Home » Wirkstoffe » Paroxetin

Paroxetin

by Danaae

Paroxetin ist ein Antidepressivum und gehört nominell zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern.

Es kommt bei Episoden einer Major Depression, bei Zwangsstörungen, bei sozialer Phobie, bei Panikstörungen mit und ohne Agoraphobie, sowie bei der generalisierten Angststörung zum Einsatz.

ParoxetinWas ist Paroxetin?

Paroxetin ist ein antidepressiv, antiphobisch, angstlösend und gegen Zwänge, wirksamer Arzneistoff und gehört nominell zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI).

Diese Gruppe von Arzneistoffen bewirkt eine selektive Blockade der Wiederaufnahme des Neurotransmitters Serotonin.

Neben Paroxetin gehören auch Sertralin, Fluvoxamin, Citalopram, Escitalopram und Fluoxetin zu den SSRI. Alle SSRI-Wirkstoffe haben grundsätzlich dieselbe Wirkung, allerdings unterscheidet sich ihr genaues Bindungsverhalten voneinander.

Dies wird auch als Ursache angenommen, wieso bei Versagen einer Therapie mit einem SSRI, ein anderer SSRI sehr wohl wirksam sein kann.

Ein Wechsel von einem SSRI auf einen anderen, ist also ein zulässiges und sinnvolles Vorgehen, vor allem auch deshalb, weil SSRI als sehr gut verträgliche Arzneistoffe bekannt sind. Die Zeit bis zum Wirkungseintritt variiert und kann zwischen zwei und acht Wochen betragen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Paroxetin wird bei Erkrankungen des psychischen Formenkreises verwendet. Zugelassen ist der Wirkstoff für die medikamentöse Behandlung einer:

Die Darreichungsformen von Paroxetin umfassen Tabletten, Filmtabletten und eine perorale Suspension zum Einnehmen, für Patienten mit Schluckstörungen.


Allgemeines

Allgemeines
NameParoxetin
Andere Namen
  • (3S,4R)-3-(1,3-Benzodioxol-5-yloxymethyl)-4-(4-fluorphenyl)piperidin (IUPAC)
  • Paroxetinum (Latein)
SummenformelC19H20FNO3
Kurzbeschreibungweißes bis fast weißes, kristallines, hygroskopisches und polymorphes Pulver (wasserfreies Hydrochlorid)

Wirkungsweise

So wirkt Paroxetin

Paroxetin ist ein Wirkstoff aus der Klasse der SSRI und blockiert die Wiederaufnahme von Serotonin im zentralen Nervensystem. Es wirkt dabei sehr selektiv. Andere Neurotransmitter werden nicht oder deutlich weniger stark beeinflusst.

Im Gegensatz zu anderen SSRI bewirkt Paroxetin eine stärkere Beeinflussung des cholinergen Stoffwechsels, weshalb ein vermehrtes Auftreten von anticholinergen Nebenwirkungen, wie Mundtrockenheit, Verstopfung, Akkommodationsstörungen und Harnverhalt beobachtet wird.

Ob dieser Effekt für eine bessere Wirkung des Paroxetins verantwortlich ist, ist noch nicht bewiesen und Gegenstand aktueller Forschung. Allerdings wird der Wirkstoff auf Grund der anticholinergen Wirkung, vorzugsweise bei Personen über 18 Jahren verwendet.

Die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin bewirkt eine größere Menge dieses Stoffes im zentralen Nervensystem. Serotonin wird auch als „Glückshormon“ bezeichnet, weil es bei depressiven Zustandsbildern nachweislich in zu geringer Menge vorliegt.

Durch Erhöhung der zur Verfügung stehenden Menge an Serotonin, kann ein positiver Effekt bei Depressionen und verwandten Zustandsbildern erzielt werden.

Andere, ältere antidepressive Wirkstoffe, wie trizyklische Antidepressiva (Amitryptilin, Imipramin, Clomipramin) beeinflussen neben Serotonin auch andere Neurotransmitter und können so vermehrt Nebenwirkungen verursachen.

In dieser Hinsicht sind SSRI deutlich besser verträglich und können ebenso bei bestehenden Herzerkrankungen oder Glaukom zur Anwendung kommen.

Der Eintritt der antidepressiven Wirkung kann unterschiedlich lange Zeit in Anspruch nehmen. Üblicherweise kommt es zu Beginn einer Behandlung mit Paroxetin zu einem antriebssteigernden Effekt.

