Spielsucht

Steckbrief: Spielsucht

  • Name: pathologische Spielsucht
  • Art der Krankheit: psychische Erkrankung
  • Verbreitung: schätzungsweise null Komma zweiundvierzig der Frauen und Männer zwischen 16-70 Jahren
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1512 erwähnt; 1992 als Krankheit anerkannt
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Psychisch
  • Wie viele Erkrankte: 100.000 bis 290.000
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Psychologe; Psychotherapeut
  • ICD-10 Code(s): f63.0

Eine unterschätzte Krankheit

Stundenlang im Spielkasino und ausgebrannt nach Hause kommen – zahllose Deutsche kennen das Gefühl. Jeden Tag verzocken tausende Deutsche ihr ganzes Geld, sogar ihr ganzes Hab und Gut, in Spielkasinos oder durch Glückspiel von zu Hause aus. Kaum einer bemerkt sie, weil das Leben dieser Spieler in den Hallen der Kasinos abspielt.

Doch pathologische Spielsucht ist eine ernstzunehmende Verhaltenssucht, die zahlreiche Menschen betreffen. Meistens kommen die Betroffenen ohne Hilfe und großen finanziellen Schaden nicht mehr aus dieser Sucht heraus.

Definition Spielsucht?

Die Spielsucht wird in der Psychologie auch als pathologisches, also krankhaftes, Spielen bzw. zwanghaftes Spielen bezeichnet. Es gibt noch die Abstufungen durch auffälliges Glücksspielverhalten und problematisches Glücksspielverhalten.

Unabhängig vom Schweregrad dieser Verhaltenssucht gibt es eine allgemeingültige Definition, die den groben Überblick über die Bedeutung von Spielsucht aufzeigt. Auszeichnend in der Definition, wie dem Namen, ist das zwanghafte Spielen, das heißt, Glücksspiele zu spielen, ohne wirkliche Selbstkontrolle darüber zu haben. Dies geschieht zu Lasten des Geldes und des Soziallebens.

Die Definition im ICD-10 wird das pathologische Spielen (f63.0) lautet wie folgt:

Die Störung besteht in häufigem und wiederholten episodenhaften Glückspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.

Was ist die pathologische Spielsucht?

Aufgeschlüsselt heißt das, der betroffene Patient geht mit dem frisch erworbenen Geld direkt in Spielhallen oder sonstige Glücksspieleinrichtungen und dort alles Geld in Glücksspiele investiert. Dabei ist die Person nicht in der Lage, vernunftgemäß mit dem Geld umzugehen und kann das Spielen erst beenden, wenn die finanziellen Mittel nicht mehr gegeben sind. Dieses Verhalten ist zwanghaft und entzieht sich dem Verständnis nicht betroffener Personen in der Umgebung der betroffenen Person.

Zwar mag die Spielsucht nicht an bestimmte Stoffe gebunden sein, gehört aber zu den Verhaltenssüchten. Der innere Zwang, immer wieder spielen zu müssen, führt zu einem Kontrollverlust der Person. Immer wieder fühlen sie sich dazu gezwungen, in Spielkasinos zu gehen und ihr ganzes Geld in meist erfolglose Spiele zu investieren.

Dabei ist es egal, um welche Art des Glückspiels es sich handelt. Geldspielautomaten, an denen viele Spielsüchtige anzutreffen sind, können es genauso gut sein, wie Spiele in Kasinos, Wetten, Karten- oder Würfelspiele.

Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, ihre Einsätze und Zeit in der Spielhalle zu kontrollieren. Zu Lasten der beruflichen, familiären und befreundeten Umgebung nimmt der Betroffene jede Möglichkeit in Anspruch, sich in die Spielhalle zurückzuziehen und sich seinem Lieblingsspiel zu widmen. Seine ganzen Gedanken drehen sich nur um das Spiel selbst – Wie kommt man zu Geld, um spielen zu können und wie spielt man, um an Geld zu kommen.

Glücksspiele, da zählen Wetten bereits dazu, lösen einen Nervenkitzel im Menschen aus, der einen euphorisch werden lässt. Betroffene Personen versuchen diesen Nervenkitzel immer wieder aufs Neue zu finden und zu nutzen.


Welche Ursachen gibt es?

Wie bei jeder psychischen Erkrankung gibt es vielfältige Ursachen und müssen bei jedem Patienten individuell gefunden werden. Häufig ist es nicht möglich, die Ursache an sich zu definieren, da viele verschiedene Ursachen zusammenkommen.

Folgende Faktoren beeinflussen das Risiko zur Spielsucht:

Personen, die ihre Gefühle schlecht kontrollieren können oder in Konfliktsituationen leicht zu überfordern sind, haben ein größeres Risiko zur Spielsucht, als Personen, die ihre Gefühle gut unter Kontrolle haben. Impulsivität muss nicht in einem pathologischen Spielerhalten enden, kann aber einen Risikofaktor darstellen.

Wächst die Person in einem Umfeld auf, in dem viel Glücksspiel betrieben wird, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Person sich ebenfalls dem Glückspiel zuwendet und süchtig wird. Genauso gilt es für das soziale Umfeld, welches maßgeblich die Haltung zu Glücksspielen an sich beeinflusst.

Viele der Betroffenen haben bereits vor der pathologischen Spielsucht Probleme mit dem Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten mit Beziehungen und den eigenen Emotionen. Sie wenden sich dem Glückspiel zu, um sich den Wunsch nach Schutz und Stabilisierung erfüllen zu können. Dadurch versuchen sie die Hilflosigkeit zu beseitigen, die in ihrem Inneren herrscht.

