Verstopfung

Steckbrief: Verstopfung

  • Name(n): Verstopfung; Obstipation
  • Art der Krankheit: Verdauungsbeschwerde
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: bereits in der Antike
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: verschieden
  • Wieviele Erkrankte: circa 15 % der Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist
  • ICD-10 Code(s): K59.0

VERSTOPFUNG

Kot ist die heitere Materie, die Angst in Lachen verwandelt.” Dieses früher häufig genutzte Zitat mag heute, da der Stuhlgang zu den allgemein tabuisierten Themen gehört, befremdlich wirken. Es steckt jedoch einiges an Wahrheit darin. Die menschliche Natur bedingt in gewisser Weise, dass wir unsere Ausscheidungsprodukte betrachten und auf Veränderungen hin überprüfen.

Uns ist hernach ein eigener Mechanismus gegeben, nach welchem wir entscheiden können, ob möglicherweise eine Krankheit vorliegt. Zudem, und darauf wies bereits Sigmund Freud hin, bereitet der Akt des Defäkierens im Normalfalle lustvolle Freude. Stimmen Konsistenz, Volumen und Häufigkeit des Stuhlgangs, erfüllt dies den Menschen mit einem naturgegebenen Vergnügen.

Angst und Beklemmungen verursachen hingegen sämtliche Beschwerden, die das Ausscheiden beeinträchtigen. Das trifft zuvörderst auch auf die Verstopfung zu, die neben Durchfall zu den häufigsten Darmleiden gehört. Sie führt nicht nur körperliche Schmerzen herbei, sondern löst ebenso Appetitlosigkeit, psychische Belastung und Stress aus. Kurz: Verstopfungen schränken ungemein die individuelle Lebensfreude ein.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass seit der Antike nach einem geeigneten Heilmittel gegen dieses Leiden gesucht wird. Inzwischen weis die Medizin, dass gänzlich verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Verstopfung verantwortlich sein können.

Glücklicherweise existieren auch für spezielle Formen Medikamente und Hausmittel, die dem Problem entgegen wirken können. Und wer auf die richtige Ernährung und eine gesunde körperliche Verfasstheit achtet, der wird ohnehin häufig etwas zu lachen haben.

Definition Verstopfung

Verstopfung

Aufgenommene Nahrung sollte für gewöhnlich innerhalb von drei Tagen verdaut sein, den Darm komplett durchwandert haben und anschließend ausgeschieden werden. In jenen Fällen, in denen dies nicht geschieht, spricht die Medizin von Obstipation. Im Volksmund hat sich die Bezeichnung Verstopfung etabliert. Die Ursachen sowie die Dauer einer Obstipation können sehr unterschiedlich sein. Prinzipiell ist jedoch allen spezifischen Ausprägungen gemeinsam, dass Faeces (Kot) nicht abgeht, sondern sich im Darm sammelt. Der Kot wird dann zu einer Barriere, die neuen Stuhl aufstaut. Obgleich hernach der Druck auf das Darmgewebe immer stärker wird, fällt das Ausscheiden dadurch ungleich schwerer.

Der Begriff Obstipation umfasst zwei Schweregrade, die abhängig von der jeweiligen Grunderkrankung, nicht in Reihenfolge auftreten müssen. Am häufigsten anzutreffen ist die sogenannte Konstipation, bei welcher die Stuhlmenge gering ausfällt, da Teile der Verdauungsprodukte im Darm zurückbleiben. Über einen kurzen Zeitraum hinweg kann dann auch die Defäkation ausbleiben. Kommt der Stuhlgang gänzlich zum Erliegen, wird dies schließlich ALS Koprostase bezeichnet.

Neben der Diarrhoe (Durchfall) stellt die Obstipation eine der gängigsten und verbreitetsten Darmbeschwerden dar. Sie ist Nota bene nicht als eigenständige Krankheit zu verstehen. Vielmehr manifestiert sich in ihr eine zugrunde liegende Erkrankung, die gleichermaßen genuin oder erworben sein kann. Verstopfung ist oftmalig aber auch initialer Ausdruck einer Mangelerscheinung.


Was ist Verstopfung?

Spricht man von Verstopfung, so ist zuvörderst vom gänzlichen Ausbleiben des Stuhlgangs die Rede. Aber auch das eingeschränkte Defäkieren im Sinne einer verzögerten oder unvollständigen Ausscheidung kann hiermit gemeint sein. Da Koten unglücklicherweise zu den gesellschaftlichen Tabuthemen gehört, herrscht oftmals Unklarheit darüber, wann Stuhlvolumen und -häufigkeit den Rahmen der Normalität überschreiten. Wer täglich retiniert, wird sich möglicherweise wundern, sollte der Stuhlgang einen Tag ausbleiben. Andersherum wähnt sich ein Mensch, der nur dreimal wöchentlich kotet, von Durchfall betroffen. Die Medizin setzt hier jedoch klare Grenzen: Die Ausscheidung von Nahrung sollte in nicht weniger als acht Stunden und nicht mehr als drei Tagen erfolgt sein. Folglich besteht eine Obstipation erst dann, wenn am dritten Tage nach der Nahrungsaufnahme noch kein vollständiger Abgang der Ausscheidungsprodukte erfolgt ist. Verstopfung kann hernach chronisch, akut oder in Form der sogenannten Reiseobstipation zutage treten.

Die am häufigsten auftretende Form der Verstopfung ist die chronische Variante. Sie umfasst alle Arten der Obstipation, die dergestalt auftreten, dass während eines Zeitraums von wenigstens einem viertel Jahr Stuhl regelmäßig um ein bis zwei Tage verzögert ausgeschieden wird. Dies kann anorektal, kologen oder idiopathisch begründet sein. Bei der anorektalen chronischen Verstopfung liegt ursächlich eine Erkrankung des Rektums vor, die den Schließmuskel in solchem Grade verengt, dass nicht mehr normal defäziert werden kann. Ausscheidung ist in diesem Falle nur unter starkem, teils schmerzhaftem Pressen möglich. Hingegen ist bei der kologenen Form die Aktivität des Intestinaltraktes ausschlaggebend für die Verstopfung.

