Gelber Stuhlgang

Gelber Stuhlgang

Manchmal hängt die Farbe des Stuhlgangs nur von aufgenommen Nahrungsmitteln ab. Tomatensoße beispielsweise kann dazu führen, dass sich die Ausscheidungsprodukte auch rötlich oder zumindest dunkler färben. Da der Stuhlgang aus verschiedenen Stoffen wie Wasser, Zellen des Darms und nicht verdauten Nahrungsresten besteht, können diese auch die Farbe beeinflussen.

Gelber Stuhlgang kann daher etwas ganz Normales und Harmloses sein. Es kann sich dabei allerdings auch um ein Symptom für eine Krankheit handeln. Gerade wenn sich nicht nur die Farbe sondern auch die Konsistenz des Stuhlgangs ändert, deutet dies auf ein mögliches Problem hin. Ab wann eine gelbliche Färbung bei einem Arzt abklären lassen sollten, wird in den folgenden Absätzen beschrieben.

Was ist gelber Stuhlgang?

Der Stuhlgang des Menschen variiert oft in Farbe, Geruch, Konsistenz und Häufigkeit. Das ist auch ganz normal, da das Verdauungssystem kein akribisch geplanter Computer ist, sondern ein komplexes Biosystem. Je nach aufgenommener Nahrung entstehen bei der Verdauung auch unterschiedliche Abfallprodukte. Mit anderen Worten besitzt der Stuhl andere Eigenschaften, je nachdem, was wir zuvor gegessen haben.

Die typische braune Farbe entsteht aufgrund von Verdauungsflüssigkeiten wie etwa dem Gallensaft. Ein recht heller, gelblicher Stuhl kann indes diverse Ursachen haben. In den meisten Fällen ist die Verfärbung des Stuhls nur vorübergehend und auf aufgenommene Nahrungsmittel oder evtl. auch Medikamente wie Antibiotika zurückzuführen. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn der Stuhl auch anderweitig von der Norm abweicht, wenn er also zum Beispiel glänzt, schmierig ist und stinkt (Fettstuhl). Eine Abklärung ist auch dann empfehlenswert, wenn Begleiterscheinungen wie starke Müdigkeit, Fieber, Durchfall oder Erbrechen hinzukommen.


Mögliche Ursachen

Verschiedene Lebensmittel, die besonders viel Stärke enthalten, aber auch unterschiedliche Milchprodukte und Eier können dazu führen, dass sich der Stuhlgang gelblich verfärbt. In diesem Fall sollten auch keine weiteren Begleiterscheinungen auftreten und die gelbliche Färbung des Stuhlgang ist harmlos. Vor Allem Neugeborene, die noch mit Muttermilch versorgt werden, haben meist gelben Stuhlgang.

Aber auch bei Durchfall kann es zu einer gelben Färbung kommen. Auf Grund der erhöhten Menge von Sterkobilin, dem Abbauprodukt von Hämoglobin, und der deutlich flüssigeren Konsistenz kommt es zu einer veränderten Farbe, die meist gelb ausfällt, aber auch bräunlich sein kann. Das Sterkobilin ist auch für die gelbe Farbe des Urins verantwortlich.

Darüber hinaus können Störungen der Absorption, wie etwa eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) zu einem gelben Stuhl führen.

Eine weitere Ursache für eine gelbliche Verfärbung können auch Parasiten oder Bakterien sein. Dabei sind allerdings weitere Symptome spürbar. Diese fallen Grippeähnlich aus und bringen meist Fieber mit sich.

Auch Probleme mit der Galle können einen gelben Stuhlgang verursachen. Gallensteine oder eine Entzündung der Gallenblase sowie eine verringerte Ausschüttung der Gallenflüssigkeit verfärben den Stuhlgang ebenso gelblich wie eine Hepatitis oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Allerdings sind bei allen genannten Erkrankungen immer auch andere Symptome spürbar und gelber Stuhlgang ist dabei nur eine Begleiterscheinung.

Die häufigsten Ursachen von gelbem Stuhl im Überblick:

Diagnose & Verlauf

Wenn mehrere Symptome gleichzeitig auftreten und diese zusätzlich von gelblichen Stuhlgang begleitet werden, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Schmerzen, Erbrechen, Durchfall, Übelkeit oder allgemeines Unwohlsein sind dabei nur ein paar Beispiele für begleitende Symptome, die abklärt werden sollten.

