Saponine

Was sind Saponine?

Saponine sind vereinfacht gesagt Seifen. Sie erzeugen in Verbindung mit Wasser einen stabilen Schaum. Die Eigenschaften der unterschiedlichen Saponine unterscheiden sich oft wesentlich. Die Zuckerstoffe, genannt Glykoside, von Steroiden, Steroidalkoloiden und Triterpenen nennen sich Saponine. Sie dienen ALS Lösungsmittel bei Atemwegserkrankungen, wie Husten oder Bronchitis, indem sie den Schleim verflüssigen.

Die entzündungshemmende Wirkung ist hervorzuheben. Das in der Birke enthaltene Saponin beispielsweise besitzt harntreibende Eigenschaften; Verwendung gerne in Frühjahrskuren. Mit Ginseng verhilft es dem Organismus zu einer allgemeinen Stärkung. Die Anwendung beruht größtenteils in Form von Tees und Salben.

Besonders in hohen und nährstoffreichen Pflanzen sind sie vertreten. Sie finden sich in Wurzeln, Blättern, Blüten, Samen und Knollen. Die meisten Pflanzen besitzen Saponine, die sie vor Bakterien und Pilzen schützen. Hohe Konzentrationen finden sich in zahlreichen Gemüsesorten, wie Hülsenfrüchte, Spinat, Spargel, Fenchel, Hafer, Knoblauch, Rote Bete, Tomaten, Paprika, Auberginen und Kartoffeln. Auch Zwiebeln beinhalten Saponine.

Da diese Stoffe von der Basis her Seifen sind, werden sie demzufolge auch zur Seifenherstellung verwendet. In den Rinden von Bäumen findet sich dieser Rohstoff zahlreich, wie beispielsweise in der Kastanie und des Seifenrindenbaumes. Hohe Konzentrationen kommen in den Wurzeln des Seifenrindenkrauts vor. Beliebt sind die indischen Waschnüsse auch bei uns.

Saponine können in konzentrierter Form giftig sein. Als Beispiel sei hier die Einbeere genannt, bei deren Genuss sich die roten Blutkörperchen zersetzen. Allerdings ist dieser Stoff in der Lakritze sehr beliebt und bei mäßigem Verzehr sogar magenfreundlich: Er nennt sich hier Glycyrrhizin – einziger Stoff, der sich durch süßen Geschmack ausweist.


Vorkommen der Saponine

Saponinhaltige Pflanzen:

  • Seifenkraut
  • Gänseblümchen
  • Ringelblume
  • Thymian
  • Schlüsselblume
  • Kleines Fettblatt
  • Hafer
  • Alpenveilchen
  • Bittersüßer Nachtschatten
  • Efeu
  • Konrade
  • Lungenkraut
  • Luzerne
  • Primeln
  • Quinoa
  • Hundsnelke
  • Vogelmiere
  • Waschnussbaum
  • Kastanie – hohe Konzentration
  • Seifenrindenbaum – ebenfalls hochkonzentriert

Saponinhaltige Gemüsearten:

  • Rote Bete
  • Spinat
  • Tomaten
  • Fenchel
  • Auberginen
  • Spargel
  • Zuckerrüben
  • Kartoffeln
  • grüne Paprika
  • Knoblauch
  • Kichererbsen
  • Sojabohnen
  • Erdnüsse
  • Mungobohnen
  • Saubohnen
  • Linsen
  • Erbsen

Interessant dazu: 80 verschiedene Saponine enthält Jiaogulan, das als “Kraut der Unsterblichkeit” bekannt ist.
Saponine wie Bacosid A und B steigern die Gedächtnisleistung und werden zur Müdigkeitsbekämpfung eingesetzt. Reichliches Vorkommen im kleinen Fettblatt. Saponine finden sich auch in Tee und Ginseng.

Anwendung bei:

Saponine können in hoher Konzentration die roten Blutkörperchen und die Magen– und Darmschleimhaut schädigen. Der Gehalt in Pflanzen ist jedoch nicht so hoch, dass eine Gefahr davon ausgeht.

Beispiele in Heilpflanzen:

Das Efeu ist hervorzuheben, da es gut bekannt ist aufgrund seiner Schleimlösung. Es wird in der Medizin als Hustenmittel verwendet und ist darin erfolgreich.

