und/oder Tabakkonsum
  • staubhaltige und trockene Raumluft (durch Klimaanlagen)
  • häufiger Kontakt zu Arbeitsstoffen und Chemikalien (z.B. Zement)
  • Sodbrennen (Beim Aufstoßen gelangt die saure Magensäure in den Rachenbereich)
  • Reflux (regelmäßiger Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre und den Rachen)
  • behinderte Atmung durch die Nase etwa aufgrund einer Nasenscheidewandkrümmung oder geschwollener Rachenmandeln
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes mellitus)
  • Hormonumstellungen (z.B. in den Wechseljahren)
  • Strahlentherapien in Hals- oder Kopfregion
  • falscher Stimmgebrauch (z.B. dauerndes Husten und Räuspern)

Symptome & Anzeichen

Akute Pharyngitis

Eine akute Pharyngitis tritt in der Regel plötzlich auf und kündigt sich zumeist mit einem Brennen und Kratzen im Rachen an, was sich schnell zu Halsschmerzen weiterentwickelt. Betroffene klagen über schmerzhafte Schluckbeschwerden und fühlen sich durch das raue und trockene Gefühl im Hals dazu veranlasst, vermehrt zu hüsteln und sich zu räuspern. Die Rachenschleimhaut ist deutlich gerötet.

Sofern typische Erreger akuter Atemwegserkrankungen für die Rachenentzündung verantwortlich sind, gesellen sich häufig zusätzliche Beschwerden, wie Heiserkeit, Husten, Schnupfen, eine erhöhte Körpertemperatur sowie geschwollene Halslymphknoten hinzu. Kommt es zu einer bakteriellen Superinfektion sind hohes Fieber und starke Kopfschmerzen die Folge. Darüber hinaus ist die Rachenschleimhaut hochrot gefärbt und die Mandeln sind vergrößert und belegt. Wurden dem Betroffenen die Mandeln entnommen, sind stattdessen die Seitenstränge geschwollen und gerötet.

Alle Symptome auf einen Blick:

 

  • Brennen und Kratzen im Hals
  • Schluckbeschwerden
  • Trockener Hals, Drang zum Husten und Räuspern
  • Gerötete Schleimhaut
  • Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Heiserkeit, Schnupfen
  • Geschwollene Halslymphknoten

Chronische Pharyngitis

Bei der chronischen Rachenentzündung treten die Beschwerden über einen längeren Zeitraum eher leicht, aber dennoch belastend auf. Betroffene haben das Gefühl, ihr Hals sei trocken, weshalb sie häufiger schlucken und sich räuspern müssen. Zudem husten sie oftmals zähen Schleim ab. Die chronische Halsentzündung kann unter Umständen auch mit Reizhusten und einem Globusgefühl (Fremdkörpergefühl im Hals) einher gehen. Zudem sind ein verstärktes Durstgefühl und Schluckbeschwerden typische Symptome einer chronischen Pharyngitis.

Alle Symptome auf einen Blick:

 

  • Trockener Hals und Schluckbeschwerden
  • Schluck- und Räusperzwang
  • Reizhusten
  • Globusgefühl
  • Starker Durst

Diagnose & Krankheitsverlauf

Besteht der Verdacht, dass eine Pharyngitis vorliegt, untersucht der Arzt zunächst den Rachenraum. Zusammen mit den vom Patienten geschilderten Beschwerden kann der Arzt bereits feststellen, ob es sich um eine chronische oder akute Halsentzündung handelt. Je nachdem sind weitere Untersuchungsschritte sinnvoll.

Akute Rachenentzündung
Gibt es Hinweise auf eine akute Pharyngitis, untersucht der Arzt den Rachenraum und stellt in aller Regel eine gerötete und zuweilen belegte Rachenwand fest. Liegt die Vermutung nahe, dass die Entzündung durch Bakterien hervorgerufen wurde, kann der Arzt einen Rachenabstrich nehmen und damit einen Streptokokken-Schnelltest durchführen. Mithilfe des Abstrichs lässt sich zudem der Erreger genauer bestimmen.

Die akute Rachenentzündung verläuft üblicherweise unkompliziert. Sie heilt selbst unbehandelt oftmals bereits nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Wenn hingegen Bakterien für die Entzündung verantwortlich sind oder sich zum Virusinfekt noch eine bakterielle Infektion hinzugesellt hat, könnte eine Antibiotika-Therapie angebracht sein, wobei die Erkrankung dann ebenfalls nach mehreren Tagen abklingt.

Chronische Rachenentzündung
Weist die Untersuchung auf eine chronische Pharyngitis hin, wird der Arzt im nächsten Schritt mittels einer Spiegelung festzustellen versuchen, wodurch diese verursacht wird bzw. um welche Erkrankungsform es sich handelt. Für gewöhnlich gibt allerdings bereits die Anamnese sowie die Krankengeschichte des Patienten Aufschluss über mögliche Ursachen. Um herauszufinden, ob etwa eine behinderte Nasenatmung die Entzündung hervorruft, wirft der Arzt zumeist noch einen Blick in die Nase.