Eine Darmträgheit bewirkt, dass die Darminhalte nur langsam fortbewegt werden. Hierdurch verlängert sich auch der Zeitraum, in welchem sich die Ausscheidungsprodukte im Dünndarm befinden, der jenen unaufhörlich Flüssigkeit entzieht. Der Stuhl wird somit immer fester und kann einen Härtegrad erreichen, der vom Darm nur noch mühevoll bewältigt und ergo fortbewegt werden kann. Die Konsistenz der Faeces kann letztendlich auch im Enddarm problematisch werden, wenn es gilt, den verhärteten Stuhl aus dem Körper zu pressen. Liegen weder im Darm noch am Schließmuskel erschließbare Funktionsstörungen vor und lassen sich auch darüber hinaus keine physischen Erklärungen für eine chronische Obstipation finden, spricht man von der idiopathischen Verstopfung. Diese gilt als überdurchschnittlich häufig und lässt sich lediglich psychisch oder psychosomatisch erfassen.

Neben der vielgestaltigen chronischen Obstipation tritt in seltenen Fällen auch die akute Verstopfung in Erscheinung. Hier liegt stets eine Koprostase vor, die bereits zum Ileus (kompletter Verschluss des Darms) geführt hat. Mit ihr gehen zum Teil schwerste Begleiterscheinungen einher. Der Bauch des Patienten ist oft verhärtet und geschwollen, es treten starke Schmerzen ein und Kot ergießt sich aus dem Rachen (med. Miserere). Diese Form der Obstipation erfordert folglich sofortiges Eingreifen eines Arztes.

Eine Sonderform der Verstopfung ist die sogenannte Reiseobstipation. Es handelt sich hierbei um eine nur kurz weilende Darmträgheit, die im Wesentlichen auf stark veränderte Lebensumstände zurückzuführen ist.

Welche Ursachen gibt es?

So verschieden die speziellen Arten der Obstipation, so unterschiedlich sind auch die entsprechenden Ursachen hierfür. Beginnen wir zunächst mit der chronischen Verstopfung. Besteht eine solche aufgrund einer Darmträgheit, sind hierfür eine Reihe von Ursachen denkbar. Zuvorderst wirkt sich die falsche Ernährung negativ auf die Peristaltik des Intestinaltraktes aus. Das gilt beispielsweise für den dauerhaften Verzicht auf Ballaststoffe. Hier fehlen dem Körper schlicht genügend Feststoffe. Der Darminhalt bleibt hernach derart flüssig, dass keine Darmbewegung angezeigt ist. Reduziert sie sich jedoch auf ein Minimum, können Ausscheidungsprodukte nur noch schwerlich transportiert werden. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch im Bezug auf Bewegungsmangel erkennen.

Darüber hinaus beeinflussen einige Medikamente die Stuhlkonsistenz. Besonders Diuretika, aber auch Psychopharmaka und opiathaltige Mittel, verursachen in einigen Fällen Verstopfungen. Nicht zuletzt sind diverse Erkrankungen ausschlaggebend für Obstipationen. Unter anderem bei Diabetes mellutis, Morbus Crohn, Morbus Hashimoto oder Multiple Sklerose gehört Verstopfung zu den typischen Symptomen. Verschiedene genuine Nervenerkrankungen betreffen zum Teil ebenfalls das “Bauchhirn”. Eine eher ungewöhnliche aber mögliche Störung ist das sogenannte Dolichokolon. Es handelt sich dabei um einen verlängerten Darm, der item in Verdacht steht, Obstipationen auszulösen.

Chronische Verstopfungen, die nicht auf einem kologenen Grundproblem beruhen, betreffen dann womöglich den Enddarm sowie den Schließmuskel. Bei einem Analprolaps und Hämorrhoiden des 4. Grades beeinträchtigt beispielsweise überschüssiges Gewebe eine effektive Schließung des Anus. Sie beeinträchtigen zudem die Feinsensibilität der analen Schleimhaut, welche dank ihrer Drucksensorik maßgeblichen Einfluss auf den Schließmechanismus ausübt. Nach einer Operation am Mastdarmgewebe, beispielsweise nach einer Entfernung von Fisteln oder Hämorrhoiden, kann ausgeprägte Vernarbung zu einer mehr oder weniger starken Verengung des analen Ausganges führen. Gar ein kompletter Verschluss des Darms ist infolgedessen möglich. Überdies existieren etliche rektale Erkrankungen, die den Defäkationsreflex hindern können. Beispielhaft seien hier Analpolypen genannt.

Die mit Abstand häufigste Variante der chronischen Obstipation ist jene mit idiopathischem Hintergrund. Starker, lang anhaltender Stress, permanentes Stuhlunterdrücken sowie das Reizdarmsyndrom verursachen hierbei eine mangelhafte Ausscheidung, obgleich keine physische Indikation vorliegt. Die Medizin hat den Einfluss psychischer Faktoren auf die Peristaltik bisher noch nicht umfassend ergründet. Bekannt ist allerdings, dass der Darm von einem dichten Nervennetz ausgekleidet wird, welches Ähnlichkeiten mit den im Hirn aktiven Nervenverbindungen aufweist. Unter Umständen kann dieses “Bauchhirn” auf negative Sinneseindrücke empfindlich reagieren.
Wird der Stuhl häufig zurückgehalten, erschwert dies die Defäkation dahin gehend, dass sich mehr und mehr Kot ansammelt. Letztendlich erreichen die Faeces eine derartige Größe, dass sie nicht mehr ohne Weiteres durch den Schließmuskel gepresst werden können. Ohnehin leidet die Motorik und Sensorik des Enddarms unter dem oft ergebnislosen Druckgefühl, welches beim Stuhlrückhalt entsteht. Der Mastdarm “verlernt” schlechthin, wann es zur tatsächlichen Ausscheidung kommen soll.

Die akute Obstipation erfolgt in der Regel, wenn ein plötzlicher Darmverschluss (Ileus) eintritt. Dieser kann rein mechanisch erfolgen, wenn sich Eingeweide verdrehen, ein künstliches Objekt des Ausgangs versperren oder eine Inkarzeration (Einklemmen) den unteren Teil des Darms abschnürt. Funktionelle Störungen wie beispielsweise eine entzündungsbedingte Lähmung der Darmmuskulatur oder ein Mesenterialinfarkt (Darminfarkt) bedingen ebenso, dass Ausscheidungsprodukte nicht mehr transportiert werden können und sich im Intestinaltrakt aufstauen. Hierfür kann sich aber auch ein Schlaganfall verantwortlich zeigen.

