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Rosmarin

by Danaae

 rosmarin , grün , blau , kräuter , blüte , blume , würzig ,Rosmarin gehört zu den ältesten Gewürzen und Heilkräutern der Welt. Die Pflanze wird bereits seit Jahrtausenden von Menschen verwendet; unter anderem bei Verdauungsstörungen, Rheuma oder Kreislaufbeschwerden.

Um von der gesundheitsfördernden Wirkung zu profitieren kann z. B. Rosmarintee getrunken oder das ätherische Öl genutzt werden. Welche Wirkung Rosmarin insgesamt hat, wie es dosiert wird und welche Risiken es gibt, erfahren Sie nachfolgend.

Salvia rosmarinus

  • Systematik: Euasteriden I
  • Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
  • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Unterfamilie: Nepetoideae
  • Gattung: Salvia
  • Art: Rosmarin
  • Wissenschaftlicher Name: Salvia rosmarinus
  • Synonyme: Rosmarinus officinalis

Rosmarin als Heilmittel

Rosmarin (Salvia rosmarinus oder Rosmarinus officinalis) – Blätter, Blüten und Rosmarinöl

Der Rosmarin ist eine beliebte Gewürz-, Duft- und Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler, welche im Mittelmeer beheimatet ist. Die erste Überlieferung zur Verwendung der Pflanze ist auf etwa 5000 v. Chr. datiert. Die alten Ägypter nutzten Rosmarin bei ihren Bestattungsritualen und der griechische Botaniker Dioskurides beschrieb den aromatischen Geruch und die heilenden Kräfte der Pflanze in seiner berühmtesten Schrift De Materia medica.

In der Volksmedizin wird Rosmarin u. a. bei Kopfschmerzen, Bronchitis, Harnwegserkrankungen oder Haarausfall eingesetzt. Mittlerweile konnten die über 500 Publikationen zur Pflanze viele Wirkungen auch tatsächlich belegen. Das Gewürz passt nicht nur hervorragend zu Gerichten wie Lamm, Hähnchen oder Fisch, es enthält viele gesundheitsfördernde Wirk- und Nährstoffe.

 garten , erde , boden , stein , rosmarin , kräuterstein , natur , gewürzstein ,Zwar bedarf es noch weiterer Forschung, erste Studien konnten jedoch zeigen, dass Rosmarin unter anderem die Verdauung und Durchblutung fördert, gegen verschiedene Erreger wie Bakterien und Pilze wirksam ist und womöglich sogar als Antidepressivum genutzt werden könnte.

Verwendung finden dabei sowohl die frischen als auch die getrockneten nadelförmigen Blätter des Strauchs sowie auch das aus ihnen gewonnene ätherische Rosmarinöl. Rosmarinblätter haben einen aromatisch-bitteren Geschmack und können für herzhafte und süße Speisen oder Tee genutzt werden.

Das ätherische Öl kann in Form von Salben oder Cremes bei rheumatischen Gelenkerkrankungen und Sportverletzungen helfen, zur Förderung der Wundheilung genutzt oder als Badezusatz bei Kreislaufbeschwerden verwendet werden.

Darüber hinaus enthält Rosmarin auch viele Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe. Er stellt unter anderem eine gut Quelle für B-Vitamine, Calcium und Eisen dar. Vor allem in hohen Dosen sind jedoch auch Nebenwirkungen möglich. Frauen in der Schwangerschaft sollten sicherheitshalber keine zu großen Mengen zu sich nehmen.


Verwendung & Medikamente

Verwendung von Rosmarin – Gewürz, Extrakte und Rosmarinöl

In der Küche finden sowohl die frischen als auch die getrockneten Blätter des Rosmarins als Gewürz Anwendung. Diese können für herzhafte und auch süße Speisen oder aber für Rosmarintee genutzt werden.

Forschungen zeigen, dass der Rosmarin bereits in genannten Mengen gesundheitsfördernd wirkt. Daher finden die vorzugsweise frischen Blätter auch als Medikament Anwendung, in seltenen Fällen auch die Blüten. Aus den Blättern lassen sich aber auch Tinkturen und Extrakte herstellen.

Das hochkonzentrierte Rosmarinöl wird mittels Wasserdampfdestillation gewonnen. Dieses kann z. B. verdünnt innerlich eingenommen werden, als Badezusatz genutzt oder in Form von Cremes und Salben äußerlich angewandt werden.