Im Gegensatz zur akuten ist der Krankheitsverlauf der chronischen Pharyngitis häufig langwieriger. Nur wenn der tatsächliche Auslöser nicht nur ermittelt, sondern auch vermieden werden kann, besteht die Chance, dass eine chronische Halsentzündung gänzlich abheilt.

 


Häufigkeit & Diagnosedaten

Der weitaus größte Teil der leichteren Formen der Rachenentzündung tritt im Rahmen von Erkältungen auf. Während etwa 50 bis 80 Prozent der Fälle durch Viren (Coronaviren, Rhinoviren etc.) hervorgerufen werden, ist in circa einem Drittel kein Erreger nachweisbar. In lediglich 15 bis 30 Prozent der Pharyngitisfälle können die sogenannten β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A nachgewiesen werden.

Hierbei muss allerdings bedacht werden, dass es viele Träger gibt, die keine Symptome verursachen, sodass im Einzelfall ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Bakteriennachweis und dem Auftreten der Rachenentzündung nicht zu finden ist. Weitere bakterielle Erreger spielen derzeit in Mitteleuropa epidemiologisch überhaupt keine Rolle.

Die Streptokokken-Pharyngitis (GAS-Pharyngitis) kommt besonders häufig in der Altersgruppe der Fünf- bis Fünfzehnjährigen vor. Genauso wie die anderen Formen der Rachenentzündung hat auch die GAS-Pharyngitis eine sehr hohe Tendenz, spontan abzuheilen. So zeigen kontrollierte Studien, dass in Placebogruppen bei 30 bis 40 Prozent der Patienten nach drei Tagen die Halsschmerzen nachgelassen haben und circa 85 Prozent sind frei von Fieber. Nach einer ganzen Woche sind bereits 80 bis 90 Prozent der untersuchten Betroffenen beschwerdefrei.


Komplikationen bei der Krankheit

Für die chronische Rachenentzündung sind keine Komplikationen bekannt, wohingegen sich bei einer akuten Pharyngitis ernste Folgeerkrankungen ergeben können:

Eine rein virale Pharyngitis klingt in aller Regel nach einigen Tagen völlig komplikationslos ab. Brenzlig kann es jedoch werden, sobald Bakterien die entzündeten Schleimhäute befallen. Dann kann sich unter anderem schnell eine eitrige Rachenentzündung entwickeln, die unbedingt einer ärztlichen Behandlung bedarf. Andernfalls drohen ernsthafte Komplikationen. So kann sich aus einer einfachen Rachenentzündung etwa eine chronische Tonsillitis (Mandelentzündung) ergeben. Eine solch anhaltende Mandelentzündung kann ihrerseits wiederum Ausgangspunkt für gravierende Folgeerkrankungen sein. Darunter zählen Herz-, Nieren– und Gelenkentzündungen sowie rheumatisches Fieber. Im schlimmsten Fall werden die betroffenen Organe dauerhaft geschädigt.

Insbesondere bei Betroffenen, denen die Mandeln entfernt wurden, entwickelt sich aus einer Pharyngitis nicht selten eine Seitenstrangangina (Angina Lateralis). Diese kann Entzündungen in anderen Körperregionen hervorrufen. So ist es möglich, dass eine Mittelohrentzündung als Folge auftritt oder gar der Herzmuskel von einer Entzündung betroffen ist.

Eine weitere Komplikation kann dann auftreten, wenn die bakterielle Infektion im Rachenbereich eine lokale Entzündung hervorruft, welche sich in das umliegende Gewebe ausbreitet. Dort kann dies zu einem Abszess (abgekapselte Eiteransammlung) führen – so beispielsweise in Mandelnähe. Unbehandelt breitet sich eine solche eitrige Entzündung in andere Körperregionen aus und kann im ungünstigen Fall den Brustraum bis hin zum Herz befallen. Tritt dies ein, so herrscht Lebensgefahr.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass sich eine Pharyngitis auf die Stimmbänder oder den Kehlkopf ausbreitet. Auch hier können dauerhafte Schäden entstehen und sogar eine Verschlechterung der Stimmqualität oder gar ein totaler Stimmverlust sind möglich.

Aus einer akuten Pharyngitis kann außerdem eine chronische Halsentzündung entsteht. In den schlimmsten Fällen leiden Betroffene dann ein Leben lang an den unangenehmen Folgen.

Mögliche Komplikationen auf einen Blick:

 

  • Chronische Mandelentzündung
  • Nieren-, Gelenk- und Herzentzündungen
  • Rheumatisches Fieber
  • Abszesse
  • Schädigung der Stimme
  • Chronische Pharyngitis

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wer ein leichtes Kratzen im Rachen verspürt, muss damit nicht unbedingt sofort zum Arzt. Sind die Schmerzen im Halsbereich allerdings ausgeprägter und gehen mit anhaltender Heiserkeit sowie Schluckbeschwerden einher, dann sollten Betroffene durchaus zunächst beim Hausarzt vorstellig werden. Dieser kann nach der ersten Untersuchung eine Diagnose stellen und den Patienten entweder selbst behandeln oder aber zum Hals-Nasen-Ohrenarzt überweisen.