Die sogenannte Reiseobstipation stellt dahin gehend eine Sonderform der Verstopfung dar, dass sich ihre Ursachen zunächst nicht auf eine funktionelle oder psychosomatische Störung zurückführen lässt. Vielmehr spielen hier ungewohnte Lebensveränderungen eine Rolle, an welche sich der Darm zunächst anpassen muss. Nimmt ein Mensch, beispielsweise während eines Auslandsaufenthaltes, Speisen zu sich, die er noch nie zuvor gegessen hat, bedarf es einiger Zeit, bis der Intestinaltrakt die Verdauung der unbekannten Lebensmittel gelernt hat.

Die Kausalität einiger Ursachen liegt nicht so deutlich auf der Hand, wie dies bei ungewohnter Nahrungsaufnahme der Fall ist. Das lässt sich am Beispiel veränderter Temperaturen verdeutlichen. Setzt sich ein Mensch plötzlich höheren Temperaturen aus ohne seine Trinkgewohnheiten anzupassen, werden zum Ausgleich auch dem Stuhl ungewohnte Flüssigkeitsmengen entzogen. Dadurch verhärtet er und beginnt zu klumpen. Maßgeblich beeinflusst wird die menschliche Defäkation gleichfalls von der erlernten Sitzhaltung beim Koten. In vielen westlichen Ländern ist das Sitzen auf einem erhöhten Toilettenbecken Usus. Bei Reisen in andere Länder, exemplarisch seien hier Russland oder Japan genannt, erfordern die in den Boden eingelassenen Latrinen eine Körperhaltung, die gänzlich ungewohnt ist. Das durch die Hockstellung beeinflusste Pressverfahren erschließt sich womöglich nicht sogleich und führt dazu, dass einige Tage am korrekten Ausscheidungsprozess “gebastelt” werden muss.

Die gängigsten Ursachen einer Obstipation seinen hier noch einmal aufgelistet:

  • Darmträgheit
  • ätiologische Erkrankungen (unter anderem Diabetie mellitus, Morbus Hashimoto, Morbus Crohn, Reizdarmsyndrom)
  • lang währende Medikamenteneinnahme
  • Darmverschluss
  • Darmlähmung (beispielsweise durch Vergiftung, Schlaganfall, Rückenmarksbeschädigung oder Darminfarkt)
  • Stress
  • veränderte Lebensgewohnheiten.

Symptome & Anzeichen

Im Grunde lassen sich bei allen Formen der Verstopfung ähnliche Symptome bemerken. Abhängig von der spezifischen Ätiologie der obstipativen Darmbeschwerden sind jedoch graduelle Unterschiede erkennbar. Das betrifft vornehmlich den Schweregrad der Verstopfung sowie diverse Begleiterscheinungen. Das maßgebliche Symptom einer Verstopfung ist selbstverständlich der seltene oder ausbleibende Stuhlgang. Eine Konstipation geht zudem mit einem Völlegefühl einher. Der Bauch spannt und wird als aufgebläht wahrgenommen. Es können auch Darmwinde abgehen, die jedoch kaum als erlösend empfunden werden. Beim Versuch zu Defäkieren muss übermäßig gepresst werden, damit Kot abgehen kann.

Je härter die Stuhlkonsistenz ist, desto schwieriger wird dabei der Ausscheidungsprozess. Möglicherweise ist die Verklumpung bereits so weit fortgeschritten, dass die Faeces den Schließmuskel übermäßig weit auseinanderdrücken, wodurch Risse und Fissuren entstehen. Hernach lässt sich Blut im Stuhl oder am Klopapier finden. Zudem dauert der Toilettengang länger als gewöhnlich und kostet den Betroffenen einiges an Energie. Ungeachtet der Anstrengungen gehen dennoch nur kleine Teile des Kots ab. Im weiteren Verlauf der Beschwerden entsteht daraus ein permanentes Gefühl der unvollständigen Darmentleerung und somit des Stuhldrangs, dem jedoch nicht entgegengewirkt werden kann.

Die akute Obstipation zeigt sich meist in Form einer Koprostase, also eines vollständigen Verschlusses des Darms. Da hier gar kein Stuhl mehr ausgeschieden wird, treten heftige Schmerzen ein. Betroffene klagen zusätzlich über ein Fremdkörpergefühl im Bauch. In drastischen Fällen werden die bereits im Darm angekommenen Ausscheidungsprodukte zurücktransportiert und erbrochen (medizinisch Miserere).

Ist die Obstipation selbst Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung, können überdies weitere Beschwerden auftreten. Dazu gehören beispielsweise Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen und weitere Störungen des Intestinaltraktes. Die grundlegenden Anzeichen einer Obstipation lassen sich wie folgt noch einmal zusammenfassen:

  • seltener bis gar kein Stuhlgang
  • druckempfindlicher Bauch
  • Abgang lediglich kleinster Stuhlmengen (sogenannte Kötel)
  • übermäßiges Pressen beim Stuhlgang
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Flatulenz
  • Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung
  • permanenter Stuhldrang
  • Miserere

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose “Verstopfung” mag für den Laien simpel zu stellen sein. Da Obstipationen aber zumeist lediglich das Symptom einer tief greifenderen Erkrankung sind, fällt das diagnostische Verfahren entsprechend komplex aus. Zunächst erfolgt eine oberflächlichere Untersuchung des unteren Bauchraums durch Abtasten und Abhören. Das Rektum wird hier ebenfalls untersucht und betastet. Finden sich hier Hyperplasien und andere Gewebeveränderungen, die den Schließmuskel übermäßig verengen, ist möglicherweise die Ursache der Defäkationsprobleme schon entdeckt.

In allen anderen Fällen werden zusätzlich Labortests angeordnet. Blut, Urin und Stuhl werden auf mögliche Krankheitserreger, unverdauliche Abfallprodukte und Giftstoffe hin untersucht. Anhand einer Analyse der Faeces lässt sich der Feuchtigkeitsgehalt ermitteln, welcher wiederum Aufschluss darüber gibt, wie lange der Darminhalt im Dünndarm verweilte. Gereichen die Indizien zur Annahme, es könne eine Darmträgheit vorliegen, müssen weitere Untersuchungen folgen. Gängig ist beispielsweise eine abdominale Sonografie. Dieses bildgebende Verfahren zeigt mögliche Wucherungen und Gewebsverdickungen im Darm.