Das bedeutet, man hat mehr Energie, ist motivierter Dinge zu tun und es fällt einem leichter, sich für bestimmte Sachen zu überwinden. Dieser Effekt ist unabhängig vom antidepressiven Effekt, welcher sich erst nach circa ein bis zwei Wochen ausbildet, teilweise aber auch erst nach vier Wochen beobachtet werden kann.

Diese zeitliche Verzögerung muss dem Patienten bei Verordnung mitgeteilt werden, damit das Medikament nicht vorzeitig abgesetzt wird.

Der genaue Mechanismus der Wirkung von Paroxetin und anderer SSRI ist noch nicht zur Gänze verstanden. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass primär durch die erhöhte Serotoninkonzentration der antriebssteigernde Effekt erklärt werden kann und sekundär durch Veränderungen der Rezeptordichte der antidepressive Effekt.

Diese nachhaltige Veränderung der Rezeptordichte wirkt sich dauerhaft positiv aus, selbst wenn Paroxetin wieder abgesetzt worden ist.

Das Absetzen sollte jedoch zur Vermeidung von Absetzsyndromen und Nebenwirkungen, langsam und schrittweise erfolgen und dauert umso länger, je länger die vorausgehende Therapie mit Paroxetin war.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Paroxetin

Wie jeder andere Wirkstoff auch, gelangt Paroxetin nach der Einnahme über die Speiseröhre in den Magen. Der saure Magensaft zersetzt die Tabletten und Filmtabletten, der Wirkstoff wird freigesetzt.

Im Dünndarm erfolgt im Anschluss die Resorption des gelösten Paroxetins, welches nach Passage der Darmschleimhaut ins Blut abgegeben wird. Von dort gelangt es über die Pfortader zur Leber und in weiterer Folge in den Körper.

Der Wirkstoff ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und bewirkt im Zentralnervensystem eine Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin.

Die Halbwertszeit von Paroxetin ist mit circa 16 Stunden relativ kurz. Paroxetin hat keine aktiven Metaboliten. Nur 2% des Wirkstoffes werden unverändert über den Urin ausgeschieden.

Diese intensive Verstoffwechselung von Paroxetin ist der Grund, weshalb es bestimmte Enzyme in der Leber, durch seinen eigenen Abbau blockiert. Das wichtigste davon ist CYP2D6, da dieses Enzym ebenfalls für den Abbau anderer Arzneistoffe verantwortlich ist.

Eine Blockade von CYP2D6 durch Paroxetin, kann den Wirkspiegel von anderen Arzneistoffen und den von Paroxetin erhöhen und ist in der Behandlung zu berücksichtigen.


Anwendungsgebiete

Wann wird Paroxetin eingesetzt?

Hauptindikation von Paroxetin ist die medikamentöse Therapie einer akuten oder chronischen Major Depression. Hierzu liegen die längsten Erfahrungen in der Anwendung vor.

Paroxetin kommt allerdings auch bei anderen psychischen Erkrankungen wie Sozialphobie, Panikstörung und der generalisierten Angststörung mit Erfolg zum Einsatz und besitzt für diese Anwendungsgebiete ebenfalls eine Zulassung.

Die Dosierung und Dauer einer Therapie mit Paroxetin hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Die durchschnittliche Dosierung beträgt 20mg, kann jedoch insbesondere bei Angststörungen und Zwangsstörungen bis zu 60mg pro Tag betragen.

Die Wirkung setzt mit einer zeitlichen Verzögerung ein. Auch das hängt mit der zugrunde liegenden Erkrankung zusammen und kann zwischen zwei und acht Wochen betragen.

Ein vorzeitiges Absetzen ist also zu vermeiden und sollte nur auf ärztliches Anraten hin durchgeführt werden.

Ziel einer Behandlung mit Paroxetin ist eine deutliche Reduktion der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen Menschen.


Richtige Anwendung

So wird Paroxetin angewendet

Paroxetin wird unabhängig von den Mahlzeiten einmal täglich, normalerweise am Morgen, eingenommen. Grund hierfür ist die antriebssteigernde Wirkung, welche bei vielen Menschen zu Problemen beim Einschlafen führen kann.

Allerdings wurde ebenso über verstärkte Müdigkeit nach der Einnahme berichtet, weshalb in ausgewählten Fällen eine abendliche Gabe durchaus gerechtfertigt sein kann.

Der Gebrauch der oralen Suspension unterscheidet sich nicht von jener der Tabletten. Wenn ein Zeitpunkt festgelegt wurde, sollte dieser auch beibehalten werden.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Paroxetin?