Kommt zu den Halsschmerzen noch Fieber hinzu, ist der Arzt in jedem Fall aufzusuchen. Insbesondere gilt dies bei Kindern, älteren Menschen sowie abwehrgeschwächten Personen.Halten die typischen Beschwerden der chronischen Pharyngitis über einen längeren Zeitraum an, sollte ebenfalls der Hausarzt konsultiert werden.

 


Behandlungsmethoden & Therapie

Die richtige Therapie einer Pharyngitis hängt in erster Linie davon ab, ob es sich um eine akute oder eine chronische Entzündung handelt. Liegt eine akute Erkrankung vor, ist darüber hinaus die Frage entscheidend, ob sich zusätzlich Bakterien in der Schleimhaut angesiedelt haben.

Therapie einer akuten Pharyngitis
Da eine akute Rachenentzündung am häufigsten durch Viren ausgelöst wird, lässt sich diese lediglich symptomatisch behandeln. Die Therapie zielt also darauf ab, die Symptome der Erkrankung zu lindern. Dabei kommen für gewöhnlich fiebersenkende sowie schmerzlindernde Präparate zum Einsatz. Diese enthalten zumeist Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen.

Darüber hinaus können Betroffene zur Linderung selbst aktiv beitragen. So helfen bei einer akuten Pharyngitis:

 

  • Gurgellösungen (z.B. aus Salbei- oder Kamillenaufgüssen) und MundspüLungen
  • desinfizierende und schmerzhemmende Lutschtabletten
  • Rachensprays mit lokal betäubenden Wirkstoffen
  • vieles Trinken von warmen Flüssigkeiten etwa in Form von Tees
  • Vermeiden von zusätzlichen Halsreizungen (Verzicht auf das Rauchen, Vermeidung von sehr heißen sowie scharfen Getränken und Mahlzeiten)

Wenn sich Bakterien in der Rachenregion eingenistet haben oder der Infekt gar bakterielle Ursachen hat, verordnet der Arzt in der Regel Antibiotika. Denn im Gegensatz zu den Viren, wirken Antibiotika durchaus gegen Bakterien. Da sich oftmals Streptokokken zur viralen Infektion hinzugesellen, verschreibt der Arzt regelmäßig Penicillin. Dieses Antibiotikum bekämpft solche Bakterien besonders gut.

Behandlung einer chronischen Pharyngitis
Bei einer langanhaltenden Rachenentzündung hängt die Therapie vom jeweiligen Auslöser ab (z.B. Tabak- oder Alkoholkonsum, trockene Luft, behinderte Nasenatmung etc.). Immerhin besteht die wichtigste Behandlungsmaßnahme darin, den auslösenden Reiz im Alltagsleben weitestgehend zu vermeiden. So bewirkt die Beseitigung der Reizquelle zumeist bereits, dass die Halsentzündung innerhalb von wenigen Wochen abheilt.

Außerdem sind bei einer chronischen Pharyngitis sämtliche Maßnahmen förderlich, die die Atemwege sowie den Rachenraum feucht halten. Dazu zählen:

 

  • Gurgeln mit Salzwasser und Kamille- oder Salbeiaufgüssen
  • Inhalationen mit Kamille und Salbei
  • Lutschtabletten
  • Räume regelmäßig lüften und mit einem Luftbefeuchter ausstatten
  • Viel Flüssigkeit trinken (Tee, Brühe etc.)

Ist eine Strahlenbehandlung im Bereich des Kopfes oder des Halses vorangegangen, kann es sein, dass die Speicheldrüsen beschädigt wurden und folglich die Speichelproduktion vermindert ist. In solchen Fällen können Betroffene den Rachenraum mit künstlichem Speichel besprühen.

Liegt die Ursache der chronischen Pharyngitis in einer behinderten Nasenatmung begründet, so kann zuweilen eine Operation nötig werden. Ein Chirurg kann dann etwa die Öffnungen zu den Nasennebenhöhlen vergrößern oder eine verkrümmte Nasenscheidewand wieder begradigen.

Ebenfalls wird ein operativer Eingriff durchgeführt, wenn die Rachenentzündung mit einer dauerhaften Mandelentzündung auftritt. In einem solchen Fall werden die Mandeln entfernt.

 


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Weder gegen die akute noch gegen die chronische Pharyngitis kann geimpft werden. Wer sich gegen eine plötzlich eintretende Halsentzündung schützen möchte, hat dazu nur indirekt die Möglichkeit – und diese heißt: Abwehrkräfte stärken. Mit einer gesunden Lebensweise, ausreichender Bewegung sowie einer ausgewogenen Ernährung wird das Immunsystem dauerhaft und nachhaltig gestärkt und kann Viren und Bakterien erfolgreich bekämpfen.