Unter Umständen muss die Feindiagnose bei Obstipation mittels einer Darmspiegelung erfolgen. Diese Prozedur ist sicherlich sehr unangenehm für den Betroffenen, lässt dem Arzt aber einige Möglichkeiten der genauen Untersuchung. Einerseits können direkte Bilder vom Darminneren gemacht werden. Andererseits kann Gewebe entnommen werden, dass mehr Aufschluss über die zugrunde liegende Erkrankung gibt, als Bildmaterial es vermag.

In einigen Fällen bleiben die genannten Untersuchungsmethoden ergebnislos. Dann muss auf eine Reihe von Spezialverfahren zurückgegriffen werden, um gezielt seltenere Obstipation fördernde Erkrankungen zu identifizieren. Eventuell ist folglich der Einsatz eines MRT oder CT notwendig. Häufiger jedoch wird ein Arzt den Patienten eine psychologische Untersuchung ans Herz legen, wenn alle gängigen physischen Krankheiten ausgeschlossen wurden.

Bekanntlich lässt sich die Mehrheit der chronischen Obstipationen psychosomatisch begründen. Ein Psychologe überprüft in erster Linie, wie viel individueller Stress den Betroffenen belastet und welche persönlichen Lebensumstände kritisch sein könnten. Hier sind oftmals Problembewältigungsstrategien ausschlaggebend, die mittels Befragung, teilweise aber auch durch Rollenspiele deutlich gemacht werden.

Welche diagnostischen Verfahren zum Einsatz kommen, bemisst sich folglich an der speziellen Ätiologie der Beschwerden sowie am Schweregrad und der physischen und psychischen Konstitution des Patienten. Erfahrene Ärzte wissen in aller Regel, welche Untersuchungen in den jeweiligen Fällen zum Einsatz kommen sollten. Anschließend werden die entsprechenden Behandlungen eingeleitet.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Obstipation gehört genauso wie andere Darmbeschwerden zu den sehr häufig auftretenden Erkrankungen. Obgleich oft wenig beachtet, ist der Darm ein sehr empfindliches Organ, der bei ungenügender Pflege leicht mit Funktionsstörungen reagieren kann. Es verwundert folglich nicht, dass circa ein Viertel der Weltbevölkerung mindestens einmal im Leben an Obstipationen leidet. Statistisch gesehen treten die meisten Fälle jedoch in den reicheren Industrieländern auf. Als Grund hierfür können zum einen ungünstige Ernährungsgewohnheiten genannt werden. Obgleich die Bevölkerung reicherer Länder leichten Zugang zu gesunden Produkten haben könnte, werden zum Teil Fertigprodukte, fette Speisen und generell ungesunde Lebensmittel bevorzugt. Kombiniert wird das ungesunde Essen zudem mit einem erhöhten Stresslevel und unzureichender Bewegung.

Im jüngeren Alter zeichnet sich eine deutliche Gewichtung hinsichtlich des Geschlechts der Betroffenen ab. Frauen stellen dann circa 70 % der Betroffenen dar. Die Gründe hierfür sind jedoch noch nicht umfassend ermittelt. Einige Theorien besagen jedoch, dass das “Bauchgehirn”, also das darmumspannende Nervennetz, im weiblichen Körper durch die spezifische Hormonzusammensetzung empfindlicher auf veränderte Stimuli und Reize reagiert. Mit zunehmenden Alter gleichen sich die Geschlechter bezüglich des Auftretens einer Verstopfung jedoch an. Bekanntlich sind dann vor allem krankhafte Darmveränderungen der Auslöser einer Obstipation.

Allgemeine Behandlungszahlen zeigen deutlich, dass der überwiegende Teil der Obstipationen idiophatischer Natur ist. Genauso treten kologene und anorektale Verstopfungen sehr häufig auf. Vergleichsweise selten zeigen sich hingegen die, oftmals mit schweren Erkrankungen einhergehenden, akuten Verstopfungsbeschwerden. Wie häufig Reiseobstipationen relevante Beschwerden hervorrufen, ist nicht klar. Vermutlich besteht hier eine hohe Dunkelziffer, da Betroffene diese tatsächlich auf Reisen in andere Länder entwickeln. Dort besuchen sie entweder keinen Arzt oder werden gehen nicht in die entsprechende Statistik ein.


Komplikationen bei der Krankheit

Selbstverständlich ist die Defäkation ein elementarer Vorgang des Körpers, ohne den kein normales Leben möglich sein kann. Ist der Verdauungsablauf auf die eine oder andere Weise in seiner Funktion beeinträchtigt, können eine Reihe schwerwiegender Schäden die Folge sein. Chronische Verstopfung zieht oftmals eine dauerhafte Stuhlinkontinenz nach sich. Enddarm und Rektum sind dann so übermäßig strapaziert, dass ihnen die Feinsensibilität abhanden geht.

Der enorme Druck, mit dem Kot aus dem Darm gepresst wird, begünstigt darüber hinaus Hämorrhoiden unter ungünstigen Umständen kann er sogar einen Analprolaps, also das Heraustreten der Analschleimhaut aus dem Darm bewirken. Auch ein komplettes Umstülpen und Herausfallen des Darmes ist möglich. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einem Rektalvorfall oder Rektumprolaps. Ebenso sind Analfissuren eine erwartbare Komplikation bei Verstopfungen. Bei chronischen Verstopfungen neigen die Risse im Analbereich dazu, stetig erneut aufzureißen und hierdurch schlecht abzuheilen. Dann kann es zu schmerzhaften Entzündungen kommen.

Eine besonders Unheil bringende Komplikation bildet die Entstehung von Kotsteinen. Wird der Stuhl nur verlangsamt transportiert, entzieht vor allem das Intestinum tenue dem Darminhalt permanent Flüssigkeit. Das wiederum bewirkt eine zunehmende Verhärtung der Faeces, bis schließlich sogenannte Kotsteine gebildet werden. Es handelt sich dabei um komplett ausgetrocknete, verklumpte Feststoffe, die mit Salzen angereichert sind und durch diese kristallinen Einlagerungen bisweilen scharfe Kanten aufweisen. Nicht nur sind diese Steine schwer auszuscheiden, sie können den Darm sowie das Rektum auch verletzen. Hierdurch entsteht nicht selten eine Divertikulitis. Dabei übt verhärteter Stuhl Druck auf die Dickdarmschleimhaut aus, die sich schließlich verdickt und entzündet. Daraufhin beginnt der Darm zu nekrotisieren und Eiter sammelt sich an. In einigen Fällen entwickelt sich derweise eine Bauchfellentzündung, die gar lebensbedrohlich sein kann.