Paroxetin haltige Arzneimittel haben je nach Land und Kontinent, unterschiedliche Handelsnamen. Folgende Präparate werden in Europa angeboten:

  • ParoLich
  • Paronex
  • Deroxat
  • Paroxat
  • Seroxat
  • Tagonis
  • Ennos
  • Paroxetin 1A pharma
  • Paroxetin+Pharma
  • Paroxetin Genericon
  • Paroxetin Aristo
  • Seroxat 2mg/ml Susp. Zum Einnehmen

Nicht alle genannten Handelspräparate sind in jedem einzelnen Land erhältlich. Teilweise unterscheiden sich sogar die Namen des gleichen Herstellers voneinander.

Daneben kann die Packungsgröße variieren und möglicherweise sind nicht alle im Beipackzettel angegebenen Packungsgrößen im Handel erhältlich.


Handelsnamen

Monopräparate mit Paroxetin sind unter folgenden Handelsnamen erhältlich:

  • Allenopar (A)
  • Deroxat (CH)
  • Dropax (A)
  • Parexat (CH)
  • Parocetan (A)
  • ParoLich (D)
  • Paronex (CH)
  • Paroxalon (D)
  • Paroxat (D, A)
  • Paroxetop (CH)
  • Seroxat (D, A)
  • Stiliden (A)
  • Tagonis (D)
  • Generika (D, A, CH)

Indikationen

Indikationen (Anwendungsgebiete) von Paroxetin sind:


Gegenanzeigen

Wann darf Paroxetin nicht verwendet werden?

Paroxetin darf nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Paroxetin oder anderen SSRI eingesetzt werden.

Bei vorausgehender Einnahme von MAO-Hemmern (Monoaminoxidasehemmstoffen) ist ein Zeitraum von mindestens 7 Tagen abzuwarten, bevor Paroxetin eingenommen wird, da es zu einem lebensgefährlichen Serotoninsyndrom kommen kann.

Umgekehrt sind bei der Einnahme von MAO-Hemmern nach Paroxetintherapie ebenfalls mindestens sieben Tage abzuwarten.

Zu den MAO-Hemmern zählen Wirkstoffe, welche bei:

  • Depression und Sozialphobie zum Einsatz kommen (Tranylcypromin, Phenelzin),
  • als auch Wirkstoffe, welche bei Morbus Parkinson zur Anwendung kommen (Selegelin, Rasagilin),
  • sowie einige Antibiotika (Linezolid).

Moclobemid, ein selektiver MOA-Hemmer, bildet eine Ausnahme. Hier muss lediglich ein Zeitraum von 24 Stunden zu einer Paroxetintherapie eingehalten werden. V

orsicht ist geboten, bei gleichzeitiger Therapie mit Pimozid und Thioridazin (Antipsychotika), da die simultane Einnahme von Paroxetin zu Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes) führen kann.

Auch bei angeborenen Herzrhythmusstörungen und QT-Verlängerungen ist bei der Einnahme von Paroxetin Vorsicht geboten, da diese dann möglicherweise verstärkt werden und deutlicher zu Tage treten können.

Es empfiehlt sich die Ableitung eines EKG zu Behandlungsbeginn und regelmäßig im Verlauf der Therapie.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Paroxetin kann vor allem in der Frühschwangerschaft zu Fehlbildungen des Herzens führen. Die Häufigkeit dieser Nebenwirkung beträgt weniger als 2 von 100 Schwangerschaften.

Eine Therapie mit Paroxetin sollte deshalb vor einer Schwangerschaft mit einem erfahrenen Arzt abgesprochen werden. Eine Therapie sollte in jedem Fall nicht plötzlich, sondern langsam und schrittweise abgesetzt werden.

Wird Paroxetin während des letzten Schwangerschaftsdrittels bis zur Geburt eingenommen, können beim Neugeborenen Entzugssyndrome, wie Zittern, Nervosität und Schlafprobleme auftreten.

Möglicherweise wird Ihr Arzt deshalb entscheiden, Paroxetin vor der Schwangerschaft abzusetzen und/oder gegen einen anderen Wirkstoff zu tauschen, zu welchen mehr Erfahrungen, bei der Anwendung in der Schwangerschaft vorliegen.

Paroxetin ist in der Lage in die Muttermilch überzutreten und kann folglich durch den Säugling beim Stillen aufgenommen werden. Es besteht die Gefahr von Nebenwirkungen.

