Benzodiazepine

Benzodiazepine gehören insbesondere im psychiatrischen Bereich nach wie vor zu den unverzichtbaren Notfallmedikamenten. Es handelt sich um wirksame Präparate, um Symptome der Angst, Panik oder andere psychische Krisen kurzfristig zu behandeln.

Eine Behandlung mit Benzodiazepinen sollte aufgrund des Sucht- und Missbrauchspotenzials allerdings maximal einige Wochen umfassen. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über Benzodiazepine.

Benzodiazepine

Benzodiazepin-Gerüst

Was sind Benzodiazepine?

Benzodiazepine sind Medikamente, die sich durch ihre angstlösenden, beruhigenden, entspannenden, krampflösenden, muskelentspannenden und schlafanstoßenden Eigenschaften auszeichnen. Bei Einnahme tritt der Wirkungseintritt schnell und effektiv ein.

Unter Benzodiazepinen wird eine ganze Gruppe von Sedativa/Hypnotika (Beruhigungsmitteln) zusammengefasst, die eine ähnliche chemische Struktur aufweisen.

Jahrzehntelang gehörten sie zu den meistverordneten Psychopharmaka. Dies hat sich seit den 1990er-Jahren geändert, da zunehmend der Fokus auf das Sucht- und Missbrauchspotenzial gelenkt wurde. Inzwischen werden vorzugsweise neuere Antidepressiva und Neuroleptika bei psychischen Beschwerden verschrieben.

Im psychiatrischen Akutbereich werden Benzodiazepine noch oft verwendet, da man mit diesen Medikamenten in psychischen Krisen schnell intervenieren kann. Aus diesem Grunde hat auch die WHO bestimmte Benzodiazepine (zum Beispiel Diazepam und Lorazepam) in die Liste unentbehrlicher Arzneimittel aufgenommen, zu denen jeder Mensch auf der Welt Zugang haben sollte.

Benzodiazepine sind ausnahmslos rezeptpflichtig und Mediziner sind aufgrund des Suchtpotenzials bei der Verschreibung zunehmend zurückhaltend. Dennoch gibt es in Deutschland schätzungsweise zwei Millionen Benzodiazepin-Abhängige.

Da ein beträchtlicher Teil der Rezepte als Privatrezepte ausgestellt wird, die von den Krankenkassen nicht erfasst werden, lassen sich über die genaue Zahl der Abhängigen nur Vermutungen anstellen.

Zudem werden Benzodiazepine in der Drogenszene auch illegal gehandelt, da viele Opiat-Süchtige sie verwenden, um den „Kick“ zu verstärken oder als Ersatzdroge, wenn keine Opiate verfügbar sind.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Akutbehandlung von Angst– und Spannungszuständen oder Unruhe
  • schlafanstoßend bei Ein- und Durchschlafstörungen
  • Beruhigung bei Nervosität
  • Auflösung von Krampfanfällen bei Epilepsien oder Entzugssyndromen (zum Beispiel Alkoholentzug)
  • Einsatz vor Operationen oder diagnostischen Eingriffen
  • Lösung von Muskelspasmen
  • Verwendung in psychischen Ausnahmesituationen zur Beruhigung

Allgemeines

Allgemeines
NameBenzodiazepine
Andere NamenBenzos (umgangssprachlich)
Wirkungen
  • anxiolytisch (angstlösend)
  • muskelrelaxierend (muskelentspannend)
  • antikonvulsiv (krampflösend)
  • sedativ (beruhigend)
  • amnestisch
  • hypnotisch (schlaffördernd oder erzwingend)
  • leicht stimmungsaufhellend
  • teilweise euphorisierend
WirkstoffklasseAntiepileptika

Wirkungsweise

So wirken Benzodiazepine

In unserem Gehirn spielen sogenannte Neurotransmitter (Botenstoffe) eine wichtige Rolle. Sie sind für die Kommunikation zwischen den einzelnen Gehirnzellen zuständig.

Dabei unterscheidet man zwei wichtige Gruppen von Neurotransmittern: Sie haben entweder eine erregende oder hemmende Wirkung auf die Zellen

Ein wichtiger Botenstoff mit hemmender (beruhigender) Wirkung ist die Gamma-Aminobuttersäure (kurz: GABA). Benzodiazepine docken an GABA-Rezeptoren im Gehirn an und verstärken die Wirkung von GABA. Sie werden über die Magenschleimhaut absorbiert, von wo aus sie in den Blutkreislauf gelangen.

