Pflaume

Die Pflaume gehört zur Gattung des Steinobst und unterteilt sich in mehrere Steinfruchtarten, zu denen zum Beispiel auch Mirabellen oder Zwetschgen gehören.

Diese unterscheiden sich in ihren Eigenschaften als Frucht, zum Beispiel im Saftgehalt oder der Reifezeit. Nicht nur in unseren heimischen Gärten sind Pflaumenbäume zu finden, dass leckere Obst erfreut sich schon seit geraumer Zeit, auf der ganzen Welt einer großen Beliebtheit.

Das sollten Sie über Pflaumen wissen

Die Pflaume zählt nicht zu den Früchten der Moderne und fand bereits im Altertum vielfältig Verwendung. So galt sie damals nicht nur als schmackhaft sondern wurde auch in naturmedizinischen Bereichen eingesetzt. Dies hat die Frucht vor allem ihrer leicht abführenden Wirkung zu verdanken. Ursprünglich soll das Steinobst aus dem Kaukasus stammen und von Alexander dem Großen nach Griechenland gebracht worden sein. Mit den Römern kam die Pflaume dann auch nach Deutschland und wurde von den Kreuzfahrern in ganz Mitteleuropa verteilt. Mittlerweile wird die Pflanze, wenn die Bodenbeschaffenheit und das Klima passen, auf der ganzen Welt angebaut.

Botanisch gesehen soll die Pflaume aus einer Kreuzung der Schlehe und der Kirschpflaume entstanden sein. Da sich die Pflaume gut kreuzen lässt, entstehen immer wieder neue Obstsorten. In Deutschland zählen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zu den größten Anbaugebieten. Die runden Früchte wachsen auf bis zu vier Meter hohen Bäumen und weisen eine glatte Oberfläche auf, die in den Farben blau-violett bis gelb vorkommen kann. Das Fruchtfleisch ist meist grüngelb bis rötlich, dies kommt auf die jeweilige Sorte an.

Geschmacklich überzeugt die reife Pflaume mit einem saftigen und süßen Geschmack. Gegarte Früchte schmecken dagegen leicht säuerlich. Sie benötigen für ihr Wachstum sehr viel Sonne und haben deshalb von Juli bis Oktober Saison. So können die aromatischen Früchte besonders saftig heranreifen.

Bedeutung für die Gesundheit

Die positiven gesundheitlichen Wirkungen können bei verschiedenen Beschwerden Anwendung finden. Die zahlreichen B-Vitaminen, welche stimmungsaufhellend wirken und die Nerven stärken, sind für ein intaktes Nervensystem wichtig. Daher können Pflaumen auch als Behandlungsmittel bei depressiven Verstimmungen, nervöser Unruhe oder Stress eingesetzt werden.

Mit den zahlreiche Antioxidantien in Form von Pflanzenfarbstoffen, können die freien Radikale im Körper gebunden werden. Diese freien Radikale wirken sich schädlich auf die Zellneubildung aus und stehen im Verdacht das Krebsrisiko zu erhöhen.

Die abführende Wirkung der Früchte tritt erst beim Verzehr von größeren Mengen auf, Diese Wirkung hat bei der Behandlung von Verstopfung einen großen Stellenwert. Zudem lindern die Früchte Sodbrennen. Beim Sodbrennen kommt es zum Aufstoßen von Magensäure in die Speiseröhre, was zu schmerzhaften Reizungen führen kann. Bei der Behandlung von Sodbrennen ist es jedoch günstig, wenn die Früchte vorher gedünstet werden. Denn die enthaltenen Fruchtsäuren können den empfindlichen Magen zusätzlich reizen.

Außerdem wirken die Inhaltsstoffe der Pflaume harntreibend und entwässernd. Diese Eigenschaft spielt bei der Behandlung von Entzündungen der ableitenden Harnwege, eine große Rolle. Ebenfalls in Folge von Nierenerkrankungen, bei denen eine salzarme Ernährung in Frage kommt. Kann aber auch auf Grund der entwässernden Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Vorteil sein.

