Aripiprazol

Schizophrenie gehört zu den psychischen Erkrankungen. Diese Erkrankung gehört genauer gesagt zur Gruppe der Psychosen. Bei dieser Art von Erkrankung kommt es zu vielen charakteristischen Verhaltensstörungen. Behandelt werden kann Schizophrenie mit der Hilfe des Arzneistoffs Aripiprazol. Dieses Präparat kann dazu beitragen, dass die Betroffenen ein einigermaßen normales Leben führen können.

Aripiprazol , SchizophrenieWas ist Aripiprazol?

Bei Aripiprazol handelt es sich um einen Arzneistoff, der zur Gruppe der atypischen Neuroleptika gehört. Der Arzneistoff wirkt am Dopamin-D2-Rezeptor.Am 5-HT2A-Rezeptor wirkt Aripiprazol als Antagonist. Der Arzneistoff besitzt eine Halbwertzeit von 60 bis 80 Stunden. Die maximale Plasmakonzentration wird nach drei bis fünf Stunden erreicht.

Für die Behandlung von Schizophrenie wird der antagonistische Effekt an diesem Rezeptor genutzt. Man spricht in diesem Fall von einer Dopaminhypothese. Aripiprazol gilt dabei als auch als Vertreter der dritten Neuroleptika-Generation. Grund dafür ist der partielle Agonismus.

Der Arzneistoff ähnelt von seiner Struktur her den atypischen Neuroleptika Risperidon und auch Ziprasidon. Dieser Arzneistoff hat allerdings einen anderen Wirkansatz. Dank diesem Arzneistoff ist es Menschen, die an Schizophrenie leiden, möglich ein halbwegs normales Leben zu führen.

Der Arzneistoff verbessert bei den Schizophrenie-Patienten die Positiv-Symptome und hilft dabei die Negativ-Symptome, die nach wie vor auftreten können, leichter zu ertragen. Den Patienten wird es möglich ihren Alltag wieder zu bewältigen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Dieser Arzneistoff

  • verbessert Positiv-Symptome
  • hilft Negativ-Symptome zu ertragen

Allgemeines

Allgemeines
NameAripiprazol
Andere Namen7-{4-[4-(2,3-Dichlorphenyl)piperazin-1-yl]-butoxy}-3,4-dihydro-1H-chinolin-2-on (IUPAC)
SummenformelC23H27Cl2N3O2
Wirkstoffklasse
  • Atypisches Neuroleptikum der 3. Generation
  • Antipsychotikum

Wirkungsweise

So wirkt Aripiprazol

Belegt ist die Wirksamkeit von diesem Arzneistoff inzwischen durch viele Studien. Dieser Arzneistoff verfügt über eine antipsychotische Wirksamkeit. Der Arzneistoff wirkt sich dabei nicht auf den Herzrhythmus aus und bewirkt auch keinen Schwankungen im Hormonhaushalt.

Die Wirkungsweise von diesem Arzneistoff wird auf einen partiellen Agonismus an den Dopamin-D2-Rezeptoren und den Serotonin-5HT1a-Rezeptoren zurückgeführt. Darüber hinaus entsteht ein Antagonismus an den Serotonin-5HT2a-Rezeptoren.

Darüber hinaus interagiert Aripiprazol auch mit noch anderen Neurotransmittersystemen. Das heißt, der Arzneistoff ist in der Lage bestimmte Andockstellen von Histamin zu blockieren. Die Rezeptoren vom Serotonin werden dabei gleichzeitig aktiviert.

Durch diese Wiederherstellung des Botenstoff-Gleichgewichts führt dann zu einer Ausgeglichenheit und einer Stimmungsaufhellung. Und dies wiederum bewirkt, dass der Schizophrenie-Patient seinen Alltag sehr gut in den Griff bekommt und wieder mehr Lebensqualität erhält.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Aripiprazol

Der Wirkstoff wird oral eingenommen. So gelangt der Wirkstoff fast vollständig aus dem Darm ins Blut. Der Abbau des Wirkstoffs erfolgt in der Leber. Das sich der Wirkstoff im Körpergewebe anreichert, kann es bis zu vier Wochen dauern, bis das Aripiprazol aus dem Körper wieder ausgeschieden wurde.


Anwendungsgebiete

Wann wird Aripiprazol eingesetzt?

Außer bei Schizophrenie wird der Wirkstoff Aripiprazol auch zur Behandlung und auch zur Prävention von manischen Phasen bei einer bipolaren Störung angewandt. Sowohl Schizophrenie wie auch die manischen Phasen im Rahmen der bipolaren Störung sind schwere psychische Erkrankungen, bei denen die Betroffenen in der Regel nicht mehr imstande sind ihren Alltag zu bewältigen.

Ohne die Hilfe von entsprechenden Medikamenten, wie die mit dem Wirkstoff Aripiprazol, ist es für die betroffenen Patienten sehr schwer die Verhaltensauffälligkeiten in den Griff zu bekommen. Sowohl die bipolare Störung, wie auch Schizophrenie unterliegen dabei Phasen, in denen es den Betroffenen gut geht.

Diese Phasen wechseln sich dann recht schnell mit den Phasen ab, in denen es den Betroffenen wieder sehr schlecht geht und sie ihr Leben kaum bewältigen können. Eine medikamentöse Therapie ist dabei nur in einer akuten Phase erforderlich.


Richtige Anwendung

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Aripiprazol?

Der Arzneistoff Aripiprazol wird in Form von Tabletten, Lösungen oder Schmelztabletten angewandt. Das heißt, die Einnahme geschieht ausschließlich oral. Die Dosierung bei Erwachsenen beträgt 10 bis 30 mg pro Tag. Allerdings sind Dosierungen über 25 mg am Tag bisher noch nicht ausreichend erforscht.

Dabei kann die Dosis für jeden Patienten täglich individuell bestimmt werden. Die ersten Anzeichen einer Wirkung zeigen sich in der Regel nach der Ersteinnahme von einem solchen Präparat erst nach einigen Wochen. Die Einnahme von diesem Arzneistoff muss von einem Arzt überwacht werden.

Bei der Verwendung von Schmelztabletten sollte mit Vorsicht rangegangen werden. Denn Schmelztabletten können leicht zerbrechen. Aus diesem Grund sollten sie nur vorsichtig aus der Verpackung genommen werden. Schmelztabletten sollten sofort nach dem Herausnehmen aus der Verpackung auf die Zunge gelegt werden. Ein Schluck Wasser bewirkt, dass die Einnahme beschleunigt wird.

Wenn es sich um ein Depotinjektionsmittel von Aripiprazol handelt, das verabreicht wird, dann wird dieses alle vier Wochen von einem Arzt in den Muskel gespritzt. Bei Beginn der Behandlung sollte die bisherige Dosis an Tabletten weiterhin für zwei Wochen eingenommen werden.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Aripiprazol?

Die Medikamente, in denen Aripiprazol enthalten ist, heißen:

  • 5 mg Tabletten – ABILIFY
  • 10 mg Tabletten – ABILIFY
  • 15 mg Tabletten – ABILIFY
  • 30 mg Tabletten – ABILIFY
  • 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen – ABILIFY
  • Abilify MyCite

Unter dem Handelsnamen Abilify werden auch Schmelztabletten und eine Injektionslösung angeboten.


Handelsnamen

Monopräparate

Angeboten werden die Präparate mit diesem Wirkstoff unter dem Handelsnamen ABILIFY auf dem europäischen Markt.

Kombinationspräparate

Kombinationspräparate mit diesem Wirkstoff werden nicht angeboten.


Indikationen

Der Wirkstoff Aripiprazol wird zur Behandlung von Schizophrenie und auch zur Behandlung von manischen Phasen bei einer bipolaren Störung verwendet. Die Anwendung von diesen Präparaten dient lediglich der Behandlungen von akuten Beschwerden. Allerdings kann das Präparat nicht einfach abgesetzt werden.


Gegenanzeigen

Es gibt Situationen, in denen der Arzt abwägen muss, ob eine Anwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff infrage kommen soll.

Wann darf Aripiprazol nicht verwendet werden?

Für den Fall, dass der Patient an einer Parkinsonkrankheit leidet, können sich diese Symptome durch die Anwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff verschlimmern. Dies gilt auch für den Fall, dass der Patient schon einmal einen Krampfanfall erlitten hatte. Der Wirkstoff kann die Krampfbereitschaft etwas erhöhen.

Auch bei Patienten, die bettlägerig sind, sollte ein solches Präparat eventuell nicht einnehmen. Grund dafür ist, dass der Wirkstoff ein erhöhtes Risiko von einer Thrombose birgt. Auch beim Vorliegen von einer Herzkranzerkrankung oder einer Erkrankung der Hirngefäße sollte der Wirkstoff nicht zum Einsatz kommen. Begründet ist dies damit, dass der Wirkstoff die Wahrscheinlichkeit von einem Schlaganfall erhöhen kann.

Auch bei Bluthochdruck oder Diabetes sollte ein Präparat mit diesem Wirkstoff nicht angewandt werden. Dies gilt auch, wenn ein bekanntes Risiko für Herzrhythmusstörungen besteht. Auch beim Vorliegen von Diabetes besteht die Gefahr, dass es zu schweren Nebenwirkungen kommen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Aripiprazol nicht angewandt werden. Erfahrungen für die Anwendung bei Schwangerschaft und Stillzeit gibt es kaum. Es ist noch nicht ausreichend untersucht, ob der Arzneistoff möglicherweise in die Muttermilch übergeht.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder bzw. Jugendliche ab 15 Jahren dürfen mit Präparaten mit diesem Wirkstoff behandelt werden.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Aripiprazol?

Als Nebenwirkungen können bei der Verwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff einige Nebenwirkungen auftreten.

Häufige Nebenwirkungen

Hierzu gehören Übelkeit und Erbrechen, aber auch Verstopfung. Auslösen kann ein solches Mittel zudem Unruhe und auch Schlaflosigkeit sowie Nervosität. Es kann auch sein, dass genau das Gegenteil eintritt, nämlich dass man müde und schläfrig und ganz ruhig wird. Wenn beim Aufstehen Schwindel auftritt, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass es in der Folge der Einnahmen von diesem Wirkstoff zu einem Abfall des Blutdrucks gekommen ist.

Diese Nebenwirkung sollte dem Arzt mitgeteilt werden. Denn bei niedrigem Blutdruck muss das Mittel geringer dosiert verabreicht werden. Zu den häufigeren Nebenwirkungen gehört auch Benommenheit, Akathisie sowie Tremor und verschwommenes Sehen und Kopfschmerzen sowie gastrointestinale Symptome.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Tritt der Schwindel in anderen Situationen außer beim Aufstehen auf, muss ebenfalls der Arzt konsultiert werden. In diesem Fall wird der Arzt ein EKG anordnen. Bei älteren Menschen kann diese Nebenwirkung der Einnahmen von einem Präparat mit diesem Wirkstoff darauf hindeuten, dass es zu einer Störung bei der Erregungsleitung des Herzens gekommen ist. Zu den gelegentlichen Nebenwirkungen gehört auch eine unerwünschte Gewichtszunahme.

Seltene Nebenwirkungen

Auftreten können bei der Einnahmen von einem solchen Präparat auch Bewegungsstörungen. Diese Art von Nebenwirkungen treten allerdings nur selten auf. Diese Nebenwirkungen treten nicht selten bei Beginn der Therapie auf. Ebenfalls selten treten parkinsonähnliche Beschwerden auf. In diesem Fall ist angeraten sofort den behandelnden Arzt aufzusuchen, der in der Regel die Dosierung des Präparats verringert. Dies gilt auch, wenn zu den parkinsonähnlichen Störungen auch noch Unruhe hinzukommt.

Sehr seltene Nebenwirkungen

Auftreten können bei der Einnahmen von einem solchen Präparat auch Spätdyskinesien. Die Wahrscheinlichkeit von solchen Nebenwirkungen ist vor allem bei älteren Frauen zwar selten, treten aber gerade in dieser Gruppe von Patienten häufiger auf.


Wechselwirkungen

Die Anwendung von diesem Wirkstoff sollte stets nur nach einer ordnungsgemäßen Anamnese durch den Arzt stattfinden. Wegen der zahlreichen möglichen Wechselwirkungen muss hierbei auf vieles geachtet werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Aripiprazol?

Bei der Anwendung von einem Präparat mit diesem Wirkstoff können auch Wechselwirkungen auftreten. Dies kann zum Beispiel in Zusammenhang mit dem Verzehr von Speisen und Getränken geschehen. So sollte während der Therapie kein Alkohol getrunken werden. Der Alkoholkonsum kann unerwünschte Wirkungen verstärken bzw. erst hervorrufen.

Der Wirkstoff Aripiprazol hat auch einige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Dies trifft vor allem zu, wenn ein Präparat mit diesem Wirkstoff mit Mitteln eingenommen wird, die den Abbau von Aripiprazol verzögern könnten. Hierzu gehören SSRI, wie zum Beispiel Fluoxetin und Paroxetin, die gegen Depressionen eingenommen werden.

Eine Wechselwirkung zeigt der Wirkstoff auch mit Imidazolen, das für die innerliche Pilzbehandlung eingenommen wird. Und auch hiv-Mittel können die Wirkung von diesem Wirkstoff verstärken bzw. Nebenwirkungen hervorrufen oder verstärken. Schwächer wirkt Aripiprazol indes, wenn es zusammen mit Carbamazepin gegen Epilepsie eingenommen wird.

Das Mittel Carbamazepin kann indes den Abbau von diesem Wirkstoff beschleunigen. Gegenseitig verstärken können sich Mittel, die eine blutdrucksenkende Wirkung haben und Aripiprazol.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Aripiprazol zu beachten?

Bei der Einnahme von Aripiprazol ist einiges zu beachten. Hierzu gehört, dass vor allem Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen und einer Krampfneigung (wie bei Epilepsie) Präparate mit Aripiprazol nur unter strikter Anleitung des Arztes einnehmen sollten. Ein wichtiger Hinweis betrifft vor allem die guten Phasen der manischen Phasen bzw. bei Schizophrenie. Und zwar kann der Wirkstoff das Risiko von Spielsucht mit sich bringen.

Bei der Einnahmen von einem Präparat mit diesem Wirkstoff ist es wichtig, dass kein Johanniskraut-Präparat angewandt wird gleichzeitig.

Die Verkehrstüchtigkeit und auch das Bedienen von Maschinen kann durch die Wirkung von Aripiprazol beeinträchtigt werden. Denn der Wirkstoff verlangsamt das Reaktionsvermögen.

Hinsichtlich des Alters des Patienten ist auch einiges zu beachten. Während die jüngsten Patienten nicht jünger sein sollten als 15 Jahre, sollten die älteren Patienten möglichst nicht älter sein als 65 Jahre. Denn die Wirksamkeit von Aripiprazol bei Menschen, die älter sind als 65 Jahre wurden in klinischen Studien bisher nicht nachgewiesen. Der behandelnde Arzt muss hier eine Risiko-Nutzen-Abschätzung treffen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Aripiprazol

Präparate mit dem Wirkstoff Aripiprazol sind verschreibungspflichtig. Die Präparate sind daher nur mittels ärztlichem Rezept in der Apotheke erhältlich.


Geschichte

Seit wann ist Aripiprazol bekannt?

Der Wirkstoff Aripiprazol gehört zu den neueren Wirkstoffen gegen Psychosen in der Gruppe der atypischen Neuroleptika. Im Rahmen der neuesten Anwendungen erhielt Otsuka Pharmaceutical von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA im November 2017 die Zulassung von Aripiprazol mit einem Sensor. Diese Tablette mit eingebettetem Sensor dient vor allem dazu, dass die Behandlungsvorgaben durch die Patienten verbessert werden können.


Warnhinweise

Bei der Einnahmen von diesem Wirkstoff ist einiges zu beachten, vor allem betrifft das die verschiedenen Darreichungsformen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Die Abilify Lösung enthält Parabene. Es ist möglich, dass dieses Präparat wegen der enthaltenen Konservierungsmittel Allergien auslösen kann. Patienten, die auf Parastoffe allergisch reagieren, sollten daher dieses Mittel nicht anwenden.

Aripiprazol als Injektionsmittel hat zwar eine Langzeitwirkung, was jedoch auch einen Nachteil hat. Denn in diesem Fall kann die Substanz nicht individuell dosiert werden. Das heißt, die Dosis kann nicht dem eigentlichen Bedarf angepasst werden. Bei Unverträglichkeit kann das Präparat auch nicht abgesetzt werden. Und bis das Aripiprazol im Körper aus dem Depot freigesetzt ist, kann dauern.


Quellen

  • Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 10. Auflage, 2013
  • Herdegen, T.: Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2010
  • Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin: www.embryotox.de (Abruf: 10.05.2014)
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, USA)
  • Joos, L: Pharmakologie aktiv, Govi-Verlag, 1. Auflage, 2009
  • Lennecke, K. et al.: Selbstmedikation für die Kitteltasche, Deutscher Apotheker Verlag, 5. Auflage, 2012

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