Das Risiko einer chronischen Pharyngitis kann ebenfalls verringert werden und zwar, indem der Rachenbereich nach Möglichkeit nicht ständig gereizt wird. Zu vermeiden ist daher Tabakrauch. Alkohol sollte zudem nur in Maßen genossen werden. Wer berufsbedingt mit reizenden Chemikalien und Baumaterialien in Kontakt kommt, muss unbedingt die entsprechenden Schutzvorkehrungen treffen und Atemschutzmasken benutzen.

Generell empfiehlt es sich, sowohl in der privaten als auch in der beruflichen Umgebung für eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Ist dies etwa am Arbeitsplatz nicht möglich, weil beispielsweise die Klimaanlage im Büro die Luft eher austrocknet, dann gilt es, viel zu trinken. Denn durch ausreichendes Trinken lässt sich die Rachenschleimhaut feucht halten.

 


Prognose zur Heilung

Akute Halsentzündung

Die Prognose der durch Viren oder Bakterien ausgelösten Rachenentzündung ist als gut zu bezeichnen. Denn im Allgemeinen ist diese harmlos und innerhalb weniger Tage ausgeheilt. Lediglich in den seltensten Fällen schließt sich an die Rachenschleimhautentzündung ein septischer Zustand des gesamten Organismus an.

Wird die akute Rachenentzündung allerdings nicht behandelt, kann sie schwerwiegendere Erkrankungen nach sich ziehen. Diese wiederum bergen die Gefahr, dass sie betroffenen Organen dauerhaft Schaden zufügen können.

Chronische Halsentzündung
Für die chronische Entzündung ist die Prognose zur Heilung demgegenüber deutlich schlechter zu stellen. Lebensgefahr besteht bei dieser Pharyngitisform allerdings nicht. Der Grund für die vergleichsweise schlechtere Prognose liegt darin begründet, dass es lediglich ganz selten gelingt, die schädlichen Umweltfaktoren, die die Erkrankung hervorrufen, zu beseitigen. Ebenso gestaltet es sich häufig als schwierig, die für die Krankheit verantwortlichen körperlichen Schwächen durch eine wirksame Umstellung des Organismus auszuräumen.

Die bei der chronischen Pharyngitis auftretenden Beschwerden lassen sich zwar oftmals nicht vollständig aus der Welt schaffen, dafür aber weitestgehend lindern.

 


Halsentzündung: Viele Gesichter

Der Begriff Halsentzündung wird insbesondere in der Alltagssprache synonym mit dem der Rachenentzündung verwendet. Allerdings ist dies fachlich nicht ganz korrekt, denn genau genommen ist ersterer vielmehr als Oberbegriff für die Pharyngitis zu sehen. Denn für eine Halsentzündung gibt es viele verschiedene Namen, je nachdem, an welcher Stelle des Halses sich die Entzündung abspielt. Zum Teil ist dies auch vom jeweiligen Erreger abhängig.

So sind folgende Erkrankungen voneinander zu unterscheiden:

 

  • Rachenentzündung (Pharyngitis)
  • Mandelentzündung (Tonsillitis)
  • Rachen- und Mandelentzündung in Kombination (Tonsillopharyngitis)
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
  • Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)

Auch wird bei auftretenden Halsschmerzen häufig sofort an eine Pharyngitis gedacht. Dabei gibt es für sie ganz unterschiedliche Ursachen.

Allergien

Halsschmerzen stehen gar nicht selten in Zusammenhang mit Allergien. Auch wenn diese in der Regel mit Augenbrennen und Nasejucken einhergehen, äußern sich Allergien bei einigen Betroffenen nur durch unangenehme Halsschmerzen. Neben den Hausstaub-, Pollen- oder Schimmelallergien können ebenfalls Nahrungsmittelallergien für schmerzhafte Empfindungen im Hals sorgen.

Refluxkrankheit

Als Ursache für Halsschmerzen eher unterschätzt wird die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit, obwohl sie vergleichsweise oft der Grund ist. Beim Reflux fließt saurer Mageninhalt zurüCK in die Speiseröhre. Je nachdem, wie oft und wie viel Mageninhalt nach oben steigt, wird die Speiseröhre gereizt und kann sich sogar entzünden. Typische Symptome, die dabei auftreten, sind Sodbrennen, saures Aufstoßen, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, einem starken Globusgefühl im Hals sowie mitunter Reizhusten.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Bei der chronischen Sinusitis läuft entzündliches Sekret aus der Nase in den Rachen hinab. Auf Dauer können dabei Beschwerden wie häufiger Räusperzwang, Heiserkeit, Halsschmerzen sowie Husten auftreten.

Immunreaktion gegen Arzneimittel

Einige Medikamente können nach mehrmaliger Anwendung Immunreaktionen auslösen, wodurch gewisse weiße Blutkörperchen geschädigt werden. In der Folge ist das Immunsystem vorübergehend gestört, wobei sich eine schwere Mundentzündung, eine Mandelentzündung (mit Fieber, Halsschmerzen und eventuellem Schüttelfrost) sowie eine Blutvergiftung entwickeln können.