Vor allem Müdigkeit ist ein akutes Warnsignal, dass in Zusammenhang mit gelben Stuhlgang auf eine Erkrankung der Leber hinweisen kann.

Stuhlproben, die über mehrere Tage genommen werden, und ein Blutbild geben meist schnellen Aufschluss auf eine mögliche Erkrankung. So können Nahrungsmittelunverträglichkeiten, mögliche Erreger und Erkrankungen verschiedener Organe abgeklärt und eine Behandlung gestartet werden.

Bei gelbem Stuhlgang und anderen auftretenden Symptomen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.


Daten & Häufigkeit

Diagnosedaten & Statistiken zur Häufigkeit

Gerade im fortgeschrittenem Alter kommt es häufiger zu gelben Stuhlgang. Grund dafür kann das erhöhte Risiko an verschiedenen Krankheiten sein. Gallensteine und verschlossene Gallengänge kommen bei älteren Menschen deutlich häufiger vor als bei jüngeren. Dies kann eine mögliche Ursache sein. Aber auch andere Krankheiten oder eine schlechtere Verdauung der aufgenommenen Nährstoffe führen zu gelben Stuhlgang.

Auch Babys weisen sehr oft gelben Stuhlgang auf. Vor allem wenn sie gestillt werden. Aber auch bei der Ernährung mit Flaschenmilch muss sich das Verdauungssystem eines Neugeborenen zunächst auf die neuen Inhaltsstoffe gewöhnen und gelber Stuhlgang kann auftreten.

Außerdem sind Frauen häufiger von gelben Stuhlgang betroffen als Männer. Mögliche Ursache dafür sind die unterschiedliche Ernährungsweisen oder der Hormonhaushalt der Frau. Auffällig ist außerdem, dass Menschen in den neuen Bundesländern häufiger an gelben Stuhlgang leiden. (Quelle: GBE des Bundes – Diagnosedaten der Krankenhäuser)


Komplikationen

Als Komplikation bezeichnet man in der Medizin eine auftretende Nebenwirkung eines Medikaments oder ein auftretendes Symptom einer Krankheit, das erst später erkennbar ist. Sie treten somit während der Behandlung oder durch eine Fehldiagnose auf.

Gelber Stuhlgang kann daher als Komplikation von Erkrankungen verschiedener Organe gezählt werden. Vor allem wenn dieses Symptom in Verbindung mit anderen Beschwerden auftritt, kann gelber Stuhlgang ein Warnzeichen für eine gefährliche Krankheit sein.

So kann es sich bei gelbem Stuhlgang etwa um ein Symptom einer ernsten Gallen- oder Lebererkrankung handeln. Sie sollten dann schnellstmöglich zum Arzt Gehen und die Symptome abklären lassen.


Wann sollte man bei gelbem Stuhl zum Arzt gehen?

Ein gelb gefärbter Stuhl ist an sich nicht ungewöhnlich und in den meisten Fällen harmlos. Ein Arztgang ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Kot über eine langen Zeitraum besteht, also chronisch ist, oder wenn noch weitere Beschwerden auftreten.

Treten noch folgende Begleiterscheinungen auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

Tritt neben der Farbveränderung des Stuhls auch noch eine starke Müdigkeit auf, kann es sich bei der Ursache um eine Erkrankung der Leber handeln. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Stark entfärbter Stuhl kann zum Beispiel dadurch verursacht werden, dass sie Gänge der Galle blockiert sind, wodurch Farbstoffe nur eingeschränkt zum Darm gelangen können.

Als chronisch wird gelber Stuhlgang bezeichnet, wenn er über mehrere Wochen oder gar Monate anhält. Vor allem wenn die Farbveränderung sich auch nicht nach einer Umstellung der Ernährung nicht einstellt, sollte auch hierbei ein Arzt aufgesucht werden.


