Abszess

Abszess eiterblase

Wird die bakterielle Entzündung nicht richtig behandelt, können schwerwiegende Komplikationen auftreten

Im Durchschnitt kann jeder zweite Mensch einmal in seinem Leben ein Abszess bekommen. Die Eiterblasen sind meistens schmerzhaft und sollten von einem Arzt begutachtet werden.

Die bakterielle Hautentzündung kann nämlich, wenn sie nicht richtig behandelt wird, sehr gefährlich werden. Bei richtiger Behandlung ist ein Abszess in der Regel innerhalb kürzester Zeit abgeheilt.

Die Symptome sind für die Betroffenen meist leicht zu erkennen und es gibt heut zu Tage viele Behandlungsmöglichkeiten, auch ohne operativen Eingriff. Es gibt verschiedene Arten von Abszessen und auch Risikofaktoren, die ihre Bildung begünstigen können.

 

Was ist ein Abszess  (Eiterblase)

Ein Abszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum in der Haut, besser gesagt im Gewebe. Der Körper baut um diese Eiterblase eine Kapsel, damit diese sich nicht weiter ausbreiten kann. Abszesse sind häufig sehr schmerzhaft und den Betroffenen ist zu raten immer einen Arzt aufzusuchen. Die Eiterblasen treten meist direkt unter der Haut auf. Meist an Stellen, welchen einer ständigen Reibung ausgesetzt sind.

An welchen Stellen kann ein Abszess auftreten?

Abszesse können überall auf dem Körper auftreten.

Wie zum Beispiel:

  • Abszess im Intimbereich
  • Abszess am Po
  • Abszess am/im Mund
  • Abszess an den Achselhöhlen
  • Gehirn Abszess (kommt sehr selten vor)

Egal an welcher Stelle am Körper ein Abszess auftritt, die Betroffenen sollten nicht versuchen die Eiterblase selbst zu behandeln. Durch eine falsche Behandlung, können Erreger schneller in die Blutbahn gelangen und es kann zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

Was sind Ursachen und Risikofaktoren?

Wieso entsteht ein Abszess?

Eine Eiterblase oder Abszess entsteht meist durch Bakterien. Diese dringen von außen in den Körper ein. Häufiger Grund ist eine Schürfwunde oder eine Schnittverletzung – hin und wieder kann ein eingewachsenes Haar der Grund für ein Abszess sein. Eine bakterielle Entzündung ist immer die Ursache für eine Infektion. Es handelt sich dabei um das Bakterium Staphylococcus aureus.

Symptome & Anzeichen

Was sind die ersten Anzeichen für ein Abszess und wie verläuft die Krankheit?

Erste Anzeichen können sein:

Eine Eiterbeule ist zu Beginn ähnlich wie ein Pickel. Die betroffene Stelle ist leicht gerötet und ist zudem geschwollen. Abszesse haben eine gelbliche Farbe, da sich unter dem Gewebe Eiter angesammelt hat. Vor allem bei Bewegungen oder Berührungen kann ein Abszess sehr schmerzhaft sein für die Betroffenen.

Neben den äußerlich sichtbaren Eiterbeulen kommt es auch vor, dass Abszesse die inneren Organe betreffen. Diese sind nicht immer mit Schmerzen verbunden. Fieber bzw. Fieberschübe sind meist die einzigen Symptome die auf eine Erkrankung hinweisen.

Ein Arzt kann ein Abszess im inneren nur mithilfe von MRT (Magnetresonanztomographie), CT (Computertomographie) oder Ultraschall-Untersuchung, nachweisen. Zudem ist eine Blutuntersuchung nötig um die richtigen Antikörper gegen die Entzündungs-Erreger zu finden.

Welche Arten von Abszessen gibt es?

Auch eitrige Pickel sind kleine Abszess. Diese lassen sich aber im Vergleich zu normalen Abszessen, mit der richtige Pflege, schnell selbstbehandeln. Daneben gibt es auch Furunkel und Karbunkel. Bei einem Furunkel handelt es sich um eine Eiterblase, welche sich direkt um die Haarwurzel gebildet hat. Wenn mehrere Haar-Follikel betroffen sind, dann spricht man von einem Karbunkel. Diese Arten kommen am häufigsten vor, und fast jeder Mensch hatte schon mal einen Furunkel oder Karbunkel in seinem Leben. Es gibt auch sehr seltene Arten von Abszessen, welche sogar von der Medizin nicht ALS solche erkannt werden.