Teilweise steht die Spielsucht auch im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Weiterhin sind Ängste und Schuldgefühle, vor denen die Person flüchten möchte, ebenso zu beachten und in die Ursachen-Liste aufzunehmen.

Lebenskrisen können das Risiko ebenso erhöhen. Diese Krisen können durch plötzliche Veränderungen hervorgerufen werden. Meist sind diese Veränderungen nicht gewünscht und bringen eine temporäre emotionale Instabilität mit sich, die das Risiko zur pathologischen Spielsucht deutlich erhöht. Verlusterlebnisse durch Tod oder Trennung seien da als zwei Beispiele genannt.

Weitere mögliche Gründe für Lebenskrisen:

  • Berufliche Veränderung durch Kündigung oder Standortwechsel
  • Übergangsphasen im Lebenszyklus wie z.b. Auszug der Kinder
  • Schwierigkeiten im Privat- oder Berufsleben
  • Unfall oder Krankheit
  • Fehlende Perspektive im Privat- oder Berufsleben

Die Vielfalt an Ursachen macht es schwer, pauschale Gründe zu finden. Gemeinsam mit dem Betroffenen wird nach den individuellen Ursprüngen gesucht und Wege zum Umgang gefunden werden.

Eine weitere mögliche Ursache sind traumatisierende Ereignisse in der Vergangenheit.

  • Sehr früher Verlust eines Elternteils
  • Psychische oder physische Gewalterfahrung
  • Suchtproblematik
  • Soziale Ausgeschlossenheit
  • Kriegserlebnisse

Symptome & Anzeichen

Es ist schwierig, genaue Symptome der pathologischen Spielsucht zu ermitteln. Die Betroffenen setzen alles daran, ihre Sucht geheim zu halten. Dennoch kann man ein Symptom klar benennen: Der ständige Zwang spielen zu müssen.

Als Außenstehender, also Verwandter, Freund oder nahestehender Kollege, kann man auf einige Anzeichen achten.

Meistens zieht der Betroffene sich aus seinem gewohnten sozialen Umfeld zurück und vernachlässigt im gleichen Zug soziale Verpflichtungen, Hobbys und die Pflege sozialer Kontakte. Die Person verbringt seine Zeit dann in den diversen Glückspiel-Stätten oder mit der Planung, wie und wo der-/diejenige zu Geld kommen könnte.

Spricht man den Süchtigen dann auf die Vermutung des übertriebenen Spiels an, reagieren diese meist aggressiv und abweisend. Die Personen verleugnen ihr Spiel und durch Argumente, die für diese Person schlüssig ist, entkräftet. Darunter zählen Gegenworte wie z.b. ‚Ich habe fast die richtige Strategie für den großen Gewinn‘ oder ‚Ich mache das nur zur Entspannung‘.

Auffallen wird dem Beobachter auch, dass die betroffene Person nicht (mehr) über die finanzielle Lage spricht. Es kann so weit gehen, dass selbst die 2€ im Geldbeutel verschwiegen werden und die Person sich unwohl fühlt, überhaupt über Geld zu sprechen. Durch das Verheimlichen des Glückspiels werden Schulden ebenfalls vor den Verwandten, Ehepartnern und sonstigen von den Finanzen des Spielers betroffenen Personen verschwiegen. Selbst wenn es die Existenz bedroht, gibt der Betroffene keine Informationen über den finanziellen Status preis.

Durch den ständigen Zwang zu spielen erbittet bzw. erbettelt die Person im nahen Umfeld Geld. Oft werden seriöse Gründe genannt. Bekommt er kein Geld von den angesprochenen Personen, kann es so weit kommen, dass der Betroffene Geld und Wertgegenstände aus dem Familien- und Freundeskreis entwendet. Es kann soweit führen, dass sogar Straftaten in Anspruch genommen werden.

Berufliche Konsequenzen können auch folgen. Wie im Privatleben, wird der Betroffene auch im Berufsleben nachlässig, unzuverlässig und aufgrund des exzessiven Spieles oft unpünktlich, übernächtigt und je nach Arbeit grob fahrlässig.

Es gibt also zahlreiche Symptome und Anzeichen, die durch Zufall oder genaues Hinsehen entdeckt werden.

Weitere Anzeichen:

  • Finanzielle Schwierigkeiten trotz normalen Einkommen
  • Nervosität, wenn sie nicht spielen können
  • Immer höhere Einsätze, obwohl das Geld nicht ausreicht
  • Gesundheitsprobleme

Diagnose & Krankheitsverlauf

Mithilfe standardisierter Testverfahren stellt ein Psychologe die Diagnose der pathologischen Spielsucht. Bereits online kann man sich zahllosen Tests unterziehen, die sich auf die Art des Glückspiels, die Häufigkeit, die Frage der Kontrolle und die Bereitschaft Geld auszugeben beziehen.

Beispielfragen:

  • Spielen Sie mehrmals die Woche?
  • Haben Sie schon einmal Ihr gesamtes Geld verspielt, das Sie bei sich hatten?
  • Spüren Sie einen inneren Drang, dem Glückspiel nachzugehen?
  • Haben Sie ein oder mehrere Male Ihren Freunden oder Familienmitgliedern gegenüber gelogen, was Ihr Glückspiel anbelangt?
  • Fällt es Ihnen schwer, mit dem Spielen aufzuhören?

Allgemein kann man den Weg zur pathologischen Spielsucht in ein idealtypisches Drei-Phasen-Modell gliedern, welches im Folgenden genauer aufgeschlüsselt wird.

Die erste Phase, genannt Gewinnphase, ist geprägt von gelegentlichem Spielen. Die Person hat normal hohe Einsätze und sorgt für den Nervenkitzel, der die alltäglichen Probleme kurzzeitig in den Hintergrund schieben. In dieser Phase geht die Person seinen beruflichen und sozialen Pflichten, sowie seinen Hobbys, noch regelmäßig nach. In dieser Zeit ist die Person ein Unterhaltungs- und Gelegenheitsspieler.

Nicht zwangsläufig muss das gelegentliche Glücksspiel zu einer pathologischen Sucht führen. Kommen aber die ersten Gewinne, wird die Verlockung immer stärker, mit größeren Einsätzen vermehrt zu spielen.

In der Regel geht es nach ungefähr zwei Jahren in die zweite Phase, die Verlust-Phase, über. Die Person spielt nun regelmäßig und sieht darin eine passende Ablenkung vom Alltag. Gewinne zu erhalten lässt sie nicht mehr aufhören, sondern nach noch mehr streben. Da Glücksspiel aber darauf beruht, dass der Spieler nicht gewinnt, summieren sich die Verluste sehr schnell.

Der Verlust spornt die Person aber noch mehr an, in der Hoffnung, die Verluste wieder wett zu machen. Oftmals entgeht den Betroffenen selbst, wie sie langsam, aber sicher, die Kontrolle über ihr Spiel verlieren. Dies wird auch verursacht durch das, in Fachkreisen genannte ‚magische Denken‘. Der Spieler begründet seine Verluste in falschen Taktiken, nicht in dem puren Zufall der Glücksspiele.

In dieser Phase ist die Person ein Problemspieler, aber noch kein Süchtiger. Großteils seines Lebens beschäftigt sich mit dem Glückspiel und eine emotionale Abhängigkeit ist bereits entstanden. Im Laufe der Verlustphase distanziert sich die Person von Familie und Freunden, während das Glückspiel so gut wie möglich verschwiegen wird. Die zunehmende Verschuldung wird ebenso unter einem Deckmantel aus Lügen gehalten. Beginnende Probleme mit der Bank, im Beruf und im sozialen Umfeld drängen den Spieler noch weiter in das Glückspiel – seinen Zufluchtsort – hinein und läuten die dritte Phase ein.

In der Verzweiflungsphase gibt es keine rationalen Grenzen mehr im Spielen. Der jetzt Süchtige kann sich weder durch finanzielle noch persönliche Einschränkungen von dem Glücksspiel trennen. Extrem hohe Einsätze oder mehrere Spiele auf einmal sind dabei enthalten. Das soziale, familiäre und berufliche Umfeld ist zu diesem Zeitpunkt normal komplett zerbrochen. Angehäufte Schulden sind meist so hoch, dass sie nicht mehr abbezahlt werden können und eine starke Existenz-Bedrohung folgt.

Der Teufelskreis schließt sich in dem stetigen Versuch, die Schulden durch hohe Gewinne auszugleichen. Dennoch kann der Spieler nicht mehr aufhören, worin sich das zwanghafte wiederspiegelt.

Körperliche und psychische Folgen treten verstärkt auf. Stress und Angstzustände häufen sich zunehmen, während auf physischer Ebene zittrige Hände und starker Schweißfluss zu erkennen sind. Die meisten Spieler verlieren Raum- und Zeitgefühl und versinken in der Welt des Glücksspiels.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist der Betroffene pathologisch spielsüchtig.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Über eine genaue Häufigkeit kann man keine Aussage treffen. Durch das Geheimhalten des Glücksspiels seitens der Betroffenen, ist man kaum in der Lage eine tatsächliche Häufigkeit festzustellen.

Dem Bericht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Spielsucht ergaben:

  • 0,42% der Bevölkerung haben ein problematisches Glücksspielverhalten
  • 0,37% der Bevölkerung haben ein pathologisches Glückspielverhalten

Diese Häufigkeitsdaten wurden aufgerechnet. Das Screening der Klassifizierung von problematischem oder pathologischem Glücksspielverhalten wurde nur durchgeführt, wenn die Betroffenen angegeben haben, mindestens einmal in den letzten 12 Monaten Glückspiel betrieben zu haben.

In Anbetracht dessen, dass die Angaben sowohl freiwillig als auch auf dem Vertrauen in die Befragten beruht, ist anzunehmen, dass es keine absoluten Kennzahlen sind. Betroffene zeichnen sich durch Geheimniskrämerei aus und kommen oft erst zur eigenen Erkenntnis, wenn sie bereits pathologisch spielsüchtig sind.

4,41% der Befragten wiesen ein auffälliges Glücksspielverhalten auf. Die Personen, die angegeben haben, in den letzten 12 Monaten nicht gespielt zu haben, wurden bei diesen Prozentzahlen mit einberechnet und stellen damit den nicht betroffenen Teil der Bevölkerung dar.

Diese Betroffenen-Zahlen berücksichtigen Männer, wie auch Frauen, im Alter von 16-70 Jahren.

Diagnosedaten werden durch die Drogen- und Suchtbericht alle zwei Jahre veröffentlicht.

In der Summe bedeutet dies, dass 5,20% der deutschen Bevölkerung ihr Glückspielverhalten nicht vollkommen unter Kontrolle haben. Dabei geben die diagnostizierten Betroffenen oft den Glückspielautomaten als ihr Suchtobjekt an.

Die Dunkelziffer soll noch weitaus höher liegen. Dies sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle. Angenommen werden bis zu doppelt so viele Betroffene in der problematischen und pathologischen Spielsucht. Ebenfalls ist anzunehmen, dass unter den Befragten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weitere auffällige Glückspieler waren.