Behandlung & Therapie

Ist gelber Stuhlgang nicht harmlos sondern ein begleitendes Symptom und ein Arzt muss aufgesucht werden, wird dieser auch eine Erkrankung feststellen und die entsprechende Behandlung einleiten. Diese kann von einer medikamentösen Therapie bis hin zu einer Operation viele verschiedene Möglichkeiten mit sich bringen.

Ein einfacher Durchfall lässt sich beispielsweise schnell mit Aktivkohle stoppen. Bei bereits länger anhaltenden Beschwerden können zusätzlich Elektrolyte gegeben werden. Auch die Aufnahme von viel Flüssigkeit oder die Gabe von speziellen Glykose- und Kochsalzlösungen zum Ausgleich des Verlusts gehört zu dieser einfachen Therapie dazu.
Besteht eine bakterielle Erkrankung können auch Antibiotika gegeben werden.

Manchmal hilft jedoch eine Behandlung mit Medikamenten nicht aus und eine Operation ist unumgänglich. Bei Problemen mit der Leber, der Galle oder der Bauchspeicheldrüse hilft manchmal nur diese Art der Therapie.

Aber auch verschiedene Formen der Hepatitis können gelben Stuhlgang auslösen. Diese Erkrankungen heilen oft von selbst aus. Chronische Arten der Krankheit müssen allerdings mit speziellen Medikamenten behandelt werden, sogenannten Virostatika.

Eine erfolgreiche Therapie führt oft zu einer schnellen Verbesserung und Heilung der Krankheiten und den Ursachen für gelben Stuhlgang.


Vorbeugung

Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollten Lebensmittel, die gelben Stuhlgang und andere Symptome verursachen, natürlich gemieden werden. Ansonsten ist die Verfärbung der Exkremente meist harmlos und bedarf keiner speziellen Prävention.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist in jedem Fall empfehlenswert. Allerdings sollte diese Lebensweise nicht nur bei gelben Stuhlgang eingehalten werden.


Alternative Medizin

Hausmittel und alternative Behandlungsmöglichkeiten

Hausmittel und Naturheilverfahren können vor allem dann eingesetzt werden, wenn eine harmlose Ursache hinter der Verfärbung des Stuhls steckt. In einigen Fällen können sie aber auch begleitend zur schulmedizinischen Behandlung angewendet werden. In jedem Fall sollten ernste Ursachen im Vorhinein ausgeschlossen worden sein.


Hilfreiche Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Wenn die gelbliche Fabre des Stuhls auf Durchfall oder Verstopfungen zurückzuführen ist, können diverse Hausmittel weiterhelfen. Hierbei ist in erster Linie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Bettruhe sowie der Verzicht auf schwer verdauliche Lebensmittel wichtig.

Bei Verstopfungen hilft darüber hinaus zum Beispiel ein DarmEinlauf weiter. So können auch eventuelle Giftstoffe vom MagenDarm-Trakt ausgeschwemmt werden.

Bei einem Parasitenbefall, der typischerweise mit Grippe-ähnlichen Symptomen und starkem Durchfall einhergeht, verschaffen vor allem bestimmte Tees eine schnelle Linderung. Hierzu zählen etwa Thymian, Nelke oder Gänsefuß. Aber auch Knoblauch, Oregano, Wermut oder Beifuß sind sehr hilfreich.


Diät & Ernährung

Da gelber Stuhlgang durch diverse Lebensmittel verursacht werden kann, ist natürlich auch eine Ernährungsumstellung sinnvoll. Oft stellt sich die Verfärbung des Stuhls ein, wenn auf einen übermäßigen Konsum von bestimmten Nahrungsgütern wie Milchprodukten, sehr stärkehaltigen Lebensmitteln oder Eiern verzichtet wird.

Um die Leber zu schonen und Erkrankungen dieses Organs vorzubeugen, sollten insbesondere Alkohol und fettige Lebensmittel nur in Maßen konsumiert werden.

Gallensteine können hingegen unter anderem durch erhöhte Cholesterinwerte verursacht werden. In diesem Fall sollte zum Beispiel auf fettiges Fleisch, frittierte oder panierte Lebensmittel (z. B. Pommes oder Fischstäbchen), Eier, gehärtete oder harte Fette sowie Milchprodukte mit normalem oder hohem Fettanteil verzichtet werden.

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