Eine seltene, aber besonders bei akuten Obstipationen mögliche Komplikation ist die Bildung eines Megakolons: Kotsteine sammeln sich und werden verdichtet. Neu aufgenommene Nahrung verklebt diese zusätzlich, bis in letzter Konsequenz ein eine undurchlässige Schranke entsteht. Der Kotballen wird dann nicht mehr vom Darm bewegt und es entsteht ein Ileus. Dieser lässt sich nur noch operativ entfernen. Hin und wieder ist dies auch die Folge des Pica-Syndroms, wenn Betroffene unverdauliche, harte Gegenstände verspeist haben.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn sich einmal eine Verstopfung ankündigt und Stuhl nicht zur gewohnten Zeit abgeht, ist dies noch lange kein Grund gleich in Panik zu verfallen und einen Arzt aufzusuchen. Leichte Blähungen und Druckgefühle sowie ein verzögertes Koten können durchaus durch eine Reiseobstipation hervorgerufen werden. Hier benötigt der Darm einfach ein wenig Zeit, um sich an etwas Neues zu gewöhnen und sich einzustellen.

Ein Arztbesuch wird hingegen empfohlen, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder Defäkationsprobleme bemerkt werden. Selbstverständlich sollten Betroffene genauso bei Schmerzen und anderen Begleiterscheinungen nicht zögern, medizinischen Rat einzuholen. Wenn länger als fünf Tage kein Stuhlgang erfolgt ist oder Kot trotz heftigsten Pressens nicht mehr ausgeschieden werden kann, da er in Konsistenz und Volumen die Spannweite des Rektums überschreitet, ist ebenfalls ein Arztbesuch nötig. Bei wem überdies eine Grunderkrankung besteht, die Verstopfungen hervorrufen können, der sollte die eigene Verdauung genau im Auge behalten und sich bei Veränderungen früher als andere Menschen in Behandlung begeben.

Behandlungsmethoden & Therapie

Eine Behandlung erfolgt selbstverständlich immer unter der Berücksichtigung des diagnostizierten Grundleidens sowie dem entsprechenden Schweregrad. Drastische Eingriffe werden nach Möglichkeit vermieden, da der Intestinaltrakt empfindlich auf Reize reagieren kann und eine drastische Therapie hierdurch mehr schadet, als dass sie nutzt.

Den Beginn einer Therapie leichter chronischer Obstipation markiert zunächst die Umstellung individueller Lebensgewohnheiten. Nach Überprüfung der persönlichen Ernährungsweise des Patienten folgt dann eine Korrektur dieser durch einen Ernährungsberater. Vielfach wurde schon darauf hingewiesen, dass vor allem Ballaststoffe einen positiven Effekt auf die Darmperistaltik erzielen. Darüber hinaus können die einzelnen Maßnahmen sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem welche Lebensmittel für den Patienten am besten verträglich sind. Selbstverständlich muss sämtlichen Giftstofflieferanten abgeschworen werden. Nikotin beispielsweise beeinflusst durchaus die Verdauung. Manchmal ist jedoch auch der Tabakentzug ausschlaggebend für eine Verstopfung und zur Behandlung selbiger reicht ein täglicher Konsum von Backpflaumen.

Lässt sich die Verstopfung auf Bewegungsmangel zurückführen, kann eine Bewegungstherapie nützlich sein. Beispielsweise wird dann das sogenannte Darm-Yoga empfohlen. Es handelt sich hierbei um spezielle Übungen, die mit den Bauchmuskeln ausgeführt werden und den Darm von außen zu mehr Beweglichkeit anregen sollen. Schließlich können noch weitere Sportarten oder ganz grundsätzlich mehr Bewegung durch eine Therapie gefördert werden.

Die idiopathische Obstipation verlangt zusätzlich eine verhaltenstherapeutische Maßnahme. Insbesondere dann, wenn der Betroffene dazu neigt, aus Zeitmangel oder Stress die Defäkation hinauszuzögern, muss richtiges Stuhlverhalten oft neu erlernt werden. Auf das eigene Körpergefühl zu achten und den natürlichen Vorgängen im Alltag mehr Raum zu schaffen, ist das erklärte Ziel einer Verhaltenstherapie. Ist diese nicht erfolgreich, weil ein stärker ausgeprägtes psychisches Leiden, wie etwa das Burn-Out-Syndrom, hinter dem obstipativ wirkendem Stress steht, muss der Patient sich auch in psychotherapeutische Behandlung begeben. Das trifft genauso auf jene Menschen zu, die ob einer Suchterkrankung an Obstipationen leiden (z.B. Opiatabhängige). Hier wirkt schließlich nur eine Entzugskur unter medizinischer Aufsicht.

Lassen sich Verstopfungen mit diesen basistherapeutischen Verfahren nicht in den Griff bekommen, kann über eine medikamentöse Behandlung nachgedacht werden. Zunächst werden hierbei rein mechanische Mittel bevorzugt, da diese keine Gewöhnungsreaktion hervorrufen und zudem schonender auf den Darm wirken. Neben speziellen Einläufen verschreiben Ärzte üblicherweise macrogolhaltige Medikamente. Es handelt sich hierbei um einen Quellstoff, der Wasser durch den Darm leitet und verhärteten Stuhl aufzulösen vermag. Hierdurch wird der Stuhl schließlich aus dem Körper geschwemmt, ohne Durchfall zu erzeugen. Bringt auch dies keine Erleichterung mehr, ist die Anwendung von Laxativa unumgänglich. Allerdings ist eine solche Therapie nur kurzzeitig möglich, da sich die Darmwand schnell an die gängigen Medikamente gewöhnt, wodurch diese entsprechend an Wirksamkeit verlieren.