Komplikationen bei der Krankheit

Da die pathologische Spielsucht keine körperliche Krankheit an sich darstellt, sind die Komplikationen an sich nicht benennbar. Es kann sein, dass eine Person sich nicht mehr von der Sucht abwenden kann, aber die Sucht an sich birgt keine körperlichen Risiken wie z.b. Heroinkonsum.

Als problematisch zu erachten sind dabei eher die Folgen des Suchtverhaltens. Dabei gilt es die Folgen von dauerhaftem Stress zu betrachten. Jeder Mensch geht anders mit Stress um, aber das zwanghafte Verhalten von Betroffenen bietet diesem keine Möglichkeit, diesem Stress nochmals zu entgehen.

Schlaflosigkeit, ständige Müdigkeit oder Verdauungsprobleme sind nur ein Bruchteil der möglichen körperlichen Konsequenzen, die auf Dauer zu chronischen Erkrankungen führen können. Vor allem Krankheiten, die den Magen-Darm-Trakt betreffen können zu schweren Konsequenzen führen, erschweren dem Betroffenen das Leben zusätzlich.

Oftmals versuchen die Betroffenen die körperlichen Beschwerden mit Tabletten und durch Selbstmedikation auszugleichen. Dabei meiden sie Beratungen seitens der Apotheker oder Ärzte, was vor allem durch die Wechselwirkungen mit Alkohol oder Tabletten unter sich gefährlich werden kann.

Kopfschmerzen durch Dehydrierung gehört ebenfalls zu den möglichen körperlichen Konsequenzen.

Ist der Betroffene tief in der pathologischen Spielsucht versunken, vergisst er nicht nur das Trinken, sondern ernährt sich auch nur mangelhaft bis gar nicht. Mängel an benötigten Vitaminen, starke Gewichtsabnahme und Folgen der Mangelernährung werden von den Betroffenen oft nicht selbst bemerkt.

Genauso kann genau das Gegenteil geschehen. Eine plötzliche Gewichtszunahme durch eine fettige, schnelle Ernährung kann zur Fettleibigkeit führen. Diese wirkt sich unabdingbar auf das Herz-Kreislauf-System aus. Dazu kommen Kreuz- und Gelenkschmerzen oder verstärkte Schweißbildung. Besorgniserregend wird das Übergewicht, wenn es lange anhält, und ist meistens der Wegbereiter für Diabetes Typ 2.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Spielt man aktiv und hemmungslos, spürt einen inneren Drang zum Spielen und wird sich dessen bewusst, sollte man zumindest mit seinem Hausarzt sprechen. Allein das Gefühl, die Kontrolle über seine Glücksspiel-Aktivitäten zu verlieren, kann bereits der richtige Zeitpunkt sein.

Reflektion des eigenen Verhaltens und Denkens kann einem bereits in der Problem-Phase die Möglichkeit geben, vor größeren finanziellen Schäden eine Therapie zu ergreifen.

Es gibt keinen idealen Zeitpunkt. Die Therapie ist für angehend Süchtige wie Süchtige anwendbar, sodass man jederzeit beim Verdacht mit dem Hausarzt und über die nächsten notwendigen Schritte sprechen kann. Es ist nie zu spät, sich professionelle Hilfe zu suchen. Nur je früher man sie in Anspruch nimmt, desto geringer der finanzielle Schaden und desto einfacher der Weg zurück in ein selbstkontrolliertes Leben.


Behandlungsmethoden & Therapie

Ist eine Person pathologisch Spielsüchtig, kommt dieser ohne therapeutische Hilfe zumeist nicht mehr aus dieser Sucht heraus. Je nachdem, in welcher Phase sich der Betroffene befindet, sollten nahe Angehörige ebenfalls psychologische Beratung oder Psychotherapie in Anspruch nehmen.

Psychotherapeutische Behandlungen können stationär oder ambulant erfolgen. Bei einer stationären Behandlung wird der Betroffene in einer Klinik behandelt, wo dieser auch temporär leben wird. Bei der ambulanten Behandlung hingegen lebt der Betroffene weiterhin zu Hause und kommt lediglich zur Therapie zu dem jeweiligen Psychotherapeuten.

Welche Behandlung für den Betroffenen besser ist, muss individuell ausgearbeitet werden. Auch wie die Therapie verläuft ist jedem Einzelfall angepasst.

Ambulante Therapie

Zunächst erfolgt ein Gespräch, in dem der grobe Krankheitsverlauf, der Leidensdruck, Folgen der Erkrankung sowie die Motivation zur Therapie besprochen werden. Das gibt der betreuenden Person einen Überblick über die Phase, den Schweregrad und den möglichen Weg für den Patienten. Dabei werden auch familiäre, berufliche und finanzielle Probleme besprochen.

Danach kommt die Motiviationsphase. In Form von wöchentlichen Gruppensitzungen soll der Betroffene Erfahrungen austauschen und Informationen vermitteln. Unterstützt von zwei Psychotherapeuten sollen dabei Verbesserungen der Frustrationstoleranz ausgearbeitet werden.

Dieser durchschnittlich 3 monatige Phase folgt eine 9-12 monatige Rehabilitation. Dort werden Therapieziele erarbeitet, damit der Patient etwas hat, wonach er sich richten kann. Der Krankheitsverlauf und seine Auswirkungen auf den Patienten und dessen Umfeld werden mit dem Psychotherapeuten reflektiert. Auch wird das Fehlverhalten des Süchtigen selbst aufgezeigt und durch das Modellernen verbessert.

Im Rahmen der wird der Betroffene auf die Zeit nach der Therapie vorbereitet, in dem Problembereiche definiert und Lösungswege aufgezeigt werden. Anbindungen an Selbsthilfegruppen sollen den zukünftigen Weg des Patienten unterstützen und vor Rückfällen bewahren. Darüber hinaus können begleitende Hilfen angeboten werden, die den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern.