Paroxetinhaltige Medikamente sollten in der Stillzeit nur auf ärztliches Anraten hin und unter enger Kontrolle eingenommen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Zulassung von Paroxetin haltigen Arzneimitteln beschränkt sich auf Personen über 18 Jahren. Dennoch kann der behandelnde Arzt zur Überzeugung gelangen, dass eine Therapie mit Paroxetin auch unter 18 Jahren im bestmöglichen Interesse des Patienten ist. In diesem Fall ist der Patient über die off-label Anwendung aufzuklären.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Paroxetin?

Wie jedes Arzneimittel, so kann auch Paroxetin zu Nebenwirkungen führen.

Sehr häufige Nebenwirkungen:

Unter Paroxetintherapie wird sehr häufig über unerwünschte Nebenwirkungen, wie:

  • Übelkeit
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Ejakulationsprobleme

berichtet. Sexuelle Funktionsstörungen umfassen dabei Orgasmusprobleme, reduzierte Libido oder Erektionsstörungen.

Häufige Nebenwirkungen:

Häufige unerwünschte Nebenwirkungen umfassen:

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Gelegentlich wurde unter Einnahme von Paroxetin über ein erhöhtes Blutungsrisiko berichtet. Dieses kann sich in blauen Flecken auf der Hautoberfläche oder gastrointestinalen Blutungen zeigen.

Paroxetin ist in der Lage die QT-Zeit zu verlängern und Herzrhythmusstörungen zu verursachen beziehungsweise zu verstärken.

Vor allem bei bestehenden Herzerkrankungen oder anderen Medikamenten mit Einfluss auf die Leitungsgeschwindigkeit des Herzens, ist Vorsicht geboten.

Es wurde über Verwirrtheitszustände, Halluzinationen und nicht existente Geräusche berichtet, wobei all diese Symptome auch als Teil der Grunderkrankungen vorkommen können.

Gelegentlich kann es zu allergischen Reaktionen mit Hautausschlägen und Juckreiz kommen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:

Paroxetin kann in sehr seltenen Fällen die Anzahl der Thrombozyten im Blut verringern.

Allergische Reaktionen können in sehr seltenen Fällen mit ausgeprägter Quaddelbildung, Lichtempfindlichkeit, Angioödem (Anschwellen der Haut und Schleimhäute) und generalisierten Hautausschlag einhergehen.

Paroxetin ist in der Lage die Konzentration von Natrium im Blut zu beeinflussen. Der Natriumspiegel sollte während einer Behandlung mit Paroxetin regelmäßig gemessen und überwacht werden. Symptome eines Natriummangels können Erregung, Nervosität, Verwirrtheit und Schwitzen sein.

Die gleichzeitige Anwendung bei bestehenden Leber- und/oder Nierenerkrankungen erfordert eine engmaschige Kontrolle durch den behandelnden Arzt.

Sehr selten kann Paroxetin den Augeninnendruck erhöhen, was bei Glaukom zu einem starken Anstieg und damit einhergehenden Schmerzen führen kann. In allen genannten Fällen ist schnellstmöglich ein Arzt zur Abklärung und Behandlung der Ursache aufzusuchen.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Paroxetin?

Zu den bekannten Wechselwirkungen von Paroxetin gehören jene mit MAO-Hemmstoffen. Zur Vermeidung eines Serotoninsyndroms ist ein ausreichend langer Einnahmeabstand zwischen MAO-Hemmern und Paroxetin einzuhalten.

Weiter ist eine Wechselwirkung mit Wirkstoffen bekannt, welche in der Lage sind die QT-Zeit des Herzens zu verlängern. In diesem Fällen kann eine gleichzeitige Anwendung von Paroxetin zu Herzrhythmusstörungen führen beziehungsweise diese verstärken.

Vorsicht ist außerdem geboten bei simultaner Therapie mit Arzneistoffen, welche über das hepatische CYP2D6 Enzym abgebaut werden, dieses hemmen oder induzieren.

Die Dosierung der jeweiligen Arzneistoffe und die Dosierung von Paroxetin müssen möglicherweise angepasst werden, um etwaige unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Paroxetin ist aufgrund seiner anticholinergen Wirkungskomponente in der Lage, den Effekt von anderen anticholinergen Arzneimitteln zu verstärken.

Es kann zu vermehrten anticholinergen Effekten, wie Mundtrockenheit, Schluckstörungen, Verstopfung, Harnverhalt, Akkommodationsstörungen und erhöhten Augeninnendruck kommen.