Bei einer kalorienreduzierten Kost können Pflaumen den Stoffwechsel anregen und die Nährstoffaufnahme im Körper positiv beeinflussen. Hier spielt vor allem die anregende Wirkung auf Nieren und Leber eine große Rolle.

Mit dem hohen Pektingehalt kann die Pflaume bei Kopfschmerzen oder Fieber helfen, vor einem hohen Blutdruck schützen und Kreislaufbeschwerden lindern. Der regelmäßige Genuss beugt einer Arterienverkalkung vor und wirkt sich damit positiv bei der Behandlung von Rheuma oder Gicht aus.

Natürlich liefern die Pflaumen dem Körper auch Energie. Der enthaltene Fruchtzucker wird sehr schnell in den Blutkreislauf aufgenommen und verwertet. Weitere Inhaltsstoffe der Pflaume unterstützen zudem die Kollagenbildung und straffen dabei das Bindegewebe der Haut und reduzieren die Faltenbildung. Pflaumen halten also nicht nur gesund sondern machen nebenbei auch noch schön!

Inhaltsstoffe & Nährwerte

 

Übersicht der Inhaltsstoffe:

 

  • Magnesium
  • Eisen
  • Kalium
  • Calcium
  • Phosphor
  • Mangan
  • Zink
  • Kupfer
  • Vitamin C
  • Provitamin A
  • B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B9
  • Vitamin E
  • Vitamin K
  • Fruchtsäuren
  • Beta-Carotin

Übersicht der Nährwerte je 100 g

 

  • 45 Kalorien
  • 10,2 g Kohlenhydrate
  • 0,6 g Eiweiß
  • 0,2 g Fette
  • 1,7 g Ballaststoffe
  • 85,55 g Wasser

Den größten Teil der Pflaume macht Wasser aus. Zudem setzen sie sich größtenteils aus Kohlenhydraten und Ballaststoffen zusammen. Den kleineren Anteil machen Eiweiße und Fette aus. Beim Kohlenhydratanteil fällt der hohe Fruchtzuckergehalt auf, dieser ist auch für die abführende Wirkung verantwortlich.

Zudem besitzen Pflaumen wichtige Vitamine. Zu denen zählen Vitamin A, C, verschiedene B-Vitamine, Vitamin E und K. Vitamine spielen beim Erhalt unserer Gesundheit und dem Aufbau des Immunsystems eine wichtige Rolle. Sie übernehmen zudem sehr unterschiedliche Funktionen im Körper.
Auch der hohe Mineralstoffgehalt der Pflaumen überzeugt. Neben Magnesium, Kalium, Phosphor, Mangan, Kupfer enthalten die Früchte auch gute Mengen an Calcium und Eisen. Mineralstoffe übernehmen ebenfalls wichtige Regel- und Steuerfunktionen im Körper und besitzen einen entscheidenden Vorteil auf den Zustand unserer Gesundheit.

Unverträglichkeiten & Allergien

Größtes Problem für Menschen stellt der hohe Fruchtzuckergehalt dar. In Fällen einer Fructoseintoleranz sind Pflaumen für diese Menschen unverträglich. Zudem kann auch die abführende Wirkung Probleme verursachen. Kommt es zu einem übermäßigen Verzehr, können Menschen mit empfindlichen Darm unter akuten Durchfall leiden.

Grundsätzlich sollten die leckeren Früchte nur reif verzehrt werden. Ist das Obst noch nicht richtig reif, kann es nach dem Verzehr zu Verdauungsstörungen kommen. Symptome sind in diesem Fall meist Magenschmerzen, Übelkeit, Blähungen oder Durchfall.

Für ältere Menschen bzw. Personen mit einem empfindsamen Magen, kann der Verzehr von Pflaumen mit fester Haut zum Problem werden. Diese Sorten müssen in jedem Fall gründlich gekaut bzw. zerkleinert werden, da sie sonst schwer zu verdauen sind. Ältere Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden sollten die Pflaumen als Kompott zubereitet werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit Zwetschgen zu wählen, da diese über eine weichere Außenhaut verfügen.