In letzter Konsequenz und besonders dann, wenn ein Darmbeschluss eingetreten ist, muss Kot beziehungsweise ein Megakolon operativ aus dem Darm entfernt werden. Bei akuten Obstipationen und krankhaften Gewebeveränderungen der Darmwand gilt eine Operation als gesichertes Verfahren zur Lösung einer Verstopfung. Medikamente zeigen sich in solchen Fällen oft unwirksam oder verschlimmern die Beschwerden gar.

Neben den genannten allgemeinen Behandlungen einer Verstopfung gibt es noch weitere, sehr spezielle Methoden der Obstipationslösung, die unter Umständen sinnvoll sein können. Bei einer Lähmung oder Gefühlsblindheit der Afterregion kann beispielsweise die Biofeedbacktherapie dafür sorgen, dass der Betroffene an eine regelmäßige Ausscheidung erinnert wird.
Ist eine Verkrampung des Schließmuskels der verifizierte Auslöser einer Obstipation, ist das regelmäßige Training mit einem Analdehner vorteilhaft.
Darüber hinaus müssen natürlich ätiologische Erkrankungen wie Morbus Hirschsprung oder Diabetes mellitus entsprechend behandelt werden, um auch die symptomatischen Verstopfungen zu beseitigen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Im Prinzip ist es sehr leicht einer Obstipation vorzubeugen, solange nicht andere, teils genuine Erkrankungen an ihrer Entstehung beteiligt sind. Darüber hinaus kann mit einfachen Mitteln positiv auf die Peristaltik des Intestinaltraktes eingewirkt werden. Die richtige Ernährung sollte hierbei im Fokus stehen. Um eine normale Stuhlkonsistenz zu erreichen, empfehlen Ärzte und Ernährungswissenschaftler insbesondere eine ausgewogene, aber sehr ballaststoffreiche Ernährung. Die zugeführten Feststoffe garantieren, dass der Darminhalt genügend Druck aufbaut, um einen leichten, zügigen Transport zu ermöglichen. Damit der Speisebrei und anschließend die Ausscheidungsmasse genügend durchfeuchtet wird, sollte ein erwachsener Mensch zudem mehr als zwei Liter Flüssigkeit pro Tag konsumieren. Ob es sich dabei um ungesüßten Kräuter- beziehungsweise Früchtetee, Wasser oder stark verdünnte Säfte handelt, sei jedem selber überlassen. In acht nehmen sollte man sich, vor gänzlich trockenen Speisen, da diese sehr schwer abzuführen sind. Ein voller Teller “trockener” Nudeln kann beispielsweise heftige Darmreaktionen hervorrufen. Auf Soße sollte entsprechend nicht verzichtet werden.

Die persönliche Darmgesundheit lässt sich auch mit Sport und grundsätzlicher regelmäßiger Bewegung erhalten und fördern. Dafür muss selbstverständlich kein Leistungssport betrieben werden. Es reichen wenige Einheiten einer leichten Sportart pro Woche bereits aus. 20 Minuten Joggen, hin und wieder eine Radtour oder Schwimmstunden – denkbar ist alles, was Spaß macht. Wer einer beruflichen Tätigkeit nachgeht, die langes Sitzen erfordert, tut gut daran, auf das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten und stattdessen das Fahrrad oder Schusters Rappen zu benutzen. Sollte dies nicht möglich sein, dann reicht unter Umständen auch ein gemütlicher Spaziergang am Feierabend, um den Darm ein wenig in Schwung zu bringen.

Nicht zuletzt gehört die psychische Konstitution zu den Faktoren, die den Darm nachhaltig beeinflussen können. Stress gilt es tunlichst zu vermeiden. Halten Sie es con modo Petrarca: Wenn der Mensch zur Ruhe kommt, so funktioniert er. Gelegentliche Entspannungspausen beflügeln nicht nur das seelische Wohlbefinden, sondern entlasten auch das “Bauchhirn”. Hektik, womöglich sogar verbunden mit einer Stuhlunterdrückung, machen den Darm hingegen träge.


Prognose zur Heilung

Inwiefern eine Verstopfung vollständig zurückgeht, hängt natürlich von ihrem Auslöser ab. Erbkrankheiten oder ein Reizdarm sind in der Regel nicht heilbar. Hier kann lediglich versucht werden, die Symptome weitgehend zu unterdrücken. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass Obstipationen in solchen Fällen wiederholt auftreten können.

Darüber hinaus gelten Verstopfungen bei geeigneter Therapie als relativ leicht behandelbar. Gerade, wenn Betroffene sich von schlechten Lebensgewohnheiten verabschieden und stattdessen einer gesunden Ernährung und Sport mehr Beachtung schenken, sollten Obstipationen nicht lange ein Problem darstellen.


Verstopfung bei Kindern

Eine besondere Form der Obstipation, die getrennt von den allgemein üblichen betrachtet werden soll, ist jene, die bei Kindern entsteht. Verstopfungen gehören zu den üblichen Leiden, denen kleine Kinder bei der Entwicklung ausgesetzt sind. Das liegt vor allem daran, dass nach der Geburt der Darm einerseits hinsichtlich seiner physischen Möglichkeiten voll entwickelt, andererseits aber noch nicht mit seiner Funktion vertraut ist. Insbesondere dann, wenn vom Stillen auf feste Nahrung umgestiegen wird, können leicht Darmreizungen auftreten. Die ersten Feststoffe, die den Darm passieren, mögen sich leicht zu festen Klumpen zusammenfügen. Insgesamt ist auch die Peristaltik des Intestinaltraktes noch nicht vollständig ausgeprägt. Vergleichbar ist dies mit einem noch untrainierten Muskel: Übung macht den Meister. Bis es so weit ist, können jedoch schwere akute Obstipationen auftreten. Dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Selten ist jedoch in solchen Fällen eine Operation notwendig. Ein Einlauf hilft in den meisten Fällen ebenso gut.

Eltern sollten ein besonderes Augenmerk auf die Verdauung ihrer Kinder haben, wenn diese lernen die Toilette zu benutzen. Gerade zu dieser Zeit können Zahnen, Abstillen oder die Gewöhnung an neue Lebensmittel sehr festen Stuhl zur Folge haben. Jedoch sollte das Kind die Defäkation nicht als schmerzvoll und unangenehm kennenlernen. Um ein späteres Stuhlrückhalteverhalten zu vermeiden und die Toilettennutzung insgesamt erfreulich zu gestalten, bietet sich nicht nur an, mit entsprechenden Lebensmitteln die Konsistenz der Ausscheidungsprodukte positiv zu beeinflussen. Es ist auch angeraten, das Kind für jedes “Geschäft” zu loben und es in seiner Tätigkeit anzuspornen und zu bestärken. Hernach wird es auch im späteren Leben stets freudig retinieren.