Nach Passierung der Blut-Hirn-Schranke entfaltet sich ihre Wirkung schnell im Zentralen Nervensystem. Dadurch tritt umgehend eine beruhigende, entspannende, angstlösende Wirkung ein, zum Teil begleitet von einem Gefühl der Euphorie.

Insbesondere nach einer großen vorherigen psychischen Anspannung wird dieser Zustand der Entspannung und Angstfreiheit von Betroffenen als angenehm erlebt, wodurch sich teilweise das Suchtpotenzial dieser Medikamente erklärt.

Sie sind geeignet, um über kurze Zeit seelische Spannungszustände abzufangen. Aus diesem Grunde gehören sie in der Akutpsychiatrie nach wie vor zu wichtigen Medikamenten.

Abseits der biochemischen Erklärung könnte man diesen Vorgang so beschreiben, dass das Gehirn für die Zeit der Wirkungsdauer „lahmgelegt“ wird. Betroffene werden dadurch von irritierenden Reizen abgeschirmt, was in bestimmten Situationen sinnvoll sein kann.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Benzodiazepinen

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Benzodiazepin-Präparaten bestehen darin, wie schnell der Körper die Wirkstoffe abbauen kann und wie schnell die Wirkung einsetzt (Fachausdruck: anfluten). Die Geschwindigkeit des Abbaus im Körper wird als Halbwertszeit bezeichnet: Nach diesem Zeitraum ist noch die Hälfte des Wirkstoffs im Organismus vorhanden.

Die einzelnen Benzodiazepine weisen hier sehr große Unterschiede auf. Die längste Halbwertszeit hat Diazepam (mindestens 24 bis 48 Stunden), eine sehr kurze hingegen Midazolam (4 bis 6 Stunden).

Im Körper zerfallen die Wirkstoffe in verschiedene Metaboliten. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend über den Harn. Bei Senioren, Patienten mit Niereninsuffizienz oder Leberschäden kann die Halbwertszeit deutlich länger sein.


Anwendungsgebiete

Wann werden Benzodiazepine eingesetzt?

Benzodiazepine werden verwendet, wenn Menschen unter übermäßigen Angstzuständen (zum Beispiel Panikattacken) oder Erregungs- und Spannungszuständem im Rahmen psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Psychosen leiden oder wenn sie sich gerade in einer schwierigen Lebensphase mit ausgeprägter Nervosität befinden.

Da Benzodiazepine auch schlafanstoßend wirken, können begleitende Einschlaf- und Durchschlafstörungen damit ebenfalls kurzfristig behandelt werden.

Ein weiteres Anwendungsgebiet sind diagnostische oder operative Eingriffe, die den Patienten beunruhigen. Hier kommen Benzodiazepine mit kurzer Halbwertszeit (zum Beispiel Midazolam) zum Einsatz, da man zwar eine Beruhigung wünscht, diese aber schnell wieder abklingen soll.

Krampfanfälle bei Epilepsien erfordern ebenfalls den Einsatz von Benzodiazepinen, da diese eine krampflösende, muskelentspannende Wirkung haben, die sehr schnell einsetzt. Krampfanfälle können auch beim Entzug von Substanzen wie Alkohol vorkommen. Benzodiazepine können hier lebensrettend sein, da ein „kalter“ Alkoholentzug tödlich enden kann.

Benzodiazepine sind auch Bestandteile jeden Arztkoffers von Notfallmedizinern, die bei Verkehrsunfällen oder anderen Unglücksfällen zur Stelle sind. Damit sollen psychische Ausnahmezustände abgefangen werden.


Richtige Anwendung

So werden Benzodiazepine angewendet

Benzodiazepine sollten nur kurzfristig angewendet werden. Die Empfehlung lautet, maximal zwei bis vier Wochen, da eine körperliche und psychische Gewöhnung schnell eintritt. Das Sucht- und Missbrauchspotenzial ist groß.

Zudem unterdrücken Benzodiazepine zwar schnell und effektiv Symptome wie Angst, jedoch beseitigen sie die Ursachen nicht. In manchen Fällen ist der Einsatz von Benzodiazepinen jedoch unumgänglich.