Der Dornige Hauhechel besitzt eine saponinhaltige Wurzel, die in Teeverabreichungen sehr hilfreich ist. Der Effekt liegt darin, dass sich die Harnmenge erhöht. Blasenkatharre und Nierenbeckenentzündungen erfahren damit Linderung und verhelfen sanft zum Heilungserfolg. Ähnlich auch das Schattenblümchen, bei welchem Steroidsaponine bei diesen Krankheiten und Symptomen anregend wirken.

Auch im Rhizom des Seifenkrautes finden sich Saponine, die besonders im Altertum als Waschmittel für Wolle eingesetzt wurde. Heute ist die indische Waschnuss die bessere Lösung, bei welcher die Schale wirkstoffreich ist. Sie wird in Reformhäusern verkauft.

Wirkungsspektrum der Saponine:

Sie dienen grundlegend als Defensivstoffe in den jeweiligen Pflanzen. Anti-fungale und anti-mikrobielle Eigenschaften bewirken einen Schutz gegen Insektenbefall. Beim Menschen wie auch dem Tier besitzen Saponine antibiotische und immunstärkende Effekte. Manche dieser Stoffe senken den Cholesterinspiegel und können Karies und Bleivergiftungen entgegensteuern.

Sogar bei der Krebsbekämpfung helfen sie, indem sie die Krebsentstehung und Zellvermehrung hemmen. Hier ist der Darmkrebs hervorzuheben.

Allein bei der Kornrade gibt es zwiespältige Eindrücke. Sie ist zwar heute fast ausgerottet, zählt aber zu den gefährdeten Pflanzen weltweit. Als Ackerunkraut verschrien, vernichtete sie viele Nutzpflanzen durch ihre starke Ausbreitung. Das Gift ist in den Samen enthalten, das nachweislich in Frankreich im 19. Jahrhundert viele Hühner vergiftete. Sie fraßen die Pflanze.

Die Herzbewegung und nachfolgende Lähmung verursachte den Tod der Tiere. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen und Auswertungen wurden die Samen durch Rösten ungiftig gemacht. Heute sind solche Vergiftungen kaum mehr möglich, da es durch die maschinelle Saatgutreinigung verhindert wird.

Können Saponine zerstört werden?

Beispielsweise die in Hülsenfrüchten enthaltenen Saponine Gehen durch das Kochen zu 50 Prozent verloren. Allein das vorherige Einweichen bewirkt eine Auflösung dieses Stoffes von 10 Prozent. Aber es sind auch hitzebeständige vorhanden, die sich weder durch Kochen noch Ausschwemmen durch Wasser entfernen lassen. Eine allgemeingültige Aussage darüber ist noch nicht vollständig von wissenschaftlicher Seite geklärt. Es fehlen noch Studien darüber.

Eigenschaften

Mit Wasser gemischt und kräftig geschüttelt, bewirken Saponine eine gute Schaumbildung, der seifenartig ist. Dieser Schaum ist sehr stabil und zersetzt sich nicht so schnell. Diese Stoffe besitzen die Eigenschaft, rote Blutkörperchen zu zersetzen, durchdringen Membrane, vervollständigen das Cholesterin, besitzen einen bitteren Geschmack (außer süß bei der Lakritze), sind für Fischarten giftig.

Weiß man nicht mit Sicherheit, ob in einem Produkt Saponine enthalten sind, ist das mit einem einfachen Trick herauszufinden: Man kann durch Schütteln eine Schaumbildung erreichen. Dieser sollte dann eine Standfestigkeit von 10 Minuten aufweisen.

Eine unterstützende Wirkung in der Pharmamedizin ist diesem Stoff zugeschrieben. Mit der Beimischung von extrahierten Saponinen aus unterschiedlichen Pflanzengruppen kann die jeweilige Effektivität eines Arzneimittels verstärkt werden. Bei äußerer Anwendung, etwa als Emulsion, wird eine Beschleunigung des Eindringens von Wirkstoffen durch die Haut erreicht.

Die vollständige wissenschaftliche Ausarbeitung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Mit Sicherheit kommen weitere Analysen und Neuerungen hinzu, die einen therapeutischen, wie vorbeugenden, aber in jedem Falle helfenden Charakter besitzen. Die Giftstoffe sollten beim Laien jedoch immer mit Vorsicht beachtet werden, wobei bei Lebensmitteln eher keine Gefahr besteht, da die Saponine durch das Kochen größtenteils zerstört werden. Heilkundliche Anwendungen bespricht man besser mit dem Apotheker, dem Arzt oder Heilpraktiker. Diese sind auf diesem Gebiet geschult und wissen um die Anwendung bzw. die erfolgreiche Nutzung von Saponinen grundlegend Bescheid.

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