Folgende Pflanzenteile werden als Heilmittel verwendet:

  • Rosmarinöl (Rosmarini aetheroleum)
  • Rosmarinblätter (Rosmarini folium)
  • Rosmarinblüten (Flores Rosmarini)

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  • frische oder getrocknete Blätter (Tee oder Gewürz)
  • Extrakte und Tinkturen
  • Reines ätherisches Öl
  • Salben, Cremes und Sportgels
  • Erkältungs- und Badeöl
  • Tabletten und Kapseln

Hierbei finden häufig auch Kräutermischungen Anwendung, welche neben Rosmarin auch andere Heilpflanzen wie z. B. Fenchel, Arnika, Schafgabe und/oder Koriander enthalten.


Wirkung & Anwendung

Wirkung und Anwendung von Rosmarin

Rosmarin wurde aufgrund seiner vielen Einsatzgebiete zur Heilpflanze des Jahres 2011 gewählt. Die Anwendung kann dabei je nach Verwendungszweck innerlich oder äußerlich erfolgen.

Es gibt viele Studien rund um die Pflanze und dessen Öl, welche vielversprechende Ergebnisse liefern. Bei vielen von ihnen handelt es sich jedoch um Labor- und Tierstudien. Es sind also noch weitere Forschungen und vor allem Humanstudien notwendig, um die tatsächliche Wirksamkeit beim Menschen einschätzen zu können.

Rosmarin wirkt aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe wahrscheinlich appetitanregend und verdauungsfördernd und kann daher bei Verdauungsproblemen helfen. In Tierexperimenten konnte weiterhin eine leberentfettend, harn- und galletreibende Wirkung nachgewiesen werden, welche die Pflanze auch bei Störungen der Leber- oder Gallenfunktion interessant macht.

Da der Rosmarin außerdem krampflösend und durchblutungsfördernd wirkt, gehören ferner Sportverletzungen und rheumatische Gelenkkrankheiten zu den Anwendungsgebieten. Forschung legen hierbei auch eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung nahe.

Die Pflanze besitzt weiterhin eine stark antioxidative Wirkung und kann daher gegen Freie Radikale bzw. oxidativen Stress helfen. Antioxidantien können nach derzeitigem Kenntnisstand das Risiko für verschiedene chronische Krankheiten senken.

Darüber hinaus besitzt Rosmarin eine tonisierende und „aktivierende“ Wirkung und kann somit z. B. bei Ermüdung, Erschöpfung und Hypotonie (zu niedriger Blutdruck) helfen. Das Einatmen von Rosmarin-Dämpfen führte bei Probanden zu einer Zunahme der Atem- und Herzfrequenz und des Blutdrucks. Auch das Wohlbefinden und die Aktivität der Betroffenen nahm zu.

Folgende Anwendungsgebiete werden von der Kommission E (Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel), der ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) und/oder der HMPC (Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel) akzeptiert:

Innerliche Anwendung von Rosmarin:Behandlung Magenspiegelung Iberogast Ibuflam 4%

  • Verdauungsstörungen (insb. vom Oberbauch)
  • Verbesserung der Gallen- und Leberfunktion
  • Kreislaufbeschwerden und Erschöpfung

Äußerliche Anwendung von Rosmarin:

  • Kreislaufbeschwerden und Erschöpfung
  • Rheuma und Gelenkerkrankungen (unterstützend)
  • Förderung der Wundheilung (leichtes Antiseptikum)

Antibakteriell & fungizid

Wirkung gegen Bakterien, Pilze & andere Erreger – Ist Rosmarin antibakteriell?

Das ätherische Rosmarinöl wirkt antimikrobiell und konnte in Studien gegen verschiedene Arten von Bakterien aber auch Hefen und Schimmelpilze helfen. Die Pflanze wirkt gegen sehr viele Bakterien, insbesondere grampositive Bakterien.

So ist das Öl unter anderem in der Lage, Bakterien welche zu Karies führen, abzutöten. Weiterhin konnte auch das Wachstum von Listerien bei rohem Fleisch mithilfe von Rosmarin gebremst werden.

Die Pflanze ist außerdem gegen mehrere Pilze wirksam, unter anderem bestimmte Hautpilze (Dermatophyten) und Candida albicans (Soorpilz). Bei äußerlicher Anwendung zeigte Rosmarin darüber hinaus auch eine Wirkung gegen einige Viren.

Auch lassen sich Insekten wie die Stechmücke durch Rosmarinöl abwehren. Die Larven der Mücke können durch das Öl abgetötet werden.


Weitere Anwendungsgebiete

Laufende Forschungen – Für was ist Rosmarinöl gut?

Die vielen Studien zu Rosmarin lassen auch auf viele weitere Einsatzgebiete hoffen.

So konnten alkoholische Extrakte der Pflanze in Forschungen beispielsweise Leberschäden verringern und in Tierstudien unter anderem eine Verfettung der Leber bremsen. Wässrige Rosmarinextrakte zeigten bei Mäusen außerdem eine schützende Wirkung auf die Nieren.

rosmarin , rosemary , hub , honig , gewürz , essen , frisch , green , kochen , zutaten , pflanzen , duftende , die blätter , küche , chef , raw , silage , natur , geschmack , restaurants , salz , gesund ,Möglicherweise könnte die Pflanze auch bei Diabetes mellitus hilfreich sein. Zumindest konnten Rosmarin-Extrakte in Tierversuchen den Blutzuckerspiegel senken und die Konzentration von Insulin im Blut erhöhen.

Möglicherweise kann Rosmarin sogar bei Abnehmen bzw. gegen Adipositas (Fettleibigkeit) helfen. Bei weiblichen Ratten konnte durch eine langfristige Gabe von Rosmarinextrakten (64 Tage) eine Gewichtszunahme trotz gleichbleibender Futtermenge verringert werden. Auch die Blutfettwerte wurde gesenkt.

In weiteren Forschungen an Tieren wurde außerdem eine antidepressive und angstlösende Wirkung nachgewiesen. Es wird vermutet, dass Rosmarin die Bildung von Dopamin fördert.

Ein depressives Verhalten konnte in den Studien auf ähnliche Weise wie beim Antidepressivum Fluoxetin verhindert werden. Die hochdosierten Extrakte hatten außerdem eine gleich gute Wirkung gegen Ängste wie Diazepam.

Weiterhin wurde auch eine umfangreiche Studie an Menschen durchgeführt, in welcher das Trinken von Rosmarintee die Symptome von Burn-Out verringern konnte.

Einige Studien legen außerdem nahe, dass Rosmarin möglicherweise den Alterungsprozess des Gehirns hemmen und möglicherweise vor Alzheimer schützen kann.


Einnahme & Dosierung

Wie viel Rosmarin am Tag?

Abhängig vom Anwendungsgebiet kann Rosmarin in verschiedenen Darreichungsformen und Dosierungen eingesetzt werden. Zur inneren Einnahme eignet sich z. B. Rosmarintee, die Pflanze entfaltet aber auch bei regelmäßiger Verwendung als Gewürz eine herausragende gesundheitsfördernde Wirkung.

Da sich die meisten medizinisch bedeutsamen Wirkstoffe im ätherischen Öl befinden, ist das konzentrierte Rosmarinöl besonders potent. Darüber hinaus gibt es aber z. B. auch Tinkturen, Extrakte oder Pulver der Pflanze.

Innerliche Anwendung von Rosmarin

Die Blätter und das ätherische Öl des Rosmarins können innerlich bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Rosmarin eignet sich innerlich auch zur Verbesserung der Leber- und Gallenfunktion.

Zu medizinischen Zwecken eignen sich die Blätter als Aufguss bzw. Tee, das ätherische Öl oder aber Tinkturen in folgenden Dosierungen:

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  • Rosmarin Tee (Blätter)
    Einzeldosis: 2 g Rosmarinblätter + 150 ml heißes Wasser
    Tagesdosis: 4 bis 6 g
  • Rosmarin Tinktur der Blätter:
    Tagesdosis: 2,5 bis 7,5 g
  • Ätherisches Rosmarinöl:
    3 bis 4 Tropfen; 3 bis 4 mal täglich
    auf ein Stück Zucker geben und einnehmen

Äußerliche Anwendung von Rosmarin

Das Öl wird äußerlich zur unterstützenden Therapie bei Kreislaufbeschwerden und rheumatischen Gelenkerkrankungen sowie zur Förderung der Wundheilung eingesetzt. Bei Erschöpfungszuständen helfen weiterhin Bäder mit Rosmarinöl oder das Einatmen der Rosmarin-Dämpfe.

Äußerlich kann Rosmarin auf die Haut aufgetragen, als Badezusatz verwendet oder inhaliert werden:

  • Rosmarin-Bad:
    50 g Rosmarin-Blätter auf ein Vollbad
    oder: mindestens 0,01g Rosmarinöl pro 1 l Wasser
  • Als Salbe oder Hautöl:
    5- bis 10-prozentige Salbe oder Hautöl

Rosmarin Tee selber machen

Sie können Rosmarintee wie folgt zubereiten:

  • 1 TL frischer oder getrockneter Rosmarin
  • mit 200-250 ml heißem Wasser übergießen
  • Ziehzeit: mindestens 5 Minuten
  • 1 bis 2 Tassen Rosmarin-Tee am Tag gelten als unbedenklich

Inhaltsstoffe & Wirkstoffe

Was sind die Inhaltsstoffe von Rosmarin?

Rosmarinblätter enthalten etwa 1 bis 3 Prozent ätherisches Öl. Das Europäische Arzneibuch schreibt einen Mindestgehalt von 12 ml ätherischem Öl pro Kilogramm Rosmarinblätter vor. Der Gehalt der Wirkstoffe kann abhängig von verschiedenen Faktoren stark variieren.

Die Blätter des Rosmarins enthalten neben dem ätherischen Öl noch folgende Wirkstoffe:

  • 8 % Gerbstoff (insb. Rosmarinsäure)
  • Flavonoide
  • Glycolsäure
  • Bitterstoffe
  • Saponine
  • Harz

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Rosmarin-Öls sind:kräuter , französisch , blumenstrauß , gourmet , küche , rosmarin , lavendel , thymian , frisch , lebensmittel , grün , zutat , kochen , blatt , blumen , pflanze , roh , frische , rustikal , aromatischen , duft , provence , getrocknete kräuter ,

  • 1,8-Cineol (ca. 3 – 60 %)
  • α-Pinen (1 – 57 %)
  • β-Pinen (8 %)
  • Campher (10 – 35 %)
  • Camphen (1 – 57 %)
  • Borneol (1 – 18 %)
  • Außerdem: Sesquiterpene, Monoterpenole, Ketone, Phenole, Ester

Das Europäische Arzneibuch akzeptiert ätherisches Öl der Herkunftsländer Spanien, Marokko und Tunesien. Die spanische Variante enthält deutlich weniger Cineol, etwas mehr Campher und Camphen, weniger β-Pinen und mehr α-Pinen als der marokkanische und tunesische Rosmarin.


Risiken & Nebenwirkungen

Ist Rosmarin schädlich?

Wird Rosmarin in herkömmlicher Dosierung als Gewürz genutzt, bestehen nach derzeitigem Kenntnisstand keine ernsten Risiken. Gleiches gilt auch für die Verwendung von moderaten Mengen des Rosmarinöls (bis zu 20 Tropfen am Tag).

limonade , zitrusfrüchte , nahaufnahme , trinken , frisch , obst , hausgemachte , honig , honig tropfer , zutat , saft , zitrone , flüssigkeit , rosmarinZu Nebenwirkungen kann es vor allem bei hohen Dosierungen kommen. In Tierstudien konnte ein beschleunigter Abbau von Estrogenen (weibliche Sexualhormone) beobachtet werden, weshalb eine abortive (Schwangerschaftsabtreibende) Wirkung diskutiert wird. Daher wird Frauen in der Schwangerschaft aus Sicherheitsgründen von einer Einnahme zu hoher Mengen Rosmarin abgeraten.

Weiterhin wurden in seltenen Fällen allergische Reaktionen (Kontaktdermatitis) bei Kontakt mit den Rosmarin-Blättern beobachtet. Es wird vermutet, dass das Allergen hierbei der enthaltene Stoff Carnosol ist.

Bei extrem hohen Mengen von Rosmarin Öl (300 bis 2000 mg pro kg Körpergewicht) kam es in Tierstudien zu Veränderungen des Erbguts und der Zellen.

Wechselwirkungen mit Rosmarin

Rosmarin kann möglicherweise die Verstoffwechslung folgender Medikamente beeinflussen:

  • Gerinnungshemmer wie z. B. Warfarin, Aspirin oder Clopidogrel
  • ACE-Hemmer wie bspw. Enalapril, Captopril oder Lisinopril
  • Diuretika wie z. B. Furosemid und Hydrochlorothiazid

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