Alternative Behandlungsmethoden

Die Möglichkeiten alternative Behandlungsmethoden zur Linderung von Verstopfungen heranzuziehen sind vielfältig. Neben den Vorgaben einer gesunden Ernährung raten Heilpraktiker oftmals zu Entspannungstechniken. Dies ist durchaus eine angeraten, da die Mehrheit der Obstipationen aufgrund von Stress und Hektik entstehen. Als Entspannungsverfahren haben sich unter anderem Akkupunktur und verschiedene Massagen etabliert. Autogenes Training kann ebenfalls bewusst dazu genutzt werden, während eines turbulenten Tages kurze Ruhephasen einzubauen, die auch dem Darm eine Entspannung gönnen.

Aber auch selbstständig lässt sich einiges unternehmen, wenn Verstopfungen Beschwerden verursachen. Sanfte Bauchmassagen mit Ölen, warme Wickel und ein Sud aus heilenden Pflanzenextrakten sind möglich. Hingegen sollte man auf den Verzehr von Laxativa grundsätzlich verzichten. Diese Mittel, ob pflanzlich oder synthetisch, reizen den Darm zusätzlich. Darüber hinaus gewöhnt sich die Schleimhaut schnell an solche Medikamente, die hernach nicht mehr den gewünschten Effekt erzielen. Sicherlich schadet es nicht, bei einmaligem Auftreten erschwertem Stuhlgang Pflaumen oder Dörrobst zu naschen und hierdurch den Darm zu entschlacken. Bei längerer chronischer sowie bei akuter Verstopfung sollte jedoch ein Arzt zurate gezogen werden.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe an heilpflanzlichen und homöopathischen Mitteln, die durchaus zur Behandlung von Obstipationen angeraten sind.

Welche Hausmittel können helfen?

Die wesentlichen Hausmittel gegen Verstopfung setzen vor allem auf die Entspannung des Darms mithilfe von Wärme. Dinkelkissen und Heublumensack werden in der einschlägigen Literatur gleichermaßen empfohlen. Aber auch Leibwickel können Beschwerden und krampfartige Gefühle lindern. Der Alleskönner Apfelessig wird ebenso häufig gegen Verstopfung empfohlen. Die tägliche Einnahme einer geringen, verdünnten Menge soll bereits Wunder bewirken. Darüber hinaus raten Heilpraktiker zu verschiedenen, darmanregenden Speisen: Milchsauer eingelegtes Gemüse, Ingwer, Kefir, Kirschen, Kleie, Flohsamen und Molke – die Liste der Mittel ist lang. Insgesamt lassen sich alle genannten Speisen leicht in eine Diät auf Vollwertkostbasis integrieren.

Erwähnung findet im Bezug auf Hausmittel gegen Verstopfung die Kneipp-Lehre. Insbesondere die sogenannte Darmschaukel, eine spezielle Atemtechnik, wird hier als besonders positiv herausgestellt. Ähnlich den Übungen beim Darm-Yoga soll diese Technik durch das gezielte, von außen angeregte Bewegen des Darms, dessen Peristaltik anregen. Das ist in etwa mit einem kleinen Fitnessprogramm speziell für den Darm vergleichbar. Je kräftiger die Bauchmuskeln sind, desto effizienter auch der Darmsport.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Basilikum
  • Majoran
  • schwarzer Pfeffer
  • Anis
  • Kümmel
  • Pfefferminze
  • Fenchel
  • Knoblauch

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Ätherische Öle

  • Kardamomessenz
  • Pfefferminzöl
  • Oreganoöl
  • Muskatsalbei
  • Eisenkraut
  • Zitrusöle
  • Terpentinessenz
  • Rosenöl

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Homöopathie & Globuli

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Wer bereits unter Verstopfungen leidet, dem lässt sich besonders eines raten: Steigen Sie auf Vollwertkost um. Gewöhnliche Teigwaren, Nudeln und Reis durch Vollkornprodukte zu ersetzen, sollte hierbei der erste Schritt sein. Die Umstellung fällt oft nicht so schwer, wie man zunächst annehmen mag. Inzwischen lassen sich von den meisten Lebensmitteln vollwertige Äquivalente kaufen, wodurch nicht auf Grundnahrungsmittel verzichtet werden muss. Anders gestaltet sich die Situation allerdings im Bezug auf Fette.

Zunächst sei hier gesagt, dass Fette und Öle einen wichtigen Bestandteil gesunder Ernährung bilden sollten. Den Ausschlag gibt allerdings die Art des Fettes. Tierische Produkte, also Fleisch und Milcherzeugnisse, beinhalten sogenannte gesättigte Fettsäuren. Diese sind einerseits ein starker Energielieferant, wirken sich jedoch in hohem Maße auf negativ auf die Darmgesundheit aus. Daher sollten sie nur in sehr geringen Mengen konsumiert werden. An ihrer statt sollte auf einfach- und mehrfach gesättigte Fette zurückgegriffen werden. Diese findet sich in überwiegend in Pflanzenölen. Einen positiven Einfluss, nicht nur auf den Intestinaltrakt, haben Omega-3-Fettsäuren. Diese finden sich unter anderem in Fischerzeugnissen.

Neben gesunden Fetten und Vollkornprodukten sollten vor allem frische pflanzliche Nahrungsmittel erzeugt werden. Obst und Gemüse sind nicht nur reich an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, sie liefern auch die nötigen Ballaststoffe, um die Darmtätigkeit anzuregen. Selbstverständlich können Gemüse und Obst entsprechend der persönlichen Vorlieben zubereitet werden.

Es sollte jedoch auf den übermäßigen Einsatz von Zucker und Salz verzichtet werden. Als adäquater Ersatz können etliche Gewürze zum Ausgleich gereichen: Kardamom, Kümmel, Schnittsellerie, gebratene Zwiebel und Knoblauch können hier exemplarisch hervorgehoben werden. Außerdem empfiehlt es sich auch Rohkost und Frischobst zu konsumieren, da beim Erhitzen viele wichtige Pflanzenstoffe unwiederbringlich verloren gehen. Ersetzen Sie beispielsweise einen ungesunden Snack, Chips oder Schokolade, durch eine Handvoll Kaiserschoten oder einen Teller mit Apfelspalten.