Zwetschgen und Pflaumen enthalten ein Allergen, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorrufen kann. Sollten nach dem Verzehr Beschwerden auftreten, zum Beispiel Durchfall, Krämpfe, Rötungen, Tränenfluss bis hin zur Atemnot, sollte auf den Verzehr in jedem Fall verzichtet werden. Dies gilt besonders für Trockenpflaumen, da hier das Allergen in konzentrierter Form enthalten ist.

Einkaufs- & Küchentipps

Ein guter Hinweis darauf, dass die Früchte schon reif sind, ist der angenehme Duft. Auf diesen sollte beim Kauf geachtet werden. Wird leicht auf die Pflaume gedrückt, sollte sie zudem nachgeben. Ist dies nicht der Fall, ist die Frucht noch zu hart und in diesem Fall auch noch nicht reif. Andernfalls können weiche bzw. überreife Pflaumen von Würmern befallen sein.

Der weißliche, wachsartige Film auf der Pflaumenhaut ist ganz normal und zeugt nicht von schlechter Qualität. Dieser sollte auch erst kurz vor dem Verzehr abgewaschen werden. Denn er dient der Haut als Schutzschicht vor dem Austrocknen. Während reife Pflaumen eine tiefe rotbläuliche Farbe aufweisen, sehen reife Zwetschgen eher dunkelblau.

Die Bio-Variante eignet sich beim Kauf von Pflaumen am Besten. Diese stammen aus biologisch kontrollierten und qualitativ hochwertigem Anbau. Die Beste Möglichkeit besteht aber immer noch im Eigenanbau. Ein Pflaumenbaum im Garten macht nicht nur optisch etwas her sondern überzeugt auch mit einer reichlichen Ernte.

Die Lagerung der Pflaumen sollte kühl erfolgen. Hier eignet sich am Besten die Lagerung im Kühlschrank. Je nach Sorte halten die Pflaumen bis zu einer Woche. Für eine besonders guten Lagerung können die Pflaumen in einer durchlöcherten Plastiktüte aufbewahrt werden. Besitzen die Pflaumen noch eine grüne Schale, können sie innerhalb von drei Tagen bei Zimmertemperatur nachreifen. Dabei sollten sie am Besten in die Sonne gelegt werden (z. B. auf der Fensterbank). Damit sie dabei nicht Austrocknen, können sie zusätzlich in ein feuchtes Tuch gewickelt werden.

Natürlich können sie auch eingefroren werden, hierfür sollte aber zuerst der Kern aus dem Fruchtfleisch gelöst werden. Dies ist wichtig, damit die Pflaumen nach dem Auftauen nicht bitter schmecken. Gefrostet halten sich die Pflaumen bis zu einem Jahr lang.

Die Pflaumenkerne sollten in keinem Fall mit gegessen werden, da sie einen hohen Blausäuregehalt aufweisen und daher schädlich auf unseren Körper wirken können.

Neben dem frischen Obst gibt es auch die Möglichkeit, Pflaumen getrocknet zu kaufen. Diese eignen sich als kleiner Zwischensnack oder bei der Zubereitung von Speisen (Backpflaumen).

Zubereitungstipps

Pflaumen können in der Küche sehr vielseitig eingesetzt werden. Vor der Verarbeitung sollten die Früchte in jedem Fall gründlich gewaschen werden, um Überreste von Spritzmitteln oder Schadstoffen zu entfernen. Sie eignen sich für den rohen Verzehr, der Zubereitung als Kompott oder der Verarbeitung im Kuchen. Schneiden lassen sich die Pflaumen am Besten mit einem scharfen Messer. Für das Backen eines Kuchen eignet sich die Verwendung von Zwetschgen. Diese behalten während des Backens ihre Form und Konsistenz. Dekorativ kann ein Pflaumenkuchen mit Streuseln verziert werden. Eine Portion frische Sahne wertet den Kuchen geschmacklich ebenfalls auf.