Ein Brodie-Abszess ist eine Abszess-Art, die in den Knochen auftritt. Diese Form ist medizinische nur schwer zu behandeln und muss in der Regel operativ entfernt werden. Weitaus seltener tritt ein Douglas-Abszess, also eine Eitersammlung im kleinen Becken zwischen Rektum und Scheide auf. Genau wie ein perityphlitischer Abszess, eine Eitersammlung neben dem Blinddarm, ist es eine relativ seltene Art der Eiterbeule und wird daher von vielen Medizinern falsch eingeordnet.

Als letzte Besonderheit gibt es noch kalte Abszesse. Das sind abgekapselte Entzündungen, bei denen sich keine Bakterien und nur wenig Eiter bildet. Diese sterilen Abszesse treten in der Regel nach einer schweren Erkrankung, Tuberkulose oder einer Operation auf. Bei chronischen Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, fließt der Eiter aus einer Entzündung in weitere Regionen ab. Und dort können dann weitere, sterile Abszesse entstehen.

Risikofaktoren können Abszesse begünstigen

Neben der bakteriellen Entzündung, gibt es noch weitere Faktoren die eine Entstehung eines Abszess begünstigen können. Wie zum Beispiel:

Diagnose und Krankheitsverlauf bei einem Abszess

Bei einem äußerlichen Abszess, welcher sich auf der Haut befindet, ist keine aufwändige Diagnose notwendig. Der Arzt erkennt meist an der gelblichen Farbe unter der Haut, dass es sich um eine Eiterbeule handelt. Außerdem ist die Schwellung deutlich gerötet, anders bei einem gewöhnlichen Pickel.

Krankheitsverlauf bei einer ordnungsmäßigen Behandlung

Wenn Betroffene schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen, ist die Behandlung relativ unkompliziert und es treten so gut wie nie Komplikationen auf. Der Arzt öffnet mit einem kleinen Schnitt den Abszess und der Eiter kann abfließen.

Zudem wird die Wunde mit einer desinfizierten Lösung gesäubert. Der Schnitt wird nicht vernäht, da sich dadurch erneut Eiter bilden könnte. Es werden Tamponaden mit einer antibiotischen Lösung auf die Wunde gelegt, damit sich die Entzündung zurückbilden kann.

Es können mehrere Wochen vergehen bis die Wunde abgeheilt ist, da sich das Gewebe erstmal zurückbilden muss.

Krankheitsverlauf bei nicht ordnungsmäßiger Behandlung

Viele Betroffen versuchen einen Abszess selbst auszustechen, da sie die Schwellung für einen gewöhnlichen Pickel halten. Bei einer solchen Fehlbehandlung kann es zu Komplikationen kommen, welche im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Der Eiter kann sich weiter im Gewebe ausbreiten und es können weitere Bakterien in den Organismus kommen. Betroffene müssen dann einige Wochen im Krankenhaus mit einer intravenösen Antibiotikatherapie behandelt werden.

Abszesse an den inneren Organen

Befindet sich ein Abszess nicht außen sondern an den inneren Organen, ist dieser für den Arzt äußerlich nicht sichtbar. Wenn es zum Beispiel die Nieren oder die Lunge getroffen hat, hilft nur eine Ultraschall-Untersuchung, um einen Abszess festzustellen. Außerdem wird den Betroffenen Blut abgenommen um die Antikörper gegen den verantwortlichen Erreger zu finden. Die Betroffenen haben keine Schmerzen und spüren auch nicht, dass sich ein Abszess gebildet hat. Meist ist hohes Fieber das einzige Anzeichen für eine Entzündung. Bei dieser Form der Eiterbeule, besteht ein besonders hohes Risiko für eine Blutvergiftung. Sollten Betroffene nicht sofort einen Arzt aufsuche kann es zu bleibenden Schäden an den Organen kommen.

Wie einem Abszess vorbeugen?

Die Bildung eines Abszess lässt sich nur bedingt verhindern. Es hilft auf Hygiene zu achten. Häufig ist es so, dass Abszesse an Stellen auftreten wo die Kleidung stark scheuert oder einschneidet. Daher sollte neben der gründlichen Körperpflege auch darauf geachtet werden, dass die Kleidung nicht zu eng ist und auch nicht an der Haut scheuert.

Besonders an Stellen an denen viel Schweiß produziert wird, kann es schneller zu einem Abszess kommen. Im Sommer sollte man darauf achten, diese Stellen gründlicher sauber zu halten. Das sind Maßnahmen die die Bildung eines Abszess verhindern aber nicht zu hundert Prozent ausschließen können.