Halsschmerzen durch Pilze

Auch Pilze können lästige Schmerzen im Hals hervorrufen. Dabei spielt unter den Erregern vor allem „Candida Albicans“ eine wichtige Rolle bei Pilzerkrankungen im Mund. Ein Pilzbefall äußert sich durch ein pelziges Gefühl auf der Zunge, ein Brennen der Hals- und Mundschleimhaut sowie der Zunge und weißliche Zungenbeläge.

Akute Schilddrüsenentzündung

Anhaltende Schmerzen im Halsbereich können ebenfalls auf eine Schilddrüsenentzündung hinweisen. Typische Beschwerden bei einer solchen akuten Entzündung der Schilddrüse sind nämlich starke Schmerzen in Kehlkopfregion, welche bis in den Kopf oder die Brust ausstrahlen können.

Unzureichende und übermäßige Mundhygiene

Dass Halsschmerzen von einer mangelnden oder übermäßigen Mundhygiene kommen können, ist sicherlich vielen neu. Wer jedoch die Hygiene vernachlässigt, der erhöht das Risiko von Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, welche sich weiter ausbreiten können. Doch auch zu viel Mundhygiene ist nicht förderlich, denn für gesunde Schleimhäute benötigt der Mundraum eine ausgewogene Mundflora. Diese wird häufig durch übermäßige Anwendung von etwa starken Mundspülungen zerstört.

 


Alternative Behandlungsmethoden

 

Da das Krankheitsbild der Pharyngitis bereits seit der Antike bekannt ist, gibt es neben der westlichen Schulmedizin natürlich zahlreiche alte Heilmethoden, welche ihren Ursprung nicht nur vor Hunderten von Jahren haben, sondern auch aus anderen Kulturen und Traditionen entstammen.

Übersicht über alternative Heilmethoden:

Kuren

Insbesondere bei der chronischen Pharyngitis können Kuren in Badeorten bei wiederholter Anwendung wirksam sein. Hierbei sollten vornehmlich Inhalationen mit Sole sowie Aufgüsse mit ätherischen Ölen Anwendung finden. Häufig ist auch eine Kur in anderen Gefilden vorteilhaft, da ein Klimawechsel wahre Wunder bewirken kann. Vor allem Kuren in Meeresnähe (Ostsee oder Nordsee) wirken nachhaltig und sind wärmstens zu empfehlen.

Akupunktur

Bereits seit vielen Jahrhunderten ist die Behandlung von Infektionskrankheiten ein Spezialgebiet der Chinesischen Medizin. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei insbesondere darauf, Infekte über die Schleimhäute der Atemwege, der Blase und des Darms sowie über die Haut auszuleiten. Dazu eignet sich vor allem die Akupunktur, welche als ausleitendes Therapieverfahren gilt.

Eine Pharyngitis kann auf diese Weise äußerst wirksam behandelt werden, indem bestimmte Energiepunkte am Hals sowie solche entlang des Lungen- und Dickdarmmeridians (Meridiane sind Leitbahnen, in welchen die Lebensenergie fließt) akupunktiert werden. Um die Akupunkturwirkung zu unterstützen und verstärken, bekommen Patienten zusätzlich chinesische Heilkräuter verabreicht.

Ayurveda

In der traditionellen indischen Heilkunst wird die Rachenentzündung „Kantharaga“ genannt, was wörtlich „Rötung des Halses“ bedeutet. Da das Leben nach der Ayurveda-Auslegung eine Ganzheit bzw. Einheit von Sinnen, Seele, Verstand und Körper ist, geschieht die Heilung auf verschiedenen Ebenen.

Zum einen entfalten zahlreiche verschiedene Kräuter und Gewürze wie Ingwer sowie Nelken ihre antibiotische Wirkung und reinigen den Körper. Zum anderen soll auf eine positive psychische Verfassung geachtet werden. So sind bei einer Pharyngitis psychische Belastungen wie Besorgnis, Trauer und Zorn unbedingt zu vermeiden.

 

Welche Hausmittel können helfen?

Bei einer Pharyngitis müssen es nicht immer gleich Medikamente sein. Schließlich haben sich im Laufe der Zeit viele natürliche Hausmittel gegen eine Halsentzündung etabliert.

Gurgeln mit Salzwasser
Es klingt banal und doch ist das Gurgeln mit lauwarmen Salzwasser ein wirksames Hausmittel gegen Rachen- und Mandelentzündungen. Denn das Salzwasser desinfiziert nicht nur den Rachenraum, sondern beruhigt zudem die gereizte Rachenschleimhaut.

Die Zubereitung dieses Hausmittels ist denkbar einfach: In einem Glas mit lauwarmem Wasser werden zwei Teelöffel Salz gelöst. Mit diesem Salzwasser wird fünf Mal täglich gegurgelt.

Apfelessig
Apfelessig gibt es in jedem Haushalt. Denn er ist ein sehr vielseitiges Hausmittel mit antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften. Darüber hinaus stärkt Apfelessig die körpereigenen Abwehrkräfte.