Suchtmediziner empfehlen in solchen Fällen die Anwendung der 4-K-Regel bei der Verschreibung:

  • klare Indikation: Es muss ein triftiger Grund bestehen.
  • kurze Zeit: Es kann sich nur um eine kurzfristige Lösung handeln.
  • kleinste Mengen: Es sollten lediglich Packungsgrößen verschrieben werden, die der unbedingt Patient braucht.
  • kein abruptes Absetzen: Benzodiazepine sollten langsam ausgeschlichen werden, um Entzugssymptome zu vermeiden.

Medikamente

Welche Medikamente beinhalten Benzodiazepine?

Inzwischen existieren sehr viele Benzodiazepin-Präparate. Alleine in Deutschland sind ungefähr 50 verschiedene Benzodiazepine zugelassen, die unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen zum Einsatz kommen. Benzodiazepine erkennt man typischerweise an der Endung –azepam oder –zolam (bis auf wenige Ausnahmen).

Die am häufigsten verwendeten Benzodiazepine sind (durschnittliche Halbwertszeit in Klammern):

  • Alprazolam (12-15 Stunden)
  • Bromazepam (18-36 Stunden)
  • Chlordiazepoxid (5-30 Stunden)
  • Diazepam (24-48 Stunden)
  • Lorazepam (12-16 Stunden)
  • Midazolam (2-4 Stunden)
  • Oxazepam (5-15 Stunden)
  • Tetrazepam (18 Stunden)

Bei Benzodiazepinen ist der Patentschutz abgelaufen, deswegen gibt es zahlreiche Generika (Nachahmerpräparate).

Das Benzodiazepin Flunitrazepam (Rohypnol) ist nur in Form eines Betäubungsmittel-Rezeptes erhältlich. Es wirkt 7-10 mal stärker als Diazepam und wurde insbesondere in den 1990er-Jahren in Kombination mit Alkohol als k.o.-Tropfen missbraucht.


Handelsnamen

Monopräparate

Benzodiazepine sind unter zahlreichen Handelsnamen erhältlich. Anbei finden Sie die wichtigsten:

  • Alprazolam: Xanax, Xanor
  • Bromazepam: Lexotanil, Normoc
  • Chlordiazepoxid: Librium
  • Diazepam: Valium, Faustan, Diazep-CT
  • Lorazepam: Tavor, Tavor Expidet, Tolid
  • Midazolam: Dormicum
  • Oxazepam: Adumbran, Durazepam
  • Tetrazepam: Musaril, Rilex

Kombinationspräparate

  • Limbatril (Amitriptylin und Chlordiazepoxid)
  • Alival, Psyton (Nomifensin, nicht mehr auf dem Markt)
  • Persumbran (Dipyridamol und Oxazepam, nicht mehr auf dem Markt)

Vom Einsatz von Kombinationspräparate wird generell abgeraten.


Indikationen

Benzodiazepine weisen ein weites Wirkspektrum auf. Aus diesem Grunde können sie bei verschiedenen Indikationen angezeigt sein:

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Phobien
  • Angststörungen
  • Muskelverspannungen oder Muskelspasmen
  • Epilepsie
  • Erregungs- und Angstzustände bei Schizophrenie
  • Alkoholentzug (Krampfschutz)
  • nervöse Zustände bei besonderer Belastung
  • Vorbereitung bei operativen oder diagnostischen Eingriffen

In den USA kommen Benzodiazepine wie Alprazolam (Handelsname: Xanax©) auch zur Behandlung depressiver Erkrankungen zum Einsatz. Dies ist in Deutschland nicht üblich. Hingegen ist inzwischen bekannt, dass der längerfristige Einsatz von Benzodiazepinen Depressionen verstärken kann oder latent vorhandende Depressionen dadurch erst zum Tragen kommen können.


Gegenanzeigen

Wann dürfen Benzodiazepine nicht verwendet werden?

Es ist möglich, dass Patienten eine generelle Unverträglichkeit gegenüber Benzodiazepinen aufweisen. In diesem Falle dürfen solche Präparate nicht verordnet werden.