Da neben der physikalischen Tätigkeit des Darms auch sein Milieu, die Darmflora, entscheidend für die richtige Verdauung ist, gelten milchsauer eingelegte Gemüsesorten wie beispielsweise Sauerkraut, Gewürzgurken oder eingelegte Maiskölbchen als positive Nahrungsergänzung.

Unterstützend zur richtigen Ernährung sollte die ausreichende Deckung des Flüssigkeitsbedarfs beachtet werden. Täglich ausreichend zu trinken reicht hierbei jedoch nicht aus. Stark harntreibende und zuckerhaltige Getränke müssen weitgehend vermieden werden. Hierzu gehören Limonade, Kaffee und Alkoholica.

Menschen, deren Darmbeschwerden auf Stress beruhen, sollten lernen, die Mahlzeiten als Augenblicke der Ruhe und Entspannung zu begreifen. Gemeinsames und langsames Essen, bei dem jeder Biss gründlich zerkaut wird, stellt die empfehlenswerteste Methode der Nahrungsaufnahme dar. Nutzen Sie also das tägliche Speisen nicht nur dazu, ihrem Körper Energie zu liefern, sondern betrachten Sie diese Zeit als kleine Erholungspause, die mit ihren Liebsten geteilt werden kann.


FAQ – Fragen & Antworten

Seit vier Tagen kein Stuhlgang: Liegt eine Obstipation vor?

Generell gilt, dass der Stuhlgang innerhalb von drei Tagen nach der Nahrungsaufnahme erfolgen sollte. Äußere Lebensumstände sowie die spezifische Nahrung können im Einzelfall diese Grenze jedoch ausdehnen. Man spricht dann von einer Reiseobstipation. Wurde zum Beispiel kurzzeitig eine recht ballaststoffarme Ernährung betrieben, kann der Darm darauf mit einer vorübergehenden Trägheit reagieren. Ein sehr sensibler Darm wird ebenso nach der Zeitumstellung seine Tätigkeit dem neuen Lebensrhythmus erst anpassen müssen. Dennoch muss noch keine Verstopfung im eigentlichen Sinne vorliegen. Medizinisch relevant wird ein Ausbleiben des Stuhlgangs mithin erst, wenn dies mehrfach vorkommt oder sich starke Schmerzen und Koterbrechen einstellen.

Darüber hinaus spielt selbstverständlich die Nahrungsausnahme eine entscheidende Rolle für die Stuhlhäufigkeit. Nach einer kompletten Darmentleerung muss schließlich wieder genügend Material zur Ausscheidung gesammelt werden. Bei unzureichender Nahrungsaufnahme kann hernach auch ein verzögertes Defäkieren eintreten. Dies wird in der Medizin auch als Pseudoobstipation bezeichnet, da weder Darm noch After ursächlich für den Stuhlrückgang sind, sondern die Aufnahme von Nahrung.

Sollte folglich das Koten erstmalig nicht während der normalen Frist möglich sein, ist noch kein Grund zur Sorge gegeben. Es gilt jedoch im Nachhinein zu überprüfen, ob dieser Zustand häufiger eintritt beziehungsweise ob Schmerzen einsetzen.

Führen “grüne Smoothies” zu Verstopfungen?
Smoothies aller Art gelten als sehr gesunde Ergänzung unserer täglichen Ernährung. Aber auch sie gilt es richtig anzuwenden, da andernfalls Beschwerden auftreten können, zu denen unter anderem auch Verstopfungen gehören. Zunächst sollte man sich einmal vor Augen führen, dass in nur einem Glas Smoothie sehr viel Obst oder Gemüse enthalten ist. Durch das Zerkleinern werden große Mengen Früchte aufbereitet, die in ihrem Urzustand nicht ohne Mühe verspeist werden könnten. Jedoch befinden sich auch in der flüssigen Variante alle Feststoffe. Anfänger neigen im Glauben ihrem Körper etwas Gutes zu tun meist dazu, besonders viele Smoothies zu konsumieren. Der Verdauungstrakt kann dann überfordert werden und mit Obstipation reagieren. Diese Gefahr besteht beim grünen Smoothie umso mehr, wenn er selbst hergestellt wird und ungeeignete, sehr stärkehaltige Gemüsesorten verarbeitet werden. Schließlich lässt sich auch nicht jedes Gemüse roh verzehren, sondern sollte vielmehr gekocht oder gedünstet werden.

In jüngster Zeit wurde in den Medien darüber berichtet, dass vor allem junge Menschen nach einer Diät mit grünen Smoothies drastische Verstopfungserscheinungen erlitten, die zum Teil mit einem Megakolon einhergingen, der operativ entfernt werden musste. Diese Gefahr ist aber wohl nur dann gegeben, wenn dem große Mengen des Getränkes zugeführt werden und eine normale Nahrung ersetzen. Es gilt hier, was generell gelten sollte: Wichtig ist, beim Konsum stets maßzuhalten.

Was ist Darm-Yoga?
Neben dem allgemein bekannten Yoga existieren eine Menge spezieller Techniken, die sich auf verschiedene Organe und Körperregionen spezialisiert haben. Dazu gehört auch Darm-Yoga. Es handelt sich hierbei um Übungen der Bauchmuskeln. Zunächst wird der Bauch eingezogen und die Muskeln gespannt. Anschließend wird nur die Muskelpartie nach außen gewölbt und wieder eingezogen. Bei gleichmäßiger Ausführung entsteht eine Art Wellenbewegung, die der Darmperistaltik nachempfunden ist.

Diese Technik entstammt zum Teil dem Bauchtanz, wurde jedoch weiterentwickelt, um gezielt der Darmträgheit entgegenzuwirken. Empfehlenswert ist der Einsatz dieser Methode jedoch nur mit entsprechender Anleitung durch einen Profi. Erfolge können zudem nur erzielt werden, wenn lediglich eine leichte chronische Obstipation vorliegt. Bei schwereren Fällen und wenn bereits Kotsteine gebildet wurden oder eine Entzündung die Darmwand geschwächt hat, verschärft Darm-Yoga womöglich die Komplikationen.

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