Familien- und Partnertherapien können dabei ebenfalls in Anspruch genommen werden, um die Wiederherstellung des Privatlebens zu unterstützen.

Stationäre Therapie

Bei schwerwiegenden Fällen oder auf Bitte des Patienten ist auch ein temporärer Aufenthalt in einer Klinik möglich. Auch dort ist die Behandlung in Phasen gegliedert.

In der ersten Phase wird, wie bei der ambulanten Behandlung, der Krankheitsverlauf mit Ursachensuche betrachtet. Im Rahmen dessen wird auch das Spielverhalten analysiert und eine allgemeine Verhaltensanalyse erstellt.

Bevor es zur zweiten Phase geht, wird ein Therapievertrag zwischen Therapeut und Patient aufgestellt, welcher die Therapieziele sowie die Erarbeitung einer Erklärung für das Spielen enthalten sind.

Um die Bearbeitung der Hintergrundprobleme, die zahlreiche Varianten aufweist, dreht sich die zweite Phase. Dabei soll sich der Patient seiner Ursachen selbst bewusst werden, damit er im Folgenden Bewältigungsstrategien der Spielsucht entwickeln und später erfolgreich umsetzen kann.

Therapeutisch gesehen gibt es sehr viele unterschiedliche Ansätze und Wege aus der Spielsucht. Jeder Patient ist einzigartig und braucht eine individuelle Therapie.

Ein günstiger und stabiler Verlauf für den Betroffenen wird zumeist aber von Anbindung an eine Selbsthilfegruppe maßgeblich unterstützt.

Handelt es sich um einen besonders schwierigen Fall, kann die Therapie durch Medikamente unterstützt werden.

Finanziell gesehen ist der Betroffene zumeist am Ende. Neben der therapeutischen Maßnahme gibt es auch zahlreiche Stellen zur Schuldnerberatung.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da es sich bei der pathologischen Spielsucht nicht um eine körperliche Krankheit handelt, gibt es kein Allheilmittel, geschweige denn einer Impfung. Da prinzipiell gesehen jeder Mensch einer Sucht verfallen kann, sollte man sich folgender Dinge bewusst bleiben:

Glückspiel ist das, was es ist – Ein Spiel abhängig des Glückes. Man sollte sich dennoch bewusst machen, dass der Anbieter immer der Gewinntragende sein wird.
Immer Spielen zu gehen, wenn das Leben mal nicht gerade rosig verläuft, ist der falsche Weg und führt schneller in eine Sucht. Natürlich heißt das nicht, dass Glückspiel vollkommen sein zu lassen. Aber es gibt für jeden Menschen individuelle Hilfsmittel, mit Stress umzugehen oder die Möglichkeit, sich in schlechten Zeiten selbst zu motivieren und zu unterstützen. Hilfe von außen kann dabei auch maßgeblich unterstützend sein.

Sollte man Symptome der Spielsucht an sich erkennen, kann sie aber nicht ohne Hilfestellung selbst bewältigen, sollte man sich nicht scheuen, professionellen Rat einzuholen. Scham und Schuld mögen schwerwiegende, und meist die ausschlaggebenden, Gefühle sein, aber daran gibt es nichts, um sich zu schämen.

Durch die Vielzahl an Ursachen gibt es keine 0815 Vorbeugemaßnahmen. Im Spiel einfach bewusst an der Sache bleiben und seine eigenen Grenzen erkennen, bevor es zu einer Sucht kommen kann.


Prognose zur Heilung

Verhaltenssuchten, wie die pathologische Spielsucht, hat dieselbe Heilungschance, wie jede andere Sucht auch. Ist der Wille seitens des Patienten da, ist es oft möglich, dass der Betroffene die Kontrolle über sein Leben widererlangt und nie wieder spielt.

Gehört man nicht zu den fünfzig Prozent, die die Therapie vorzeitig abbrechen, hat man eine 66 prozentige Chance, keinen Rückfall zu erleben.

Man kann aber nie vollständig davon geheilt werden. Statt ein trockener Alkoholiker zu sein, ist man ein trockener Glücksspieler.

Für die Betroffenen der pathologischen Spielsucht, die erfolgreich die Therapie abgeschlossen haben, besteht ein lebenslanger Kampf gegen diese Sucht. Es wird im Laufe der Jahre leichter, sich gegen den Wunsch zu wehren, Glücksspiele zu spielen, doch durch eiserne Disziplin fällt man nicht mehr in die alten Gewohnheiten, bis hin zur wiederholten Sucht, zurück.

Durch den regelmäßigen Besuch einer Selbsthilfegruppe während und nach der Therapie, wird das Risiko des Rückfalls noch einmal gemindert. Man kann sich dort durch Gleichgesinnte gestärkt den Alltagsproblemen und den Folgen der vorhergehenden Sucht stellen.


Medikamentöse Unterstützung

Leidet der Patient unter Angstzuständen, Depressionen oder Panikattacken gibt es im Rahmen der Therapie und der darauffolgenden Zeit Möglichkeiten, die Behandlung durch Medikamente oder natürliche Heilverfahren zu unterstützen.

Die Medikamente werden in Absprache mit dem begleitenden Psychotherapeut angesetzt. Zunächst folgt erst einmal eine Testphase, in der eventuelle Nebenwirkungen herausgefiltert werden und bei Bedarf die Dosis oder das Medikament angepasst.