Von einer Verordnung abzuraten ist auch bei einer bekannten Vorgeschichte von Alkoholabhängigkeit, Opiatabhängigkeit oder Medikamentenabhängigkeit. Benzodiazepine weisen zum Beispiel eine Kreuztoleranz mit Alkohol auf. Das bedeutet, dass AlkoholikerInnen sich komplett auf Benzodiazepine als Ersatzdroge umstellen können.

Weitere Ausschlusskriterien:

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Einnahme von Benzodiazepinen während der Schwangerschaft erhöht das Risiko, dass zu Missbildungen oder später zur verzögerten Entwicklung kommt. Zudem gelangen Benzodiazepine über den Blutkreislauf der Mutter in den Blutkreislauf des Fötus. Bei Dauereinnahme wird auch das Kind von dem Benzodiazepin abhängig. Nach der Geburt leidet das Kind dann an einem Entzugssyndrom.

Was ist bei Kinder zu berücksichtigen?

Da sich das kindliche Zentrale Nervensystem und Gehirn noch in der Enwicklung befinden, sollten Benzodiazepine und vergleichbare Substanzen bei Kindern unter 12 Jahren nicht verordnet werden.

Die offiziellen Leitlinien empfehlen, Jugendlichen unter 18 Jahren Benzodiazepine nur in besonderen Ausnahmefällen zu verordnen, die Einnahme streng zu überwachen und reduzierte Dosen zu verabreichen.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen haben Benzodiazepine?

Benzodiazepine weisen eine Reihe von Nebenwirkungen auf, die sich aus dem sedierenden Wirkmechanismus erklären. Wie stark Nebenwirkungen ausgeprägt sind, ist in der Regel abhängig von der Dosis und der Dauer der Einnahme sowie vom verwendeten Präparat (Halbwertszeit):

Sehr häufige Nebenwirkungen:

Häufige Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Seltene Nebenwirkungen:

  • Delirium (Verwirrtheit), vor allem bei Senioren bei abruptem Absetzen nach Langzeitgebrauch

bei Langzeiteinnahme häufig:

  • Indifferenz (Gleichgültigkeit), emotionale Abstumpfung, Apathie, verarmtes Gefühlsleben, Einschränkung der emotionalen Schwingungsfähigkeit
  • kognitive Defizite wie Gedächtnisschwäche, Konzentrationsstörungen und Kreativitäsverlust (kreatives Denken, Problemlösefähigkeit): Bei Dauereinnahme sinkt der IQ um etwa 10 Punkte nach einem Jahr, Leistungsabfall
  • Bei Entzugsversuchen nach Langzeiteinnahme sind Blutdruckentgleisungen möglich.
  • Neuere Studien lassen vermuten, dass ein Langzeitgebrauch Demenz-Erkrankungen begünstigt.

Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigen Benzodiazepine?

Während der Einnahme von Benzodiazepinen sollte kein Alkohol konsumiert werden, da sich beide Substanzen in ihrer Wirkung verstärken.

Die Wechselwirkungen können unvorhersehbar werden. Leider verstärken manche Abhängigen die Wirkung von Benzodiazepinen bewusst durch die Kombination mit Alkohol. Dies kann zu gefährlichen Vergiftungszuständen führen.

Vorsicht ist auch geboten bei anderen Medikamenten, die das Zentrale Nervensystem beeinflussen. Dies gilt zum Beispiel für Psychopharmaka. Insbesondere die Kombination mit Antipsychotika kann in hohen Dosierungen zu einer Atemdepression führen.

Die Antidepressiva Fluvoxamin und Fluoxetin verlangsamen den Abbau von Benzodiazepinen. Antiepileptika wie Valproinsäure, Phenobarbital und Phenytoin und Benzodiazepine können in ihrer Wirkung verstärkt werden.

Vermieden werden sollte die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen und opioden Schmerzmitteln. In Kombination kann es zu Betäubung, Atemdepression und sogar zum Koma kommen.

Weitere Präparate, die den Abbau von Benzodiazepinen verzögern:

  • Cimetidin und Omeprazol (Magenmittel)
  • Ketoconazol (Antimyotikum)
  • Disulfiram (Alkohol-Entwöhnungsmittel)

Pflanzliche Präparate wie Johanniskraut sind in den Apotheken zwar rezeptfrei erhältlich, doch auch sie beeinflussen das Zentrale Nervensystem.

