Walnuss

Die Walnuss ist die Fruchtnuss des Walnussbaumes. Die zwei Hauptabstammungen die kommerziell wichtig sind, sind die englische Juglans Regia, die ursprünglich aus Persien stammt sowie die schwarze Juglans Nigra, deren Entstehungsgebiet in Nordamerika liegt. Die schwarze Nuss hat einen intensiveren Geschmack, hat jedoch auch eine sehr harte Schale, die die Massenproduktion teurer und aufwendiger macht. Dies ist mitunter der Grund, warum heutzutage zumeist Varianten der englischen Sorte gezüchtet werden. Die wichtigsten Exporteure sind China, USA, Iran, Türkei und Mexiko.

Das sollten Sie über die Walnuss wissen

Aus botanischer Sicht wurde die Walnuss lange den Steinfrüchten zugeordnet(vergleichbar beispielsweise mit Pfirsich, Aprikose oder Pflaume). Eine Studie des deutschen Wissenschaftlers Michael Markowski aus dem Jahr 2006 wies auf die Ähnlichkeit der Walnuss mit anderen Nussarten hin, so dass zwischenzeitlich die Walnuss als „echte Nuss“ gilt.

Kulinarisch gilt die Walnuss jedoch seit jeher als eine Nuss, und wurde schon oft als die Königin der Nüsse bezeichnet. Meistens verwendet man die Nussfrüchte erst nachdem sie vollständig gereift sind, es sind jedoch auch Verwendungsmöglichkeiten während jeder Reifephase möglich, wie z.B. marinierte grüne Walnüsse. Auch werden viele therapeutischen Zubereitungen aus grünen Walnüssen hergestellt, da insbesondere deren unreife Hüllen große Mengen an antibakteriellen Substanzen enthalten.

Während der Reifung wird die grüne Hülle um die Walnussschale dünner, brüchiger bzw. morsch und braunfarben, während die darunter sitzende Walnussschale an Festigkeit und Dicke zunimmt. Die Schale enthält das Fruchtfleisch, das jeweils von einer zarten braunen Haut bedeckt ist. Diese Haut enthält Antioxidantien, die das fetthaltige Fruchtfleisch vor dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft schützen. Dadurch wird auch das Ranzigwerden des Öls verhindert.

Bedeutung für die Gesundheit

Eine Untersuchung des Clinico Hospital in Barcelona zeigt, dass Walnüsse die Elastizität der Blutgefäße erhöhen. Sie verbessern den Zustand von den Endothelzellen, die die innerste Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen bedecken. Des Weiteren enthalten Walnüsse etwas doppelt so viele Antioxidantien im Vergleich zu Mandeln, Erdnüssen, Pistazien, Haselnüssen, Paranüssen, Cashewnüssen, Macadamia oder Pekannüssen, wie eine Studie der Universität Scranton in Pennsylvania herausfand. In Tierversuchen gab es deutliche Hinweise auf eine hemmende Wirkung von Walnüssen in Bezug auf diverse Krebsarten, insbesondere Brust- und Darmkrebse.
Die vorbeugende Wirkung in Bezug auf Brustkrebs konnte nicht auf einen bestimmten Inhaltsstoff zurückgeführt werden. Vielmehr wurde dies dem Zusammenspiel verschiedener Komponenten zugeschrieben.

Walnüsse neutralisieren ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren. Konsumenten von tierischen Produkten – Fleisch, Milchprodukten und Eiern – weisen oft Überschüsse an diesen Fettsäuren auf, da Omega-6-Fette in tierischen Produkten reichlich vorhanden sind und aus diesen besonders gut resorbiert werden können. Obwohl sie essentiell für die Gesundheit sind, kann ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren das Gleichgewicht im Organismus beeinträchtigen und den Stoffwechsel belasten. Walnüsse werden daher auch nicht nur Vegetariern, sondern auch Personen, die Tierprodukte konsumieren, empfohlen.
Das enthaltene Vitamin E zeigte sich in mehreren Untersuchungen krebshemmend, insbesondere in Bezug auf Darmkrebs.

Cholesterinwerte und Bluthochdruck werden durch den Verzehr von Walnüssen oder manchen Walnussprodukten ebenfalls positiv beeinflusst.

Bei Diabetes sowie Prostataerkrankungen haben Walnüsse eine ebenfalls nachgewiesene heilende Wirkung – sowohl vorbeugend bei gesunden menschen, als auch mildernd in Bezug auf die Symptome einer bereits diagnostizierten Krankheit. Die regelmäßige Aufnahme von fünf bis zehn Walnüssen täglich sichert bereits die gesundheitsfördernde Wirkung.

In der Volksmedizin sind Zubereitungen aus Walnüssen, Walnussblättern, -schalen, -hüllen und -wurzeln bekannt. Diese werden in erster Linie aufgrund ihrer parasitentreibenden, desinfizierenden, hautberuhigenden Wirkung eingesetzt.

Aufgrund ihrer wundheilenden Wirkung wird die Walnuss oft in Hautcremes eingesetzt und kann zur Zubereitung selbstgemachter Salben verwendet werden.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Walnüsse liefern die Mineralstoffe Phosphor, Magnesium, Zink, Eisen und Kalium. Auch sind sie eine Quelle für Vitamin B1, Vitamin E und Foliensäure.