Nach dem Verzehr von Pflaumen sollte mit dem Trinken eine kurze Zeit gewartet werden. Dies regt die Verdauung an und kann die abführende Wirkung der Pflaumen unterstützen. Natürlich können Pflaumen auch gekocht, zum Beispiel als Kompott, verzehrt werden. Für die Zubereitung von Gelees oder Konfitüre eignen sie sich ebenfalls. Damit sie genügend Eigensaft ziehen können sollten sie vor der Zubereitung eingezuckert werden.

Wer den besonderen Klassiker Pflaumenmus herstellen möchte, sollte neben Zucker verschiedene Gewürze verwenden. Diese können ganz nach Belieben variieren. Für den perfekten Start in den Tag eignet sich ein Brötchen mit Pflaumenmus oder Pflaumenkonfitüre.

Bei der Zubereitung von Saucen können die leckeren Früchte ebenfalls Verwendung finden. Diese geschmackliche Veränderung passt vor allem zu Geflügel, Wild, Schweinefleisch, Ente oder Hähnchen. Da die Pflaumen schnell ihren Geschmack verlieren sollten sie nicht zu lange mitgegart werden. In Form von Backpflaumen eignet sich die Verwendung zu herzhaften Gerichten, wie zum Beispiel Kassler. Auch Zwetschgenknödel ist ein sehr bekanntes Gericht, vor allem in Österreich.

Häufige Fragen & Antworten

 

Ab welchem Alter können Kinder Pflaumen essen?

Grundsätzlich können Pflaumen ab dem Breialter von Kindern gegessen werden, vorausgesetzt sie vertragen diese. Hier sollte mit geringeren Mengen begonnen und zu Beginn gekocht werden. Gekochte Pflaumen sind in jedem Fall verträglicher als der rohe Verzehr.

Pflaumen wirken nach dem Verzehr stark abführend, woran kann das liegen?

Die abführende Wirkung von Pflaumen ist nichts ungewöhnliches und zu medizinischen Zwecken sogar erwünscht. Jedoch sollte beachtet werden, dass vor allem unreife Früchte sehr stark abführend wirken können. Das Obst sollte in jedem Fall nur reif verzehrt werden. Um die abführende Wirkung bei einem empfindlichen Darm ein wenig zu verringern, sollte nach dem direkten Verzehr für eine kurze Zeit nichts getrunken werden. Trinken regt die Verdauung an und verstärkt damit die abführende Wirkung.

Können Diabetiker Pflaumen essen?

Pflaumen besitzen einen moderaten Fruchtzuckergehalt und sind daher auch für die Ernährung von Diabetikern geeignet. Dabei gilt jedoch: „Weniger ist oft mehr!“.

Können Pflaumen beim Abnehmen helfen?

Pflaumen sind nicht nur gesund sondern besitzen mit Hilfe ihrer Inhaltsstoffe, eine abführende und entwässernde Wirkung auf den Körper. Diese kann bei einer Reduzierung des Körpergewichts von Vorteil sein. Zudem weisen Pflaumen einen guten Ballaststoffgehalt auf, der sich vor allem auf das Sättigungsgefühl positiv auswirkt. Die Verwendung von Pflaumen eignet sich daher im Rahmen einer Reduktionskost bzw. „Diät“.

Unser Fazit zu Pflaumen

Pflaumen gelten schon seit geraumer Zeit als eine der beliebtesten Obstsorten. Mit ihren besonderen Nährwerten und Inhaltsstoffen liefern sie unserem Körper wichtige Substanzen, die sich positiv auf Gesundheit und Körper auswirken. Pflaumen gelten sogar als „Schlankmacher“ und finden in vielen „Diäten“ Verwendung. Fast jeder wird schon einmal einen Pflaumenkuchen probiert haben und ebenfalls der Meinung sein, dass es keinen besseren Obstkuchen gibt. Alles in allem sind Pflaumen ein wahrer Allrounder und können in der Küche sehr vielseitig und einfach eingesetzt werden. Zu ihrer Saison sollten sie in keinem Haushalt fehlen!

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