Wer unter Diabetes leidet, ist von Abszessen viel häufiger betroffen. Denn schwache Abwehrkräfte beschleunigen die Entstehung von Eiterbeuteln. Auch Verdauungsprobleme können ein Auslöser sein. Verstopfung oder Durchfall lösen häufig Analabszesse aus. Um Verdauungsproblemen vorzubeugen, empfiehlt es sich, auf eine ballaststoffreiche Ernährung zu achten.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Bei den ersten Symptomen sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Vor allem bei Abszessen im Bereich von Hals, Kopf oder Ohren ist der Besuch eines Arztes notwendig. In solchen Fällen ist das Risiko groß, dass es Bakterien in das Gehirn gelangen können, was für die Betroffenen lebensgefährlich werden kann. Im schlimmsten Fall kann es zu einer bakteriellen Hirnhautentzündung kommen. Aber nicht nur in der oberen Körperhälfte sind Abszesse gefährlich.

Auch bei einem Abszess im Analbereich sollte ein Arzt sofort konsultiert werden. Bei unzureichender Behandlung kann sich ein Abszess im Analbereich, aufgrund der schon zahlreichen Bakterien, viel schneller ausbreiten und sogar chronisch werden.

Sollte es neben der Schwellung auch zu Fieber kommen dann ist es ein erstes Anzeichen, dass die Bakterien in der Blutlaufbahn gedrungen sind. Außerdem kann es zu einem roten, schmerzenden Streifen unter der Haut kommen. Dieser Streifen weist auf eine lebensbedrohliche Komplikation hin, dann sollten Betreffende so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Abszess selbstbehandeln? – Tipps zur Selbstbehandlung

Bei kleineren Abszessen, welche noch keine Schmerzen verursachen, ist eine Selbstbehandlung nicht gefährlich. Eine Zugsalbe kann bei der schnellen und effektiven Behandlung der Eiterbeule helfen. Diese enthält Schieferölwirkstoffe wie etwa Ammoniumbituminosulfonat, welche dabei helfen, dass sie die Abszesse auf natürliche Weise selbst entleeren.

Die Zugsalbe ist in jeder Apotheke frei erhältlich. Zudem ist Betroffenen zu raten, nicht an der Wunde herumzudrücken, sonst können sich Eiter und Bakterien in das Nachbargewebe ausweiten. Die Wunde sollte auch steril sein, achten Sie immer darauf, dass Sie die Hände vor dem Auftragen der Salbe gründlich reinigen. Die Krater sollten auch mit einer Wunddesinfektionssalbe gereinigt werden und mit einem Pflaster abgedeckt werden. Sollte die Wunde immer noch Eiter bilden oder es kommt zu schmerzen, dann muss ein Arzt aufgesucht werden.

Um das angeschlagenen Immunsystem wieder anzukurbeln, sollten Betroffene drei Mal täglich Brenneseltee trinken. Die entzündungshemmende Wirkung des Krautes hilft dabei, dass die Schwellung und Entzündung schneller zurückgeht.

Homöopathische Behandlung eines Abszess

Bei einem oberflächlichen Abszess auf der Haut, kann eine homöopathische Behandlung hilfreich sein. Mit Hepar sulphuris calceraum, Balladonna oder Pyrogenium verhindert die Bildung von Eiter.

Auch Heilpflanzen wie Myristica sebifera, in Form einer Salbe, können bei einer oberflächlichen Behandlung helfen. Die Wirkung dieser Heilpflanze ist antiseptisch und auch als Globuli frei erhältlich.

Schüssler Salze sind eine gute Alternative zu Medikamenten. Bei der Einnahme ist das Stadium des Abszess entscheidend. Im Frühstadium sind die Schüssler Salze Nr.3 (Ferrum phosphoricum) und Nr.4 (Kalium chloratum) zu empfehlen. Diese sollten jeweils drei Mal täglich eingenommen werden. Im fortgeschrittenen Stadium sollte man auf die Schüssler Salze Nr4, Nr. 11 (Silicea)und Nr. 12 (Calcium sulfuricum) zurückgreifen. In diesem Stadium sollte Nr.4 sechs Mal täglich, Nr. 11 fünf Mal täglich und Nr. 12 sechs Mal täglich, jeweils eine Tablette, eingenommen werden. Die Salze sind nur einzunehmen, wenn der Eiter frei abfließen kann und wenn Betroffene nicht an einer Schilddrüsenerkrankung leiden.

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