Da bloß ein Zehntel der Fettzusammensetzung in Walnüssen aus gesättigten Fettsäuren besteht, stellen Walnüsse eine äußerst gesunde Quelle für ungesättigte Fette dar. Etwa 15% dieser Fette sind Omega-3-Fettsäuren, die unverzichtbar für die Herz-, Gehirn– und Muskelaktivität sind.

Unverträglichkeiten und Allergien

Walnüsse lösen, im Unterschied zu anderen Nussarten, seltener Allergien aus und wirken bei unter 1% der Bevölkerung allergen.

Oft sind Kreuzreaktionen während der Pollenflugsaison möglich, d.h. Heusschnupfensymptome können durch den Verzehr von Walnüssen verstärkt werden.
Auch Neurodermitisschübe können durch die Aufnahme von Walnüssen ausgelöst werden, sowie Kontaktallergien, sofern die Nüsse in Kosmetika enthalten sind. Schwere Reaktionen mit Atemnot und Erbrechen sind treten jedoch selten auf.

Bei einer Histaminintoleranz sollte allerdings die Walnuss gemieden werden (so wie vielerlei anderen fetthaltigen Nussfrüchte, da diese oft histaminhaltig sind).

Einkaufs- und Küchentipps

Walnüsse sollten, so wie andere Nüsse auch, richtig gelagert werden. Eine falsche Lagerung trägt zum Pilz- und Schimmelbefall bei. Walnussschimmel enthält den als karzinogen anerkannten Alphatoxin. Daher sollten verschimmelte Walnussverpackungen ganz entsorgt werden.

Bei vorgetrockneten Walnüssen und haushaltsüblichen Lagerungsbedingungen (sowie einer niedrigen Luftfeuchtigkeit), kann von einer Haltbarkeit von etwa einem Jahr ausgegangen werden. Es empfiehlt sich ebenfalls die Nüsse so aufzubewahren, dass dazwischen ungehindert Luft zirkulieren kann. Etwa in Baumwolltaschen oder in aufgehängten Netzen.

Beachtet werden sollte außerdem, dass Walnüsse aufgrund ihres hohen Fettgehaltes leicht und schnell Fremdgerüche aufnehmen und fernab unerwünschten Geruchsquellen aufbewahrt werden sollten.

Die optimale Temperatur für eine sehr lange Lagerung bewegt sich zwischen -3 und 0 Grad Zelsius. Die Umgebung sollte durchgehend trocken sein. Gerade bei hohen Luftfeuchtigkeitswerten über 70% entwickelt sich der toxische Schimmel rasant schnell.

Zubereitungstipps

Walnüsse kommen am Besten zur als Superfood zur Geltung wenn sie unbehandelt als Snack konsumiert werden. Darüber hinaus kommen sie auch geröstet, karamellisiert, gehackt und gemahlen zum Einsatz. Sie können sowohl in herzhaften als auch in Desserts verwendet werden.
Gemischt mit Öl und Kräutern werden Walnüsse als Brotaufstrich und Nudelgewürz in der italienischen Küche zum eingesetzt. Zusammen mit Honig, Vanille und Zimt werden grüne Walnüsse zu einem hochwertigen Likör verarbeitet.

Häufige Fragen und Antworten

Was sollte beim Anbau von Walnussbäumen besonders beachtet werden?

Walnussbäume erhalten ihre ersten Blätter erst spät im Frühling. Zudem ist es wichtig zu beachten, dass die Wurzel giftige Stoffe an den Böden abgeben, welche die benachbarte Vegetation an ihrer Entwicklung hindern. Daher ist es beim Walnussanbau zu beachten, dass die Bäume in einer entlegenen Ecke des Gartens gepflanzt werden sollten oder entsprechend sollte ein gewisser Abstand zwischen dem Walnussbaum und anderen Obst-, Gemüse– oder Blumenanbauflächen vorhanden sein.

Sind Walnüsse jodhaltig?

Walnüsse sind entgegen verbreiteter Meinung nicht jodhaltig. Dieser Irrglaube ist jedoch nachvollziehbar, da die grünen Walnusshüllen braun färben, so wie Jod es tut und außerdem einen jodähnlichen Geruch besitzen. Das ist allerdings dem Inhaltsstoff Juglon geschuldet. Der Name dieser Substanz leitet sich aus der lateinischen Bezeichnung der Walnussfamilie und ist alleine in Walnüssen enthalten. Ihm wird eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben.

Nichtsdestotrotz haben Walnüsse (ungeachtet des nicht vorhandenen Jodgehaltes) bei Schilddrüsenerkrankungen eine therapeutische Wirkung. Die enthaltenen Tyrosin und weitere Aminosäuren sind der Grund, dass Walnüsse seit jeher ein mächtiges Mittel bei Schilddrüsenproblemen ist, das sowohl in der alternativen, als auch in der konventionellen westlichen Medizin lange für diese Eigenschaften bekannt ist.

Unser Fazit

Walnüsse gehören aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften unbedingt zu einer gesunden Lebensweise. Am Besten kommen sie unbehandelt als Superfood zur Geltung. Augrund ihres hohen Protein- und Fettgehaltes eignet sich die Walnuss als das ideale Lebensmittel für Vegetarier, Heranwachsende, aber auch für „Allesesser“, die auf pflanzliche Alternativen Wert legen.

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