Problematisch ist der Umstand, dass sich Benzodiazepine zum Teil als „Partydrogen“ etabliert haben. Manche Konsumenten verwenden sie, um von aufputschenden Substanzen wie Kokain oder MDMA „runterzukommen“.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Benzodiazepinen zu beachten?

Benzodiazepine sollten nur kurzfristig angewandt werden. Die Empfehlung lautet, sie nicht länger als zwei bis vier Wochen lang einzunehmen, da sich der Körper schnell daran gewöhnt. Nach Möglichkeit sollte die Einnahme auf psychische Akutsituationen beschränkt bleiben. Wenn sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt, kann der Entzug langwierig und schwierig sein.

Wer dauerhaft unter Angstzuständen oder ähnlichen belastenden Zuständen leidet, sollte eine Therapie erwägen, um die Ursachen herauszufinden. Hierfür steht eine Vielzahl von psychotherapeutischen Methoden zur Verfügung.

Achten Sie deswegen auf folgende Punkte:

  • Beginnen Sie, eine Toleranz zu entwickeln? Um die gleiche Wirkung zu erzielen, sind höhere Dosierungen erforderlich? Es existiert auch eine „low dose dependancy“ bei der die Dosis nicht erhöht wird. Dennoch kommt es beim Versuch abzusetzen oder zu reduzieren zu Entzugserscheinungen.
  • Beginnen Sie, zu lügen und zu tricksen, um an weitere Rezepte heranzukommen? Not macht erfinderisch, das gilt insbesondere bei Suchtentwicklungen.
  • Beginnen Sie zu ihren Konsum zu verheimlichen? Haben Sie einen geheimen Vorrat für „Notfälle“?
  • Beginnen Sie, sich weitere Quellen für den Bezug zu erschließen, beispielsweise Bekannte oder den Schwarzmarkt?

Sowohl der verschreibende Arzt als auch der Patient selbst sollten deswegen die Einnahme genau im Auge behalten.


Abgabevorschriften

Benzodiazepine sind rezeptpflichtig. Sie dürfen nicht an Dritte weitergegeben oder über Dritte bezogen werden. Der illegale Bezug über den Schwarzmarkt oder aus dem Ausland ist strafbar.


Geschichte

Seit wann sind Benzodiazepine bekannt?

Leo Sternbach gelang es als Erstem, die pharmakologisch aktiven Bestandteile von Baldrian zu isolieren und chemisch zu potenzieren. Als Ergebnis wurde 1960 vom Pharma-Unternehmen Hoffmann-La-Roche das erste Benzodiazepin Librium© (Wirkstoff: Chlordiaxepozid) lanciert.

1963 wurde, ebenfalls von Leo Sternbach, Valium© (Wirkstoff: Diazepam) entwickelt. Das Diazepam sollte zum Prototypen aller folgenden Benzodiazepine werden. Zahlreiche Weiterentwicklungen des Diazepam kamen auf den Markt.

Auch zuvor kannte man schlaffördernde Beruhigungsmittel, etwa Barbiturate. Man stellte fest, dass die therapeutsche Bandbreite der Benzodiazepine wesentlich größer war. Das bedeutet, die Spanne zwischen therapeutischer Wirkung und Überdosis ist groß, wodurch eine Intoxikation unwahrscheinlich wird. Aus diesem Grunde verdrängten Benzodiazepine die Barbiturate.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Benzodiazepine sind stark suchtbildend. Halten Sie sich an die Vorgaben des verschreibenden Arztes. Ein Entzug kann sehr unangenehm und schwierig sein.

Benzodiazepine schränken das Reaktionsvermögen ein. Führen Sie während der Einnahme keine Maschinen oder Fahrzeuge. Sie gefährden sich und andere und können im Ernstfall dafür belangt werden.

Nach abruptem Absetzen von Benzodiazepinen kann es zu Rebound-Phänomenen kommen. Die ursprünglichen Symptome treten dann verstärkt hervor.


Quellen

  • Gräfe KH: Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie. Thieme Verlag, Stuttgart, 1. Auflage 2011
  • Herdegen T: Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie. Thieme Verlag, Stuttgart, 2. aktualisierte Auflage 2010

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