Für die Behandlung einer Pharyngitis mit Apfelessig werden zwei Esslöffel Essig auf ein Glas mit warmem Wasser gegeben. Das Gemisch wird zusammen mit etwas Honig getrunken und das drei Mal täglich. Alternativ ist es auch möglich, den Essig mit Wasser (im Verhältnis 1:1) zu mischen und damit mehrmals am Tag zu gurgeln.

Honig
Ein ganz traditionelles Heilmittel für Kehlkopf- und Rachenentzündungen ist der Honig. Der süße Nektar wirkt ganz natürlich gegen virale und bakterielle Krankheitserreger im Rachenraum und lindert Halsschmerzen rasch.

Betroffene nehmen einfach mehrmals am Tag einen Teelöffel Honig und lutschen langsam daran, bis sich der Honig aufgelöst hat. Ebenso hilft bei einer Pharyngitis eine „süße heiße Zitrone“. Dazu wird eine Zitrone ausgepresst und der Saft in eine Tasse mit heißem Wasser und zwei Teelöffeln Honig gegeben. Getrunken stärkt diese Mischung das Immunsystem und wirkt zudem schleimlösend.

Warme und kalte Halswickel
Auch warme und kalte Halswickel sind sehr effektiv bei der Behandlung einer Halsentzündung. Während ein kalter Wickel Schmerzen und Schluckbeschwerden lindert, fördert ein warmer Halswickel die Durchblutung.

Für den kalten Halswickel wird ein Baumwolltuch mit kaltem Wasser getränkt, wobei anschließend überschüssiges Wasser herausgepresst wird, da das Tuch keinesfalls tropfen sollte. Das kalte Baumwolltuch wird um den Hals gewickelt. Dann dann als nächste Schicht ein trockenes Tuch und darauf wiederum ein dicker Schal. Für den warmen Wickel wird das erste Tuch statt in kaltes in etwa 40 Grad warmes Wasser gelegt.

Der Halswickel wird nach einer Stunde abgelegt und täglich zwei Mal wiederholt.

 

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilpflanzen und Heilkräuter haben sich auch bereits bei einer Rachenentzündung bewährt. In aller Regel kommt ihnen dabei sogar eine zweifache Bedeutung zu. Denn sie wirken einerseits schmerzlindernd und andererseits desinfizierend.

Ingwer
Dank seiner entzündungshemmenden Eigenschaften gehört Ingwer zu den stärksten natürlichen Antibiotika. Außerdem leistet Ingwer Abhilfe bei Schluckbeschwerden und Rachenschmerzen.

Ein daumengroßes Stück Ingwer wird zerkleinert und in heißes Wasser gegeben. Nach zehn Minuten wird der Sud vier Mal täglich getrunken. Wahlweise können Betroffene auch mehrmals am Tag etwas Ingwer kauen und den Ingwersaft langsam herunterschlucken.

Knoblauch
Genauso wie Ingwer ist auch Knoblauch ein starkes Antibiotikum auf natürlicher Basis, welches ideal zur Behandlung einer Rachenentzündung verwendet werden kann.

Um den Knoblauch in den Rachenbereich zu bringen, gibt es zum einen die Möglichkeit, eine große Knoblauchzehe zu zerkleinern und zusammen mit einer Prise Zimt und Chilipulver auf eine Tasse mit kochendem Wasser zu geben. Diese Mischung sollte etwas abgekühlt getrunken werden und das drei Mal täglich. Zum anderen eignet sich eine eingeritzte Knoblauchzehe als natürlich Lutschtablette.

Süßholzwurzel
Die Süßholzwurzel stimuliert das Immunsystem und unterstützt den Körper von innen gegen bakterielle und virale Infektionen.

In eine Tasse wird ein Esslöffel gehackte Süßholzwurzel gegeben und nach fünf Minuten wird der Süßholzwurzeltee getrunken (zwei Mal täglich).

Chili
Das im Chili enthaltene Capsaicin bekämpft Krankheitserreger im Rachen und wirkt abschwellend.

Es wird mit einer Mischung aus einem halben Teelöffel Chilipulver und warmem Wasser mehrere Male am Tag gegurgelt.

 

Ätherische Öle

Ätherische Öle heilen nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Seele. Daher eignen sie sich perfekt, um den aus den Fugen geratenen Organismus wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Bei einer Pharyngitis sorgen vor allem die folgenden ätherischen Öle für Linderung und Heilung:

Kamille
Die ätherischen Öle der Kamille wirken antiseptisch, entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Angewendet werden können die Kamillenblüten, aus denen frische Tees zubereitet werden. Außerdem eignen sich diese auch zum Inhalieren. Dazu wird heißes Wasser in eine Schüssel mit etwa drei bis fünf Gramm Kamillenblüten gegeben. Zum Gurgeln empfiehlt es sich, direkt Kamillenextrakt zu verwenden.

Salbei, Thymian, Teebaumöl und Eukalyptusöl
Weitere wohltuende und heilende ätherische Öle stellen Salbei, Teebaum und Thymian dar. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden und antiviralen Wirkung können sie schnell Linderung verschaffen.

Aus Salbei und Thymian lassen sich Tees zum Trinken und Inhalieren herstellen. Auch das Eukalyptusöl ist für Inhalationen prädestiniert. Das Teebaumöl eignet sich insbesondere (verdünnt mit Wasser) zum Gurgeln.

 

Homöopathie & Globuli

Bei einer Rachenentzündung können sich Betroffene auch auf homöopathischem Wege Erleichterung verschaffen. Sehr bewährte Homöopathika bei einer Pharyngitis sind:

 

  • Mercurius solubilis
  • Aconitum
  • Lachesis
  • Belladonna
  • Phosphorus

Mercurius solubilis – oder besser bekannt als Quecksilber – wird unter anderem bei Schleimhautentzündungen (besonders im Rachen und Mund) verwand. Obwohl Quecksilber allgemein als giftig bekannt ist, stellt es in homöopathischen Dosen keinerlei Gefahr dar.

Aconitum ist ein homöopathisches Mittel, welches aus dem blauen Eisenhut gewonnen wird. Dieser gehört zu den giftigsten Pflanzen Mitteleuropas. Allerdings ist sein Gift in geringen Mengen ein Heilmittel, welches bei fiebrigen Infektionen und Entzündungen im Halsbereich zur Anwendung kommt.

Lachesis ist das Gift der in Mittel- und Südamerika beheimateten Buschmeisterschlange. Es lindert Halsscherzen und –entzündungen.

Belladonna wird vorwiegend bei akuten Krankheiten wie grippalen Infekten, Erkältungen und Halsentzündungen eingesetzt. Das Arzneimittel wird aus der schwarzen Tollkirsche gewonnen.

Phosphorus ist ein äußerst tief wirkendes Mittel, denn der Phosphor ist im menschlichen Organismus für den Transport der Energie wichtig. Angewendet werden Phosphorus-Globuli bei Kehlkopf- und Rachenentzündungen.

 

Schüssler-Salze

Neben den homöopathischen Heilkräften schwören viele Patienten auch auf Schüssler-Salze. Bei einer Pharyngitis empfehlen Naturheilkundler vor allem die Salze Nr. 4, 21, 22 sowie 27, da diesen Mineralsalzen zugesprochen wird, dass sie Entzündungen der Schleimhäute hemmen und die Reizungen des Halses mindern.

Nr. 4 – Kalium chloratum: Dieses Salz wird bei akuten Halsentzündungen eingesetzt und beeinflusst zudem den Eiweiß- und Zuckerstoffwechsel. Ein bis zwei Tabletten (D6) sollten täglich drei bis sechs Mal eingenommen werden.

Nr. 21Zincum chloratum: Das Schüssler-Salz stärkt das Immunsystem und fördert ebenfalls die Wundheilung. Sind die Schleimhäute entzündet, kann das Präparat Abhilfe schaffen. Zincum chloratum ist ebenfalls drei bis sechs Mal am Tag mit maximal zwei Tabletten einzunehmen.

Nr. 22Calcium carbonicum: Es modifiziert den Stoffwechsel und fördert die Abheilung von Schleimhaut- und Hauterkrankungen. Die tägliche Dosis sollte ein bis zwei Tabletten maximal sechs Mal am Tag nicht überschreiten.

Nr. 27Kalium bichromicum: Das Salz wird zur Behandlung von Erkältungen sowie chronischen Krankheiten der oberen Atemwege empfohlen. Ebenfalls wirkt es Schleimhautentzündungen entgegen. Kalium bichromicum kann drei bis sechs Mal täglich in Form von zwei Tabletten genommen werden.

 

Diät & Ernährung

Akute Halsentzündung

Einer akuten Pharyngitis kann mit einer gesunden Ernährung bestens vorgebeugt werden. Wichtig ist es dabei, auf eine möglichst ausgewogene und vitaminreiche Ernährung zu achten. Auf diese Weise wird der Körper dabei unterstützt, sich selbst gegen Viren und Bakterien zu schützen. Doch auch während einer akuten Rachenentzündung sollte viel Obst und Gemüse konsumiert und darüber hinaus sehr viel getrunken werden.

Chronische Halsentzündung

Bei einer chronischen Pharyngitis ist eine Ernährungsumstellung manchmal unumgänglich. Denn um eine Entzündung effektiv zu behandeln, sollten Betroffene auf eine alkalische Ernährungsweise umsteigen, sprich vornehmlich solche Lebensmittel zu sich nehmen, die im Körper alkalisch verstoffwechselt werden. Dazu gehören:

  • Frisches Obst der Saison (insbesondere Zitrusfrüchte)
  • Gemüse in allen Darreichungsformen (Salate, Püree etc.)
  • Vollkorngetreide (Hirse, Reis, Quinoa etc.)
  • Hülsenfrüchte
  • Trockenfrüchte
  • Ungesalzene Nüsse
  • Samen (Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne)
  • Zwiebel und Knoblauch

Vermieden werden sollten hingegen solche Produkte, die der Organismus sauer verstoffwechselt, da dies die entzündeten Schleimhäute zusätzlich reizt. Verzichten sollten Betroffene auf:

 

  • Milch sowie Milchprodukte
  • Fleisch (vornehmlich rotes Fleisch)
  • Raffinierte Mehle
  • Raffinierter Zucker

Gegen eine chronische Pharyngitis hilft darüber hinaus ausreichendes Trinken. Hierbei sollten es vor allem keine zuckerhaltigen Limonaden sein, sondern Betroffenen ist zu empfehlen, sich auf Wasser und zuckerfreie Tees umzustellen. Auch koffeinhaltige Getränke sind nach Möglichkeit zu meiden.