Paroxetin kann die blutungsfördernde Wirkung von bestimmten Arzneistoffen verstärken und dadurch das Risiko für eine potentiell lebensbedrohliche Blutung erhöhen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin K-Antagonisten oder direkten oralen Antikoagulanzien, aber auch bei Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln aus der Klasse der NSAR (Diclofenac, Naproxen, Ibuprofen) und COX-2-Hemmer (Etoricoxib, Celecoxib), kann das Risiko für gastrointestinale Blutungen erhöht sein.

Möglicherweise ist eine Anpassung der blutverdünnenden Medikamente oder ein Absetzen der Schmerzmittel notwendig.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Paroxetin zu beachten?

Der antriebssteigernde Effekt von Paroxetin und etwaige Nebenwirkungen können für gewöhnlich bereits nach erstmaliger Einnahme auftreten, während die antidepressive Wirkung üblicherweise länger auf sich warten lässt.

Darüber ist der Patient aufzuklären, um einen vorzeitigen Abbruch der Therapie zu verhindern und eine mögliche Wirkung zu verschleiern.

Personen mit suizidalen Handlungen oder Gedanken in der Vergangenheit sind aufgrund der antriebssteigernden Wirkung vor allem in den ersten Wochen besonders engmaschig zu überwachen.

Beim verstärkten Auftreten von suizidalen Gefühlen oder Gedanken ist schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen.

Es kann hilfreich sein Personen aus dem näheren Umfeld über die Erkrankung und die Therapie mit Paroxetin aufzuklären, um möglichst frühzeitig negative Wirkungen der Behandlung zu entdecken und angemessen reagieren zu können.

Das Absetzen des Wirkstoffes Paroxetin sollte langsam und schrittweise erfolgen, um etwaige Absetzsyndrome zu verhindern. Dieser Vorgang kann je nach vorausgehender Therapiedauer unterschiedlich lange dauern.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Paroxetin

Paroxetin haltige Arzneimittel gibt es in den Stärken 10mg, 20mg, 40mg und 60mg. Eine Suspension zur oralen Einnahme enthält 2mg/ml Suspension und kann theoretisch auch geringer dosiert werden, ist jedoch primär für Patienten mit Schluckstörungen gedacht. Paroxetin unterliegt der Rezeptpflicht.


Geschichte

Seit wann ist Paroxetin bekannt?

Paroxetin wurde erstmals 1975 durch eine kleine dänische Firma, mit dem Namen Ferrosan, entwickelt. Es lag zu dieser Zeit, wie auch heute noch immer üblich, als wasserlösliches Hydrochlorid vor.

1980 verkaufte Ferrosan die Rechte von Paroxetin an Beecham Pharmaceuticals. Diese Firma verschmolz später mit SmithKline. Im Jahr 2000 würde dann aus SmithKline, GlaxoSmithKline (GSK), welche bis heute in bedeutender Hersteller von Paroxetin ist.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Folgende Vorsichtsmaßnahmen gelten für die Einnahme sämtlicher Paroxetin-Produkte:

  • Risiko für MagenDarm-Blutungen ist erhöht
  • Alter >65 Jahre
  • Herz und Kreislauferkrankungen
  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Paroxetin oder anderen SSRI
  • Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmstoffen
  • Herzrhythmusstörungen, vor allem solche mit QT-Zeit Verlängerungen
  • Bestehende Erkrankungen der Leber
  • Bestehende Erkrankungen der Niere
  • GIT-Blutungen in der Anamnese
  • Einnahme Arzneistoffen, welche die QT-Zeit verlängern
  • Einnahme von Arzneistoffen, welche über CYP2D6 verstoffwechselt werden
  • In der Schwangerschaft
  • In der Stillzeit
  • Einnahme von Arzneistoffen, welche die Blutgerinnung beeinflussen

Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013.
  • Nemeroff C.B. The clinical pharmacology and use of paroxetine, a new
  • Katzman M.A. et al. Paroxetine versus placebo and other agents for depressive disorders: a systematic review and meta-analysis. J Clin Psychiatry, 2007, 68(12), 1845-59 Pubmed
  • Golden R.N. Efficacy and tolerability of controlled-release paroxetine. Psychopharmacol Bull, 2003, 37 Suppl 1, 176-86 Pubmed
  • Gibiino S., Serretti A. Paroxetine for the treatment of depression: a critical update. Expert Opin Pharmacother, 2012, 13(3), 421-31 Pubmed
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, D, USA)

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns: