Kaliumchlorid

Kaliumchlorid ist ein Wirkstoff, das oral oder intravenös zur Vorbeugung und Behandlung niedriger Kalium-Werte im Blut (Hypokaliämie), und kombiniert mit anderen Wirkstoffen zum Ausgleich von Salzen (Elektrolyten) und Flüssigkeiten im Körper bei vielen Störungen verwendet wird.

Als Nahrungsergänzung, sowie in Heilmethoden der Alternativmedizin (Homöopathie, Schüßler-Salze) wird es auch eingesetzt.

KaliumchloridWas ist Kaliumchlorid?

Zur Vorbeugung und Behandlung von Kalium-Mangel im Blut (Hypokaliämie) wird Kaliumchlorid, das Kaliumsalz der Salzsäure, in unterschiedlichen Medikamentenformen (oral und intravenös) und Dosierungen je nach Ausprägung des Kalium-Mangels im Blut verwendet.

In der WHO (World Health Organisation)-Liste der unentbehrlichen, wirksamstem und sichersten Arzneimittel wird Kaliumchlorid als Lösung zur Korrektur von Wasser, Elektrolyte und Säure-basierter Störung aufgeführt, um auf diesem Gebiet die wichtigsten Bedürfnisse in einem Gesundheitssystem zu erfüllen.

Kalium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff und Elektrolyt im menschlichen Körper, der über die Nahrung aufgenommen wird. Er ist notwendig für:

  • die normale Funktion von Zellen, Nerven und Muskel
  • die Entstehung von Nervenimpulsen und deren Übertragung innerhalb des Nervensystems, an die Muskelfasern und an das Herz
  • einen ausgeglichen Wasser-Elektrolyt-Haushalt
  • die Aktivierung einiger Enzyme und Energieproduktion

Die empfohlene tägliche Aufnahme von Kalium beträgt 3,5 g. Als Beispiel enthält eine Banane 0,5 g und eine Kartoffel 0,75 g Kalium.

Da Kalium im Körper nicht gespeichert wird, sondern ständig über die Nahrung zugefügt wird, kann es infolge von:

sowie andere Ursachen zum Kalium-Mangel im Blut (Hypokaliämie) kommen.

Bei Erwachsenen sind die Kalium-Werte im Blutserum normal im Bereich 3,6-5,0 mmol/l. Bei Kalium-Mangel (Hypokaliämie) sind sie unter 3,6 mmol/l (lebensbedrohlich unter 2,5 mmol/l).

Die Symptome der Hypokaliämie hängen von der Ausprägung des Kalium-Mangels ab und reichen von:

Dabei ist zwischen chronischer und akuter Hypokaliämie zu unterscheiden.

Die sichere Anwendung von Kaliumchlorid ist sehr wichtig, da es in bestimmten Fällen zu einem Überschuss von Kalium im Blutserum (Hyperkaliämie), einer lebensgefährlichen Elektrolyt-Störung, führen kann.

Kalium-Werte im Blutserum über 6,0-7,0 mmol/l sind lebensbedrohlich und können zu Herzrhythmusstörungen mit einem verlangsamten Herzschlag (Bradykardie), sowie zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen.

Um die richtigen Entscheidungen zu einer sicheren Behandlung mit Kaliumchlorid zu treffen, ist die ärztliche Unterstützung notwendig.

Dabei sollten die Kalium-Werte im Blutserum richtig mit Berücksichtigung der Ursachen, des Zustandes des Patienten, und der vorhandenen Krankheiten ausgewertet werden.

Für die Behandlung wird die Form des Kaliumchlorid-Medikaments (oral oder intravenös), sowie Neben- und Wechselwirkungen, eine Rolle spielen.

Selbstverantwortung für die erfolgreiche Behandlung ist auch sehr wichtig, da Kaliumchlorid mit Nahrung, Nahrungsergänzungsmitteln, isotonischen Getränken, sowie mit vielen Kombinationspräparaten zu weiteren medizinischen Zwecken aufgenommen werden kann, dabei sollte es nicht zu übermäßigen Kalium-Werte im Blut kommen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Kaliumchlorid wird als Medikament (oral oder intravenös) hauptsächlich zum Ausgleich eines Kalium-Mangels im Blut verwendet:

  • Vorbeugung und Behandlung verminderter Kalium-werte im Blut (Hypokaliämie).
  • Medizinisch erforderliche Therapien zur Behandlung von Kalium-Mangel und Elektrolyten-Störungen mit intravenösen Spritzen oder Infusion.
  • Als Bestandteil einer Elektrolyten-Infusion bei Herzflattern (Kammerflimmern).

In Kombinationspräparaten ist es auch für weitere medizinischen Zwecken enthalten:

  • Ersatz verloren gegangener Flüssigkeiten und Salzen bei Durchfällen.
  • Behandlung chronischer Verstopfung bei Erwachsenen und Kindern, sowie Darmentleerung, durch gründliche Abführung mit sehr viel Wasser in den Darm.

Darüber hinaus wird es zu vielen Zwecken verwendet, darunter in:

  • isotonischen Getränken, um den Elektrolythaushalt zu unterstützen.
  • Nahrung zum Ersatz von Salz, um dadurch einen hohen Blutdruck zu senken.
  • der Homöopathie als Kalium chloratum bei Zahnfleischentzündungen und Schleimhaut-Schwellungen, bei Durchfällen, sowie bei MandelEntzündungen.
  • der Naturmedizin als Schüßler-Salz Nr.4 zur Gesundheit der Drüsen, Bronchien, des Blutes sowie des Bindegewebes.
  • Mund-Sprays zum Ersatz von Speichel bei trockener Mundschleimhaut.
  • der Jonen-Salbe traditionell zur Besserung des allgemeinen Befindens.

Allgemeines

Allgemeines
NameKaliumchlorid
Andere Namen
  • Sylvin (Mineral)
  • Chlorkalium (hist.)
  • Digestivsalz (hist.)
  • Kalium chloratum (latinisiert)
  • MOP
  • E 508
  • POTASSIUM CHLORIDE (INCI)
VerhältnisformelKCl
Kurzbeschreibungfarb- und geruchloser Feststoff

Wirkungsweise

So wirkt Kaliumchlorid

Durch die Aufnahme von Kaliumchlorid in den Körper, wird Kalium als Elektrolyt (positiv geladene Kalium-Ionen ) aufgelöst.

Kalium ist ein Mengenelement im menschlichen Körper, wo es in gelöster Form enthalten ist und eine Rolle bei Aufrechterhaltung des Membranpotentials, Blutdruckregulation, Eiweiß- und Glykogen-Bildung spielt.

Das Element Kalium kommt am meisten in den Zellen der Muskulatur, aber auch in den Zellen der Leber, Knochen und der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vor.

Kalium ist fast ausschließlich im Inneren der Zellen vorhanden und für ihre Funktionen sehr wichtig. Die intrazelluläre Konzentration von Kalium-Ionen beträgt ungefähr 120 bis 155 mmol/l. Dabei ist die extrazelluläre Konzentration von Kalium-Ionen 4-5 mmol/l

Kalium-Ionen sind an Homöostase und Aufrechterhaltung des Gleichgewichtszustandes beteiligt. Ein aktives Ionen-Transportsystem hält den elektrochemischen Gradienten über die Plasmamembran aufrecht.

Die Kalium-Ionen (K +) sind die wichtigsten intrazellulären Kationen der meisten Körperzellen und nehmen an einer Reihe wesentlicher physiologischer Prozesse teil, wie:

  • Aufrechterhaltung der intrazellulären Tonizität,
  • Weiterleitung von Nervenimpulsen,
  • Funktionen von Nervenzellen und Enzymen,
  • Kontraktion von Herz-,
  • Skelett– und glatten Muskeln,
  • Aufrechterhaltung der normalen Nierenfunktion,
  • Regulierung des Blutdrucks, des Säure-Basen-Haushalts, sowie des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes, Energieproduktion.

Zusammen mit Phosphat und Proteinen sorgt es für den osmotischen Druck in den Zellen. Kalium ist außerdem der Gegenspieler von Natrium.

Während für die Depolarisation der Zellen der Einstrom von Natriumionen in die Zelle verantwortlich ist, leitet der Ausstrom von Kalium-Ionen aus der Zelle die Repolarisation ein, sowie die Wiederherstellung der Ruhemembranpotentials.

Das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper kann über die Protonen-Kalium-Pumpe ( das Enzym H+/K+-ATPase ) beeinflusst werden.

Intrazellulär sorgen Kalium-Ionen für die Aufrechterhaltung des Wassergehalts.

Hohe Dosen von Kaliumchlorid führen zum Herzstillstand, da extrazelluläre Kalium-Spiegel ab 10 mmol/l das Membranpotential umkehren.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Kaliumchlorid

Kaliumchlorid ist farb-, geruchlos, gut lösbar im Wasser. Es wird oral oder intravenös aufgenommen.

In Form von positiven Kalium-Ionen und negativen Chlorid-Ionen löst es sich in Körperflüssigkeiten auf. Dabei ist die Kalium-Konzentration innerhalb und außerhalb der Zellen streng reguliert.

Bei der oralen Aufnahme ohne modifizierte Freisetzung kommt es in der ersten Stunden nach der Dosierung zu einer hohen intrazelluläre Kalium-Konzentration, wobei Magenbeschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Schleimhautschäden und Durchfall dabei auftreten können.

Kalium, das aufgenommen und nicht direkt für bestimmte Funktionen und Prozesse gebraucht wird, wird über den Urin ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Kaliumchlorid eingesetzt?

Für folgenden Zwecken wird Kaliumchlorid eingesetzt:

  • Behandlung eines verminderten Kalium-Mangels im Blut (Hypokaliämie), insbesondere eines milden und kurzfristigen Kalium-Mangels, mit oralen Filmtabletten oder retard Kapseln.
  • Medizinisch erforderliche Therapien zur Behandlung von Kalium-Mangel (Hypokaliämie) mit intravenösen Spritzen oder Infusion von Kaliumchlorid.
  • Als Bestandteil einer Elektrolyten-Infusion bei Herzkammer-Flimmern (Kammerflimmern mit schnellen Kontraktionen von ca. 250 pro Minute).

Anwendungsgebiete von Kombinationspräparaten mit Kaliumchlorid sind unter anderem:

  • Behandlung chronischer Verstopfung bei Erwachsenen und Kindern.
  • Behandlung bei Mundtrockenheit.
  • Darmentleerung als Vorbereitung bei Operationen und/oder Untersuchungen.
  • Behandlung von Durchfällen.

Richtige Anwendung

So wird Kaliumchlorid angewendet.

Zur Behandlung wird Kaliumchlorid richtig durch ärztliche Verschreibung in Abhängigkeit der Darreichungsform und Anwendungsgebiet (Indikation) angewendet.

Die vorgeschriebene Dosierung wird vom Arzt auf Grundlage der Berücksichtigung der Ursachen und der Ausprägung des Kalium-Mangels, des Zustandes des Patienten, der vorhandenen Erkrankungen, der parallel eingenommenen Medikamente und möglichen Wechselwirkungen ermittelt.

Die Dosierung darf unter keinem Umstand überschritten werden, da Kaliumchlorid in bestimmten Fällen zu einem lebensbedrohlichen Überschuss von Kalium im Körper führen kann.

Untersuchungen der Kalium-Werte im Blutserum sind vor der Behandlung mit Kaliumchlorid, sowie während der Behandlung nötig. Dabei ist zu beachten, dass erhöhte Kalium-Werte im Blutserum fehlerhaft durch Fehler bei der Blutabnahme und Handhabung ermittelt werden können, zum Beispiel bei intensiver Stauung der Oberarmvene.

Eine Behandlung mit Kaliumchlorid bei einem Kalium-Mangel ist nicht immer erforderlich, in manchen Fällen sogar unerwünscht, da es durch die Nahrung gedeckt werden kann.

Deswegen wird der Arzt eine optimale Entscheidung zugunsten des Patienten auf der Grundlage der Gegenanzeigen, des Zustandes des Patienten, sowie der möglichen Neben- und Wechselwirkungen treffen.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Kaliumchlorid ?

Die oralen Mono-Präparate mit Kaliumchlorid werden zur Vorbeugung und Behandlung verminderter Kalium-Werte im Blut (Hypokaliämie) verwendet und sind in Deutschland apothekenpflichtig:

  • KALINOR retard P 600 mg Hartkapseln
  • REKAWAN Filmtabletten 1000mg
  • REKAWAN Kapseln retard 600 mg.

Die retard Tabletten mit Kaliumchlorid (KALINOR retard P 600, REKAWAN Kapseln retard) sind mit einer langsamerer Wirkstoff-Freisetzung als die Formen mit unveränderter Wirkstoff-Freisetzung (REKAWAN Filmtabletten).

Allerdings, können Kaliumchlorid-Tabletten mit veränderter Freisetzung in der Speiseröhre Ulzerationen der Speiseröhre verursachen.


Handelsnamen

Monopräparate

  • Kalinor
  • Rekawan
  • Slow-K
  • K-Dur
  • KLor Con
  • K-Tab

Kombinationspräparate

In oralen Kombinationspräparaten wird Kaliumchlorid auch verwendet, wie zum Beispiel zum Ausgleich von Salzen und Flüssigkeiten bei Durchfällen:

  • (ORALPÄDON 240
  • ELOTRANS
  • INFECTODIARRSTOP LGG Pulver

und bei chronischen Verstopfungen als Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen:

  • MACROGOL-1A Pharma
  • MACROGOL-AL 13,7g
  • MACROGOL AL 6,9g
  • MACROGOL-beta plus Elektrolyte
  • MACROGOL-CT Balance
  • MACROGOL HEXAL plus Elektrolyte
  • MACROGOL-neuraxpharm
  • MACROGOL-rationpharm Balance
  • MACROGOL STADA 13,7g
  • MACROGOL-Strides 13,72g
  • MACROGOL Strides Junior 6,86g
  • MOVICOL Junior aromafrei 6,9g
  • MOVICOL-Shoko
  • JUNIORLAX
  • KINDERLAX mit Zitrusgeschmack

In kleinen Mengen kommt es auch in Kombinationspräparaten zur Darmentleerung vor allem als Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen:

  • CLENSIA
  • DARMSPÜLPÜLVER Bernburg 110 g
  • DELCOPREP
  • ORALAV
  • ENDOFALK
  • MOVIPREP

In Kombinationspräparaten ist es auch im Sprays zur Anwendung in der Mundhöhle (GLANDOSANE Spray) bei Mundtrockenheit und in der Salbe (JONEN Salbe 3,5 mg) zur Besserung des Allgemeinbefindens enthalten.


Indikationen

Kaliumchlorid findet vor allem bei einem Kaliummangel Anwendung. Es ist darüber hinaus das am meisten verwendete Salz, welches als Zusatzstoff in vielen Medikamenten enthalten ist.

Kaliummangen zählt indes zu den häufigsten Ursachen, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. Vor allem herzkranke oder ältere Menschen leiden oft an einem Mangel an Kalium.

So lässt sich Kaliumchlorid in isotonischen Lösungen (Tropf), in Abführmitteln oder auch in schmerzlindernden Zahncremes finden.


Gegenanzeigen

Gegenanzeigen von Kaliumchlorid hängen von seiner Verträglichkeit, der Menge des Kaliumchlorids im Medikament, von der Form der Verabreichung, sowie von seiner Dosierung für das Anwendungsgebiet ab.

Wann darf Kaliumchlorid nicht verwendet werden?

Gegenanzeigen von oralen Kaliumchlorid-Medikamenten, das zur Behandlung verminderter Kalium-Werten im Blutserum (Hypokaliämie) eingesetzt wird:

  • Zu hohe Kalium-Werte im Blut (Hyperkaliämie).
  • Eingeschränkte Ausscheidungsfunktion der Niere, chronischer oder akuter Nierenversagen (Niereninsuffizienz).
  • Schwerwiegender und akuter Flüssigkeitsmangel (Dehydration) infolge schweren und langwierigen Durchfall, Hitze und weitere Ursachen. Dabei kann Kaliumchlorid zu Nierenfunktionsstörungen führen.
  • Hypokaliämische periodische Lähmung (familial periodic paralysis), die normalerweise im Säuglingsalter oder in der frühen Kindheit beginnt und mit Episoden extremer Muskelschwäche oder -Lähmung, sowie mit einem Abfall der Kalium-Werte im Blut gekennzeichnet ist.
  • Sichelzellanämie, eine erbliche Erkrankung der roten Blutkörperchen, die mit einem erhöhten Risiko für die chronische Nierenkrankheit ist.
  • MagenDarm-Reizungen durch angehaltenen oder verzögerten gastrointestinalen Transit.
  • Stoffwechselentgleisungen in den sauren Bereich, wie Azidosen, die durch Überproduktion saurer Stoffwechselprodukte beim entgleisten Diabetes, bei Kreislaufschock oder bei fortgeschrittenem Nierenversagen entstanden sind.
  • Hypokaliämie bei Patienten mit metabolischer Azidose sollte mit einem alkalisierenden Kaliumsalz anstelle von Kaliumchlorid behandelt werden, da die Alkali-Therapie die zelluläre Aufnahme von Kalium fördert.
  • Nebennierenrinden-Unterfunktion oder einem vollständiger Funktionsverlust der Nebennierenrinde (Morbus Addison).
  • Vorsicht bei Magengeschwüren oder andere Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltrakts, die mit Entzündungen, Blutungen und Perforation verbunden sind.
  • Überempfindlichkeit gegen Kaliumchlorid.

Bei dem Gegenanzeigen von Kombinationspräparaten mit Kaliumchlorid sind die Mengen der Wirkstoffe und deren Zusammensetzungen im Medikament, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, sowie Dosierung der Medikamente für das jeweilige Anwendungsgebiet zu berücksichtigen.

Die Gegenanzeigen von Kombinationspräparaten mit Kaliumchlorid sind per jeweiligen Anwendungsgebiet zu berücksichtigen und sind von Beipackzetteln der Medikamente zu entnehmen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Wenn die Einnahme Kaliumchlorid in der Schwangerschaft und Stillzeit erforderlich ist, sollte es mit ärztlicher Verschreibung und unter ärztlicher Aufsicht mit regelmäßigen Kontrollen der Kalium-Werte im Blutserum erfolgen.

Für die sichere Einnahme werden Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen, sowie Formen und Anwendungsgebiete.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Wegen den Einschränkungen der Einnahme bei Kindern, vielen Anwendungsgebieten und der Notwendigkeit einer richtigen Dosierung.

Erfolgt die sichere Einnahme von Kaliumchlorid bei Kindern durch Verschreibung von einem Arzt, unter ärztlicher Aufsicht mit regelmäßigen Kontrollen der Kalium-Werte im Blutserum.


Risiken & Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind Symptome, Zeichen oder Beschwerden, die durch die Aufnahme von Kaliumchlorid hervorgerufen werden.

Die Nebenwirkungen hängen von der Menge des Kaliumchlorids im Medikament, von der Form des Medikaments, Menge der Wirkstoffe und deren Zusammensetzung im Medikament, sowie von seiner Dosierung für das Anwendungsgebiet ab.

Welche Nebenwirkungen hat Kaliumchlorid?

Nebenwirkungen durch vorhandene Erkrankungen, sowie weitere Ursachen, sind bei apothekenpflichtigen oralen Medikamenten von Kaliumchlorid nicht auszuschließen, deswegen sollte Kaliumchlorid nach Verschreibung und unter Aufsicht mit einem Arzt und mit regelmäßigen Kontrollen der Kalium-Werte im Blutserum eingenommen werden.

Beim Auftreten von Nebenwirkungen sind Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, Nebenwirkungen aufzuschreiben und den Arzt zu verständigen.

Abhängig von seiner Anwendung (Dosierungen bei Therapien, fehlerhafter Überdosierung, Zustand des Körpers und vorhandene Erkrankungen) kann Kaliumchlorid milde (Übelkeit, Aufstoßen) bis schwerwiegende Nebenwirkungen (Herzrhythmusstörung, zu hohen Kalium-Werte im Blut, Hyperkaliämie) haben.

Schwerwiegende Nebenwirkungen durch fehlerhafte Anwendung von Medikamenten mit Kaliumchlorid können zu einem signifikanten Überschuss von Kalium im Körper, sowie zu Herzrhythmusstörungen, einem verlangsamten Herzschlag (Bradykardie), sowie zum Herz-Kreislauf-Stillstand und Tod führen.

Einige schwerwiegenden Nebenwirkungen von Kaliumchlorid können bei regelmäßigen Blutkontrollen und Beratungen mit Ärzten vermieden werden.

Leichte bis schwerwiegende Nebenwirkungen von Kaliumchlorid in oralen Präparaten von Kaliumchlorid sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Magen-Darm-Beschwerden, wie Durchfall,Bauchschmerzen, Entweichen von Darmgasen.
  • Reizung des Magen-Darm-Trakts mit Fällen von Blutungen, Ulzerationen, Obstruktionen und Perforationen des oberen und unteren Magen-Darm-Trakts
  • Unverträglichkeit und allergische Reaktion.
  • Hautprobleme wie Juckreiz, Hautausschlag, Hautentzündung (Ekzem)
  • Geschwür der Schleimhaut.
  • Herzrhythmusstörungen.
  • Herzrhythmusstörungen.
  • Zu hohe Kalium-Werte im Blut (Hyperkaliämie) bei Kalium-Werten im Blut über 6,0 mmol/l.
  • Muskelbeschwerden bei Kalium-Werten im Blut über 7,5 mmol/l.
  • Herzrhythmusstörungen (langsamer Herzschlag) eventuell mit tödlichem Ausgang bei Kalium-Werten im Blut über 8 mmol/l.
  • Herz-Kreislauf-Stillstand bei Kalium-Werten im Blut über 10 mmol/l.

Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Kaliumchlorid?

Zur verstärkten Erhöhung der Kalium-Werte im Blut (Hyperkaliämie) kann es bei gleichzeitiger Einnahme von oralen Kaliumchlorid-Medikamenten mit folgenden Wirkstoffen (Medikamenten) kommen:

  • Kalium-sparende Diuretika mit Wirkstoffen, die die Ausscheidung von Kalium hemmen, wie Amilorid und Spironolacton zur Behandlung von Wassereinlagerungen und Bluthochdruck.
  • Aldosteron-Antagonisten, wie Eplerenon für Behandlung der Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt, kann zu erhöhten Kalium-Werten durch die Hemmung der Wirkung von Aldosteron und daraus Zurückhaltung des Kaliums im Körper führen.
  • Schmerzmittel, insbesondere Nichtsteroidale Antiphlogistika, wie Indometacin zur Therapie rheumatischer Erkrankungen, können die Nierenfunktion verschlechtern und so Hyperkaliämie verursachen.
  • ace-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten, wie Ramipril, die zur Behandlung von Hypertonie, Herzinsuffizienz oder Nierenkrankheiten eingesetzt werden, können zum Anstieg des Kaliums im Blutserum führen.
  • Trimethoprim (Antibiotikum hauptsächlich gegen Blasenentzündungen).
  • Immunsuppressiva, wie Ciclosporin und Tacrolimus, können die Kalium-Werte im Blut erhöhen.

Die Wirkung von Kaliumchlorid kann durch folgende Wirkstoffe verringert werden:

  • Kortikosteroide (Glukokortikoide), kann besonders bei hoch dosierter systemischer Langzeit-Anwendung zu niedrigen Kalium-Werten (Hypokaliämie) führen.
  • Kaliuretische Diuretika (Thiazid- und Schleifendiuretika) sind mit erhöhter Kalium-Ausscheidung verbunden.

Zur Reizungen des Magen-Darm-Traktes können folgende Wechselwirkungen beitragen:

  • Anticholinergika (zum Beispiel gegen Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) können den Magen-Darm-Transit verlangsamen und dazu führen, dass oral eingenommene Kaliumchlorid-Medikamente im Darm „stehen bleiben“, was zu Reizungen der Darmschleimhaut führen kann.

Die Wechselwirkungen bei einer gleichzeitigen Einnahme von Kaliumchlorid mit mehreren Medikamenten sind besonders bei älteren Menschen zu beachten.

Die Einnahme vom oralen Kaliumchlorid (Kalinor) in hoher Dosierung (3×2 Kapseln) mit mehreren parallelen Medikamenten wie einem kaliumsparenden Diuretikum (Amilorid), und Ramipril (Behandlung von Bluthochdruck) hat in einem Fall zur Hyperkaliämie mit akutem Nierenversagen geführt.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Kaliumchlorid zu beachten?

  • Es ist wichtig die genauen Ursachen der niedrigen Kalium-Werte im Blut zu klären, bevor Kaliumchlorid zur Behandlung eingesetzt wird. Orales Kaliumchlorid ist nicht immer notwendig und erwünscht, da Kalium auch durch Nahrung aufgenommen wird.
  • Kaliumchlorid-Medikamente sind apothekenpflichtig, allerdings für eine sichere Anwendung in allen Fällen ist eine ärztliche Verschreibung, ärztliche Aufsicht, sowie ständige Kontrolle der Kalium-Werte im Blut notwendig.
  • Kalium ist lebensnotwendig, kann aber im Körper nicht gespeichert werden und muss über die Nieren ausgeschieden werden. Bei vorhandenen Nierenerkrankungen darf es grundsätzlich nicht eingenommen werden. Im Falle des Auftretens eines Nierenversagens (Niereninsuffizienz) während der Behandlung mit Kaliumchlorid ist ein Arzt aufzusuchen.
  • Die Einnahme von Kaliumchlorid kann wegen Vorhandensein von Nierenerkrankungen, zu hohen Kalium-Werten im Blutserum (Hyperkaliämie) mit schwerwiegenden Folgen, einschließlich Tod durch Herzstillstand führen.
  • Regelmäßige Blutkontrollen während der Behandlung mit Kaliumchlorid sind nötig, da die Einnahme von Kaliumchlorid aufgrund vieler Ursachen (parallele Medikamenteneinnahme, vorhandene Erkrankungen, Überdosierungen) zu einer signifikanten Erhöhung der Kalium-Werte im Blut (Hyperkaliämie) kommen kann, die lebensbedrohlich ist.
  • Die Behandlung mit Kaliumchlorid erfordert die Berücksichtigung von Gegenanzeigen, sowie Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.
  • Die Retard Tabletten mit Kaliumchlorid sind mit einer langsamen Wirkstoff-Freisetzung und können in der Speiseröhre Geschwüre verursachen.

Abgabevorschriften

Die oralen Medikamente mit Kaliumchlorid, sowie die oralen Kombinationspräparate, sind apothekenpflichtig. Apothekenpflichtige Arzneimittel werden in Deutschland rezeptfrei in der Apotheken durch Fachkräfte an den Endverbraucher angeboten.


Geschichte

Seit wann ist Kaliumchlorid bekannt?

Kaliumchlorid in der Naturheilkunde und als Nahrungsergänzung ist seit Jahrhunderten bekannt.

Es wurde als Kalium chloratum in der Therapie mit den heilenden Mineralsalzen (Schüßler-Salzen) durch Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898), einen Oldenburger Arzt und Homöopath, Begründer der „Biochemischen Heilweise“ , bekannt.

Als Schüßler-Salz Nr. 4 wurde es für die Gesundheit der Drüsen, Bronchien, des Blutes sowie des Bindegewebes verwendet, insbesondere gegen Husten, Schwellungen oder Besenreiservarizen.

Weitere Stoffe wurden später zu den Schüßler-Salzen hinzugeführt. Obwohl umstritten, werden die Schüßler-Salze als sanfte Heilmethode auch heute verwendet.

In der Medizin wurde es 1950 als Slow-K Mineral-Ergänzungsmittel bekannt, das in verzögerten Intervallen in den Blutkreislauf gelangt.

Allerdings, hat Kaliumchlorid auch eine dunkle Seite in seiner Geschichte, bei der es um die Anwendung von Kaliumchlorid als Giftspritze bei Hinrichtungen handelt.

Dabei geht es um Injektion von hohen Dosen Kaliumchlorid, die zum Herzstillstand durch Hyperkaliämie führt. Eine Geschichte, die uns lehrt, sehr vorsichtig zu sein.


Warnhinweise

Wenn die Kalium-Werte im Blutserum niedrig sind, sind die Ursachen zu klären und zu entscheiden, ob eine Behandlung mit Kaliumchlorid notwendig ist, da Kalium auch über die Nahrung aufgenommen werden kann.

Über die Zweckmäßigkeit der Behandlungen eines Kalium-Mangels mit den unterschiedlichen Formen von Kaliumchlorid kann der Arzt entscheiden.

Dabei sind Alter und Zustand des Patienten, Gegenanzeigen, Einfluss von vorhandenen und auftretenden Erkrankungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu berücksichtigen.

Orale Medikamente mit Kaliumchlorid sind apothekenpflichtig, allerdings wegen möglichen schwerwiegenden Neben- und Wechselwirkungen, die nicht ausgeschlossen sind, sind Maßnahmen zu einer sicheren Behandlung zu treffen.

Für eine sichere Behandlung mit Kaliumchlorid sind Kontrollen der Kalium-Werte im Blutserum vor und während der Behandlung, sowie ärztliche Verschreibung und Aufsicht wichtig.

Da Kalium über die Nieren ausgeschieden wird, besteht beim Vorhandensein einer Nierenerkrankung ein erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie. Im Falle des Auftretens eines Nierenversagens (Niereninsuffizienz) während der Behandlung mit Kaliumchlorid ist der Arzt sofort zu verständigen.


Quellen

  • Eintrag zu Kaliumchlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 25.8.2007
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, D, USA)
  • Handbücher Mikronährstoffe
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Lexika der Lebensmittelchemie

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