Als ein überraschendes Heilmittel, welches im Speziellen bei einer Rachenentzündung überaus wirksam ist, hat sich das solarisierte Wasser herausgestellt. Dieses entsteht, wenn normales Wasser in ein Gefäß mit einer ganz bestimmten Farbe gegeben und dem Sonnenlicht ausgesetzt wird.

 


FAQ – Fragen & Antworten

Mit welchen Symptomen sollte ich zum Arzt gehen?

Immer mehr Menschen haben Hemmungen davor, zum Arzt zu gehen, weil sie Angst haben, dass der Arzt ihr Anliegen als Lappalie abstempelt. Und sicherlich ist ein gerade spürbares Kratzen im Rachen nicht unverzüglich einen Arztbesuch wert.

Handelt es sich hingegen um starke und anhaltende Halsschmerzen, zu denen sich auch noch Schluckbeschwerden und Heiserkeit hinzugesellen, ist der Gang zum Hausarzt durchaus angebracht. Unausweichlich wird dieser dann, wenn noch Fieber mit im Spiel ist.

Sollte ich mit einer Pharyngitis zu Hause bleiben?
Dies lässt sich nicht so einfach pauschal beantworten, denn hierbei ist entscheidend, ob es sich um die akute oder chronische Rachenentzündung handelt.

Bei einer akuten Halsentzündung sollten Betroffene ihrem Körper möglichst viel Ruhe gönnen, damit er sich rasch vollständig erholen kann. Wird die Pharyngitis mit Antibiotika behandelt, gilt das Ruhen grundsätzlich. Zudem besteht bei einer akuten Rachenentzündung eine hohe Ansteckungsgefahr. Erkrankte erweisen also nicht nur sich sondern auch ihren Kollegen einen Gefallen, wenn sie nicht auf Arbeit kommen und zu Hause bleiben.

Die chronische Pharyngitis ist zwar überaus unangenehm, aber nicht infektiös, sodann Betroffene durchaus arbeiten gehen können. Da diese Form der Erkrankung in der Regel auch etwas langwieriger ist, lässt es sich auf Dauer wohl auch nicht vermeiden. Erkrankte sollten immer darauf achten, ihren Arbeitsplatz entsprechend angenehmer einzurichten, indem sie zum Beispiel einen Luftbefeuchter aufstellen, ihren Schreibtisch mit Lutschtabletten ausstatten und sich mit ausreichend Trinkmöglichkeiten zu versorgen.

Ich bin kein Freund von Antibiotika, gibt es Alternativen?
Pharmazeutische Antibiotika sollten in der Tat weitestgehend vermieden werden. Denn es gibt eine Vielzahl naturbasierter Alternativen. Neben natürlichen Antibiotika wie Ingwer und Knoblauch können homöopathische Arzneimittel und Schüssler-Salze helfen. Darüber hinaus haben sich ayurvedische Behandlungen und Akupunktur bereits bei Rachenentzündungen bewährt.

Hin und wieder ist der Einsatz von pharmazeutischen Antibiotika jedoch auch sinnvoll, wenn sich die Pharyngitis etwa schon ausgebreitet und stark verschlechtert hat. In solchen Fällen ist schnelle Hilfe das A und O, um den Körper nicht nachhaltig zu schädigen.

Wie kann ich mich vor einer chronischen Pharyngitis schützen?
Sich gänzlich vor einer chronischen Pharyngitis zu schützen, ist schier unmöglich. Denn diese Erkrankung kann durch zahlreiche Umwelteinflüsse ausgelöst werden, auf die der einzelne keinen Einfluss hat.

Nichtsdestotrotz gilt auch hier: Wer nicht raucht, nicht übermäßig Alkohol konsumiert, sich gesund ernährt und sich regelmäßige Bewegung gönnt, kann das Risiko, an einer solchen Halsentzündung zu erkranken, deutlich minimieren.

Wie erkenne ich, dass ich unter einer chronischen Rachenentzündung leide?
Die Symptome einer chronischen Pharyngitis sind relativ unspezifisch, da sie auch auf viele andere Erkrankungen zutreffen.Typische Beschwerden sind ein trockener Hals sowie Probleme beim Schlucken. Betroffene plagt häufig ein Räusper- und Schluckzwang, ein unangenehmer Reizhusten und starker Durst. Viele klagen zudem über ein Fremdkörpergefühl im Rachenraum.

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