Ist das richtige Medikament gefunden, ist es für den Patienten notwendig, sich an die Einnahmezeiten und Dosierung zu halten. Unabhängig davon, gegen was das Medikament helfen soll, ist es meist nur ein temporärer Bestandteil der Therapie und soll dem Betroffenen lediglich helfen, die Sucht unter Kontrolle zu bringen.

Nach einer individuellen Zeitspanne kommt es zur Entwöhnung der Medikamente. Das heißt, die Dosierung wird immer geringer, bis zum kompletten Absetzen des unterstützenden Wirkstoffes. Somit wird der Patient auf seinem Heilungsweg nur unterstützt, aber nicht abhängig von einem Medikament gemacht. Die Verhaltenstherapie steht immer noch im Fokus.


Alternative Behandlungsmethoden

Meistens ist der effektivste Weg, die Spielsucht wieder in den Griff zu kommen, wenn man sich einer traditionellen Psychotherapie unterzieht. Dazu gehören bekannte Therapien wie

Mal-, Kunst- und Musiktherapie, die einem eine andere Ausdrucksmöglichkeit anbietet.

Innerhalb der Psychotherapie geht es darum, Ursachen für die Sucht zu finden und Verhaltensstrukturen zu schaffen. Dabei muss, vor allem zu Beginn der Sucht, nicht nur auf psychotherapeutische Unterstützung oder Medikamente zurückgreifen.

Meist kann man nicht ohne die psychotherapeutische Hilfe auskommen, kann aber vor allem in den Anfangsstadien der Sucht alternative Behandlungsmethoden zur Vorbeugung und Verringerung nutzen. Sie können beruhigend wirken und somit Stress an sich mindern – was oft als Grund für den Gang zum Spielkasino angegeben wurde.

Ist man bereits pathologisch Spielsüchtig und möchte nicht auf Medikamente zurückgreifen, aber Stress, Panik- und Angstzustände vermindern, kann man auf zahlreiche natürliche Heilverfahren zurückgreifen.

Einfache Hausmittel, die einem helfen sich zu konzentrieren und zu beruhigen, wie z.b. sind meist greifbar oder zumindest in jedem freien Handeln erwerblich.

Dabei sind einfache Hausmittel wie

  • Orangenblüten-, Melissen- und Baldriantee,
  • eine halbe Zitrone
  • und ein Kräuterkissen

zur Vorbeugung von Panik- und Angstattacken wirksam.

Verschiedene Heilpflanzen, wie die Lindenblüte oder Brennnessel, können auch zur Geltung kommen.

Auch ästhetische Öle, wie

  • Öle aus Rosen oder
  • Basilikum-Öl

haben eine beruhigende Wirkung.

Globuli, die in der Homöopathie vorkommen, konzentrieren sich mehr auf die körperlichen Folgen der pathologischen Spielsucht. Dabei kommen hier jetzt die

  • Nox Comica
  • Colocynthis
  • Staphisagria

zur Geltung, um Magenbeschwerden zu lindern.

Schüssler Salze, wie

  • Kalium Arscenisosum,
  • Kalium phosphoricum und
  • Manganum sulfuricum

finden in der wirksamen Entgegenwirkung von Panikattacken Anwendung.

Welche Hausmittel können helfen?

Panikattacken äußern sich meist durch Herzrasen, ruhelose Gedanken und Schweißausbrüche. Sie sind belastend für die betroffene Person und bringen meist die Angst vor der Panikattacke mit sich. Abgesehen von therapeutischen Maßnahmen, gibt es einige Hausmittel, die bei der nahenden Panikattacke beruhigend wirken.

Schnell zur Hand

Baldrian-, Orangenblüten- und Melissentee warm und in kleinen Schlucken trinken. Auch wenn die genauen Gründe nicht bekannt sind, wirken diese Tees beruhigend auf Körper und Seele. Die Wärme wirkt sich positiv auf das Gemüt aus.

Eine halbe Zitrone auszulutschen, regt den Speichelfluss an. Diese körperliche Reaktion wirkt beruhigend und lässt die Person sich auf etwas anderes, als die rasenden Gedanken konzentrieren.

Schnell herstellbar

Etwas, was nächtliche Panikattacken vorbeugen kann, ist ein Kräuterkissen. Gefüllt mit Baldrian, Hopfen, Rosmarin, Lavendel, Thymian und Kamille, soll die Mischung Albträume und Panikattacken vorbeugen, bestenfalls vertreiben. Einfach einen Kissenbezug damit füllen, sicher verschließen und als Kopfkissen verwenden.

Für den wachen Zustand und als Vorbereitung kann man die Schale des Lieblingsobstes in ein Behältnis mit weiter Öffnung legen. Spürt man die Panik nahen, nimmt man das Behältnis zu sich und atmet den Duft langsam und tief ein. Man assoziiert mit dem Geruch etwas Positives und Gutes, was die Panik mildern kann.

Ein warmes Bad einzulassen, kann bereits entspannend sein, aber wenn man noch einen Musselinbeutel, gefüllt mit drei Esslöffeln Vollmilchpulver und ungefähr 100g frische Kräuter (Holunder-, Linden – oder Kamilleblüten) ins Badewasser gibt, wirkt die Mischung aus warmen Wasser und den Düften entspannender Blüten besonders beruhigend. Vor allem vor dem Schlafen gehen, hilft das bei Einschlafproblemen.

Eine weitere Kräutermischung, bestehend aus Melisse, Rosmarin, Baldrian, Lavendel und Heublumen, beim Baden oder in Form von Weihrauch, reduziert das Stresslevel und beugt angehende Panikattacken vor.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Stressbedingte Angstzuständen kann man auch durch einige Mittel aus der Apotheke oder dem Supermarkt entgegenwirken, die immer noch natürlich sind. Dabei kommen vor allem Pflanzen zur Geltung, die eine positive Wirkung auf das gestresste Gemüt haben.

Dazu zählt die Lindenblüte. Ihre Wirkstoffe beruhigen die Nerven. 10g Lindenblüten-Kraut in heißem Wasser auflösen und fünf Minuten ziehen lassen. Die Blüten mithilfe eines Siebes aus dem Wasser entfernen. Zur Versüßung kann man noch Honig hinzufügen. Die empfohlene Menge ist 3 Mal täglich, um den Stress wirkungsvoll zu reduzieren und somit Angstzustände vorzubeugen.

Gegen Haarausfall

Sollte der Stress soweit gehen, dass bereits Haarausfall als körperliche Folge auftritt, ist die Brennnessel eine entgegenwirkende Pflanze. Brennnessel-Extrakte sind im Supermarkt erhältlich und sollte täglich, für wenigstens vier Wochen, mit Haarshampoo benutzt werden. Dadurch stärkt sich die Kopfhaut und depressive Verstimmungen wegen des frühzeitigen oder erhöhten Haarausfalls werden vorgebeugt.

Trinkt man gleichzeitig 2 Tassen Brennnessel-Tee täglich, wirkt das immunstärkend und kann weitere, körperliche Stresssymptome vorbeugen.

Ätherische Öle

Rosenduft wirkt auf das limbische System. Dieser Teil des Nervensystems schüttet bei Rosenduft Hormone aus, die sich positiv auf die Stimmung auswirken. Es kann somit bei depressiven Verstimmungen und Stress lindernd wirken. Zwei bis drei Tropfen des Rosen-Öls aus der Apotheke auf ein Taschentuch geben und mehrmals tief den Duft einatmen.

Falls einen viele Albträume plagen, einfach ein mit Öl versetztes Taschentuch in die Nähe des Kopfkissens legen – Dadurch kommt auch im Schlaf diese Wirkung zu Stande.

Basilikum ist hauptsächlich als Gewürz aus der italienischen Küche bekannt. Aber das daraus hergestellte Öl hebt die Laune bei depressiven Verstimmungen. Außerdem bringt es Entspannung hervor, stärkt die eigenen Nerven und hilft somit, seine Gedanken zu sortieren. Ebenfalls zur Anwendung kommt Basilikum-Öl, um Verdauungsprobleme auf natürliche Art und Weise zu lindern.

Öle kann man auch mithilfe von Kerzen im Raum verdampfen lassen. In Super- und Drogeriemärkten gibt es zahlreiche Kerzenhalter, die die Möglichkeit haben, über den Kerzen kleine Schälchen anzubringen. Die Öle mit ein wenig Wasser in das Schälchen geben und die Kerze darunter brennen lassen.

Homöopathie & Globuli

Da Verhaltenssuchten an sich nicht von Stoffen verursacht werden, sondern psychische Grundlagen haben, ist die Homöopathie nicht für den psychischen Anteil der Sucht anwendbar.

Dennoch können mit der Homöopathie die körperlichen Folgen der Sucht behandelt werden. Zwar sind in der Verhaltenssuchten keine Rauschmittel im Spiel, dennoch können auf Dauer Verdauungsprobleme hervorrufen. Diese lassen sich dann homöopathisch behandeln, möchte man auf natürliche Heilverfahren zurückgreifen.

Am besten spricht man mit einem passenden Arzt darüber, welche Globuli man einnimmt, aber es gibt auch zahlreiche Globuli, die man zur Selbstmedikation erwerben kann. Wichtig ist es dabei, anhand der Symptome die richtigen Globuli auszusuchen.

Nach einer langen Nacht mit hohem Alkoholkonsum ist zum Beispiel das „Nux Vomica“ mit einer Potenz von D12 empfohlen. Fünf Globuli, drei Mal täglich, sollen dabei maßgeblich die Magenbeschwerden lindern. Dasselbe gilt für Sodbrennen nach aufputschenden Genussmitteln.

Ärgert man sich nach einem Spiel mit hohem Verlust und bekommt in Folge dessen Magenkrämpfe, ist das „Colocynthis“ mit derselben Potenz und Einnahme-Dosis empfohlen.

Sodbrennen oder Erbrechen, welches durch seelische Kränkung ausgelöst wurde, ist „Staphisagria“ mit einer D12 Potenz und einer Dosierung von 5 Globuli drei Mal täglich anzuwenden.

Weitere, auf die individuellen Symptome angepasste, homöopathische Heilverfahren sind im Internet nachzulesen.

Schüssler-Salze

Neben der medikamentösen Unterstützung gibt es auch die Möglichkeit, verschiedene psychische bedingte Faktoren mithilfe von Schüssler-Salzen einzudämmen.

Für Panik-Attacken und Angstanfälle wird Kalium Arscenisorum angewandt. Je nach Stärke der Panik-Attacke werden 3 bis 6 Mal am Tag 1-3 Tabletten eingenommen. Die maximal Dosierung, bei besonders starken Ausprägungen, sind alle 1-10 Minuten je eine Tablette einzunehmen.

Leidet der Patient an Depressionen und möchte auf natürliche Salze zurückgreifen, gibt es eine Vielzahl an möglichen Salzen. Man kann ein Salz einnehmen oder maximal drei miteinander auf einmal. Passende Salze sind:

  • Kalium Phosphoricum
  • Kalium sulfuricum
  • Magnesium phosphoricum
  • Silecea
  • Kalium Bromatim
  • Kalium jodatum
  • Maganum Sulfuricum
  • Calcium carbonicum

Je nach Schweregrad 3 bis 6 Mal täglich bis zu drei Tabletten einnehmen.

Da Stress ein maßgeblicher Bestandteil der pathologischen Spielsucht ist, können auch da Salze helfen, den Stress zu reduzieren.

  • Calcium phosphoricum
  • Kalium Phosphoricum
  • Magnesium Phosphoricum
  • Maganum Sulfuricum
  • Calcium Carbonicum
  • Selenium

Die Tabletten sind in allen Fällen einzeln zu nehmen und im Mund zergehen zu lassen. Sobald sich Besserung zeigt, sollte man die Dosis verringern, bis die Symptome endgültig verschwunden sind. Auch hier gilt, ein Salz oder maximal drei auf einmal, in einer Dosis von 3 bis 6 Mal täglich und bis zu 3 Tabletten auf einmal.

Diät & Ernährung

Die richtige Ernährung ist nicht nur für Sportler oder Models wichtig. Es fördert nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern kann auch die Psyche positiv beeinflussen.

Da Verhaltenssüchte meist mit Depression einhergehen, die Beeinflussung der Ernährung auf die Psyche aber meist nachlässig betrachtet wird, kann jeder Betroffene sich selbst auch mithilfe der Ernährung fördern.

Viele Forschungen haben herausgefunden, dass Vitamin-D-Mangel einen großen Einfluss auf die Psyche haben. Vitamin D regelt den Calcium-Haushalt im Körper und den Knochenbau benötigt. Durch eine falsche beziehungsweise mangelhaft ausgewogene Ernährung kann das zu großen Mängeln führen. Man muss nicht direkt Nahrungsergänzungsmittel oder Tabletten nehmen, um das Vitamin D aufzustocken.

Fettfische, wie Hering und Lachs, enthalten das meiste Vitamin D. Auch Avocados und Eier beinhalten, wenn auch geringeren Mengen, Vitamin D. Produkte aus Milch, wie zum Beispiel Butter, helfen auch dabei nach, den Vitamin D Bedarf zu decken.

Regelmäßige Spaziergänge heben nicht nur das Gemüt, sondern geben dem Körper auch genug Sonne, um selbst Vitamin D zu produzieren.

Zusätzlich zu dem Decken des Vitamin D Bedarfs ist es auch wichtig, genügend Omega 3 Fettsäuren zu sich zu nehmen. Diese wirken sich auf die Ausschüttung von Serotonin, auch genannt „Glückshormon“ aus. Studien belegen, dass viele psychiatrische Erkrankungen im Zusammenhang mit Serotonin-Mangel stehen.

Krillöl, fetter Seefisch oder DHA-Algenöl beinhaltet diese Fettsäuren. Nimmt man von letzterem regelmäßig 3 Esslöffel zu sich, zeigt sich, dass die Stimmung sich verbessert und einige Symptome der Depression verschwinden.

Deckt man seinen Bedarf täglich ab und hält das auch, zu Gunsten seiner psychischen wie physischen Gesundheit, ein, können Depressionen, und somit das Spielsucht-Risiko, verringert, wenn nicht sogar komplett ausgeschlossen werden.


FAQ – Fragen & Antworten

Was macht man, wenn man Symptome an sich entdeckt?

Wenn man sich noch am Anfang der Sucht befindet und bemerkt, dass man sich kaum noch von dem Glückspiel fernhalten kann, kann man sich an zahlreiche Stellen wenden.

Selbsthilfegruppen beizutreten ist kein Muss, kann aber den Weg aus der Sucht maßgeblich unterstützen. Für diesen Beitritt muss man sich nicht bei einem Psychologen anmelden oder eine Psychotherapeut in Anspruch nehmen.

Offen über seine Probleme zu reden, mit vertrauten Personen, mag einem schwer fallen, aber alleine ist es oft schwer, sich in Selbstbeherrschung zu üben.

Maßnahmen, die man ergreifen kann:

  • Sperren seiner Spiel-Casino-Karten
  • Bezahlen aller Rechnungen zu Beginn des Monats und per Lastschrift
  • Keine EC-Karten bei sich tragen
  • Möglichst wenig Bargeld mit sich führen

Wie kann man Betroffene unterstützen?

Als Nicht-Betroffener sollte man sich der Situation gewiss werden, in der dieser Betroffene ist. Zwänge lassen sich nicht von heute auf morgen ablegen. Sollte der Betroffene in einer psychiatrischen Behandlung sein, kann man um eine gemeinsame Stunde bitten, in der Konflikte und Probleme professionell durchgesprochen und Wege zur Bereinigung gefunden werden können.

Man sollte nicht die Spielsucht, sondern Weg daraus unterstützen.

Geht es auch ohne Psychiater?

An und für sich kann man Verhaltenssüchte auch alleine überwinden. Psychiatrische Hilfe ist dabei vor allem unterstützend und soll einem den Weg aus der Sucht aufweisen. Dabei geht es viel um Selbstkontrolle und Selbstbeherrschung. Beides kann man sich auch selbst aneignen.

Man sollte sich seines Spielverhaltens bewusst werden und Maßnahmen, wie oben beschrieben, ergreifen.

Ist jeder pathologisch Spielsüchtig, der viel Glücksspiele macht?

Sich intensiv mit einem Hobby zu beschäftigen, bedeutet nicht, dass man direkt eine Verhaltenssucht hat. Regelmäßig Lotto zu spielen kann auch ohne Zwang stattfinden.

Ist meine als Betroffener Scham berechtigt?

Nein. Scham ist ein Gefühl, welches die Betroffenen zum Schweigen bringt. Suchten an sich entziehen sich der menschlichen Kontrolle und schleichen sich meist langsam ein. Es gibt keinen Grund, sich deswegen als schwächer zu sehen.

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